DE102011122220A1 - Dämpfungseinrichtung für ein bewegbares Möbelteil - Google Patents
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Abstract
Bei einer Dämpfungseinrichtung für ein bewegbares Möbelteil, insbesondere Schublade, Tür oder Klappe, mit wenigstens einem Dämpfer (12), der ein mit dem bewegbaren Möbelteil bewegungskoppelbares Dämpferglied (13) aufweist, dessen vom bewegbaren Möbelteil übertragene Bewegungsenergie mittels eines im Dämpfer (12) befindlichen Dämpfungsfluids abdämpfbar ist, weist das Dämpfungsfluid wenigstens eine Dämpfungsflüssigkeit und einen der Dämpfungsflüssigkeit beigemischten Emulgator auf.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Dämpfungseinrichtung für ein bewegbares Möbelteil, insbesondere Schublade, Tür oder Klappe, mit wenigstens einem Dämpfer, der ein mit dem bewegbaren Möbelteil bewegungskoppelbares Dämpferglied aufweist, dessen vom bewegbaren Möbelteil übertragene Bewegungsenergie mittels eines im Dämpfer befindlichen Dämpfungsfluids abdämpfbar ist.
- Dämpfungseinrichtungen für bewegbare Möbelteile sind seit langem bekannt. Sie werden vor allem dazu verwendet, harte Anschläge des bewegbaren Möbelteils an den Möbelkorpus beim Einfahren in die Schließstellung und/oder Offenstellung zu verhindern. Eine solche Dämpfungseinrichtung ist beispielsweise aus der
DE 10 2008 005 463 A1 bekannt. Die dort offenbarte Dämpfungseinrichtung dient zum Dämpfen der Einfahrbewegung einer Möbelklappe in die Schließstellung. - Eine wichtige Komponente für das Dämpfungsverhalten einer Dämpfungseinrichtung ist das Dämpfungsfluid. Wird als Dämpfungsfluid beispielsweise Hydrauliköl verwendet ist dafür Sorge zu tragen, dass sich im Hydrauliköl sowie wenig Gas, insbesondere Luft, wie möglich befindet. Durch Gas, insbesondere Luft, kann es zu einem Leistungsabfall der Dämpfungseinrichtung beim Dämpfungsvorgang kommen, so dass eine zuverlässige Dämpfung nicht immer gewährleistet ist. Zudem können unerwünschte Geräusche beim Dämpfungsvorgang verursacht werden.
- Dieses Problem wird noch dadurch verstärkt, dass sich kleine Gas-/Luftblasen mit der Zeit zu einer großen Gas-/Luftblase zusammenschließen, was die zuvor geschilderten Effekte noch verstärkt.
- Aufgabe der Erfindung ist es, eine Dämpfungseinrichtung für ein bewegbares Möbelteil der eingangs erwähnten Art zu schaffen, dessen Dämpfungsverhalten auch nach einer Vielzahl von Dämpfungsvorgängen im Wesentlichen konstant bleibt und bei der störende Geräusche beim Dämpfvorgang vermieden sind.
- Diese Aufgabe wird durch eine Dämpfungseinrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargestellt.
- Die erfindungsgemäße Dämpfungseinrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass das Dämpfungsfluid wenigstens eine Dämpfungsflüssigkeit und wenigstens einen der Dämpfungsflüssigkeit beigemischten Emulgator aufweist.
- Da es sich in der Regel nicht vermeiden lässt, dass eine wenngleich auch kleine Gas-, insbesondere Luftmenge in der Dämpfungsflüssigkeit eingeschlossen ist, besteht der Bedarf, zu verhindern, dass sich diese Gas-, insbesondere Luftbläschen zu einer größeren Gas-/Luftblase zusammenschließen, was die eingangs erwähnten Nachteile verursacht. Der beigemischte Emulgator verhindert dies, sorgt also für eine gleichbleibende Dispersion der Luftbläschen in der Flüssigkeit. Der Emulgator verhindert also eine Koaleszenz der Gas-/Luftbläschen.
- Als wichtige Eigenschaft soll der Emulgator keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten. Zweckmäßigerweise ist der Emulgator umweltverträglich, insbesondere biologisch abbaubar. Vorzugsweise ist der Emulgator im Wesentlichen reizfrei.
- Dies ist wichtig, da der Dämpfer in der Regel über längere Zeit im zugeordneten Möbel eingebaut bleibt und dadurch verhindert werden soll, dass bei ausgasendem Emulgator eine Reizbelastung für Personen entsteht.
- In besonders bevorzugter Weise umfasst der Emulgator ein Tensid. Das Tensid kann beispielsweise aus pflanzlichen Stoffen oder alternativ aus chemischen Stoffen bestehen. Es ist jedoch auch möglich, dass das Tensid überwiegend pflanzlich oder überwiegend chemisch aufgebaut ist, wobei hier jeweils noch Zusatzstoffe zum Einsatz kommen können. Es ist beispielsweise eine Mischung aus pflanzlichen und chemischen Tensiden möglich.
- Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist das Dämpfungsfluid eine Dispersion, mit der Dämpfungsflüssigkeit als Dispersionsmedium und Gas, insbesondere Luft, als disperse Phase.
- In besonders bevorzugter Weise weist der Dämpfer ein Dämpfergehäuse auf, in dem das Dämpferglied verschieblich geführt ist, wobei das Dämpferglied den Innenraum des Dämpfergehäuses in zwei Kammern unterteilt, zwischen denen das Dämpfungsfluid beim Dämpfungsvorgang mittels wenigstens einer Strömungsbrücke hin- und her strömen kann. Als Strömungsbrücke kann beispielsweise wenigstens ein im Dämpferglied ausgebildeter Überströmkanal vorgesehen sein.
- In besonders bevorzugter Weise ist das Dämpferglied kolbenartig ausgebildet und mit einer Kolbenstange verbunden, die aus dem Dämpfergehäuse herausgeführt ist, wobei zum Volumenausgleich des mittels der in das Dämpfergehäuse einfahrenden Kolbenstange verdrängten Dämpfungsfluids ein Ausgleichsvolumen vorgesehen ist.
- Zweckmäßigerweise wird das Ausgleichsvolumen durch ein mittels Fluiddruck des Dämpfungsfluids komprimierbares Formstück gebildet. In besonders bevorzugter Weise wird das Formstück von einem komprimierbaren festen Schaum gebildet.
- Der feste Schaum kann beispielsweise aus Zellkautschuk aufgebaut sein. Es sind jedoch auch andere Arten von Festkörperschäumen einsetzbar.
- Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist der feste Schaum von wenigstens einer gasdurchlässigen Schicht umschlossen. Dadurch wird das Ausgasen von im festen Schaum befindlichem Gas, insbesondere Luft, verhindert.
- Zweckmäßigerweise handelt es sich bei der Dämpfungsflüssigkeit um Öl, insbesondere Hydrauliköl.
- Die Erfindung umfasst ferner einen Möbelbeschlag für ein bewegbares Möbelteil, insbesondere Schublade, Tür oder Klappe, gekennzeichnet durch eine Dämpfungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10.
- Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung eines mit wenigstens einem Emulgator versehenen Fluids als Dämpfungsfluid in einem Dämpfer einer Dämpfungseinrichtung für ein bewegbares Möbelteil.
- Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im Folgenden näher erläutert. Die einzige Zeichnungsfigur der Zeichnung zeigt:
einen Längsschnitt durch ein bevorzugtes Ausführungsbespiel der erfindungsgemäßen Dämpfungseinrichtung. - Die Zeichnungsfigur zeigt ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Dämpfungseinrichtung
11 . von der Dämpfungseinrichtung11 ist in der Zeichnungsfigur beispielhaft ein Dämpfer12 dargestellt. Es ist jedoch möglich, dass die Dämpfungseinrichtung11 mehrere Dämpfer12 umfassen kann. Die Dämpfungseinrichtung11 wird bei bewegbaren Möbelteilen eingesetzt. Als bewegbare Möbelteile sind beispielsweise Schubladen, eine Türen oder Möbelklappen zu nennen. Die Dämpfungseinrichtung11 sorgt für die Dämpfung der Einfahrbewegung des bewegbaren Möbelteils in die Schließstellung und/oder in die Offenstellung. Dadurch sollen beim Schließen oder Öffnen harte Anschläge an den Möbelkorpus verhindert werden. - Der Dämpfer
12 besitzt ein Dämpfergehäuse14 , in dem ein mit dem bewegbaren Möbelteil bewegungskoppelbares Dämpferglied13 verschieblich geführt ist. Das Dämpferglied13 ist gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel als Dämpferkolben ausgebildet. Das Dämpferglied13 unterteilt das Dämpfergehäuse14 in zwei Kammern15 ,16 . Als Dämpfer wird ein Öldämpfer verwendet, wobei Hyrauliköl als Dämpfungsfluid verwendet wird, mittels dem die vom bewegbaren Möbelteil übertragene Bewegungsenergie abdämpfbar ist. - Wie insbesondere in der Zeichnungsfigur dargestellt, ist das Dämpferglied
13 mit einer Kolbenstange17 verbunden, die aus dem Dämpfergehäuse herausgeführt ist. Die Kolbenstange17 ist ein an einem Basisteil18 ortsfest gehalten. Somit ist auch das Dämpferglied ortsfest und das Dämpfergehäuse14 bewegt sich beim Dämpfungsvorgang relativ hierzu. Das Dämpfergehäuse14 wird mittels wenigstens eines einerseits am Basisteil18 und andererseits am Dämpfergehäuse14 angreifenden Federelementes23 in die in der Zeichnungsfigur dargestellte ausgeschobene Stellung gedrückt. - Der Dämpfer
12 besitzt eine Auftrefffläche19 , die mit einer am bewegbaren Möbelteil oder an einem Beschlagteil eines Möbelbeschlags oder am Möbelkorpus angeordneten Beaufschlagungsfläche (nicht dargestellt) eines Beaufschlagungsglieds zusammenwirkt. Die Auftrefffläche19 wird gemäß bevorzugtem Ausführungsbeispiel durch die Stirnseite des Dämpfergehäuses14 gebildet. Der Dämpfungsvorgang wird durch das Aufeinandertreffen von Auftrefffläche einerseits und Beaufschlagungsfläche andererseits eingeleitet. - Im Dämpfergehäuse
14 befindet sich Hydrauliköl, das im Folgenden als Dämpferöl bezeichnet wird, das beim Dämpfvorgang zwischen den beiden Kammern15 ,16 hin und her strömt, wobei eine Verdrängung über Strömungsbrücken stattfindet, von denen beispielhaft ein Überströmkanal20 im Dämpferglied13 dargestellt ist. - Beim Dämpfungsvorgang wird das Dämpfergehäuse
14 relativ zum Dämpferglied13 und zur Kolbenstange17 verschoben, wobei Dämpferöl über wenigstens einen Überströmkanal20 in die andere Kammer16 hineingedrückt wird. Da sich in beiden Kammmern15 ,16 Dämpferöl befindet und das Dämpferöl inkompressibel ist, kann ein Überströmen und somit eine Bewegung des Dämpfergehäuses14 relativ zur Kolbenstange17 und zum Dämpferglied13 nur dann stattfinden, falls in der Kammer16 , in die das Dämpferöl einströmen soll, ein Ausgleichsvolumen geschaffen wird. Das Ausgleichvolumen wird im Beispielsfall durch ein mittels des Dämpferöls komprimierbares Formstück aus festem Schaum, insbesondere Zellkautschuk, gebildet. Der feste Schaum ist geschlossenzellig, so dass Dämpferöl nicht eindringen kann. Bei der Komprimierung des festen Schaums wird Ausgleichsvolumen geschaffen, so dass Dämpferöl in die Kammer16 einströmen kann. Das Formstück21 ist nach Art einer Hülse gebildet und ist auf der Kolbenstange17 gelagert. - Um zu verhindern, dass sich im Dämpferöl eingeschlossenes Gas, insbesondere Luft in Form kleiner Luftbläschen
24 mit der Zeit zu einer größeren Luftblase vereinigen, ist dem Dämpferöl ein Emulgator beigemischt. Bei dem Emulgator handelt es sich um ein Tensid, das verhindert dass die Luftbläschen24 koaleszieren. Hierzu diffundiert das Tensid an die Grenzfläche zwischen den Luftbläschen und dem Dämpferöl und umhüllt die Luftbläschen. Das Tensid ist so ausgewählt, dass eine ausreichende Spreitungsgeschwindigkeit gegeben ist, das heißt dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Tensids derart optimiert ist, dass eine gleichmäßige Tensidverteilung und eine vollständige Umhüllung aller Luftbläschen24 gewährleistet ist. - Das Tensid ist zweckmäßigerweise auf pflanzlicher oder alternativ auf chemischer Basis aufgebaut. Es sind jedoch auch Tensidmischungen möglich.
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
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- DE 102008005463 A1 [0002]
Claims (12)
- Dämpfungseinrichtung für ein bewegbares Möbelteil, insbesondere Schublade, Tür oder Klappe, mit wenigstens einem Dämpfer (
12 ), der ein mit dem bewegbaren Möbelteil bewegungskoppelbares Dämpferglied (13 ) aufweist, dessen vom bewegbaren Möbelteil übertragene Bewegungsenergie mittels eines im Dämpfer (12 ) befindlichen Dämpfungsfluids abdämpfbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungsfluid wenigstens eine Dämpfungsflüssigkeit und wenigstens einen der Dämpfungsflüssigkeit beigemischten Emulgator aufweist. - Dämpfungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Emulgator wenigstens ein Tensid umfasst.
- Dämpfungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpfungsfluid eine Dispersion ist, mit der Dämpfungsflüssigkeit als Dispersionsmedium und Gas, insbesondere Luft, als disperse Phase.
- Dämpfungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfer (
12 ) ein Dämpfergehäuse (14 ) aufweist, in dem das Dämpferglied (13 ) verschieblich geführt ist, wobei das Dämpferglied (13 ) den Innenraum des Dämpfergehäuse (14 ) in zwei Kammern (15 ,16 ) unterteilt, zwischen denen das Dämpfungsfluid beim Dämpfungsvorgang mittels wenigstens einer Strömungsbrücke hin und her strömen kann. - Dämpfungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämpferglied (
13 ) kolbenartig ausgebildet ist und mit einer Kolbenstange (17 ) verbunden ist, die aus dem Dämpfergehäuse (14 ) herausgeführt ist, wobei zum Volumenausgleich des mittels der in das Dämpfergehäuse (14 ) einfahrenden Kolbenstange (17 ) verdrängten Dämpfungsfluids ein Ausgleichsvolumen vorgesehen ist. - Dämpfungseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgleichsvolumen durch ein mittels Fluiddruck des Dämpfungsfluids komprimierbares Formstück (
21 ) gebildet ist. - Dämpfungseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Formstück (
21 ) durch einen festen Schaum gebildet ist. - Dämpfungseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der feste Schaum aus Zellkautschuk aufgebaut ist.
- Dämpfungseinrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der feste Schaum von wenigstens einer gasundurchlässigen Schicht (
22 ) umschlossen ist. - Dämpfungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Dämpfungsflüssigkeit um Öl handelt.
- Möbelbeschlag für ein bewegbares Möbelteil, insbesondere Schublade, Tür oder Klappe, gekennzeichnet durch eine Dämpfungseinrichtung (
11 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 10. - Verwendung eines mit wenigstens einem Emulgator versehenen Fluids als Dämpfungsfluid in einem Dämpfer (
12 ) einer Dämpfungseinrichtung (11 ) für ein bewegbares Möbelteil.
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Applications Claiming Priority (1)
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