-
Die Erfindung betrifft eine Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung für ein Haushaltsgerät, mit einer elektrischen Kontakteinrichtung zur Kontaktierung einer flexiblen Leiterfolie an der Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung. Die Erfindung betrifft außerdem ein Wäschepflegegerät mit einer derartigen Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung.
-
Als flexible Leiterfolien werden im Rahmen dieser Anmeldung flexible Folien bezeichnet, die mit elektrischen Leiterbahnen versehen sind. Im Stand der Technik sind eine Reihe von Verfahren bekannt, z. B. Druckverfahren, mit denen diese Leiterbahnen auf die flexiblen Folien aufgebracht werden.
-
Flexible Leiterfolien mit in der Regel mehreren Leiterbahnen werden im Stand der Technik als flexible, flache Folienkabel (FFC = flexible flat cable) bezeichnet. Mit derartigen flexiblen flachen Folienkabeln kann in einfacher Weise eine große Anzahl elektrischer Verbindungen hergestellt werden, beispielsweise für elektrische Bussysteme.
-
Zusätzlich zu den elektrischen Leiterbahnen können auch noch elektrische Schaltkreise auf den flexiblen Leiterfolien vorhanden sein. Im Stand der Technik werden diese flexiblen Leiterfolien dann als flexible gedruckte Schaltkreise (FPC = flexible printed circuit) bezeichnet. Auf diese Weise können auf den flexiblen Leiterfolien aktive und passive elektronische Schaltungen verwirklicht sein, beispielsweise Interfaceschaltungen, mit Mikroprozessoren, Sensorbedienelementen, Anzeigeelementen etc.. In der vorliegenden Anmeldung soll der Begriff flexible Leiterfolien sämtliche denkbaren Ausbildungen umfassen.
-
Eine elektrische Kontakteinrichtung zur Kontaktierung einer flexiblen Leiterfolie dient dazu, eine elektrische Verbindung zwischen den Leiterbahnen auf der flexiblen Leiterfolie und anderen elektrischen Schaltkreisen herzustellen. Dabei kann eine elektrische Verbindung mit elektrischen Schaltungen auf Leiterplatten, beispielsweise gedruckten Leiterplatten (PCB = printed circuit board) oder mit auf anderen Bauteilen ausgebildeten Leiterbahnen und Schaltungen, etwa auf Gehäuseteilen, Displays oder Bedienfeldern, vorgesehen sein. Auch Verbindungen mit anderen flexiblen Leiterfolien können davon umfaßt sein.
-
Im Stand der Technik sind zur Kontaktierung beispielsweise sog. Heat-seal-Verfahren bekannt, bei denen die flexiblen Leiterfolien unter Wärme und Druck mit den zu kontaktierenden Elementen verklebt werden.
-
Derartige Verbindungen sind in der Regel nicht wieder lösbar, und sie erfordern einen speziellen Klebe- oder Lötprozess. Daher können dese Verfahren für betreffende oder benachbarte Bauteile eine möglicherweise inakzeptable thermische Belastung bedeuten.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bildet die Displayplatte eine Bedienblende für ein Haushaltsgerät. Insbesondere da die elektrische Kontakteinrichtung für die Herstellung der elektrischen Verbindung zwischen Displayplatte und flexibler Leiterfolie eine thermische oder chemische Belastung vermeidet, kann die Displayplatte direkt als Bedienblende ausgebildet sein. Es ist also nicht mehr notwendig, die Displayplatte an der Bedienblende zu montieren, wodurch Montagekosten gespart werden können.
-
Die Erfindung schafft eine Anzeige und/oder Bedienvorrichtung für ein Haushaltsgerät mit einer einfachen und zuverlässigen elektrischen Kontakteinrichtung.
-
Dazu ist eine Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung für ein Haushaltsgerät, mit einer elektrischen Kontakteinrichtung zur Kontaktierung einer flexiblen Leiterfolie an der Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung vorgesehen. Dabei umfaßt die Kontakteinrichtung, einen Kontaktabschnitt der Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung, in dem elektrische Kontaktflächen ausgebildet sind, und ein Befestigungselement, welches an der Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung befestigt ist, um die flexible Leiterfolie zwischen dem Befestigungselement und den elektrischen Kontaktflächen zu klemmen, wobei das Befestigungselement mit einem elastischen Element versehen ist, mittels welchem das Befestigungselement auf die flexible Leiterfolie eine Anpreßkraft an die elektrischen Kontaktflächen ausübt..
-
Wenn das elastische Element eine Anpreßkraft vom Befestigungselement auf die flexible Leiterfolie ausübt und damit die elektrischen Leiterbahnen der flexiblen Leiterfolie an die elektrischen Kontaktflächen der Displayplatte anpreßt, gewährleistet es einen guten elektrischen Kontakt und gleichzeitig eine sichere mechanische Befestigung der flexiblen Leiterfolie an der Displayplatte. Die Nachgiebigkeit des elastischen Elements verhindert gleichzeitig, daß die flexible Leiterfolie beschädigt wird. Somit kann eine zuverlässige elektrische Verbindung zwischen den Leiterbahnen der flexiblen Leiterfolie und den Leiterbahnen der Displayplatte hergestellt werden, ohne daß Löt-, Schweiß- oder Klebeverbindungen erforderlich sind. Dies hat den Vorteil, daß keine Lot- oder Klebstoffe erforderlich sind, die evtl. eine Umweltbelastung darstellen könnten. Falls die Möglichkeit besteht, das Befestigungselement wieder von der Displayplatte zu lösen, dann stellt die elektrische Kontakteinrichtung sogar eine wieder lösbare elektrische Verbindung her. Die vorgeschlagene Kontakteinrichtung hat außerdem den Vorteil, daß sie keine zusätzlichen leitfähigen Kontaktierungselemente, etwa Kontaktfedern erfordert.
-
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann das Befestigungselement zusammen mit dem elastischen Element als Zweikomponentenkunststoffteil ausgebildet sein. Beispielsweise in einem Zweikomponentenspritzverfahren kann das Befestigungselement aus einem harten Kunststoff (z.B. ABS) und einem weichen, elastischen Kunststoff (z.B. Polyurethan PU) in einem Schritt hergestellt werden. Damit entfällt die Notwendigkeit, zwei Bauteile aus unterschiedlichen Werkstoffen nachträglich zusammenfügen zu müssen. Auf diese Weise läßt sich auch sehr einfach das Befestigungselement mit dem elastischen Element aus zwei unterschiedlichen Materialien herstellen, so daß kein zusätzlicher Montageschritt erforderlich ist, um das elastische Element am Befestigungselement anzubringen.
-
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Kontaktabschnitt von einem Abschnitt einer Displayplatte, insbesondere einem Touchdisplay ausgebildet. Der besondere Vorteil dieser Ausführungsform ergibt sich daraus, daß das Display, welches besonders empfindlich ist, beim Herstellen des Kontaktes keiner thermischen oder chemischen Belastung ausgesetzt ist.
-
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist an der Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung wenigstens ein Halteelement zur Positionierung der Displayplatte ausgebildet. Das Halteelement legt die Position der Displayplatte an der Anzeige und/oder Bedienvorrichtung fest. Außerdem kann das Halteelement verhindern, daß die Displayplatte sich im montierten Zustand verschiebt.
-
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das Befestigungselement als Rahmen zur Befestigung der Displayplatte an der Mittelblende ausgebildet. Damit kann vorteilhaft gleichzeitig sowohl die flexible Leiterfolie an der Displayplatte als auch die Displayplatte an der Anzeige und/oder Bedienvorrichtung befestigt werden. Die Montage der Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung ist damit erleichtert.
-
Gemäß einer alternativen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist ein Rahmen zur Befestigung der Displayplatte an der Bedienblende vorgesehen, wobei das Befestigungselement in den Rahmen eingelassen ist. Diese Gestaltung erlaubt es, daß das Befestigungselement nicht separat an der Displayplatte befestigt werden muß, sondern gleichzeitig mit der Montage des Rahmens, der die Displayplatte an der Bedienblende hält, an der Displayplatte befestigt ist. Da das Befestigungselement als separates Teil im Rahmen eingelassen ist, kann derselbe Rahmen für unterschiedliche Kontakteinrichtungen vorgesehen sein, bei dem beispielsweise flexible Leiterfolien mit mehr oder weniger Leiterbahnen Verwendung finden. Entsprechend muß nur ein passendes Befestigungselement in den Rahmen eingefügt werden. Der Rahmen kann außerdem aus einem anderen Material gefertigt sein als das Befestigungselement. Wenn das Befestigungselement als Zweikomponentenkunststoffteil hergestellt ist, kann dieses als separates Bauteil kostengünstiger hergestellt werden als wenn der komplette Rahmen als Zweikomponentenkunststoffteil hergestellt werden müsste.
-
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind an der Displayplatte Führungselemente ausgebildet, um die Position einer flexiblen Leiterfolie in Bezug auf die Kontaktflächen zu fixieren. Die Führungselemente erleichtern das Zusammenfügen der flexiblen Leiterfolie mit der Displayplatte in der elektrischen Kontakteinrichtung, da sie gewährleisten, daß die Leiterbahnen der flexiblen Leiterfolie korrekt zu den zugehörigen Kontaktflächen auf der Displayplatte positioniert sind. Damit kann die Montage der flexiblen Leiterfolie an der Displayplatte schneller und zuverlässiger durchgeführt werden.
-
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die Führungselemente als Stifte ausgebildet, welche in Öffnungen der flexiblen Leiterfolie eingreifen können. Öffnungen sind in einer flexiblen Leiterfolie sehr einfach herzustellen, und sorgen für eine sichere Positionierung der Leiterfolie in Bezug auf die Displayplatte, und die Stifte, welche in die Öffnungen eingreifen, stellen zusätzlich auch noch eine mechanische Verbindung her, welche eine Zugentlastung darstellt.
-
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung und deren Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen in Verbindung mit der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung, in der Bezug genommen wird auf die beigefügten Zeichnungen, in welchen zeigt:
-
1 eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Wäschepflegegerätes,
-
2 einen Ausschnitt einer Anzeige und/oder Bedienvorrichtung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in einer Explosionsansicht.
-
In 1 ist ein Wäschepflegegerät 1 dargestellt mit einem Gehäuse 2, das eine Anzeige- und/oder Bedienvorrichtung 10 aufweist. Die Anzeige- und Bedienvorrichtung 10 ist in der dargestellten Ausführungsform beispielhaft als Bedienblende einer Waschmaschine ausgebildet, welche Anzeigeelemente 3 zur Information des Bedieners über den Betriebszustand des Geräts und Bedienelemente 4 zum Einstellen von Programmen oder für andere Bedienereingriffe aufweist.
-
In 2 ist ein Ausschnitt der Anzeige- und Bedienvorrichtung 10 für ein Haushaltsgerät zu sehen. Zur besseren Übersicht sind die Bestandteile der Anzeige- und Bedienvorrichtung 10 in einer Explosionsansicht dargestellt.
-
Die Anzeige- und Bedienvorrichtung 10 ist mit einer Displayplatte 12 und einer Kontakteinrichtung 14 zur Kontaktierung einer flexiblen Leiterfolie 16 ausgestattet.
-
Die Displayplatte 12 ist auf einer ersten Oberfläche 18 mit Leiterbahnen 20 versehen. In einem Kontaktabschnitt 22 der Displayplatte 12 sind elektrische Kontaktflächen 24 ausgebildet, die mit den Leiterbahnen 20 verbunden sind. Die Leiterbahnen 20 stellen die Verbindung zu Anzeige und/oder Bedienelemente her, die auf oder in der Displayplatte 12 ausgebildet, montiert oder auf andere Weise angeschlossen sind. Die Displayplatte 12 kann beispielsweise als gedruckte Schaltungsplatine (PCB) oder als mit Leiterbahnen bedruckte Kunststoffolie, Kunststoff- oder Glasplatte ausgebildet sein.
-
In der gezeigten Ausführung ist die Displayplatte 12 auf einer Innenseite 26 eines Blendengrundkörpers 28 untergebracht. Der Blendengrundkörper 28 kann beispielsweise aus Kunststoff bestehen und die Bedienblende eines Haushaltsgerätes bilden, wobei die Innenseite 26, in das Geräteinnere weist, wenn die Frontblende am Gerät montiert ist. An der Innenseite 26 des Blendengrundkörpers 28 sind weiterhin Positionierelemente 30 vorgesehen, welche für eine korrekte Positionierung der Displayplatte 12 sorgen.
-
Die Displayplatte 12 ist von einem Rahmen 32 gehalten, der am Blendengrundkörper 28 befestigt ist, beispielsweise mittels einer Schraubverbindung 34. Der Rahmen 32, der in 1, wie auch die Displayplatte 12 und der Blendengrundkörper 28, der besseren Übersicht wegen nur zum Teil dargestellt ist, weist eine Oberseite 36 und eine gegenüberliegende Unterseite 38 auf, wobei die Unterseite 38 zum Blendengrundkörper 28 und zur Displayplatte 12 weist, wenn der Rahmen 32 montiert ist.
-
Der Rahmen 32 ist am Blendengrundkörper 28 so montiert, daß er die Displayplatte 12 im Kontaktabschnitt 22 wenigstens teilweise überdeckt. In dem Bereich, in welchem der Rahmen 32 den Kontaktabschnitt 22 überdeckt, ist im Rahmen 32 eine Ausnehmung 40 vorgesehen, die sich von der Oberseite 36 zur Unterseite 38 erstreckt. In der Ausnehmung 40 ist ein Befestigungselement 42 untergebracht, das mit einem elastischen Element 44 versehen ist.
-
Das Befestigungselement 42 ist so in der Ausnehmung 40 untergebracht, daß das elastische Element 44 zum Kontaktabschnitt 22 der Displayplatte 12 weist. Das Befestigungselement 42 kann in der Ausnehmung 40 durch Kleben, Klemmen, Klipsen oder auf andere Weise befestigt, oder auch mit einer Federkraft beaufschlagt verschiebbar untergebracht sein. Alternativ kann auch vorgesehen sein, daß sich die Ausnehmung 40 nicht durchgehend bis zur Oberseite 36 des Rahmens 32 erstreckt, sondern nur soweit, daß sie das Befestigungselement 42 aufnimmt. Wesentlich ist, daß das Befestigungselement 42 soweit über die Unterseite 38 des Rahmens 32 hinausragt, daß das elastische Element 44 verformt wird, wenn der Rahmen 32 am Blendengrundkörper 28 montiert ist, damit das Befestigungselement 42 eine Anpreßkraft auf die Leiterfolie 16 ausüben kann.
-
2 zeigt weiterhin einen Abschnitt einer flexiblen Leiterfolie 16 mit einer Rückseite 46 und einer Vorderseite 48, auf der elektrische Leiterbahnen 50 ausgebildet sind. An einem Ende der flexiblen Leiterfolie 16 ist ein Befestigungsabschnitt 52 ausgebildet, in welchem die Leiterbahnen 50 in Kontaktflächen 54 übergehen. In dem Befestigungsabschnitt 52 sind außerdem in der flexiblen Leiterfolie 16 Befestigungslöcher 56 vorgesehen. Entsprechend sind auf der Displayplatte 12 Stifte 58 vorgesehen, welche in die Befestigungslöcher 56 eingreifen, wenn die flexible Leiterfolie 16 so auf die Displayplatte 12 plaziert ist, daß der Befestigungsabschnitt 52 auf dem Kontaktabschnitt 22 liegt.
-
Die flexible Leiterfolie 16 ist dabei mit ihrer Vorderseite 48 wenigstens im Bereich des Befestigungsabschnitts 52 der Oberseite 18 der Displayplatte 12 zugewandt, so daß die Kontaktflächen 54 der flexiblen Leiterfolie 16 die Kontaktflächen 24 der Displayplatte 12 kontaktieren und damit eine elektrische Verbindung zwischen den Leiterbahnen 50 der flexiblen Leiterfolie 16 und den elektrischen Leiterbahnen 20 der Displayplatte 12 herstellen. Dabei bilden die Stifte 58 Führungselemente, welche dafür sorgen, daß der Befestigungsabschnitt 52 der flexiblen Leiterfolie 16 exakt auf den Kontaktabschnitt 22 der Displayplatte 12 positioniert ist.
-
Wenn der Rahmen 32 am Blendengrundkörper 28 befestigt ist, um die Displayplatte 12 zu halten, dann ist damit auch das Befestigungselement 42 so an der Displayplatte 12 befestigt, daß die flexible Leiterfolie 16 zwischen dem Befestigungselement 42 und den Kontaktabschnitt 22 der Displayplatte 12 festgeklemmt ist. Dabei übt das elastische Element 44 auf die flexible Leiterfolie 16 eine Anpreßkraft an die Kontaktflächen 24 im Kontaktabschnitt 22 der Displayplatte 12 aus, sodaß zuverlässig der elektrische Kontakt zwischen den Leiterbahnen 50 der flexiblen Leiterfolie 16 und den elektrischen Leiterbahnen 20 der Displayplatte 12 gewährleistet ist.
-
In einer alternativen Ausführungsform können Leiterbahnen und/oder Kontaktflächen direkt auf der Innenseite des Blendengrundkörpers ausgebildet sein, beispielweise durch Bedruckung mit einem Leitfähigen Material oder auf andere Weise. Die flexible Leiterfolie kann dann beispielsweise zwischen einem Befestigungselement und dem Blendengrundkörper geklemmt werden, und zwar in einem Kontaktabschnitt, in dem auf dem Blendengrundkörper mit den Leiterbahnen elektrisch verbundene Kontaktflächen ausgebildet sind.