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Die Erfindung betrifft ein Antriebssystem für Drehtüren mit mehreren Drehtürantrieben.
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Ein Drehtürantrieb kann beispielsweise an einer Wand in der Nähe eines Türflügels oder an einer dem Türflügel zugeordneten Zarge montiert sein und weist eine Welle auf, die mittels eines Anlenkelements so an den Türflügel angebunden ist, dass bei Betätigung des Drehtürantriebs über die Welle und das Anlenkelement eine Öffnungskraft auf den Türflügel wirkt. Ein Drehtürantrieb kann alternativ auch an einem Türflügel montiert sein.
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Aus
DE 88 01 897 U1 ist ein für eine Drehtür verwendbarer Türschließer bekannt, der in einem flüssigkeitsdichten Gehäuse einen gegen die Kraft einer Rückstellfeder verschiebbaren Kolben und eine hydraulische Überströmeinrichtung von einem Zylinderraum in den anderen aufweist.
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Ebenso offenbart die
DE 10 2005 029 625 A1 einen Antrieb für den Flügel einer Tür mit einer Abtriebswelle und einem zwischen Türflügel und Antrieb angeordneten kraftübertragenden Hebel. Hebel und Abetriebswelle sind über ein Zwischenstück drehfest miteinander verbunden, wobei das Zwischenstück und die Abtriebswelle eine korrespondierende Wellenverzahnung aufweisen.
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Aus
DE 201 21 806 U1 ist ein Türantrieb mit einer drehbeaufschlagten Welle bekannt. Die Welle verfügt über ein über den Mitnehmer kraftschlüssig festgelegtes Kraftübertragungselement, durch das eine Tür bewegbar ist. Der Mitnehmer weist eine Verzahnung auf.
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In der
EP 1 482 118 A1 ist ein Antrieb für eine Tür oder ein Fenster beschrieben, der eine Schließerwelle mit einer Kegelverzahnung umfasst und ein entsprechendes in die Verzahnung eingreifendes Gegenstück der Schließerwelle.
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Da in verschiedenen Türklassen Drehtürantriebe mit unterschiedlichen Antriebsleistungen benötigt werden, um je nach Anwendungsfall und Gewicht der Tür unterschiedlich große Öffnungskräfte bereitzustellen, bietet es sich an, ein Antriebsystem der eingangs genannten Art modular aufzubauen, sodass für jede Drehtür ein passender Drehtürantrieb ausgewählt werden kann. Mit deren unterschiedlicher Antriebsleistung unterscheidet sich auch die auf das Anlenkelement wirkende Last, sodass bei so einem modularen System zudem zu berücksichtigen ist, dass Hebel mit unterschiedlicher Stabilität benötigt werden, die jeweils auf die Antriebsleistung des entsprechenden Drehtürantriebs abgestimmt sind.
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Es ist grundsätzlich unproblematisch, wenn ein Anlenkelement mit einem Drehtürantrieb montiert wird, welches größere Momente aufnehmen kann, als es für den Betrieb mit dem entsprechenden Drehtürantrieb erforderlich wäre. Dies kann insbesondere bei Reparaturen sogar Vereinfachungen mit sich bringen, da ein entsprechender Monteur nicht immer Anlenkelemente in allen Größen mit sich führen muss. Zu Problemen kann es allerdings kommen, wenn ein Anlenkelement zusammen mit einem Drehtürantrieb montiert und betrieben wird, welches für den Betrieb mit dem entsprechenden Drehtürantrieb nicht ausreichend dimensioniert ist, dessen Leistungsklasse also nicht ausreichend für diesen Drehtürantrieb ist. Dies kann insbesondere Beschädigungen des Anlenkelements aufgrund von Überbeanspruchung nach sich ziehen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Antriebssystem für Drehtüren bereitzustellen, bei welchem eine Montage eines Anlenkelements mit nicht ausreichender Leistungsklasse für den jeweiligen Drehtürantrieb verhindert wird.
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Diese Aufgabe wird durch ein Antriebssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 oder mit den Merkmalen des Anspruchs 2 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche und ergeben sich aus der Beschreibung und den Zeichnungen.
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Das erfindungsgemäße Antriebssystem dient zur Verwendung mit Drehtüren und umfasst mehrere Drehtürantriebe, insbesondere automatische Drehtürantriebe, die jeweils eine Welle zum Abgeben einer Antriebsleistung aufweisen und die sich hinsichtlich ihrer Antriebsleistung voneinander unterscheiden, sodass aus den Drehtürantrieben ein Drehtürantrieb aufgrund seiner Antriebsleistung für die jeweilige Drehtür auswählbar ist, und mehrere Anlenkelemente, wobei das jeweilige Anlenkelement über eine Schiene oder einen Lagerbock an einen Flügel oder eine Zarge der jeweiligen Drehtür anbindbar ist, wobei sich die Anlenkelemente voneinander unterscheiden und jedes Anlenkelement einem der Drehtürantriebe zugeordnet ist. Das jeweilige Anlenkelement ist nur mit der Welle des jeweiligen zugeordneten Drehtürantriebs und, sofern vorhanden, der oder den Wellen der Drehtürantriebe mit geringerer Antriebsleistung, jedoch nicht, sofern vorhanden, mit der oder den Wellen der Drehtürantriebe mit höherer Antriebsleistung drehfest koppelbar.
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Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Antriebssystem für Drehtüren, umfassend mehrere Drehtürantriebe, insbesondere automatische Drehtürantriebe, die jeweils eine Welle zum Abgeben einer Antriebsleistung aufweisen und die sich hinsichtlich ihrer Antriebsleistung voneinander unterscheiden, sodass aus den Drehtürantrieben ein Drehtürantrieb aufgrund seiner Antriebsleistung für die jeweilige Drehtür auswählbar ist, und mehrere Anlenkelemente, wobei das jeweilige Anlenkelement über eine Schiene oder einen Lagerbock an einen Flügel oder eine Zarge der jeweiligen Drehtür anbindbar ist, wobei sich die Anlenkelemente voneinander unterscheiden und jedes Anlenkelement einem der Drehtürantriebe zugeordnet und mit der Welle des zugeordneten Drehtürantriebs drehfest koppelbar ist. Die Wellen weisen jeweils eine Achse und ein der Achse zugeordnetes Abtriebsglied auf, und die jeweilige Achse ist nur mit dem jeweils zugeordneten Abtriebsglied und, sofern vorhanden, dem oder den Abtriebsgliedern der Wellen der Drehtürantriebe mit geringerer Antriebsleistung, jedoch nicht, sofern vorhanden, mit dem oder den Abtriebsgliedern der Wellen der Drehtürantriebe mit höherer Antriebsleistung drehfest koppelbar.
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Beispielsweise lassen sich Drehtürantriebe und Anlenkelemente in unterschiedliche Leistungsklassen einteilen. Beispielhaft können die Leistungsklassen etwa als S (small), M (medium) und L (large) bezeichnet werden, sodass in diesem Fall drei Leistungsklassen existieren würden. Jedoch kann es auch mehr oder weniger als drei Leistungsklassen geben. Auch die Bezeichnungen der Leistungsklassen sind grundsätzlich beliebig und dienen lediglich der Veranschaulichung.
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Der Ausdruck „sofern vorhanden“ bezieht sich beispielsweise darauf, dass etwa das Anlenkelement mit der geringsten Leistungsklasse aus den Anlenkelementen mit der Welle des zugeordneten Drehtürantriebs drehfest koppelbar ist, jedoch nicht mit einer Welle eines Drehtürantriebs mit geringerer Antriebsleistung, da ein Drehtürantrieb mit geringerer Antriebsleistung als der Antriebsleistung des zugeordneten Drehtürantriebs in diesem Fall nicht vorhanden ist. Entsprechend kann eine Achse, welcher ein Abtriebsglied zugeordnet ist, drehfest mit diesem Abtriebsglied gekoppelt werden. Sofern das zugeordnete Abtriebsglied jedoch zu der Welle des Drehtürantriebs mit der geringsten Antriebsleistung unter den Drehtürantrieben gehört, ist ebenfalls ein Abtriebsglied einer Welle eines Drehtürantriebs mit geringerer Antriebsleistung in diesem Fall nicht vorhanden. Entsprechendes gilt für das Anlenkelement mit der höchsten Leistungsklasse sowie für die Achse, die dem Abtriebsglied der Welle des Drehtürantriebs mit der höchsten Antriebsleistung zugeordnet ist.
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Ein Antriebssystem kann grundsätzlich als automatischer Drehtürantrieb, also etwa mit einem Elektroantrieb, ausgestaltet sein, aber auch durch einen Türschließer umgesetzt sein. Im Falle eines Türschließers kann der Antrieb beispielsweise durch eine beim Öffnen gespannte Feder dargestellt sein, die sich nach Abfall der Haltekraft entspannt und dadurch den Schließvorgang antreibt.
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Wenn die Schiene an dem Flügel der Drehtür befestigt ist, wird der Drehtürantrieb üblicherweise an der zugehörigen Wand montiert. Alternativ kann die Schiene auch an der Zarge bzw. der Wand montiert werden. In diesem Fall wird der Drehtürantrieb üblicherweise am Flügel der Drehtür montiert. Über das Anlenkelement kann so jeweils durch den Drehtürantrieb eine Öffnungskraft ausgeübt werden, wodurch die Drehtür geöffnet wird.
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Die beiden unterschiedlichen Aspekte der vorliegenden Erfindung haben gemein, dass über die drehfeste Kopplung sichergestellt wird, dass jedes Anlenkelement nur mit der Welle des jeweiligen zugeordneten Drehtürantriebs und den Wellen der Drehtürantriebe mit geringerer Antriebsleistung, jedoch nicht mit den Wellen der Drehtürantriebe mit höherer Antriebsleistung drehfest gekoppelt werden kann. So wird vermieden, dass ein Drehtürantrieb mit einem Anlenkelement kombiniert wird, welches nicht für einen Drehtürantrieb dieser Leistungsklasse ausgelegt ist. Eine etwaige Fehlmontage durch den Monteur aufgrund von Nachlässigkeit wird dadurch verhindert, dass jedes Anlenkelement nicht mit Wellen der Drehtürantriebe mit höherer Antriebsleistung gekoppelt werden kann. Dadurch wird unter anderem eine Überbeanspruchung des jeweiligen Anlenkelements und daraus resultierende Reparaturen und Ausfallzeiten vermieden. Die drehfeste Kopplung kann grundsätzlich gemäß dem ersten Aspekt zwischen der Welle und dem Anlenkelement oder gemäß dem zweiten Aspekt, welcher einer mehrteiligen Welle entspricht, zwischen dem Abtriebsglied und der Achse vorgesehen sein, wobei gemäß dem zweiten Aspekt das Anlenkelement als Ersatzteil grundsätzlich mit der entsprechenden Achse im Paket zu verwenden ist, sodass die Kopplung zwischen Anlenkelement und Abtriebsglied der entsprechenden Kategorien sichergestellt werden kann.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung wäre beispielsweise ein Anlenkelement der kleinsten Leistungsklasse S nur mit dem Drehtürantrieb derselben Leistungsklasse S koppelbar, um eine mechanische Überbeanspruchung des Anlenkelements zu verhindern. Ein Anlenkelement der mittleren Leistungsklasse M hingegen wäre mit einem Drehtürantrieb der Leistungsklassen S und M koppelbar, wohingegen entsprechend ein Anlenkelement der größten Leistungsklasse L mit einem Drehtürantrieb aller Leistungsklassen S, M und L koppelbar wäre. Daraus ergibt sich, dass das Anlenkelement immer mindestens aus derselben Leistungsklasse stammen muss wie der entsprechende Drehtürantrieb. Während eine Kompatibilität in eine Richtung gegeben ist, indem Anlenkelemente größerer Leistungsklassen auch mit Drehtürantrieben kleinerer Leistungsklassen koppelbar sind, ist die umgekehrte Kompatibilität unerwünscht und folglich nicht gegeben, das heißt Anlenkelemente kleinerer Leistungsklassen sind nicht mit Drehtürantrieben größerer Leistungsklassen koppelbar.
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In bevorzugter Ausgestaltung weisen zur drehfesten Kopplung die Wellen und die Anlenkelemente jeweils mechanische Kodiermerkmale auf, die im Querschnitt einerseits gegenförmig ausgebildete Grundformen und andererseits für den oder die nicht die höchste Antriebsleistung aufweisenden Drehtürantriebe und das oder die diesen Drehtürantrieben zugeordneten Anlenkelemente zusätzliche antriebsleistungsspezifische Kodiermerkmale umfassen, oder die Achsen und die Abtriebsglieder weisen zur drehfesten Kopplung jeweils mechanische Kodiermerkmale auf, die im Querschnitt einerseits gegenförmig ausgebildete Grundformen und andererseits für den oder die nicht die höchste Antriebsleistung aufweisenden Drehtürantriebe zusätzliche antriebsleistungsspezifische Kodiermerkmale umfassen. Klarstellend sei dabei erwähnt, dass die mechanischen Kodiermerkmale der Welle für den die höchste Antriebsleistung aufweisenden Drehtürantrieb und des diesem Drehtürantrieb zugeordneten Anlenkelements, also des Anlenkelements mit der höchsten Leistungsklasse, ebenfalls zusätzliche antriebsleistungsspezifische Kodiermerkmale umfassen können. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich, da auch ohne diese die erforderliche Kompatibilität nur in eine Richtung gewährleistet ist. Entsprechendes gilt für die mechanischen Kodiermerkmale des Abtriebsglieds und der Achse für den die höchste Antriebsleistung aufweisenden Drehtürantrieb.
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Grundsätzlich sind die Wellen und Anlenkelemente bzw. die Abtriebsglieder und die Achsen mit den antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmalen versehen, jedoch nicht die Welle und das Anlenkelement bzw. das Abtriebsglied und die Achse einer Leistungsklasse, nämlich der größten Leistungsklasse mit der höchsten Antriebsleistung. Dadurch wird dennoch auch für diese Leistungsklasse ein Koppeln mit nicht kompatiblen Komponenten verhindert, da letztere entsprechend mit antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmalen versehen sind, welche das Koppeln verhindern. Die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale vereiteln einen versehentlichen oder absichtlichen Versuch, entgegen der Spezifikation ein Anlenkelement einer kleineren Leistungsklasse mit einem Drehtürantrieb einer größeren Leistungsklasse zu koppeln.
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Die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale können etwa einen oder mehrere Vorsprünge und eine oder mehrere gegenförmig ausgebildete Ausnehmungen an den an der drehfesten Kopplung beteiligten Bauteilen, d.h. an Welle und Anlenkelement oder an Abtriebsglied und Achse, aufweisen. Beispielsweise können die Vorsprünge und Ausnehmungen aufgrund ihrer Anzahl, Position, Form und/oder Größe korrespondieren. Sofern Vorsprünge und Ausnehmungen nicht gegenförmig ausgebildet sind, wird ggfs. das Koppeln des Anlenkelements mit der Welle verhindert, beispielsweise wenn die Vorsprünge größer oder an anderen Positionen angeordnet sind als die Ausnehmungen. Durch entsprechende Gestaltung der an der Kopplung beteiligten Bauteile und insbesondere der Vorsprünge und Ausnehmungen kann so ein ungewolltes Koppeln verhindert werden.
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Beispielsweise können die Vorsprünge und Ausnehmungen für einen Drehtürantrieb mit geringerer Antriebsleistung und ein diesem Drehtürantrieb zugeordnetes Anlenkelement größer ausgeprägt sein als für einen Drehtürantrieb mit im Vergleich hierzu höherer Antriebsleistung und ein diesem Drehtürantrieb zugeordnetes Anlenkelement, oder die Vorsprünge und Ausnehmungen für einen Drehtürantrieb mit geringerer Antriebsleistung können größer ausgeprägt sein als für einen Drehtürantrieb mit im Vergleich hierzu höherer Antriebsleistung.
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Es versteht sich, dass die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale gegenförmig ausgebildete abgerundete Ecken an den Grundformen der an der Kopplung beteiligten Bauteile aufweisen können. So können die miteinander drehfest zu koppelnden Bauteile etwa im Querschnitt mehreckig, beispielsweise achteckig, ausgebildet sein, wobei die jeweiligen Ecken je nach Leistungsklasse mit unterschiedlichen Radien abgerundet sind.
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Insbesondere können die Radien der abgerundeten Ecken für einen Drehtürantrieb mit geringerer Antriebsleistung und ein diesem Drehtürantrieb zugeordnetes Anlenkelement größer sein als für einen Drehtürantrieb mit im Vergleich hierzu höherer Antriebsleistung und ein diesem Drehtürantrieb zugeordnetes Anlenkelement, oder die Radien der abgerundeten Ecken für einen Drehtürantrieb mit geringerer Antriebsleistung können größer sein als für einen Drehtürantrieb mit im Vergleich hierzu höherer Antriebsleistung.
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Vorzugsweise sind die Grundformen für alle Drehtürantriebe und Anlenkelemente identisch, oder die Grundformen sind für alle Drehtürantriebe identisch. Somit unterscheiden sich die mechanischen Kodiermerkmale in den unterschiedlichen Leistungsklassen nur aufgrund der antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale.
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Vorteilhaft weist das jeweilige Anlenkelement einen Hebel und eine an dem Hebel angebrachte Buchse, insbesondere eine an den Hebel angeschweißte Buchse, zur Aufnahme der drehfest koppelbaren Welle oder Wellen auf. Dabei können die mechanischen Kodiermerkmale an den Buchsen der Anlenkelemente und den Wellen der Drehtürantriebe vorgesehen sein.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen schematisch gezeigten Ausführungsbeispiels beispielhaft erläutert. In den Zeichnungen zeigt:
- 1 eine Drehtür mit einem Antriebssystem,
- 2 eine Detailansicht von einer Welle mit einem Abtriebsglied und einer Achse und von einem Anlenkelement mit einer Buchse,
- 3(a) eine Querschnittsansicht eines Beispiels für eine Buchse und eine Achse eines erfindungsgemäßen Antriebssystems der Leistungsklasse S,
- 3(b) eine Querschnittsansicht eines Beispiels für eine Buchse und eine Achse eines erfindungsgemäßen Antriebssystems der Leistungsklasse M,
- 3(c) eine Querschnittsansicht eines Beispiels für eine Buchse und eine Achse eines erfindungsgemäßen Antriebssystems der Leistungsklasse L und
- 4 eine Querschnittsansicht eines Beispiels für eine Buchse und eine Achse eines erfindungsgemäßen Antriebssystems, die als antriebsleistungsspezifische Kodiermerkmale abgerundete Ecken aufweisen.
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Zunächst zeigt 1 ganz grundlegend den Aufbau bzw. die Komponenten eines Antriebssystems 10 für eine Drehtür 50. Die Drehtür 50 weist einen Flügel 51 auf, der mittels Türbändern 55 drehbar an einer Zarge (nicht dargestellt) angeordnet ist. An dem Flügel 51 ist eine Schiene 53 befestigt.
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Das Antriebssystem 10 weist im vorliegenden Beispiel einen elektrischen Drehtürantrieb 11 mit einem Elektromotor auf, der oberhalb des Flügels 51 an der Wand montiert ist. Der Drehtürantrieb 11 weist eine Welle 13 auf, über die eine Antriebsleistung des Drehtürantriebs 11 in Form eines Drehmoments abgegeben wird. Das Übertragen der Antriebsleistung auf die Welle 13 erfolgt dabei in grundsätzlich bekannter Weise, was hier nicht näher beschrieben wird.
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Wie in 2 gezeigt, ist die Welle 13 mehrteilig ausgestaltet und weist ein Abtriebsglied 29 und eine Achse 25 auf, welche in diesem Beispiel über eine Schraube 27 und eine Scheibe 26 eine axiale Verschiebung verhindert und aufgrund einer Verzahnung am Innenumfang des Abtriebsglieds 29 und am Außenumfang der Achse 25 zueinander drehfest sind. Durch eine weitere Schraube 28 ist die Achse 25 außerdem mit einem Endabschnitt eines Hebels 21 eines Anlenkelements 15 verbunden. Das Anlenkelement 15 ist dadurch über die Achse 25 mit der Welle 13 drehfest gekoppelt. Dabei ist zwischen der Achse 25 und dem Hebel 21 eine Buchse 23, die insbesondere eine an den Hebel 21 angeschweißte Schweißbuchse als Teil des Anlenkelements 15 sein kann, vorgesehen. Das andere Ende des Hebels 21 läuft, wie in 1 gezeigt, in der Schiene 53, beispielsweise mittels eines nicht dargestellten Gleitsteins.
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Das Antriebssystem 10 ist als modulares System ausgebildet. Dies bedeutet, dass das System 10 mehrere Drehtürantriebe 11 aufweist, die unterschiedlich dimensioniert sind, sodass je nach Drehtür und Anwendungsfall ein unterschiedlich starker Drehtürantrieb 11 aus den Drehtürantrieben 11 ausgewählt und mit der Drehtür verbaut werden kann. Dementsprechend weist das Antriebssystem auch unterschiedlich dimensionierte Anlenkelemente 15 auf, wobei jedem Drehtürantrieb 11 jeweils ein Anlenkelement 15 zugeordnet ist, da die Leistungsklasse des jeweiligen Anlenkelements 15 auf die jeweilige mechanische Last und somit auf die Leistung des Drehtürantriebs 11 abgestimmt sein muss, um eine Überbeanspruchung des jeweiligen Anlenkelements 15 und daraus resultierende Schäden zu vermeiden.
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Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weist das Antriebssystem 10 drei Leistungsklassen S, M und L auf, wobei der Drehtürantrieb 11 der Leistungsklasse L der stärkste und der Drehtürantrieb 11 der Leistungsklasse S der schwächste der Drehtürantriebe 11 ist und der Drehtürantrieb 11 der Leistungsklasse M hinsichtlich seiner Antriebsleistung zwischen den beiden anderen Drehtürantrieben 11 angesiedelt ist. Da für jeden Drehtürantrieb 11 zur Vermeidung von Überbeanspruchungen und daraus resultierenden Schäden ein hinsichtlich seiner Leistungsklasse ausreichend dimensioniertes Anlenkelement 15 zu verwenden ist, weist das Antriebssystem 10 zudem drei Anlenkelemente 15 derselben Klassen S, M und L auf, sodass jedes Anlenkelement 15 jeweils dem Drehtürantrieb 11 der entsprechenden Leistungsklasse zugeordnet ist.
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Wie aus 3(a) bis 3(c) sowie 4 ersichtlich, gewährleistet die Erfindung, dass zwar Anlenkelemente 15 höherer Klassen auch mit schwächeren Drehtürantrieben 11 gekoppelt werden können, umgekehrt jedoch nicht, um Überbelastungen zu vermeiden. In den vorliegenden Beispielen sind mechanische Kodiermerkmale an der Achse 25 und an der Buchse 23 des Anlenkelements 15 vorgesehen.
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Die mechanischen Kodiermerkmale umfassen einerseits die im Querschnitt gegenförmig ausgebildeten Grundformen der an der Kopplung beteiligten Bauteile, nämlich hier der Buchse 23 und der Achse 25. Im vorliegenden Fall weisen diese Bauteile eine achteckige Grundform im Innen- bzw. Außenquerschnitt auf. Andererseits umfassen die mechanischen Merkmale zusätzliche antriebsleistungsspezifische Kodiermerkmale 17, 19 in Form von korrespondieren Vorsprüngen 19 und Ausnehmungen 17, wie in 3(a) bis 3(c) gezeigt, oder in Form von abgerundeten Ecken 17, 19, wie in 4 gezeigt. Die zusätzlichen antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17, 19 unterscheiden sich also je nach Leistungsklasse und haben somit die spezielle Aufgabe, das Kombinieren eines zu schwachen Anlenkelements 15 mit einem zu starken Drehtürantriebs 11 zu verhindern. Die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17, 19 sind in 3(a) bis 3(c) an den geraden Abschnitten der achteckigen Grundform vorgesehen. In 4 hingegen sind die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17, 19 an den Ecken der achteckigen Grundform ausgebildet. Grundsätzlich ist es auch denkbar, antriebsleistungsspezifische Kodiermerkmale 17, 19 an den geraden Abschnitten und den Ecken zu kombinieren. Es versteht sich zudem, dass auch andere Grundformen der jeweiligen Innen- und Außenumfänge möglich sind.
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In Abhängigkeit von der jeweiligen Klasse S, M oder L sind die mechanischen antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17, 19 unterschiedlich groß ausgeprägt. So zeigt 3(a) eine Buchse 23 und eine Achse 25 einer Welle 13 der Kategorie S. Die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17, 19 sind im Vergleich zu 3(b), welche eine Buchse 23 und eine Achse 25 einer Welle 13 der Kategorie M zeigt, größer ausgeprägt. In 3(c) fehlen die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17 in Form von Vorsprüngen 19 und Ausnehmungen 17 vollständig.
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Dies führt dazu, dass etwa auch die Buchse 23 des Anlenkelements 15 gemäß 3(c) mit der Achse 25 der Welle 13 der Kategorien S und M kombiniert werden kann. Umgekehrt ist dies aber nicht möglich, da die Vorsprünge 19 an den Buchsen 23 der Klassen S und M auf das Material der Achse 25 der Welle 13 der Klasse L treffen würden.
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Im Ausführungsbeispiel gemäß 4 wird das Problem dadurch gelöst, dass die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17, 19 als abgerundete Ecken ausgebildet sind. Dabei kann der Radius der abgerundeten Ecken variiert werden, wobei die Klasse S den größten Radius und die Klasse L den kleinsten Radius aufweist. 4 zeigt jedoch nur eine dieser Klassen.
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Weitere alternative Ausgestaltungen sind denkbar. Beispielsweise können die antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17, 19 aufgrund ihrer Form, Größe und/oder Position variieren.
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Während die hier gezeigten Ausführungsbeispiele die Kodiermerkmale einschließlich der antriebsleistungsspezifischen Kodiermerkmale 17, 19 an Buchse 23 und Achse 25 zeigen, können diese stattdessen beispielsweise auch an Abtriebsglied 29 und Achse 25 vorgesehen sein, wobei in diesem Fall die Achse 25 im Paket mit Ersatz-Anlenkelementen 15 zu liefern ist, um zu verhindern, dass das Ersatz-Anlenkelement 15 mit der Welle 13 eines stärkeren Drehtürantriebs 11 kombiniert werden kann.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Antriebssystem
- 11
- Drehtürantrieb
- 13
- Welle
- 15
- Anlenkelement
- 17
- Kodiermerkmale
- 19
- Kodiermerkmale
- 21
- Hebel
- 23
- Buchse
- 25
- Achse
- 27
- Schraube
- 29
- Abtriebsglied
- 50
- Drehtür
- 51
- Flügel
- 53
- Schiene
- 55
- Türband