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DE10201378A1 - Leistungshalbleiter-Schaltung für einen Kommutierungszweig und Verfahren zum Steuern des Abschaltverhaltens einer Leistungshalbleiterschaltung - Google Patents

Leistungshalbleiter-Schaltung für einen Kommutierungszweig und Verfahren zum Steuern des Abschaltverhaltens einer Leistungshalbleiterschaltung

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DE10201378A1
DE10201378A1 DE2002101378 DE10201378A DE10201378A1 DE 10201378 A1 DE10201378 A1 DE 10201378A1 DE 2002101378 DE2002101378 DE 2002101378 DE 10201378 A DE10201378 A DE 10201378A DE 10201378 A1 DE10201378 A1 DE 10201378A1
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DE
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semiconductor switch
diode
switch
power semiconductor
reverse
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DE2002101378
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Andreas Lindemann
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IXYS Semiconductor GmbH
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IXYS Semiconductor GmbH
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Publication date
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    • H02GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
    • H02MAPPARATUS FOR CONVERSION BETWEEN AC AND AC, BETWEEN AC AND DC, OR BETWEEN DC AND DC, AND FOR USE WITH MAINS OR SIMILAR POWER SUPPLY SYSTEMS; CONVERSION OF DC OR AC INPUT POWER INTO SURGE OUTPUT POWER; CONTROL OR REGULATION THEREOF
    • H02M1/00Details of apparatus for conversion
    • H02M1/08Circuits specially adapted for the generation of control voltages for semiconductor devices incorporated in static converters
    • HELECTRICITY
    • H03ELECTRONIC CIRCUITRY
    • H03KPULSE TECHNIQUE
    • H03K17/00Electronic switching or gating, i.e. not by contact-making and –breaking
    • H03K17/08Modifications for protecting switching circuit against overcurrent or overvoltage
    • H03K17/081Modifications for protecting switching circuit against overcurrent or overvoltage without feedback from the output circuit to the control circuit
    • H03K17/0814Modifications for protecting switching circuit against overcurrent or overvoltage without feedback from the output circuit to the control circuit by measures taken in the output circuit

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Abstract

Eine Leistungshalbleiter-Schaltung für einen Kommutierungszweig weist einen ersten Halbleiterschalter, insbesondere eine konventionelle Freilaufdiode D und einen zweiten Halbleiterschalter, beispielsweise einen Thyristor Th¶1¶, auf, der der Freilaufdiode parallel geschaltet ist. Während sich die Freilaufdiode durch eine geringe Sperrverzugsladung und harten Stromabriß auszeichnen kann, zeigt der Thyristor, wenn eingeschaltet, eine große Sperrverzugsladung. Darüber hinaus umfaßt die Leistungshalbleiter-Schaltung eine Steuereinrichtung 2, mit der das Abschaltverhalten der Schaltung einstellbar ist. In einer einfachen Ausführungsform ist die Steuereinrichtung eine Gate und Anode des Thyristors Th¶1¶ parallel geschaltete Diode D¶1¶. Die Leistungshalbleiter-Schaltung kann mit der Steuereinrichtung an die speziellen Anforderungen der unterschiedlichen Anwendungsfälle angepaßt werden, so daß die Schaltung im Gegensatz zu den bekannten Hybrid-Dioden universell einsetzbar ist, deren Abschaltverhalten durch die Chip-Technologie vorgegeben ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Leistungshalbleiter-Schaltung für einen Kommutierungszweig mit einem Halbleiterbauelement, insbesondere einer Leistungsdiode, durch die zum Ausräumen von Ladungsträgern ein Rückstrom in Sperrichtung fließt, sowie ein Verfahren zum Steuern des Abschaltverhaltens einer Leistungshalbleiterschaltung.
  • In elektronischen Schaltungen beispielsweise zur Versorgung von elektrischen Maschinen kommen neben Halbleiterventilen, die über einen Steueranschluß ein- bzw. ausgeschaltet werden können, Freilaufdioden zum Einsatz, die das Halbleiterventil vor Zerstörung durch Überspannung bei induktiver Last schützen. Wird das einer solchen Freilaufdiode gegenüberliegende Halbleiterventil mit Steueranschluß eingeschaltet, während die Diode noch Strom führt, so kommutiert der Laststrom von der Diode auf das Halbleiterventil. Die Diode kann jedoch erst nach Ausräumen einer Sperrverzugsladung Sperrspannung aufnehmen; der diese Ladung ausräumende Stromfluß reißt je nach Diodentyp und Randbedingungen sehr schnell, d. h. mit hoher Stromsteilheit di/dt ab. Diese Zusammenhänge sind beispielsweise in K. Heumann: Grundlagen der Leistungselektronik; B. G. Teubner, Stuttgart 1989 dargestellt.
  • Eine hohe Stromsteilheit di/dt bei Stromabriß in der Diode ist unter verschiedenen Gesichtspunkten von Nachteil. Einerseits führt sie zu hohen induzierten Spannungen an parasitären Induktivitäten Lp di/dt, so daß insbesondere in Schaltungen für Antriebe mit relativ niedrigen Versorgungsspannungen eine Überdimensionierung der Leistungshalbleiter hinsichtlich ihrer Sperrspannungen erforderlich ist. Andererseits kann eine steile Flanke mit hohem di/dt vorhandene, aus Kapazitäten und Induktivitäten bestehende Schwingkreise zum Schwingen anregen, was den Betrieb der Schaltung stören kann und ihre unerwünschte Störaussendung erhöht.
  • Von schnellen Leistungsdioden wird daher gefordert, daß bei Kommutierung aus dem Durchlaßzustand das Rückstrommaximum klein ist und der Abfall des Rückstroms nach dem Rückstrommaximum mit nicht zu großer Steilheit erfolgt. Es wird also ein sogenanntes weiches Rückwärtserholungs- oder Soft-Recovery- Verhalten gefordert. Durchlaßspannung und Sperrstrom dürfen dabei bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten.
  • Die DE 42 01 183 A1 schlägt vor, das Abschaltverhalten einer Leistungsdiode dahingehend zu verbessern, daß bei gleicher Durchlaßspannung und gleichem Soft-Recovery-Verhalten eine verminderte Rückstromspitze auftritt. Dies wird dadurch erreicht, daß die Leistungsdiode in zwei Teildioden aufgeteilt wird, von denen die erste eine Innenzonendicke aufweist, die auf die Sperrspannung abgestimmt ist, während die Innenzonendicke der zweiten Teildiode zur Erzielung des Soft-Recovery-Verhaltens größer als die Innenzonendicke der ersten Teildiode ist. Darüber hinaus werden die Minoritätsträger-Lebensdauern beider Teildioden derart aufeinander abgestimmt, daß der Durchlaßstrom der ersten Teildiode größer als der Durchlaßstrom der zweiten Teildiode ist. Als nachteilig erweist sich bei einer solchen Hybrid-Diode, daß die Abschalteigenschaften durch die technologische Auslegung der beiden Teildioden bei der Chipherstellung festgelegt ist.
  • Die DE 41 35 259 C1 schlägt zur Reduzierung der Schaltungsverluste im Kommutierungszweig vor, einer Leistungsdiode mit einem weichen Schaltverhalten eine zweite Leistungsdiode mit einem harten Schaltverhalten parallel zu schalten. Während im Durchlaßfall die erste Diode den wesentlichen Teil des Laststroms führt, fließt durch die zweite Diode nach steilem Stromabriß in der ersten Diode ein mit geringerer Steilheit abklingender Rückstrom, so daß die nachteiligen Überspannungen vermieden und Oszillationen weniger angeregt werden. Nachteilig ist jedoch, daß die Abschalteigenschaften durch die Verwendung spezieller Dioden festgelegt sind.
  • J. Lutz, P. Nagengast: Neue Entwicklungen bei schnellen Dioden; ETG- Fachtagung, Bad Nauheim 1998, S. 27 ff befaßt sich mit der Abhängigkeit des Schaltverhaltens von Dioden vom Arbeitspunkt, insbesondere Spannung, Strom, Stromsteilheit und Temperatur. Daraus ergibt sich, daß die technologische Auslegung von Dioden nach dem Stand der Technik im allgemeinen für den gesamten Arbeitsbereich niemals optimal sein kann. Es besteht keine Möglichkeit, festgelegte Diodencharakteristika vom Arbeitspunkt abhängig zu beeinflussen.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Leistungshalbleiter-Schaltung für einen Kommutierungszweig mit verbesserten Abschalteigenschaften zu schaffen, die in unterschiedlichen Anwendungsfällen universell einsetzbar ist. Darüber hinaus ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Steuern des Abschaltverhaltens von Leistungs-Halbleitern mit verbesserten Abschalteigenschaften anzugeben.
  • Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den im Patentanspruch 1 bzw. 5 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
  • Bei der erfindungsgemäßen Leistungshalbleiter-Schaltung finden zwei parallel geschaltete Halbleiterschalter Verwendung: Bei dem ersten Halbleiterschalter handelt es sich um eine Diode, deren Schaltverhalten durch harten Abriß der Rückstromspitze gekennzeichnet sein kann; der zweite Halbleiterschalter ist so ausgeführt, daß sein Schaltverhalten beeinflußt werden kann. Zur Einstellung des Abschaltverhaltens der Leistungshalbleiter-Schaltung ist eine Steuereinrichtung vorgesehen. Die universelle Einsetzbarkeit der Leistungshalbleiter-Schaltung in unterschiedlichen Anwendungsfällen ergibt sich daraus, daß die Steilheit des Abrisses der Rückstromspitze durch die Steuerbarkeit des zweiten Halbleiterschalters einstellbar ist. Da das Abschaltverhalten der erfindungsgemäßen Leistungshalbleiter-Schaltung nicht ausschließlich auf der Chiptechnologie beruht, sondern durch Ansteuerung zu beeinflussen ist, kann es an den jeweiligen Anwendungsfall individuell angepaßt werden.
  • Die Steuereinrichtung steuert den zweiten Halbleiterschalter vorzugsweise derart an, dass er zusätzliche Ladungsträger bereitstellt, wenn der Durchlassstrom der Leistungshalbleiter-Schaltung besonders klein und/oder mindestens in der Größenordnung des Nennstroms ist, und/oder wenn aufgrund des Unterschieds zwischen der Betriebsspannung und der zulässigen Sperrspannung des ersten und zweiten Halbleiterschalters nur geringe Überspannungsspitzen zulässig sind, und/oder wenn der erste Halbleiterschalter eine hohe Sperrschichttemperatur aufweist.
  • Der erste Halbleiterschalter der erfindungsgemäßen Halbleiter-Schaltung kann eine konventionelle Freilaufdiode sein, die sich durch ein hartes Schaltverhalten (Recovery-Verhalten) auszeichnet.
  • Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist der zweite Halbleiterschalter ein Thyristor mit weichem Abschaltverhalten. Grundsätzlich kann der zweite Halbleiterschalter aber auch ein Transistor oder ein ähnliches Halbleiterbauelement sein. Allein entscheidend ist, daß nach Ausräumen der Sperrverzugsladung des ersten Halbleiterschalters mit hartem Abriß der Rückstromspitze vom zweiten Halbleiterschalter eine zusätzliche Sperrverzugsladung mit weichem Stromabriß zur Verfügung gestellt wird, so daß das Abschalten der erfindungsgemäßen Leistungshalbleiter-Schaltung insgesamt für die jeweiligen Betriebsbedingungen hinreichend weich erfolgt.
  • Bei der Ausführungsform mit dem Thyristor als zweiten Halbleiterschalter kann die Steuereinrichtung von einer zwischen dessen Gate und Anode geschalteten Diode gebildet werden. Hierbei handelt es sich um ein relativ einfaches Ausführungsbeispiel, bei dem das Steuersignal für den Thyristor durch eine mit wenig Aufwand ins Bauelement integrierbare Steuereinrichtung bereitgestellt wird. Alternativ kann das Steuersignal aber auch von einer externen Steuereinrichtung bereitgestellt werden. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die nötigen Meßsignale ohnehin erfaßt und in einer Steuer- bzw. Regeleinheit ausgewertet werden. Der Aufwand, diese Einrichtung auch zentral die Einstellung des Abschaltverhaltens der Leistungshalbleiter-Schaltung vornehmen zu lassen, ist dann vergleichsweise gering.
  • Im folgenden werden verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
  • Fig. 1 eine konventionelle Freilaufdiode,
  • Fig. 2 das Abschaltverhalten der in einen Kommutierungszweig eingebundenen Freilaufdiode von Fig. 1,
  • Fig. 3 eine vereinfachte schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Leistungshalbleiter-Schaltung,
  • Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Leistungshalbleiter- Schaltung mit einer Diode als Steuereinrichtung für einen Thyristor,
  • Fig. 5 das Abschaltverhalten der Leistungshalbleiter-Schaltung von Fig. 4 und
  • Fig. 6 ein Ausführungsbeispiel der Leistungshalbleiter-Schaltung mit einer externen Steuereinrichtung und einem Thyristor als zweiten Halbleiterschalter.
  • Fig. 1 zeigt eine konventionelle Freilaufdiode, wie sie in den bekannten Kommutierungszweigen eingesetzt wird. Die bekannte Freilaufdiode zeichnet sich dadurch aus, daß nach Abkommutieren eines Durchlaßstroms in Vorwärtsrichtung eine Rückstromspitze auftritt, nach deren betragsmäßigem Maximum die Diode Sperrspannung aufnehmen kann.
  • Das Abschaltverhalten der Freilaufdiode von Fig. 1 in einem Kommutierungszweig zeigt Fig. 2. Es sind Strom (gepunktete Linie) und Spannung (durchgezogene Linie) als Funktion der Zeit dargestellt. Wenn der Laststrom von der Freilaufdiode auf das Halbleiterventil kommutiert, nimmt der durch die Diode fließende Strom von seinem stationären Wert auf den Wert 0 ab, während der durch das Halbleiterventil fließende Strom entsprechend zunimmt. Deutlich ist zu erkennen, daß nach dem Nulldurchgang ein Rückstrom in Sperrichtung durch die Diode fließt. Der steile Abriß der Rückstromspitze führt zu einer Überspannungsspitze von fast doppelter Zwischenkreisspannung und anschließender am Spannungsverlauf deutlich erkennbarer Oszillation. In Fig. 2 ist die Rückstromspitze mit einem Pfeil gekennzeichnet.
  • Die erfindungsgemäße Leistungshalbleiter-Schaltung zeigt Fig. 3 in vereinfachter schematischer Darstellung. Die Schaltung umfaßt die Freilaufdiode D von Fig. 1 als ersten Halbleiterschalter, einen zweiten Halbleiterschalter 1 und eine Steuereinrichtung 2. Der zweite Halbleiterschalter 1 weist einen Anoden- Anschluß A, einen Steueranschluß S und einen Kathoden-Anschluß K auf, wobei der Anoden-Anschluß mit der Anode und der Kathoden-Anschluß mit der Kathode der Diode D verbunden ist. Der Steueranschluß S ist mit der Steuereinrichtung 2 verbunden. Die Steuereinrichtung erzeugt ein Steuersignal, mit dem der zweite Halbleiterschalter derart angesteuert wird, daß die Leistungshalbleiter-Schaltung ein bestimmtes Abschaltverhalten hat.
  • Unter der Annahme, daß die Diode D ein für Epitaxial-Dioden typisches Abschaltverhalten aufweist, ist ein Steuerverfahren für den zweiten Halbleiterschalter 1 von der Steuereinrichtung 2 von Vorteil, das elektrische Parameter, insbesondere Strom und Spannung durch die Leistungshalbleiter- Schaltung, sowie thermische Größen, insbesondere die Sperrschichttemperatur der Diode D, auswertet.
  • Zunächst wird die Steuerung des Abschaltverhaltens in Abhängigkeit vom Strom in Vorwärtsrichtung durch die Diode D beschreiben.
  • Bei im Vergleich zum Nennstrom sehr kleinen Strömen verstärkt sich die Neigung von Dioden, elektrisch zu schwingen. Um die bei elektrischen Schwingungen unter Einbeziehung der Diode D auftretenden Überspannungsspitzen zu minimieren, kann es vorteilhaft sein, den Schwingkreis durch zusätzliche Ladung im zweiten Halbleiterschalter 1 zu verstimmen. Handelt es sich beim zweiten Halbleiterschalter 1 um einen Thyristor Th1, so bedeutet dies, daß dieser vorzugsweise abgeschaltet wird.
  • Bei großen Durchlaßströmen durch die Diode D und mithin in Induktivitäten in anderen Teilen der Schaltung gespeicherten großen Energien sollte der zweite Halbleiterschalter 1 den Stromabriß der Leistungshalbleiter-Schaltung ebenfalls durch zusätzliche Ladung verbessern.
  • In einem Zwischenbereich von beispielsweise 25%-50% des Nennstroms kann die Schaltung auch ohne zusätzliche Ladung aus dem zweiten Halbleiterschalter 1 befriedigend funktionieren. Ein diese Aufgabe wahrnehmender Thyristor Th1 muß also nicht eingeschaltet werden.
  • Das Abschaltverhaltens kann in Abhängigkeit von der Sperrspannung wie folgt gesteuert werden.
  • Je höher die in der Schaltung anliegende Sperrspannung im stationären Zustand und je niedriger die ausgewiesene Sperrspannung der Diode D, desto weniger Reserven für Überspannungsspitzen sind vorhanden. Je geringer die Differenz dieser Spannungen ist, desto vorteilhafter ist es mithin, Überspannungsspitzen beim Ausschalten der Diode D zu reduzieren, indem der zweite Halbleiterschalter 1 zusätzliche Ladung zur Verfügung stellt. Ein diese Aufgabe wahrnehmender Thyristor Th1 wird also während der Leitungsdauer von D eingeschaltet.
  • Bei batteriegespeisten Spannungszwischenkreis-Umrichtern ist die stationäre Sperrspannungs-Belastung der Dioden beispielsweise identisch mit der Batteriespannung. Die Dioden werden in der Regel so ausgewählt, daß ihre ausgewiesene Sperrspannung etwa das doppelte der Batterie-Nennspannung beträgt, so daß sich Reserven von lediglich einigen 10 V bis 100 V ergeben.
  • Nachfolgend wird die Steuerung des Abschaltverhaltens in Abhängigkeit von der Sperrschichttemperatur beschrieben:
    Niedrige Sperrschichttemperatur führt zu geringer Sperrverzugsladung und vergleichsweise weichem Abriß der Rückstromspitze in der Diode D, so daß der zweite Halbleiterschalter 1 keine zusätzliche Ladung bereithalten soll. Handelt es sich beim zweiten Halbleiterschalter 1 um einen Thyristor Th1, so bedeutet dies, daß jener nicht eingeschaltet werden soll.
  • Umgekehrt führt hohe Sperrschichttemperatur der Diode D zu einer größeren Sperrverzugsladung mit steilerem Abriß der Rückstromspitze. In diesem Falle soll also der zweite Halbleiterschalter 1 zusätzliche Ladung bereithalten. Im Ausführungsbeispiel mit Thyristor Th1 bedeutet dies, daß jener während der Leitungsdauer der Diode D eingeschaltet wird und mithin einen geringen Teil des Freilaufstroms führt.
  • Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit einem Thyristor Th1 als zweiten Halbleiterschalter und einer Diode D1 als Steuereinrichtung. Der Thyristor Th1 ist der Freilaufdiode D parallel geschaltet, wobei die Kathode der Diode D1 mit dem Gate und die Anode der Diode D1 mit der Anode des Thyristors Th1 verbunden ist. Die Freilaufdiode zeichnet sich durch einen harten Stromabriß bei geringer Sperrverzugsladung aus, der Thyristor Th1 durch eine größere Sperrverzugsladung. Ist die Durchlaßspannung der Freilaufdiode D hinreichend hoch, so wird der Thyristor Th1 über die Diode D1 gezündet. Man erreicht so, daß der weiche Stromabriß durch Zuschaltung des Thyristors beim Abschalten größerer Ströme, bei denen die konventionelle Diode D eine hinreichend hohe Durchlaßspannung aufbaut, zum Tragen kommt.
  • In Fig. 5 ist zu erkennen, daß bei der Leistungshalbleiter-Schaltung von Fig. 4 das Abschaltverhalten verbessert ist. Im Vergleich zum Abschaltverhalten einer konventionellen Freilaufdiode D, wie in Fig. 2 gezeigt, zeichnen sich die aufgenommenen Kurvenverläufe durch eine niedrigere Überspannungsspitze sowie eine deutlich stärkere Dämpfung der entstehenden Schwingung aus.
  • Die alternative Ausführungsform der Leistungshalbleiter-Schaltung von Fig. 6 unterscheidet sich von der Schaltung von Fig. 4 dadurch, daß anstelle der Diode D1 eine externe Steuereinrichtung 2 vorgesehen ist. Die externe Steuereinrichtung 2 kann beispielsweise Bestandteil der ohnehin in den bekannten Schaltungen der Leistungselektronik vorgesehenen Einrichtungen für die Auswertung der nötigen Meßsignale sein. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung den Thyristor Th1 mit weichem Schaltverhalten erst dann zünden, wenn kritische Parameter überschritten sind. Als kritische Parameter kommen insbesondere der durch die Freilaufdiode D fließende Strom oder die Temperatur in Betracht. Insbesondere sollte der Thyristor nur dann gezündet und damit auf das Abschaltverhalten der Leistungshalbleiter-Schaltung Einfluß genommen werden, wenn bestimmte Strom- und/oder Temperaturgrenzwerte unter- oder überschritten werden.

Claims (5)

1. Leistungshalbleiter-Schaltung für einen Kommutierungszweig mit einem ersten Halbleiterschalter (D), der in Durchlaßrichtung für Strom durchlässig ist und durch den zum Ausräumen von Ladungsträgern eine Rückstromspitze in Sperrichtung fließt, und mit einem dem ersten Halbleiterschalter parallel geschalteten zweiten Halbleiterschalter (1), durch den zum Ausräumen von Ladungsträgern ein Rückstrom fließen kann, wobei Ladungsträger nach Abriß der Rückstromspitze des ersten Halbleiterschalters (D) ausgeräumt werden können, so daß die Stromsteilheit der Rückstromspitze beim Abriß der Rückstromspitze der Leistungshalbleiter-Schaltung reduziert wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuereinrichtung (2) vorgesehen ist, mit der die im zweiten Halbleiterschalter gespeicherte Ladung zum Einstellen des Abschaltverhaltens der Leistungshalbleiter-Schaltung beeinflußt werden kann.
2. Leistungshalbleiter-Schaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Halbleiterschalter eine Diode D ist.
3. Leistungshalbleiter-Schaltung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Halbleiterschalter ein Thyristor (Th1) ist.
4. Leistungshalbleiter-Schaltung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung von einer Diode D1 gebildet wird, die Gate und Anode des Thyristors (Th1) verbindet.
5. Verfahren zum Steuern des Abschaltverhaltens einer Leistungshalbleiter- Schaltung für einen Kommutierungszweig mit einem ersten Halbleiterschalter (D), der in Durchlaßrichtung für Strom durchlässig ist und durch den zum Ausräumen von Ladungsträgern eine Rückstromspitze in Sperrichtung fließt, und mit einem dem ersten Halbleiterschalter parallel geschalteten zweiten Halbleiterschalter, durch den zum Ausräumen von Ladungsträgern ein Rückstrom fließen kann, wobei Ladungsträger nach Abriß der Rückstromspitze des ersten Halbleiterschalters (D) ausgeräumt werden können, so daß die Stromsteilheit der Rückstromspitze beim Abriß der Rückstromspitze der Leistungshalbleiter-Schaltung reduziert wird, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Halbleiterschalter von einer Steuereinrichtung (2) derart angesteuert wird, daß er zusätzliche Ladungsträger in Abhängigkeit von dem Durchlaßstrom der Leistungshalbleiter-Schaltung bereitstellt, und/oder zusätzliche Ladungsträger bereitstellt, wenn die zulässige Sperrspannung des ersten oder zweiten Halbleiterschalters ohne Bereitstellung zusätzlicher Ladungsträger überschritten wird und/oder wenn der erste Halbleiterschalter eine Sperrschichttemperatur aufweist, die größer als eine vorgegebene Temperaturschwelle ist.
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