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Die Erfindung eine Vorrichtung zur Wartung eines Messerringes eines Messerringzerspaners zur Zerkleinerung von Materialien nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Wartung eines Messerringes eines Messerringzerspaners zur Zerkleinerung von Materialien nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 14.
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Für die Herstellung von Werkstoffplatten, z.B. von Spanplatten bzw. OSB-Platten muss Holz in Spänen bereitgestellt werden. Hierzu benutzt man Messerringzerspaner, wie sie z.B. aus
DE 199 07 415 B4 oder
DE 10 2015 005 642 A1 bekannt sind. Nach der Zerspanung wird das Material einer Anlage zur Herstellung von Werkstoffplatten übergeben. In der Regel wird das zerkleinerte Material dort ggfs. getrocknet, beleimt und zu einer Pressgutmatte gestreut und schließlich zu einer Werkstoffplatte, bevorzugt in einer kontinuierlichen arbeitenden Presse, verpreßt.
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Aus
DE 197 18 681 A1 ,
DE 199 00 924 A1 ,
DE 199 01 887 A1 und
DE 10 2015 003 520 B4 sind Schärf- und Reinigungsvorrichtungen für Messerringe bekannt geworden. Mit diesen Vorrichtungen können die Messerringe gerüstet oder gewartet werden. Dies bedeutet, dass in der Regel die Messer bzw. Messerpakete aus den Messerringen ausgebaut, geprüft sowie geschärft und wieder eingebaut werden. Bei Ablauf der Verschleißgrenze werden die entsprechenden Werkzeugteile ersetzt. Der Messerring steht anschließend wieder gerüstet für die Zerspanung und zum Einbau in einem Messerringzerspaner zur Verfügung. Eine semi-automatische Rüstvorrichtung ist beispielsweise mit der
DE 101 17 480 A1 bekannt geworden, bei der die Messerpakete aus einem Messerring händisch ausgebaut und einer automatisierten Vorrichtung zum Schärfen übergeben werden.
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Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin eine Vorrichtung und ein Verfahren zu schaffen, mit dem bessere Taktzeiten für die Wartung eines Messerringes erzielbar sind und sich der Automatisierungsgrad des Rüstens oder der Wartung für unterschiedliche Messeringe oder Zerspaner deutlich erhöhen lässt.
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Unterschiedlich können die Messerringe beispielsweise sein
- - in ihrem Durchmesser,
- - hinsichtlich der Anzahl der Messer/Messerpakete am Umfang,
- - betreffend die Länge der Messer, somit der Breite des Messerings,
- - hinsichtlich der Anzahl, Position, Form der Schrauben, und/oder
- - betreffend anderer Stellmittel, Auskragungen, Griffelemente an den Messerpaketen usw.
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Unter dem Begriff Wartung oder Rüsten wird die Überarbeitung, Aufbereitung, Reinigung oder ähnliche Vorgänge wie Entnahme der Messer, Schärfen der Messer und Einsetzen geschärfter Messer am Messerring verstanden, die geeignet sind den umrüstbaren Messerring wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen und/oder für andere Anwendungsfälle umzurüsten.
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Ein Messerring besteht unter anderem aus zwei beabstandeten Ringen, zwischen oder an denen Messer, Messerpakete (Messer+Klemmplatte), Messerpakethalter und/oder Verschleißplatten sowie ggfs. weitere unter anderem auch statisch tragende Maschinenelemente angeordnet sind. Einige oder alle diese Maschinenelemente können im Zuge des Rüstvorganges getauscht, überarbeitet oder in ihre Lage neu positioniert werden, um den Messerring für die spätere Verwendung in einem Zerspaner zu rüsten.
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Eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Aufnahme und Rotation eines Messerringes im Zuge der Wartung eines Messerringes eines Messerringzerspaners zur Zerkleinerung von Materialien umfasst in der Regel zumindest eine, bevorzugt zwei den Messerring beabstandet aufnehmende Haltevorrichtungen zur drehbaren Lagerung des Messerringes in einem Drehgestell.
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Die Aufgabe wird für eine entsprechende Vorrichtung dadurch gelöst, dass die Haltevorrichtungen für die Lagerung unterschiedlicher Messerringe geeignet sind. Unter Lagerung wird nicht nur die korrekte Positionierung für die entsprechenden und in Eingriff bringbare Einzelvorrichtungen (Reinigungs-, Schraub-, Messvorrichtungen, ....) verstanden, sondern ggfs. auch die Möglichkeit zur Drehung des Messerrings, bevorzugt durch aktive oder passiv mitdrehbare Lagerungen. Insbesondere ist es nun möglich die Vorrichtung aus auszuführen, dass sich die Drehachse, um welche der Messerring während der Wartung rotiert, bei unterschiedlichen Durchmessern des Messerrings nicht verändert. Es kann demnach ausreichend sein, dass bei einem Revolverdrehkopf ein oder mehrere gleiche und/oder unterschiedliche Auflager mit unterschiedlichen Abständen zu dessen Drehachse angeordnet sind. Unterstützend kann der Revolverdrehkopf horizontal oder vertikal hinsichtlich seiner Achse verstellt werden.
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Besonders bevorzugt sind in der Haltevorrichtung Auflager für die Lagerung unterschiedlicher Messerringe angeordnet sind, die hinsichtlich ihrer Position, Lage oder ihren Eigenschaften anpassbar und/oder austauschbar sind. Dabei ist in vorteilhafter Weise vorgesehen, dass vor der Aufnahme in die Haltevorrichtung die Art, Größe oder andere Eigenschaften des ankommenden Messerringes abgefragt, durch einen Bediener eingegeben oder von anderen Vorrichtungen übermittelt werden. Höchst bevorzugt kann vor Übernahme des Messerrings der Messerring mittels geeigneter Mittel (Lesegerät/RFID) ausgelesen werden, damit die Haltevorrichtung oder die Auflager vor Aufnahme eines Kontaktes mit dem Messerring entsprechend positioniert, adaptiert und/oder ausgetauscht werden können.
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Die Haltevorrichtung oder die Auflager können entweder in der Vorrichtung stationär und/oder an einem in das Drehgestell ein- und ausfahrbaren Universalwagen angeordnet sein.
Es ist dabei ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, wenn der Universalwagen als Teil der Vorrichtung ebenfalls eine entsprechende variable Haltevorrichtung aufweist. Dabei kann die Lagerung in der Vorrichtung bzw. im Drehgestell durch die Haltevorrichtungen am Universalwagen übernommen werden, oder es sind zwei verschiedene Haltevorrichtungen mit Auflagern angeordnet und eine Haltevorrichtung am Drehgestell in der Vorrichtung übernimmt den Messerring und hält diesen in einem eigenen Auflager. Das kann sinnvoll sein, wenn der Universalwagen während der Wartung bereits wieder für andere Transportaufgaben von Messerringen benötigt wird oder während des Rüstvorgangs nicht im Drehgestell verweilen soll.
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Besonders bevorzugt kann für einen Positionswechsel der Auflager ein Revolverdrehkopf mit zumindest einem, bevorzugt zwei verschiedenen Auflagern angeordnet sein. Damit lassen sich zum einen die Positionen der einzelnen Auflager variabel einstellen, so dass für unterschiedliche Messerringe auch unterschiedliche Auflager in Eingriff gelangen. Aber gleichzeitig kann die Rotation des Revolverdrehkopfes auch genutzt werden, um die Lagerung bzw. die Position des Messerringes zu verändern oder zu optimieren.
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Ein Revolverdrehkopf ist eine Vorrichtung, die sich dadurch auszeichnet, dass durch das Drehen verschiedenene Elemente, hier Auflager, in Eingriff gelangen können, während die anderen Elemente außer Reichweite sind. Diese Lösung ist nicht auf die Auflager oder Haltevorrichtung beschränkt, sondern kann auch für andere zu verändernde Maschinenteile oder Einzelmaschinen in der Vorrichtung zur Anpassung an unterschiedliche Messerringe verwendet werden.
Gleichwohl ist es nicht zwingend, dass ein Revolverdrehkopf angeordnet sein muss, sondern auch andere Vorrichtungen, die den Zweck der Anpassung, beispielsweise Linearantriebe oder dergleichen, können zur Anpassung der Vorrichtung Anwendung finden.
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Alternativ oder kumulativ können die Auflager und/oder der Revolverdrehkopf linear aber koaxial zur Drehachse eines Messerringes verfahrbar angeordnet sein. Dies kann gleichzeitig oder abwechseln durchgeführt werden, Alternativ oder kumulativ können die Haltevorrichtungen und/oder die Auflager am inneren Umfang und/oder am äußeren Umfang des Messerringes angeordnet sein. Unter anderem ist es möglich beispielsweise den Messerring hängend auf zwei walzenähnlichen Lagern zu positionieren. Dies kann von Vorteil sein, wenn bei einer stark verschmutzenden Reinigung das ablaufende Schmutzwasser besser nicht in Kontakt mit den Auflagern oder zwischen die Auflager und den Messerring gerät.
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Die Haltevorrichtungen und/oder die Auflager können demnach bezogen auf eine horizontale Drehachse des Messerringes als Ursprung eines kartesischen Koordinatensystems im dritten und vierten oder im ersten und zweiten Quadranten angeordnet sein.
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Neben der Aufnahme und der Rotation des Messerringes ist es von Vorteil, wenn in der Vorrichtung eine Schraubvorrichtung, eine Reinigungsvorrichtung, eine Drehvorrichtung und/oder eine Messstation im Drehgestell oder in Wirkverbindung mit dem Messerring angeordnet ist.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind alle oder einzelne dieser Maschinen in Abhängigkeit von der Größe oder Art des Messerrings austauschbar oder in ihrer Arbeitsposition veränderbar oder in ihren Wirkeigenschaften anpassbar angeordnet.
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Damit ergibt es sich, das beispielsweise die Schraubvorrichtung bzw. die darin angeordneten Schrauber in ihrer Position gegenüber dem Messerring und/oder zueinander verstellbar angeordnet sein können, um unterschiedliche Messer oder andere Teile ab- oder anschrauben zu können.
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Ähnliches gilt auch für die anderen Einzelmaschinen, die ggfs. an unterschiedliche Messerringe adaptierbar sein müssen.
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Hierzu sind ggfs. eine Vielzahl an Stelltrieben, Stellmitteln und Steuerungen notwendig und entsprechend vorgesehen.
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Alternativ oder kumulativ ist in Wirkverbindung mit dem Drehgestell oder dem Messerring eine Manipulationseinheit, bevorzugt ein Industrieroboter mit einem Greifer zur Ein- und/oder Ausbringung von Teilen aus dem Messerring angeordnet. Dieser kann auch dazu geeignet sein den Greifer in Anpassung an die Eigenschaften des Messerringes oder dessen zu handhabenden Teilen zu wechseln und/oder anzupassen.
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Alternativ oder kumulativ kann zur fluiden Reinigung des Messerringes oder von dessen Teilen durch die Reinigungsvorrichtung eine gegenüber der Umwelt abdichtende Wandung angeordnet sein. In einer besonders bevorzugten Form vereint die Vorrichtung nicht nur die Möglichkeit verschiedene Messerringe aufzunehmen, sondern auch diese zu reinigen und zu rüsten.
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In diesem Zusammenhang kann es von Vorteil sein, wenn an der Wandung verschließbare Öffnungen, bevorzugt als Teile der Wandung, zumindest für den Universalwagen und/oder für andere Vorrichtungen zur Durchführung von Tätigkeiten in Verbindung mit dem Messerring vorhanden sind. Beispielsweise kann während der Reinigung die Wandung bzw. die Öffnungen geschlossen werden, damit die Nachbarschaft der Vorrichtung nicht unnötig verschmutzt wird. Gleichzeitig könnten verschiedene Einzelmaschinen aus dem Bereich der Reinigung bzw. der Wandung ausgefahren werden, damit diese nicht unnötig der Feuchte oder dem Dreck ausgesetzt sind. Als Beispiele wären hier zu nennen empfindliche Messstationen oder Schraubvorrichtungen.
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Besonders bevorzugt kann die Vorrichtung als ein Teil einer Rüsteinrichtung zum Ein- und Ausbau von Messern, Klemmplatten, Messerpaketen Messerträgern und/oder Verschleißplatten angeordnet sein oder verwendet werden.
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Alternativ oder kumulativ können Mittel zum Empfang oder zur Übermittlung von Informationen über Eigenschaften des Messerrings vor oder nach der Wartung von einem programmierbaren Speicher am Messerring, von der Steuerung eines benachbarten Lagers für Messerringe, eines benachbarten Messerringzerspaners und/oder einer wirkverbundenen großindustriellen Anlagensteuerung oder vice versa angeordnet sein. Dies ist insbesondere nützlich bei einer übergeordneten Anlagensteuerung, in welcher die Vorrichtung ggfs. eingebunden sein kann.
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Je nach Art oder Ausführung der Drehvorrichtung kann es entscheidend sein, dass die Achse der verschiedenen Messerringe, beispielsweise bei unterscheidlichen Durchmessern, mit der Drehachse der Drehvorrichtung übereinstimmt. Hier ist es von Vorteil, wenn die Auflager mit unterschiedlichen Abständen zur Drehachse des Revolverdrehkopfes angeordnet sind, um die Drehachse der Messerringe immer an der gleichen Stelle in der Vorrichtung zu positionieren. Bevorzugt können bei unterschiedlichen Durchmessern auch unterschiedliche Breiten durch die unterschiedliche Auflager abgebildet werden.
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Die erfindungsgemäße Lösung für das Verfahren besteht darin, dass vor Aufnahme eines Messerringes die eine oder mehrere Haltevorrichtungen mit den Eigenschaften des Messerringes abgeglichen werden und bei Bedarf die Haltevorrichtung an den Messering angepasst wird.
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Alternativ oder kumulativ können in der Haltevorrichtung Auflager für die Lagerung unterschiedlicher Messerringe hinsichtlich ihrer Position, Lage oder ihren Eigenschaften angepasst und/oder entsprechend positioniert werden.
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Alternativ oder kumulativ können die Messerringe mit einem Universalwagen in das oder aus dem Drehgestell heraus transportiert werden. Dabei kann vorgesehen sein, dass auch oder nur an dem Universalwagen eine Haltevorrichtung oder entsprechende Auflager angeordnet sind, die sich vor Aufnahme des Messerringes entsprechend einstellen oder einstellen lassen. Der Universalwagen übernimmt als stationärer Träger, ggfs. mit einer Unterstützung in der Vorrichtung, die Aufgabe der Haltevorrichtung. Man erspart sich das maschinelle oder manuelle Übersetzen des Messerrings zwischen Universalwagen und der Vorrichtung.
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Alternativ oder kumulativ kann für einen Positionswechsel der Auflager ein Revolverdrehkopf mit zumindest zwei daran befestigten verschiedenen Auflagern verwendet wird und bevorzugt die Auflager und/oder der Revolverdrehkopf linear aber koaxial zur Drehachse eines Messerringes verfahren werden.
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Alternativ oder kumulativ kann eine Schraubvorrichtung, eine Reinigungsvorrichtung, eine Drehvorrichtung und/oder eine Messstation im Drehgestell sowie ggfs. eine Manipulationseinheit für Teile des Messerringes in Abhängigkeit von der Größe oder Art des Messerrings ausgetauscht oder in ihrer Arbeitsposition verändert oder in ihren Wirkeigenschaften angepasst werden.
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Alternativ oder kumulativ kann zur fluiden Reinigung des Messerringes oder von dessen Teilen durch die Reinigungsvorrichtung eine abdichtende Wandung verwendet werden.
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Alternativ oder kumulativ können über geeignete Mittel zum Empfang oder Übermittlung von Informationen Eigenschaften des Messerrings vor oder nach der Wartung an oder von einem programmierbaren Speicher am Messerring, von oder zu einer Steuerung eines benachbarten Lagers für Messerringe, von oder zu einem benachbarten Messerringzerspaners und/oder von oder zu einer wirkverbundenen großindustriellen Anlagensteuerung übertragen werden.
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Die Anpassung oder Einstellung der Auflager geschieht bevorzugt automatisiert, kann aber genauso manuell durchgeführt werden.
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Weitere vorteilhafte Maßnahmen und Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung mit den Zeichnungen hervor.
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Die folgenden Darstellungen sind nicht direkt als Einzelfalllösungen anzusehen, sondern enthalten in Teilen auch allgemeine Hinweise und Aufgabenlösungen. Einzelne Sätze sind dabei als einzelne Merkmale zu sehen.
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Es zeigen:
- 1 eine schematische Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung als Teil einer Rüsteinrichtung zur Aufbereitung von Messerringen,
- 2 eine Seitenansicht auf einen Universaltransportwagen für Messerringe und einem darin gelagerten Messerring,
- 3 eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Darstellung der wechselbaren Auflager für unterschiedliche Messerringe und zusätzlichen adaptiven Einrichtungen zur Anpassung an die Aufbereitung unterschiedlicher Messerringe sowie
- 4 eine schematische Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels mit einer Wandung zur Abdichtung der Vorrichtung während der Reinigung des Messerringes.
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1 zeigt eine schematische Ansicht von oben auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung, bevorzugt als Teil einer Rüsteinrichtung 14 zur Wartung, Schärfung und/oder Einstellung von Teilen eines Messerringes 1.
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Die Vorrichtung weist hierbei in einem ersten Ausführungsbeispiel ein Drehgestell 11 auf, in dem an einem Rahmen 3 zwei Auflager 16 zur Lagerung des Messeringes 1 angeordnet sind. Dieses Drehgestell 11 wird durch einen Universalwagen 20 mit Messerringen 1 beschickt bzw. werden die Messerringe 1 nach ihrer Wartung, in der Regel nach Einbau von geschliffenen Messern, wieder abtransportiert. Das Ziel kann hierbei ein automatisiertes Lager oder direkt die Produktion von zerkleinerten Materialien, also ein Messerringzerspaner sein. Der Universalwagen 20 weist Auflager 16* auf, welche ebenfalls geeignet sein können geometrisch unterschiedliche Messerringe 1 aufzunehmen und zu fixieren, vgl. auch den Universalwagen 20 nach 2. Diese Auflager 16* können ebenfalls bedarfsweise bezogen auf den zu lagernden oder zu transportierenden Messerring 1 variabel sein bzw. austauschbar bzw. automatisiert wechselbar sein, um jeweils für den jeweiligen Messerring 1 die richtigen bzw. angepassten Auflager 16 einzustellen bzw. aufzuweisen.
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Bevorzugt weist die Vorrichtung mehrere Universalwagen 20 auf, welche geeignet sind die Messerringe 1 zu transportieren. Alternativ kann dies aber auch durch in der Produktionsanlage angeordnete Kräne oder Gabelstapler durchgeführt werden.
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In einem nicht dargestellten separaten und eigenständigen Ausführungsbeispiel fährt der Universalwagen 20 mit einem Messerring 1 in das Drehgestell 11 ein und ist geeignete mit seinen Auflagern 16* den Messerring zu lagern und gemäß den Anforderungen der Vorrichtung respektive des Drehgestells 11 für die Drehung zu lagern.
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Im hiesigen Ausführungsbeispiel nach den 1 und 3 fährt der Universalwagen 20 in einen freien Bereich des Drehgestells 11 und der Messerring 1 w durch Auflager 16 am Drehgestell 11 vom Universalwagen 20 abgehoben und drehbar im Drehgestell 11 gelagert. Für den taktweisen oder kontinuierlichen Antrieb ist eine Drehvorrichtung 15 am Drehgestell 11 angeordnet, vgl. 1 und 3.
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Am Rahmen 3 im Drehgestell 11 ist ein Revolverdrehkopf 18 koaxial und beidseits des Messerrings 1 angeordnet, welcher bedarfsgerecht für den ankommenden Messerrings 1 die entsprechenden Auflager 16 für die Lagerung bereitstellt. Nicht dargestellt sind ggfs. Mittel zum Anheben der Auflager 16 bzw. des Revolverdrehkopfes 16 zur Übernahme des Messerrings 1 vom Universalwagen 20. In diesem wie auch im separaten obigen Ausführungsbeispiel kann ein Revolverdrehkopf 18* (nicht dargestellt) auch am Universalwagen 20 angeordnet sein.
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Nach 3 kann das Drehgestell 11 einen Rahmen 3 aufweisen, an dem die Auflager 16 austauschbar und an die Art des jeweiligen Messerringes 1 anpassbar sind.
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Weiter ist eine Drehvorrichtung 15 vorgesehen, die in Eingriff mit dem Messerring 1 bringbar ist und geeignet ist den Messerring 1 gemäß den Vorgaben taktweise oder kontinuierlich zu drehen, während dieser von den Auflagern 16 gestützt wird. Die Auflager 16 sind vorzugsweise als Walzen ausgeführt. Diese können die Breite des Messerringes übergreifend vorgesehen sein und bevorzugt Nuten aufweisen. Alternativ können die Seitenringe des Messerringes 1 auch in Führungen oder Nuten geführt und auf separaten kleineren Walzen gelagert sein. Die Drehvorrichtung 15 kann alternativ auch gemäß einem eigenen Ausführungsbespiel in den Auflagern 16 integriert sein.
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Neben den obigen Einrichtungen kann an dem Drehgestell 11 oder in Wirkverbindung bzw. in Wirkverbindung mit der Vorrichtung eine Reinigungsvorrichtung 13 angeordnet sein, welche taktweise oder kontinuierlich Teile des Messerringes 1 oder den Messerring 1 selbst reinigen kann. Für die Trockenreinigung sind Bürsten und eine Absaugeinrichtung vorgesehen. Aber auch eine Nassreinigung ist möglich.
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Alternativ oder kumulativ kann in der Vorrichtung eine Schraubvorrichtung 12 für die Messer, Messerpakte 4/5 oder andere Teile des Messerrings 1 angeordnet sein.
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Alternativ oder kumulativ kann ein Industrieroboter 10 zum Transport der Messer, der Messerpakete oder anderer Teile von der Vorrichtung zu einer Aufbereitung 22 bzw. vice versa.
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Und weiter alternativ oder kumulativ kann eine Messstation 17 für die Messer, die Messerpakete 4, 5, die Verschleißplatten und/oder für den Messerring 1 selbst angeordnet sein.
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Die Schraubvorrichtung 12 weist mehrere beabstandete und über die Breite des Messerrings 1 angeordnete Schraubeinrichtungen auf, welche geeignet sind festgeschraubte Teile des Messerrings 1 zu lösen oder andere, meist überarbeitete, Teile zu fixieren. Bevorzugt wird eine Einrichtung oder ein Industrieroboter 10 in Wirkverbindung sein, welcher die gelösten Teile aufnimmt und überarbeitete Teile zuführt. Zu entnehmende Teile können zum Beispiel stumpfe Messer oder stumpfe Messerpakete 4 sein. Einzubringende und festzuschreibende Teile wären entsprechend scharfe Messer oder scharfe Messerpakete 5. Der Industrieroboter 10 übergibt die entsprechenden Teile dann einer Aufbereitung 22, in welcher neue oder überarbeitete Teile bereitgestellt werden. Hierzu weist der Industrieroboter Greifer 8, 9 zur Halterung der Teile, welche nach 1 Messerpakete 4 und 5 wären. Bevorzugt sind die Greifer 8 und 9 an einem drehbaren Doppelgreifer 7 angeordnet.
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Auch andere Vorrichtungen am Drehgestell 11, sofern vorhanden, sind ggfs. entsprechend an unterschiedliche Messerringe 1 anzupassen, Hierzu kann die Reinigungsvorrichtung 13 eine Breitenverstellung aufweisen, die auf unterschiedlich breite Messerringe 1 einstellbar ist. Bei bestimmten Reinigungspositionen über die Breite des Messerringes 1 können die Abstände zwischen den einzelnen Reinigungsmitteln, bspw. Bürsten, variabel einstellbar sein, um den Anforderungen der verschiedenen Messerringe 1 zu genügen.
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Bei der Schraubvorrichtung 12 für die Messerpakete 4, 5 oder die Messer ist ebenfalls eine Einstellungsmöglichkeit über die Breite vorzusehen, wenn die Schrauben bei unterschiedlichen Messerringen 1 unterschiedlich angeordnet sind.
Für diese unterschiedlichen Parameter der Messerringe 1 können Stelltriebe angeordnet sein. Alternativ sind mehrere Vorrichtungen, wie die Schraubvorrichtung, die Messstation 17, die Reinigungsvorrichtung oder andere vorgesehen, die je nach Bedarf in Eingriff bringbar sind. Bevorzugt wird aber eine Adaption, auch der Wirkungsgröße, bevorzugt.
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Beispielsweise können die in Rede stehenden Vorrichtungen linear und koaxial zum Messerring 1 einstellbar angeordnet sein.
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Verfahrenstechnisch kann ein Wechsel von stumpfen Messerpaketen 4 gegen neue oder geschärfte Messerpakete 5 wie folgt ablaufen. Der Messerring 1 wird im Drehgestell 11 aufgenommen und durch die Auflager 16 drehbar gelagert. Dabei wird die Drehvorrichtung 15 in Eingriff mit dem Messerring 1 gebracht und ggfs. aufgrund einer festen Markierung oder einem fixen Punkt für den Eingriff der Drehvorrichtung 15 am Messerring 1 entsprechend auf einen Nullpunkt gestellt bzw. gleichmäßig in Pfeilrichtung getaktet. Die stumpfen Messerpakete 4 werden dabei an der Reinigungsvorrichtung 13 vorbeigeführt und die Rückseiten (Außenumfang) mit den Schraubenköpfen, welche das Messerpaket 4 am Messerring 1 fixieren, gereinigt. Die Reinigung kann einmal durchgehend entlang der 360° durchgeführt werden oder wird taktweise vorgenommen. Neben der Beseitigung der Verschmutzungen ist so auch die Freilegung/Reinigung der Schrauben für den nachfolgenden Entnahmevorgang durch die Schraubvorrichtung 12 möglich.
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Die automatisierte Schraubvorrichtung 12 wird nach dem Stillstand des Messerringes 1 an die Schrauben verfahren und wird diese lösen. Dabei werden die Schrauben in den Muttern der Schraubvorrichtung 12 gehalten. Ein freier Greifer 8, 9 des Industrieroboters 10 wird das Messerpaket 4 aus dem Messerring 1 mit einem Greifer 8, 9 entnehmen. Nach einem Schwenk zur Aufbereitung 22 wird dort das stumpfe Messerpaket 4 platziert und ein geschärftes Messerpaket 5 übernommen. Der Industrieroboter 10 schwenkt zurück und übergibt bzw. positioniert das scharfe Messerpaket 5 im Messerring 1. Dann wird die Schraubvorrichtung 12 die Schrauben am neuen Messerpaket 5 festziehen, außer Eingriff fahren und die Drehvorrichtung 15 kann zum nächsten Messerpaket 4 mit stumpfem Messer takten.
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Nach 4 und einer weiteren bevorzugt eigenständig aber mit den vorherigen Merkmalen auch durchaus kombinierbaren Ausführungsbeispiel kann die Drehvorrichtung 11 von einer Wandung 21 eingekapselt sein. Dies ist dann von Vorteil, wenn die Reinigungsvorrichtung 13 oder eine weitere Reinigungsvorrichtung mit fluidem Hochdruck den Messerring 1 reinigt. Das Spritzwasser soll dabei bevorzugt nicht die benachbarten Anlagenteile beschmutzen. Bevorzugt weist die Wandung 21 Öffnungen 6 für einen Transport des Messerringes 1 und/oder für den Durchgriff empfindlicher Einzelteile der Vorrichtung oder den Industrieroboter 10 auf. Beispielsweise können die Schraubvorrichtung 12 und/oder die Messstation 17 außerhalb der Wandung 21 positioniert werden, während die Hochdruckwäsche durch die Reinigungsstation 13 im Drehgestell 11 durchgeführt wird. Bevorzugt werden die Öffnungen 6 mit verschiebbaren oder beweglichen Fenstern 2 verschlossen oder freigegeben. Die beispielhaften Aktuatoren sind mit Doppelpfeilen 1622 dargestellt.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Messerring
- 2
- Fenster
- 3
- Rahmen
- 4
- Messerpaket stumpf
- 5
- Messerpaket scharf
- 6
- Öffnung
- 7
- Doppelgreifer
- 8
- Greifer 1
- 9
- Greifer 2
- 10
- Industrieroboter
- 11
- Drehgestell für 1
- 12
- Schraubvorrichtung
- 13
- Reinigungsvorrichtung für 4
- 14
- Rüstvorrichtung
- 15
- Drehvorrichtung
- 16
- Auflager für 1 in 11
- 17
- Messstation für 1 in 11
- 18
- Revolverdrehkopf für 16
- 19
- Positionswechsel
- 20
- Universalwagen für 1
- 21
- Wandung
- 22
- Aufbereitung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 19907415 B4 [0002]
- DE 102015005642 A1 [0002]
- DE 19718681 A1 [0003]
- DE 19900924 A1 [0003]
- DE 19901887 A1 [0003]
- DE 102015003520 B4 [0003]
- DE 10117480 A1 [0003]