DE102011089075A1 - Achsfederung - Google Patents
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Abstract
Achsfederung für ein Fahrzeug (10) mit einem Fahrzeugaufbau (12), umfassend einen Achskörper (16), mindestens einen Längslenker (24), der den Achskörper (16) gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12) in einer Längsrichtung abstützt und mindestens einen Querlenker (60), der zur Abstützung des Achskörpers (16) gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12) in einer Querrichtung über eine Anlenkung (36) zumindest mittelbar gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12) um eine Drehachse (D1) drehbar gelagert ist und Federungsmittel (62), zur Abstützung des Achskörpers (16) gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12) überwiegend in einer vertikalen Richtung.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Achsfederung für ein Fahrzeug mit einem Fahrzeugaufbau, umfassend einen Achskörper, mindestens einen Längslenker, der den Achskörper gegenüber dem Fahrzeugaufbau in einer Längsrichtung abstützt und mindestens einen Querlenker, der zur Abstützung des Achskörpers gegenüber dem Fahrzeugaufbau in einer Querrichtung über eine Anlenkung zumindest mittelbar gegenüber dem Fahrzeugaufbau um eine Drehachse drehbar gelagert ist und Federungsmittel, zur Abstützung des Achskörpers gegenüber dem Fahrzeugaufbau überwiegend in einer vertikalen Richtung.
- Landwirtschaftliche und industrielle Fahrzeuge wie beispielsweise Ackerschlepper weisen häufig einen starren Achskörper an der Vorderachse auf, der lenkbare Räder trägt. Damit bei Bodenunebenheiten die Räder nicht ihren Bodenkontakt verlieren, ist der Achskörper pendelnd am Fahrzeugaufbau angebracht. Der Pendelwinkel wird begrenzt, damit der Achskörper und die Räder beim Pendeln nicht gegen andere Fahrzeugteile stoßen.
- Um die Fahrsicherheit und den Fahrkomfort von Arbeitsfahrzeugen bei Arbeitseinsätzen und insbesondere bei höheren Transportgeschwindigkeiten zu steigern, kann der Achskörper federnd am Fahrzeugaufbau aufgehängt werden, wie dies beispielsweise bei Schlepper der Serien 6000 und 7000 von John Deere als Ausstattungsoption erhältlich ist. Ein solches Federungssystem zeigt die
DE 196 43 263 A1 . Dieses Federungssystem ist aufgrund der durch die technische Komplexität bedingten Mehrkosten bei Schlepperbaureihen kleinerer Größen nur bedingt wirtschaftlich einsetzbar. - Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht hiervon ausgehend darin, eine Vorderachsfederung bereitzustellen, die bei kleineren Schlepperbaureihen wirtschaftlich einsetzbar ist.
- Die Aufgabe wird gelöst durch eine Achsfederung für ein Fahrzeug mit einem Fahrzeugaufbau, umfassend einen Achskörper, mindestens einen Längslenker, der den Achskörper gegenüber dem Fahrzeugaufbau in einer Längsrichtung abstützt und mindestens einen Querlenker, der zur Abstützung des Achskörpers gegenüber dem Fahrzeugaufbau in einer Querrichtung über eine Anlenkung zumindest mittelbar gegenüber dem Fahrzeugaufbau um eine Drehachse drehbar gelagert ist und Federungsmittel, zur Abstützung des Achskörpers gegenüber dem Fahrzeugaufbau überwiegend in einer vertikalen Richtung, wobei die Federungsmittel zwischen dem Fahrzeugaufbau und dem Querlenker angeordnet sind, um den Achskörper über den Querlenker gegenüber dem Fahrzeugaufbau abzustützen.
- Bei der vorliegenden Achsfederung, die beispielsweise an einer Vorderachse montiert ist, ist von Vorteil, dass bei einem bestehenden Federungssystem in einfacher und kostengünstiger Weise die erfindungsgemäße Anordnung der Federungsmittel vorgesehen werden kann. Gleichzeit werden erfindungsgemäß über den Querlenker, auch Panhardstab genannt, sowohl Querkräfte als auch vertikale Federungskräfte aufgenommen. Hierbei ist die Drehachse der Anlenkung an dem Fahrzeugaufbau parallel zu der Längsrichtung der Abstützung durch den Längslenker ausgerichtet, wobei die Längsrichtung als diejenige des Fahrzeugaufbaus beziehungsweise des Fahrzeugs zu verstehen ist. Die Anlenkung kann in bevorzugter Ausgestaltung als Kugellagerung oder als Gleitlagerung ausgebildet sein.
- Bevorzugt greifen die Federungsmittel in einem Bereich der Anlenkung an dem Querlenker an. Hierdurch steht die gesamte Länge des Querlenkers als Hebelarm für eine Beaufschlagung der Federungsmittel zur Verfügung.
- Bevorzugt sind die Federungsmittel überwiegend in Längsrichtung angeordnet. Hierdurch ist es möglich die Federungsmittel baulich mit dem Längslenker zu integrieren.
- Weiterhin ist bevorzugt, dass eine Längsrichtung der Federungsmittel und die Drehachse der Anlenkung des Querlenkers gegenüber dem Fahrzeugaufbau konzentrisch oder überwiegend konzentrisch zueinander angeordnet sind. Hierdurch können die Federungsmittel in vorteilhafter Weise derart gestaltet sein, dass sie gegen Verdrehung eine Rückstellkraft erzeugen.
- In konkreter Ausgestaltung umfassen die Federungsmittel zumindest einen Torsionsstab. Torsionsstäbe haben den Vorteil eines robusten Aufbaus und sind konstruktiv einfach darstellbar.
- In weiterer Konkretisierung ist der Querlenker über ein Pendellager zumindest mittelbar gegenüber dem Achskörper drehbar gelagert ist. Bevorzugt verläuft eine Pendelachse des Pendellagers in einer Mittelebene des Fahrzeugs in Längsrichtung. Hierdurch kann der Achskörper, welcher regelmäßig Teil einer Starrachsanordnung ist, gegenüber dem Fahrzeugaufbau pendeln, um in unebenem Gelände den Kontakt der an dem Achskörper befestigten Räder mit dem Boden zu verbessern.
- Bevorzugt sind zur Dämpfung einer Relativbewegung zwischen dem Achskörper und dem Fahrzeugaufbau Dämpfungsmittel vorgesehen sind. Hierdurch kann die Fahrstabilität insbesondere in höheren Geschwindigkeitsbereichen weiter erhöht werden. In vorteilhafter Weise können als Dämpfungsmittel handelsübliche Dämpfer beziehungsweise Normteile Verwendung finden.
- In weiterhin vorteilhafter Ausgestaltung sind die Federungsmittel mittels einer Verstellvorrichtung in zumindest zwei Umfangsstellungen gegenüber dem Fahrzeugaufbau arretierbar. Hiermit lässt sich mit günstigen Mitteln eine Niveauregulierung darstellen, um die Höhe des Fahrzeugsaufbaus bezüglich des Bodens an die im Betrieb schwankenden Achslasten anzupassen.
- In einer möglichen Ausgestaltung umfasst die Verstellvorrichtung einen Spindelantrieb. Dieser ist einfach darzustellen und robust im Betriebsverhalten.
- In einer ersten Variante handelt es sich um einen elektrischen Spindelantrieb. In einer zweiten Variante handelt es sich um einen hydraulischen Spindelantrieb.
- In weiterer bevorzugter Ausgestaltung sind zweite Federungsmittel zur Abstützung des Achskörpers gegenüber dem Fahrzeugaufbau vorgesehen, deren Kraftwirklinie überwiegend in einer vertikalen Richtung verläuft.
- Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Achsfederung wird anhand der Figuren beschrieben. Hierin zeigt
-
1 eine perspektivische Ansicht in explodierter Darstellung eines Fahrzeugs mit der erfindungsgemäßen Achsfederung und -
2 eine Schnittansicht im unteren Bereich des Fahrzeugaufbaus eines Schleppers mit der erfindungsgemäßen Achsfederung. - Die
1 zeigt ein Fahrzeug10 in Gestalt eines Ackerschleppers, dessen nicht näher dargestellte Antriebsaggregate wie Motor, Getriebe und dergleichen von einem Fahrzeugaufbau12 mit einem Fahrzeugrahmen13 getragen werden. Der vordere Bereich des Fahrzeugaufbaus12 stützt sich über den Fahrzeugrahmen13 auf einer Vorderachse14 ab, die als Starrachse ausgebildet ist und einen Achskörper16 aufweist. An den beiden äußeren Enden des Achskörpers16 befindet sich je ein Radkopf18 , der ein Vorderrad19 aufnehmen kann. Die Radköpfe18 sind auf zugehörigen Achsschenkeln gelagert und lassen sich in bekannter Weise durch Lenkzylinder20 und Lenkgestänge22 verschwenken. - An der Rückseite des Achskörpers
16 ist das vordere Ende eines Längslenkers24 angebracht. Die Richtungsangaben beziehen sich allesamt auf die Fahrtrichtung des Fahrzeugs10 . Das hintere Ende des Längslenkers24 ist über nicht näher dargestellte Verbindungsmittel, beispielsweise ein Kugelgelenk, über den Fahrzeugrahmen13 mit dem Fahrzeugaufbau12 verbunden. Diese nicht dargestellten Verbindungsmittel lassen ein Verschwenken des Längslenkers24 zusammen mit dem Achskörper16 nach oben und unten sowie zu den Seiten zu. Der Längslenker24 weist einen im Wesentlichen nach oben offenen U-förmigen Querschnitt auf, in dem sich in bekannter Weise eine Antriebswelle28 zum Antrieb eines nicht näher gezeigten Vorderachsdifferentials erstreckt. - Der mittlere Bereich des Achskörpers
16 trägt ein nach vorne vorstehendes Aufnahmeelement50 , welches zusammen mit dem dahinterliegenden aber nicht einzeln dargestellten Vorderachsdifferential und dem Achskörper16 aus einem Gussteil oder aus Einzelkomponenten zusammengesetzt bestehen kann. Das Aufnahmeelement50 bildet in einem mittigen, oberen Bereich ein Pendellager54 mit einer Pendelachse P aus. Die Pendelachse P verläuft mittig in Fahrzeugrichtung und liegt oberhalb einer Mittellinie des Achskörpers16 , die die Drehachse D2 der Vorderräder19 repräsentieren soll. - Im vorderen Bereich des Fahrzeugaufbaus
12 ist ein seitlich zeigender Aufnahmeschenkel32 angeordnet. Der Aufnahmeschenkel32 weist eine Anlenkbohrung36 auf. An dem Pendellager54 einerseits und an der Anlenkbohrung36 andererseits ist ein Querlenker60 , auch Panhardstab genannt, angelenkt, der im Wesentlichen horizontal und quer zur Längsrichtung ausgerichtet ist. Der Querlenker60 dient der seitlichen Abstützung des Achskörpers16 gegenüber dem Fahrzeugaufbau12 und ist über die Anlenkbohrung36 um eine Drehachse D1 schwenkbar. - Ausgehend von dem Querlenker
60 verlaufen Federungsmittel62 in Form eines Torsionsstabes in Längsrichtung und parallel zu dem Längslenker24 zu einem Aufnahmeelement64 , welches in einem Bereich an dem Fahrzeugrahmen13 befestigt ist, in dem der Längslenker24 an dem Fahrzeugrahmen13 befestigt ist. Die Federungsmittel62 sind über bekannte Mittel, beispielsweise Längsverzahnungen, sowohl in dem Querlenker62 als auch dem Aufnahmeelement64 drehfest gehalten. - In dem Aufnahmeelement
64 kann in nicht näher dargestellter Weise eine Verstellvorrichtung56 integriert sein, über die die Federungsmittel62 in zumindest zwei Umfangsstellungen gegenüber dem Fahrzeugrahmen13 arretierbar sind. Hierüber kann ein Niveauanpassung an unterschiedliche Gewichte der Schleppers10 erfolgen, beispielsweise wenn der Schlepper10 mit unterschiedlichen Frontgewichten oder einem Frontlader ausgerüstet wird. Hierbei kann die Verstellvorrichtung56 beispielsweise einen Spindelantrieb66 aufweisen, der elektrisch oder hydraulisch ausgeführt sein kann. - Weiterhin können zweite Federungsmittel
70 vorgesehen sein, die beispielsweise als Spiralfedern oder als hydraulische Federelemente ausgebildet sind und deren Kraftwirklinie überwiegend in vertikaler Richtung verläuft. - Bezugszeichenliste
-
- 10
- Fahrzeug
- 12
- Fahrzeugaufbau
- 13
- Fahrzeugrahmen
- 14
- Vorderachse
- 16
- Achskörper
- 18
- Radkopf
- 19
- Vorderrad
- 20
- Lenkzylinder
- 22
- Lenkgestänge
- 24
- Längslenker
- 28
- Antriebswelle
- 32
- Aufnahmeschenkel
- 36
- Anlenkbohrung
- 50
- Aufnahmeelement
- 54
- Pendellager
- 56
- Verstellvorrichtung
- 60
- Querlenker
- 62
- Federungsmittel
- 64
- Aufnahmeelement
- 66
- Spindelantrieb
- 68
- Dämpfungsmittel
- 70
- Federungsmittel
- D1, D2
- Drehachsen
- P
- Pendelachse
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- DE 19643263 A1 [0003]
Claims (11)
- Achsfederung für ein Fahrzeug (
10 ) mit einem Fahrzeugaufbau (12 ), umfassend einen Achskörper (16 ), mindestens einen Längslenker (24 ), der den Achskörper (16 ) gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12 ) in einer Längsrichtung abstützt und mindestens einen Querlenker (60 ), der zur Abstützung des Achskörpers (16 ) gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12 ) in einer Querrichtung über eine Anlenkung (36 ) zumindest mittelbar gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12 ) um eine Drehachse (D1) drehbar gelagert ist und Federungsmittel (62 ), zur Abstützung des Achskörpers (16 ) gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12 ) überwiegend in einer vertikalen Richtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Federungsmittel (62 ) zwischen dem Fahrzeugaufbau (12 ) und dem Querlenker (60 ) angeordnet sind, um den Achskörper (16 ) über den Querlenker (60 ) gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12 ) abzustützen. - Achsfederung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Federungsmittel (
62 ) in einem Bereich der Anlenkung (36 ) an dem Querlenker (60 ) angreifen. - Achsfederung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Federungsmittel (
62 ) überwiegend in Längsrichtung angeordnet sind. - Achsfederung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Längsrichtung der Federungsmittel (
62 ) und die Drehachse (D1) der Anlenkung (36 ) des Querlenkers (60 ) gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12 ) konzentrisch oder überwiegend konzentrisch zueinander angeordnet sind. - Achsfederung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Federungsmittel (
62 ) zumindest einen Torsionsstab umfassen. - Achsfederung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Querlenker (
60 ) über ein Pendellager (54 ) zumindest mittelbar gegenüber dem Achskörper (16 ) drehbar gelagert ist. - Achsfederung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Dämpfung einer Relativbewegung zwischen dem Achskörper (
16 ) und dem Fahrzeugaufbau (12 ) Dämpfungsmittel (68 ) vorgesehen sind. - Achsfederung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Federungsmittel (
62 ) mittels einer Verstellvorrichtung (56 ) in zumindest zwei Umfangsstellungen gegenüber dem Fahrzeugaufbau (12 ) arretierbar sind. - Achsfederung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellvorrichtung (
56 ) einen Spindelantrieb (66 ) umfasst. - Achsfederung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um einen elektrischen oder einen hydraulischen Spindelantrieb (
66 ) handelt. - Achsfederung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zweite Federungsmittel (
70 ) zur Abstützung des Achskörpers (16 ) gegenüber dem Fahrzeugaufbau vorgesehen sind, deren Kraftwirklinie überwiegend in einer vertikalen Richtung verläuft.
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