DE102009053116A1 - Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine - Google Patents
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Abstract
Description
- Gebiet der Erfindung
- Die Erfindung betrifft einen Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine, mit einer Nockenwelle, die eine Trägerwelle sowie ein darauf drehfest und zwischen zwei Axialpositionen verschiebbar angeordnetes Nockenstück umfasst, das zumindest eine Nockengruppe unmittelbar benachbarter Nocken mit unterschiedlichen Nockenerhebungen und eine als Nut ausgebildete Axialkulisse mit äußeren Führungswänden zur Vorgabe zweier sich kreuzender Kulissenbahnen aufweist, und mit einem in die Axialkulisse einkoppelbaren Betätigungsstift zum Verschieben des Nockenstücks in Richtung beider Kulissenbahnen.
- Hintergrund der Erfindung
- Ein derartiger Ventiltrieb, der zur variablen Betätigung von Gaswechselventilen mittels verschiebbarer Nocken dient und bei dem ein einziger Betätigungsstift je Nockenstück ausreichend ist, um das Nockenstück in Richtung beider Kulissen bahnen zu verschieben, ist aus der als gattungsbildend betrachteten
DE 101 48 177 A1 vorbekannt. Dort sind zwei Nockenstücke mit alternativ ausgestalteten Axialkulissen offenbart, wobei die erste Axialkulisse einen mittigen Führungssteg zur Bildung innerer Führungswände für den Betätigungsstift aufweist und die zweite Axialkulisse lediglich aus äußeren Führungswänden besteht. - Letztere Ausgestaltung hat den Vorteil, dass der Fertigungsaufwand für die Axialkulisse durch den Entfall des Führungsstegs deutlich kleiner ist. Ein im Hinblick auf die Funktionssicherheit des Ventiltriebs beträchtliches Risiko besteht bei dieser Ausgestaltung jedoch darin, dass der Verschiebevorgang des Nockenstücks nur dann vollständig, d. h. fehlschaltungsfrei abgeschlossen wird, wenn die Massenträgheit des Nockenstücks ausreichend ist, um es nach Durchfahren des Kreuzungsbereichs der Kulissenbahnen auch ohne Zwangseinwirkung des Betätigungsstifts gewissermaßen im Freiflug in seine andere Endposition zu bewegen. Voraussetzung für die ausreichende Massenträgheit des Nockenstücks ist selbstverständlich eine Mindestdrehzahl der Nockenwelle, welche direkt von der Reibung zwischen dem Nockenstück und der Trägerwelle abhängig ist. Ein Verschieben des unterhalb dieser Mindestdrehzahl rotierenden Nockenstücks kann dazu führen, dass das Nockenstück „auf halbem Wege” stehen bleibt und ein das Gaswechselventil beaufschlagender Nockenfolger von mehreren Nocken der Nockengruppe unkontrolliert und unter hohen mechanischen Belastungen gleichzeitig beaufschlagt wird. Zudem besteht in diesem Fall keine Möglichkeit mehr, das Nockenstück mittels des Betätigungsstifts nachträglich in eine der Endpositionen zu verlagern, da dann die axiale Zuordnung zwischen dem Betätigungsstift und den äußeren Führungswänden nicht mehr gegeben ist.
- Dieses Funktionsrisiko ist zwar bei der ersteren Ausgestaltung der Axialkulisse mit mittigem Führungssteg, dessen innere Führungswände bei niedrigen Drehzahlen des Nockenstücks als den Betätigungsstift weiter beschleunigende Zwangsführung wirken, deutlich geringer. Dennoch besteht auch hierbei die Gefahr, dass der Betätigungsstift nach Durchfahren des Kreuzungsbereichs nicht in die vorgegebene Kulissenbahn einspurt, sondern mit der Stirnseite des Führungsstegs ebenfalls unter hoher mechanischer Belastung kollidiert.
- Aufgabe der Erfindung
- Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Ventiltrieb der eingangs genannten Art so fortzubilden, dass die genannten Funktionseinschränkungen und -risiken zumindest teilweise beseitigt sind. Konkret ausgedrückt besteht die Aufgabe also darin, auch bei niedrigen Drehzahlen der Nockenwelle, beispielsweise während des Startvorgangs der Brennkraftmaschine einen erfolgreichen, d. h. vollständigen Umschaltvorgang des Nockenstücks zumindest in Richtung einer Axialposition zu gewährleisten.
- Zusammenfassung der Erfindung
- Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1, während vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung den Unteransprüchen entnehmbar sind. Demnach sollen der Nutgrund der einen Kulissenbahn und der Nutgrund der anderen Kulissenbahn radial höhenversetzt zueinander verlaufen, so dass die Kulissenbahn mit dem radial tiefer verlaufenden Nutgrund zusätzlich durch innere Führungswände, die durch den Höhenversatz gebildet sind, vorgegeben ist. Folglich ist die Kulissenbahn mit dem radial tiefer verlaufenden Nutgrund sowohl durch die äußeren Führungswände als auch durch die mittels des Höhenversatzes gebildeten inneren Führungswände vorgegeben, so dass sich eine Zwangsführung des Betätigungsstifts in dieser Kulissenbahn einstellt und mithin ein von der Drehzahl der Nockenwelle unabhängiger Verschiebevorgang des Nockenstücks in die zugehörige Axialposition ermöglicht wird.
- Zwar sind die eingangs genannten Funktionseinschränkungen dahingehend nur teilweise beseitigt, dass die Zwangsführung des Betätigungsstifts lediglich in Richtung einer Axialposition wirksam ist und ein erfolgreicher Verschiebevorgang des Nockenstücks in die andere Richtung nach wie vor von der Trägheitskraft des Nockenstücks und folglich von der entsprechenden Mindestdrehzahl der Nockenwelle abhängig ist. Basierend auf der vorliegenden Erfindung kann dieser verbleiben de Nachteil dennoch in erheblichem Maße dadurch minimiert werden, dass der Umschaltvorgang der Nockenwelle einer so genannten Schalthysterese folgt. Hierunter ist zu verstehen, dass das Hin- und Rückschieben des Nockenstücks auf der Trägerwelle erst bei Überschreiten bzw. Unterschreiten vorgegebener Schwellendrehzahlen erfolgt. So kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass das Verschieben des Nockenstücks von einer kleinen auf eine große wirksame Nockenerhebung entlang der Kulissenbahn mit dem radialen höher verlaufenden Nutgrund und bei einer ersten Schwellendrehzahl oberhalb der genannten Mindestdrehzahl erfolgt. Denn bei dieser Drehzahl ist aufgrund ausreichender Massenträgheit des Nockenstücks keine vollständige Zwangsführung des Betätigungsstifts in der Kulissenbahn erforderlich. Andererseits kann das Rückschieben des Nockenstücks von der großen auf die kleine wirksame Nockenerhebung bei einer zweiten Schwellendrehzahl deutlich unterhalb der genannten Mindestdrehzahl erfolgen, da der Betätigungsstift nunmehr unter Zwangsführung entlang der Kulissenbahn mit dem radial tiefer verlaufenden Nutgrund verfährt.
- Zwecks sprachlicher Vereinfachung sind nachfolgend die Kulissenbahn mit dem radial tiefer verlaufenden Nutgrund als tiefe Kulissenbahn und die Kulissenbahn mit dem radial höher verlaufenden Nutgrund als hohe Kulissenbahn bezeichnet.
- In Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass sich der Höhenversatz über den zumindest nahezu gesamten Umfangsbereich der Kulissenbahnen erstreckt. Abgesehen von radial ansteigenden Auslaufbereichen der Kulissenbahnen, welche den Betätigungsstift aus der Axialkulisse in dessen eingriffslose Ruheposition ausschieben und welche abschnittsweise auf demselben Radius, d. h. frei von Höhenversatz verlaufen, bewirkt diese Ausgestaltung einen im Hinblick auf radiale Höhenschläge auf den Betätigungsstift weitgehend gleichmäßigen Bahnverlauf jedes Nutgrunds.
- Außerdem soll der Höhenversatz, bezogen auf die Drehrichtung der Nockenwelle, unmittelbar vor dem Kreuzungsbereich der Kulissenbahnen größer als unmittelbar danach sein. Mit dieser Option lässt sich verhindern, dass der entlang der hohen Kulissenbahn verfahrende Betätigungsstift beim Durchfahren des Kreuzungsbe reichs in die tiefe Kulissenbahn einspurt und unter hoher mechanischer Belastung mit deren axial gegenläufiger innerer Führungswand kollidiert.
- Jedoch kann eine derartige Kollision mit größter Sicherheit dann ausgeschlossen werden, wenn die tiefe Kulissenbahn zumindest im Kreuzungsbereich der Kulissenbahnen ein hinterschnittartiges Profil mit einer lichten Breite aufweisen, die kleiner als der Durchmesser der kulissenseitigen Stirnseite des Betätigungsstifts ist. Dabei weisen vorteilhafterweise beide Kulissenbahnen das hinterschnittartige Profil auf. Durch den so erzeugten Formschluss zwischen dem Betätigungsstift und den Kulissenbahnen wird nicht nur ein Einspuren des Betätigungsstifts in die tiefe Kulissenbahn, sondern auch ein vorzeitiges Auswerfen des Betätigungsstifts aus der Axialkulisse aufgrund von toleranz- oder verschleißbedingten „Bodenwellen” am Nutgrund verhindert.
- Das hinterschnittartige Profil ist vorzugsweise schwalbenschwanzförmig oder T-förmig ausgebildet. Hinsichtlich möglichst niedriger Kontaktpressungen sollen zudem der kulissenseitige Endabschnitt des Betätigungsstifts und das hinterschnittartige Profil im wesentlichen komplementär zueinander ausgebildet sein.
- Eine Rastiervorrichtung zur Fixierung des Nockenstücks in den Axialpositionen soll zumindest einen in einer Radialbohrung der Trägerwelle verschieblich gelagerten Rastkörper und Rastnuten aufweisen, die am Innenumfang des Nockenstücks beidseits eines Scheitelpunkts axial benachbart verlaufen und in denen der Rastkörper in den Axialpositionen eingerastet ist. Dabei soll der von einem Federmittel in radial auswärtige Richtung kraftbeaufschlagte Rastkörper vom Scheitelpunkt ausgehende Rastnutwände der Rastnuten mit einer Axialkraft beaufschlagen, die in deren jeweils zugehörige Axialposition gerichtet ist. Der Scheitelpunkt soll, bezogen auf den Abstand der Axialpositionen, außermittig seitens derjenigen Axialposition verlaufen, in die das Nockenstück entlang der tiefen Kulissenbahn verschoben ist.
- Wie es auch an einem später erläuterten Ausführungsbeispiel der Erfindung deutlich wird, bewirkt diese Ausgestaltung bereits vor dem Durchfahren des Kreu zungsbereichs eine über Trägheitskräfte hinausgehende Kraftbeaufschlagung des Nockenstücks, wenn dieses entlang der hohen Kulissenbahn, d. h. ohne die zwangsführende Einwirkung der inneren Führungswände, verschoben wird. Die von der Rastiervorrichtung ausgeübte Verschiebekraft ermöglicht folglich eine Absenkung der genannten Mindestdrehzahl und/oder eine Erhöhung der Sicherheit gegen Fehlschaltungen des Nockenstücks.
- Vorzugsweise sind zwei diametral gegenüberliegende Rastkörper in der als Durchgangsbohrung ausgebildeten Radialbohrung der Trägerwelle vorgesehen.
- Im Hinblick auf eine kostengünstige Gestaltung der Rastiervorrichtung soll es sich bei dem Federmittel um eine Schraubendruckfeder und bei dem Rastkörper um ein einseitig offenes Blechumformteil handeln, dessen offene Seite als in der Radialbohrung gelagerter und die Schraubendruckfeder umschließender Hohlzylinder und dessen geschlossene Seite als sich in Richtung der Rastnuten verjüngender, kegel- und/oder kugelförmiger Hohlkörper ausgebildet sind. Um beim Verschieben des Nockenstücks ein möglichst widerstandsarmes Ein- und Ausfahren des Rastkörpers in die bzw. aus der Radialbohrung zu gewährleisten, kann der Rastkörper im Bereich des Hohlkörpers mit einer Druckentlastungsöffnung versehen sein.
- Sofern möglich und zweckmäßig, sollen die vorgenannten Merkmale und Ausgestaltungen der Erfindung auch beliebig miteinander kombinierbar sein.
- Kurze Beschreibung der Zeichnungen
- Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich auf der nachfolgenden Beschreibung und aus den Zeichnungen, in denen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist. Sofern nicht anders erwähnt, sind dabei gleiche oder funktionsgleiche Merkmale oder Bauteile mit gleichen Bezugszahlen versehen. Es zeigen:
-
1 einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Ventiltriebs im Längsschnitt; -
2 die Einzelheit Z gemäß1 ; -
3 eine Axialkulisse gemäß1 in einer ersten perspektivischen Ansicht; -
4 die Axialkulisse in einer zweiten perspektivischen Ansicht; -
5 eine Axialkulisse mit schwalbenschwanzförmigen Kulissenbahnen; -
6 die Einzelheit X gemäß5 und -
7 –9 Varianten von Kulissenbahnen mit hinterschnittartigem Profil und dazu komplementäre Betätigungsstifte in schematischer Darstellung. - Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen
- In
1 ist ein für das Verständnis der Erfindung wesentlicher Ausschnitt eines variablen Ventiltriebs einer Brennkraftmaschine offenbart. Der Ventiltrieb weist eine Nockenwelle1 auf, die eine Trägerwelle2 sowie – der Zylinderzahl der Brennkraftmaschine entsprechend – darauf drehfest und zwischen zwei Axialpositionen verschiebbar angeordnete Nockenstücke3 umfasst. Zwecks Axialverschiebung sind die Trägerwelle2 mit einer Außenlängsverzahnung und das Nockenstück3 mit einer entsprechenden Innenlängsverzahnung versehen. Die Verzahnungen sind an sich bekannt und hier nicht näher dargestellt. - Das Nockenstück
3 weist beidseits einer Lagerstelle4 angeordnete Nockengruppen mit jeweils zwei unmittelbar benachbarten Nocken5 und6 auf, die bei gleichem Grundkreisradius unterschiedliche Nockenerhebungen haben. Das Verschieben des Nockenstücks erfolgt außerhalb der Nockenerhebungen während der gemeinsamen Grundkreisphase der Nocken5 ,6 . Die Nockenerhebungen werden jeweils in bekannter Weise von einem hier lediglich durch eine Nockenrolle7 symbolisierten Nockenfolger, wie z. B. einem Schlepphebel, in Abhängigkeit der momentanen Axialposition des Nockenstücks3 auf ein nicht dargestelltes Gaswechselventil selektiv übertragen. Unter den unterschiedlichen Nockenerhebungen sind unterschiedliche Beträge des jeweiligen Nockenhubs und/oder unterschiedliche Ventilsteuerzeiten der Nocken5 ,6 zu verstehen. - Zur Umschaltung zwischen den Nocken
5 und6 und, wie dargestellt, von den momentan wirksamen Nocken5 auf die Nocken6 ist das Nockenstück3 mit einer Axialkulisse8 mit zwei sich kreuzenden Kulissenbahnen9 ,10 versehen. Die als Einzelteil hergestellte und mittels Pressverband gefügte Axialkulisse8 , die in den3 und4 aus verschiedenen Perspektiven näher dargestellt ist, ist als Nut ausgebildet und wirkt mit einem radial zur Nockenwelle1 verlaufenden Betätigungsstift11 zusammen, der bezüglich der Nockenwelle1 axial ortsfest, jedoch radial verlagerbar in der Brennkraftmaschine angeordnet ist und gemeinsam mit der Axialkulisse8 zum Verschieben des Nockenstücks3 in Richtung beider Kulissenbahnen9 ,10 dient. Der Betätigungsstift11 ist Teil eines ebenfalls bekannten Aktuators für derartige Ventiltriebe und an dieser Stelle nicht näher erläutert. - Die Kulissenbahnen
9 ,10 sind durch axial wirkende äußere Führungswände12 ,13 ,14 ,15 der Axialkulisse8 vorgegeben, wobei sich das mit der jeweils eingezeichneten Drehrichtung rotierende Nockenstück3 zunächst mit den beschleunigenden Führungswänden12 bzw.13 und nach dem Kreuzungsbereich16 der Kulissenbahnen9 ,10 mit den verzögernden Führungswänden14 bzw.15 am Betätigungsstift11 abstützt. Wie bereits erwähnt, setzt dieser Anlagewechsel eine ausreichende axiale Massenträgheit des Nockenstücks3 und mithin eine entsprechende Mindestdrehzahl der Nockenwelle1 voraus. Der Betätigungsstift11 befindet sich lediglich während des Verschiebevorgangs des Nockenstücks3 in Eingriff mit der Axialkulisse8 und wird gegen Ende des Verschiebevorgangs durch die sich in ihrem Auslaufbereich17 radial erhebenden Kulissenbahnen9 ,10 in dessen eingriffslose Ruheposition zurückverlagert. Wie aus3 ersichtlich, schließt sich unmittelbar an den jeweiligen Auslaufbereich17 ein Einlaufbe reich18 mit konstanter radialer Höhe an, in welchen der Betätigungsstift11 zum erneuten Verschieben des Nockenstücks3 in die Axialkulisse8 eintaucht. - Der Nutgrund der Kulissenbahn
9 und der Nutgrund der Kulissenbahn10 verlaufen über den gesamten Umfangsbereich der Kulissenbahnen9 ,10 höhenversetzt zueinander, so dass die tiefe Kulissenbahn9 zusätzlich durch innere Führungswände19 ,20 vorgegeben ist, welche durch den Höhenversatz gebildet sind. Die sich hieraus ergebende Zwangsführung für den Betätigungsstift11 ermöglicht auch dann einen vollständigen Verschiebevorgang des Nockenstücks3 entlang der Kulissenbahn9 , wenn die genannte Mindestdrehzahl der Nockenwelle1 unterschritten wird und sich infolge unzureichender Massenträgheit das Nockenstück3 unmittelbar nach Durchfahren des Kreuzungsbereichs16 nicht mehr mit der verzögernden äußeren Führungswand14 , sondern nunmehr mit der inneren Führungswand20 am Betätigungsstift11 abstützt. - Um sicher zu verhindern, dass der auf der hohen Kulissenbahn
10 verfahrende Betätigungsstift11 in die tiefe Kulissenbahn9 einspurt, ist der Höhenversatz – bezogen auf die Drehrichtung der Nockenwelle1 – unmittelbar vor dem Kreuzungsbereich16 größer als unmittelbar danach. Dies sei durch die in den3 und4 eingezeichneten Bemaßungen symbolisiert, wobei im dargestellten Ausführungsbeispiel unmittelbar nach dem Kreuzungsbereich16 ein Höhenversatz von etwa 0,2 mm und ansonsten von etwa 1 mm vorgesehen ist, wie es hier exemplarisch an zwei anderen Umfangsabschnitten dargestellt ist. - Zwar wird das Einspuren des Betätigungsstifts
11 in die tiefe Kulissenbahn9 im Hinblick auf dessen eigene Massenträgheit und das extrem kleine Zeitintervall, in dem sich der Betätigungsstift11 und die tiefe Kulissenbahn9 vollständig überdecken, als unwahrscheinlich erachtet. Dennoch zeigen die5 bis9 weitere konstruktive Optionen, mit denen beim Passieren des Kreuzungsbereichs16 ein Einspuren des Betätigungsstifts11 in die tiefe Kulissenbahn9 mit noch größerer Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Wie es in5 und in6 mit vergrößerter Einzelheit X erkennbar ist, sind beide Kulissenbahnen9 ,10 im Kreuzungsbereich16 mit einem hinterschnittartigen Profil, hier in Form eines Schwal benschwanzes, versehen. Der kulissenseitige Endabschnitt des Betätigungsstifts11 ist dazu komplementär ausgebildet und weist – wie in7 dargestellt – stirnseitig einen Durchmesser d auf, der größer als die lichte Breite b der tiefen Kulissenbahn9 ist. Aufgrund dieses Formschlusses ist ein ungewolltes Einspuren des Betätigungsstifts11 in die tiefe Kulissenbahn9 auch bei kleinsten Drehzahlen der Nockenwelle1 nicht möglich. - Geometrisch alternative hinterschnittartige Profile und dazu komplementäre Betätigungsstifte
11 können ebenfalls schwalbenschwanzförmig mit zusätzlich parallelen Profilanteilen gemäß8 oder T-förmig gemäß9 sein. - Für den Fall, dass eine oder beide Kulissenbahnen
9 ,10 mit einem hinterschnittartigen Profil versehen sind, sind selbstverständlich hinterschnittfreie Einlauf- und Auslaufbereiche18 ,17 vorzusehen, um das Ein- und Ausfahren des Betätigungsstifts11 in die bzw. aus der jeweiligen Kulissenbahn9 oder10 zu ermöglichen. - Um das Nockenstück
3 in dessen Axialpositionen gegenüber der Trägerwelle2 zu fixieren, ist eine in1 und als vergrößertes Detail Z in2 dargestellte Rastiervorrichtung vorgesehen. Diese umfasst zwei in einer als Durchgangsbohrung ausgebildeten Radialbohrung21 der Trägerwelle2 diametral gegenüberliegende, verschieblich gelagerte Rastkörper22 und am Innenumfang des Nockenstücks3 verlaufende, als Umfangsnuten ausgebildete Rastnuten23 und24 , in denen die von einem Federmittel25 in radial auswärtige Richtung kraftbeaufschlagten Rastkörper22 in den jeweils zugehörigen Axialpositionen eingerastet sind. - Bei den Rastkörpern
22 handelt es sich um einseitig offene, dünnwandige Blechumformteile. Deren offenen Seite ist jeweils als in der Radialbohrung21 gelagerter und das als Schraubendruckfeder ausgebildete Federmittel25 umschließender Hohlzylinder ausgebildet, während es sich bei der daran anschließenden geschlossenen Seite jeweils um einen sich in Richtung der Rastnuten23 ,24 verjüngenden Hohlkörper handelt, der zunächst kegelförmig und stirnseitig kugelförmig gestaltet ist. Um während des Verschiebevorgangs des Nockenstücks3 ein wi derstandsarmes Einfahren der Rastkörper22 in die Radialbohrung21 zu gewährleisten, sind die Rastkörper22 im kegelförmigen Bereich des Hohlkörpers mit einer Druckentlastungsöffnung26 versehen. - Die beidseits eines Scheitelpunkts
27 axial benachbart verlaufenden Rastnuten23 ,24 sind so ausgeführt, dass der Scheitelpunkt27 – bezogen auf den Abstand der zu den Rastnuten23 ,24 zugehörigen Axialpositionen des Nockenstücks3 – außermittig verläuft. Wie es in2 mittels der jeweiligen (strichpunktierten) Symmetrielinien der Rastnuten23 ,24 und des Scheitelpunkts27 verdeutlicht sei, ist dieser so von der Abstandsmitte weg verlagert, dass er seitens derjenigen Axialposition verläuft, in die das Nockenstück3 entlang der tiefen Kulissenbahn9 verschoben ist. Bei der zwangsführungsfreien Verschiebung des Nockenstücks3 entlang der hohen Kulissenbahn10 führt diese Ausgestaltung dazu, dass das Nockenstück3 bereits vor dem Durchfahren des Kreuzungsbereichs16 durch eine in die zugehörige (hier linksseitige) Axialposition gerichtete Axialkraft beaufschlagt wird. Diese resultiert aus der in axiale Richtung umgelenkten Radialkraft der Schraubendruckfeder25 , mit welcher die Rastkörper22 die vom Scheitelpunkt27 ausgehenden Rastnutwände28 und29 beaufschlagen. Mit anderen Worten ermöglicht die so gestaltete Rastiervorrichtung eine zumindest teilweise Kompensation von Reibungskräften zwischen Nockenstück3 und Trägerwelle2 , welche bei geringer Drehzahl der Nockenwelle1 eine vollständige Verschiebung des Nockenstücks3 entlang der hohen Kulissenbahn10 gefährden. -
- 1
- Nockenwelle
- 2
- Trägerwelle
- 3
- Nockenstück
- 4
- Lagerstelle
- 5
- Nocken
- 6
- Nocken
- 7
- Nockenrolle
- 8
- Axialkulisse
- 9
- tiefe Kulissenbahn
- 10
- hohe Kulissenbahn
- 11
- Betätigungsstift
- 12
- beschleunigende äußere Führungswand
- 13
- beschleunigende äußere Führungswand
- 14
- verzögernde äußere Führungswand
- 15
- verzögernde äußere Führungswand
- 16
- Kreuzungsbereich der Kulissenbahnen
- 17
- Auslaufbereich
- 18
- Einlaufbereich
- 19
- innere Führungswand
- 20
- innere Führungswand
- 21
- Radialbohrung
- 22
- Rastkörper
- 23
- Rastnut
- 24
- Rastnut
- 25
- Federmittel/Schraubendruckfeder
- 26
- Druckentlastungsöffnung
- 27
- Scheitelpunkt der Rastnuten
- 28
- Rastnutwand
- 29
- Rastnutwand
- d
- stirnseitiger Durchmesser des Betätigungsstifts
- b
- lichte Breite
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 10148177 A1 [0002]
Claims (11)
- Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine, mit einer Nockenwelle (
1 ), die eine Trägerwelle (2 ) sowie ein darauf drehfest und zwischen zwei Axialpositionen verschiebbar angeordnetes Nockenstück (3 ) umfasst, das zumindest eine Nockengruppe unmittelbar benachbarter Nocken (5 ,6 ) mit unterschiedlichen Nockenerhebungen und eine als Nut ausgebildete Axialkulisse (8 ) mit äußeren Führungswänden (12 ,13 ,14 ,15 ) zur Vorgabe zweier sich kreuzender Kulissenbahnen (9 ,10 ) aufweist, und mit einem in die Axialkulisse (8 ) einkoppelbaren Betätigungsstift (11 ) zum Verschieben des Nockenstücks (3 ) in Richtung beider Kulissenbahnen (9 ,10 ), dadurch gekennzeichnet, dass der Nutgrund der einen Kulissenbahn (9 ) und der Nutgrund der anderen Kulissenbahn (10 ) radial höhenversetzt zueinander verlaufen, so dass die Kulissenbahn (9 ) mit dem radial tiefer verlaufenden Nutgrund zusätzlich durch innere Führungswände (19 ,20 ), die durch den Höhenversatz gebildet sind, vorgegeben ist. - Ventiltrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Höhenversatz über den zumindest nahezu gesamten Umfangsbereich der Kulissenbahnen (
9 ,10 ) erstreckt. - Ventiltrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Höhenversatz, bezogen auf die Drehrichtung der Nockenwelle (
1 ), unmittelbar vor dem Kreuzungsbereich (16 ) der Kulissenbahnen (9 ,10 ) größer als unmittelbar nach dem Kreuzungsbereich (16 ) ist. - Ventiltrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenbahn (
9 ) mit dem radial tiefer verlaufenden Nutgrund zumindest im Kreuzungsbereich (16 ) der Kulissenbahnen (9 ,10 ) ein hinterschnittartiges Profil mit einer lichten Breite (b) aufweist, die kleiner als der Durchmesser (d) der kulissenseitigen Stirnseite des Betätigungsstifts (11 ) ist. - Ventiltrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass beide Kulissenbahnen (
9 ,10 ) das hinterschnittartige Profil aufweisen. - Ventiltrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das hinterschnittartige Profil schwalbenschwanzförmig oder T-förmig ist.
- Ventiltrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der kulissenseitige Endabschnitt des Betätigungsstifts (
11 ) und das hinterschnittartige Profil im wesentlichen komplementär zueinander ausgebildet sind. - Ventiltrieb nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Rastiervorrichtung zur Fixierung des Nockenstücks (
3 ) in den Axialpositionen, mit zumindest einem in einer Radialbohrung (21 ) der Trägerwelle (2 ) verschieblich gelagerten Rastkörper (22 ) und mit Rastnuten (23 ,24 ), die am Innenumfang des Nockenstücks (3 ) beidseits eines Scheitelpunkts (27 ) axial benachbart verlaufen und in denen der Rastkörper (22 ) in den Axialpositionen eingerastet ist, wobei der von einem Federmittel (25 ) in radial auswärtige Richtung kraftbeaufschlagte Rastkörper (22 ) vom Scheitelpunkt (27 ) ausgehende Rastnutwände (28 ,29 ) der Rastnuten (23 ,24 ) mit einer in deren jeweils zugehörige Axialposition gerichteten Axialkraft beaufschlagt und wobei der Scheitelpunkt (27 ), bezogen auf den Abstand der Axialpositionen, außermittig seitens derjenigen Axialposition verläuft, in die das Nockenstück (3 ) entlang der Kulissenbahn (9 ) mit dem radial tiefer verlaufenden Nutgrund verschoben ist. - Ventiltrieb nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwei diametral gegenüberliegende Rastkörper (
22 ) in der als Durchgangsbohrung ausgebildeten Radialbohrung (21 ) der Trägerwelle (2 ) vorgesehen sind. - Ventiltrieb nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Federmittel (
25 ) um eine Schraubendruckfeder und bei dem Rastkörper (22 ) um ein einseitig offenes Blechumformteil handelt, dessen offene Seite als in der Radialbohrung (21 ) gelagerter und die Schraubendruckfeder umschließender Hohlzylinder und dessen geschlossene Seite als sich in Richtung der Rastnuten (23 ,24 ) verjüngender kegel- und/oder kugelförmiger Hohlkörper ausgebildet sind. - Ventiltrieb nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastkörper (
22 ) im Bereich des Hohlkörpers mit einer Druckentlastungsöffnung (26 ) versehen ist.
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