DE102012218803A1 - Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine - Google Patents
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Abstract
Vorgeschlagen ist ein Schiebenocken-Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine. Ein auf einer Trägerwelle (2) zwischen zwei Axialpositionen verschiebbares Nockenstück (3) umfasst eine Nockengruppe unmittelbar benachbarter Nocken (4, 5), eine nutförmige Axialkulisse (8) und eine Rastiervorrichtung (10, 11, 12), die die Axialpositionen des Nockenstücks auf der Trägerwelle stabilisiert. Erfindungsgemäß sollen sich die Steuerzeiten der Axialkulisse und des Gaswechselventils (7) stets überlappen, so dass zumindest eine der Nockenerhebungen das Gaswechselventil zu einem Nockenwellenwinkel (αV0) öffnet, der noch innerhalb der Axialhubphase des sich verschiebenden Nockenstücks liegt.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine, umfassend:
- – eine Nockenwelle mit einer Trägerwelle und einem Nockenstück, das auf der Trägerwelle drehfest und zwischen zumindest zwei Axialpositionen verschiebbar angeordnet ist und das eine Nockengruppe unmittelbar benachbarter Nocken mit voneinander verschiedenen Erhebungen und eine nutförmige Axialkulisse aufweist, sowie mit einer Rastiervorrichtung, die die Axialpositionen des Nockenstücks auf der Trägerwelle stabilisiert;
- – einen Aktuator mit einem in die Axialkulisse einkoppelbaren Betätigungsstift zum Verschieben des Nockenstücks;
- – und einen Nockenfolger, der die Erhebungen selektiv abgreift und auf ein Gaswechselventil überträgt.
- Hintergrund der Erfindung
- Ein derartiger Ventiltrieb ist beispielsweise aus der
DE 10 2004 008 670 A1 bekannt. Zur Verschiebung des Nockenstücks greift der relativ dazu axial stillstehende Betätigungsstift in die rotierende Axialnut ein, deren Axialhub das Nockenstück zwingt, sich auf der Trägerwelle zu verschieben. Die Verschiebung des Nockenstücks zwischen zwei Axialpositionen muss innerhalb des Winkelbereichs der Nockenwelle erfolgen, in dem alle Nockenerhebungen hubfrei sind, d.h. rechtzeitig innerhalb der gemeinsamen Grundkreisphase aller Nocken. Anderenfalls würde der Nockenfolger, typischerweise die Nockenrolle eines Schlepphebels, während der darauf folgenden Erhebungsphase von zwei Nocken des noch nicht ausreichend weit verschobenen Nockenstücks simultan betätigt werden und im Worst Case den Schlepphebel von seinem Schwenklager herunter kippen. - Aufgrund der umfangreichen Bauteiltoleranzkette im Ventiltrieb ist der Eingriff des Betätigungsstifts in die Axialnut stets mit Axialspiel behaftet, so dass die Verschiebung des Nockenstücks nicht nur aus der gegenseitigen Zwangsführung von Betätigungsstift und Axialnut, sondern auch aus trägheitsbedingten Freiflugphasen des Nockenstücks relativ zum Betätigungsstift resultiert. Die Massenträgheit des sich verschiebenden Nockenstücks wird in besonderem Ausmaß bei Axialkulissen mit sich kreuzenden Kulissenbahnen genutzt, die vor ihrem Kreuzungspunkt lediglich eine beschleunigende Nutflanke und nach dem Kreuzungspunkt lediglich eine verzögernde Nutflanke haben. Die
DE 101 48 177 A1 zeigt eine derartige Axialkulisse, wobei ein erfolgreicher Verschiebevorgang des Nockenstücks dessen ausreichende Massenträgheit und folglich – unter zusätzlicher Berücksichtigung der Reibung – eine ausreichend hohe Dynamik entsprechend einer Mindestdrehzahl der Nockenwelle voraussetzt. - Wie zuvor erläutert, muss der Axialhubverlauf der Axialkulisse, d.h. deren Kinematik so beschaffen sein, dass das Nockenstück in einem möglichst großen Drehzahlbereich rechtzeitig und ausreichend weit zwischen den Axialpositionen verschoben wird. Maßgeblich entscheidend für die kinematische Gestaltung der Axialkulisse sind die betrieblich auf das Nockenstück wirkenden Beschleunigungs-, Trägheits- und Reibungskräfte sowie die Summe der Bauteiltoleranzen. Umgekehrt hat die Kinematik der Axialkulisse direkten Einfluss auf die Kontaktkräfte zwischen dem Betätigungsstift und den Nutflanken, wobei diese Kontaktkräfte auch bei hohen Axialbeschleunigungen des Nockenstücks, d.h. bei hohen Nockenwellendrehzahlen oder bei einer kurzen Grundkreisphase der Nockenerhebungen erträglich bleiben müssen.
- Aufgabe der Erfindung
- Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Ventiltrieb der eingangs genannten Art so fortzubilden, dass die Kinematik der Axialkulisse auch bei hohen Nockenwellendrehzahlen und/oder bei kurzen Grundkreisphasen zu moderaten Kontaktkräften zwischen dem Betätigungsstift und den Nutflanken der Axialkulisse führt.
- Zusammenfassung der Erfindung
- Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich dadurch, dass beim dynamischen Verschieben des Nockenstücks von der ersten in die zweite Axialposition stets die folgende Beziehung gilt:
hS(αV = αV0) < hR - Dabei sind:
- αV
- = Drehwinkel der Nockenwelle;
- αV0
- = Drehwinkel der Nockenwelle, bei dem der Nockenfolger beginnt, das Gaswechselventil mit der in der zweiten Axialposition übertragenen Erhebung zu öffnen;
- hS
- = momentaner Verschiebeweg des Nockenstücks bezüglich der ersten Axialposition;
- hR
- = axialer Abstand der stabilisierten Axialpositionen des Nockenstücks auf der Trägerwelle.
- In Worten ausgedrückt, besteht die Erfindung in den sich stets überlappenden Steuerzeiten der Axialkulisse und des Gaswechselventils und konkret darin, dass zumindest eine der Nockenerhebungen das Gaswechselventil zu einem Nockenwellenwinkel öffnet, der noch innerhalb der Axialhubphase des sich verschiebenden Nockenstücks liegt. Diese kinematische Ausgestaltung ermöglicht es gegenüber bekannten Ausführungen, den Verschiebeweg der Axialkulisse wesentlich zu verringern, wobei die Verschiebekraft, die für den verbleibenden Axialhub erforderlich ist, durch die Rastiervorrichtung selbst aufgebracht wird. Dieser verbleibende Axialhub wird im Laufe einer oder mehrerer nachfolgender Grundkreisphasen zurückgelegt, bis das Nockenstück in der zweiten Axialposition stabil eingerastet ist. Dieser stabile Zustand wird typischerweise durch Eintauchen einer seitens der Trägerwelle federbelasteten Rastkugel in eine Rastkontur im Nockenstück erreicht, wobei ein axialer Endanschlag für das Nockenstück durch die Rastkontur alleine oder in gemeinsam mit Umgebungsbauteilen, wie beispielsweise den Stirnflächen der Zylinderkopflagerstellen gebildet sein kann.
- Der verringerte Verschiebeweg kann bei unverändert langer Grundkreisphase dazu genutzt werden, die Axialbeschleunigung der Axialkulisse abzusenken, oder bei unverändert hoher Axialbeschleunigung dazu, die Grundkreisphase zu verkürzen und folglich die Gaswechselventilerhebung zu verlängern. Kinematisch dazwischen liegende Ausgestaltungen sind ebenfalls möglich.
- Kurze Beschreibung der Zeichnungen
- Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich auf der nachfolgenden Beschreibung und aus den Zeichnungen, in denen ein erfindungsgemäßer Ventiltrieb erläutert ist. Sofern nicht anders erwähnt, sind dabei gleiche oder funktionsgleiche Merkmale oder Bauteile mit gleichen Bezugszahlen versehen. Es zeigen:
-
1 ein schematisches Hubdiagramm eines erfindungsgemäßen Nockenstücks; -
2 einen Ausschnitt eines an sich bekannten Ventiltriebs in Seitenansicht. - Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen
- Die Erfindung sei ausgehend von
2 erläutert, die einen hubvariablen Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine zeigt. Das grundlegende Funktionsprinzip dieses an sich bekannten Ventiltriebs lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass eine konventionell starr ausgebildete Nockenwelle durch eine Nockenwelle1 mit einer außenverzahnten Trägerwelle2 und darauf mittels Innenverzahnung drehfest und längsverschiebbar angeordneten Nockenstücken3 ersetzt ist. Jedes Nockenstück weist zwei Gruppen axial unmittelbar benachbarter Nocken4 und5 auf, deren unterschiedliche Hubverläufe mittels Nockenfolger, hier mittels Rollenschlepphebel6 selektiv abgegriffen und auf Gaswechselventile7 übertragen werden. - Die zur betriebspunktabhängigen Aktivierung des jeweiligen Nockens
4 oder5 erforderliche Verschiebung des Nockenstücks3 auf der Trägerwelle2 erfolgt über nutförmige Axialkulissen8 am Nockenstück, die sich entsprechend der Verschieberichtung in ihrer Orientierung unterscheiden und in die, je nach momentaner Axialposition des Nockenstücks, jeweils ein Betätigungsstift9 eines elektromagnetischen Aktuators (nicht dargestellt) eingekoppelt wird. Zur Stabilisierung des Nockenstücks in den beiden Axialpositionen dient eine Rastiervorrichtung, die (hier nicht erkennbar) im Inneren der Trägerwelle verläuft und in das Innere des Nockenstücks einrastet. - Das in
1 dargestellte Diagramm verdeutlicht die axiale Relativbewegung des Nockenstücks3 gegenüber der Trägerwelle und dem Betätigungsstift9 . Zugunsten der vereinfachten Lesbarkeit des Diagramms ist das Nockenstück axial stillstehend, und die Relativbewegung ist auf den Betätigungsstift und den Nockenfolger in Form der Nockenrolle6 projiziert. Aufgetragen sind der momentane Verschiebeweg hS des Nockenstücks und der Hubverlauf hV der Gaswechselventile in Abhängigkeit des Nockenwellendrehwinkels αV. Das Nockenstück ist durch die beiden Nocken4 und5 symbolisiert, wobei der mit durchgezogener Linie dargestellte Ventilhub hV4 durch den größeren Nocken4 und der mit gestrichelter Linie dargestellte Ventilhub hV5 durch den kleineren Nocken5 erzeugt wird. Die Nockenrolle ist mit durchgezogener Linie in den beiden stabilen Axialpositionen des Nockenstücks und mit gepunkteter Linie beim Nockenwellendrehwinkel αV0 in einer Zwischenposition dargestellt. In dieser Zwischenposition endet der erhebungsfreie Grundkreis GK der beiden Nocken, und die Nockenrolle beginnt, den Ventilhub hV4 auf das Gaswechselventil zu übertragen. - Die das Nockenstück
3 in dessen beiden Axialpositionen stabilisierende Rastiervorrichtung umfasst eine federbelastete Rastkugel10 , die in der Trägerwelle gelagert ist und in den Axialpositionen in innere Rastmulden11 und12 des Nockenstücks einrastet. Jeweils dargestellt ist der stabile Zustand der Rastkugel an den tiefsten Punkten der Rastmulden, die um das Maß hR beabstandet sind. Referenz für den momentanen Verschiebeweg hS des Nockenstücks ist diejenige stabile Axialposition, die das Nockenstück gerade verlassen hat, nachfolgend als erste Axialposition bezeichnet. - Die in der Axialkulisse
8 eingezeichneten Kreise symbolisieren die Position des darin eingekoppelten Betätigungsstifts9 zu verschiedenen Nockenwellendrehwinkeln αV. - Die Sequenz der dynamischen Verschiebung des Nockenstücks
3 im Einzelnen von links nach rechts: - a) Radiales Eintauchen des Betätigungsstifts
9 in die Axialkulisse8 , ohne die Nutflanken13 und14 zu berühren. - b) Erstkontakt des Betätigungsstifts mit der Beschleunigungsflanke
13 . - c) Verschieben des Nockenstücks in Richtung der zweiten Axialposition aufgrund der Zwangsführung der Beschleunigungsflanke am Betätigungsstift.
- d) Infolge der Massenträgheit des Nockenstücks kontaktiert die Verzögerungsflanke
14 den Betätigungsstift9 ; diese mit gepunkteter Linie dargestellte Position des Betätigungsstifts korrespondiert mit der Zwischenposition hS0 der Nockenrolle6 beim Ventilöffnungswinkel αV0. Die mit gepunkteter Linie dargestellte Nockenrolle verläuft in dieser Grenzposition gerade noch bündig zum Nachbarnocken5 , ohne mit diesem während des nun beginnenden Ventilhubs hV4 zu kollidieren. Für den momentanen Verschiebeweg beim Nockenwellendrehwinkel αV0 gilt nun stets: hS0 = hS(αV = αV0) < hR. In Worten ausgedrückt: der dynamische, d.h. durch Beschleunigungs-, Trägheits- und Reibungskräfte bedingte Verschiebeweg des Nockenstücks ist bei gerade beginnendem Ventilhub hV4 immer kleiner als der axiale Abstand hR der stabilisierten Axialpositionen. Dementsprechend befindet sich die Rastkugel10 in dieser Zwischenposition noch vor dem stabilen, d.h. tiefsten Punkt der Rastmulde11 . - e) Austauchen des Betätigungsstifts auf der radial ansteigenden Ausfahrrampe (nicht dargestellt) der Axialkulisse. Eine Verschiebung des infolge der Ventilbetätigungskräfte mit hohen axialen Reibkräften belasteten Nockenstücks erfolgt während der Übertragung der Ventilhübe hV nicht oder allenfalls in einem nicht nennenswerten Umfang.
- In der zweiten Axialposition befindet sich die Rastkugel
10 in ihrer stabilen Position am tiefsten Punkt der Rastmulde11 , und die Nockenrolle6 verläuft im wesentlichen axialsymmetrisch zum Nocken4 . Die das Nockenstück3 vollständig in die zweite Axialposition verschiebende Kraft resultiert aus der Federkraft der Rastiervorrichtung, die das Nockenstück während einer oder mehrerer belastungsfreier Grundkreisphasen GK in Richtung dieser stabilen Axialposition zieht. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Nockenwelle
- 2
- Trägerwelle
- 3
- Nockenstück
- 4
- Nocken
- 5
- Nocken
- 6
- Nockenfolger / Nockenrolle
- 7
- Gaswechselventil
- 8
- Axialkulisse
- 9
- Betätigungsstift
- 10
- Rastkugel
- 11
- Rastmulde
- 12
- Rastmulde
- 13
- Beschleunigungsflanke
- 14
- Verzögerungsflanke
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102004008670 A1 [0002]
- DE 10148177 A1 [0003]
Claims (1)
- Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine, umfassend: – eine Nockenwelle (
1 ) mit einer Trägerwelle (2 ) und einem Nockenstück (3 ), das auf der Trägerwelle (2 ) drehfest und zwischen zumindest zwei Axialpositionen verschiebbar angeordnet ist und das eine Nockengruppe unmittelbar benachbarter Nocken (4 ,5 ) mit voneinander verschiedenen Erhebungen und eine nutförmige Axialkulisse (8 ) aufweist, sowie mit einer Rastiervorrichtung (10 ,11 ,12 ), die die Axialpositionen des Nockenstücks (3 ) auf der Trägerwelle (2 ) stabilisiert; – einen Aktuator mit einem in die Axialkulisse (8 ) einkoppelbaren Betätigungsstift (9 ) zum Verschieben des Nockenstücks (3 ); – und einen Nockenfolger (6 ), der die Erhebungen selektiv abgreift und auf ein Gaswechselventil (7 ) überträgt; dadurch gekennzeichnet, dass beim dynamischen Verschieben des Nockenstücks (3 ) von der ersten in die zweite Axialposition stets die folgende Beziehung gilt: αV = Drehwinkel der Nockenwelle (hS(αV = αV0) < hR 1 ); αV0 = Drehwinkel der Nockenwelle (1 ), bei dem der Nockenfolger (6 ) beginnt, das Gaswechselventil (7 ) mit der in der zweiten Axialposition übertragenen Erhebung zu öffnen; hS = momentaner Verschiebeweg des Nockenstücks (3 ) bezüglich der ersten Axialposition; hR = axialer Abstand der stabilisierten Axialpositionen des Nockenstücks (3 ) auf der Trägerwelle (2 ).
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