-
Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Türöffner nach Patentanspruch 1.
-
Für das elektrische Öffnen von Türen sind bereits diverse Vorrichtungen vorgeschlagen worden. Soll zum Beispiel eine Tür aus der Ferne geöffnet werden (z. B. via Telefon, Internet etc.), so werden in der Regel elektrische Türöffner im Türrahmen verwendet. Der Türöffner hält im Ruhezustand über die Schlossfalle die Tür geschlossen und kann elektrisch entriegelt werden, um die Tür öffnen zu können. Das Problem ist, dass ein elektrischer Türöffner nicht immer einfach nachzurüsten ist. Es sind in der Regel bauliche Veränderungen am Türrahmen durchzuführen. Bei Mietwohnungen führt dies zu einem weiteren Problem, da ein Rückbau der Veränderungen meistens nicht möglich oder aufwändig ist. Außerdem ist in der Regel eine Genehmigung des Vermieters bzw. Eigentümers der Wohnung einzuholen, um bauliche Veränderungen vornehmen zu dürfen. Ebenso ist handwerkliches Können gefordert. Andere Erfindungen (
DE19612156C2 ) erfordern ein Umbauen der Tür bzw. des Türschlosses. Aus
US 4 569 546 A ist ein Türöffner bekannt, der durch einen Rollstuhl betätigt wird. Der Türöffner ist aber für einen Rollstuhl vorgesehen, der nicht unbedingt elektrisch sein muss.
US 5 329 212 A beschreibt ebenfalls einen Türöffner, der aber vielmehr eine nach unten hängende Klappe betätigt, die keine Verriegelung besitzt. Außerdem erfolgt durch die Schwerkraft nur das Schließen der Klappe.
-
Der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der es möglich ist, eine ins Schloss gefallene Tür elektrisch zu öffnen, ohne bauliche Veränderungen vornehmen zu müssen.
-
Dieses Problem wird durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung wiedergegeben.
-
Das Gehäuse der erfindungsgemäßen Öffnungsvorrichtung wird einfach an den gelagerten Teil der Türklinke gehängt und ein Seil am äußeren Ende der Türklinke befestigt. Zur Befestigung am äußeren Ende kann vorzugsweise ein Knoten dienen, ein fester Ring oder Klebeband. Das Gehäuse enthält vorzugsweise einen Elektromotor mit einem Getriebe, welches mit einer kleinen Seilwinde verbunden ist, an der das Seil befestigt ist. Der Elektromotor wird von einer Elektronik angesteuert, diese wiederum bekommt die elektrische Energie von einer Batterie, Akku oder Netzteil. Aktiviert wird die Elektronik beispielsweise durch einen Taster oder einem Funksignalempfänger. Nach Eintreffen eines Signals wird die Tür dadurch geöffnet, dass das Seil von einer Seilwinde aufgewickelt wird. Bedingt durch die Anordnung der Aufhängung und der Seilbefestigung an der Türklinke erfolgt eine Gewichtsverlagerung in Richtung offenem Ende der Türklinke. Erreicht bzw. überschreitet die verlagerte Gewichtskraft die Betätigungskraft der Türklinke, wird die Türklinke nach unten gezogen und die Tür öffnet sich. Der Elektromotor stoppt vorzugsweise, wenn das Gehäuse um etwa 45 Grad zur Senkrechten ausgelenkt wurde oder beispielsweise ein Endschalter gegen die Türklinke drückt oder die Leistungsaufnahme des Elektromotors deutlich ansteigt, da das Seil nicht weiter aufgewickelt werden kann.
-
Nach dem Öffnungsvorgang dreht sich der Elektromotor in die Gegenrichtung, um das Seil abzuwickeln und das Gehäuse wieder in eine senkrechte Position zu bringen. Die senkrechte Position kann durch einen Neigungssensor erkannt werden. Alternativ erfolgt das Anhalten des Elektromotors nach der gleichen Anzahl an Umdrehungen wie beim Aufwickeln des Seiles oder das Anhalten erfolgt nach Ablauf einer bestimmten Zeit.
-
Da sich das Seil im Ruhezustand unterhalb der Türklinke befindet, ist auch jederzeit eine manuelle Betätigung der Türklinke möglich.
-
Auch die Montage der erfindungsgemäßen Anordnung ist sehr einfach. Mittels eines Hakens wird das Gehäuse an den gelagerten Teil der Türklinke gehängt. In der Ausgangsposition wirkt die Gewichtskraft von oben auf den gelagerten Teil der Türklinke, in Arbeitsposition wirkt die Kraft je nach Lage von außen bzw. unten auf den gelagerten Teil der Türklinke, sodass ein seitlich nach innen geöffneter Haken vorzugsweise zum Einsatz kommt. Zur zusätzlichen Sicherung kann der Haken beispielsweise mit einem Riegel in Bogenform ausgestattet werden oder der Haken wird an die Türklinke aufgesteckt.
-
Um die Gewichtskraft zu erhöhen, ist erfindungsgemäß ein Zusatzgewicht am unteren Ende montiert, welches aber bei leichtgängigen Türklinken auch entfallen kann. Eine kompaktere Bauform kann durch kleinere Komponenten verwirklicht werden. Um trotzdem gemäß des Hebelgesetzes eine ausreichend große Kraft zu erzielen, kann das Zusatzgewicht am unteren Ende eines Teleskopsystems vorzugsweise in Zylinderform befestigt sein, welches durch Bewegung des Elektromotors entriegelt wird und so nach unten fällt und dadurch einen längeren Hebel erhält. Bei Nichtgebrauch kann das Teleskopsystem wieder in das Gehäuse eingeschoben werden, wo es durch einen Haken gehalten wird.
-
Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, kann die erfindungsgemäße Anordnung mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet werden. Dadurch kann bei unberechtigter Öffnung der Tür ein stiller, akustischer oder optischer Alarm oder Kombinationen davon ausgelöst werden. Alternativ kann auch vorzugsweise unten am Gehäuse eine Taste Richtung Türblatt montiert sein. Wenn sich die Tür in Richtung der Erfindung öffnet, wird aufgrund der Massenträgheit der erfindungsgemäßen Anordnung die Taste vom Türblatt betätigt.
-
Dadurch, dass nur mit der Gewichtskraft als Kraft gearbeitet wird, ist die Montage der erfindungsgemäßen Anordnung besonders einfach.
-
Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht insbesondere darin, dass sie vielseitig eingesetzt und von jedermann sehr einfach montiert werden kann. Eine Demontage ist möglich, ohne Rückstände zu hinterlassen. Es wird keinerlei Werkzeug benötigt.
-
Alternativ kann auch die vorhandene Türklinke gegen eine Türklinke ausgetauscht werden, die die Funktionen der hier dargestellten Erfindung bereits integriert hat.
-
Eine Anwendung besteht beispielsweise darin, aus der Ferne eine Person in eine Mietwohnung zu lassen, ohne dass die Person einen Schlüssel benötigt.
-
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben.
-
Es zeigen:
-
1 die Anordnung der Erfindung an einer Tür im Ruhezustand
-
2 die Anordnung der Erfindung nach 1 im Moment des Öffnens der Tür
-
3 eine kompaktere Ausführungsform der Erfindung
-
4 eine Detailansicht aus 3
-
5 eine Montagehilfe, um das Seil an der Türklinke zu befestigen
-
Gemäß 1 wird das Gehäuse 1 der erfindungsgemäßen Anordnung mit einem Haken 2 an dem gelagerten Ende der Türklinke 3 der inneren Seite der Tür eingehängt. Das Seil 5 verlässt das Gehäuse 1 an der Seilführung 6 und wird am äußeren Ende der Türklinke 3 befestigt. Ist die erfindungsgemäße Anordnung nicht mit einem Neigungssensor ausgestattet, so ist vom Benutzer mittels zwei Tasten (nicht eingezeichnet) das Seil 5 leicht straff einzustellen. Die eine Taste aktiviert das Abwickeln des Seils 5 von der Winde 4, die andere Taste aktiviert das Aufwickeln des Seils 5 auf die Winde 4. Die Winde 4 ist mit einem Elektromotor mit Getriebe 7 verbunden, welcher von der Elektronik 8 angesteuert wird. Ebenso ist an der Elektronik 8 wahlweise der Endschalter 11, der Neigungssensor (nicht eingezeichnet) oder der Umdrehungssensor 17 (siehe 4) angeschlossen. Die Stromversorgung erfolgt vorzugsweise durch einen Akku 9. Durch ein zusätzliches Gewicht 10 kann die Gewichtskraft der erfindungsgemäßen Anordnung verbessert werden. Wird die Elektronik 8 beispielsweise durch einen elektrischen Taster aktiviert, beginnt die Winde 4 das Seil 5 aufzuwickeln. Dabei startet in der Elektronik 8 eine Zeitmessung. Das Gehäuse 1 der erfindungsgemäßen Anordnung bewegt sich zum äußeren Ende der Türklinke 3 hin, verlagert somit seinen Schwerpunkt in diesem Beispiel nach rechts. Die Türklinke 3 beginnt sich zu senken und erreicht dabei den Punkt, an dem die Tür geöffnet wird. Sobald das Gehäuse 1 die Türklinke 3 über den Endschalter 11 berührt (siehe 2), wird der Endschalter 11 betätigt und die Zeitmessung der Elektronik 8 beendet. Von nun an dreht sich der Elektromotor 7 in die entgegengesetzte Richtung, für die gleiche Zeit, die soeben von der Elektronik 8 ermittelt wurde. Da der Elektromotor 7 nun weniger Last zu bewältigen hat, als beim Aufwickeln des Seils 5 und dadurch schneller läuft, kommt das Gehäuse 1 wieder sicher in die senkrechte Ausgangsposition zurück. Das nun eventuell etwas durchhängende Seil 5 wird beim nächsten Durchgang wieder vollständig aufgewickelt, da der Vorgang erst durch den Endschalter 11 beendet wird. Dabei und bei weiteren Vorgängen ist keine Zeitmessung durch die Elektronik 8 nötig. Durch ein Zurücksetzen der Elektronik 8, z. B. für den Einsatz der erfindungsgemäßen Anordnung an einer anderen Tür, kann die Zeitmessung wieder neu initiiert werden. Um die Funktion des Endschalters 11 bei verschiedenen Türklinkenformen sicherzustellen, ist eine große Berührungsfläche des Endschalters 11 vorteilhaft. Bei Türklinken in die andere Richtung wird die erfindungsgemäße Anordnung entsprechend umgedreht angebracht.
-
3 zeigt eine kompaktere Variante der erfindungsgemäßen Anordnung. Die einzelnen Elemente wurden besser integriert und der Arm am Haken 2 verkürzt. Um dennoch eine hohe Gewichtskraft haben zu können, kann das Gewicht 10 durch die Teleskoprohre 13 vom Drehpunkt am Haken 2 entfernt werden. Die Elemente 8, 9 und 10 sind im inneren Rohr des Teleskopsystems 13 befestigt. Der Elektromotor 7 ist oben am Gehäuse 1 befestigt. Der Elektromotor 7, der Endschalter 11 bzw. der Umdrehungssensor 17, sowie die Bedienertasten sind mit einem flexiblen Kabel 14 mit der Elektronik 8 verbunden. Um die Anzahl an Adern im flexiblen Kabel 14 zu reduzieren, kann die Elektronik 8 am Elektromotor 7 befestigt werden, so dass für das Kabel, welches nun zwischen Elektronik 8 und Akku 9 verläuft, nur zwei Adern benötigt werden. Das Seil 5 wird an der Außenseite des Gehäuses 1 an der Stelle 6 und 12 umgelenkt, damit die Kraft besser wirken kann.
-
4 zeigt eine Ausschnittsvergrößerung von 3. Sie zeigt den Haken 15, der verhindert, dass das Teleskopsystem 13 nach unten heraus fällt. Erst wenn sich der Elektromotor 7 dreht und das Element 16 sich wegdreht, wird das Teleskopsystem rechtzeitig freigegeben. Die Elektronik 8 stellt über den Umdrehungssensor 17 sicher, dass das Element 16 in Ruhelage wieder an dieser Stelle ist, um das Teleskopsystem 13 durch Hineinschieben wieder einrasten zu können.
-
5 zeigt eine einfache Montagehilfe. Die Gummikappe 18 wird mit dem Seil 5 verbunden und über die Türklinke 3 gesteckt. Somit kann das Seil 5 schnell und einfach an der Türklinke 3 befestigt und wieder entfernt werden. Es sind verschiedene Ausführungsformen der Gummikappe 18 für verschiedene Türklinken 3 sinnvoll.