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Die Erfindung betrifft eine Schlossvorrichtung für eine Fahrzeugtür gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zum Öffnen einer Schlossvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 9.
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Gattungsgemäße Schlossvorrichtungen für Fahrzeugtüren und Verfahren zum Öffnen einer solcher Schlossvorrichtung, um während des Betriebs des Fahrzeugs bei Stillstand verriegelte Fahrzeugtüren aus dem Fahrzeuginnenraum zu öffnen, sind je nach Fahrzeughersteller und gesetzlicher Vorgaben der Länder in zahlreichen Variationen bekannt. In der Regel kann eine verriegelte Fahrzeugtür durch einmaliges oder zweimaliges Betätigen eines Innenbetätigungselements aus dem Fahrzeuginnenraum geöffnet werden. Insbesondere unterschiedliche gesetzliche Vorgaben im nordamerikanischen Raum und im Rest der Welt machen unterschiedliche Bedienungsarten der korrespondierenden Schlossvorrichtung erforderlich. Hierbei muss zum Öffnen der Schlossvorrichtung im nordamerikanischen Raum das Innenbetätigungselement mindestens zweimalig betätigt werden, während im Rest der Welt ein einmaliges Betätigen des Innenbetätigungselements genügt. Dadurch entstehen verschiedene Schlossvarianten. Diese unterschiedlichen Schlossvarianten verursachen Variantenkosten für Logistik, Qualifikation und Erprobung.
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Aus der Offenlegungsschrift
DE 103 20 448 A1 ist ein Kraftfahrzeugtürverschluss bekannt, welcher ein Gesperre, wenigstens ein Betätigungshebel und einen Verriegelungshebel umfasst. Der Betätigungshebel verfügt über einen ersten Teilhebel und einen zweiten Teilhebel. Der Verriegelungshebel steuert ein Kupplungselement, welches wahlweise die beiden Teilhebel miteinander verbindet. Für die Steuerung des Kupplungselements wird ein Verriegelungshebel eingesetzt, welcher einen Steuerzapfen für eine Mitnahmekontur am Kupplungselement aufweist. Je nach Stellung des Steuerzapfens im Vergleich zur Mitnahmekontur sorgen beide Elemente dafür, dass das Kupplungselement die beiden Teilhebel des Betätigungshebels miteinander verbindet oder nicht miteinander verbindet. Dadurch kann in Abhängigkeit von der Stellung des Steuerzapfens im Vergleich zur Mitnahmekontur eine Einhubbetätigung oder eine Zweihubbetätigung vorgegeben werden.
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Aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2009 010 509 A1 sind ein Verfahren zur Freigabe eines Öffnungsmechanismus einer Fahrzeugtür, eine Verriegelungsvorrichtung für eine Fahrzeugtür und ein Verriegelungssystem für ein Fahrzeug bekannt. Bei dem beschriebenen Verfahren zur Freigabe eines Öffnungsmechanismus wird nach einmaliger Betätigung des beweglich gelagerten Innenbetätigungselements die Schlossvorrichtung zunächst über eine elektromechanische Vorrichtung entriegelt und anschließend mechanisch geöffnet. Hierbei befindet sich die Schlossvorrichtung in einem verriegelten Zustand, wenn sich das Innenbetätigungselement in einer Ausgangsposition befindet. Die Schlossvorrichtung befindet sich in einem entriegelten Zustand, wenn sich das Innenbetätigungselement in einer vorgegebenen Zwischenposition befindet. Die Schlossvorrichtung befindet sich in einem ausgelösten Zustand, in welchem die Fahrzeugtür für einen Öffnungsvorgang freigegeben ist, wenn sich das Innenbetätigungselement in einer Endposition befindet. Hierbei wird beim Überschreiten der Zwischenposition ein elektronisches Steuersignal aktiviert, welches eine automatische Entriegelung der Schlossvorrichtung bewirkt. Durch die automatische Entriegelung soll der Bedienkomfort des Innenbetätigungselements erhöht werden, da der erforderliche Kraftaufwand zum Entriegeln der Schlossvorrichtung reduziert wird.
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Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schlossvorrichtung für eine Fahrzeugtür und ein Verfahren zum Öffnen einer solchen Schlossvorrichtung zu schaffen, welche eine Reduzierung der Schlossvarianten und eine Vereinheitlichung der Schlossvorrichtungen ermöglichen.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch Bereitstellung einer Schlossvorrichtung für eine Fahrzeugtür mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und durch ein Verfahren zum Öffnen einer Schlossvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Um eine Schlossvorrichtung zu schaffen, welche eine Reduzierung der Schlossvarianten und eine Vereinheitlichung der Schlossvorrichtungen ermöglichet, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass eine Betätigungsanzahl des Innenbetätigungselements einstellbar ist, wobei eine Auswerte- und Steuereinheit mindestens ein Steuersignal an mindestens einen Antrieb ausgibt, wenn die Anzahl der Betätigungen des Innenbetätigungselements der eingestellten Betätigungsanzahl und/oder einem Vielfachen der eingestellten Betätigungsanzahl entspricht. Der mindestens eine Antrieb überführt in Reaktion auf das mindestens eine Steuersignal eine Entriegelungsmechanik in den entriegelten Zustand und eine Öffnungsmechanik in den geöffneten Zustand. Auf diese Weise können eine Kostenoptimierung durch eine Vereinheitlichung der Schlossvorrichtungen und eine Vermeidung eines Falschverbaus der unterschiedlichen Schlossvorrichtungen erzielt werden.
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Des Weiteren wird eine Schlossvorrichtung mit einer Zwei-Hub-Mechanik realisiert, welche eine Entriegelungsmechanik und eine Öffnungsmechanik umfasst, wobei die Entriegelungsmechanik durch eine einmalige vollständige manuelle Betätigung eines Innenbetätigungselements in einen entriegelten Zustand überführbar ist, und wobei die Öffnungsmechanik durch eine zweimalige vollständige manuelle Betätigung des Innenbetätigungselements in einen geöffneten Zustand überführbar ist. Hierbei wird die Zwei-Hub-Mechanik in der Art von einem Antrieb überlagert, dass in vorteilhafter Weise eine Ein-Hub-Aktivierung oder ein Zwei-Hub-Aktivierung in ein und derselben Vorrichtung realisiert werden kann. Eine solche Schlossvorrichtung kann in vorteilhafter Weise in nahezu jedes Fahrzeug eingebaut werden und individuell beim Einbau eingestellt und an die entsprechenden Bedienungsanforderungen angepasst werden. Des Weiteren entstehen bei dieser Schlossvorrichtung in vorteilhafter Weise keine zusätzlichen Kosten, da in den meisten Schlossvorrichtungen mindestens eine Auswerte- und Steuereinheit zur Steuerung eines Zentralverriegelungssystems und ein Antrieb zur Unterstützung der Öffnungsmechanik und/oder der Entriegelungsmechanik vorgesehen sind. Die Auswerte- und Steuereinheit muss lediglich in der Art ausgeführt und eingestellt werden, dass diese mindestens ein Steuersignal an mindestens einen Antrieb ausgibt, wenn eine eingestellte Betätigungsanzahl, der tatsächlich ausgeführten Anzahl an Betätigungen des Innenbetätigungselements entspricht.
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In vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schlossvorrichtung kann die vollständige manuelle Betätigung des Innenbetätigungselements als eine Bewegung des Innenbetätigungselements von einer Ausgangsposition in eine Endposition definiert werden. Auf diese Weise wird ein Notbetrieb für den Fall sichergestellt, dass die Auswerte- und Steuereinheit und/oder der mindestens eine Antrieb und/oder ein anderes Bauteil nicht funktionstüchtig sind. Die Schlossvorrichtung lässt sich in vorteilhafter Weise manuell nach einer zweimaligen vollständigen Betätigung des Innenbetätigungselements öffnen. Wobei die Zwei-Hub-Mechanik rein manuell ohne Antriebsunterstützung durch das Innenbetätigungselement betätigt werden kann, wenn das Innenbetätigungselement die vorgegebene Endposition erreicht.
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Besonders vorteilhaft ist, dass die Auswerte- und Steuereinheit eine manuelle Betätigung des Innenbetätigungselements registriert, wenn das Innenbetätigungselement ausgehend von der Ausgangsposition eine erste Zwischenposition erreicht, welche zwischen der Ausgangsposition und der Endposition angeordnet ist. Auf diese Weise muss das Innenbetätigungselement in vorteilhafter Weise nicht vollständig bis zur Endposition bewegt werden, um die Entriegelungs- und/oder die Öffnungsmechanik zu aktivieren bzw. zu betätigen. Dadurch kann der Bedienkomfort des Innenbetätigungselements in vorteilhafter Weise erhöht werden.
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In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schlossvorrichtung kann die Auswerte- und Steuereinheit über einen Betätigungssensor das Erreichen der Zwischenposition des Innenbetätigungselements erkennen. Hierbei ist der Betätigungssensor insbesondere als Mikroschalter ausgeführt. Da solche Sensoren in vorteilhafter Weise in großen Mengen und günstig erwerbbar sind, ermöglicht dies eine kostengünstige Variante um eine Betätigung des Innenbetätigungselements zu registrieren. Des Weiteren besteht die Möglichkeit weitere Zwischenpositionen festzulegen, wobei weitere Funktionen aktiviert werden können, wenn das Innenbetätigungselement diese Zwischenpositionen erreicht. Beispielsweise kann bei einer weiteren Zwischenposition in vorteilhafter Weise das Zentralverriegelungssystem angesteuert werden, welches die Entriegelungsmechanik und/oder die Öffnungsmechanik weiterer Schlossvorrichtungen aktiviert.
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In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schlossvorrichtung kann die Auswerte- und Steuereinheit ein Zählermodul umfassen, welches ein zählbares Sensorsignal von dem Betätigungssensor empfängt. Die Auswerte- und Steuereinheit vergleicht die erfasste Anzahl der Betätigungen mit der vorgegebenen Betätigungsanzahl. Hierbei kann in vorteilhafter Weise die vorgegebene Betätigungsanzahl in der Auswerte- und Steuereinheit hinterlegt sein. Die zählbaren Sensorsignale können in vorteilhafter Weise elektrische Sensorsignale sein, wie beispielsweise Strom- und/oder Spannungsimpulse. In vorteilhafter Weise überprüft die Auswerte- und Steuereinheit, ob die Sensorsignale innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne empfangen werden. Durch den Vergleich der erfassten Anzahl der Betätigungen mit der vorgegebenen Betätigungsanzahl kann ein Erreichen der vorgegebenen Betätigungsanzahl und/oder ein Erreichen eines Vielfachen der vorgegebenen Betätigungsanzahl erkannt werden, wobei bei einer solchen Übereinstimmung das mindestens eine Steuersignal an den mindestens einen Antrieb ausgegeben und zusätzlich das Zählermodul zurückgesetzt werden kann.
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In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schlossvorrichtung kann zur Umsetzung einer Ein-Hub-Aktivierung der Schlossvorrichtung die Betätigungsanzahl als „1” vorgegeben werden. Zur Umsetzung einer Zwei-Hub-Aktivierung der Schlossvorrichtung kann die Betätigungsanzahl als „2” vorgegeben werden. Um die Betätigungsanzahl „1” zu erreichen, muss das Innenbetätigungselement ausgehend von der Ausgangsposition mindestens einmal die erste Zwischenposition erreichen. Um die Betätigungsanzahl „2” zu erreichen, muss das Innenbetätigungselement ausgehend von der Ausgangsposition mindestens zweimal die erste Zwischenposition erreichen. Dies ermöglicht in vorteilhafter Weise eine einfache Umsetzung einer Ein-Hub-Aktivierung oder einer Zwei-Hub-Aktivierung in einer Baueinheit. Hierbei kann die vorgegebene Betätigungsanzahl zudem schnell geändert und somit die Bedienungsart bei Bedarf variiert und an die vorgegebenen Bedienungsanforderungen angepasst werden.
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In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schlossvorrichtung kann der mindestens eine Antrieb die Entriegelungsmechanik und/oder die Öffnungsmechanik elektrisch und/oder pneumatisch betätigen. Dies macht die Schlossvorrichtung in vorteilhafter Weise flexibel, da unterschiedliche Ausführungen der Entriegelungsmechanik und/oder die Öffnungsmechanik aktiviert werden können, so dass eine entsprechende Anpassung an den vorliegenden Fahrzeugtyp möglich ist.
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Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Öffnen einer Schlossvorrichtung stellen eine Zwei-Hub-Mechanik mit einer Entriegelungsmechanik und einer Öffnungsmechanik zur Verfügung. Hierbei wird die Entriegelungsmechanik durch eine einmalige vollständige manuelle Betätigung eines Innenbetätigungselements in einen entriegelten Zustand überführt, und die Öffnungsmechanik wird durch eine zweimalige vollständige manuelle Betätigung des Innenbetätigungselements in einen geöffneten Zustand überführt. Erfindungsgemäß wird eine einstellbare Betätigungsanzahl des Innenbetätigungselements festgelegt, wobei mindestens ein Steuersignal an mindestens einen Antrieb ausgegeben wird, wenn die Anzahl der Betätigungen des Innenbetätigungselements der eingestellten Betätigungsanzahl und/oder einem Vielfachen der eingestellten Betätigungsanzahl entspricht. Der mindestens eine Antrieb überführt in Reaktion auf das mindestens eine Steuersignal die Entriegelungsmechanik in den entriegelten Zustand und die Öffnungsmechanik in den geöffneten Zustand. Auf diese Weise können die Verfahrensvarianten zum Öffnen der Schlossvorrichtung in vorteilhafter Weise mit der gleichen Baueinheit durchgeführt werden.
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In vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Öffnen einer Schlossvorrichtung wird eine Ein-Hub-Aktivierung der Schlossvorrichtung umgesetzt, in dem die Betätigungsanzahl als „1” vorgegeben wird. Eine Zwei-Hub-Aktivierung der Schlossvorrichtung wird umgesetzt, in dem die Betätigungsanzahl als „2” vorgegeben wird. Die vorgegebene Betätigungsanzahl kann hierbei in vorteilhafter Weise schnell geändert werden, so dass die Bedienungsart bei Bedarf angepasst werden kann.
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Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben.
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Dabei zeigen:
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1 ein schematisches Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Schlossvorrichtung für eine Fahrzeugtür,
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2 eine schematische Darstellung eines Innenbetätigungselements, und
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3 und 4 ein schematisches Flussdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Öffnen einer Schlossvorrichtung,
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Wie aus 1 ersichtlich ist, weist eine Schlossvorrichtung 1 für eine Fahrzeugtür eine Zwei-Hub-Mechanik 18 auf, welche eine Entriegelungsmechanik 18.1 und eine Öffnungsmechanik 18.2 umfasst. Hierbei ist die Entriegelungsmechanik 18.1 durch eine einmalige vollständige manuelle Betätigung eines Innenbetätigungselements 12 in einen entriegelten Zustand überführbar, und die Öffnungsmechanik 18.2 ist durch eine zweimalige vollständige manuelle Betätigung des Innenbetätigungselements 12 in einen geöffneten Zustand überführbar. Hierbei ist die Schlossvorsichtung 1 in der Art aufgebaut, dass bei einer ersten manuellen Betätigung des Innenbetätigungselements 12 die Entriegelungsmechanik 18.1 über eine mechanische und/oder pneumatische Wirkverbindung 13.1 in den entriegelten Zustand überführt wird, und bei einer anschließend erfolgenden zweiten manuellen Betätigung des Innenbetätigungselements 12 die Öffnungsmechanik 18.2 über eine weitere mechanische und/oder pneumatische Wirkverbindung 13.2 in den geöffneten Zustand überführt wird.
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Um eine Schlossvorrichtung 1 für eine Fahrzeugtür zu schaffen, welche Schlossvarianten reduziert, um eine Kostenoptimierung durch eine Vereinheitlichung der Schlossvorrichtungen und/oder durch eine Vermeidung eines Falschverbaus der unterschiedlichen Schlossvorrichtungen zu erzielen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass eine einstellbare Betätigungsanzahl des Innenbetätigungselements 12 festlegbar ist. Hierbei gibt eine Auswerte- und Steuereinheit 14 mindestens ein Steuersignal 19.2 an mindestens einen Antrieb 16 aus, wenn die Anzahl der Betätigungen des Innenbetätigungselements 12 der eingestellten Betätigungsanzahl und/oder einem Vielfachen der eingestellten Betätigungsanzahl entspricht.
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Wie aus 1 weiter ersichtlich ist, empfängt der Antrieb 16 das von der Auswerte- und Steuereinheit 14 ausgegebene Steuersignal 19.2 und überführt über mindestens eine elektrische und/oder pneumatische Wirkverbindung 19.3, 19.4, die Entriegelungsmechanik 18.1 in den entriegelten Zustand und die Öffnungsmechanik 18.2 in den geöffneten Zustand, wobei zuerst die Entriegelungsmechanik 18.1 in den entriegelten Zustand überführt wird, und dann die Öffnungsmechanik 18.2 in den geöffneten Zustand überführt wird. Im dargestellten Ausführungsbeispiel betätigt der Antrieb 16 die Entriegelungsmechanik 18.1 über eine erste Wirkverbindung 19.3 und die Öffnungsmechanik 18.2 über eine zweite Wirkverbindung 19.4.
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In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Schlossvorrichtung 1 einen Antrieb auf, welcher zwei verschiedene Steuersignale von einer Auswerte- und Steuereinheit empfängt. Hierbei überführt der Antrieb bei Empfang eines ersten Steuersignals nur eine Entriegelungsmechanik in den entriegelten Zustand, und bei Empfang eines zweiten Steuersignals überführt der Antrieb nur eine Öffnungsmechanik in den geöffneten Zustand.
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In einem weiteren nicht dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Schlossvorrichtung 1 zwei Antriebe auf, welche jeweils ein Steuersignal von einer Auswerte- und Steuereinheit empfangen, wobei ein erster Antrieb nur eine Entriegelungsmechanik in den entriegelten Zustand überführt, und ein zweiter Antrieb nur eine Öffnungsmechanik in den geöffneten Zustand überführt.
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Wie aus 2 weiter ersichtlich ist, ist eine vollständige manuelle Betätigung des beweglich gelagerten Innenbetätigungselements 12 als eine Bewegung von einer Ausgangsposition SA in eine Endposition SE definiert. Die Auswerte- und Steuereinheit 14 registriert eine manuelle Betätigung des Innenbetätigungselements 12, wenn das Innenbetätigungselement 12 ausgehend von der Ausgangsposition SA eine erste Zwischenposition S1 erreicht, welche zwischen der Ausgangsposition SA der Endposition SE angeordnet ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird von einer Drehbewegung des Innenbetätigungselements 12 um eine Drehachse D ausgegangen, wobei die Ausgangsposition SA, die erste Zwischenposition S1 und die Endposition SE als entsprechende Drehstellungen des Innenbetätigungselements 12 vorgegeben sind. 2 zeigt das Innenbetätigungselement 12 in der Ausgangsposition SA, wobei die erste Zwischenposition S1 und die Endposition SE jeweils durch eine gestrichelte Darstellung des Innenbetätigungselements 12 angedeutet werden.
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Wie aus 1 und 2 weiter ersichtlich ist, erkennt die Auswerte- und Steuereinheit 14 über einen Betätigungssensor 12.1 das Erreichen der Zwischenposition S1 des Innenbetätigungselements 12. Dieser Betätigungssensor 12.1 kann vorzugsweise als Mikroschalter ausgeführt werden.
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Wie aus 1 weiter ersichtlich ist, umfasst die Auswerte- und Steuereinheit 14 ein Zählermodul 14.1, welches ein zählbares Sensorsignal 19.1 von dem Betätigungssensor 12.1 empfängt, wobei die Auswerte- und Steuereinheit 14 die erfasste Anzahl der Betätigungen mit der vorgegebenen Betätigungsanzahl vergleicht. Zur Umsetzung einer Ein-Hub-Aktivierung der Schlossvorrichtung 1 ist die Betätigungsanzahl als „1” vorgegeben.
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Das bedeutet, dass die Auswerte- und Steuereinheit 14 im dargestellten Ausführungsbeispiel das Steuersignal 19.2 nach einer erkannten einmaligen Betätigung des Innenbetätigungselements 12 erzeugt, so dass sowohl die Entriegelungsmechanik 18.1 als auch die Öffnungsmechanik 18.2 durch die einmalige Betätigung des Innenbetätigungselements 12 betätigt bzw. aktiviert wird. Das bedeutet, dass erst die Entriegelungsmechanik 18.1 in den entriegelten Zustand überführt wird, und dann die Öffnungsmechanik 18.2 in den geöffneten Zustand überführt wird. Dadurch kann die Zwei-Hub-Mechanik 18 der erfindungsgemäßen Schlossvorrichtung 1 mittels des überlagerten Antriebs 16 durch eine einmalige Betätigung des Innenbetätigungselements 12 entriegelt und geöffnet werden.
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Zur Umsetzung einer Zwei-Hub-Aktivierung der Schlossvorrichtung 1 ist die Betätigungsanzahl als „2” vorgegeben. Das bedeutet, dass die Auswerte- und Steuereinheit 14 das Steuersignal 19.2 im dargestellten Ausführungsbeispiel nach einer erkannten zweimaligen Betätigung des Innenbetätigungselements 12 erzeugt, so dass sowohl die Entriegelungsmechanik 18.1 als auch die Öffnungsmechanik 18.2 betätigt bzw. aktiviert wird. Das bedeutet, dass erst die Entriegelungsmechanik 18.1 in den entriegelten Zustand überführt wird, und dann die Öffnungsmechanik 18.2 in den geöffneten Zustand überführt wird.
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In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel kann eine zentrale Steuerung aller vorhandenen Schlossvorrichtungen 1 in einem Fahrzeug vorgesehen werden, welche die anderen Schlossvorrichtungen entriegelt, wenn die Schlossvorrichtung 1 von innen entriegelt und geöffnet wird.
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Wie aus 3 und 4 ersichtlich ist, wird in einem Verfahrensschritt S10.1 eine Ein-Hub-Aktivierung der Schlossvorrichtung 1 umgesetzt, in dem die Betätigungsanzahl als „1” vorgegeben wird. Alternativ wird in einem Verfahrensschritt S10.2 eine Zwei-Hub-Aktivierung der Schlossvorrichtung 1 umgesetzt, in dem die Betätigungsanzahl als „2” vorgegeben wird. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird im Verfahrensschritt S20 das Zählermodul 14.1 auf „0” zurückgesetzt. Im Verfahrensschritt S30 wird überprüft, ob das Innenbetätigungselement 12 aus seiner Ausgangsposition SA ausgelenkt wird. Im Verfahrensschritt S40 wird überprüft, ob das Innenbetätigungselement 12 die erste Zwischenposition S1 erreicht hat. Wird ein Erreichen und/oder ein Überschreiten der ersten Zwischenposition S1 vom Betätigungssensor 12.1 registriert, dann wird im Schritt S50 ein Sensorsignal 19.1 an die Auswerte- und Steuereinheit 14 übermittelt. Der Zählerstand des Zählermoduls 14.1 wird im Schritt S60 in Reaktion auf das empfangene Sensorsignals 19.1 um eins erhöht. In einem Verfahrensschritt S70 wird überprüft, ob die Anzahl der registrierten Betätigungen des Innenbetätigungselements 12 der eingestellten Betätigungsanzahl und/oder einem Vielfachen der eingestellten Betätigungsanzahl entspricht. Ist die eingestellte Betätigungsanzahl erreicht, wird im Verfahrensschritt S80 mindestens ein Steuersignal 19.2 an mindestens einen Antrieb 16 ausgegeben, wobei der mindestens eine Antrieb 16 in Reaktion auf das mindestens eine Steuersignal 19.2 im Schritt S90 die Entriegelungsmechanik 18.1 über eine elektrische und/oder eine pneumatische Wirkverbindung 19.3 in den entriegelten Zustand überführt, und dann im Schritt S100 die Öffnungsmechanik 18.2 über eine weitere elektrische und/oder pneumatische Wirkverbindung 19.4 in den geöffneten Zustand überführt.
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Parallel zu den Verfahrensschritten S50 bis S100 kann das Innenbetätigungselement 12 weiter in Richtung Endposition SE bewegt werden. Diese parallele manuelle Betätigung ist in 3 und 4 gestrichelt dargestellt. Im Schritt S110 wird erkannt, wenn das Innenbetätigungselement 12 die Endposition SE erreicht. Wird das Innenbetätigungselement 12 nicht bis zur Endposition SE bewegt, dann endet die parallele manuelle Betätigung. Wird das Innenbetätigungselement 12 weiter bis zur Endposition SE bewegt, dann wird im Schritt S120 der Zustand der Entriegelungsmechanik überprüft. Für den Fall, dass sich die Entriegelungsmechanik 18.1 bei Erreichen der Endposition SE des Innenbetätigungselements 12 nicht im entriegelten Zustand befindet, wird die Entriegelungsmechanik 18.1 im Schritt S130 über die pneumatische und/oder mechanische Wirkverbindung 13.1 in den entriegelten Zustand überführt. Dieser Fall kann eintreten, wenn die Zeitspanne zur Erzeugung und Übermittlung der Sensorsignale 19.1 des Betätigungssensors 12.1 und/oder der Steuersignale 19.2 der Auswerte- und Steuereinheit 14 größer ist als die Zeitspanne zur Betätigung des Innenbetätigungselements 12 von der ersten Zwischenposition S1 bis zur Endposition SE. Anschließend kehrt das Verfahren zum Schritt S30 zurück, um eine erneute manuelle Betätigung des lnnenbetätigungselements 12 erkennen zu können. Befindet sich die Entriegelungsmechanik 18.1 im entriegelten Zustand, dann wird beim Erreichen der Endposition SE des Innenbetätigungselements 12 im Verfahrensschritt S140 die Öffnungsmechanik 18.2 über die zweite pneumatische und/oder mechanische Wirkverbindung 13.2 in den geöffneten Zustand überführt. Auf diese Weise kann ein rein auf der Zwei-Hub-Mechanik 18 basierender manueller Notbetrieb für den Fall realisiert werden, dass die Sensorsignale 19.1 des Betätigungssensors 12.1 und/oder die Steuersignale 19.2 der Auswerte- und Steuereinheit 14 nicht übermittelt und/oder empfangen und/oder gesendet werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Schlossvorrichtung
- 12
- Innenbetätigungselement
- 12.1
- Betätigungssensor
- 13.1
- erste mechanische/manuelle Wirkverbindung
- 13.2
- zweite mechanische/manuelle Wirkverbindung
- 14
- Auswerte- und Steuereinheit
- 14.1
- Zählermodul
- 16
- Antrieb
- 18
- Zwei-Hub-Mechanik
- 18.1
- Entriegelungsmechanik
- 18.2
- Öffnungsmechanik
- 19.1
- Sensorsignal
- 19.2
- Steuersignal
- 19.3
- erste elektrische/pneumatische Wirkverbindung
- 19.4
- zweite elektrische/pneumatische Wirkverbindung
- D
- Drehachse
- SA
- Ausgangsposition
- S1
- erste Zwischenposition
- SE
- Endposition
- S10 bis S140
- Verfahrensschritt