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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung liegt auf den Gebieten der Medizintechnik und der Informationstechnik und betrifft insbesondere die Konfiguration eines Produktdatenmanagementsystems im Rahmen der Entwicklung und Produktion von medizintechnischen Maschinen und Bauteilen. Hierunter fallen insbesondere Produkte auf dem Gebiet der Dialysetechnik, insbesondere betreffend Hämodialysemaschinen und Peritonealdialysemaschinen, sowie zugehöriger Disposables.
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STAND DER TECHNIK
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Im Stand der Technik sind elektronische Produktdatenmanagementsysteme (kurz PDM-Systeme) bekannt, um Produktionsbauteile und Prozesse im Rahmen der Produktentwicklung und -herstellung zu verwalten. Früher war es üblich, diese Systeme als EDM-Systeme (Engineering Data Management Systeme) zu bezeichnen. Je nach Art des jeweiligen Produktdatenmanagementsystems können unterschiedliche Funktionalitäten bereitgestellt werden, insbesondere umfassend produktionsbezogene Informations- und Koordinationsfunktionen. Ein Produktdatenmanagementsystem ist typischerweise als Softwaresystem ausgebildet und umfasst eine Vielzahl von Schnittstellen, etwa zu ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning Systemen), zu Systemen für den rechnergestützten Entwurf und die rechnergestützte Konstruktion (computer aided design – CAD-Systemen) oder zu Dokumentenverwaltungssystemen, wie beispielsweise Dokumentenmanagementsystemen (DMS). Produktdatenmanagementsysteme können auch für unterschiedliche Bereiche eines Unternehmens oder aber auch für unterschiedliche Unternehmen eines Unternehmens-Zusammenschlusses verwendet werden. Je nach technischer Ausrichtung der Produktion bzw. des Unternehmens weisen die diesbezüglichen Produktdatenmanagementsysteme jeweils Unterschiede auf. Grundsätzlich sind die Produktdatenmanagementsysteme branchen- bzw. produktionsspezifisch. Es befinden sich heute eine Vielzahl von käuflichen Produktdatenmanagementsystemen auf dem Markt, beispielsweise das System „PRO.FILE” der Firma PROCAD GmbH & Co. KG, aber beispielsweise auch SAP-basierte Lösungen, beispielsweise das System „mySAP” der Firma SAP AG, das eine Erweiterung eines R/3-ERP-Systems im Hinblick auf die Produktdatenverwaltung ist.
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Alle Produktdatenmanagementsysteme basieren auf einer (digitalen) Modellierung des jeweiligen Entwicklungs- und Produktionsprozesses (hier beispielsweise für Dialysemaschinen) und erfordern eine informationstechnologische Strukturierung bzw. Organisation über entsprechende Informationsmodelle. Dabei repräsentieren digitale Datensätze reale, physikalische Produkte und/oder Maschinen aus dem Produktionsbereich (hier Dialysemaschinen). Die zugrundeliegenden Informationsmodelle setzen auf einer bestimmten Datenstrukturierung und/oder auf einem bestimmten Klassifikationssystem auf.
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Im Stand der Technik sind unterschiedliche Klassifikations-Systeme bekannt. Darunter fallen beispielsweise unterschiedliche Versionen des ECL@SS-Systems oder für das Gebiet der Elektrotechnik Klassifikationssysteme der ETIM-Deutschland-Initiative (elektrotechnisches Informationsmodell) für Produktdaten im Bereich der Elektrotechnik.
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Produktdatenmanagementsysteme basieren in der Regel auf einem bestimmten Klassifikationssystem. Dies macht es nachteiligerweise im Stand der Technik schwierig, ein Produktdatenmanagementsystem unverändert zu verwenden, wenn die Produktdaten neu klassifiziert oder umklassifiziert werden müssen. Eine entsprechende Anpassung des Produktdatenmanagementsystems ist von daher notwendig. Diese kann jedoch bei den hohen Datenvolumen zu nicht unterschätzbarem Zeitaufwand und Kostenaufwand führen.
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Ausgehend von dem vorstehend genannten Stand der Technik hat sich die vorliegende Anmeldung zur Aufgabe gestellt, ein computerimplementiertes System bereitzustellen, das an dynamisch veränderliche Produktions- und Entwicklungsprozesse und Datenmodelle, geänderte Anforderungen an die Bauteile und/oder an veränderte Einsatzbedingungen einfach, schnell und automatisch angepasst werden kann. Insbesondere soll ein bestehendes Produktdatenmanagementsystem automatisch konfigurierbar sein.
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Desweiteren soll es möglich sein, ein großes Datenvolumen an Bauteiledatensätzen zu analysieren, um auf Basis der analysierten Bauteiledatensätze ein Produktdatenmanagementsystem zu konfigurieren. Ebenso sollen Fehler vermieden werden, die im Stand der Technik bisher durch manuelle Fehlkonfigurationen entstanden sind. Schließlich soll die Flexibilität von bestehenden Produktdatenmanagementsystemen erhöht werden.
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Diese Aufgabe wird durch die beiliegenden nebengeordneten Patentansprüche gelöst, insbesondere durch ein computerimplementiertes System, durch ein computerimplementiertes Verfahren und ein Computerprogrammprodukt.
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Im Folgenden wird die Erfindung anhand der System-gemäßen Lösung beschrieben. Hierbei erwähnte Merkmale, alternative Ausführungsformen und Vorteile sind ebenso auch auf die anderen Lösungen der Aufgabe, also insbesondere auf das Verfahren und das Computerprogrammprodukt zu übertragen. Mit anderen Worten können auch die anderen Anspruchsformen (Verfahren, Computerprogrammprodukt) mit den Merkmalen weitergebildet sein, die im Zusammenhang mit dem System beschrieben und/oder beansprucht sind und umgekehrt. Dabei entspricht ein bestimmter Verfahrensschritt des Verfahrens einem Modul des Systems, das zur Ausführung der jeweiligen Funktionalität des Verfahrensschrittes bestimmt ist und umgekehrt. Die Module des Systems können als Hardwaremodule, insbesondere Mikroprozessormodule ausgebildet sein. In einer bevorzugten Ausführungsform kann das System selbst in ein umfassenderes technisches System als „embedded system” eingebettet sein. Ebenso kann das System auch direkt in eine Produktionsanlage eingebettet sein. Der Mikroprozessor bzw. das System können auch ausgelegt sein, um mit anderen computerimplementierten Instanzen im Datenaustausch zu stehen, insbesondere mit Speichermodulen, Datenbanken, Bussystemen, anderen Computern von derselben oder von einer anderen Unternehmenseinheit.
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Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein computerimplementiertes System zur Konfiguration eines elektronischen Produktdatenmanagementsystems zur Bearbeitung von technischen Bauteiledatensätzen bereitgestellt. Die Bauteiledatensätze repräsentieren insbesondere medizintechnische Bauteile, beispielsweise auf dem Gebiet der Dialysetechnik (die Erfindung ist jedoch nicht auf dieses Gebiet beschränkt), und sind gemäß einer Klassifikationsvorschrift in einer Datenstruktur eines physikalischen Datenspeichers klassifiziert und attributiert abgelegt. In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das System folgende Module oder Instanzen:
- – Eine Bauteiledatensatz-Schnittstelle. Diese Schnittstelle ist zum Einlesen der klassifizierten und attributierten Bauteiledatensätze aus dem Datenspeicher bestimmt.
- – Eine Produktdatenmanagementsystem-Schnittstelle. Diese Schnittstelle ist zum Einlesen von Konfigurationserfordernissen des Produktdatenmanagementsystems bestimmt.
- – Einen Prozessspeicher. Dieser Prozessspeicher dient zur Speicherung von erfassten Prozessbedingungen hinsichtlich eines Prozesses (z. B. eines Produktionsprozesses, eines Verarbeitungsprozesses oder eines Herstellungsprozesses) zur Verarbeitung und/oder Verwendung der medizintechnischen Bauteile. In den Prozessbedingungen sind die jeweiligen Bedingungen des Unternehmens oder Unternehmensbereichs für die Produktion der medizinischen Bauteile modelliert. Somit haben üblicherweise unterschiedliche Branchen, Unternehmen oder Unternehmensbereiche unterschiedliche Prozessbedingungen.
- – Eine prozessangepasste Datenstruktur für die Bauteiledatensätze. Die prozessangepasste Datenstruktur stimmt üblicherweise nicht mit der Datenstruktur überein, gemäß der die Bauteiledatensätze anhand der Klassifikationsvorschrift klassifiziert und attributiert wurden. Die prozessangepasste Datenstruktur kennzeichnet sich dadurch, dass die Prozessbedingungen (also umfassend unternehmensspezifische Parameter) berücksichtigt werden.
- – Das System umfasst weiterhin einen Konfigurationsspeicher, der zur Speicherung von Konfigurationsinstruktionen auf Basis der erfassten Prozessbedingungen und/oder auf Basis der eingelesenen Konfigurationserfordernisse bestimmt ist. Die Konfigurationserfordernisse repräsentieren die Anforderungen und Bedingungen, die das jeweilige Produktdatenmanagementsystem stellt. Je nach Art und/oder Version des jeweiligen Produktdatenmanagementsystems werden hier unterschiedliche Konfigurationserfordernisse berücksichtigt.
- – Als Kernmodul des erfindungsgemäßen Systems kann ein Konfigurator bezeichnet werden, der zur automatischen Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems bestimmt ist. Der Konfigurator dient zum Aufspielen der prozessangepassten Datenstruktur in das Produktdatenmanagementsystem und zum Aktivieren der Konfigurationsinstruktionen, die aus dem Konfigurationsspeicher ausgelesen werden und in dem PDM-System zur Anwendung kommen.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform dient der Konfigurator zur automatischen Erzeugung von zumindest einer Konfigurationsdatei. Die Konfigurationsdatei(en) kann/können dann verwendet werden, um das Produktdatenmanagementsystem optimal zu konfigurieren und dabei dieses an die jeweiligen Prozessbedingungen des Unternehmens und die jeweiligen Konfigurationserfordernisse des Produktdatenmanagementsystems selbst anzupassen.
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Im Folgenden werden die im Rahmen dieser Anmeldung verwendeten Begrifflichkeiten näher erläutert und definiert.
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Der Begriff „Konfiguration” (bzw. „Konfigurator”) des Produktdatenmanagementsystems umfasst eine Anpassung, eine Änderung eines bestehenden Produktdatenmanagementsystems, eine Neu-Konfiguration und/oder das automatisierte Erfassen von bestimmten Einstellungen oder das Überschreiben von Voreinstellungen von Betriebsparametern des Produktdatenmanagementsystems. Vorzugsweise bezieht sich der Begriff Konfiguration auf eine software-seitige Konfiguration. Alternative Ausführungsformen beziehen sich auf eine Konfiguration auf Hardware-Ebene, beispielsweise umfassend eine Konfiguration einer Steckkarte für einen Computer, Gerätetreibern, Datenspeichern oder Datenbanken und/oder anderen Maschinen. Ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Anmeldung ist auch darin zu sehen, dass die Konfiguration auf Basis von real verwendeten Bauteiledatensätzen erfolgt (die möglicherweise in einer Vorbereitungsphase über die Bauteiledatensatz-Schnittstelle eingelesen worden sind). Damit kann vorteilhafterweise sichergestellt werden, dass die Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems auf Basis von Echtdaten ausgeführt wird und nur als relevant selektierte Klassen und Attribute berücksichtigt werden. Mit anderen Worten werden diejenigen Klassen bzw. Attribute, die zwar grundsätzlich in der jeweiligen Klassifikationsvorschrift existieren und vorhanden wären, aber für die jeweilige Produktion der Bauteile nicht verwendet werden, auch nicht bei der Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems verwendet. Dadurch kann ein Mehraufwand vermieden werden, der ansonsten durch unnötige Berechnungen entstehen würde. Ein weiterer Aspekt der Konfiguration ist darin zu sehen, dass diese automatisiert ausgeführt wird. Damit kann die Konfiguration wesentlich schneller ausgeführt werden als bei der manuellen Konfiguration, die bisher im Stand der Technik angewendet wurde. Desweiteren ist die Konfiguration im Sinne der Informatik korrekt, d. h. sie führt zu einem berechenbaren, release-sicheren und einwandfreien Ergebnis. Die Konfiguration basiert auf der Erzeugung von Informationsmodellen (Modellierung). Diese gehört zum Bereich des Software Engineering und erfordert eine Auseinandersetzung mit den technischen Gegebenheiten. Hier fließt technisches Kontext-Wissen ein, beispielsweise, dass „Schrauben” Verbindungselemente sind und grundsätzlich ein Gewinde, einen Durchmesser, eine Länge, eine unterschiedliche Kopfform haben. Mit diesen Merkmalen kann eine Schraube eindeutig identifiziert werden. Dieses technische Kontext-Wissen umfasst jedoch auch Informationen über verfügbare technische Schnittstellen (z. B. verwendbare Protokolle), über Input-Parameter, über eine verfügbare Bandbreite bei der Datenübertragung etc. Die Modellierung ist Bestandteil der prozessorientierten Vorgehensmodellierung im Rahmen des Software Engineering. Der Gegenstand der Modellierung, der dieser Anmeldung zugrunde liegt, bezieht sich ausnahmslos auf technische Produkte, Maschinen oder informationstechnologische Gegebenheiten.
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In einer bevorzugten Ausführungsform wird als Produktdatenmanagementsystem das System „PRO.FILE” der Firma PROCAD GmbH & Co. KG eingesetzt. Alternative Ausführungsformen sehen hier andere Produktdatenmanagementsysteme (möglicherweise auch von anderen Anbietern) vor. Grundsätzlich dient das Produktdatenmanagementsystem zur elektronischen Bearbeitung von Bauteiledatensätzen, die medizintechnische Bauteile repräsentieren. Bei den Bauteiledatensätzen handelt es sich also um digitale Daten, die elektronisch mittels eines Computers verarbeitbar sind. Die Bearbeitung umfasst eine digitale Datenverarbeitung mit unterschiedlichen Funktionalitäten, eine elektronische Verwaltung bzw. ein Management der Bauteiledatensätze, die Produktion bzw. Herstellung von Bauteiledatensätzen und generell alle computerbasierten Vorgänge und Funktionen, die im Rahmen der jeweiligen Bauteile anfallen (umfassend: Produktion des Bauteils, Bestellung des Bauteils oder von Komponenten des Bauteils, Ersatzteilmanagement, Lagerhaltung, Einbauanweisungen etc.). Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform stammen die Bauteile alle aus der Medizintechnik und insbesondere aus der Dialysetechnik. Hierzu zählen beispielsweise Hämodialysemaschinen, Peritonealdialysemaschinen, Filter, Schlauchsets und andere Produkte, Gegenstände oder Disposables, die im Rahmen der Produktion von dialysetechnischen Produkten verarbeitet und/oder verwendet werden. Alternativ können jedoch auch andere Bauelemente oder Produkte aus anderen technischen Bereichen (z. B. der Elektrotechnik, der Mechatronik oder von medizintechnischen physikalischen Systemen) berücksichtigt werden.
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Die Klassifikationsvorschrift weist vorzugsweise eine vierstufige Hierarchie auf und/oder basiert auf einem ECL@SS-Standard. Beispielsweise kann hier die Version 6.0.1 des ECL@SS-Standards berücksichtigt werden. Alternativ können jedoch auch andere Klassifikationsvorschriften und/oder andere Versionen des ECL@SS-Standards verarbeitet werden. Grundsätzlich ist anzumerken, dass die erfindungsgemäße Lösung nicht auf eine bestimmte Klassifikationsvorschrift beschränkt ist. Wesentlich ist, dass bei der erfindungsgemäßen Konfiguration nur relevante Klassen und Attribute aus der jeweils verwendeten Klassifikationsvorschrift (also beispielsweise aus dem ECL@SS-Standard) selektiert und für die Generierung der prozessangepassten Datenstruktur übernommen werden. Somit werden die relevanten und notwendigen Klassen und Attribute bedarfsbezogen aus dem ECL@ASS 6.0.1 Standard selektiert und für Norm- und Datenblatteile eines Produktionsbereichs (hier Dialysemaschinen) im Rahmen der Konfiguration übernommen. Die Klassifikationsvorschrift dient zur Strukturierung der elektronischen Bauteiledatensätze. Die Klassifikationsvorschrift basiert auf einer bestimmten Datenstruktur und umfasst Klassen (vorzugsweise 4) und Attribute (bzw. Merkmale), die für einen bestimmten Produktionsbereich relevant sind, wie beispielsweise „Schraube/Mutter”, mit Durchmesser X, mit/ohne Kopf, in Länge Y, mit Gewinde Z etc. Alle Bauteiledatensätze liegen bereits klassifiziert und attributiert vor. Alternativ wird eine solche Datenstruktur für die elektronischen Bauteile erstellt.
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Bei den „Konfigurationserfordernissen” handelt es sich um Regeln, Voraussetzungen und/oder Vorgaben im Hinblick auf das Produktdatenmanagementsystem. Diese werden in elektronischer Form bereitgestellt und sind digital codiert. Hier werden insbesondere alle Methoden definiert, die zur Entwicklung und/oder zum Im-/Export von Klassenstrukturen, Merkmalsdefinitionen, Felddefinitionen, Masken, Konfigurationen (umfassend Layout), Listenkonfigurationen, Prüffunktionen, Wahlfunktionen oder anderer Maskenlayouts, sowie aller Systemattribute für das Produktdatenmanagementsystem relevant sind. Mit anderen Worten werden hier alle Erfordernisse zusammengefasst, die zur Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems berücksichtigt werden müssen. Vorzugsweise sind dabei die Konfigurationserfordernisse spezifisch auf die Bauteiledatensätze abgestimmt bzw. bezogen, sodass die Konfigurationserfordernisse auf Basis der klassifizierten und attributierten Bauteiledatensätze bzw. Teilestammsätze eines Produktionsbereiches abgestellt sind.
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Die Konfigurationserfordernisse sind vorzugsweise PDM-System- und/oder produktionsbereich-spezifisch.
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Die „Prozessbedingungen” beziehen sich auf Voraussetzungen, Bedingungen, Vorgaben und/oder Erfordernisse des jeweiligen Produktionsbereiches (hier für Dialysemaschinen). Die Prozessbedingungen werden ebenfalls in elektronische Datensätze konvertiert oder liegen bereits in digitaler Form vor. Grundsätzlich beziehen sich die Prozessbedingungen auf einen Prozess zur Verarbeitung oder zur Verwendung der jeweiligen medizintechnischen Bauteile. Dabei werden also die jeweiligen Voraussetzungen in einem bestimmten Produktbereich modelliert und abgebildet. Die Prozessbedingungen sind prozessspezifisch und in der Regel auch applikationsspezifisch; sie betreffen also einen bestimmten Unternehmens- und/oder Produktionsbereich. Dabei bezieht sich der Begriff „Prozess” auf einen Produktionsprozess, Verarbeitungsprozess für die jeweiligen Bauteile oder auf einen Prozess, bei dem die jeweiligen Bauteile verwendet werden. Die Prozessbedingungen basieren somit auf technischen Voraussetzungen des Produktionsprozesses der medizintechnischen Bauteile. Für den Produktbereich Dialysemaschinen seien hierzu beispielhaft folgende Prozesse genannt: Herstellung, Entwicklung, Verwendung, Anwendung von Bauteilen bzw. Verarbeitung von Produktteiledaten der medizintechnischen Bauteile.
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In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung werden zwei unterschiedliche Datenstrukturen bereitgestellt: zum Einen eine Datenstruktur, die Bauteiledatensätze enthält, die gemäß der Klassifikationsvorschrift, insbesondere nach dem ECL@SS-Standard klassifiziert und attributiert sind. Desweiteren ist eine prozessangepasste Datenstruktur vorgesehen, die erfindungsgemäß automatisch erzeugt wird, und in der die Bauteiledatensätze strukturiert sind auf Basis der erfassten Prozessbedingungen und/oder auf Basis der eingelesenen Konfigurationserfordernisse. Die prozessangepasste Datenstruktur enthält nur solche Bauteiledatensätze, die als relevant selektiert wurden. Darüber hinaus ist es möglich, die Bauteiledatensätze einem Prüf- und/oder Validierungsprozess zu unterziehen, bevor sie in der prozessangepassten Datenstruktur gespeichert werden. Dies hat den Vorteil, dass die Qualität des Konfigurationsprozesses insgesamt gesteigert werden kann, da nur validierte und geprüfte Bauteiledatensätze verwendet werden.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung werden automatisch Konfigurationsinstruktionen erzeugt. Bei den Konfigurationsinstruktionen handelt es sich um computerimplementierte Befehle oder Befehlsdatensätze, die zur Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems bestimmt sind auf Basis der erfassten Prozessbedingungen und/oder auf Basis der eingelesenen Konfigurationserfordernisse. Die Konfigurationsinstruktionen können beispielsweise zur Erstellung von bestimmten Masken oder graphischen Benutzeroberflächen (z. B. für Titeldefinitionen, Feldspezifikationen etc.) verwendet werden. Die Instruktionen sind dabei kompatibel zu dem Produktdatenmanagementsystem, können von diesem eingelesen, verarbeitet bzw. ausgeführt werden und können als Konfigurationsdatei (z. B. xml) strukturiert sein. Vorzugsweise werden aus den Konfigurationserfordernissen des Produktdatenmanagementsystems automatisch nach vorkonfigurierten Kriterien Konfigurationsinstruktionen erzeugt. Die Konfigurationsinstruktionen sind computerlesbare Befehle, die bei Aktivierung ausgeführt werden können (insbesondere Befehle, die vom Produktdatenmanagementsystem lesbar sind und dafür falls erforderlich einem Konvertierungsprozess unterzogen werden). Die Konvertierung dient dazu, die Instruktionen in ein solches Format zu konvertieren, dass sie auch vom PDM-System eingelesen und verwertet werden können. Dies erfolgt vorzugsweise automatisch. Die Konfigurationsinstruktionen dienen zur automatischen Erzeugung von Eingabemasken zur Titeldefinition, zur Feldspezifikation und/oder zur Attribut-Aggregation. Bei der Erzeugung dieser Masken werden sowohl die Konfigurationserfordernisse des jeweiligen Produktdatenmanagementsystems (z. B. hinsichtlich Art der zulässigen Masken, Anzahl, Größe etc.) als auch die Prozessbedingungen (z. B. Produktionsbedingungen der Dialysemaschinen) für die Bauteile berücksichtigt.
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Der Konfigurator dient zur automatischen Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems. Dies erfolgt vorzugsweise durch das automatische Erstellen von zumindest einer Konfigurationsdatei, die direkt oder indirekt (über die Vermittlung von weiteren computerbasierten Instanzen) in das Produktdatenmanagementsystem eingelesen werden kann. Vorzugsweise umfasst die Konfiguration zwei Aspekte:
- 1. das Einspielen der prozessangepassten Datenstruktur in das Produktdatenmanagementsystem. Hierbei werden insbesondere nur die als relevant selektierten Klassen und Attribute und weiteren Subparameter berücksichtigt. Die automatisch erzeugte prozessangepasste Datenstruktur wird somit an das Produktdatenmanagementsystem transferiert (beispielsweise über ein Netzwerk oder über das Einlesen von Konfigurationsdateien). Das Auf/Einspielen umfasst auch eine Umkonfiguration, falls die Daten in einem anderen Format vorliegen und noch konvertiert werden müssen. Die prozessangepasste Datenstruktur dient zur Verwendung im Produktdatenmanagementsystem.
- 2. Aktivieren von Konfigurationsinstruktionen. Dies umfasst computerimplementierte Befehle, die innerhalb des Produktdatenmanagementsystems eingelesen und ausgeführt werden können. Die Konfigurationsinstruktionen dienen u. a. zur automatischen Erzeugung von Eingabemasken für das Produktdatenmanagementsystem und möglicherweise zur Konfiguration des Layouts (Selektion der Felder, Größenbestimmungen, Abfrage von Parametern, Einheitenkonsolidierung, Bestimmung von Datentypen, Bestimmung von Feldlänge, Genauigkeit, sichtbarer Länge, Zulässigkeit von bestimmten Eingaben etc.). Die Konfigurationsinstruktionen werden vorzugsweise in einem Konfigurationsspeicher vorgehalten.
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Wie vorstehend bereits ausgeführt, bezieht sich eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung darauf, dass bei dem Erzeugen der prozessangepassten Datenstruktur eine automatische Überprüfung auf Zulässigkeit ausgeführt wird. Hier kann beispielsweise überprüft und sichergestellt werden, dass nur validierte Klassifikationen und validierte Merkmale bzw. Attribute bei der Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems berücksichtigt werden. Darüber hinaus können hier noch Vererbungsregeln vorgesehen sein, nach denen bestimmte Klassen und/oder Attribute in der Klassifikationshierarchie vererbt werden können. Wenn beispielsweise in einer übergeordneten Klasse ein bestimmtes Merkmal bejaht ist (Schraube mit Kopf), dann kann es automatisch voreingestellt sein, dass alle Unterklassen ebenfalls dieses Merkmal erben (Sechskantschraube mit Kopf erbt ebenfalls das Merkmal „Kopf”). Damit kann einerseits die Konfiguration und die Verarbeitung von konfigurations- und PDM-relavanten Daten effizienter ausgeführt und andererseits sichergestellt werden, dass nur produktionsbereich-relevante, klassifizierte und validierte Teilestämme zur Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems berücksichtigt werden. Die Konfiguration umfasst eine Oberflächenkonfiguration, die sich im Allgemeinen auf die automatische Erzeugung von Benutzeroberflächen bezieht und umfasst desweiteren eine Strukturkonfiguration, die sich im Allgemeinen auf die technische Datenstruktur bezieht.
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Im Rahmen der Validierung der Bauteiledatensätze kann es vorgesehen sein, dass ein elektronischer Identifikator, beispielsweise ein Flag, gesetzt, übertragen und/oder vorzugsweise zusammen mit dem Bauteiledatensatz gespeichert wird, falls ein positives Validierungssignal für einen Bauteiledatensatz erfasst werden kann. Dieses Validierungssignal kann entweder über eine Benutzeroberfläche von einem Anwender manuell eingegeben werden oder das Validierungssignal kann aus anderen Angaben automatisch berechnet werden.
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Die Konfiguration umfasst in einer bevorzugten Ausführungsform die prozessangepasste Datenstruktur und die Konfigurationsinstruktionen. Vorzugsweise werden die konfigurationsrelevanten Daten in einer Konfigurationsdatei zusammengefasst, die zum Im- und/oder Export von Daten in das/aus dem Produktdatenmanagementsystem bestimmt ist. In vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung kann die Konfiguration noch weitere Konfigurationsdatensätze umfassen, beispielsweise Metadatensätze, die sich auf einen Zeitpunkt der Konfiguration beziehen oder auf ein Tracking von Konfigurationssitzungen. Damit wird es möglich, alle computerimplementierten Operationen, die im Rahmen der Konfiguration ausgeführt worden sind, zu speichern und nachzuhalten, um beispielsweise statistische Auswertungen anstoßen zu können.
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Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung ist darin zu sehen, dass auch während der Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems Bauteiledatensätze validiert, geändert, gelöscht und/oder der Datenstruktur hinzugefügt werden können. Desweiteren können auch Bauteiledatensätze aus unterschiedlichen Datenstrukturen eingelesen werden. Ebenso ist es möglich, dass Bauteiledatensätze aus Datenstrukturen eingelesen werden, die nach unterschiedlichen Klassifikationsvorschriften klassifiziert und/oder attributiert sind. Dies erweist sich in der Praxis deshalb als sehr vorteilhaft, da eine Validierung von Bauteiledatensätzen parallel zur Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems ausgeführt werden kann. Mit anderen Worten kann auch noch während der Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems eine Anpassung und Optimierung hinsichtlich der Bauteiledatensätze ausgeführt werden. Damit kann das System insgesamt noch optimierter ausgelegt werden, indem keine unnötigen Bauteiledatensätze zur Konfiguration verwendet werden.
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Gemäß einem Aspekt der Erfindung ist der Konfigurator dazu bestimmt, für jede Klasse spezifisch eine automatische Erzeugung von Eingabemasken auf Basis der eingelesenen Bauteiledatensätze, der eingelesenen Konfigurationserfordernisse und/oder der erfassten Prozessbedingungen auszuführen bzw. zu veranlassen. Dabei umfasst das automatische Erzeugen von Eingabemasken auch eine Veränderung bzw. Anpassung von bestehenden Masken und/oder ein Löschen derselben. Selbstverständlich können auch vollständig neue Masken generiert werden.
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Titeldefinition:
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Die Konfiguration umfasst eine Titeldefinition für Masken und Listen. Die Titeldefinition ist die Methode bzw. der computerimplementierte Prozess zur Festlegung der Titel für die Datenfelder und die Listenüberschriften. Für das Produktdatenmanagementsystem „PRO.FILE” muss pro Datenfeld beispielsweise mindestens ein Titel definiert werden. Bei Bedarf können optional weitere Titel pro Feld definiert werden. Dies wird automatisch bei der erfindungsgemäßen Konfiguration berücksichtigt.
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Feldspezifikation:
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Üblicherweise umfasst das Produktdatenmanagementsystem Felder, für die Spezifikationen getroffen werden müssen. Dabei wird die Berechnung für jede aktuelle Klasse, jedes aktuelle Sachgebiet und gleichzeitig über alle Bauteiledatensätze durchgeführt. Die Konfiguration umfasst grundsätzlich ein Maskendesign bzw. die Gestaltung einer Benutzeroberfläche in unterschiedlichen Aspekten. Auf Grundlage dieser Berechnung werden dann weitere Konfigurationsentscheidungen getroffen. Beispielsweise werden hier Berechnungen des Datentypes ausgeführt (z. B. Float, String). Es erfolgt hier z. B. eine Spezifikation der Feldlänge, der Genauigkeit des Feldes und/oder es wird eine Prüffunktion spezifiziert gegen Änderungen der Echtdaten.
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Maskendesign:
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden das Design (inhaltlich: Bestimmung und Auswahl der Parameter) und das Layout (Form, Größe, Struktur etc.) der Eingabeoberflächen automatisch erzeugt. Des Weiteren wird bei Auswahl einer bestimmten Klasse eine Group-Box bereitgestellt, die als Sub-Element oder als vorkonfigurierbarer Bereich einer Benutzeroberfläche implementiert sein kann und zum Zwecke der Übersichtlichkeit der Benutzeroberfläche bestimmte Spezifikationen zusammenfasst. Wird im Rahmen der Konfiguration eine bestimmte Klasse ausgewählt, so werden die Group-Box, die Maskenfelder und Listen auf Basis der Feldspezifikationen initial generiert. Desweiteren erfolgt eine Positionierung für Attribute (Feld, Titel), eine Festlegung der Größe für das jeweilige Attribut, Oberflächendarstellungen, die sich aufgrund von Attributvererbungen ergeben, Definitionen von Maximalwerten in Bezug auf eine Klasse, die Prüfung auf Einzelwerte, eine Umschaltung der Oberfläche hinsichtlich einer konfigurierbaren Sprache.
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Die Konfiguration umfasst desweiteren eine Attribut-Aggregation. Für die Nutzung der Bauteiledatensätze in den jeweiligen Prozessen (z. B. operativen Produktionsprozessen) werden n Attribute zu einem Kurztext zusammengefasst bzw. aggregiert. Die Methode der Attribut-Aggregation dient zur Definition der jeweiligen Kurzbezeichnung.
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Desweiteren ist eine Exportfunktion vorgesehen. Die Exportfunktion dient zur automatischen Erzeugung einer Konfigurationsdatei, die beispielsweise in einem xml-Format bereitgestellt werden kann und für den unmittelbaren Import in das Produktdatenmanagementsystem bestimmt ist.
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Gemäß einem vorteilhaften Aspekt umfasst die Konfiguration auf Klassenebene die automatische Erzeugung und/oder Zuordnung von Schlagwörtern. Dabei wird einem Merkmal oder einer Merkmalskombination ein Schlagwort zugeordnet. Dies kann mittels einer Mapping-Vorschrift ausgeführt werden, die eine 1:1-Zuordnung zwischen Schlagwort und Merkmalskombination vorsieht. Die Schlagworterzeugung dient zur effizienteren Suche in den Datenstrukturen, wobei übliche Suchkriterien oder Suchwörter (über die Definition der Schlagwörter) modelliert und definiert werden können. Die Schlagwortgenerierung erfolgt vorzugsweise auf Klassenebene. Ein wesentlicher Vorteil der Schlagworterzeugung ist darin zu sehen, dass dies ebenfalls auf Basis der tatsächlich vorliegenden und eingelesenen Bauteiledatensätze erfolgt. Damit kann sichergestellt werden, dass einerseits nur relevante Schlagwörter und andererseits keine Dubletten erzeugt werden. Die Zuordnungsvorschrift, nach der ein Schlagwort jeweils einer Klasse zugeordnet wird, kann prozessspezifisch und/oder Produktdatenmanagementsystemspezifisch ausgeführt sein. Mit anderen Worten können bei der Erzeugung jeweils eines Schlagwortes die Prozessbedingungen und/oder die Konfigurationserfordernisse des Produktdatenmanagementsystems berücksichtigt werden.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine Gruppierungsvorschrift bereitgestellt. Die Gruppierungsvorschrift dient dazu, eine Gruppe von Bauteiledatensätzen zu bilden. Die Gruppe kann nach vorkonfigurierbaren Eigenschaften gebildet werden. Hier werden üblicherweise vorkonfigurierte Attribute gewählt. Alternativ werden die Eigenschaften in Echtzeit automatisch berechnet oder manuell vom Anwender bestimmt. Die Gruppe kennzeichnet sich dann durch solche Bauteiledatensätze, die in den vorkonfigurierten Attributen übereinstimmen. Dies hat den Vorteil, dass das Produktdatenmanagementsystem sehr flexibel und gleichzeitig effizient durchsuchbar wird. In der Regel unterscheidet sich die Attribut-Aggregation von dem gewählten Schlagwort.
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Eine weitere Aufgabenlösung besteht in einem computerimplementierten Verfahren zur Konfiguration eines elektronischen Produktdatenmanagementsystems, das zur Bearbeitung und/oder Verwaltung von Bauteiledatensätzen bestimmt ist. Die Bauteiledatensätze repräsentieren medizintechnische Bauteile, insbesondere auf dem Gebiet der Dialysetechnik und sind gemäß einer Klassifikationsvorschrift in einer Datenstruktur klassifiziert und attributiert. Die Datenstruktur kann in einem physikalischen Datenspeicher (z. B. in einer Datenbank) abgelegt sein. Gemäß einem Aspekt umfasst das Verfahren folgende Verfahrensschritte:
- – Einlesen der klassifizierten und attributierten Bauteiledatensätze aus dem Datenspeicher. Dies erfolgt vorzugsweise über die Bauteiledatensatz-Schnittstelle.
- – Einlesen von Konfigurationserfordernissen des Produktdatenmanagementsystems. Dies erfolgt vorzugsweise über die Produktdatenmanagementsystem-Schnittstelle.
- – Erfassen von Prozessbedingungen. Dabei beziehen sich die Prozessbedingungen auf den Produktionsprozess der medizintechnischen Bauteile oder auf einen technischen Prozess, bei dem die medizintechnischen Bauteile verwendet werden, wie beispielsweise ein Einbau von Bauteilen, die Herstellung der Bauteile, der reale Einsatz der Bauteile im operativen medizintechnischen Umfeld (z. B. von Bauteilen im Rahmen einer umfassenden Dialysemaschine oder anderer Maschinen).
- – Automatisches Erzeugen einer prozessangepassten Datenstruktur. Die prozessangepasste Datenstruktur stimmt üblicherweise nicht mit der Datenstruktur überein, in der die Bauteiledatensätze vorliegen bzw. aus der die Bauteiledatensätze eingelesen werden. Die prozessangepasste Datenstruktur kennzeichnet sich dadurch, dass sie an die Konfigurationserfordernisse (des jeweiligen Produktdatenmanagementsystems) und/oder an die Prozessbedingungen (des Verarbeitungsprozesses/Verwendungsprozesses der medizintechnischen Bauteile im Rahmen des Unternehmens) angepasst ist. Desweiteren basiert die prozessangepasste Datenstruktur nur auf Echtdaten, also auf realen und als relevant selektierten, klassifizierten und attributierten Teilestammsätzen von Bauteilen eines Produktionsbetriebes.
- – Im letzten Schritt erfolgt eine automatische Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems. Dies wird vorzugsweise durch Einspielen von zumindest einer Konfigurationsdatei ausgeführt. Die Konfiguration umfasst das Einspielen der prozessangepassten Datenstruktur in das Produktdatenmanagementsystem und das Freischalten der Konfigurationsinstruktionen, sodass die Konfigurationsinstruktionen ausgeführt werden, um die entsprechenden Masken zu erzeugen. Die Konfiguration erfolgt vorzugsweise vollautomatisch oder halbautomatisch (und umfasst bestimmte Bestätigungssignale des Anwenders)
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Ein Aspekt der vorliegenden Erfindung sieht vor, das vorstehend beschriebene Verfahren neben der automatischen Konfiguration auch zu weiteren Maßnahmen zu verwenden. So kann das Verfahren beispielsweise auch zum Umklassifizieren der eingelesenen und gemäß einer ersten Klassifikationsvorschrift strukturierten Bauteiledatensätze verwendet werden. Dabei erfolgt ein Zugriff auf eine zweite Klassifikationsvorschrift. Vorzugsweise wird dabei eine zweite Datenstruktur erstellt, die auch als prozessangepasste Datenstruktur implementiert sein kann und die in einem separaten Datenspeicher vorgehalten wird. Die umklassifizierten Bauteiledatensätze können dann anderen Systemen und computerimplementierten Instanzen zur Verarbeitung weitergeleitet werden. Damit wird es auch möglich, ein und dasselbe PDM-System zu verwenden, obwohl die Bauteiledatensätze gemäß einer geänderten Klassifikationsvorschrift strukturiert sind.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Computerprogrammprodukt gemäß dem beiliegenden Patentanspruch.
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Ebenso ist es möglich, das vorstehend beschriebene Verfahren als Computerprogramm zu implementieren. Das Computerprogramm umfasst Programmcode zur Durchführung aller Verfahrensschritte des vorstehend beschriebenen Verfahrens, wenn das Computerprogramm in einem Computer oder in einem Computernetzwerk oder in einem Prozessor eines Computers ausgeführt wird. Das Computerprogramm kann auch in einem digitalen Speichermedium (z. B. mobiler Datenträger, wie eine CD etc.) gespeichert sein. Alternativ kann das Computerprogramm über ein Netzwerk (z. B. über das Internet) abgerufen, heruntergeladen und/oder auf einem Client ausgeführt werden.
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KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
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Im Folgenden wird die Erfindung mit weiteren Merkmalen, vorteilhaften und alternativen Ausführungsformen und Vorteilen im Zusammenhang mit den beiliegenden Figuren näher beschrieben. Dabei zeigen:
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1 eine schematische Darstellung eines Konfigurationsentwicklungssystems, wie es die Erfindung gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorschlägt und die den fachlichen Kontext veranschaulicht,
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2 ebenfalls eine schematische Übersichtsdarstellung von relevanten Einflussfaktoren für die Konfiguration gemäß einer bevorzugten Ausführungsform,
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3 eine schematische Darstellung von beteiligten computerbasierten Instanzen,
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4 eine Prinzipdarstellung einer Datenübertragung im Rahmen der Konfiguration,
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5 ein Ablaufdiagramm gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
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6 eine exemplarische Darstellung einer Maske zur Titeldefinition,
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7 eine exemplarische Darstellung einer Maske zur Feldspezifikation
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8 eine exemplarische Darstellung eines Maskendesigners
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9 eine exemplarische Darstellung einer Maske für eine Attribut-Aggregation.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
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Im Folgenden wird das prinzipielle Umfeld eines erfindungsgemäßen Konfigurationssystems bzw. Konfigurationsentwicklungssystems mit einem Konfigurator K näher erläutert.
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Wie auf der linken Seite in 2 dargestellt, liegt eine Menge von Bauteilen vor, die ihm Rahmen eines Produktionsprozesses verwendet werden. In einer Ausführungsform der Erfindung stammen diese Bauteile aus dem Produktionsbereich der Medizintechnik und betreffen insbesondere Produkte, Bauteile und/oder Maschinen auf dem Gebiet der Dialysetechnik. Hierunter fallen beispielsweise Hämodialysemaschinen, Peritonealdialysemaschinen, Filter, Schlauchsets oder andere Produkte oder Verbrauchsgegenstände, die im Rahmen der Dialysetechnik verwendet und/oder produziert werden. Um die diesbezüglichen elektronischen Datensätze, im Folgenden Bauteiledatensätze 100 genannt, elektronisch zu verwalten, sind im Stand der Technik unterschiedliche Produktdatenmanagementsysteme P bekannt. Hierzu zählt beispielsweise das Produktdatenmanagementsystem P „Pro.File” der Firma Procad. Desweiteren sind im Stand der Technik unterschiedliche Klassifikationsvorschriften bekannt, um die Typen und Eigenschaften von Produkten (über Produktbeschreibungen, möglicherweise verbunden mit Dienstleistungen) zu beschreiben und zu klassifizieren. Ein Beispiel einer solchen Klassifikationsvorschrift, die im Rahmen dieser Anmeldung verwendet werden kann, ist der ECL@SS-Standard. Mit Hilfe des ECL@SS-Standards können Produkte zu Klassen oder Gruppen von Produkten mit ähnlichen Produkteigenschaften strukturiert werden. ECL@SS ist ein hierarchisches Klassifikationssystem, das mittels einer Baumstruktur repräsentiert werden kann. Dabei hat jedes Objekt einen eineindeutigen identifikator (IRDI-International Registration Data Identifier), der auf den internationalen Standards ISO/IEC11179-6, ISO29002 und ISO6532 basiert. Der ECL@SS-Standard basiert auf einer vierstufigen Hierarchie. Dabei gibt es folgende Zuordnungen:
- 1. Hierarchieebene: Sachgebiet
- 2. Hierarchieebene: Hauptgruppe
- 3. Hierarchieebene: Gruppe
- 4. Hierarchieebene: Untergruppe.
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Desweiteren gibt es in diesem Klassifikationsschema ECL@SS folgende Elemente:
- – Klassen. Die Klassen erlauben eine Gruppierung bzw. Strukturierung von Klassenelementen (bzw. Objekten) nach unterschiedlichen Kriterien, basierend auf einer Taxonomie. Die gewählte Taxonomie ist gemäß einem Aspekt der Erfindung produktionsbereichspezifisch.
- – Schlagworte. Zur Suche in großen Datenvolumen können bestimmte Schlagworte und Synonyme definiert werden.
- – Merkmale. Merkmale sind Produktattribute und bezeichnen Eigenschaften eines Produktes. Attribute sind in der Regel klassenspezifisch, da Produkte einer bestimmten Klasse andere Merkmale haben als Produkte einer anderen Klasse.
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Der ECL@SS-Standard liegt in unterschiedlichen Versionen vor (umfassend die Versionen 4.0, 4.1, unterschiedliche Versionen der Reihe 5 und 6, sowie eine Reihe 7), die im Vergleich zu vorhergehenden Versionen neue Klassen, Merkmale, Werte und Relationen von Merkmalen zu Klassen enthält.
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In einem Ausführungsbeispiel der Erfindung liegen die Bauteiledatensätze 100 in einer strukturierten Form vor, die auf dem ECL@SS-Standard 6.0.1 basiert. Die Bauteiledatensätze sind insbesondere ECL@SS 6.0.1 klassifizierte und attributierte Norm- und Datenblattteile des Produktbereiches für Dialysemaschinen. Diese Bauteiledatensätze 100 sind in einem physikalischen Datenspeicher 10 gespeichert.
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Zur Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems P werden nun unterschiedliche Eingangsgrößen berücksichtigt und verarbeitet, die in Form von digitalen Datensätzen einem Konfigurationssystem K zugeführt werden. Wie in 2 schematisch dargestellt, handelt es sich dabei um Prozessbedingungen 500, um Konfigurationserfordernisse 600 und optional noch um weitere Eingangsgrößen, die in 2 nicht näher dargestellt sind und nur mit einem leeren Kasten angedeutet sein sollen. Bei diesen weiteren Größen kann es sich beispielsweise um vorkonfiguriertes Fachwissen aus dem Produktionsbereich oder um sonstige Metadaten (beispielsweise zeitbezogene Daten) handeln. Die Prozessbedingungen 500 beziehen sich auf einen Produktionsprozess oder auf einen Verwendungsprozess für die medizintechnischen Bauteile. Hier fließt Fachwissen aus dem jeweiligen Produktbereich ein und wird in standardisierter Form an das erfindungsgemäße Konfigurationssystem weitergeleitet. Beispielsweise wird hier definiert, welche Klassen und Attribute und sonstigen Objekte aus dem ECL@SS-Standard für den jeweiligen Produktbereich relevant sind. Nur die relevanten Objekte werden berücksichtigt. Dies führt zu einer Effizienzverbesserung des Konfigurationsverfahrens.
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Bei den Konfigurationserfordernissen 600 handelt es sich um Vorgaben, Bedingungen oder Voraussetzungen des Produktdatenmanagementsystems P. Hier fließt all das Wissen im Hinblick auf das spezielle Produktdatenmanagementsystem P ein, das zur Konfiguration relevant ist. Beispielsweise kann hier definiert sein, dass bei dem Produktdatenmanagementsystem Pro.File pro Datenfeld mindestens ein Titel definiert werden muss oder dass grundsätzlich für alle Felder Spezifikationen (hinsichtlich Datentyp, Feldlänge, Genauigkeit etc.) getroffen werden müssen.
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Diese Eingangsgrößen fließen in das erfindungsgemäße Konfigurationssystem K ein, das zur Ausführung der Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems P bestimmt ist. Das Konfigurationssystem K dient zur dedizierten Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems P. Dies soll in 2 durch den Pfeil gekennzeichnet sein, der von System K auf System P verweist.
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1 zeigt eine Kontextübersicht des erfindungsgemäßen Konfigurations- bzw. Konfigurationsentwicklungssystems K und grenzt selbiges gegenüber Nachbarsystemen ab, die über entsprechende Schnittstellen an das Konfigurationsentwicklungssystem K angeschlossen sind. Bei den Nachbarsystemen handelt es sich um ERP-Systeme ERP1, ERP2 (ERP – Enterprise Resource Planning Systems), insbesondere um softwarebasierte Systeme zur Ressourcenplanung eines Unternehmens oder eines Unternehmensbereiches bzw. von Unternehmenszusammenschlüssen. Die ERP-Systeme ERPi stellen Bauteiledatensätze, sogenannte Teilestämme bereit und führen diese über eine Eingabeschnittstelle dem Produktdatenmanagementsystem P zu. Das ERP-System ERP interagiert mit einem sogenannten Data Optimizer O, der für die Qualität der vorgehaltenen Datensätze verantwortlich ist. Üblicherweise werden dem Data Optimizer O Teiletexte, Teilestämme und/oder Datenblätter zugeführt und der Data Optimizer O dient dazu, daraus zumindest eine Klassifikation, Merkmale, Schlagwörter und/oder klassifizierte Teilestämme (also Bauteiledatensätze) zu erstellen. Diese Ergebnisse des Data Optimizers O werden an ein Datenvalidierungs- und Strukturierungssystem S weitergeleitet. Das Datenvalidierungs- und Strukturierungssystem S führt eine Validierung der Klassifikation und der Merkmale aus und dient zur Definition von Vererbungsregeln. Das Validierungs- und Strukturierungssystem S stellt dem Konfigurationssystem K Vererbungsregeln, eine validierte Klassifikation und validierte Merkmale bereit.
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Das erfindungsgemäße Konfigurationsentwicklungssystem K, dient zur Entwicklung und zum Export von Klassenstrukturen, Merkmalsdefinitionen, Felddefinitionen, Maskenkonfigurationen, Listenkonfigurationen, Prüffunktionen, Wahlfunktionen, Maskenlayouts, sowie zur Definition und computer-basierten automatisierten Erfassung aller notwendigen Klassen und Attribute bzw. Merkmale für das Produktdatenmanagementsystem P. Dies erfolgt auf Basis von klassifizierten und attributierten Teilestammsätzen. Als Ergebnis kann ein Datenaustausch zwischen dem Konfigurationsentwicklungssystem K und dem Produktdatenmanagementsystem P aktiviert werden, um eine erzeugte Strukturkonfiguration und eine erzeugte Maskenkonfiguration an das Produktdatenmanagementsystem P zu übersenden. Wie in 1 dargestellt, ist es auch möglich, einen unmittelbaren Datenaustausch zwischen dem Datenvalidierungs- und Strukturierungssystem S und dem Produktdatenmanagementsystem P bereitzustellen. Insbesondere dient die vorgesehene Schnittstelle dazu, klassifizierte und validierte Teilestämme von dem System S an das Produktdatenmanagementsystem P weiterzuleiten.
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Für das erfindungsgemäße Konfigurationssystem K bzw. für einen Konfigurator 90 (in dem zumindest ein Teil des Konfigurationssystems implementiert ist und der als Hardware-Bauteil oder als Speicher zur Speicherung zumindest eines Teils eines computer-implementierten Konfigurationsverfahrens ausgebildet sein kann) ist es in einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass Vorbereitungsmaßnahmen auf den Bauteiledatensätzen ausgeführt werden. Diese Vorbereitungsmaßnahmen umfassen eine Validierung, eine Feinstrukturierung, eine Attributierung und eine Feinattributierung (höhere Granularität der Attribute) unter Berücksichtigung der jeweiligen operativen Praxis des Produktbereiches (hier: Dialysemaschinen).
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Vergegenwärtig man sich das hohe Datenvolumen der Bauteiledatensätze (für Echtdaten des Produktbereiches Dialysemaschinen müssen beispielsweise ca. 15.000 aktive Normund Datenblattteile bzw. -sätze in eine anwendungsbezogene Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems P überführt werden). wird deutlich, dass ein automatisiertes vorgehen, insbesondere eine automatische Konfiguration unerlässlich ist. Dabei greift das erfindungsgemäße Konfigurationssystem K auf Parsing-Strategien zurück, um die Teilestämme u. a. in Hinblick auf technische Merkmale und Attribute zu analysieren.
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3 zeigt den Prinzipaufbau des Konfigurators 90 bzw. des erfindungsgemäßen Konfigurationssystems K im informationstechnologischen Umfeld. Die ECL@SS-klassifizierten und attributierten Bauteiledatensätze 100 sind in dem Datenspeicher 10 abgelegt und werden über eine Bauteiledatensatz-Schnittstelle 20 dem Konfigurationssystem K zugeführt. Desweiteren steht das Konfigurationssystem K über eine Produktdatenmanagementsystem-Schnittstelle 30 im Datenaustausch mit dem Produktmanagementsystem P. Selbstverständlich liegt es für einen Fachmann auf der Hand, dass das Konfigurationssystem K und/oder das Produktdatenmanagementsystem P noch weitere Schnittstellen haben kann. Dies ist in 3 in Bezug auf das Produktdatenmanagementsystem P durch die drei weiteren Pfeile gekennzeichnet.
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Das Konfigurationssystem K umfasst:
- – einen Prozessspeicher 50, der zur Speicherung der erfassten Prozessbedingungen 500 bestimmt ist.
- – einen Konfigurationserfordernisspeicher 60, der zur Speicherung der eingelesenen Konfigurationserfordernisse 600 des Produktdatenmanagementsystems P bestimmt ist.
- – eine prozessangepasste Datenstruktur 70, für die Bauteiledatensätze, die die Bauteiledatensätze auf Basis der eingelesenen Konfigurationserfordernisse 600 und/oder auf Basis der erfassten Prozessbedingungen 500 strukturiert.
- – einen Konfigurationsspeicher 80, der zur Speicherung von Konfigurationsinstruktionen bestimmt ist. Die Konfigurationsinstruktionen können vom Produktdatenmanagementsystem P unmittelbar für die Bauteile-Echtdaten umgesetzt werden.
- – einen Konfigurator 90. Der Konfigurator 90 ist zur automatischen Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems P bestimmt. Üblicherweise dient der Konfigurator 90 dazu, eine Konfigurationsdatei zu erstellen, die aktivierbare Konfigurationsinstruktionen 700 enthält, die direkt an das Produktdatenmanagementsystem P zur Konfiguration desselben übermittelt werden können. Desweiteren kann zusätzlich auch die prozessangepasste Datenstruktur 70 in das Produktdatenmanagementsystem P aufgespielt werden. Die prozessangepasste Datenstruktur 70 und die Konfigurationsinstruktionen 700 können entweder separat in Form von unterschiedlichen Nachrichten oder auch gemeinsam als Konfigurationspaket an das Produktdatenmanagementsystem P weitergeleitet werden, um dieses zu konfigurieren. Wesentlich ist, dass das Paket oder die Konfigurationsnachricht direkt von dem Produktdatenmanagementsystem lesbar ist.
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Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf 4 am Beispiel einer bevorzugten Ausführungsform der Datenaustausch des Konfigurationssystems K näher erläutert.
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Die erfindungsgemäße Konfiguration wird auf Basis von Echtdaten (der Teilestämme) ausgeführt. Dies hat den Vorteil, dass nur relevante Bauteiledatensätze 100 verwendet werden und das Produktdatenmanagementsystem P nicht mit unnötigen Ballastdaten konfrontiert wird. Die Bauteiledatensätze 100 werden aus dem Datenspeicher 10 ausgelesen und über die Bauteiledatensatz-Schnittstelle 20 dem Konfigurationssystem K zugeführt.
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Die Ausrichtung bzw. das Zugrundelegen von relevanten Echtdaten ist jedoch nicht der einzige charakterisierende Faktor des erfindungsgemäßen Konfigurationssystem K, sondern es werden noch weitere Eingangsgrößen für die automatische Konfiguration eingelesen und verwertet. So werden insbesondere die Prozessbedingungen 500 eingelesen. Die Prozessbedingungen 500 können von einem Produktionsbereich 25 extrahiert werden. Mit den Prozessbedingungen 100 können unterschiedliche Aspekte des Produktionsbereiches 25 modelliert werden. Beispielsweise kann hier eine Einheiten-Konsolidierung durchgeführt werden. Dabei wird definiert, ob die jeweiligen Attribute einheitsneutral, mit einer Einheit oder mit mehreren Einheiten auftreten sollen. Im letzteren Fall wird ein separates Feld für die Einheit definiert und eine Auswahlliste für die Einheiten berechnet. Kommt anderenfalls pro Attribut nur eine Einheit in Frage, so wird mit dem Titel des Attributs die Einheit – beispielsweise in eckigen Klammern – nachgestellt. Dabei fließen anwendungsspezifische Gegebenheiten des Produktionsbereichs 25 mit ein. Beispielsweise wird es für das Attribut „Durchmesser” je nach Produktionsbereich 25 unterschiedliche Einheiten geben. Handelt es sich bei dem Produktionsbereich 25 um Dialysemaschinen und bezieht sich das Attribut „Durchmesser” auf Schlauchsets, so wird als Einheit eine Millimeterangabe sinnvoll sein, während die Einheit in Zentimetern für dasselbe Attribut bevorzugt wird, wenn es sich beispielsweise um den Durchmesser von Dialysatorengehäuse oder um den Durchmesser einer Blutpumpe handelt. Weitere ganz wesentliche Limitierungen (im Sinne von Einflussparametern) für die Konfiguration ergeben sich aus der jeweiligen Branche des Produktionsbereichs 25. Beispielsweise wird die Struktur für Bauteiledatensätze auf dem Gebiet der Medizintechnik, insbesondere für eine Plasmafiltration, eine Akutdialyse oder eine Hämodiafiltration, eine andere sein als für Bauteile auf dem Gebiet der Radiologie, beispielsweise Magnetresonanztomographieanlagen, Computertomographen etc. Neben der Ausrichtung bzw. der Branche des jeweiligen Produktionsbereichs 25 der Bauteile spielt auch die jeweilige Anwendung bei der erfindungsgemäßen Konfiguration eine nicht unbeachtliche Rolle. Es wird somit berücksichtigt, ob die Bauteile hergestellt werden oder ob sie im Rahmen eines operativen Einsatzes zur Anwendung kommen.
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Neben den Prozessbedingungen 500 berücksichtigt das erfindungsgemäße Konfigurationssystem K auch noch die Konfigurationserfordernisse 600, die sich aus den Gegebenheiten des jeweiligen Produktdatenmanagementsystems P ergeben. Bei den Konfigurationserfordernissen 600 fließt unter anderem ein, wie die Produktdatenmanagementsystem-Schnittstelle 30 ausgebildet ist. So können hier das Format und gegebenenfalls Konvertierungsvorschriften, sowie Kompressionsvoraussetzungen definiert werden. Grundsätzlich werden hier alle Konfigurationserfordernisse des jeweiligen Produktdatenmanagementsystems P abgebildet. Über die Definition der Konfigurationserfordernisse 600 wird es vorteilhafterweise möglich, die Konfiguration passgenau an das jeweilige Produktdatenmanagementsystem P auszuführen und auf dessen Voraussetzungen hin zu optimieren. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist darin zu sehen, dass das erfindungsgemäße Verfahren zur Konfiguration prinzipiell unabhängig von der speziellen Ausbildung des Produktdatenmanagementsystems P ist. Die Schnittstellen des jeweiligen Produktdatenmanagementsystems P und die spezifischen Voraussetzungen für die Definition der Eingangsgrößen für das jeweilige Produktdatenmanagementsystem P können über die Konfigurationserfordernisse 600 definiert werden. Damit sind die Einsatzmöglichkeiten der erfindungsgemäßen Konfiguration wesentlich höher, so dass insgesamt die Flexibilität bei der Konfiguration des PDM-Systems P deutlich gesteigert werden kann.
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Zusammengefasst erfolgt die erfindungsgemäße Konfiguration auf Basis von Echtdaten (über das Einlesen der Bauteiledatensätze 100), ist anwendungsspezifisch (durch Einlesen der Prozessbedingungen 500) und/oder ist PDM-spezifisch (durch Einlesen der Konfigurationserfordernisse 600). In einer Ausführungsform werden die Prozessbedingungen 500 im Prozessspeicher 50 des Konfigurationssystems K gespeichert. Die Konfigurationserfordernisse 600 werden im Konfigurationserfordernisspeicher 60 abgelegt. Aus den erfassten Eingangssignalen leitet der Konfigurator 90 konkrete Konfigurationsbefehle ab, die als Konfigurationsinstruktionen 700 in dem Konfigurationsspeicher 80 gespeichert werden und zu einem wählbaren Zeitpunkt an das Produktdatenmanagementsystem P zur Ausführung bzw. Aktivierung (vorteilhafterweise optional auch zu einem späteren Zeitpunkt) weitergeleitet werden können. Neben den Konfigurationsinstruktionen 700 kann optional auch noch eine prozessangepasste Datenstruktur 70 an das Produktdatenmanagementsystem P weitergeleitet werden. In einer Variante der Erfindung erfolgt die Konfiguration ausschließlich auf Basis der Konfigurationsinstruktionen 700, die beispielsweise auch in Form einer xml-Datei für den Im-/Export bereitgestellt werden kann (xml: extensible markup language).
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6 zeigt ein Beispiel einer Maske zur Titeldefinition gemäß einer bevorzugten Ausführungsform. Für einen bestimmten Produktionsbereich 25 kann hier festgelegt werden, dass maximal zwei Titel pro Attribut, umfassend einen Titel für das Feld und einen Titel für die Liste, definiert werden. Aufgrund der erfassten Konfigurationserfordernisse 600 wird analysiert, ob es eine oder mehrere Einheiten für jeweils ein Feld gibt. Falls nur eine Einheit vorgesehen ist, dann wird die jeweilige Einheit in eckigen Klammern im Titel dargestellt. Bei mehreren Einheiten wird ein Einheitsfeld erzeugt mit dynamischem bzw. abhängigem Titel (z. B. in der Form: Titel_Einheit). Üblicherweise werden die Titel für jeweils ein Sachgebiet (des jeweiligen Produktionsbereiches 25) festgelegt. Neutrale Titel werden aus deutschen Titeln berechnet; dabei werden Umlaute umgesetzt und Sonderzeichen durch ein vorkonfigurierbares Zeichen ersetzt. Üblicherweise ist es vorgesehen, dass ein Titel über die gesamte Datenbank eindeutig vergeben wird. Dies wird bei der erfindungsgemäßen Konfiguration auch so berücksichtigt. Werden inkonsistente Eingaben (beispielsweise für den Titel) erfasst, so kann es in einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung vorgesehen sein, dass automatisch ein Warnhinweis auf einer Benutzeroberfläche generiert wird, um den Anwender darauf hinzuweisen, dass hier eine inkonsistente Eingabe erfolgt ist. Bei dem Import der Klassen in das Produktdatenmanagementsystem P (beispielsweise über die prozessangepasste Datenstruktur 70) werden den neutralen Titeln Blocknummern des Produktdatenmanagementsystems P vorangestellt. Hier können auch unterschiedliche Prüffunktionen für die Dateneingabe bei der Konfiguration und weitere Konfigurationseinstellungen definiert werden. Ein Beispiel einer Prüffunktion ist, dass die Anzahl der Titel in allen Sprachen identisch ist. Als weitere Konfigurationseinstellung kann geprüft werden, dass die Titellänge eine maximale voreingestellte Länge (z. B. von 99 Zeichen) nicht überschreitet.
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7 zeigt exemplarisch eine Maske für Feldspezifikationen. Vorzugsweise erfolgt hier eine Berechnung des Datentyps. Für das Produktdatenmanagementsystem Pro.File ist die Angabe notwendig, ob es sich um einen Float- oder um einen String-Datentyp handelt. Desweiteren werden die Feldlänge (Berechnung der Vorkommastellen und der Nachkommastellen) und die Genauigkeit berechnet. Ebenso wird festgelegt, ob negative Werte erlaubt sind und wie lang die sichtbare Länge des Feldes in der Liste sein soll. Desweiteren können Prüffunktionen zur Änderung der Echtdaten bzw. der realen Bauteiledatensätze definiert werden.
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8 zeigt exemplarisch eine Maske für einen Maskendesigner. In dieser Maske erfolgt eine Darstellung bzw. Visualisierung folgender Eigenschaften:
- – Datentypen
- – Pflichtfeld
- – Prüffunktion
- – Wahlfunktion
- – „nicht in der Liste”
- – „noch nicht geprüft”.
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Hier werden auch folgende Definitionen getroffen und in das System eingegeben:
- – Prüffunktion
- – Wahlfunktion
- – Pflichtfeld
- – negative Werte
- – Feld in Liste anzeigen und Berechnung der maximalen Werte
- – Reihenfolge in der Liste.
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Desweiteren erfolgt eine Berechnung der minimal möglichen Abstände zwischen den Feldern und den Titeln, um eine möglichst kompakte Darstellung der Maske zu erreichen. Zum Zwecke der besseren Übersichtlichkeit ist die Maske in eine Anzahl, von unterschiedlichen Feldern strukturiert. Die Felder umfassen mehrere Tabellen für die Bauteiledatensätze und deren Konfiguration, sogenannte Group-Boxen, in denen jeweils eine Anzahl von Eingabefeldern zu bestimmten Aspekten oder Themen zusammengefasst oder gruppiert sind. Diese umfassen Eingabefelder zu den Grunddaten (z. B. Teilenummer, Materialgruppe, Bezeichnung, Norm etc.), Eingabedaten zu den physikalischen Eigenschaften (z. B. Steuerfeld, Dichte, Nettovolumen, Nettogewicht etc.), Daten zur Historie des jeweiligen Bauteiledatensatzes (z. B. Daten zur Revision, zur Version, zum Status etc.), Eingabedatenfelder zur technischen Klassifizierung (z. B. umfassend Herstellerangaben, Wahlfunktionen, Identifikationshinweise, Schlagworte, Attribute etc.). Im mittleren Bereich der Maske, die in 8 dargestellt ist, finden sich Darstellungen bzw. Teildarstellungen, die scrollbar sind im Hinblick auf die Struktur der Daten. Im rechten Bereich der in 8 dargestellten Maske finden sich eine Legende und Hinweise, die im Rahmen einer Überprüfung und Testung der Bauteiledatensätze verwendet werden. Hier können beispielsweise Warnhinweise ausgegeben werden, falls inkonsistente Datensätze erfasst worden sind.
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9 zeigt ein Beispiel einer Maske für die Attribut-Aggregation. Bei der Attribut-Aggregation wird eine vorkonfigurierbare Anzahl von Attributen zu einer Attributgruppe aggregiert. Die Attributgruppe kann mit einer Kurzbezeichnung identifiziert werden. Vorzugsweise ist eine bijektive Zuordnungsvorschrift zwischen der Kurzbezeichnung und der Attribut-Aggregation vorgesehen. In dem in 9 dargestellten Beispiel findet sich im linken oberen Feld der Maske eine Auswahl von Attributen der Klassifikationsvorschrift. Nicht aktuell angezeigte Attribute können durch Bewegung des Scrollbars an der rechten Seite zur Darstellung gebracht werden. Im rechten oberen Feld findet sich eine Visualisierung von Kurzbezeichnungen. Im unteren Bereich erfolgt eine Darstellung von Quellfeldern und Zielfeldern. Dabei wird jeweils ein Zielfeld aus dem zugehörigen Quellfeld in Echtzeit berechnet. Das Zielfeld kann sich dann auf eine Attribut-Aggregation beziehen, beispielsweise mit der Angabe „M3, nicht rostender Stahl 18/8, CFHC”.
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Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf 5 der Ablauf eines erfindungsgemäßen Konfigurationsverfahrens gemäß einer bevorzugten Ausführungsform näher erläutert.
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Nach dem Start des Systems erfolgt in Verfahrensschritt A das Einlesen der klassifizierten und attributierten Bauteiledatensätze 100 aus dem Datenspeicher 10.
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In Schritt B werden Konfigurationserfordernisse 600 des Produktdatenmanagementsystems P eingelesen.
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In Schritt C werden Prozessbedingungen 500 des Verarbeitungs- oder Verwendungsprozesses für die medizintechnischen Bauteile erfasst.
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Die Schritte A bis C können auch in einer anderen Reihenfolge ausgeführt werden und werden insbesondere in einer Vorbereitungsphase ausgeführt.
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Daran schließt sich eine zweite, zeitlich entkoppelte oder zumindest entkoppelbare Ausführungsphase an, die die Schritte D und E umfasst.
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In Schritt D erfolgt das automatische Erzeugen der prozessangepassten Datenstruktur 70 für die Bauteiledatensätze und/oder von Konfigurationsinstruktionen 700 auf Basis der erfassten Prozessbedingungen 500 und/oder auf Basis der eingelesenen Konfigurationserfordernisse 600.
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In Schritt E erfolgt die automatische Konfiguration des Produktdatenmanagementsystems P. Die Konfiguration umfasst üblicherweise das Ausführen von Konfigurationsinstruktionen 700 innerhalb des Produktdatenmanagementsystems P. Optional kann auch noch eine prozessangepasste Datenstruktur 70 in das Produktdatenmanagementsystem P eingespielt werden.
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Wie in 5 dargestellt, ist es möglich, eine Überprüfungs- und Testphase im Rahmen der Konfiguration vorzusehen. Vorzugsweise kann die Überprüfungs- und Testphase auch parallel zur Konfiguration ausgeführt werden. Dies ist in 5 dadurch dargestellt, dass nach der Ausführung des Schrittes D oder vor der automatischen Konfiguration E ein Test durchgeführt wird. Der Test kann unterschiedlichen Umfang haben und mit dem Ergebnis „erfolgreich” oder „nicht erfolgreich” enden. Je nach Ausführungsform kann eingestellt sein, dass nur bei erfolgreichem Testergebnis die automatische Konfiguration in Schritt E ausgeführt wird. Andernfalls (nicht erfolgreiches Testergebnis) kann nochmals zum Start verzweigt werden. Das Testen kann eine Überprüfung auf Doubletten, eine Überprüfung auf inkonsistente Datensätze, eine Überprüfung des Anwenders (z. B. umfassend eine Überprüfung, ob der jeweilige Anwender auch zur Konfiguration berechtigt ist), eine Überprüfung der technischen Gegebenheiten (z. B. ob alle Schnittstellen verfügbar sind, ob ausreichende technische Ressourcen verfügbar sind etc.) umfassen.
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Demnach gliedert sich das erfindungsgemäße Verfahren in zwei Zeitphasen:
- 1. in eine Vorbereitungsphase und
- 2. in eine Ausführungsphase, wobei die beiden Zeitphasen grundsätzlich voneinander unabhängig sind und auch zeitlich entkoppelt werden können.
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So kann die Konfiguration E zu einem wählbaren Zeitpunkt ausgeführt werden, nachdem die Vorbereitungsphase abgeschlossen ist. Es ist somit nicht notwendig, dass nach Abschluss der Vorbereitungsphase das Produktdatenmanagementsystem P unmittelbar konfiguriert wird. Dies kann in zeitlicher Hinsicht auch aufgeschoben werden, um hier eine zeitliche Variabilität zu erreichen und dies beispielsweise dann auszuführen, wenn die Ressourcenbelastung des Produktdatenmanagementsystems P möglichst gering ist (z. B. nachts).
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Die prozessangepasste Datenstruktur 70 unterscheidet sich von der (eingelesenen) Datenstruktur insofern, als dass bei der Erstellung der prozessangepassten Datenstruktur 70 Testfunktionen und/oder Prüffunktionen und/oder Validierungsfunktionen ausgeführt werden bzw. worden sind. Hierunter fallen eine Überprüfung hinsichtlich inkonsistenter Datensätze, eine Überprüfung zur Vermeidung von Doubletten, eine Überprüfung, ob die Datenstruktur optimal an den Produktionsbereich 25 mit den Prozessbedingungen 500 angepasst ist, eine Überprüfung, ob die Datenstruktur optimal auf die Echtdaten zugeschnitten ist und, ob alle Konfigurationserfordernisse 600 erfüllt sind. In komplexeren Ausführungsformen können hier auch noch weitere Prüffunktionen ausgeführt werden. Das Ergebnis der vorstehend genannten Funktionen kann ebenfalls auf einer der vorstehend beschriebenen Masken zur Darstellung gebracht werden. Üblicherweise erfolgt die Überprüfung in Echtzeit.
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Durch die automatische Konfiguration kann eine möglichst optimale Anpassung an die jeweiligen anwendungsspezifischen Gegebenheiten erreicht werden. Je nach Umfang des Produktdatenmanagementsystems umfasst dieses unterschiedliche Funktionalitäten (z. B. das Erstellen von Stücklisten, die Ausgabe eines Objektstatus und eines Workflows, die Darstellung von unterschiedlichen Versionen an einem Produkt, eine Benutzerverwaltung, eine Verwaltung von Benutzerrechten, das Sperren von Objekten, falls an einem Objekt gleichzeitig konkurrierende Änderungen vorgenommen werden sollen, was üblicherweise zu inkonsistenten Datensätzen führt, die Datenhaltung und Verwaltung von Stammdaten, eine Formatkonvertierung und weitere Funktionen). Je nachdem, welche konkreten Funktionen in dem Produktdatenmanagementsystem P abgebildet sind, sind unterschiedliche Konfigurationseinstellungen erforderlich. Dies kann durch die dynamische Anpassung des erfindungsgemäßen Konfigurationsverfahrens optimal abgebildet werden.
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Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung kennzeichnet sich durch das Bereitstellen eines (in den Figuren nicht dargestellten) Tracer-Moduls. Das Tracer-Modul dient dazu, alle Konfigurationseinstellungen und/oder alle tatsächlich angewendeten Konfigurationsinstruktionen zu speichern. Damit wird es möglich, auch rückblickend unterschiedliche Konfigurationseinstellungen wiederzufinden und diese möglicherweise (nach Eingabe eines Bestätigungssignals) zur Wiederherstellung von ursprünglichen Konfigurationen in das Produktdatenmanagementsystem P einzuspielen.
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In einer Ausführungsvariante ist das erfindungsgemäße Konfigurationssystem einfacher ausgebildet und verzichtet auf das Erzeugen einer prozessangepassten Datenstruktur. In dieser Variante wird vorausgesetzt, dass die eingelesenen, klassifizierten und attributierten Bauteiledatensätze 100 bereits einem Optimierungsvorgang unterzogen worden sind. Mit anderen Worten wird das Anpassen an die Prozessbedingungen 500 und/oder an die jeweilige Anwendungssituation bereits im Vorfeld ausgeführt. Die Konfiguration kennzeichnet sich dann lediglich durch das automatische Erzeugen von Konfigurationsinstruktionen 700. Dabei werden sowohl die erfassten Prozessbedingungen 500, als auch die eingelesenen Konfigurationserfordernisse 600 berücksichtigt. Die Konfigurationsinstruktionen 700 können, wie vorstehend bereits erwähnt, über eine Datei an das Produktdatenmanagementsystem P zur Ausführung und Aktivierung (gegebenenfalls auch zu einem späteren Zeitpunkt) weitergeleitet werden. In diesem Fall entfällt das Aufspielen der prozessangepassten Datenstruktur 70. Desweiteren entfällt das automatische Erzeugen einer prozessangepassten Datenstruktur. Diese Variante der Erfindung hat den Vorteil, dass die Konfiguration einfacher und schneller ausgeführt werden kann und weniger Daten zur Konfiguration an das Produktdatenmanagementsystem P weitergeleitet werden müssen.
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Als wesentliche Vorteile des erfindungsgemäßen Konfigurationssystems K lässt sich Folgendes festhalten:
Mit dem erfindungsgemäßen Konfigurationssystem K ist es möglich, eine Konfigurationsschnittstelle für unterschiedliche Produktdatenmanagementsysteme P zu erzeugen, um diese zu konfigurieren. Damit kann die Konfiguration sehr flexibel auf den jeweiligen Anwendungsfall hin optimiert werden. Durch die automatisierte Konfiguration kann diese desweiteren sicherer, kostengünstiger und einfacher ausgeführt werden. Desweiteren kann die Konfiguration sehr spezifisch auf die zugrunde liegenden Echtdaten bzw. Bauteiledaten zugeschnitten werden.
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Nicht relevante Klassen und Attribute werden bei der Konfiguration nicht berücksichtigt.
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Die vorstehende detaillierte Figurenbeschreibung bezieht sich auf die Anwendung für den Produktionsbereich Dialysetechnik. Der ECL@SS-Standard kann jedoch ebenso auch für andere Objekte aus anderen technischen Gebieten angewendet werden. Darüber hinaus ist es möglich, neben dem ECL@SS-Standard noch alternative Klassifikationsvorschriften bereitzustellen. Aus dieser Tatsache erklärt sich ein weiterer Vorteil, indem die erfindungsgemäße Konfiguration auch für unterschiedliche Klassifikationssysteme angewendet werden kann.
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Grundsätzlich ist die Implementierung des erfindungsgemäßen Konfigurationssystems K nicht auf eine bestimmte ComputerPlattform beschränkt und kann beispielsweise auch in einer Client-Server-Architektur, in einer Cloud-Architektur oder als Legacy-Mainframe-Applikation ausgebildet sein. Gemäß einem Aspekt der Erfindung basiert die Implementierung des erfindungsgemäßen Konfigurationssystems K auf einem Client-Serversystem. Sie kann auf einer .NET-Plattform mit entsprechenden Bibliotheken und Komponenten basieren. In einem Ausführungsbeispiel ist das Konfigurationssystem in SQL, C#, .NET implementiert. Als Schnittstellen werden xml-Schnittstellen verwendet. Desweiteren können weitere Speicherinstanzen, darunter auch Cache-Speicher bereitgestellt werden, die zur Speicherung von konfigurationsrelevanten Daten dienen. Diese können persistent in einem Speicher vorgehalten werden. Die Speicherbausteine umfassen Random-Access Speicher (RAM), Static Random-Access Speicher (SRAM-Bausteine), Dynamic Random-Access Speicher (DRAM-Bausteine), Flash-Speicher oder andere Arten von Speicherbausteinen, die von einer zentralen Prozessoreinheit (CPU) zugreifbar sind, um die konfigurationsrelevanten Informationen abzurufen. Die Datenübertragung über die Schnittstellen ist nicht auf ein bestimmtes Protokoll oder Netzwerk beschränkt. Vorzugsweise ist hier ein Local Area Network (LAN) vorgesehen, das beispielsweise über ein TCP/IP-Protokoll (Transmission Control Protocol/Internet Protocol, wahlweise in unterschiedlichen Versionen) basiert. Die zu übertragenden Daten können als separate oder gebündelte Nachrichten übertragen werden und über einen Router an unterschiedliche computerbasierte Instanzen weitergeleitet werden. Darüber hinaus können Konvertierungs- und Komprimierungsalgorithmen angewendet werden, um die zu übertragenden Daten (beispielsweise die Konfigurationsinstruktionen 700) zu konvertieren und/oder zu komprimieren. Dabei können unterschiedliche Kompressionsalgorithmen zur Anwendung kommen. Des Weiteren kann das Konfigurationssystem K einen Interpreter umfassen, der dazu bestimmt ist, aus eingelesenen Konfigurationserfordernissen 600 und Prozessbedingungen 500 entsprechende Datensätze zu interpretieren, die im Rahmen der Konfiguration verwendbar und/oder zur Konfiguration des PDM-Systems P dienen.
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Zusammenfassend lässt sich die vorliegende Erfindung wie folgt beschreiben:
Mit dem erfindungsgemäßen Konfigurationssystem K wird ein Adapter als Konfigurations-Schnittstelle für unterschiedliche Produktdatenmanagementsysteme P bereitgestellt. Der Adapter berücksichtigt dabei zum Einen sowohl die Voraussetzungen und Erfordernisse des jeweiligen Produktdatenmanagementsystems P und/oder (vorzugsweise kumulativ) auch die jeweiligen Bedingungen, insbesondere Prozessbedingungen 500, der jeweiligen Anwendung, die mit den zugrundeliegenden Bauteilen ausgeführt werden sollen. Bei der Anwendung kann es sich um die Herstellung der Bauteile oder um die technische Verwendung derselben handeln. Desweiteren basiert die Konfiguration ausschließlich auf Echtdaten, die über eine gesonderte Schnittstelle eingelesen werden.
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Für einen Fachmann liegt es auf der Hand, dass die vorstehende detaillierte Figurenbeschreibung nur beispielhaft zu verstehen ist und der Schutzbereich der vorliegenden Anmeldung nicht durch die dargestellten Beispiele beschränkt wird.
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Bezugszeichenliste
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- K
- Konfigurationssystem
- P
- Produktdatenmanagementsystem, insbesondere Pro.File
- 10
- Datenspeicher
- 100
- Bauteiledatensatz
- 500
- Prozessbedingungen
- 600
- Konfigurationserfordernisse
- 700
- Konfigurationsinstruktionen
- ERP
- ERP-System
- O
- Data Optimizer
- S
- Datenvalidierungs- und Strukturierungssystem
- 20
- Bauteiledatensatz-Schnittstelle
- 25
- Produktionsbereich
- 30
- Produktdatenmanagementsystem-Schnittstelle
- 50
- Prozessspeicher
- 60
- Konfigurationserfordernisspeicher
- 70
- prozessangepasste Datenstruktur
- 80
- Konfigurationsspeicher
- 90
- Konfigurator
- A
- Einlesen von klassifizierten und attributierten Bauteiledatensätzen
- B
- Einlesen von Konfigurationserfordernissen 600 des Produktdatenmanagements P
- C
- Erfassen von Prozessbedingungen
- D
- automatisches Erzeugen einer prozessangepassten Datenstruktur 70
- E
- automatische Konfiguration
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- internationalen Standards ISO/IEC11179-6 [0049]
- ISO29002 [0049]
- ISO6532 [0049]