DE102011118905B4 - Bearbeitungsstation für eine Stanzmaschine - Google Patents
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Abstract
- eine erste Klemmeinrichtung (41.1), aufweisend mindestens ein erstes Klemmelement (43.1) und eine erste Federspanneinrichtung (42.1) zum Klemmen des Werkzeugs (21, 30) in Bogentransportrichtung (B) und
- eine zweite Klemmeinrichtung (41.2), aufweisend mindestens ein zweites Klemmelement (43.2) und eine zweite Federspanneinrichtung (42.2) zum Klemmen des Werkzeugs (20, 23) senkrecht zur Bogentransportrichtung (B) und
- ein Betätigungselement (44, 45) zum Verschieben (b) oder Verdrehen (c) von dem mindestens ersten und dem mindestens zweiten Klemmelement (43.1, 43.2) gegen die Federkraft (F1, F2) der jeweiligen Federspanneinrichtung (42.1, 42.2) zum Aufheben der Klemmung.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Bearbeitungsstation gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 und eine Bogenstanz- und/oder -prägemaschine gemäß Anspruch 10.
- Stand der Technik
- Als Stanzen wird das Schneiden mit in sich geschlossenen geometrischen Zuschnittsformen bezeichnet, die kreisförmig, oval oder mehreckig sowie Phantasieformen aller Art sein können. Auch die in der Druckweiterverarbeitung geübten Praktiken, wie Stanzen mit Locheisen, Eckenabstoßen und Registerstanzen werden zu diesem Bereich gezählt. Die Stanzung erfolgt gegen eine Stanzunterlage oder gegen Stempel, teilweise sind es auch Schervorgänge. Verpackungsmaterialien aus Papier, Karton, Pappe, Wellpappe, Kunststoff oder Folien werden hauptsächlich im Bogenformat gestanzt. Beim Stanzvorgang können zusätzlich aber auch Rilllinien oder Blindprägungen in den Nutzen eingebracht werden. Dieser komplexe Prozess macht es unabdingbar, die Bogen einzeln zu stanzen. Da es sich bei den Endprodukten um anspruchsvolle Verpackungen hinsichtlich technischer und graphischer Ausführung handelt (etwa Verpackungen für Kosmetik, Zigaretten, Pharmazie, Lebensmittel, etc.), werden besondere Anforderungen nicht nur an die Verpackungsmaterialien selbst gestellt, sondern es sind für optimale Resultate auch Stanzwerkzeuge mit geringsten Toleranzen und äußerst präzise und zuverlässig arbeitende Stanzmaschinen erforderlich. Diesen Ansprüchen wird das Flachbettstanzen am besten gerecht. Dabei werden die gedruckten und auf einer Palette gestapelten Bogen der Stanzmaschine zugeführt. In der Maschine werden in einer Ausrichteinrichtung die zu stanzenden Bogen passgenau ausgerichtet, von einem Greiferwagen übernommen und exakt in der Starreinrichtung zwischen einem fest gelagerten Untertisch und einem über einen Kniehebel oder Exzentergetriebe vertikal bewegbaren Obertisch positioniert.
- In bekannten Bogenstanz- und Prägemaschinen, die zum Stanzen, Prägen, Ausbrechen, ggfs. Nutzentrennen und Ablegen von Bögen aus Papier, Pappe und der gleichen eingesetzt werden, ist es bekannt, die Bögen mittels Greiferwagen durch die einzelnen Stationen der Maschine zu bewegen. Ein jeweiliger Greiferwagen besitzt eine Greiferbrücke, an der Greifer befestigt sind, die die Bögen an einem vorderen Ende ergreifen. Ein Greiferwagen besitzt weiterhin seitliche Fahrwagen, welche mit endlosen Ketten des Transportsystems verbunden sind und wodurch die Greiferwagen durch die Maschine bewegt werden. Durch diese Art der Bewegung der Bögen durch die Maschine wird ein kontinuierliches Arbeiten in den einzelnen hintereinander angeordneten Stationen der Maschine, insbesondere Stanz-, Ausbrech- und Nutzentrennstation, ermöglicht.
- Eine derartige Flachbettstanze ist beispielsweise aus der
DE 30 44 083 A1 bekannt. Die beiden Tische sind mit Schneid- und Rillwerkzeugen bzw. entsprechenden Gegenwerkzeugen bestückt, mit denen aus dem taktweise zwischen die Tischfläche geführten Bögen die Nutzen ausgestanzt und gleichzeitig die zum sauberen Falten notwendigen Rillen eingedrückt werden. In der nachfolgenden Ausbrecheinrichtung wird der Abfall über Ausbrechwerkzeuge maschinell entfernt. Je nach Ausstattung der Maschine können schließlich die gestanzten Nutzen in einer hierfür vorgesehenen Nutzentrenneinrichtung separiert werden. - Die sich in der Ausbrechstation bzw. Nutzentrennstation befindlichen Oberwerkzeuge, also Ausbrechwerkzeug und Nutzentrennwerkzeug, werden nach dem Stand der Technik durch Schnellspannrahmen gehalten, wodurch ein schneller Austausch der Werkzeuge ermöglicht wird. Bekannt ist es einerseits, das Werkzeug mittels einer Druckfeder zu klemmen. Die benötigte Kraft zum Aufheben der Brettklemmung wird dabei durch einen Pneumatikzylinder aufgebracht. Nachteilig an dieser Lösung ist, dass der Pneumatikzylinder aufgrund der Hubbewegungen des Oberwerkzeugs hohen Schwingungsbelastungen ausgesetzt ist. Diese können zu Undichtigkeit am Pneumatikzylinder selbst oder an den benötigten Zuleitungen führen. Zum anderen ist es bekannt, das Werkzeug an seiner Vorder- und Hinterkante gegen einen Anschlag zu ziehen, und so zu verklemmen. Die Klemmung des Werkzeugs erfolgt dabei durch Drehen von Exzentern gegen diese Anschläge. Nachteilig an dieser Lösung ist, dass durch die Exzenter - im Gegensatz zur Verwendung von Federn - kein Längenausgleich ermöglicht wird. Während eine Feder Längentoleranzen des Werkzeugs ausgleichen kann, indem sie mehr oder weniger gespannt wird, können die Exzenter nur einen definierten Weg zurücklegen und ermöglichen somit keinen Längenausgleich für Längentoleranzen der Werkzeuge.
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DE 10 2010 024 274 A1 offenbart eine Bearbeitungsstation einer Bogenstanz- und/oder - prägestation, die eine Klemmeinrichtung für ein Unterwerkzeug aufweist. -
DE 34 09 392 C2 offenbart ein Werkzeug in einer Stanz- und Schneidevorrichtung mit einer Werkzeugaufnahme, die eine Klemmvorrichtung aufweist. -
DE 20 2007 012 349 U1 offenbart eine Bogenstanz- und -prägemaschine mit einem Ausrichtsystem für Bögen. - Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Bearbeitungsstation einer Stanzmaschine zu schaffen, deren Werkzeugaufnahme sowohl unanfällig gegenüber Schwingungen ist, als auch einen Ausgleich von Längentoleranzen der Werkzeuge zulässt.
- Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Bearbeitungsstation mit den Merkmalen von Anspruch 1. Die erfindungsgemäße Bearbeitungsstation einer Bogenstanz- und/oder - prägemaschine zur Bearbeitung von Bogen aus Papier, Pappe, Kunststoff und dergleichen besitzt ein Bogentransportsystem zum Transportieren der Bogen in einer Bogentransportrichtung durch die Bearbeitungsstation. Die Bearbeitung eines jeweiligen Bogens erfolgt durch ein Oberwerkzeug und ein Unterwerkzeug, welche jeweils von einer Werkzeugaufnahme gehalten werden. Erfindungsgemäß besitzt mindestens eine Werkzeugaufnahme zum einen eine erste Klemmeinrichtung, welche mindestens ein erstes Klemmelement und eine erste Federspanneinrichtung zum Klemmen des Werkzeugs in Bogentransportrichtung aufweist, und weiter eine zweite Klemmeinrichtung, welche mindestens ein zweites Klemmelement und eine zweite Federspanneinrichtung zum Klemmen des Werkzeugs senkrecht zur Bogentransportrichtung aufweist, als auch ein Betätigungselement zum Verschieben oder Verdrehen von dem mindestens ersten und dem mindestens zweiten Klemmelement gegen die Federkraft der jeweiligen Federspanneinrichtung zum Aufheben der Klemmung. Besonders vorteilhaft ist es, wenn eine derartige Werkzeugaufnahme für das hubbewegte Werkzeug der Bearbeitungsstation eingesetzt wird, insbesondere kann es sich dabei um Oberwerkzeuge wie Ausbrechwerkzeug oder Nutzentrennwerkzeug handeln. Da nur ein Betätigungselement vorgesehen ist, kann der Austausch von Werkzeugen und deren Positionieren und Klemmen in der Werkzeugaufnahme vom Maschinenbediener besonders schnell und einfach erledigt werden. Die so erreichte Zeitersparnis beim Klemmen der Werkzeuge wirkt sich positiv auf die Produktivität der Stanzmaschine aus, da der Zeitbedarf für das Umrüsten reduziert werden kann.
- In einer ersten Ausführungsform besitzt das Betätigungselement einen Doppelexzenter mit zwei wirksamen Exzentrizitäten, wobei jede der Exzentrizitäten als eine Kurvenkontur aufgefasst werden kann, und ein Verdrehen des Exzenters das Aufheben der Klemmung des Werkzeugs bewirkt.
- In einer alternativen, besonders vorteilhaften und daher bevorzugten Ausführungsform ist das Betätigungselement als Schubstange ausgeführt, deren Verschiebung das Aufheben der Klemmung bewirkt. Eine solche Schubstange ist einerseits einfach zu fertigen, des Weiteren einfach in der Werkzeugaufnahme zu lagern und schließlich unkompliziert zu betätigen.
- In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Bearbeitungsstation ist die Schubstange mit einer ersten und mit einer zweiten Kurvenkontur versehen, und zwar derart, dass beim Verschieben der Schubstange die erste Kurvenkontur dem mindestens ersten Klemmelement eine Bewegung aufprägt, und die zweite Kurvenkontur dem mindestens zweiten Klemmelement ebenfalls eine Bewegung aufprägt. Das Verschieben der Schubstange in eine erste Richtung erlaubt dabei ein Ausrichten und Klemmen des Werkzeugs in der Werkzeugaufnahme durch die Federkräfte. Ein Verschieben der Schubstange in die entgegengesetzte Richtung hebt hingegen die Klemmung durch die Federkräfte auf. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Kurvenkonturen so angebracht sind, dass die Kurvenkonturen zeitlich versetzt wirksam werden, sprich: dass diese zeitversetzt auf das zugeordnete Klemmelement wirken und somit ein optimiertes Aufheben der Klemmwirkung erreicht werden kann. Vorteilhaft ist auch, dass in dieser Ausführungsform die Klemmreihenfolge vorgegeben ist. Dadurch wird eine falsche Klemmreihenfolge durch den Maschinenbediener unterbunden.
- Zur Übertragung der Bewegung der Stange kann die Werkzeugaufnahme in vorteilhafter Weiterbildung erste und zweite Übertragungselemente besitzen, welche zwischen einer jeweiligen Kurvenkontur und einem jeweiligen Klemmelement angeordnet sind.
- In einer besonders vorteilhaften und daher bevorzugten Ausführungsform besitzt die Schubstange einen Griff und ist darüber von Hand betätigbar. Dies ermöglicht ein schnelles und gleichzeitig einfaches Betätigen. Auf Aktuatoren, welche Schwingungsbelastungen ausgesetzt wären, kann so verzichtet werden. Die Schubstange kann dabei von Laufrollen geführt werden, welche beidseitig der Schubstange positioniert sein können.
- In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Bearbeitungsstation besitzt mindestens ein Übertragungselement eine Zahnstange und ein mit der Zahnstange in Eingriff stehendes, arretierbares Zahnrad. In der Regel bleibt dieses Zahnrad arretiert und kann damit die Schubbewegung der Zahnstange übertragen. Zur Formatanpassung der Werkzeugaufnahme an das Format des Werkzeugs kann die Arretierung des Zahnrads kurzzeitig gelöst werden, sodass das Zahnrad auf der Zahnstange verschoben werden kann. Diese Formatanpassung wird anhand von
2a untenstehend näher beschrieben. - In einer alternativen Ausführung besitzt das Übertragungselement einen um ein Gelenk schwenkbaren Hebel. In einer vorteilhaften Ausführungsform der Bearbeitungsstation ist der Werkzeugaufnahme ein Übertragungselement in Zahnstangenausführung eigen, welches dem einen Klemmelement zugeordnet ist und ein weiteres Übertragungselement in Hebelausführung eigen, welches dem anderen Klemmelement zugeordnet ist. Durch den Einsatz beider Ausführungsformen der Übertragungselemente lasst sich die Betätigung von erster Klemmeinrichtung und zweiter Klemmeinrichtung geschickt bewerkstelligen.
- Die Erfindung betrifft auch eine Bogenstanz- und/oder -prägemaschine, welche mit mindestens einer, wie obenstehend beschriebenen Bearbeitungsstation ausgerüstet ist.
- Die beschriebene Erfindung und die beschriebenen vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung stellen auch in beliebiger Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung dar.
- Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die Unteransprüche sowie die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen verwiesen.
- Ausführungsbeispiel
- Die Erfindung soll an Hand eines Ausführungsbeispiels noch näher erläutert werden. Es zeigen in schematischer Darstellung
-
1 . eine erfindungsgemäße Bogenstanz- und/oder -prägemaschine in einer Übersichtsdarstellung -
2a eine Schnittdarstellung durch die erste Klemmeinrichtung -
2b eine Draufsicht der ersten Klemmeinrichtung -
3 eine Darstellung der zweiten Klemmeinrichtung -
4 ein alternatives Betätigungselement - In
1 ist der prinzipielle Aufbau einer Bogenstanz- und -prägemaschine 100 zum Stanzen, Ausbrechen, Nutzentrennen und Ablegen von Bögen aus Papier, Pappe, Kunststoff und dergleichen dargestellt. Die Stanz- und Prägemaschine 100 besitzt einen Anleger 1, eine Stanzstation 2, eine Ausbrechstation 3 und einen Ausleger 4 mit Ablage- und Nutzentrennstation, die von einem gemeinsamen Maschinengehäuse 5 getragen und umschlossen werden und von einem Hauptantrieb 17 angetrieben werden. Von einer Seite, der sogenannten Bedienerseite, sind die Bearbeitungsstationen 2, 3, 4 zugänglich; auf der gegenüberliegenden Seite, der sogenannten Antriebsseite, befindet sich der Antriebsstrang der Bogenstanz- und -prägemaschine 100. Eine Maschinensteuerung 15 steuert die Abläufe innerhalb der Stanzmaschine 100. - Die Bögen 6 werden durch einen Anleger 1 von einem Stapel vereinzelt, dem Bogentransportsystem 7 zugeführt und von an Greiferbrücken eines Greiferwagens 8 befestigten Greifern an ihrer Vorderkante ergriffen und in Bogentransportrichtung 13 intermittierend durch die verschiedenen Stationen 2, 3 und 4 der Stanz- und Prägemaschine 100 hindurchgezogen.
- Das Bogentransportsystem 7 besitzt mehrere Greiferwagen 8, sodass mehrere Bögen 6 gleichzeitig in den verschiedenen Stationen 2, 3 und 4 bearbeitet werden können. Die Greiferwagen 8 können von einem Kettenantrieb oder in einer alternativen Ausführungsform durch einen elektromagnetischen Linearantrieb mit Wanderfeldmotoren angetrieben werden, wie beispielsweise in der
DE 20 2007 012 349 U1 beschrieben. - Die Stanzstation 2 besteht aus einem unteren Tiegel, einem sog. Untertisch 9, und einem oberen Tiegel, einem sog. Obertisch 10. Der Obertisch 10 ist vertikal hin- und herbewegbar gelagert und mit einem Oberwerkzeug 30 mit Stanz- und Rillmessern versehen. Der Untertisch 9 ist fest im Maschinengestell gelagert und mit einer Gegenplatte 20 zu den Stanz- und Rillmessern versehen. Alternativ kann auch der Obertisch 10 feststehend und der Untertisch 9 bewegt sein. Beim Prägen kommen an Stelle der Stanz- und Rillwerkzeuge Prägewerkzeuge, insbesondere in Form sogenannter Prägeklischees, zum Einsatz.
- Der Greiferwagen 8 transportiert den Bogen 6 von der Stanz- und Prägestation 2 in die nachfolgende Ausbrechstation 3, die mit Ausbrechwerkzeugen 21, 23 ausgestattet ist. In der Ausbrechstation 3 werden mit Hilfe der Ausbrechwerkzeuge 21, 23 die nicht benötigten Abfallstücke 11 aus dem Bogen 6 nach unten herausgestoßen, wodurch die Abfallstücke 11 in einen unter der Station eingeschobenen wagenartigen Behälter 12 fallen.
- Von der Ausbrechstation 3 gelangt der Bogen 6 in den Ausleger 4, wo der Bogen 6 entweder nur einfach abgelegt wird, oder aber gleichzeitig eine Trennung der einzelnen Nutzen eines jeweiligen Bogens 6 erfolgt. Dazu besitzt der Ausleger 4 ein Nutzentrennwerkzeug 21, 23. Der Ausleger 4 kann auch eine Palette 13 enthalten, auf der die einzelnen Bögen 6 bzw. Nutzen in Form eines Stapels 14 aufgestapelt werden, so dass nach Erreichen einer bestimmten Stapelhöhe die Palette 13 mit dem Bogenstapel 14 aus dem Bereich der Stanz- und Prägemaschine 100 weggefahren werden kann.
- Wie in
2a gezeigt, wird ein jeweiliges Werkzeug 19, 20, 21, 23, 30 von einer ersten Klemmeinrichtung 41.1 einer Werkzeugaufnahme 40 in Bogentransportrichtung B an seiner stromabwärtigen Vorderkante durch eine vordere Werkzeugaufnahmeleiste 40.1 aufgenommen und an seiner stromaufwärtigen Hinterkante von einem ersten Klemmelement 43.1 geklemmt. Dabei wird eine erste Klemmkraft F1 wirksam, welche von einer ersten Federspanneinrichtung 42.1 aufgebracht wird. Die erste Federspanneinrichtung 42.1, welche als Druckfeder ausgeführt ist, stützt sich gegen einen Abstützklotz 410 ab und wirkt auf einen Schieber 406, welcher nach links geschoben wird. Der Schieber 406 ist mittels einer Verschraubung mit einer Zahnstange 407 verbunden, und überträgt so die Klemmkraft F1 auf die Zahnstange 407. In die Zahnstange 407 greift ein Zahnrad 412 ein, welches durch eine Arretierung in einem feststehenden Zustand gehalten wird und sich nicht drehen kann. Damit überträgt wiederum das Zahnrad 412 und dessen Lagerung die erste Klemmkraft F1 auf das erste Klemmelement 43.1, welches als hintere Werkzeugaufnahmeleiste ausgeführt ist. Soll die Klemmung des Werkzeugs 19, 20, 21, 23, 30 aufgehoben werden, so wird die mit einer Kurvenkontur versehene Schubstange 44 wie durch den Doppelpfeil b angedeutet, verschoben. Die Schubstange 44 liegt an ihrer einen Seitenfläche an Laufrollen 405 an, welche auf einer Platte 408 befestigt sind; auf ihrer anderen Seitenfläche rollen bewegliche Laufrollen 404 ab. Die Kurvenkontur 401 ist dabei auf der zweiten Seitenfläche der Schubstange 44 aufgebracht. Die Laufrollen 404 sind in der Zahnstange 407 gelagert. - Während
2b eine Momentaufnahme darstellt, zu der das Werkzeug 19, 20, 21, 23, 30 sich in einem geklemmten Zustand befindet, zeigt2b die Schubstange 44 in einer Momentaufnahme, zu der die Klemmung des Werkzeugs 19, 20, 21, 23, 30 aufgehoben ist. Positionen für den geklemmten Zustand sind dabei durch gestrichelte Linien angedeutet. - Wie sich aus
2a ergibt, ist die Schubstange 44 der Werkzeugaufnahme 40 so positioniert, dass die Klemmung aufgehoben ist. Die Laufrollen 404 sind auf der ersten Kurvenkontur 401 der Schubstange 44 abgerollt und werden dadurch in der Bildebene nach unten bewegt. Da die Laufrollen 404 in der Zahnstange 407 gelagert sind, welche in2b nicht dargestellt ist, da sie sich unterhalb der Platte 408 befindet, wurde die Verschiebebewegung b der Schubstange in eine Verschiebebewegung der Laufrollen 404 umgesetzt und diese Verschiebebewegung auf die Zahnstange 407 übertragen. Über die in2a dargestellte Kopplung der Zahnstange 407 über das Zahnrad 412 mit dem ersten Klemmelement 43.1 wird dadurch die Klemmung des Werkzeugs 19, 20, 21, 23, 30 aufgehoben. Die Betätigungsbewegung b der Schubstange 44 und das Aufheben der Klemmung geschieht dabei gegen die erste Klemmkraft F1, also gegen die Federkraft der Druckfeder 42.1: Da der Schieber 406 sowohl mit der Zahnstange 407 als auch mit der ersten Federspanneinrichtung 42.1 verbunden ist, muss bei der Betätigung der Schubstange 44 die Kraft F1 überwunden werden. In anderen Worten: die Feder 42.1 muss zusammengedrückt werden. Ein Verschieben der Schubstange 44 bewirkt also ein Spannen bzw. Entspannen der Feder 42.1 und damit ein Zulassen bzw. Aufheben der Klemmwirkung auf das Werkzeug. - Wenn das Bearbeitungswerkzeug 19, 20, 21, 23, 30 in Bogentransportrichtung B eine größere Länge hat, so kann eine Formatanpassung der ersten Klemmeinrichtung 41.1 vorgenommen werden. Dazu wird die Arretierung des in
2a dargestellten Zahnrads 412 während dem Vorgang der Formatanpassung gelöst. Das Zahnrad ist damit drehbar und kann in seiner Position auf der Zahnstange 407 verschoben werden. Alternativ wird ein Griff mit Lastmomentensperre eingesetzt, wobei durch Befestigung des Griffs gleichzeitig die Klemmung gelöst und die Verstellung vorgenommen wird. Diese Verschiebebewegung ist durch den Doppelpfeil a angedeutet. - Nachdem anhand der
2a und2b das Klemmen des Werkzeugs in Bogentransportrichtung bzw. die Aufhebung dieser Klemmung beschrieben wurde, wird nachfolgend anhand von3 die Wirkweise der zweiten Klemmeinrichtung 41.2 beschrieben, welche ein Klemmen des Werkzeugs 19, 20, 21, 23, 30 senkrecht zur Bogentransportrichtung B bewirkt. - Das in
3 angedeutete Werkzeug 19, 20, 21, 23, 30 besitzt einen sogenannten Centerline-Klotz 24, welcher die Zentrierungen des Werkzeugs und damit dessen Ausrichtung quer zur Bogentransportrichtung B ermöglicht. Dieser Centerline-Klotz 24 wird zum Positionieren des Werkzeugs gegen einen maschinenfesten Anschlag 409 gepresst. Diese Klemmung erfolgt dabei durch eine zweite Klemmeinrichtung 41.2 mit einem zweiten Klemmelement 43.2. Die Positionen des zweiten Klemmelements 43.2, welches mit einem Hebel 413 verbunden ist, ist in3 in einer Momentaufnahme dargestellt, zu der keine Klemmung erfolgt. Die Positionen der zweiten Kurvenkontur 402 und des zweiten Klemmelements 43.2, zu der eine Klemmung erfolgt und eine zweite Klemmkraft F2 den Centerline-Klotz 24 gegen den Anschlag 409 presst, ist durch eine gestrichelte Linie angedeutet. Während der Hebel 413 der zweiten Klemmeinrichtung 41.2 an seinem einen Ende das zweite Klemmelement 43.2 aufweist, ist an seinem anderen Ende eine Laufrolle 404 gelagert. Der Hebel 413 selbst wird durch ein Gelenk 414 schwenkbar gelagert. An dem Hebel 413 greift eine zweite Federspanneinrichtung 42.2 an, welche als Zugfeder ausgeführt ist und permanent versucht, das zweite Klemmelement 43.2 gegen den Anschlag 409 zu ziehen. In der Momentaufnahme von3 wird dies jedoch durch die zweite Kurvenkontur 402 der Schubstange 44 verhindert. Diese zweite Kurvenkontur 402 befindet sich dabei an der Unterseite der Schubstange 44, sodass die Laufrolle 404 auf der Kurvenkontur 402 abrollen kann. Eine Betätigung der Schubstange 44, sprich eine Verschiebebewegung b bewirkt eine Verschiebung der Kurvenkontur 402, auf welcher die Laufrolle 404 abrollt und damit eine Drehbewegung de Hebels 413 gegen die Federkraft F2 der Zugfeder 42.2 und damit ein Verschwenken des zweiten Klemmelements 43.2 , sodass dieses von seiner dargestellten Außerwirkungsposition in seine gestrichelt dargestellte Wirkungsposition verschwenkt werden kann, und eine Klemmung F2 des Centerline-Klotzes 24 gegen den Anschlag 409 bewirken kann. - In einer alternativen Ausführungsform kann anstelle der Schubstange 44 als Betätigungselement ein Doppelexzenter 45 eingesetzt werden wie dieser in
4 dargestellt ist. Der Doppelexzenter 45 besitzt zwei Exzentrizitäten, wobei die erste Exzentrizität eine erste Kurvenkontur 401 und die zweite Exzentrizität eine zweite Kurvenkontur 402 bildet. Eine Drehbewegung c zur Betätigung des Doppelexzenters 45 bewirkt eine Verdrehung der Kurvenkonturen 401, 402. Analog der oben beschriebenen Ausführungsvariante mit Schubstange 44 wird die Bewegung der Kurvenkontur 401 auf das erste Klemmelement 43.1 und die Bewegungen der Kurvenkontur 402 auf das zweite Klemmelement 43.2 übertragen, sodass hier gleichermaßen eine Klemmung bzw. Aufhebung der Klemmung des Werkzeugs 19, 20, 21, 23, 30 erfolgen kann. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Anleger
- 2
- Stanz- und/oder Prägestation
- 3
- Ausbrechstation
- 4
- Ausleger
- 5
- Maschinengehäuse
- 6
- Bogen
- 7
- Bogentransportsystem
- 8
- Greiferwagen
- 9
- Untertisch
- 10
- Obertisch
- 11
- Abfallstücke
- 12
- Wagen
- 13
- Palette
- 14
- Auslagestapel
- 15
- Steuerung mit Interface und Eingabegeräten
- 16
- Zuführtisch
- 17
- Maschinenantrieb
- 20
- Gegenstanzwerkzeug (Stanzrillplatte)
- 21
- Oberwerkzeug mit Stempeln
- 23
- Nutzentrenngitter oder Ausbrechbrett (Unterwerkzeug)
- 24
- Centerlineklotz
- 30
- Stanzwerkzeug
- 40
- Werkzeugaufnahme
- 40.1
- vordere Werkzeugaufnahmeleiste
- 41.1
- 1.Klemmeinrichtung
- 41.2
- 2. Klemmeinrichtung
- 42.1
- 1. Federspanneinrichtung
- 42.2
- 2. Federspanneinrichtung
- 43.1
- 1. Klemmelement
- 43.2
- 2. Klemmelement
- 44
- Schubstange (Betätigungselement)
- 45
- Doppelexzenter (Betätigungselement)
- 100
- Bogenstanz- und -prägemaschine
- 401
- 1. Kurvenkontur
- 402
- 2. Kurvenkontur
- 403
- Griff
- 404
- Laufrolle beweglich
- 405
- Laufrolle feststehend
- 406
- Schieber
- 407
- Zahnstange
- 408
- Platte
- 409
- Anschlag
- 410
- Abstützklotz
- 411
- Führungselement (Schraube)
- 412
- arretierbares Zahnrad
- 413
- Hebel
- 414
- Gelenk
- a
- Formatverstellung
- b
- Betätigungsbewegung Schubstange
- c
- Betätigungsbewegung Doppelexzenter
- h
- Hubbewegung Werkzeug und Werkzeugaufnahme bei Bogenbearbeitung
- B
- Bogentransportrichtung
- E
- Bogentransportebene
- F1
- erste Klemmkraft
- F2
- zweite Klemmkraft
Claims (10)
- Bearbeitungsstation (2, 3, 4) einer Bogenstanz- und/oder -prägemaschine (100) zur Bearbeitung von Bogen (6) aus Papier, Pappe, Kunststoff und dergleichen mit einem Bogentransportsystem (7) zum Transportieren der Bogen (6) in einer Bogentransportrichtung (B) durch die Bearbeitungsstation (2, 3, 4), mit einem Oberwerkzeug (21, 30) und einem Unterwerkzeug (20, 23) und einer ersten Werkzeugaufnahme (40) des Oberwerkzeugs (21, 30) und einer zweiten Werkzeugaufnahme (40) des Unterwerkzeugs (20, 23), dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Werkzeugaufnahmen (40) aufweist: - eine erste Klemmeinrichtung (41.1), aufweisend mindestens ein erstes Klemmelement (43.1) und eine erste Federspanneinrichtung (42.1) zum Klemmen des Werkzeugs (21, 30) in Bogentransportrichtung (B) und - eine zweite Klemmeinrichtung (41.2), aufweisend mindestens ein zweites Klemmelement (43.2) und eine zweite Federspanneinrichtung (42.2) zum Klemmen des Werkzeugs (20, 23) senkrecht zur Bogentransportrichtung (B) und - ein Betätigungselement (44, 45) zum Verschieben (b) oder Verdrehen (c) von dem mindestens ersten und dem mindestens zweiten Klemmelement (43.1, 43.2) gegen die Federkraft (F1, F2) der jeweiligen Federspanneinrichtung (42.1, 42.2) zum Aufheben der Klemmung.
- Bearbeitungsstation nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Betätigungselement um einen Doppelexzenter (45) mit zwei wirksamen Exzentrizitäten (401, 402) handelt, dessen Verdrehung (c) das Aufheben der Klemmung bewirkt. - Bearbeitungsstation nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Betätigungselement um eine Schubstange (44) handelt, deren Verschiebung (b) das Aufheben der Klemmung bewirkt. - Bearbeitungsstation nach
Anspruch 3 , dadurch gekennzeichnet, dass die Schubstange (44) mit einer ersten und einer zweiten Kurvenkontur (401, 402) versehen ist, derart, dass beim Verschieben (b) der Schubstange (44) die erste Kurvenkontur (401) dem mindestens ersten Klemmelement (411) und die zweite Kurvenkontur (402) dem mindestens zweiten Klemmelement (43.2) eine Bewegung aufprägt. - Bearbeitungsstation nach
Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugaufnahme (40) erste und zweite Übertragungselemente (404, 406, 407, 412, 413) besitzt, welche zwischen einer jeweiligen Kurvenkontur (401, 402) und einem jeweiligen Klemmelement (43.1, 43.2) angeordnet sind. - Bearbeitungsstation nach einem der
Ansprüche 3 bis5 , dadurch gekennzeichnet, dass die Schubstange (44) einen Griff (403) aufweist und von Hand betätigbar ist. - Bearbeitungsstation nach einem der
Ansprüche 3 bis6 , dadurch gekennzeichnet, dass die Schubstange (44) von Laufrollen (404, 405) geführt wird. - Bearbeitungsstation nach einem der
Ansprüche 5 bis7 , dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Übertragungselement eine Zahnstange (407) und ein mit der Zahnstange (407) in Eingriff stehendes, arretierbares Zahnrad (412) aufweist. - Bearbeitungsstation nach einem der
Ansprüche 5 bis8 , dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Übertragungselement als ein um ein Gelenk (414) schwenkbarer Hebel (413) ausgeführt ist. - Bogenstanz- und/oder -prägemaschine (100) zur Bearbeitung von Bogen (6) aus Papier, Pappe, Kunststoff und dergleichen mit einer Bearbeitungsstation (2, 3, 4) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
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