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Die Erfindung betrifft ein Hydrauliksystem für ein Doppelkupplungsgetriebe nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art.
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Ein Hydrauliksystem für ein Doppelkupplungsgetriebe ist in der
DE 10 2018 214 427 A1 beschrieben. Das dortige Hydrauliksystem für ein Doppelkupplungsgetriebe sieht eine Aufteilung in zwei über ein Rückschlagventil miteinander verbundene Teilsysteme vor, welche jeweils über eine eigene Pumpe verfügen. Das erste Teilsystem, welches mit einer elektrischen Pumpe mit Druck versorgt wird, dient der Betätigung der Doppelkupplung. Das zweite Teilsystem umfasst die Kühlung, die Schmierung und die Gangsteller innerhalb des Doppelkupplungsgetriebes. Es wird von einer eigenen Pumpe mit Druck versorgt, welche mechanisch und/oder elektrisch angetrieben sein kann.
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Trotz dieser Aufteilung in zwei getrennte Bereiche beziehungsweise Teilsysteme bleibt es kritisch, dass die Gangsteller einerseits sowie die Kühlung und Schmierung andererseits eine sehr unterschiedliche Anforderung an den Druck und die Menge des Öls stellen. Die Gangsteller benötigen zum Verstellen mittlere Drücke mit einem mittleren Volumenstrom und beim Synchronisieren hohe Drücke bei einem sehr geringen Volumenstrom. Die Kühlung und Schmierung arbeitet normalerweise bei idealerweise niedrigen Drücken und kleinen bis hin zu sehr hohen Volumenströmen des Öls.
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Insbesondere wenn im Rahmen der Optimierung des Energiebedarfs die Größe der Ölpumpe, welche beispielsweise elektrisch angetrieben sein kann, stetig verkleinert wird, so ist eine ausreichende Versorgung der Gangsteller bei gleichzeitig maximalem Ölbedarf für die Kühlung und Schmierung kaum mehr möglich und es muss priorisiert werden. Ferner ist es so, dass für die im Kühl- und Schmierkreislauf liegenden Komponenten die hohen Drücke, wie sie beispielsweise beim Synchronisieren der Gangsteller, gegebenenfalls jedoch auch bereits beim Verstellen auftreten, kritisch sein können.
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Auch die gattungsgemäßen
DE 103 16 215 A1 und
WO 2010/ 083 862 A1 zeigen Hydrauliksysteme mit zwei Pumpen und entsprechenden Teilsystemen. Beide Hydrauliksysteme haben eine hohe Komplexität.
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Die Aufgabe der hier vorliegenden Erfindung ist es daher ein verbessertes Hydrauliksystem anzugeben, welches insbesondere im Hinblick auf die oben genannten Nachteile einen optimierten Aufbau bereitstellt.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Hydrauliksystem mit den Merkmalen im Anspruch 1, und hier insbesondere im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Hydrauliksystems ergeben sich aus den hiervon abhängigen Unteransprüchen.
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Der Aufbau des Hydrauliksystems orientiert sich im Wesentlichen an dem prinzipiell aus dem Stand der Technik bekannten Aufbau mit einer ersten Pumpe zur Versorgung der Doppelkupplungen und einer zweiten Pumpe zur Versorgung der Gangsteller sowie der Kühlung und Schmierung. Es ist nun so, dass stromabwärts der zweiten Pumpe, also mit ihrem Ausgang mittelbar verbunden, ein Wärmetauscher angeordnet ist, um das zur Kühlung eingesetzte Öl vor der erneuten Förderung hin zu den zu kühlenden und zu schmierenden Komponenten abzukühlen. Zum Schutz des Wärmetauschers, sowie auch der auf ihn folgenden Komponenten, vor einem zu hohen Druck ist zwischen dem Wärmetauscher und dem Ausgang der diesen zweiten Bereich mit Druck versorgenden zweiten Pumpe ein Druckbegrenzungsventil angeordnet. Dieses Druckbegrenzungsventil verhindert den Durchfluss zu dem Wärmetauscher und den auf ihn folgenden Komponenten, wenn der Druck vor dem Wärmetauscher zu hoch wird. Parallel dazu sind die Gangsteller über wenigstens eine Stellleitung mit dem Ausgang der Pumpe verbunden. Damit lassen sich nun also sowohl die Gangsteller auf dem für sie je nach Situation benötigten Volumenstrom und Druckniveau, welches stromabwärts der Pumpe über eine Drucksteuerung noch angepasst werden kann, als auch der Kreislauf für die Kühlung und Schmierung mit Öl versorgen, wobei durch das erfindungsgemäße Druckbegrenzungsventil zwischen der Pumpe und dem Wärmetauscher dieses System vor einem zu hohen Druck zuverlässig geschützt wird.
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Erfindungsgemäß ist die zweite Pumpe als elektrische Pumpe realisiert, und der Ausgang der zweiten Pumpe ist erfindungsgemäß unmittelbar mit einem Eingang des Druckbegrenzungsventils verbunden. Und ein Ausgang des Druckbegrenzungsventils ist erfindungsgemäß unmittelbar mit einem Eingang des Wärmetauschers verbunden.
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Mit der „unmittelbaren“ Verbindung zweier Komponenten ist gemeint, dass zwischen den beiden verbundenen Komponenten zwar eine verbindende Fluidleitung angeordnet ist, jedoch keine weitere Komponente wie zum Beispiel ein Ventil.
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Dieser Aufbau schafft die Voraussetzungen für ein ideales Systemverhalten indem der Wärmetauscher beziehungsweise Kühler vom Druck der zweiten Pumpe abgekoppelt und damit vor einer Beschädigung durch zu hohe Drücke geschützt ist. Durch das Druckbegrenzungsventil wird der Ölfluss in die Kühlung und Schmierung im Falle eines zu hohen Drucks stark reduziert, sodass das von der zweiten Pumpe in dieser Situation gelieferte Öl vorrangig oder sogar vollständig zur Verstellung und/oder Synchronisierung in den Gangstellern genutzt werden kann. Das Abkoppeln von dem auf kleine bis mittlere Drücke ausgelegten Kühl- und Schmiersystem erlaubt es somit hohe und nur durch die Pumpenleistung der zweiten Pumpe limitierte Drücke bei kleinem Ölbedarf für die Gangverstellung bereitzustellen und erlaubt somit eine optimale Priorisierung. Diese situationsbedingte Priorisierung der Gangsteller oder des Kühl- und Schmiersystems ermöglicht wiederrum den Einsatz einer reduzierten Pumpenleistung bei der zweiten Pumpe, sodass diese entsprechend energieeffizient realisiert werden kann. Insbesondere kann die zweite Pumpe dabei als elektrische Pumpe realisiert sein.
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Da bei einem Hydrauliksystem prinzipiell alle Bauteile über das Hydrauliköl in irgendeiner Weise mittelbar miteinander verbunden sind, soll hier noch angemerkt werden, dass eine Verbindung, beispielsweise zwischen dem Ausgang der zweiten Pumpe und dem Druckbegrenzungsventil oder dem Druckbegrenzungsventil beziehungsweise seinem Ausgang und dem Eingang des Wärmetauschers, immer als unmittelbare Verbindung, also als direkter Anschluss ohne weitere zwischengeordnete Komponenten zu verstehen ist, solange solche nicht ausdrücklich erwähnt sind.
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Gemäß einer sehr vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hydrauliksystems ist es dabei vorgesehen, dass ein Steuereingang des Druckbegrenzungsventils mit dem Eingang des Wärmetauschers verbunden ist. Der Steuerdruck für das Druckbegrenzungsventil ist also der am Eingang des Wärmetauschers unmittelbar anliegende Druck, um so in jedem Fall einen Schutz des Wärmetauschers vor zu hohen Drücken zu gewährleisten.
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Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung kann ferner ein Kühl- und Schmierventil mit einer Überdruckfunktion vorgesehen sein, dessen Eingang mit der Kühl- und Schmierleitung verbunden ist, und dessen Ausgang mit einer zu kühlenden und/oder zu schmierenden Komponente oder Komponentengruppe verbunden ist. Ein Steuereingang des Kühl- und Schmierventil mit Überdruckfunktion ist mit der Kühl- und Schmierleitung verbunden. Stromab des Wärmetauschers kann also zumindest ein Kühl- und Schmierventil mit Überdruckfunktion angeordnet sein. Dies kann beispielsweise gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung das Ventil sein, über welches der Kühl- und Schmierbereich der Doppelkupplung angebunden ist. Dieses Kühl- und Schmierventil mit Überdruckfunktion ist über die Kühl- und Schmierleitung mit dem Wärmetauscher verbunden und an seinen Steuereingang mit derselben Kühl- und Schmierleitung. Wenn der Druck in der Kühl- und Schmierleitung, welche verschiedene Komponenten, beispielsweise die Doppelkupplung, einen Radsatz und eine elektrische Maschine speist, zu hoch wird, dann kann über dieses wenigstens eine Kühl- und Schmierventil mit Überdruckfunktion Öl in den Schmierbereich der Doppelkupplung abgelassen werden, um hierdurch den Druck in der Kühl- und Schmierleitung bedarfsgerecht zu begrenzen.
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Die erste Pumpe kann dabei gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hydrauliksystems elektrisch ausgebildet sein, die zweite Pumpe kann sowohl mechanisch als auch elektrisch ausgebildet sein, wobei sie wie oben bereits erwähnt, in vorteilhafter Weise ebenfalls elektrisch ausgebildet ist. Vorzugsweise können beide Pumpen als elektrische Pumpen mit einer Betriebsspannung von 12V ausgelegt sein, sodass sie im Bordnetz eines herkömmlichen Fahrzeugs, insbesondere eines Personenkraftwagens, problemlos betrieben werden können. Vor allem bei solchen Pumpen ist es dann wichtig durch den Aufbau gemäß der Erfindung sicherzustellen, dass die Gangsteller sowie die Kühlung und Schmierung priorisiert und bei entsprechenden Anforderungen nicht gleichzeitig betrieben werden.
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Gemäß einer sehr vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hydrauliksystems kann es nun insbesondere vorgesehen sein, dass die Kühl- und Schmierleitung mit dem Eingang wenigstens eines Kühl- und Schmierventils für eine, oder auch mehrere, zu kühlenden und/oder zu schmierenden Komponenten oder Komponentengruppen verbunden ist. Ein Steuereingang dieses wenigstens einen Kühl- und Schmierventils ist dann mit der wenigstens einen Stellleitung verbunden. Diese Anbindung des Steuereingangs des Kühl- und Schmierventils ermöglicht eine Druckregelung über den Vorsteuerdruck aus der Stellleitung, also der Versorgungsleitung zur Betätigung der Gangsteller. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass ein so aufgebautes und eingesetztes Kühl- und Schmierventil ohne externe Aktuatorik ausgebildet werden kann und dennoch eine zuverlässige Steuerung und Regelung in der gewünschten Art ermöglicht. Auf das aufwändige, teure und hinsichtlich des Bauraums sowie der Kosten nachteilige elektromagnetisch angesteuerte Ventil, welches an dieser Stelle im Stand der Technik üblich ist, kann also verzichtet werden. Dies kann bei verschiedenen Komponenten oder Komponentengruppen, welche über die Kühl- und Schmierleitung und ein Kühl- und Schmierventil versorgt werden, eingesetzt werden. Insgesamt lässt sich damit der Aufwand bezüglich der elektromagnetischen Aktuatorik für die Ventile deutlich reduzieren.
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Wie bereits mehrfach erwähnt, kann die zweite Pumpe elektrisch angetrieben sein. Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hydrauliksystems kann sie als elektrisch angetriebene in beide Richtungen betätigbare Pumpe ausgebildet sein. Die zweite Pumpe kann also als Vorwärts- und Rückwärtspumpe realisiert werden. In ihrer einen Drehrichtung -beispielsweise vorwärtsversorgt sie in der beschriebenen Art und Weise das System der Gangsteller sowie das Kühl- und Schmiersystem wobei ihr Ausgang in Richtung des Kühl- und Schmiersystems über das Druckbegrenzungsventil an den Wärmetauscher und parallel dazu an die Stellleitung angeschlossen ist.
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Ein Rückwärtsdrehen der zweiten Pumpe kann nun für andere Einsatzzwecke genutzt werden. Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung dieser Variante des erfindungsgemäßen Hydrauliksystems ist es dabei so, dass der Ausgang der zweiten Pumpe zusätzlich zu der Stellleitung und der Kühl- und Schmierleitung mit einem Parksperrsystem verbunden ist, und der Eingang der zweiten Pumpe ebenfalls. Wird diese vorwärts betrieben, wird dabei die eine Seite des Parksperrsystems mit Druck beaufschlagt und beispielsweise eine Parksperre gelöst. Wird sie dagegen rückwärts betrieben, sodass keine Betätigung der Gangsteller und keine Kühlung beziehungsweise Schmierung möglich ist, dann kann der eigentliche Eingang der zweiten Pumpe, welcher in dieser Drehrichtung quasi als Ausgang wirkt, mit der anderen Seite des Parksperrsystems verbunden sein und das Doppelkupplungsgetriebe entsprechend sperren. Gemäß einer außerordentlich günstigen Weiterbildung dieser Idee ist es dabei vorgesehen, dass der Eingang der zweiten Pumpe mit einer Einrichtung zum Einlegen der Parksperre und der Ausgang dementsprechend mit einer Einrichtung zum Auslegen der Parksperre verbunden ist.
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Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Hydrauliksystems kann es außerdem vorsehen, dass die Betätigungsfluidleitung der Doppelkupplung auf der Druckseite unabhängig und fluidisch getrennt von den durch die zweiten Pumpe mit Druck beaufschlagten Bereichen ausgeführt ist. Das durch die erste Pumpe mit Druck versorgte erste Teilsystem, also die Doppelkupplung und das durch die zweite Pumpe mit Druck versorgte zweite Teilsystem, also die Gangsteller und die Kühlung beziehungsweise Schmierung, sind also auf der Druckseite hydraulisch vollständig getrennt voneinander ausgeführt. Anders als im gattungsgemäßen Stand der Technik, wo eine Verbindung über ein Rückschlagventil realisiert ist, ist der Aufbau bei dieser Variante der Erfindung komplett getrennt. Die beiden Systeme stehen ausschließlich über den Ölsumpf und damit über das Öl, welches dort typischerweise im Druckniveau des Umgebungsdrucks vorliegt, miteinander in Verbindung. Die druckseitige vollständige Trennung erleichtert die Steuerbarkeit der jeweiligen Drücke und Ölmengen.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Hydrauliksystems ergeben sich auch aus dem Ausführungsbeispiel, welches nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figur näher dargestellt ist.
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Die einzige beigefügte Figur zeigt eine beispielhafte Ausgestaltung eines Hydrauliksystems gemäß der Erfindung.
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In der Darstellung der einzig beigefügten Figur ist eine mögliche Ausführungsform eines Hydrauliksystems 1 zu erkennen. Es ist das Hydrauliksystem 1 für ein nicht dargestelltes Doppelkupplungsgetriebe. Es besteht im Wesentlichen aus zwei Teilsystemen, einem ersten Teilsystem 2 und einem zweiten Teilsystem 3. Das erste Teilsystem 2, welches in der Darstellung der Figur links gezeigt ist, umfasst eine erste Pumpe 4, welche aus einem beispielsweise gemeinsamen Ölsumpf 5 Öl ansaugt und in eine Betätigungsfluidleitung 6 einer Doppelkupplung fördert, aus welcher über entsprechende Ventile 7 deren Kupplungen K1, K2 und eine Trennkupplung K0 angesteuert werden.
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In dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Betätigungsfluidleitung 6 außerdem über ein optionales Ventil 8 mit dem Ölsumpf 5 verbunden. Auf dieses kann verzichtet werden, wenn über die erste Pumpe 4 der Arbeitsdruck entsprechend gesteuert wird, was beispielsweise bei einer elektrisch angetriebenen Pumpe einfach möglich ist. Das Ventil 8 kann jedoch auch als elektrisch gesteuertes Arbeitsdruckventil ausgebildet sein, welches elektromagnetisch angesteuert wird, so wie es in der Darstellung der Figur angedeutet ist. Eine weitere Möglichkeit wäre es, das Ventil 8 so auszubilden, dass dieses ein fest eingestelltes Überdruckventil ist, oder ein fremddruckgesteuertes Arbeitsdruckventil.
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Ansonsten entspricht das erste Teilsystem 2 des Hydrauliksystems 1 für das Doppelkupplungsgetriebe weitgehend dem aus dem Stand der Technik bekannten Aufbau, sodass hierauf nicht weiter eingegangen werden muss. Fluidisch druckseitig völlig getrennt von diesem ersten Teilsystem 2 befindet sich auf der rechten Seite der Darstellung in der Figur nun das zweite Teilsystem 3, welches unter anderem zur Versorgung von Gangstellern GS-A, GS-B, GS-C, ... ausgebildet ist. Mit einer zwischengeschalteten Drucksteuerung 9 ist eine Druckverteilung 10 für die Gangsteller GS-A, GS-B, GS-C,... über eine Stellleitung 11 mit einer zweiten Pumpe 12 verbunden. Diese zweite Pumpe 12 ist eingangsseitig über ein Rückschlagventil 13 mit dem Ölsumpf 5 verbunden und an ihrem Ausgang mit der Stellleitung 11 einerseits und unmittelbar, also ohne weitere zwischengeschaltete Komponenten, mit dem Eingang eines Druckbegrenzungsventils 14, welches vor einem Wärmetauscher 15, welcher als Kühler dient, angeordnet ist. Das Druckbegrenzungsventil 14 ist mit einem Steuereingang mit dem Eingang des Wärmetauschers 15 verbunden. Der Ausgang des Wärmetauschers 15 ist mit einer Kühl- und Schmierleitung 16 verbunden, über welche entsprechende Komponenten oder Komponentengruppen 17, 18, 19, hier beispielsweise ein Radsatz, die Doppelkupplung und eine elektrische Antriebsmaschine, gekühlt beziehungsweise geschmiert werden. Zwischen den jeweiligen Komponenten 17, 18, 19 und der Kühl- und Schmierleitung 16 sind dabei jeweils Kühl- und Schmierventile 20, 21, 22 angeordnet.
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Beispielhaft und optional ist dabei das Kühl- und Schmierventil 22 als elektromagnetisch angesteuertes Ventil dargestellt. Das Kühl- und Schmierventil 20 zur Versorgung der Komponente 17, also beispielsweise des Radsatzes, ist als fremddruckgesteuertes Ventil ausgebildet. Sein Steuereingang ist über die mit 23 bezeichnete Steuerleitung mit der Stellleitung 11, und zwar hier nach der Drucksteuerung 9 entsprechend verbunden. Die Steuerung der Kühlung beziehungsweise Schmierung des Radsatzes als Komponente oder Komponentengruppe 17 erfolgt also in Abhängigkeit des Drucks in der Stellleitung 11. Besonders vorteilhaft erfolgt die Steuerung der Kühlung beziehungsweise Schmierung des Radsatzes als Komponente oder Komponentengruppe 17 in Abhängigkeit eines Drucks stromabwärts von der Drucksteuerung 9. Hierdurch kann die elektromagnetische Ansteuerung, wie sie rein beispielhaft beim Kühl- und Schmierventil 22 für die Komponente 19 beispielsweise eine elektrische Antriebsmaschine vorgesehen ist, eingespart werden. Dies ist hinsichtlich des benötigten Bauraums, des Aufwands bei der Ansteuerung und der Kosten von Vorteil.
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Das Kühl- und Schmierventil 21 zur Versorgung der Komponente 18, also der Doppelkupplung, mit Öl zur Kühlung beziehungsweise Schmierung ist als Kühl- und Schmierventil mit Überdruckfunktion ausgebildet, welches mit seinem Steuereingang mit der Kühl- und Schmierleitung 16 entsprechend verbunden ist. Ist das Druckniveau in dieser Kühl- und Schmierleitung 16 also über einem voreingestellten Druck des Kühl- und Schmierventils mit Überdruckfunktion 21, dann wird Öl in Richtung der Komponente 18, also zur Kühlung beziehungsweise Schmierung der Doppelkupplung abgelassen. Zusätzlich zur Verbindung des Steuereingangs des Kühl- und Schmierventils mit Überdruckfunktion 21 wirkt in dieselbe Richtung, also in die Richtung „Ventil öffnen“ eine in der Darstellung der Figur gezeigte Feder. In der Gegenrichtung, also in der Richtung „Ventil schließen“ wirkt dann ein elektromagnetischer Aktuator. Das Kühl- und Schmierventil mit Überdruckfunktion 21 ist dabei im stromlosen Zustand offen. Je höher der Strom in dem elektromagnetischen Aktuator des Kühl- und Schmierventils mit Überdruckfunktion 21 wird, desto höher wird die schließende Kraft. Damit ist einerseits das Ablassen von Überdruck in den Bereich der Komponente 18 möglich und andererseits kann durch den elektromagnetischen Aktuator dieses Kühl- und Schmierventils mit Überdruckfunktion 21 eine bedarfsgerechte Ansteuerung über den elektromagnetischen Aktuator erfolgen, bei welchem der Druck am Steuereingang lediglich als eine Art „Off-Set“ wirkt.
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Dabei ist es im praktischen Betrieb so, dass die Schmierung und Kühlung der Komponente 17, also des Radsatzes, und der Komponente 19, also der elektrischen Antriebsmaschine, gegenüber der Kühlung der Doppelkupplung Vorrang haben. Im zweiten Teilsystem 3 gibt es dazu im Wesentlichen zwei Stellgrößen. Einerseits die Drehzahl der zweiten Pumpe 12 und andererseits die Druckschwelle, die mittels des Kühl- und Schmierventils mit Überdruckfunktion 21 vorgegeben wird. Bei einem hohen Ölbedarf im Bereich der Komponente 17 oder 19, kann so die Drehzahl der zweiten Pumpe 12 entsprechend erhöht werden und durch eine höhere Bestromung des Aktuators des Kühl- und Schmierventils mit Überdruckfunktion 21 lässt sich der Druck in der Kühl- und Schmierleitung 16 erhöhen. Des weiteren ist es dann so, dass die Kühlung der Doppelkupplung bei Bedarf ebenfalls möglich ist, weil aufgrund der Druckverluste in den Komponenten 17 und 19 oder aufgrund eines aktiven Schließens der ihnen zugeordneten Kühl- und Schmierventile 20, 22 der Druck vor dem Kühl- und Schmierventil mit Überdruckfunktion 21 durch die höhere Pumpendrehzahl in der Kühl- und Schmierleitung 16 ansteigt, wodurch wiederrum die Komponente 18, also die Doppelkupplung, entsprechend gekühlt wird. Ihre Priorität steht jedoch hinter der der Komponenten 17, 19 zurück. Insgesamt führt dies zu einer Energieoptimierung, sodass insgesamt mit einem sehr angepassten Betrieb der zweiten Pumpe 12 gefahren werden kann, um so nur sehr geringe Überschüsse an Öl und damit geringe Verlustleitungen zu verursachen.
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Als eine weitere optionale Besonderheit des Hydrauliksystems 1 in der Figur ist hier ein Parksperrsystem 25 dargestellt. Das Parksperrsystem 25 dient zum Einlegen und Auslegen einer Parksperre, beispielsweise einer Parksperrklinke, in dem Getriebe. Es umfasst eine Einrichtung 26 zum Auslegen der Parksperre einerseits und eine Einrichtung 27 zum Einlegen der Parksperre andererseits. Die elektrische Pumpe 12 ist nun in beide Richtungen betätigbar, kann also sowohl vorwärts als auch rückwärts drehen. Dreht sie vorwärts, dann fördert sie das Öl für das zweite Teilsystem 3 um in der oben beschriebenen Art und Weise die Gangsteller GS-A, GS-B, GS-C, ... und die Kühlung beziehungsweise Schmierung der Komponenten oder Komponentengruppen 17, 18, 19 vorzunehmen. Der Ausgang der Pumpe 12 ist gleichzeitig mit dem Parksperrsystem 25, und hier insbesondere der Einrichtung 26 zum Auslegen der Parksperre, verbunden. Wird die Einrichtung 26 also mit Druck beaufschlagt, kann beispielsweise ein Kolben, welcher gegen die Kraft einer Feder in Richtung des gesperrten Zustands vorgespannt ist, durch diesen Druck ausgerückt werden. Um ein gezieltes Einlegen der Parksperre zu ermöglichen und das versehentliche Einlegen der Parksperre, beispielsweise bei einem Druckabfall in dem zweiten Teilsystem 3 aufgrund eines Fehlers oder einer beabsichtigten Druckabsenkung, die aber nicht zum Einlegen der Parksperre führen soll, zu vermeiden, kann der Kolben über einen kleinen weiteren Kolben verriegelt werden. Dieser weitere Kolben würde dann die Einrichtung 27 bilden oder einen Teil derselben ausmachen. Soll nun die Parksperre bewusst eingelegt werden, dann wird, da in diesem Zustand ja weder eine Kühlung, eine Schmierung noch das Stellen der Gänge notwendig ist, die Pumpe 12 in der anderen Richtung betätigt. Mit dem Restöl, welches in dem zweiten Teilsystem 3 vorhanden ist und über das bereits angesprochene Rückschlagventil 13 gegenüber dem Ölsumpf 5 gesperrt, wird dann Öl in die Einrichtung 27 zum Einlegen der Parksperre des Parksperrsystems 25 gefördert. Der kleine Kolben kann beispielsweise gegen die Kraft einer Feder betätigt werden, um die Verriegelung des großen Kolbens der Einrichtung 26 aufzuheben, sodass dieser, welcher nun ja nicht mehr mit Druck beaufschlagt ist, durch die Kraft seiner Feder die Parksperrklinke des Parksperrsystems 25 einlegt. Soll diese wieder ausgelegt werden, wird die Pumpe 12 wieder in der anderen Richtung gedreht, um das zweite Teilsystem 3 mit Druck zu versorgen. Der kleine Kolben der Einrichtung 27 ist nun drucklos und wird von einer Feder in seine Verriegelungsposition vorgespannt. Der große Kolben der Einrichtung 26 wird mit Druck beaufschlagt und gibt dadurch den Sperrzustand frei, indem er die Klinke der Parksperre aus ihrer gesperrten Stellung bewegt. In seiner Endstellung wird er durch die Federbelastung des kleinen Kolbens der Einrichtung 27, verriegelt.