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Die Erfindung betrifft eine Wärmebildkamera.
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Es ist bekannt, mit Wärmebildkameras IR-Bilder aufzunehmen. Hierbei wird das IR-Bild erstellt, indem das Ausgangssignal eines IR-Strahlungsdetektors ausgewertet und verarbeitet wird.
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Auf dem Weg zum vollständig aufbereiteten IR-Bild durchläuft das IR-Bild unterschiedliche Verarbeitungsstufen. Das IR-Bild kann somit aus den Rohdaten des IR-Strahlungsdetektors, aus Offsetkorrigierten Daten des Ausgangssignals oder aus radiometrischen Daten bestehen, wobei die radiometrischen Daten eine visuelle Erfassung des Messergebnisses ermöglichen.
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Zur visuellen Darstellung ist es üblich, dass das Messergebnis in Falschfarben-Darstellung wiedergegeben wird. Hierzu wird eine Farbpalette verwendet, welche die Umsetzung von den Temperaturmesswerten oder den entsprechenden RAW-Werten/Rohdaten in einfach visuell zu erfassende Farbwerte ermöglicht.
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Hierbei enthält die Farbpalette eine tabellenartige oder formelartige Zuordnungsvorschrift, welche eine eindimensionale Kurve in einem Farbmodell oder Farbraum beschreibt. Mit dieser Zuordnungsvorschrift ist eine Umsetzung der Temperaturwerte in Farbwerte möglich.
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Allerdings bedarf die Farbpalette einer Anpassung ihres Wertebereichs, wenn das aufgenommene IR-Bild einen ungewöhnlich großen oder einen ungewöhnlich kleinen Kontrast zwischen den Temperaturwerten aufweist. Dies kann beispielsweise dadurch entstehen, dass ein außergewöhnlich heißes oder außergewöhnlich kaltes Objekt vor einem wesentlich kühleren beziehungsweise wesentlich wärmeren Hintergrund aufgenommen wird.
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Bei der Auswahl der verwendeten Palette muss der Nutzer daher einen Kompromiss finden, welcher für alle Bildbereiche des aufgenommenen IR-Bildes den Bedürfnissen entspricht.
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Bei der Auswertung der aufbereiteten IR-Bilder ist es zudem üblich geworden, spezielle Analyseverfahren auf das IR-Bild anzuwenden. Beispiel für derartige Analyseverfahren sind die Ermittlung eines minimalen Temperaturwertes, die Ermittlung eines maximalen Temperaturwertes, die Ermittlung eines mittleren Temperaturwertes, die Ermittlung einer Streuung der Temperaturwerte und andere Verfahren, die im Ergebnis Informationen zur statistischen Bewertung des aufgenommenen IR-Bildes enthalten oder bereitstellen.
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Schließlich ist es für die Berechnung realistischer Temperaturwerte dringend erforderlich, dass strahlungsphysikalische Eigenschaften der aufgenommenen Szene, insbesondere Emissionsgradwerte, Reflexionsgradwerte oder Transmissionsgradwerte bekannt sind.
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Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Bildanalyse und/oder Bildbearbeitung eines IR-Bildes mit einer Wärmebildkamera.
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Derartige Verfahren sind von der bereits erwähnten Aufbereitung des IR-Bildes bekannt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Gebrauchseigenschaften einer Wärmebildkamera zu verbessern.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß bei einer Wärmebildkamera vorgesehen, dass ein Auswahlmittel ausgebildet ist, welches zur Auswahl wenigstens eines Bildbereiches in einem mit der Wärmebildkamera aufgenommenen IR-Bild eingerichtet ist, und dass eine Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ausgebildet ist, welche zur Ausführung wenigstens eines Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschrittes für den ausgewählten wenigstens einen Bildbereich eingerichtet ist. Von Vorteil ist dabei, dass ein oder mehrere Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritte für den ausgewählten wenigstens einen Bildbereich individuell ausführbar sind, so dass ein IR-Bild einer Szene mit unterschiedlichen Objekten intelligent und inhaltsbezogen weiterverarbeitet werden kann. Vorzugsweise ist der ausgewählte Bereich kleiner als das IR-Bild oder sogar kleiner als die Hälfte oder ein Viertel des IR-Bildes.
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Besonders günstig ist es dabei, wenn das Auswahlmittel so eingerichtet ist, dass wenigstens zwei oder mehrere Bildbereiche in einem einzelnen IR-Bild parallel zueinander und unabhängig voneinander auswählbar sind. Dies hat den Vorteil, dass für die unterschiedlichen ausgewählten Bildbereiche jeweils individuelle Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritte ausführbar sind.
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Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das Auswahlmittel zur manuellen Auswahl eingerichtet ist. Hierzu kann in der Wärmebildkamera eine Anzahl geometrischer Formen für geschlossene Konturen hinterlegt sein, welche zur Auswahl des wenigstens einen Bildbereichs angewählt und auf die gewünschte Größe im IR-Bild justiert werden können. Vorzugsweise umfassen die geometrischen Formen zumindest Rechtecke, so dass eine Auswahl rechteckiger Bildbereiche einfach ermöglicht ist. Nach Auswahl einer rechteckigen Grundform können beispielsweise zwei diagonal einander gegenüberliegende Ecken zur Auswahl des Bildbereichs im IR-Bild festgelegt werden, beispielsweise mit einem berührempfindlichen Display oder mit Bedienhebeln.
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Es kann auch vorgesehen sein, dass das Auswahlmittel ein Segmentierungsmittel zur automatisierten Auswahl des wenigstens einen Bildbereichs umfasst. Von Vorteil ist dabei, dass der auszuwählende Bildbereich automatisch optimal auf ein betrachtetes Objekt abstimmbar ist, so dass der Nutzer eine Auswahl mit wenigen Bedienschritten treffen kann.
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Besonders günstig ist es, wenn die geometrische Form des Randes des Bildbereichs zunächst vorgegeben oder ausgewählt wird und dass im Anschluss die Größe des Bildbereichs durch Skalierung und/oder Verzerrung automatisch oder manuell auf ein Objekt angepasst wird.
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Zur Ausführung eines gewünschten Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschrittes kann vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Einstellmittel zur Einstellung einer Farb- und/oder Grauwertpalette für eine vorzugsweise von dem übrigen IR-Bild unabhängige Falschfarbendarstellung des Bildbereichs umfasst. Von Vorteil ist dabei, dass auf diese Weise Details in Objekten, welche gegenüber der Umgebung an sich eine hohe Temperatur haben, dennoch gut visuell darstellbar sind.
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Es kann auch vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Eingabemittel zur Eingabe wenigstens eines bildbereichsbezogenen Parameters, insbesondere zur Eingabe wenigstens eines Emissions- und/oder Transmissions- und/oder Reflexionsgradwertes, oder eines den Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritt definierenden Parameters umfasst. Von Vorteil ist dabei, dass die Radiometrie durch individuelle Reflektionstemperaturkoeffizienten RTC und/oder individuelle Emissionsgradwerte oder -koeffizienten ε genauer durchführbar ist. Hierzu ist das Auswahlmittel zur Unterteilung des IR-Bildes in mehrere Bildbereiche eingerichtet, wobei die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit zur Ausführung wenigstens eines individuellen, bildbereichsbezogenen Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschrittes für die einzelnen Bildbereiche der Unterteilung des IR-Bildes eingerichtet ist.
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Es kann auch vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Auswertemittel umfasst, welches zur Erkennung der Veränderung der Bildposition des Bildbereiches zwischen zwei IR-Bildern eingerichtet ist. Von Vorteil ist dabei, dass auf diese Weise eine Bewegung der Wärmebildkamera relativ zu der aufzunehmenden Szene und/oder eine Bewegung von Objekten in der Szene berücksichtigt werden kann oder berücksichtigbar ist. Beispielsweise kann dies erreicht werden, indem für den jeweils ausgewählten Bildbereich eine Kreuzkorrelation berechnet wird oder indem an dem IR-Bild eine Merkmalsanalyse durchgeführt wird, wobei die extrahierten Merkmale mit den Merkmalen im ausgewählten Bildbereich verglichen werden.
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Es kann auch vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Prüfmittel umfasst, welches zur Erkennung von Überlappungen des Bildbereichs mit einem Vorgabebereich oder einem weiteren Bildbereich in dem IR-Bild eingerichtet ist. Auf diese Weise können sich bewegende Objekte darauf überwacht werden, dass sie beispielsweise einen vorgeschriebenen Mindestabstand zueinander einhalten. Wird eine Überlappung erkannt, kann automatisch ein Hinweissignal erzeugt werden.
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Es kann auch vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Einstellmittel umfasst, welches zur vorzugsweise von dem übrigen IR-Bild unabhängigen Einstellung eines Bildvergrößerungsfaktors für eine Darstellung des wenigstens einen Bildbereichs an einer Anzeigeeinheit der Wärmebildkamera eingerichtet ist. Von Vorteil ist dabei, dass Einzelheiten des IR-Bildes, welche für den Nutzer besonders interessant sind, gegenüber dem übrigen Bildinhalt des IR-Bildes vergrößert darstellbar sind.
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Es kann auch vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Einstellmittel umfasst, welches zur von dem übrigen IR-Bild unabhängigen Einstellung eines Bildkontrastfaktors für eine Darstellung des wenigstens einen Bildbereichs an einer Anzeigeeinheit der Wärmebildkamera eingerichtet ist. Von Vorteil ist dabei, dass für unterschiedliche Bildbereiche unterschiedliche Bildkontrastfaktoren einstellbar sind, so dass Details in einer gegenüber der Umgebung nahezu homogenen Temperaturfläche darstellbar sind.
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Es kann auch vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Einstellmittel umfasst, welches zur vorzugsweise von dem übrigen IR-Bild unabhängigen Einstellung eines Bildschärfefaktors für eine Darstellung des wenigstens einen Bildbereichs an einer Anzeigeeinheit der Wärmebildkamera eingerichtet ist. Von Vorteil ist dabei, dass die Informationsmenge in uninteressanten Bildbereichen reduziert werden kann, ohne dass möglicherweise wichtige Informationen in interessanten Bildbereichen verloren gehen.
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Bei einer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Einstellmittel umfasst, welches zur vorzugsweise von dem übrigen IR-Bild unabhängigen Einstellung eines Bildweichzeichnungsfaktors für eine Darstellung des wenigstens einen Bildbereichs an einer Anzeigeeinheit der Wärmebildkamera eingerichtet ist. Von Vorteil ist dabei, dass auf diese Weise interessante Bildbereiche gegenüber dem Rest des IR-Bildes grafisch automatisch hervorhebbar sind.
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Es kann vorgesehen sein, dass die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ein Analysemittel umfasst, welches zur Bestimmung wenigstens eines Mittelwertes, Maximalwertes, Minimalwertes und/oder Varianzwertes der Temperatur für den wenigstens einen Bildbereich eingerichtet ist. Es kann auch vorgesehen sein, dass weitere Zahlenwerte für eine statistische Bewertung des Bildbereichs mit dem Analysemittel berechnet oder ermittelt werden. Von Vorteil ist dabei, dass auf diese Weise aus der visuellen Darstellung des radiometrischen Bildes Zahlenwerte zur numerischen Weiterverarbeitung ableitbar sind. Besonders günstig ist es, wenn die Analysemittel zur Ausführung bildbereichsbezogener Analyseverfahren ausgebildet und eingerichtet sind, welche in vordefinierter Weise gewünschte Zahlenwerte aus dem IR-Bild ableiten. Somit können auf einfache Weise für die unterschiedlichen Bildbereiche unterschiedliche, vorzugsweise voreingestellte, Analyseverfahren ausgeführt werden.
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Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Auswahlmittel zur manuellen Auswahl Bedienelemente umfasst. Diese Bedienelemente können auch durch ein berührempfindliches Display bereitgestellt sein.
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Das Segmentierungsmittel, das Auswertemittel, das Prüfmittel und/oder das Analysemittel können bei erfindungsgemäßen Ausgestaltungen durch geeignete Programmierung in der Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit ausgebildet und eingerichtet sein.
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Die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit kann in einer Datenverarbeitungseinheit realisiert sein.
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Das Einstellmittel und/oder das Eingabemittel kann/können Bedienelemente zur manuellen Bedienung, beispielsweise Bedienknöpfe, Bedienhebel oder auch ein berührempfindliches Display, aufweisen.
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Zur Lösung der Aufgabe ist bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass das IR-Bild mit der Wärmebildkamera aufgenommen wird, dass in dem IR-Bild wenigstens ein Bildbereich mit einem Auswahlmittel der Wärmebildkamera ausgewählt wird und dass für den wenigstens einen Bildbereich in einer Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit der Wärmebildkamera wenigstens ein Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritt ausgeführt wird. Von Vorteil ist dabei, dass die Weiterverarbeitung und Aufbereitung eines aufgenommenen IR-Bildes auf den Bildinhalt individuell abstimmbar ist, so dass eine intelligente Aufbereitung ermöglicht ist.
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Besonders günstig ist es dabei, wenn in dem erfindungsgemäßen Verfahren in einem IR-Bild mehrere Bildbereiche mit dem Auswahlmittel ausgewählt werden und für jeden der ausgewählten Bildbereiche ein individueller Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritt ausgeführt wird.
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Es kann hierzu vorgesehen sein, dass die Wärmebildkamera ein Optimierungswerkzeug aufweist, mit welchem die Größe und/oder Form des Bildbereichs optimal auf ein Objekt im IR-Bild abstimmbar ist.
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Besonders günstig ist es, wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine erfindungsgemäße Wärmebildkamera verwendet wird.
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Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben, ist jedoch nicht auf dieses Ausführungsbeispiel beschränkt. Weitere Ausführungsbeispiele ergeben sich durch Kombination einzelner oder mehrerer Merkmale der Schutzansprüche untereinander und/oder mit einzelnen oder mehreren Merkmalen des Ausführungsbeispiels.
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Es zeigt:
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1 in einer dreidimensionalen Schrägansicht von vorn eine erfindungsgemäße Wärmebildkamera,
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2 die Wärmebildkamera gemäß 1 in einer dreidimensionalen Schrägansicht von hinten,
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3 ein mit einer erfindungsgemäßen Wärmebildkamera aufgenommenes IR-Bild in stark vereinfachter, schematisierender Darstellung und
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4 eine stark vereinfachte, schematisierte Darstellung eines aufbereiteten IR-Bildes zur Erläuterung des Prinzips der Erfindung.
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1 und 2 zeigen dreidimensionale Ansichten einer im Ganzen mit 1 bezeichneten erfindungsgemäßen Wärmebildkamera.
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Die Wärmebildkamera 1 weist eine IR-Optik 2 auf, hinter der im Inneren der Wärmebildkamera 1 in an sich bekannter Weise ein IR-Strahlungsdetektor 3 angeordnet ist, mit welchem durch die IR-Optik 2 einfallende Wärmestrahlung in elektrische Messsignale eines Ausgangssignals umwandelbar sind.
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Die Wärmebildkamera 1 ist als Handgerät ausgebildet und weist einen Handgriff 4 auf.
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An der von der IR-Optik 2 abgewandten Rückseite 5 der Wärmebildkamera 1 ist eine Anzeigeeinheit 6 ausgebildet, mit welcher die mit der Wärmebildkamera 1 aufgenommenen IR-Bilder 8 – gegebenenfalls nach einer rechnerischen Aufbereitung – darstellbar sind.
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Im dargestellten Ausführungsbeispiel gemäß 1 und 2 ist die Anzeigeeinheit 6 als Display ausgebildet.
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An der Rückseite 5 ist weiter ein Auswahlmittel 7 in Form eines Steuerhebels oder Steuerknopfes angeordnet.
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Mit dem Auswahlmittel 7 kann ein Bildbereich 9 in dem IR-Bild 8 durch Festlegung der Bildbereichsgrenzen ausgewählt werden.
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Das in 2 beispielhaft zur Erläuterung dargestellte IR-Bild 8 ist in 4 vergrößert wiedergegeben.
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Im Inneren der Wärmebildkamera 1 ist in einer nicht weiter ersichtlichen Datenverarbeitungseinheit eine Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 ausgebildet und angeordnet, mit welcher eine vorgegebene Zahl und Abfolge von unterschiedlichen Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritten an dem IR-Bild 8 durchführbar sind.
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Die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 ist dabei so eingerichtet, dass die verfügbaren Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritte für den ausgewählten Bildbereich 9 oder die ausgewählten Bildbereiche individuell parametrierbar und ausführbar sind.
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Zusätzlich zu dem Auswahlmittel 7, mit welcher eine manuelle Auswahl der rechteckigen Bildbereiche 9 ermöglicht ist, ist in der Wärmebildkamera 1 ein Segmentierungsmittel 11 eingerichtet, mit welchem der Bildbereich 9 automatisiert, also rechnergestützt auswählbar ist.
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Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass mit einem Cursor 12 (vgl. 4) zunächst über das Auswahlmittel 7 ein Bildpunkt 13 in dem IR-Bild 8 angewählt wird, und dass das Segmentierungsmittel 11 anschließend automatisch den zugehörigen Bereich 9 festlegt.
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Zusätzlich kann die Anzeigeeinheit 6 als berührempfindliches Display ausgebildet sein, über welches die Bildbereiche 9 direkt auswählbar sind.
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3 zeigt in einer stark schematisierten Darstellung ein mit der Wärmebildkamera 1 aufgenommenes IR-Bild 14 vor Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
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Das IR-Bild 14 enthält eine Szene mit mehreren Objekten 15, 16, welche sich in ihren strahlungsphysikalischen Eigenschaften voneinander unterscheiden.
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So hat beispielsweise das Objekt 15 eine mittlere Temperatur, welche deutlich von der mittleren Temperatur der Objekte 16 abweicht.
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Zur radiometrischen Darstellung des IR-Bildes 14 ist in der Wärmebildkamera 1 eine Farb- und/oder Grauwertpalette 17 hinterlegt.
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Da die Objekte 15, 16 gemeinsam dargestellt sind, stellt die ausgewählte Farb- und/oder Grauwertpalette 17 einen Kompromiss dar, welcher es erlaubt, alle Objekte 15, 16 in einer gemeinsamen Falschfarbendarstellung wiederzugeben.
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Die Erfindung nutzt nun aber die Erkenntnis, dass es viel sinnvoller ist, die Objekte 16 getrennt von dem Objekt 15 zur radiometrischen Darstellung aufzubereiten.
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Daher kann der Benutzer mit dem Auswahlmittel 7 beziehungsweise in der beschriebenen Weise den Bildbereich 9 und einen weiteren Bildbereich 18 in dem IR-Bild 8 auswählen, wobei der Bildbereich 9 das Objekt 15 und der Bildbereich 18 die Objekte 16 enthält.
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Hierbei ist voreingestellt, dass die Bildbereiche 9, 18 jeweils eine Rechteckform aufweisen, deren Größe jeweils an die Objekte 15, 16 angepasst wird oder ist.
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An der Rückseite 5 der Wärmebildkamera ist ein Einstellmittel 19 in Form eines Bedienknopfes oder Bedienhebels oder in Form eine berührempfindlichen Displays an der Anzeigeeinheit 6 bereitgestellt, über welches der Nutzer die Farb- und/oder Grauwertpalette 20, 21 separat einstellen kann, die für die Bildbereiche 9, 18 jeweils zur Falschfarbendarstellung gültig sein soll.
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Für die übrigen Bildbereiche des IR-Bildes 8 behält die Farb- und/oder Grauwertpalette 17 weiterhin Gültigkeit.
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Die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 ist so eingerichtet, dass nach Festlegung der Farb- und/oder Grauwertpaletten 17, 20, 21 das IR-Bild 8 so umgewandelt wird, dass in den einzelnen Bereichen 9, 18 die jeweils gültigen Farb- und/oder Grauwertpaletten 17, 20 21 angewendet werden, um aus den Messwerten des Ausgangssignals des IR-Strahlungsdetektors 3 eine radiometrische Wiedergabe des IR-Bildes 8 zu erzeugen.
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Über Eingabemittel 22 an der Rückseite 5 der Wärmebildkamera 1 beziehungsweise über das berührempfindliche Display der Anzeigeeinheit 6 können außerdem die jeweils für die Bereiche 9, 18 und deren Komplement im IR-Bild 8 gültigen bildbereichsbezogenen Parameter eingegeben werden. Diese Parameter können beispielsweise Emissionsgradwerte und/oder Reflexionsgradwerte darstellen, mit welchen aus dem Ausgangssignal der den Bildbereichen 9, 18 zugeordneten Pixel des IR-Strahlungsdetektors 3 jeweils eine korrekte Temperatur mit der Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 berechnet werden kann. Die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 ist daher so eingerichtet, dass sie für die Ausführung der vorgesehenen Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritte eine Reihe von Parametern bereithält, die hier für jeden ausgewählten Bildbereich 9, 18 getrennt voneinander individuell vorgegeben und angepasst werden können.
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Wird mit der Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 eine Video-Sequenz von IR-Bildern 8, 14 verarbeitet, so kann durch Vergleich zwischen den aufgenommenen IR-Bildern 8, 14 ermittelt werden, ob und um welchen Vektor sich die Objekte 15, 16 in Bezug auf das IR-Bild 8, 14 und/oder relativ zueinander bewegt haben.
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Die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit umfasst hierzu ein Auswertemittel 23, mit welchem die Bildposition der Bildbereiche 9, 18 so in dem IR-Bild 8 verändert werden kann, dass die Objekte 15, 16 ihre Relativpositionen in den Bildbereichen 9, 18 beibehalten.
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Mit einem in der Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 ausgebildeten Prüfmittel 24 kann nun geprüft werden, ob die so veränderten oder verschobenen Bildbereiche 9, 18 kollidieren oder sich überlappen. Ist dies der Fall, so kann das Prüfmittel 24 ein Hinweissignal generieren, welches eine Annäherung des Objekts 15 an die Objekte 16 anzeigt.
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Um Einzelheiten in dem Objekt 15 besser wahrnehmen zu können, kann der Benutzer für den ausgewählten Bildbereich 9 einen anderen Bildvergrößerungsfaktor vorgeben, als für den Bildbereich 18. Die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 berechnet nach Justierung oder Vorgabe der Bildvergrößerungsfaktoren des IR-Bild 8 erneut, wobei nun das Objekt 15 gegenüber den Objekten 16 unnatürlich vergrößert ist.
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Auf diese Weise können auch Bildkontrastfaktoren, Bildschärfefaktoren und/oder Bildweichzeichnungsfaktoren und/oder weitere Faktoren, welche die Darstellungsform charakterisieren, festgelegt und verändert werden.
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Zur Gewinnung von Temperaturwerten aus dem IR-Bild 8 kann der Benutzer für die ausgewählten Bildbereiche 9, 18 jeweils eine Abfolge von Analyseschritten festlegen, die nach Festlegung in der Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 für die einzelnen Bildbereiche 9, 18 individuell ausgeführt wird.
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Diese Analyseschritte können beispielsweise die Bestimmung wenigstens eines Mittelwertes, Maximalwertes, Minimalwertes und/oder Varianzwertes der Temperatur und/oder eines Temperaturwertes an der Position des Cursors 12 für den jeweiligen Bildbereich 9, 18 umfassen.
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Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind nur zwei Bildbereiche 9, 18 dargestellt, es kann jedoch eine beliebig wählbaren Anzahl von Bildbereichen ausgewählt und verwendet werden.
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Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das IR-Bild 14 zur Aufbereitung automatisch in Bildbereiche (vollständig) unterteilt wird, beispielsweise in Bildbereiche in einer Gitteranordnung, wobei für die einzelnen Bildbereiche in der Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 jeweils automatisch optimale Parameter und/oder Analyseschritte ermittelt und vorgeschlagen werden, welche anschließend als Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritte für die einzelnen Bereiche individuell ausgeführt werden.
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Die beschriebene Wärmebildkamera 1 ist somit zur erfindungsgemäßen Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitung eines IR-Bildes 8, 14 eingerichtet, bei welcher in dem IR-Bild 8, 9, welches zuvor mit der Wärmebildkamera 1 aufgenommen wurde, eine gewünschte Anzahl von Bildbereichen 9, 18 durch entsprechende Vorgabe ausgewählt wird, wobei die Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 so eingerichtet ist, dass für jeden ausgewählten Bildbereich 9, 18 getrennt Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritte ausgeführt werden können.
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Bei der Wärmebildkamera 1 ist somit ein Auswahlmittel 7 ausgebildet, mit welchem in einem aufgenommenen IR-Bild 8, 14 eine gewünschte Anzahl von Bildbereichen 9, 18 auswählbar ist, wobei eine Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungseinheit 10 derart programmtechnisch eingerichtet ist, dass für jeden ausgewählten Bildbereich 9, 18 eine individuell vorgegebene Abfolge von Bildanalyse- und/oder Bildbearbeitungsschritten ausführbar ist und ausgeführt werden.