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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines rohrartigen Rundgestricks zum Schutz von Bäumen, insbesondere von jungen Bäumen, gemäß Anspruch 1.
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Auch betrifft die Erfindung ein rohrartiges Rundgestrick gemäß Anspruch 6.
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Zudem betrifft die Erfindung eine Schutzhülle, gemäß Anspruch 7.
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Nicht zuletzt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Schutz von Bäumen, gemäß Anspruch 8.
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Rundgestricke sind allgemein bekannt. Auch Baumschutzhüllen sind allgemein aus dem Stand der Technik bekannt.
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So ist beispielsweise aus der
DE 10 2010 017 773 A1 eine plattenförmige Schutzvorrichtung für Pflanzen bekannt, die aus einem lignocellulosem Span- und/oder Fasermaterial gefertigt ist.
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Aus der
DD 00009992 U ist beispielsweise eine Baumschutzmanschette aus Kunststoff bekannt.
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Aus der
DE 34 21 624 A1 ist ein Verfahren zum Herstellen eines ummantelten Kabelbaumes bekannt, dessen Stamm, Äste und Zweige jeweils aus einer mehr oder minder großen Anzahl von einer Isolierung aus einem Kunststoffmaterial umgebener Leitungsadern bestehen und von mindestens einer mechanisch festen und wasserdichten Ummantelung umgeben sind, wobei die Ummantelung aus fortlaufenden Längen eines dünnen, biegsamen und wenigstens teilweise mit wärmeschweißbarem Klebermaterial beschichteten, mechanisch festen Material besteht, wobei die Ummantelung durch Umstricken von Stamm, Ästen und Verzweigungen des Kabelbaumes mit einem dünnen, mechanisch festen und mit einem wärmeschmelzbaren Kleber beschichteten Trägermaterial erstellt wird und durch anschließendes Erhitzen wenigstens der äußeren Oberfläche der Ummantelung der Kleber verschmolzen wird.
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Aus der
DE 92 16 676 U1 ist ein Baumschutz-Gewebe für neugepflanzte Bäume, Sträucher und Soltärgehölze als Schutz des Stammes gegen Wildverbiß und Fegen durch Schalenwild bekannt, wobei das Baumschutz-Gewebe aus reinen Naturfaser-Material besteht und als textiles Flächengebilde in bestimmten Abmessungen eine konfektionierte, gebrauchsfertige Schutzhülle darstellt.
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Aus der
US 4 750 292 A1 ist eine Vielzahl von Pflanzenschutzvorrichtungen bekannt, die in einer Sequenz aneinander befestigt sind, wobei jeder Pflanzenschutz zum Schutz einer Pflanze vor Schädlingsbefall angepasst ist und jeweils Folgendes umfasst: eine gestrickte schlauchförmige Netzstruktur, die beim Ausdehnen eine Schutzhülle um die Pflanze bildet, wobei die schlauchförmige Netzstruktur einen unteren Abschnitt zum Umgeben der Wurzelstruktur der Pflanze und einen oberen Abschnitt zum Umgeben des Restes der Pflanze; hängende Fadenmittel, die nahe dem Ende des unteren Abschnitts angeordnet sind, um in die Wurzelstruktur der Pflanze einzugreifen; Verschlussfadenmittel, die nahe dem Ende des oberen Abschnitts angeordnet sind, um bei Aktivierung das Ende des oberen Abschnitts zusammenzieht und dieses im Wesentlichen schließt; und Verbindungsfadenmittel, die zwischen dem Pflanzenschutz und einem benachbarten Pflanzenschutz angeordnet sind und das benachbarte Pflanzenschutzmittel in der Sequenz der mehreren Pflanzenschutzvorrichtungen verbindet, wobei das Verbindungsfadenmittel integriert mit dem Schließfadenmittel verbunden ist, um das Schließfadenmittel nach Trennen der miteinander verbundenen Fadenmittel von einem benachbarten Pflanzenschutz von der Folge von Pflanzenschutzmitteln zu aktivieren.
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Aus der
JP 5 144 580 B2 ist eine rohrförmige Netzstruktur bekannt, welche aus einem dehnbaren Gestrick gemacht ist und die einen Fadenfädelungs-Führungsabschnitt aufweist, um einen Faden einzufädeln, welche an dem oberen und dem unteren periphären Rand der jeweiligen oberen bzw. unteren Öffnung der rohrförmigen Netzstruktur gebildet ist. Um Futterschäden an jungen Bäumen zu verhindern, sind Protektoren vorgesehen, in welche die Fäden in die Fadenfädelungs-Führungsabschnitte eingefügt sind.
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Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines rohrartigen Rundgestricks, ein rohrartiges Rundgestrick, eine Baumschutzhülle und ein Verfahren zum Schutz von Bäumen zu schaffen, bei denen eine verbesserte Handhabung bei optimierter Hüllenfestigkeit und Biokompatibilität geschaffen werden.
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Diese und weitere Aufgaben werden gelöst durch ein Verfahren nach Anspruch 1, ein rohrartiges oder rohrförmiges Rundgestrick nach Anspruch 6, eine Baumschutzhüllte nach Anspruch 7 und ein Verfahren nach Anspruch 8.
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Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben oder werden nachstehend im Zusammenhang mit der Beschreibung der Erfindungen angegeben.
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Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass bei einem Verfahren zur Herstellung eines rohrartigen Rundgestricks zm Schutz von Bäumen, insbesondere von jungen Bäumen, die Schritte vorgesehen sind: Rundstricken mindestens einer Naturfaser, insbesondere einer Flachs- oder Hanf-Naturfaser zu einem Rundgestrick, Verfestigen des Rundgestricks mittels Hinzufügen eines kompostierbaren Verfestigungsmaterials, nämlich mittels Hinzufügen von Lignin oder PLA, sodass aus dem Naturfaser-Rundgestrick ein verstärktes und/oder verfestigtes rohrartiges Rundgestrick realisiert wird, wobei das Verfestigen und/oder Verstärken durch Verstricken des Verfestigungsmaterials mit der Naturfaser beim Rundstricken zu dem Rundgestrick erfolgt. Auf diese Weise wird ein naturfaserverstärktes rohrartiges Rundgestrick - kurz Rohrgestrick - realisiert. Das Rohrgestrick weist eine geringere Flexibilität als das Rundgestrick auf.
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Das Verfestigungsmaterial liegt als Faser oder als mehrere Fasern vor. Der Anteil von Naturfaser(n) und Verfestigungsfaser(n) kann dabei entsprechend der Anwendung gewählt werden.
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In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verfestigen der Verstärken durch nachträgliches Ein- oder Aufbringen des Verfestigungsmaterials auf und/oder in das Naturfaser-Rundgestrick, insbesondere durch Tauchen, Extrudieren, Sprayen, Sprühen, Beschichten durchgeführt wird. Das Verfestigungsmaterial liegt hier vorzugsweise in einer flüssigen oder gasförmigen Form vor. Vorzugsweise ist das Verfestigungsmaterial auf einem erhöhten Temperaturniveau, sodass das Verfestigen oder Verstärken bei Abkühlung eintritt.
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Noch eine Ausführungsform sieht vor, dass das Rundstricken der Naturfaser derart erfolgt, dass das Rundgestrick eine Maschenweite von mindestens 2 mm, bevorzug von mindestens 3 mm und am meisten bevorzugt von mindestens 4 mm aufweist und/oder maximal eine Maschenweite von max. 8 mm, bevorzugt von max. mindestens 7 mm und am meisten bevorzugt von max. 6 mm aufweist. Vorzugsweise erfolgt das Verfestigen und/oder Verstärken derart, dass nach dem Verfestigen / Verstärken das Rohrgestrick noch eine Maschenweite aufweist, die um nicht mehr als 30%, bevorzugt nicht mehr als 20% und am meisten bevorzugt um nicht mehr als 10% gegenüber der Maschenweite des Rundgestricks eingeschränkt ist.
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Zudem ist in einer Ausführungsform vorgesehen, dass das Verfestigen derart erfolgt, dass die Maschen nach dem Verfestigen zumindest teilweise luft- und/oder lichtdurchlässig, das heißt nicht mit dem Verfestigungsmaterial vollständig zugesetzt sind.
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Auch ist in einer Ausführungsform vorgesehen, dass für das Verfestigen mindestens eine Parameter des Verfestigungsmaterials und/oder des Verfestigungsprozesses so eingestellt wird, dass die Maschen zumindest teilweise nicht zugesetzt werden, insbesondere dass eine Materialzufuhr, eine Viskosität des Verfestigungsmaterials, eine Faserstärke des Verfestigungsmaterials, derart eingestellt werden, dass die Maschen zumindest teilweise licht- und/oder luftdurchlässig werden. Eine geringere Materialzufuhr, ebenso wie eine geringere Viskosität und/oder auch eine geringere Verfestigungsdauer sorgen für eine geringere Zusetzung der Maschen. Im Gegensatz dazu sorgen eine höhere Materialzufuhr, eine höhere Viskosität und/oder eine höhere Verfestigungsdauer für eine höhere Zusetzung der Maschen. U.a. über diese Parameter lässt sich eine Maschenweite des NFK-Rohrgestricks einstellen.
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Weiter schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem rohrartigen und/oder rohrförmigen Rundgestrick vorgesehen ist, dass dieses nach einem hier beschriebenen Verfahren hergestellt ist, wobei dieses insbesondere ein Rundgestrick aus einer Naturfaser, insbesondere einer Naturfaser wie eine Flachsfaser, Hanffaser und dergleichen umfasst, wobei das Rundgestrick eine Maschenweite von mindestens 2 mm, bevorzugt 3 mm und am meisten bevorzugt von mindestens 4 mm bis maximal 8 mm, bevorzugt 7 mm und am meisten bevorzugt von 6 mm aufweist, wobei das Rundgestrick mittels eines kompostierbaren Verfestigungsmaterials, nämlich mittels Lignin oder PLA verfestigt ist, sodass aus dem Naturfaser-Rundgestrick ein verstärktes und/oder verfestigtes rohrartiges Rundgestrick oder auch Rohrgestrick oder NFK-Rohrgestrick realisiert ist.
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Auch schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einer Baumschutzhülle vorgesehen ist, dass diese ein hier beschriebenes rohrartiges und/oder rohrförmiges Rundgestrick und/oder Rohrgestrick umfasst. Dabei ist das Rohrgestrick vorzugsweise nahtlos ausgebildet.
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Nicht zuletzt schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Verfahren zum Schutz von jungen Bäumen die Schritte umfasst sind: Überstülpen einer hier beschriebenen Schutzhülle und/oder eines hier beschriebenen rohrartigen und/oder rohrförmigen Rundgestricks über den jeweiligen Baum und/oder das zu schützende, längliche Objekt.
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In einer Ausführungsform wird die Schutzhülle und/oder das rohrartige und/oder rohrförmige Rundgestrick um den Baum gestülpt belassen, bis es sich mit Zeitablauf, somit von selbst oder automatisch unter den Umwelteinflüssen biologisch zersetzt / abbaut und/oder bis es aufgeschnitten und abgenommen wird.
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Bei einem rohrartigen Rundgestrick handelt es sich um ein Rundgestrick, welches gegenüber dem eigentlichen Rundgestrick durch weitere Maßnahmen verfestigt ist, das heißt ein höhere Eigenstabilität aufweist. Rundgestricke aus Naturfasern weisen eine vergleichsweise geringe Stabilität auf. Diese eignet sich nicht sonderlich als Schutzhülle. Bei dem rohrartigen Rundgestrick ist u.a. die Eigenstabilität erhöht. Zudem weist das rohrartige Rundgestrick eine ausreichende Stabilität auf, um Schälschäden und Wildverbiss zu verhindern. Hierzu ist / wird das eigentliche Rundgestrick aus Naturfaser verfestigt. Naturfasern sind alle Fasern, die von natürlichen Quellen wie Pflanzen, Tieren oder Mineralien stammen und sich ohne weitere chemische Umwandlungsreaktionen direkt einsetzen lassen. Auch sind im Sinne der Erfindung hierunter Regeneratfasern, die auf Cellulose als Material aus nachwachsenden Rohstoffen basieren (z. B. Viskose aus Holz oder Bambus) zu verstehen. Auch relativ kurze Holzfasern sind hierunter zu fassen. Naturfasern können organischen (pflanzlich oder tierisch) oder anorganischen Ursprungs (mineralisch) sein. Bevorzugt werden. Insbesondere sind unter Naturfasern sämtliche Fasern zu verstehen, die sich für einen Baumschutz verwenden lassen, und die umweltverträglich und/oder biologisch abbaubar sind. Vorzugsweise liegt die Feinheit der Naturfaser im Bereich von 600 bis 1000 tex. In einer Ausführungsform ist/wird eine Naturfaser mittels Rundstricken zu dem Rundgestrick verstrickt. In einer anderen Ausführungsform sind/werden mehrere Naturfasern mittels Rundstricken zu dem Rundgestrick verstrickt. Die mehreren Naturfasern können gleich oder zumindest hinsichtlich eines Parameters wie Feinheit, Material etc. unterschiedlich sein.
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Aus der Naturfaser oder den Naturfasern wird mittels Rundstricken, vorzugsweise auf einer Rundstrickmaschine, ein Rundgestrick gestrickt. Für den Einsatz als Schutzhülle ist das rohrartige Rundgestrick mit einer ausreichenden Maschenweite auszuführen. Die ausreichende Maschenweite ist derart ausgelegt, dass eine ausreichende Luft- und/oder Lichtzufuhr für das zu schützende Objekt, hier junge Bäume, gewährleistet ist. Zudem ist mittels ausreichend bemessener Maschenweite eine ausreichende Wärme Zu-/Abfuhr zu gewährleisten. Hierfür hat sich eine Maschenweite im Bereich von mindestens 2 mm, bevorzugt mindestens 3 mm und am meisten bevorzugt von mindestens 4 mm und von maximal 8 mm, bevorzugt von maximal 7 mm und am meisten bevorzugt von maximal 6 mm als besonders vorteilhaft herausgestellt. Die Maschenweite ist insbesondere für das noch nicht verfestigte Rundgestrick vorgesehen.
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Nach Herstellen des Rundgestricks aus der Naturfaser oder den Naturfasern wird das Rundgestrick verfestigt. Das Verfestigen erfolgt mit einem geeigneten Verfestigungsmaterial. Das Verfestigungsmaterial ist vorzugsweise ausgewählt aus den biokompatiblen, biologisch abbaubaren und/oder kompostierbaren Verfestigungsmaterialien. Als Verfestigungsmaterialien kommen insbesondere Lignin und PLA (Polyactide zum Einsatz.
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Um das Rundgestrick aus Naturfaser zu verfestigen, wird diesem das jeweilige Verfestigungsmaterial hinzugefügt. Das Hinzufügen kann auf verschiedene Weise erfolgen. Eine Möglichkeit besteht darin, eine Faser oder mehrere Fasern aus dem Verfestigungsmaterial herzustellen und diese Faser(n) mit der Naturfaser oder den Naturfasern zu verstricken. Auf diese Weise wird ein Rundgestrick aus mindestens einer Naturfaser und mindestens einer Verfestigungsfaser realisiert. Auf diese Weise wird ein rohrartiges und/oder rohrförmiges Rundgestrick realisiert, welches gegenüber dem eigentlichen Rundgestrick aus Naturfaser stabiler ist. Das rohrartige/rohrförmige Rundgestrick kann auch kürzer als Rohrgestrick bezeichnet werden. Das Rohrgestrick weist eine Maschengröße auf, die entsprechend der Maschenweite des Rundgestricks entspricht. Somit liegt die Maschenweite des Rohrgestricks etwas im Bereich von 2 mm bis 8 mm, 3 mm bis 7 mm oder 4 mm bis 6 mm. Es lassen sich je nach Bedarfsfall auch andere Maschenweiten einstellen, beispielweise beginnend bei 1 mm und endend bei 10 mm.
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Außer mittels Verstricken lassen sich noch andere Möglichkeiten der Verfestigung realisieren. So kann beispielsweise das Verfestigungsmaterial in einer anderen Form vorliegen, beispielsweise in flüssiger Form. Das Verfestigungsmaterial lässt sich dann mittels Eintauchen des Rundgestricks, Besprühen, Bestreichen oder dergleichen zu dem Naturfaser-Rundgestrick hinzufügen. Andere Verfestigungsmöglichkeiten mit dem Verfestigungsmaterial wie Spritzgießen, Extrudieren, Beschichten etc. sind ebenfalls möglich. Bei dem Verfestigen ist darauf zu achten, dass sich die Maschen des Naturfaser-Rundgestricks nicht vollständig zusetzen, sondern für eine ausreichende Luft-/Licht-Wärmezufuhr ausreichend bemessen sind. Dies lässt sich über verschiedene Parameter bei dem Verfestigungsprozess / Verfestigungsmaterial einstellen. So lässt sich beispielsweise die Dauer des Verfestigungsprozess einstellen. Die Dauer ist dabei so zu wählen, dass die Maschenweite des Naturfaser-Rundgestricks sich nicht um mehr als 40%, bevorzugt nicht um mehr als 30% und am meisten bevorzugt um nicht mehr als 20% zusetzt. Auch lässt sich die Viskosität des Verfestigungsmaterials so einstellen, dass eine entsprechende Maschenweite des Rohrgestricks nach Verfestigung vorliegt. Je zähflüssiger das Verfestigungsmaterial ist, desto höher ist der Zusetzungsgrad der Maschen. Viskosität und Dauer haben gemeinsam einen Einfluss auf die Zusetzung der Maschen. Je zäher das Verfestigungsmaterial ist und je länger die Verfestigung durchgeführt wird, desto mehr werden die Maschen zugesetzt. Dauer und Viskosität sind somit aufeinander beim Verfestigen aufeinander abzustimmen. Ebenfalls eine Rolle auf die Zusetzung der Maschen spielt die Faserstärke des Verstärkungsmaterials, sofern dieses mit der Naturfaser verstrickt wird. Je stärker die Faser des Verstärkungsmaterials, desto höher die Zusetzung.
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Über die Verfestigung lässt sich neben der Eigenstabiliät auch die Elastizität des Rohrgestricks einstellen. Je nach Anwendungsfall liegt somit ein Rohrgestrick mit einer eingestellten Eigenstabilität und Elastizität mit entsprechender Maschenweite vor.
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Für die Verfestigung lassen sich die Möglichkeiten einzeln anwenden oder auch beliebig miteinander kombinieren. Die Verfestigung wird so durchgeführt, dass eine höhere mechanische Eigenstabilität des Rohrgestricks gegenüber dem Naturfaser-Rundgestrick bewirkt wird und eine ausreichende Maschenweite des Rohrgestricks beibehalten wird.
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Das Rohrgestrick lässt sich bei Verwendung als Baumschutzhülle über den zu schützenden Baum stülpen. Einmal um den Baum gestülpt verbleibt die Baumschutzhülle um den Baum und schützt diesen, insbesondere den Stamm vor Wildverbiss und Schälschäden. Aufgrund der verwendeten Materialen löst sich das Rohrgestrick nach einer vorbestimmten Zeit auf, beispielsweise nach 3-4 Jahren und wird biologisch abgebaut. Durch die ausreichend bemessene Maschenweite ist für eine ausreichend Luft-/Licht- und/oder Wärmezufuhr des Baums gesorgt. Durch die Verfestigung ist eine ausreichend hohe Stabilität gegen Wildschäden gewährleistet.
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Die Baumschutzhülle ist somit als Rundgestrick aus Naturfaser ausgebildet, welches mittels eines Verfestigungsmaterials hinsichtlich seiner mechanischen Eigenschaften verfestigt ist, wobei eine Maschenweite realisiert ist, welche eine ausreichend Licht-/Luft-/Wärmedurchlässigkeit gewährleistet. Somit ist ein Baumschutz realisiert, der eine hohe Biokompatibilät aufweist und durch das Rundgestrick und die Verfestigung ausreichend stabil ist. Das Rundgestrick bzw. das Rohrgestrick weisen eine im Wesentliche zylindrische Form auf und lassen sich so optimal um einen Stamm anordnen. Somit ist eine optimaler Baumschutz realisiert, der lediglich aus einem verfestigten Rundgestrick ohne weitere Bauteile besteht. Es sind keine Verschlüsse und/oder separate Versteifungselemente vorgesehen. Die Verfestigung erfolgt in einer integrierten Weise, beispielsweise durch Verstricken, Tränken, Beschichten oder dergleichen. Das Rohrgestrick ist umlaufend durchgehend ausgebildet. Die Dicke des Rohrgestricks ist relativ dünn bemessen und dessen Materialdicke oder Manteldicke beträgt im Wesentlichen weniger als 3 cm, weiter bevorzugt weniger als 2 cm und am meisten bevorzugt weniger als 1 cm. Im Unterschied zu gewebten Schläuchen bietet das Rohrgestrick eine höhere Festigkeit und eine einfachere Herstellweise. Das Verfestigen kann integriert erfolgen. Es erfolgt keine Überlappung durch das Rohrgestrick, sodass eine „einlagige“ Lösung realisiert ist. Der Rand des Rundgestricks lässt sich in einer Ausführungsform aufrollen, um beispielsweise eine Längenanpassung vorzunehmen oder um eine Standfläche zu erhöhen. Aufgrund der erhöhten Eigenstabilität durch das Verfestigen steht das Rohrgestrick selbstständig. Das Rundgestrick und/oder das Rohrgestrick ist in einer Ausführungsform als Endlosschlauch ausgeführt. Das Verfestigen erfolgt in einer Ausführungsform während des Rundstrickens. In einer anderen Ausführungsform erfolgt das Verfestigen nach dem Rundstricken der Naturfaser. Um ein Zusetzen der Maschen beim Verfestigen zu verhindern, kann ein Luftstrom vorgesehen werden, in Richtung Maschen wirkt. Auf diese Weise wird Material aus den Maschen herausgeblasen. Vorzugsweise ist das Rohrgestrick einteilig ausgeführt, wobei das Verfestigungsmaterial in die Naturfaser integriert ist. Das Rundgestrick aus Naturfaser bildet einen Naturfaser-Schlauch, genauer einen Endlos-Naturfaser-Gestrickschlauch. Dieser weist umfänglich keine Verbindungsstellen auf. Somit ist das Rundgestrick nahtlos ausgebildet. Mindestens ein Ende ist umgeschlagen oder umgestülpt, sodass keine offenen Enden hervorstehen. Um die Stabilität von einem Schlauch zu einem Rohr zu realisieren erfolgt das Verfestigen. Das Verfestigen erfolgt derart, dass ein Verfestigungsmaterial hinzugefügt wird. Dabei kann das Verfestigungsmaterial in flüssiger oder fester Form hinzugefügt werden. In einer Ausführungsform wird das Verfestigungsmaterial auf einem höheren Temperaturniveau dem Rund- oder Schlauchgestrick hinzugefügt, sodass bei einem Abkühlen zu einem niedrigeren Temperaturniveau die Verfestigung eintritt. Das Verfestigen wird insbesondere mittels Auskühlen oder Abkühlen realisiert. Durch das Verfestigen wird der Schlauch zu einem Rohr oder rohrartigen/rohrförmigen Rundgestrick. Dabei ist der Hauptunterschied von Schlauch und Rohr durch die Flexibilität gegeben. Das Rohr ist um mindestens 5%, bevorzugt um mindestens 10% weniger flexibel, als der Schlauch. Somit besteht die Schutzhülle aus einem zu einem Rohrgestrick verfestigtem Schlauchgestrick, welches eine Maschenweite aufweist und einen nahtlosen Umfang. In einer Ausführungsform ist der Rand gegenüber dem restlichen Rohrmantel dicker ausgebildet. In einer Ausführungsform ist das Rohrgestrick als gestrickter, naturfaserverstärkter Kunststoff ausgebildet. Auf diese Weise ist vorteilhaft eine Verwendung des rohartigen/rohrförmigen, verfestigten oder verstärkten Rundgestricks als Baumschutzhülle realisiert. Die Baumschutzhülle ist somit als NFK-Rohrgestrick ausgebildet, welches eine licht-/luft- und/oder wärmedurchlässige Maschenstruktur aufweist.
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Weitere die Erfindung verbessernde Maßnahmen sind in den Unteransprüchen angegeben