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Die Erfindung betrifft eine Förderanlage mit einer eine Förderebene bildenden Fördereinrichtung zum Transport von Werkstückträgern und mit einer in einer Förderrichtung vor einer Entnahmestelle angeordneten und eine Sperreinrichtung sowie ein Steuerelement umfassenden Vereinzelungseinrichtung zum Vereinzeln der in der Förderrichtung transportierten und hintereinander angeordneten Werkstückträger, wobei die Sperreinrichtung in einer zumindest teilweise oberhalb der Förderebene liegenden Sperrstellung, in welcher eine Bewegung des in Förderrichtung vor der Sperreinrichtung angeordneten Werkstückträgers verhindert wird, und in einer Freigabestellung, in welcher eine Bewegung des Werkstückträgers in Förderrichtung ermöglicht wird, anordbar ist, und wobei das in Förderrichtung hinter der Sperreinrichtung angeordnete Steuerelement von den sich in Förderrichtung bewegenden Werkstückträgern von einer ersten Stellung in eine zweite Stellung verlagerbar ist, wobei die Sperreinrichtung und das Steuerelement derart gekoppelt sind, dass die Sperreinrichtung in der Freigabestellung angeordnet ist, wenn sich das Steuerelement in der ersten Stellung befindet, und dass die Sperreinrichtung in der Sperrstellung angeordnet ist, wenn sich das Steuerelement in der zweiten Stellung befindet.
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Insbesondere bei mit Schwerkraft betriebenen und beispielsweise als Durchlaufsystem ausgebildeten Förderanlagen für Werkstückträger steht immer an dem ersten Werkstückträger, welcher sich an der Entnahmeseite der Förderanlage befindet, der größte Druck an. Je länger die Förderanlage ausgebildet ist, desto mehr Werkstückträger sind hintereinander angeordnet und desto höher ist der Druck auf den an der Entnahmeseite angeordneten ersten Werkstückträger. Dieser Druck wird außerdem durch das Gewicht der auf dem Werkstückträger angeordneten Werkstücke beeinflusst. In Abhängigkeit der Werkstückart und der Anzahl von Werkstücken kann ein Werkstückträger auf ein Gewicht von über einer Tonne kommen. Wenn also beispielsweise 16 Werkstückträger hintereinander angeordnet sind, liegt auf dem ersten Werkstückträger das Gewicht von 15 Werkstückträgern, also ca. 15 Tonnen, an. Aufgrund dieses hohen Staudrucks lässt sich der erste bzw. der in einer Förderrichtung der Förderanlage vorderste Werkstückträger nicht ohne Probleme entnehmen. Bei der Entnahme kann es zu Beschädigungen an dem Werkstückträger, den Werkstücken im oder auf dem Werkstückträger und auch an der Förderanlage selbst kommen.
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Um derartige Beschädigungen zu vermeiden, ist bereits daran gedacht worden, eine derartige Förderanlage mit einer Vereinzelungseinrichtung auszustatten, welche den ersten, in Förderrichtung vordersten Werkstückträger von einem nachfolgenden zweiten Werkstückträger separiert, sodass der erste Werkstückträger staudrucklos an der Entnahmeseite entnommen werden kann.
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Eine durch Schwerkraft betriebene Förderanlage der eingangs genannten Art ist aus der
DE 34 17 158 A1 bekannt. Die Förderanlage weist eine aus mehreren hintereinander angeordneten Rollen bestehende und eine Förderebene aufweisende Fördereinrichtung und eine Vereinzelungseinrichtung zum Vereinzeln der in einer Förderrichtung transportierten und als Palette ausgebildeten Werkstückträger auf. Die Vereinzelungseinrichtung umfasst im Bereich einer Entnahmestelle ein um eine horizontale Drehachse verschwenkbares Sperrelement und ein ebenfalls um eine horizontale Drehachse verschwenkbares Steuerelement. Dabei ist das Steuerelement in Förderrichtung hinter dem Sperrelement angeordnet. Das Steuerelement und das Sperrelement sind über eine Betätigungsstange derart miteinander verbunden, dass sich das Sperrelement in einer Freigabestellung, in welcher die Paletten in Förderrichtung bewegt werden können, befindet, wenn das Steuerelement in einer ersten Stellung angeordnet ist. Wenn die sich in Förderrichtung bewegende erste Palette das Steuerelement in die zweite Stellung verlagert, wird das Sperrelement über die Betätigungsstange in eine Sperrstellung überführt, in welcher es sich über die Förderebene hinaus erstreckt und dadurch eine Bewegung des in Förderrichtung vor der Sperreinrichtung angeordneten zweiten Werkstückträgers verhindert. Hierdurch kann die in der Entnahmestelle angeordnete erste Palette staudrucklos von der Förderebene entnommen werden.
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Aus der
DE 203 13 194 U1 und der
DE 43 09 222 A1 sind ebenfalls Förderanlagen mit einer Vereinzelungseinrichtung und einem ähnlichen bzw. geringfügig abgewandelten Funktionsprinzip bekannt.
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Bei Werkstückträgern mit einem hohen Gewicht kann es auch bei den genannten Förderanlagen zu erheblichen Beschädigungen an der Förderanlage, den Werkstückträgern und den Werkstücken kommen, welche insbesondere aus dem Kontakt des sich in Richtung der Entnahmeseite bewegenden vordersten Werkstückträgers mit dem Steuerelement und/oder einem förderanlagenseitigen Endanschlag resultieren.
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Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Förderanlage mit einer Vereinzelungseinrichtung zur Verfügung zu stellen, mittels welcher Beschädigungen an der Förderanlage, den Werkstückträgern und/oder den Werkstücken minimiert werden.
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Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Förderanlage gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Die Unteransprüche betreffen besonders zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung.
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Erfindungsgemäß ist also eine Förderanlage mit einer eine Förderebene bildenden Fördereinrichtung zum Transport von Werkstückträgern und mit einer in einer Förderrichtung vor einer Entnahmestelle angeordneten und eine Sperreinrichtung sowie ein Steuerelement umfassenden Vereinzelungseinrichtung zum Vereinzeln der in der Förderrichtung transportierten und hintereinander angeordneten Werkstückträger vorgesehen, bei welcher das Steuerelement durch eine translatorische Bewegung von der ersten Stellung in die zweite Stellung und parallel zu der Förderrichtung der Werkstückträger verlagerbar ist und bei welcher das Steuerelement mit einer die Bewegungsenergie des Steuerelements reduzierenden Dämpfungseinrichtung gekoppelt ist. Hierbei kontaktiert ein sich in Richtung der Entnahmestelle bewegender Werkstückträger nachdem Passieren der Sperreinrichtung zunächst das in der ersten Stellung angeordnete Steuerelement. Anschließend bewegen sich das Steuerelement und der Werkstückträger gemeinsam in Förderrichtung, und zwar bis das Steuerelement zusammen mit dem Werkstückträger die zweite Stellung erreicht hat. Durch die Kopplung des Steuerelements mit einer Dämpfungseinrichtung wird die durch den sich bewegenden Werkstückträger in das Steuerelement eingeleitete Bewegungsenergie bis zum Erreichen der zweiten Stellung derart reduziert, dass es zu keinen Beschädigungen an einem Endanschlag der Förderanlage, dem Steuerelement, dem Werkstückträger oder den auf dem Werkstückträger angeordneten Werkstücken kommt. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung können auch Werkstückträger mit einem hohen Gewicht prozesssicher und zerstörungsfrei im Bereich der Entnahmestelle angeordnet werden. Hierbei wird unter einem Werkstückträger Stückgut jeglicher Art verstanden, also neben Werkstückträgern, wie beispielsweise Gestellen, Paletten, Gitterboxen oder Kisten, auch die Werkstücke selbst.
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Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird auch dadurch geschaffen, dass das Steuerelement nach dem Entfernen des in der Entnahmestelle angeordneten Werkstückträgers durch die Dämpfungseinrichtung von der zweiten Stellung in die erste Stellung verlagerbar ist. Hierdurch wird das Steuerelement nach einer Entnahme des ersten, in Förderrichtung vordersten Werkstückträgers wieder in seine Ausgangsstellung, also in die erste Stellung, überführt. Dabei nutzt die Dämpfungseinrichtung die zuvor, während des Abbremsens des ersten Werkstückträgers gespeicherte Energie für die Bewegung des Steuerelements. Vorzugsweise wird die Rückstellungsbewegung gedämpft bzw. mit einer kontrollierten Geschwindigkeit ausgeführt. Hierdurch können Beschädigungen am Steuerelement durch die Rückstellbewegung verhindert werden.
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In diesem Fall erweist es sich als besonders zweckmäßig, dass die Dämpfungseinrichtung als Hydraulikdämpfer und/oder als Pneumatikdämpfer und/oder als Feder ausgebildet ist. Vorzugsweise weist die Dämpfungseinrichtung eine einstellbare Dämpfungscharakteristik auf, welche an das Gewicht der zu transportierenden Werkstückträger bzw. Werkstücke angepasst werden kann.
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Die Fördereinrichtung der Förderanlage weist in einer bevorzugten Ausgestaltung zwei voneinander beabstandete und parallel zur Förderrichtung ausgerichtete Förderketten auf. Hierbei kontaktieren die Werkstückträger die Förderanlage ausschließlich im Bereich der beiden Förderketten. Die beiden Förderketten sind dabei jeweils als umlaufende Gliederketten ausgebildet und weisen eine Auflagefläche für die Werkstückträger und eine Gleitfläche aus Kunststoff auf. Alternativ können statt der Gleitfläche aus Kunststoff auch Wälzkörper, wie beispielsweise Rollen, Zylinder usw. vorgesehen sein. Die Förderketten sind zumindest bereichsweise von einem Kettengehäuse umgeben. Vorzugsweise sind beiden Förderketten jeweils ein translatorisch bewegbares Steuerelement und jeweils eine Sperreinrichtung zugeordnet.
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Dabei erweist es sich als besonders praxisgerecht, dass den beiden sich in Förderrichtung bewegenden Förderketten jeweils ein sich in Förderrichtung erstreckendes, ortsfest angeordnetes Lochblech zur Fixierung von Funktionsbauteilen zugeordnet ist. Bevorzugt ist das Lochblech den einander zugewandten Innenseiten der Förderketten zugeordnet bzw. an dem Kettengehäuse angeordnet. Hierdurch können Funktionsbauteile, beispielsweise die Vereinzelungseinrichtung mit der Sperreinrichtung und dem Steuerelement, prozesssicher an der Förderanlage fixiert werden, ohne die Funktion der Förderketten negativ zu beeinflussen.
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Die Überführung des Steuerelements von der ersten Stellung in die zweite Stellung und der Kontakt des Werkstückträgers mit dem Steuerelement werden dadurch erreicht, dass das Steuerelement ein sich über die Förderebene der Fördereinrichtung hinaus erstreckendes Anschlagmittel aufweist. Ein sich in Richtung Entnahmeseite der Förderanlage bewegender Werkstückträger kontaktiert in Folge einer Relativbewegung zwischen dem Werkstückträger und dem Steuerelement bzw. dem Anschlagmittel des Steuerelements das Anschlagmittel und liegt während der gesamten Bewegung in Richtung der zweiten Stellung des Steuerelements an diesem an.
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Eine weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Förderanlage wird auch dadurch geschaffen, dass das Steuerelement ein Anlageelement aufweist, welches in einer ersten Stellung des Steuerelements eine Verlagerung der Sperreinrichtung in die Freigabestellung ermöglicht und in einer zweiten Stellung des Steuerelements eine Verlagerung der Sperreinrichtung in die Freigabestellung verhindert. Dabei erstreckt sich das Anlageelement in Förderrichtung und weist eine Anlaufschräge auf. Bei einer Verlagerung des Steuerelementes wird auch das mit dem Steuerelement verbundene Anlageelement translatorisch in Förderrichtung bewegt. Dabei ist das Anlageelement derart ausgestaltet und angeordnet, dass es die Sperreinrichtung erst dann in der Sperrstellung anordnet, wenn der erste Werkstückträger die Sperreinrichtung bereits passiert hat. Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Sperreinrichtung erst dann in der Sperrstellung angeordnet ist, wenn auch der vordere Teil des nachfolgenden Werkstückträgers die Sperreinrichtung passiert hat. In diesem Fall kontaktiert ausschließlich ein hinterer Teil des Werkstückträgers die Sperreinrichtung, wodurch das in den Werkstückträger eingeleitete Kippmoment reduziert wird. Die Anlaufschräge sorgt dafür, dass es zu keinem Verhaken bzw. Verkanten zwischen dem Anlageelement und der Sperreinrichtung während der Bewegung des Steuerelements kommt und die Sperreinrichtung prozesssicher in der Sperrstellung angeordnet werden kann.
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Weiterhin erweist es sich als besonders zweckmäßig, dass die Sperreinrichtung um eine horizontale und quer zur Förderrichtung ausgerichtete Drehachse verschwenkbar ist und dass die Sperreinrichtung einen Anschlag aufweist, welcher in der Sperrstellung an dem Anlageelement des Steuerelements anliegt und ein Verschwenken der Sperreinrichtung in die Freigabestellung verhindert. Dabei ist die Sperreinrichtung derart ausgebildet, dass sie sich im Bereich der beiden Förderketten über die Förderebene der jeweiligen Förderkette erstreckt. Durch die horizontale und quer zur Förderrichtung ausgerichtete Drehachse können die beiden Sperreinrichtungen gleichzeitig in ihre Sperrstellung und ihre Freigabestellung überführt werden. Der die Sperreinrichtung in der Sperrstellung sichernde Anschlag ist dabei in der Sperrstellung parallel zur Förderrichtung angeordnet. Vorzugsweise sind der Anschlag und der sich über die Förderebene hinaus erstreckende Abschnitt der Sperreinrichtung orthogonal zueinander ausgerichtet.
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Besonders vorteilhaft ist dabei eine Ausführung, nach welcher ein Schwerpunkt der schwenkbaren Sperreinrichtung unterhalb der Drehachse der Sperreinrichtung angeordnet ist. Hierdurch wird erreicht, dass sich die Sperreinrichtung nach einem vorübergehenden Verschwenken in eine Stellung unterhalb der Förderebene selbsttätig in eine Stellung verschwenkt, in welcher sie sich zumindest teilweise über die Förderebene hinaus erstreckt. Zur Überführung der Sperreinrichtung in eine die Bewegung des Werkstückträgers verhindernde Sperrstellung muss die Sperreinrichtung dann nicht mehr um ihre Drehachse verschwenkt werden, sondern befindet sich bereits in der richtigen Position und kann durch das Zusammenwirken des Anlageelements, des Steuerelements und des Anschlags der Sperreinrichtung arretiert werden.
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Eine weitere besonders zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass zwischen dem Steuerelement und einem ortsfesten Element der Förderanlage eine Linearführung angeordnet ist. Durch die einen Linearschlitten und eine Profilschiene aufweisende Linearführung kann eine definierte translatorische Bewegung des Steuerelementes relativ zu einem ortsfesten Element der Förderanlage gewährleistet werden. Dabei ist ein Teil der Linearführung, vorzugsweise der Linearschlitten an dem Steuerelement und die Profilschiene, an dem ortsfest fixierten Lochprofil der Förderanlage befestigt.
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In diesem Fall erweist es sich als besonders praxisnah, dass die Linearführung eine Dämpfungseinrichtung aufweist oder selbst als Dämpfungseinrichtung ausgebildet ist. Dabei kann die Relativbewegung zwischen dem Linearschlitten und der Profilschiene pneumatisch, hydraulisch. oder elektromagnetisch, beispielsweise durch eine Wirbelstrombremse, geregelt werden.
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Erfindungsgemäß ist außerdem vorgesehen, dass das Steuerelement und die Sperreinrichtung durch eine Kulissenführung miteinander verbunden sind. Hierbei weist das Steuerelement ein sich in Längsrichtung erstreckendes und in Förderrichtung ausgerichtetes Langloch auf, in welches ein horizontal ausgerichteter Abschnitt der Sperreinrichtung während der gesamten translatorischen Bewegung des Steuerelements eingreift. Durch die Endbereiche des Langlochs wird einerseits die Position des Steuerelements in der ersten Stellung und in der zweiten Stellung festgelegt und andererseits ein Endanschlag für die Bewegung des Steuerelements und damit auch des Werkstückträgers zur Verfügung gestellt.
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Eine andere Weiterbildung der Förderanlage wird auch dadurch geschaffen, dass die Förderanlage im Bereich der Entnahmestelle zwischen den beiden Förderketten eine barrierefreie Freifläche für einen Zugriff eines Handhabungselements, insbesondere eines Gabelstaplers, aufweist. Hierdurch können durch das Handhabungselement verursachte Beschädigungen an der Förderanlage minimiert werden. Durch die Freifläche wird ein Einfahren des Gabelstaplers bzw. der Gabel in den Bereich zwischen den beiden Förderketten ermöglicht. Im gesamten Raum über der Freifläche sind keine Funktionsbauteile der Förderanlage vorhanden, sodass während der Entnahme des Werkstückträgers, also beim vertikalen Verfahren, keine Kollisionen mit den Funktionsbauteilen zu befürchten sind.
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Zur weiteren Reduzierung von Beschädigungen an der Förderanlage bzw. an der Vereinzelungseinrichtung ist vorgesehen, dass die die Freifläche begrenzenden Elemente der Förderanlage durch Profilelemente geschützt sind.
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Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in
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1–4 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Förderanlage während des Transports von Werkstückträgern in einer zeitlichen Reihenfolge;
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5 eine schematische Darstellung der Förderanlage gemäß der Ansicht A-A aus 1.
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Die 1 bis 4 zeigen eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Förderanlage 1 mit einer eine Förderebene 2 bildenden Fördereinrichtung 3 während des Transports von Werkstückträgern 4, 4', 4'' in einer Förderrichtung 5 in einer zeitlichen Reihenfolge. Dabei werden die Werkstückträger 4, 4', 4'' von einer in den Figuren nicht dargestellten Aufgabestelle am Anfang der Förderanlage 1, in welcher die Aufgabe der zu transportierenden Werkstückträger 4, 4', 4'' auf die Förderanlage 1 bzw. auf die Fördereinrichtung 3 erfolgt, in Förderrichtung 5 zu einer Entnahmestelle 6 transportiert. Die Förderebene 2 der Fördereinrichtung 3 ist in Förderrichtung 5 geneigt ausgebildet, sodass der Transport der Werkstückträger 4, 4', 4'' von der nicht dargestellten Aufgabestelle zu der Entnahmestelle 6 durch Schwerkraft erfolgt.
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In Förderrichtung 5 unmittelbar vor der Entnahmestelle 6 ist eine Vereinzelungseinrichtung 7 zum Vereinzeln der in der Förderrichtung 5 transportierten und hintereinander angeordneten Werkstückträger 4, 4', 4'' vorgesehen, welche eine Sperreinrichtung 8 und ein Steuerelement 9 umfasst.
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Die Sperreinrichtung 8 kann um eine horizontal ausgerichtete Drehachse 10 verschwenkt werden. Die ortsfeste Drehachse 10 ist quer zur Förderrichtung 5 ausgerichtet und unterhalb der Förderebene 2 angeordnet. Hierdurch kann die Sperreinrichtung 8 von einer ersten Stellung in eine zweite Stellung verschwenkt werden, wobei die Sperreinrichtung 8 in der ersten Stellung im Wesentlichen oberhalb der Förderebene 2 und in der zweiten Stellung im Wesentlichen unterhalb der Förderebene 2 angeordnet ist. Außerdem ist die Sperreinrichtung 8 mit einem Anschlag 11 verbunden, welcher orthogonal zur Sperreinrichtung 8 angeordnet ist und endseitig ein Kugelelement 12 aufweist.
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Das mit der Sperreinrichtung 8 gekoppelte Steuerelement 9 kann durch eine translatorische Bewegung parallel zur Förderrichtung 5 und relativ zu der Sperreinrichtung 8 verlagert werden. Das Steuerelement 9 weist in einem in Förderrichtung 5 vorderen Abschnitt ein sich über die Förderebene 2 der Fördereinrichtung 3 hinaus erstreckendes Anschlagmittel 13 sowie ein sich in Förderrichtung 5 erstreckendes und mit dem Anschlag 11 der Sperreinrichtung 8 zusammenwirkendes Anlageelement 14 mit einer Anlaufschräge 15 auf. Weiterhin sind das Steuerelement 9 und die Sperreinrichtung 8 durch eine Kulissenführung 16 miteinander verbunden. Hierbei weist das Steuerelement 9 ein sich in Längsrichtung erstreckendes und in Förderrichtung 5 ausgerichtetes Langloch 17 auf, in welches die Drehachse 10 der Sperreinrichtung 8 während der gesamten translatorischen Bewegung des Steuerelements 9 eingreift. Außerdem ist das Steuerelement 9 mit einer Dämpfungseinrichtung 18 gekoppelt, welche die Bewegungsenergie des Steuerelements 9 während der translatorischen Bewegung dämpft. Hierbei ist die Dämpfungseinrichtung 18 zwischen dem Steuerelement 9 und einer ortsfesten Einrichtung 19 angeordnet.
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Wie insbesondere auch 5, welche eine Ansicht gemäß Strecke A-A aus 1 zeigt, zu entnehmen ist, weist die Fördereinrichtung 3 der Förderanlage 1 zwei in einem Abstand 20 voneinander angeordnete und parallel zur Förderrichtung 5 ausgerichtete Förderketten 21 auf. Die jeweils zumindest teilweise von einem Kettengehäuse 22 umgebenen, umlaufenden und sich in Förderrichtung 5 bewegenden Förderketten 21 weisen jeweils eine die Förderebene 2 bildende Auflagefläche 23 auf, auf welcher die zu transportierenden Werkstückträger 4, 4', 4'' zumindest teilweise aufliegen. An dem Kettengehäuse 22 ist ein Lochblech 24 zur Fixierung von Funktionsbauteilen befestigt. Die translatorische Bewegung des Steuerelements 9 parallel zur Förderrichtung 5 wird durch eine Linearführung 25 zwischen dem ortsfest angeordneten Lochblech 24 und dem beweglichen Steuerelement 9 gewährleistet. Die Linearführung 25 weist eine Profilschiene 26 und einen relativ zur Profilschiene 26 beweglichen Linearschlitten 27 auf, wobei der Linearschlitten 27 an dem Steuerelement 9 und die Profilschiene 26 an dem Lochblech 24 der Förderkette 21 fixiert ist.
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Die Förderanlage 1 weist im Bereich der Entnahmestelle 6 zwischen den beiden Förderketten 21 eine barrierefreie Freifläche 28 für den Zugriff eines Handhabungselements, insbesondere eines Gabelstaplers, auf. Um Beschädigungen durch das Handhabungselement zu minimieren, sind den Förderketten 21 jeweils Profilelemente 29 zugeordnet, welche die Freifläche 28 zumindest abschnittsweise begrenzen.
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Anhand der 1 bis 4 wird nachfolgend die Funktion der erfindungsgemäßen Förderanlage 1 beschrieben. Wie in 1 dargestellt, bewegen sich die auf der Fördereinrichtung 3 in Förderrichtung 5 hintereinander angeordneten Werkstückträger 4, 4', 4'' in Richtung der Entnahmestelle 6, während das Steuerelement 9 in einer ersten Stellung 30 angeordnet ist (1). Die Sperreinrichtung 8 befindet sich in den 1 bis 3 in ihrer Freigabestellung, in welcher sie um die Drehachse 10 frei verschwenkbar ist, sodass die Sperreinrichtung 8, wie in 2 angedeutet, durch die beiden Gestellfüße 31 des ersten Werkstückträgers 4 und den vorderen Gestellfuß 32 des nachfolgenden zweiten Werkstückträgers 4' verschwenkt werden können. Das Steuerelement 9 befindet sich mit dem sich über die Förderebene 2 hinaus erstreckenden Anschlagmittel 13, dem Langloch 17 und dem Anlageelement 14 in der in den 1 und 2 dargestellten ersten Stellung 30.
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Nach dem Passieren der Sperreinrichtung 8 kontaktiert der sich weiterhin in Förderrichtung 5 bewegende erste Werkstückträger 4 mit dem vorderen Gestellfuß 31 das Anschlagmittel 13 des Steuerelementes 9. Aufgrund der weiteren Bewegung des Werkstückträgers 4 in Förderrichtung 5 wird dann das Steuerelement 9 translatorisch in Förderrichtung 5 bewegt, bis es in der in 4 dargestellten zweiten Stellung 33 angeordnet ist. Während der translatorischen Bewegung des Steuerelements 9 wird die Bewegungsenergie des Steuerelements 9 bzw. des ersten Werkstückträgers 4 durch die Verbindung des Steuerelements 9 mit der Dämpfungseinrichtung 18 reduziert.
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Zusammen mit dem Steuerelement 9 bewegt sich auch das Anlageelement 14 von der ersten Stellung 30 (1 und 2) in Förderrichtung 5, und zwar bis sich das Anlageelement 14 unterhalb der Sperreinrichtung 8 befindet. Wenn sich das Anlageelement 14 des Steuerelements 9 unmittelbar unterhalb der Sperreinrichtung 8 befindet, ist die Sperreinrichtung 8 in ihrer Sperrstellung angeordnet, in welcher diese durch das Anliegen des Anschlags 11 der Sperreichrichtung 8 an dem Anlageelement 14 des Steuerelements 9 nicht mehr frei verschwenkt werden kann (4).
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Während sich der erste Werkstückträger 4 zusammen mit dem Steuerelement 9 gedämpft bzw. abgebremst langsam in die Entnahmestellung 6 bewegt, schlägt der hintere Gestellfuß 34 des zweiten Werkstückträgers 4 an die sich in der Sperrstellung befindende Sperreinrichtung 8 an und wird von dieser an einer weiteren Bewegung in Richtung der Entnahmestelle 6 gehindert (4). Jetzt kann der in der Entnahmestelle 6 angeordnete Werkstückträger 4 staudrucklos von der Förderanlage 1 entnommen werden. Nach der Entnahme diese Werkstückträgers 4 wird das Steuerelement 9 durch die Dämpfungseinrichtung 18 entgegen der Förderrichtung 5 in die in 1 dargestellte erste Stellung 30 zurückgestellt. Hierbei wird auch die Sperreinrichtung 8 von der Sperrstellung in die Freigabestellung überführt, sodass sich der zweite Werkstückträger 4' in Richtung der Entnahmestelle 6 bewegen kann.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Förderanlage
- 2
- Förderebene
- 3
- Fördereinrichtung
- 4, 4', 4''
- Werkstückträger
- 5
- Förderrichtung
- 6
- Entnahmestelle
- 7
- Vereinzelungseinrichtung
- 8
- Sperreinrichtung
- 9
- Steuerelement
- 10
- Drehachse
- 11
- Anschlag
- 12
- Kugelelement
- 13
- Anschlagmittel
- 14
- Anlageelement
- 15
- Anlaufschräge
- 16
- Kulissenführung
- 17
- Langloch
- 18
- Dämpfungseinrichtung
- 19
- Einrichtung
- 20
- Abstand
- 21
- Förderkette
- 22
- Kettengehäuse
- 23
- Auflagefläche
- 24
- Lochblech
- 25
- Linearführung
- 26
- Profilschiene
- 27
- Linearschlitten
- 28
- Freifläche
- 29
- Profilelement
- 30
- Erste Stellung
- 31
- Gestellfuß
- 32
- Gestellfuß
- 33
- Zweite Stellung
- 34
- Gestellfuß
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 3417158 A1 [0004]
- DE 20313194 U1 [0005]
- DE 4309222 A1 [0005]