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Die Erfindung betrifft eine elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung für eine Kraftfahrzeugbremsanlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und eine Bremsanlage mit solch einer Aktuatoreinrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 10.
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Aus der
DE 42 29 041 A1 ist eine Bremsbetätigungsvorrichtung zum Erzeugen eines Bremsdrucks bekannt, wobei die Bremsbetätigungsvorrichtung einen Motor aufweist, welcher über ein Ritzel ein Zahnrad antreibt, an welchem eine Schraube befestigt ist, die als ein Schraubantriebsglied dient. Ein Kolben ist über eine Schraubverbindung mit der Schraube verbunden und in einer Gehäusekammer zur Erzeugung eines hydraulischen Drucks geführt. Dabei ist der Motor mit seiner Antriebswelle in Parallelausrichtung zu der Schraube angeordnet. Oberhalb der Gehäusekammer bildet das Gehäuse der Bremsbetätigungsvorrichtung ein Reservoir aus, innerhalb welchem das Hydraulikfluid bevorratet wird. Es ist über ein Schnüffelloch mit einem Zylinderabschnitt der Gehäusekammer verbunden, wodurch das Hydraulikfluid in den Zylinderabschnitt fließen kann und von dem Kolben unter Druck aus einer Ausgangsöffnung gefördert wird. Hierfür greift die Schraube in eine Mutter ein, welche mit dem Kolben verbunden ist. Bei Betätigung des Motors versetzt dessen Antriebswelle über das Ritzel und das Zahnrad die Schraube in eine Rotationsbewegung, wodurch die Mutter mit dem Kolben translatorisch innerhalb der Gehäusekammer verschoben werden.
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Es ist Aufgabe der Erfindung eine elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung für eine Kraftfahrzeugbremsanlage bereitzustellen, welche als eine integrierte funktionelle Einheit alle zur Bremsdruckerzeugung notwendigen Komponenten baulich zusammenfasst und zugleich einzeln handhabbar, sowie bauraum- und gewichtssparend ist. Zudem soll eine Bremsanlage bereitgestellt werden, welche eine einzeln handhabbare, sowie bauraum- und gewichtssparende elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung umfasst.
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Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird mit den Merkmalen der Patentansprüche 1 und 10 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Figuren.
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Es zeigen:
- 1 eine erste beispielsgemäße elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung in perspektivischer Ansicht,
- 2 die erste beispielsgemäße Aktuatoreinrichtung in einer ersten Schnittansicht,
- 3 die erste beispielsgemäße Aktuatoreinrichtung in einer zweiten Schnittansicht,
- 4 den Schaltplan einer beispielsgemäßen Bremsanlage mit einer der beispielsgemäßen elektrohydraulischen Aktuatoreinrichtung,
- 5 eine zweite beispielsgemäße elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung in Schnittansicht, und
- 6 die zweite beispielsgemäße elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung in Explosionsdarstellung.
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Die 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine erste beispielsgemäße elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung 10 für eine Kraftfahrzeugbremsanlage. Als eine baulich kombinierte und funktionelle Einheit umfasst Aktuatoreinrichtung 10 alle notwendigen Komponenten, um als eine eigenständig handhabbare Quelle zur Erzeugung eines Hydraulikdrucks zu dienen. Dafür umfasst Aktuatoreinrichtung 10 ein Zylindergehäuse 20 mit einer darin befindlichen Kolbeneinrichtung, eine Getriebeeinrichtung, einen Elektromotor 50, eine Elektronikeinheit 60 und einen Druckmittelbehälter 70.
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Zylindergehäuse 20 und Elektromotor 50 sind zueinander achsparallel ausgerichtet und beispielsgemäß gemeinsam und nebeneinander an Elektronikeinheit 60 angebracht. Elektronikeinheit 60 fungiert damit als eine zentrale Aufnahmeeinrichtung zur Befestigung von Zylindergehäuse 20 und Elektromotor 50. Zudem ist das Gehäuse von Elektronikeinheit 60 derart ausgeformt, dass die Getriebeeinrichtung darin Platz findet. Auf weitere Details von Aktuatoreinrichtung 10 wird mit der nachfolgenden Beschreibung der 2 und 3 eingegangen.
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So zeigt 2 erste beispielsgemäße elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung 10 in einer ersten Schnittansicht. Das aus Aluminium hergestellte Zylindergehäuse 20 hat eine längliche und annährend zylindrische Form. In Zylindergehäuse 20 ist in Längsrichtung eine Bohrung 45 eingebracht, welche teilweise verschiedene Durchmesser, verjüngte Abschnitte, Nuten und Ringanschläge umfasst.
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An dem offenen Ende von Zylindergehäuse 20 ist ein Aufnahmeflansch 21 ausgebildet, mittels welchem Zylindergehäuse 20 mit Elektronikeinheit 60 verbunden ist. Aufnahmeflansch 21 ist rechteckförmig oder rund ausgeformt. An der dem Aufnahmeflansch 21 gegenüberliegenden Seite von Zylindergehäuse 20 ist auf dessen Oberseite Druckmittelbehälter 70 angeordnet. Die Oberseite von Zylindergehäuse 20 bestimmt sich durch die Einbaulage von Aktuatoreinrichtung 10 im Kraftfahrzeug.
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Druckmittelbehälter 70 beherbergt ein unter Atmosphärendruck stehendes Hydraulikfluid. Druckmittelbehälter 70 umfasst einen Schnüffellochstutzen 71 und einen Nachsaugstutzen 72, mittels welchen dieser auf Zylindergehäuse 20 gesteckt ist. Dafür umfasst Zylindergehäuse 20 an der Verbindungstelle eine erste Aufnahmebohrung 22 für Schnüffellochstutzen 71 und eine zweite Aufnahmebohrung 23 für Nachsaugstutzen 72. Erste Aufnahmebohrung 22 und zweite Aufnahmebohrung 23 münden in einem Druckraum 28 von Zylindergehäuse 20, welcher von einem Druckkolben 35 der Kolbeneinrichtung 30 begrenzt ist. Zudem umfasst Zylindergehäuse 20 eine Druckausgangsöffnung 26, welche ebenfalls in Druckraum 28 führt und aus welcher das Hydraulikfluid unter Druck zu einem Druckmittelverbraucher gefördert wird. In der gezeigten Stellung befindet sich Druckkolben 35 in einer die Schnüffelllochöffnung 24 überfahrenen Position. Des Weiteren befindet sich in Nachsaugöffnung 25 ein Rückschlagventil 29, welches in Richtung Druckraum 28 hin öffnet und entgegengesetzt in Schließstellung verharrt, wodurch das unter Druck gesetzte Hydraulikfluid nicht über Nachsaugöffnung 25 in Druckmittelbehälter 70 strömen kann. Zudem umfasst Druckmittelbehälter 70 noch einen Rücklaufanschluss 73, welcher zum Anschluss einer Rücklaufleitung der Bremsanlage eingerichtet ist, sodass das Hydraulikfluid aus den Radbremsen zurück in Druckmittelbehälter 70 fließen bzw. abgebaut werden kann. Befindet sich Druckkolben 35 in einer das Schnüffelllochöffnung 24 freigebenden Position, kann in dieser Stellung ebenfalls ein Druckabbau aus den Radbremsen über Druckausgangsöffnung 26 und Schnüffelllochöffnung 24 in den unter Atmosphärendruck stehenden Druckmittelbehälter 70 erfolgen.
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Innerhalb der Bohrung 45 von Zylindergehäuse 20 ist Kolbeneinrichtung 30 angeordnet. Kolbeneinrichtung 30 umfasst eine drehbar gelagerte Gewindespindel 32. Dafür ist ein Lagerpaket vorgesehen, welches sich innerhalb von Bohrung 45 und im Bereich von Aufnahmeflansch 21 befindet. Ein erstes äußerstes Lager 37 ist über eine außenseitige Verzahnung mit der Bohrung 45 von Zylindergehäuse 20 kraftschlüssig verpresst. Es sorgt dafür, dass die weiteren Lager, aber auch die Kolbeneinrichtung 30 in axialer Position gehalten werden und nicht aus Zylindergehäuse 20 fallen. Darauf folgt ein zweites Lager 38, welches axiale und radiale Kraftkomponenten von Gewindespindel 32 aufnimmt. Darauf folgt ein drittes Lager 39, welches lediglich radiale Kraftkomponenten von Gewindespindel 32 aufnimmt. Abgeschlossen wird das Lagerpaket von einem Federelement 49, welches sich an einem Ringanschlag innerhalb von Bohrung 45 abstützt und das Lagerpakt in axialer Richtung federnd beaufschlagt.
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Auf Gewindespindel 38 ist in einem mittleren zylindrischen Abschnitt eine Lagerbuchse 36 kraftschlüssig aufgeschoben, mittels welcher Gewindespindel 38 in dem Lagerpaket gelagert ist. Lagerbuchse 36 ist außenseitig mit verschiedenen Außendurchmessern ausgeführt, welche auf die Durchmesser der einzelnen Lager 37, 38 und 39 abgestimmt sind und mit diesen verpresst ist. Mit dem äußersten und kleinsten Außendurchmesser ist Lagerbuchse 36 in dem ersten Lager 37 aufgenommen. In einem mittleren Bereich mit einem mittleren Außendurchmesser ist Lagerbuchse 36 im zweiten Lager 38 aufgenommen. Mit dem größten und inneren Außendurchmesser ist Lagerbuchse im dritten Lager 39 aufgenommen.
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Ein Endabschnitt oder Endschaft von Gewindespindel 32 ragt aus Zylindergehäuse 20 heraus. Auf diesen Endschaft ist ein Zahnrad von Getriebeeinrichtung 40 aufgesteckt. Auf den Antrieb von Gewindespindel 32 mittels Getriebeeinrichtung 40 wird noch in der folgenden Beschreibung zur 3 eingegangen.
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Gewindespindel 32 umfasst zudem einen Gewindeabschnitt, welcher sich in einem Spindelraum 27 von Zylindergehäuse 20 befindet. Entlang dieses Abschnittes von Gewindespindel 32 ist eine Gewindemutter 31 translatorisch verschiebbar, welche über einen Kugellager 33 angetrieben wird. In den Gewindegängen von Gewindespindel 32 mit Gewindemutter 31 befinden sich eine Vielzahl an Kugeln, mittels welchen die rotatorische Bewegung von Gewindespindel 32 in eine translatorische Bewegung von Gewindemutter 31 umgewandelt wird. Gewindemutter 31 erfährt mit Lagerbuchse 36 einen axialen Endanschlag.
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An Gewindemutter 31 ist ein zylindrisches Kraftübertragungsglied 34 gekoppelt, auf dessen kalottenförmigen Kopf der zylindrische Druckkolben 35 gesteckt ist. Mittels Kraftübertragungsglied 34 wird die translatorische Bewegung von Gewindemutter 31 zum Vor- und Zurückfahren von Druckkolben 35 innerhalb der Bohrung 45 von Zylindergehäuse 20 verwendet.
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Druckkolben 35 grenzt Spindelraum 27 von Druckraum 28 ab. Druckkolben 35 verfährt entlang eines zylindrischen Bereiches von Bohrung 45, welcher auf den Außendurchmesser von Druckkolben 35 abgestimmt ist. Innerhalb von diesem zylindrischen Bereich von Bohrung 45 ist in einer ersten Nut ein erster Dichtring 47 angeordnet, welcher vor Schnüffelllochöffnung 24 liegt und zur Abdichtung gegenüber Spindelraum 27 dient. In einer zweiten Nut des zylindrischen Bereichs von Bohrung 45 ist ein zweiter Dichtring 48 angeordnet, welcher zwischen Schnüffelllochöffnung 24 und Nachsaugöffnung 25 liegt. Mit zweitem Dichtring 48 ist eine Abdichtung von Druckraum 28 gegenüber Schnüffelllochöffnung 24 geschaffen.
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Zum Antrieb von Kolbeneinrichtung 30 ist Elektronikeinheit 60 vorgesehen. Sie steuert Elektromotor 50 an, welcher über Getriebeeinrichtung 40 die Gewindespindel 32 antreibt. Auf Elektromotor 50 wird ebenfalls mit der nachfolgenden Beschreibung zu der 3 näher eingegangen. Elektronikeinheit 60 umfasst beispielsgemäß ein aus zwei Teilen bestehendes Gehäuse. Dieses ist vorzugsweise aus einem Kunststoff oder aus Aluminiumdruckguss hergestellt. In einem ersten Gehäuseteil 61 ist eine Leiterplatte 63 aufgenommen. Leiterplatte 63 ist in einem erweiterten Bereich von erstem Gehäuseteil 61 angeordnet und wird zudem durch eine Kühlplatte 64 von Getriebeeinrichtung 40 abgeschirmt. Denn in einem verkleinerten Bereich von erstem Gehäuseteil 61 ist Getriebeeinrichtung 40 untergebracht. Vorzugweise ist der erweiterte Bereich von erstem Gehäuseteil 61, innerhalb welchem Leiterplatte 63 angeordnet ist, aus einem Kunststoffmaterial hergestellt, und der verkleinerte Bereich von erstem Gehäuseteil 61, innerhalb welchem Getriebeeinrichtung 40 aufgenommen ist, ist aus Aluminiumdruckguss gefertigt. Des Weiteren umfasst erstes Gehäuseteil 61 einen Gehäuseverbindungsabschnitt 68, in welchen Aufnahmeflansch 21 von Zylindergehäuse 20 eingeschoben ist. Auf diese Weise ist Zylindergehäuse 20 mit Elektronikeinheit 60 verbunden. Diese Verbindung wird zudem durch einen Gehäuseabdichtring 67 abgedichtet, welcher auf Aufnahmeflansch 21 gezogen ist und am Gehäuseverbindungsabschnitt 68 anliegt. Abgeschlossen wird das Gehäuse von Elektronikeinheit 60 durch ein zweites Gehäuseteil 62, welches im Wesentlichen Deckelförmig ist. Es ist in den erweiterten Bereich von erstem Gehäuseteil 61 eingesteckt.
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Anhand der 3 wird auf Elektromotor 30 und Getriebeeinrichtung 40 näher eingegangen. So zeigt die 3 Aktuatoreinrichtung 10 in einer zweiten Schnittansicht. Elektromotor 50 ist über sein Motorengehäuse an Elektronikeinheit 60 angebracht. Das Gehäuse umfasst ein erstes tiefgezogenes und topfförmiges Elektromotorgehäuseteil 51 und ein zweites deckelförmiges Elektromotorgehäuseteil 58. Erstes Elektromotorgehäuseteil 51 wird bspw. über einen Flansch mit erstem Gehäuseteil 61 von Elektronikeinheit 60 verschraubt, wobei zweites Elektromotorgehäuseteil 58 in erstes Elektromotorgehäuseteil 51 eingeschoben ist und an erstem Gehäuseteil 61 von Elektronikeinheit 60 anliegt. Zur Abdichtung ist einer umlaufenden Nut des Elektromotorgehäuses noch ein Motorabdichtring 46 vorgesehen. Des Weiteren umfasst Elektronikeinheit 60 einen elektronischen Anschluss 66, worüber Elektronikeinheit 60 mit einer Steuerungseinrichtung der Bremsanlage oder einer zentralen Steuerungseinrichtung des Kraftfahrzeugs verbunden ist.
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Erstes Elektromotorgehäuseteil 51 umfasst am Bodenbereich ein zentrisches erstes Gehäuseauge 57, innerhalb welchem ein erstes Rotorlager 55 aufgenommen ist. Zweites Elektromotorgehäuseteil 58 umfasst ebenfalls zentrisch ein zweites Gehäuseauge 59, innerhalb welchem ein zweites Rotorlager 56 aufgenommen ist. Hierbei ist zweites Gehäuseauge 59 in das Gehäuseinnere ausgeformt, sodass zweites Rotorlager 56 außenseitig vom Elektromotorgehäuse platziert ist. Dabei liegt zweites Rotorlager 56 teilweise innerhalb einer Öffnung des ersten Gehäuseteils 61 von Elektronikeinheit 60 ein. In erstes und zweites Rotorlager 55 und 56 ist eine Rotorwelle 54 eingeschoben und mit diesem verpresst, wodurch Rotorwelle 54 drehbar gelagert ist. Rotorwelle 54 liegt mit einem Ende im ersten Rotorlager 55 ein und ragt mit einen anderen Ende über zweites Rotorlager 56 hinaus und in Elektronikeinheit 60 hinein. Auf dieses Ende von Rotorwelle 54 ist ein erstes Zahnrad 41 von Getriebeeinrichtung 40 gesteckt. Ein Positionslagensensor 65 ist elektrisch kontaktierend mit Leiterplatte 63 und in der Achse von Rotorwelle 54 platziert, um die Drehung von Rotorwelle 54 zu erfassen. Dadurch kann die Rotorgeschwindigkeit und Rotorlage bestimmt werden, wobei diese Informationen zur präzisen Verschiebung von Kolbeneinrichtung 30 verwendet werden. Zum Antreiben von Rotorwelle 54 ist diese in einem zentralen Längsabschnitt mit einem Rotor 53 kraftschlüssig verbunden. Rotor 53 wird durch Bestromung eines Stators 52 angetrieben, welcher um Rotor 53 herum im Elektromotorgehäuse angeordnet ist. Die elektrische Kontaktierung von Stator 52 erfolgt über Leiterplatte 63.
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Getriebeeinrichtung 40 umfasst des Weiteren ein zweites Zahnrad 42, welches auf einem Pin 69 drehbar gelagert ist. Pin 69 ist am ersten Gehäuseteil 61 von Elektronikeinheit 60 ausgebildet. Zweites Zahnrad 42 ist mit erstem Zahnrad 41 und mit einem dritten Zahnrad 43 in Wirkverbindung, welches unter Verwendung einer Buchse 44 mit Gewindespindel 32 kraftschlüssig verbunden ist. Mittels der drei Zahnräder 41, 42 und 43 von Getriebeeinrichtung 40 wird die Drehbewegung von Rotorwelle 54 in eine Drehbewegung von Gewindespindel 32 übersetzt. Alternativ kann Getriebeeinrichtung 40 auch ohne zweites Zahnrad 42 ausgeführt sein, sodass erstes Zahnrad 41 in direkter Wirkverbindung mit dritten Zahnrad 43 steht. Die Drehbewegung von Gewindespindel 32 wird wiederum in eine translatorische Bewegung von Kolbeneinrichtung 30 umgesetzt, mittels welcher Aktuatoreinrichtung 10 das Hydraulikfluid unter Druck setzt und an einen Druckmittelverbraucher fördert.
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Anhand der 4 wird eine beispielsgemäße Bremsanlage 11 aufgezeigt, welche eine erste beispielsgemäße Aktuatoreinrichtung 10 gemäß der 1 bis 3 oder eine zweite beispielsgemäße Aktuatoreinrichtung 10 gemäß der nachfolgenden 5 und 6 umfasst. Zudem umfasst Bremsanlage 11 einen elektromotorisch betriebenen Druckerzeuger 12, welcher als eine Doppelkolbenpumpe ausgeführt ist, eine Druckmodulationsventileinrichtung 14 aus einer Anzahl von Einlass- und Auslassventilen, welche zur radindividuellen Bremsdruckerzeugung an Radbremsen 19 eingerichtet ist, eine elektronische Steuereinrichtung 13, welche zur Ansteuerung von Druckerzeuger 12 und Druckmodulationsventileinrichtung 14 eingerichtet ist, und eine Fahrerbremsbetätigungseinrichtung 16, welche den Fahrerbremswunsch erfasst und dem Fahrer bei Betätigung einen Bremsdruck simuliert.
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Druckerzeuger 12, Druckmodulationsventileinrichtung 14 und elektronische Steuereinrichtung 13 sind baulich und funktionell zu einer elektrohydraulischen Bremsensteuerungseinrichtung 15 zusammengefasst. Diese ist von elektrohydraulischer Aktuatoreinrichtung 10 getrennt im Fahrzeug platzierbar und lediglich über zwei hydraulische Leitungen mit dieser verbunden. So ist der Druckauslass von Aktuatoreinrichtung 10 über eine Druckleitung 17 unter Zwischenschaltung eines Trennventils 80 mit Druckmodulationsventileinrichtung 14 verbunden. Gespeist wird Druckerzeuger 12 über eine Rücklaufleitung 18, welche mit dem Druckmittelbehälter von Aktuatoreinrichtung 10 verbunden ist, wobei ebenfalls über Rücklaufleitung 18 das Hydraulikfluid aus Radbremsen 19 in Druckmittelbehälter von Aktuatoreinrichtung 10 abgebaut wird.
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Zudem eine Trennung der Radbremsen in einen ersten Bremskreis I und einen zweiten Bremskreis II mittels einem Kreistrennventils 81. So können mit Aktuatoreinrichtung 10 und geöffnetem Kreistrennventil 81 beide Bremskreise I und II mit Hydraulikdruck versorgt werden, oder durch Schließung von Kreistrennventil 81 wird nur der zweite Bremskreis II mit Hydraulikdruck von Aktuatoreinrichtung 10. Gleiches ist mit Druckerzeuger 12 möglich. Bei geschlossenem Kreistrennventil 81 fördert dieser Hydraulikfluid ausschließlich in den ersten Bremskreis und bei geöffnetem Kreistrennventil 81 und geschlossenem Trennventil 80 in beide Bremskreise I und II. Auch ein gleichzeitiger Betrieb von Aktuatoreinrichtung 10 und Druckerzeuger 12 ist möglich, sodass bei geschlossenem Kreistrennventil 81 und geöffnetem Trennventil 80 Aktuatoreinrichtung 10 Hydraulikfluid in zweiten Bremskreis II fördert und Druckerzeuger 12 Hydraulikfluid in ersten Bremskreis I fördert. Baulich gesehen gehören Trennventil 80 und Kreistrennventil 81 zur elektrohydraulischen Bremsensteuerungseinrichtung 15 und werden von deren elektronischen Steuereinrichtung 13 angesteuert.
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Mittels Fahrerbremsbetätigungseinrichtung 16 wird der Bremswunsch des Fahrzeugbedieners erfasst und elektronisch an Aktuatoreinrichtung 10 oder elektrohydraulische Bremsensteuerungseinrichtung 15 übermittelt. Mit diesen Einrichtungen wird dann elektrohydraulisch ein Bremsdruck an den Radbremsen 19 erzeugt.
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Ein wesentlicher Vorteil von Aktuatoreinrichtung 10 ist, dass diese gewichts- und bauraumsparend ausgeführt ist. Mittels ihrer eigenen Elektronikeinrichtung ist sie eigenständig in der Lage ihren Elektromotor anzusteuern, dessen Position zu erfassen, um somit gezielt einen Hydraulikdruck bereitzustellen. Dabei ist ihr Gehäuse möglichst klein und leicht ausgeführt. Zudem ist Aktuatoreinrichtung 10 auf die notwendigen Komponenten zur Druckerzeugung reduziert, was auch bedeutet, dass beispielsgemäß kein elektromagnetisch schaltbares Ventil an oder in Aktuatoreinrichtung 10 angeordnet ist.
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Die 5 zeigt in einer Schnittansicht eine zweite beispielsgemäße elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung 10', welche eine zentrale Trägerplatte 75 umfasst, an welcher Gehäuse 20, Elektromotor 50 und Elektronikeinheit 60 angebracht sind und Getriebeeinrichtung 40 angeordnet ist. In diesem Beispiel dient Trägerplatte 75 als zentrale Aufnahme für Gehäuse 20, Elektromotor 50 und Elektronikeinheit 60. Trägerplatte 75 ist beispielsgemäß aus Aludruckguss hergestellt. Kolbeneinrichtung 30, Getriebeeinrichtung 40, Elektromotor 50 und Elektronikeinheit 60 unterscheiden sich nicht wesentlich gegenüber der ersten Ausführungsform von Aktuatoreinrichtung, sodass auf die obige Beschreibung verwiesen wird.
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An einer ersten Seite von Trägerplatte 75 ist Elektromotor 50 angeordnet und über Motorabdichtring 46 abgedichtet. Dabei ragt Rotorwelle 54 durch eine Öffnung von Trägerplatte 75 hindurch in Richtung Elektronikeinheit 60. An der ersten Seite von Trägerplatte 75 ist weiterhin Gehäuse 20 angeordnet, und zwar über einen von Trägerplatte 75 ausgebildeten Flansch 77, in welchen Gehäuse 20 eingesteckt wird.
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Elektronikeinheit 60 ist dem Elektromotor 50 gegenüberliegend mit erstem Gehäuseteil 61 und unter Verwendung eines umlaufenden Dichtrings 76 an einer zweiten Seite von Trägerplatte 75 angebracht. Des Weiteren ist an der zweiten Seite von Trägerplatte 75 die Getriebeeinrichtung 40 angeordnet, wobei diese sich im Wesentlichen innerhalb des ersten Gehäuseteil 61 von Elektronikeinheit 60 befindet. Bei dieser Ausführungsform ist zweites Zahnrad 42 über einen Pin 69 an Trägerplatte 75 aufgenommen.
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Die 6 zeigt zweite beispielsgemäße elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung 10' in Explosionsdarstellung. Hierdurch ist erste Aufnahmeöffnung 78 für Gehäuse 20 und zweite Aufnahmeöffnung für Elektromotor 50 besser zu erkennen. Gehäuse 20 ist dazu eingerichtet an Flansch 77, welcher erste Aufnahmeöffnung 78 darstellt von Trägerplatte 75 teilweise eingesteckt zu werden und rückseitig mittels Schraubverbindungen befestigt zu werden. Elektromotor 50 ist dazu eingerichtet im Bereich von zweiter Aufnahmeöffnung 79 frontseitig mit Trägerplatte 75 ebenfalls mittels Schraubverbindungen befestigt zu werden.
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Elektronikeinheit 60 ist dazu eingerichtet rückseitig an Trägerplatte 75 angebracht zu werden, dabei Getriebeeinrichtung 40 zu umschließen und frontseitig mittels Schraubverbindungen an Trägerplatte 75 befestigt zu werden. Durch die Verwendung der zentralen Trägerplatte 75 ist eine gut handhabbare Aufnahmevorrichtung für die wesentlichen Komponenten von Aktuatoreinrichtung 10' geschaffen, an welche diese befestigt werden können, um miteinander in Wirkweise zu treten. Die von Elektronikeinheit 60 umschließende von und Trägerplatte 75 abgedeckte Getriebeeinrichtung 40 überträgt den Motorantrieb auf die Kolbeneinrichtung zur Druckerzeugung und die gegenüberliegende Elektronikeinheit 60 übernimmt die Steuerung von Elektromotor 50.
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Der bewusste Verzicht bei der ersten und zweiten beispielsgemäßen Aktuatoreinrichtung auf Magnetschaltventile ermöglicht den Einsatz eines kleineren Gehäuses für die Kolbeneinrichtung und somit neue Gestaltungsmöglichkeiten zur Anordnung des Motors und der Elektronikeinheit. So ist entweder mit oder ohne Trägerplatte eine kompakte, leichte und eigenständige Aktuatoreinrichtung zur Erzeugung eines Hydraulikdrucks geschaffen.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung
- 10'
- elektrohydraulische Aktuatoreinrichtung
- 11
- Bremsanlage
- 12
- Druckerzeuger
- 13
- elektronische Steuereinrichtung
- 14
- Druckmodulationsventileinrichtung
- 15
- elektrohydraulische Bremsensteuerungseinrichtung
- 16
- Fahrerbremsbetätigungseinrichtung
- 17
- Druckleitung
- 18
- Rücklaufleitung
- 19
- Radbremsen
- 20
- Zylindergehäuse
- 21
- Aufnahmeflansch
- 22
- erste Aufnahmebohrung
- 23
- zweite Aufnahmebohrung
- 24
- Schnüffelllochöffnung
- 25
- Nachsaugöffnung
- 26
- Druckausgangsöffnung
- 27
- Spindelraum
- 28
- Druckraum
- 29
- Rückschlagventil
- 30
- Kolbeneinrichtung
- 31
- Gewindemutter
- 32
- Gewindespindel
- 33
- Kugellager
- 34
- Kraftübertragungsglied
- 35
- Druckkolben
- 36
- Lagerbuchse
- 37
- erstes Lager
- 38
- zweites Lager
- 39
- drittes Lager
- 40
- Getriebeeinrichtung
- 41
- erstes Zahnrad
- 42
- zweites Zahnrad
- 43
- drittes Zahnrad
- 44
- Buchse
- 45
- Bohrung
- 46
- Motorabdichtring
- 47
- erster Dichtring
- 48
- zweiter Dichtring
- 49
- Federelement
- 50
- Elektromotor
- 51
- erstes Elektromotorgehäuseteil
- 52
- Stator
- 53
- Rotor
- 54
- Rotorwelle
- 55
- erstes Rotorlager
- 56
- zweites Rotorlager
- 57
- erstes Gehäuseauge
- 58
- zweites Elektromotorgehäuseteil
- 59
- zweites Gehäuseauge
- 60
- Elektronikeinheit
- 61
- erstes Gehäuseteil
- 62
- zweites Gehäuseteil
- 63
- Leiterplatte
- 64
- Kühlplatte
- 65
- Positionslagensensor
- 66
- elektronischer Anschluss
- 67
- Gehäuseabdichtring
- 68
- Gehäuseverbindungsabschnitt
- 69
- Pin
- 70
- Druckmittelbehälter
- 71
- Schnüffellochstutzen
- 72
- Nachsaugstutzen
- 73
- Rücklaufanschluss
- 75
- Trägerplatte
- 76
- Dichtring
- 77
- Flansch
- 78
- erste Aufnahmeöffnung
- 79
- zweite Aufnahmeöffnung
- 80
- Trennventil
- I
- erster Bremskreis
- II
- zweiter Bremskreis
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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