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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anbieten von Fahrzeugfunktionen für einen Fahrzeuginsassen in einem Fahrzeug.
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Aus der
DE 10 2020 006 693 A1 sind ein Verfahren zum Betreiben eines Diebstahlschutzsystems für ein Kraftfahrzeug und ein Diebstahlschutzsystem bekannt.
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Das Verfahren sieht vor, dass mittels einer Erfassungseinrichtung des Diebstahlschutzsystems eine unerlaubte Handlung einer Person erfasst wird und bei der Erfassung der unerlaubten Handlung ein Steuersignal für eine Alarmanlage des Diebstahlschutzsystems und ein Steuersignal für eine steuerbare Fahrwerkseinrichtung des Kraftfahrzeuges mittels einer elektronischen Recheneinrichtung des Diebstahlschutzsystems erzeugt werden. Dabei wird das Steuersignal für die steuerbare Fahrwerkseinrichtung derart erzeugt, dass die Fahrwerkseinrichtung beim Empfangen des Steuersignals in eine vollständig abgesenkte Position verfahren wird.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Anbieten von Fahrzeugfunktionen für einen Insassen in einem Fahrzeug anzugeben.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, welches die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Ein Verfahren zum Anbieten von Fahrzeugfunktionen für einen Fahrzeuginsassen in einem Fahrzeug sieht erfindungsgemäß vor, dass
- - mittels einer Steuereinheit kontinuierlich Einstellungen sowie ein Verhalten von Fahrzeugfunktionen, des Fahrzeuginsassen und Sensoren ausgewertet werden,
- - mittels der Steuereinheit für diesen Fahrzeuginsassen jeweils ein Fahrzeugfunktions-Profil für eine vorgegebene Auswahl von Fahrzeugfunktionen erstellt wird, welche durch den Fahrzeuginsassen, dessen Aktivitäten und/oder erfasste Sensorwerte beeinflussbar ist,
- - ein solches Fahrzeugfunktions-Profil mittels Verfahren des maschinellen Lernens automatisiert in einem Parameterraum ermittelt wird,
- - mittels der Steuereinheit basierend auf dem jeweils ermittelten Fahrzeugfunktions-Profil dem Fahrzeuginsassen in Abhängigkeit erfasster Sensorwerte eine Automatisierung zur Einstellung dieser Fahrzeugfunktion angeboten wird und/oder die Automatisierung in Abhängigkeit erfasster Sensorwerte angepasst wird,
- - über eine zentrale Speichereinheit flottenübergreifende Fahrzeugfunktions-Profile abgebildet und verglichen werden und
- - anhand der ermittelten Fahrzeugfunktions-Profile erfasste fahrzeuginsassenspezifische Präferenzen sicher und anonymisiert gespeichert und fahrzeugübergreifend geteilt werden.
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Durch Anwendung des Verfahrens kann ein Fahrzeuginsasse auf ein Vorhandensein bestimmter Fahrzeugfunktionen aufmerksam gemacht werden oder dem Fahrzeuginsassen wird das Vorhandensein bestimmter Fahrzeugfunktionen mittels des Verfahrens erneut ins Gedächtnis gerufen, um sie gegebenenfalls zu verwenden. Das Verfahren dient also zur Angebotstransparenz für den Fahrzeuginsassen.
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Mittels des Verfahrens können so bezeichnete eingefahrene Routinen einer Verwendung von Fahrzeugfunktionen, die keine Abwechslung bieten, insbesondere mittels automatisierter Einstellung, aufgebrochen werden.
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Fahrzeuginsassen kann durch Anwendung des Verfahrens ein Umfang fahrzeugseitig vorhandener Fahrzeugfunktionen transparent dargestellt werden, wobei die Fahrzeuginsassen ein erweitertes Fahrzeugfunktionen-Angebot erfahren. Zudem haben die Fahrzeuginsassen die Möglichkeit, Änderungen an einmalig eingestellten Fahrzeugfunktionen vorzunehmen.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
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Dabei zeigen:
- 1 schematisch ein Fahrzeug mit mehreren Fahrzeuginsassen und einer Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens zur Angebotstransparenz von Fahrzeugfunktionen für die Fahrzeuginsassen,
- 2 schematisch die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, und
- 3 schematisch einen Parameterraum zur Ermittlung von Fahrzeugfunktions-Profilen.
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Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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1 zeigt beispielhaft und stark vereinfacht ein Fahrzeug 1. In dem Fahrzeug 1 sitzen mehrere Fahrzeuginsassen P1 bis Pk und das Fahrzeug 1 weist eine Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens zur Angebotstransparenz von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn für die Fahrzeuginsassen P1 bis Pk auf.
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In 2 ist die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens dargestellt. 3 zeigt einen Parameterraum R zur Ermittlung von Fahrzeugfunktions-Profilen FP1 bis FP3 auf Basis einer Funktion ζ1 bis ζk von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn, Sensoren S1 bis Sm, daraus erkannten Aktivitäten und Präferenzen eines Fahrzeuginsassen P1 bis Pk und optional unter Betrachtung einer zeitlichen Veränderung über die Zeit t. Zur Wahrung der Übersichtlichkeit sind drei Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 dargestellt. Es können jedoch auch weniger oder mehr Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 in dem Parameterraum R ermittelt werden.
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Im Allgemeinen ist bekannt, dass neben einem vergleichsweise hohen Automatisierungsgrad von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn auch Präferenzen von Fahrzeuginsassen P1 bis Pk hinsichtlich Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn und deren Einstellungen im Fahrzeug 1 erfasst und/oder prädiziert werden. Alternativ oder zusätzlich werden Kombinationen aus einem Verhalten von Fahrzeuginsassen P1 bis Pk und Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn definiert, welche somit standardmäßig eingestellt oder ausgeführt werden. Als Konsequenz kann es passieren, dass Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn nur noch einseitig oder gar nicht mehr wahrgenommen werden. Insbesondere ist in einem Fahrzeug 1 eine Vielzahl von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn vorhanden, wobei die jeweilige Fahrzeugfunktion F1 bis Fn verschiedene Einstellungen einnehmen kann, die beispielsweise von Fahrzeuginsassen P1 bis Pk vorgenommen werden können.
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Ein im Folgenden beschriebenes Verfahren kann eine Lösung darstellen, einer einseitigen Verwendung von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn, einem verringerten Gebrauch von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn und einer Unkenntnis in Bezug auf ein Vorhandensein verfügbarer Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn entgegenzuwirken.
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Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Angebotstransparenz bezüglich der Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn weist eine Mehrzahl von Sensoren S1 bis Sm und eine Steuereinheit SE auf.
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Mittels der Steuereinheit SE werden bei Nutzung des Fahrzeuges 1 Einstellungen der im Fahrzeug 1 vorhandenen Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn, ein Verhalten der Fahrzeuginsassen P1 bis Pk und erfasste Sensorwerte SW der Sensoren S1 bis Sm kontinuierlich ausgewertet.
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Auf diese Weise kann die Steuereinheit SE für eine vorgegebene Auswahl von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn, insbesondere solche, welche durch Fahrzeuginsassen P1 bis Pk und/oder erfasste Sensorwerte SW zumindest eines der Sensoren S1 bis Sm, beispielsweise einer Innenraumkamera, eines Innenraummikrofons etc., beeinflusst werden oder von diesen abhängig sein können, jeweils ein Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3 erstellen.
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Beispielsweise kann die Steuereinheit SE von Klimaanlageneinstellungen, Radiosendereinstellungen, Sitzpositionen, Lüftungsdüseneinstellungen, Sonnenblendeneinstellungen, einem Tankfüllstand, einem Reifendruck etc. Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 anhand einer jeweiligen Einstellung in Abhängigkeit erfasster Sensorwerte SW erstellen.
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Diese Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 werden insbesondere mittels Verfahren des maschinellen Lernens, insbesondere eines statistischen Lernens, automatisiert in dem in 3 näher und vereinfacht zweidimensional dargestellten Parameterraum R ermittelt. Dabei werden diskrete oder diskretisierte Einstellungen von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn gegebenenfalls automatisch extrahiert und als verhältnismäßig wichtig erkannte Merkmale den Sensoren S1 bis Sm zugeordnet.
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Der Parameterraum R ergibt sich basierend auf diversen Parametern aus den Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn und den Fahrzeuginsassen P1 bis Pk, von denen, wie oben beschrieben, kontinuierlich deren Einstellungen und/oder ihr Verhalten mittels der Sensoren S1 bis Sm erfasst und ausgewertet werden. Die Steuereinheit SE kann somit innerhalb des Parameterraumes R die Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 für die jeweilige Fahrzeugfunktion F1 bis Fn entsprechend ihrer typischen Einstellungen oder Einstellungsänderungen in Abhängigkeit erfasster Sensorwerte SW ableiten.
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Der Parameterraum R und seine zeitliche Veränderung können mittels statistischer Verfahren, u. a. mittels Clustering, Distanzmaßverfahren, tiefer neuronaler Netze, erfasst werden und so individuell die jeweiligen Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 definieren. Insbesondere können somit Präferenzen von Fahrzeuginsassen P1 bis Pk in Bezug auf Einstellungen von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn abgeleitet werden. Darüber hinaus können Fahrzeuginsassen P1 bis Pk auch implizit ein Verhalten des Parameterraumes R steuern und koordinieren. Insbesondere ist so möglich, Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3, wie in 3 gezeigt ist, zu erstellen, die spezifisch sind für einen jeweiligen Fahrzeuginsassen P1 bis Pk, jeweils visualisiert als Person, und für spezifische Fahrzeuge 1. Beispielsweise können Sonnenblendeneinstellungen nur in Fahrzeugen 1, in denen eine Sonnenblende vorhanden ist, berücksichtigt werden.
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Im Folgenden wird ein spezifisches Ausführungsbeispiel für ein Sonnenrollo als Funktionseinheit einer Fahrzeugfunktion F1 bis Fn beschrieben. In dem Fahrzeug 1 befindet sich ein Fahrzeuginsasse P1, eine Fahrzeugfunktion F1 bezieht sich auf das Sonnenrollo, ein Lichteinfall-Messgerät ist mit Sensor S1 und eine Innenraumkamera mit Sensor S2 bezeichnet.
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Über einen zeitlichen Verlauf werden Eigenschaften und Einstellungen dieser oben aufgezählten Komponenten F1, S1, S2 kontinuierlich an die Steuereinheit SE übermittelt und ein jeweiliger Wert, u. a. Sensorwerte SW, im Parameterraum R abgebildet. Mittels der Steuereinheit SE wird so über den zeitlichen Verlauf beispielsweise folgender Zusammenhang ermittelt: Erhöhen sich die mittels des Sensors S1 erfassten Sensorwerte SW über einen vorgegebenen Schwellwert, so aktiviert der Fahrzeuginsasse P1 die Fahrzeugfunktion F1, also das Sonnenrollo. Sinken die erfassten Sensorwerte SW des Sensors S1 in Form des Lichteinfall-Messgerätes, so wird die Aktivierung des Sonnenrollos von dem Fahrzeuginsassen P1 rückgängig gemacht. Aufgrund eines solchen erfassten Verlaufes ist es für die Steuereinheit SE möglich, diesem Fahrzeuginsassen P1 anzubieten, das Sonnenrollo als Fahrzeugfunktion F1 bei erfasstem Überschreiten des vorgegebenen Schwellwertes für die Sensorwerte SW des Sensors S1 automatisch zu aktivieren. Ein von den erfassten Sensorwerten SW abhängiges und von der Steuereinheit SE beobachtetes Verhalten kann also fahrzeugseitig für diesen Fahrzeuginsassen P1 automatisiert werden.
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Weiterhin kann mittels der Steuereinheit SE z. B. erkannt werden, dass der Schwellwert einen anderen Wertebereich annimmt, wenn anhand von Sensorwerten SW der Innenraumkamera als Sensor S2 ermittelt wird, dass der Fahrzeuginsasse P1 eine Sonnenbrille trägt. Dadurch kann die Steuereinheit SE anhand der erstellten Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 für die verschiedenen Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn eine gewünschte Automatisierung anpassen, beispielsweise verfeinern.
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Die so ermittelten Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3, ihre Eigenschaften und ihr Verhalten sowie aktive oder passive Einflüsse der Fahrzeuginsassen P1 bis Pk können über eine zentrale Speichereinheit C auch fahrzeugübergreifend und/oder flottenübergreifend abgebildet und verglichen werden, wie in 2 näher gezeigt ist. Mittels sogenannter Similarity-based-Ansätze, Distanzmaßverfahren, Clusteringverfahren, Mustererkennungs- und Übereinstimmungsverfahren und/oder weiterer Verfahren des statistischen Lernens können somit Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 erkannt und in Bezug zu Präferenzen von Fahrzeuginsassen P1 bis Pk gebracht werden.
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Ähnlichkeiten von Fahrzeugfunktions-Profilen FP1 bis FP3 und Präferenzen von Fahrzeuginsassen P1 bis Pk können in einer Ausführung des Verfahrens auch über ein Distanzmaß abgebildet werden. Wird ermittelt, dass das Distanzmaß kleiner ist als ein vorgegebener erster Schwellwert, wird eine Ähnlichkeit erkannt. Analog dazu wird anhand eines einen vorgegebenen zweiten Schwellwert überschreitenden Distanzmaßes ermittelt, dass keine Ähnlichkeit von Fahrzeugfunktions-Profilen FP1 bis FP3 und Präferenzen vorliegen. Diese Schwellwerte können dabei nicht nur linear beschrieben werden im Sinne von größer oder kleiner in Bezug auf ein Maß. Vielmehr kann ein solches Maß auch in Abhängigkeit davon ermittelt werden, wie sich erfasste Sensorwerte SW der Sensoren S1 bis Sm, Einstellungen der Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn und Verhalten der Fahrzeuginsassen P1 bis Pk, z. B. über den zeitlichen Verlauf oder in Abhängigkeit einer Veränderung anderer Parameter, symmetrisch zueinander verhalten. Optimale Schwellwerte können somit über fahrzeug- und/oder flottenübergreifende Datenerfassung detektiert und optimiert werden.
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Dadurch kann ermöglicht werden, ähnliche Präferenzen von Fahrzeuginsassen P1 bis Pk abzugleichen und Fahrzeuginsassen P1 bis Pk basierend auf den so ermittelten Präferenzen Vorschläge zu Einstellungen von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn und zu automatisiertem Verhalten von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn anzubieten. Ein solches Vorgehen lässt sich vergleichen mit Online-Bestellplattformen, die beispielsweise angeben, dass Kunden, welche dieses Produkt gekauft haben, auch ein solches Produkt gekauft haben. In dieser Analogie werden allerdings nur Einstellungen der Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn in Abhängigkeit erfasster Sensorwerte SW der Sensoren S1 bis Sm abgeglichen. Muster auf Basis der Fahrzeuginsassen P1 bis Pk im Fahrzeug 1 werden nicht erfasst.
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Insbesondere wird bei Anwendung des Verfahrens in der Steuereinheit SE dieses konkrete Fahrzeug 1 berücksichtigt. Es wird also berücksichtigt, ob in dem Fahrzeug 1 überhaupt ein Sonnenrollo vorhanden ist und ob somit eine empfohlene Alternativpräferenz dem entsprechenden Fahrzeuginsassen P1 bis Pk angeboten wird.
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Das in der Steuereinheit SE durchgeführte Verfahren berücksichtigt das jeweilige Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3 in Bezug auf den spezifischen Fahrzeuginsassen P1 bis Pk anhand erfasster Sensorwerte SW der Sensoren S1 bis Sm, anhand erfasster Parameter in Bezug auf den Fahrzeuginsassen P1 bis Pk und der Einstellungen der Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn insbesondere anhand zeitlicher und kontextueller Ähnlichkeiten mit anderen Fahrzeugfunktions-Profilen FP1 bis FP3. Beispielsweise wird hierzu ermittelt, wie sich die Einstellungen des Sonnenrollos in Abhängigkeit vom Tragen einer Sonnenbrille oder einer Sonneneinstrahlung unter Berücksichtigung weiterer Fahrzeuginsassen P1 bis Pk verändern.
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Ein jedes Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3 beinhaltet aufgefundene Muster von Werten aus Eingangswerten der Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn, der Sensorwerte SW der Sensoren S1 bis Sm sowie den aus den Sensorwerten SW ermittelten Aktivitäten der jeweiligen Fahrzeuginsassen P1 bis Pk. Muster definieren hierbei einen Satz dieser Werte, die sich in Abhängigkeit eines kontextuellen und gegebenenfalls zeitlichen Verlaufes im Parameterraum R ähnlich verhalten.
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Ein Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3 in einem Parameterraum R bezieht sich dabei immer auf ein konkretes Fahrzeug 1 und einen konkreten Fahrzeuginsassen P1 bis Pk. Parameterraumübergreifend können über Fahrzeugflottendaten so auch Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 miteinander verglichen werden. Insbesondere können so auch Charakteristika unähnlicher Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 erkannt und beschrieben werden.
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Dabei bildet eine Funktion ζ1 bis ζk in einem Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3 für ein jeweiliges Fahrzeug 1 und einen Fahrzeuginsassen P1 bis Pk einen Zusammenhang verschiedener Eingangssignale von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn, Sensorwerten SW, und, wenn notwendig unter Betrachtung unterschiedlicher Zeitpunkte. Parameter-Eigenschaften, insbesondere geclusterte Punkte im Parameterraum R der Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn im Verhältnis zu Sensorwerten SW, bilden ein Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3.
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Das Verhalten der Muster an sich, ihrer Änderung über zeit- oder kontextbezogene Aspekte, eine Dichte und Korrelationen der Punktwolken und ihrer Trajektorien im Parameterraum R werden so mittels statistischer Verfahren ermittelt. Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 werden anhand dieser Informationen miteinander verglichen.
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Verhält sich beispielsweise das Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3 des Fahrzeuginsassen P1 in dem Fahrzeug 1 zu dem Sonnenrollo als Fahrzeugfunktion F1 in Abhängigkeit von einer Lokation genauso wie ein Verhalten eines Fahrzeuginsassen P2 in dem Fahrzeug 1 zu einem Schiebedach als Fahrzeugfunktion F2 in Abhängigkeit von einer Lokation, so kann die Steuereinheit SE dem Fahrzeuginsassen P1 die Fahrzeugfunktion F2 Schiebedach als Alternativangebot von der Lokation vorschlagen.
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In einem weiteren spezifischen Ausführungsbeispiel ist im Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3 des Fahrzeuginsassen P1 hinterlegt, dass dieser bei Zunahme der Sensorwerte SW des Sensors S1 in Form des Lichteinfall-Messgerätes und eines Überschreitens eines bestimmten Schwellwertes das Sonnenrollo aktiviert wird. Bei einem Fahrzeugfunktions-Profil FP1 bis FP3 des Fahrzeuginsassen P2 ist hinterlegt, dass bei Überschreiten des bestimmten Schwellwertes durch erfasste Sensorwerte SW des Sensors S1 das Sonnenrollo als Fahrzeugfunktion F1 aktiviert wird und das Schiebedach als Fahrzeugfunktion F2 geöffnet wird. So kann dem Fahrzeuginsassen P1 vorgeschlagen werden, dass bei Überschreiten des Schwellwertes zur Aktivierung des Sonnenrollos das Schiebedach geöffnet werden kann.
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Auf diese Wiese lassen sich u. a. Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 detektieren, die entweder beim jeweiligen Fahrzeuginsassen P1 bis Pk oder im jeweiligen Fahrzeug 1 bisher noch nicht aufgetreten sind. Ebenso können flottenübergreifend Varianten von Fahrzeugfunktions-Profilen FP1 bis FP3 detektiert werden. Während letzteres darauf hindeuten lässt, dass es sich hierbei um ein von Fahrzeuginsassen P1 bis Pk unerwünschtes Fahrzeugverhalten handelt, können die zuvor genannten Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 eine Möglichkeit bieten, den Fahrzeuginsassen P1 bis Pk neue Präferenzen vorzuschlagen und somit als digitale Komfortfunktion dienen.
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In einer möglichen Ausführung des Verfahrens ist vorgesehen, dass die Vergleiche der Fahrzeugfunktions-Profile FP1 bis FP3 auch im Fahrzeug 1 selbst anstelle mittels der zentralen Speichereinheit C auszuführen.
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Mittels einer Fahrzeug-zu-Fahrzeugkommunikation ist eine Informationsweitergabe in Bezug auf den Parameterraum R möglich und eine Berechnung kann dezentral in den Fahrzeugen 1 durchgeführt werden. Dabei ist eine Geoposition des jeweiligen Fahrzeuges 1 eingeschränkt für diese Parameterräume R zu berücksichtigen.
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Für den Fall, dass fahrzeuginsassenspezifische Charakteristika hinsichtlich personengebundener Präferenzen sicher und anonymisiert gespeichert und geteilt werden, insbesondere im Sinne eines Fingerabdruckes, so kann in einer Weiterbildung ein Vergleich auch direkt auf diesen Fingerabdrücken ausgeführt werden. Dadurch ist es möglich, dass alternative Einstellungen von Fahrzeugfunktionen F1 bis Fn den Fahrzeuginsassen P1 bis Pk vorgeschlagen werden können, insbesondere anhand eines Negativs des Fingerabdruckes, d. h. eines personal fingerprints.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Fahrzeug
- C
- zentrale Speichereinheit
- FP1 bis FP3
- Fahrzeugfunktions-Profil
- F1 bis Fn
- Fahrzeugfunktion
- P1 bis Pk
- Fahrzeuginsasse
- R
- Parameterraum
- SE
- Steuereinheit
- S1 bis Sm
- Sensor
- SW
- Sensorwert
- t
- Zeit
- ζ1 bis ζk
- Funktion
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102020006693 A1 [0002]