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Stand der Technik
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Es sind bereits Klebe- und/oder Fugengeräte zur Erzeugung einer Fuge, mit einer Gehäuseeinheit, welche zumindest einen Aufnahmebereich für eine Klebeund/oder Fugenmasse aufweist, und mit einer an der Gehäuseeinheit angeordneten Düse, bekannt.
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Offenbarung der Erfindung
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Die Erfindung geht aus von einem Klebe- und/oder Fugengeräte zur Erzeugung einer Fuge, mit einer Gehäuseeinheit, welche zumindest einen Aufnahmebereich für eine Klebe- und/oder Fugenmasse aufweist, und mit einer an der Gehäuseeinheit angeordneten Düse.
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Es wird vorgeschlagen, dass das Klebe- und/oder Fugengerät eine mit der Gehäuseeinheit gekoppelte Abzieheinheit mit zumindest einem Abziehelement aufweist, das dazu vorgesehen ist, eine zumindest teilweise konstante Form einer Fuge zu erzeugen und/oder überschüssige Klebe- und/oder Fugenmasse von der Fugen abzutragen. Unter einem „Klebe- und/oder Fugengerät“ soll insbesondere ein Arbeitsgerät zur Erzeugung einer Fuge verstanden werden, wie insbesondere eine Klebepistole und/oder eine Silikonpresse. Es sind jedoch auch andere, dem Fachmann als sinnvoll erscheinende Geräte zur Erzeugung einer Fuge denkbar. Ferner soll unter einer „Düse“ insbesondere ein Fortsatz verstanden werden, der zumindest teilweise gegenüber einem, in einer Richtung von dem Aufnahmebereich zu der Düse hin, vorgeschalteten Bauteil eine geringere Querschnittsfläche aufweist. Vorzugsweise verjüngt sich die Düse entlang ihrer Hauptausdehnung. Unter „gekoppelt“ soll insbesondere zumindest direkt oder indirekt mit etwas verbunden verstanden werden. Bevorzugt soll darunter insbesondere direkt oder indirekt an etwas befestigt verstanden werden. Dabei kann unter „befestigt“ sowohl lösbar als auch unlösbar befestigt verstanden werden. Unter einer „Abzieheinheit“ soll insbesondere eine Einheit verstanden werden, die zumindest dazu vorgesehen ist, Material, wie insbesondere überschüssiges Material, durch ein Darüberfahren abzutragen und zumindest teilweise mitzuführen, wie insbesondere durch ein Mitschieben.
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Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung kann vorteilhaft in einem Arbeitsschritt eine endgültige Fugenform erreicht werden. Ferner kann eine besonders kurze Fugenbearbeitungszeit realisiert werden. Zudem kann ein optimierter Materialverbrauch realisiert werden. Ein Bediener kann direkt eine Menge der abgetragenen, überflüssigen Klebe- und/oder Fugenmasse erkennen. Dadurch bekommt ein Bediener direkte Rückmeldung über den Materialverbrauch und kann den Materialverbauch anpassen und optimieren.
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Bevorzugt ist das Abziehelement austauschbar ausgeführt. Unter „austauschbar“ soll insbesondere lösbar, vorzugsweise werkzeuglos lösbar, und ersetzbar verstanden werden. Dadurch kann die Abzieheinheit verschiedenen Anwendungen, Orten, Materialien, insbesondere Klebe- und/oder Fugenmassen, und/oder Geometrien angepasst werden. Ferner kann die Flexibilität der Abzieheinheit erhöht werden. Besonders bevorzugt ist das Abziehelement als Einweg-Einsteckplättchen ausgeführt. Dadurch kann das Abziehelement nach Gebrauch einfach entsorgt werden.
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Ferner ist es auch denkbar, das Abziehelement drehbar auszuführen, dabei kann das Abziehelement in Umfangsrichtung unterschiedliche Geometrien aufweisen. Dadurch kann ein Bediener durch Drehen des Abziehelements eine gewünschte Geometrie auswählen.
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Bevorzugt weist die Abzieheinheit zumindest ein Gelenk, zur Einstellung eines Abstandes und/oder eines Winkels zwischen der Düse und dem Abziehelement, auf. Unter einem „Gelenk“ soll insbesondere ein Verbindungselement verstanden werden, das zumindest dazu vorgesehen ist die verbundenen Bauteile zumindest in eine Axial- und/oder in eine Umfangsrichtung beweglich, vorzugsweise feststellbar, zu lagern. Dadurch kann die Abzieheinheit vorteilhaft verschiedenen Anwendungen und/oder verschiedenen Arbeitsbereichen angepasst werden. Besonders bevorzugt ist das Gelenk in Raststufen arretierbar, um ein ungewolltes verstellen zu vermeiden. Dadurch kann besonders vorteilhaft ein gleichmäßiges Abziehen realisiert werden, selbst bei starker Druckausübung eines Bedieners.
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Ferner wäre es auch denkbar, die Abzieheinheit über das Gelenk gegenüber der Gehäuseeinheit und der Düse schwenkbar anzuordnen. Dadurch kann ein Abziehen auch über eine Ecke oder eine Kante hinweg realisiert werden. Dabei wäre es auch denkbar, den Schwenkmechanismus über eine Feder zu stützen. Dadurch kann das Abziehelement auch bei verschiedenen Lagen des Gehäuses und der Düse gegen einen Arbeitsbereich gedrückt werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
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Ferner wäre es denkbar, die Abzieheinheit lösbar auszuführen. Dadurch können vorteilhaft schnell und einfach Nachbearbeitungen durchgeführt werden. Ferner kann die Abzieheinheit für verschiedene Geräte eingesetzt werden. Besonders vorteilhaft kann die Abzieheinheit als Zubehör ausgeführt sein, das lediglich auf die Düse des Geräts aufgesteckt wird.
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Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass das Abziehelement, entgegen einer Fugenbearbeitungsrichtung betrachtet, hinter der Düse angeordnet ist. Unter einer „Fugenbearbeitungsrichtung“ soll insbesondere eine Richtung verstanden werden, welche einer Bewegungsrichtung eines sich im Betrieb – während einer Fugenbearbeitung – befindlichen Klebe- und/oder Fugengeräts entspricht.
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Dadurch kann konstruktiv einfach ein gleichmäßiges Abziehen der Klebeund/oder Fugenmasse nach einem Auftragen der Klebe- und/oder Fugenmasse realisiert werden.
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Ferner wird vorgeschlagen, dass die Abzieheinheit an der Düse befestigt ist. Dadurch kann konstruktiv einfach eine kurzbauende Abzieheinheit erreicht werden. Ferner kann eine geringe Einschränkung des Sichtbereichs, durch die Abzieheinheit auf den Arbeitsbereich realisiert werden.
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Alternativ wäre es auch denkbar die Abzieheinheit an der Gehäuseeinheit zu befestigen. Dadurch kann vorteilhaft eine hohe Stabilität der Abzieheinheit realisiert werden.
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Zeichnung
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Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeichnungen, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
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Es zeigen:
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1 ein erfindungsgemäßes Fugengerät mit einer Abzieheinheit und mit einer Fugenmasse während eines Betriebs in einer schematischen Darstellung,
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2 einen Teilausschnitt der 1 in einer alternativen Perspektive und
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3 einen Teilausschnitt eines alternativen erfindungsgemäßen Klebeund/oder Fugengeräts mit einer Abzieheinheit, mit einem Gelenk in einer schematischen Darstellung.
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Die 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Klebe- und/oder Fugengerät 10a zur Erzeugung einer Fuge 12a, mit einer Gehäuseeinheit 14a, welche zumindest einen Aufnahmebereich 16a für eine Klebe- und/oder Fugenmasse 18a aufweist, und mit einer an der Gehäuseeinheit 14a angeordneten Düse 20a. Die 1 zeigt das erfindungsgemäße Fugengerät 10a zur Erzeugung der Fuge 12a, mit der Gehäuseeinheit 14a, welche den Aufnahmebereich 16a für die Fugenmasse 18a aufweist, und mit der an der Gehäuseeinheit 14a angeordneten Düse 20a. Das Fugengerät 10a ist von einer Silikonpresse gebildet. Die Gehäuseeinheit 14a weist eine teilweise zylindrische Grundform auf, wobei an einer Grundseite der zylindrischen Grundform die Düse 20a angeordnet ist. Die Düse 20a weist zumindest annähernd die Form eines Kegelstumpfes auf. Auf einer der Düse 20a abgewandten Seite der Gehäuseeinheit 14a ist ein Griffelement 28a angeformt.
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Das Griffelement 28a weist dabei eine Haupterstreckung auf, die zumindest annähernd orthogonal auf einer Haupterstreckung der Gehäuseeinheit 14a steht. Das Griffelement 28a und die Gehäuseeinheit 14a weisen eine pistolenartige Formgestaltung auf. Zwischen der Gehäuseeinheit 14a und dem Griffelement 28a, auf einer der Düse 20a zugewandten Seite, ist ein Handhabungselement 30a angeordnet. Das Handhabungselement 30a ist dazu vorgesehen, bei einer Betätigung die Fugenmasse 18a über die Düse 20a aus dem Aufnahmebereich 16a zu drücken. Der Aufnahmebereich 16a der Gehäuseeinheit 14a erstreckt sich entlang der Haupterstreckung, im Inneren der Gehäuseeinheit 14a.
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Das Fugengerät 10a weist eine mit der Gehäuseeinheit 14a gekoppelte Abzieheinheit 22a mit zumindest einem Abziehelement 24a auf, das dazu vorgesehen ist eine zumindest teilweise konstante Form der Fuge 12a zu erzeugen und/oder überschüssige Klebe- und/oder Fugenmasse 18a von der Fuge 12a abzutragen. Das Abziehelement 24a ist dazu vorgesehen eine konstante und finale Form der Fuge 12a zu erzeugen und überschüssige Fugenmasse 18a von der Fuge 12a abzutragen. Die Abzieheinheit 22a umfasst das Abziehelement 24a, einen Befestigungsring 32a und zwei Streben 34a. Die Streben 34a verbinden den Befestigungsring 32a formsteif mit dem Abziehelement 24a. Der Befestigungsring 32a umgreift ist Düse 20a. Wobei der Befestigungsring 32a fest mit der Düse 20a verbunden ist.
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Die Abzieheinheit 22a ist an der Düse 20a befestigt. Die Abzieheinheit 22a ist über den Befestigungsring 32a an der Düse 20a befestigt. Die Abzieheinheit 22a ist über die Düse 20a mit der Gehäuseeinheit 14a gekoppelt.
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Das Abziehelement 24a ist, entgegen einer Fugenbearbeitungsrichtung 26a betrachtet, hinter der Düse 20a angeordnet.
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Während eines Betriebs des Fugengeräts 10a, wie in 1 dargestellt, fährt ein Bediener mit dem Fugengerät 10a entlang der Fugenbearbeitungsrichtung 26a. Dabei ist die Düse 20a bis zumindest kurz vor einen Untergrund 36a geführt. Das Fugengerät 10a ist mit der Hauptausdehnung der Gehäuseeinheit 14a gegenüber dem Untergrund 36a geneigt. Über das Handhabungselement 30a drückt ein Bediener Fugenmasse 18a aus der Düse 20a auf den Untergrund 36a. Das Abziehelement 24a der Abzieheinheit 22a liegt mit einer Kante 38a auf dem Untergrund 36a auf. Das Abziehelement 24a weist zumindest eine Aussparung 40a auf, die zumindest aus der Fugenbearbeitungsrichtung 26a betrachtet einer endgültigen, idealen Fugenform entspricht. Die Aussparung 40a des Abziehelements 24a wird über die Fugenmasse 18a gezogen. Die Fugenmasse 18a wird dadurch glatt gezogen und nimmt dadurch die endgültige, ideale Fugenform der Aussparung 40a an. Überschüssige Fugenmasse 18a wird über eine Fläche des Abziehelements 24a abgetragen.
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Die 2 stellt ein Teilausschnitt des in 1 dargestellten Fugengeräts 10a in einer Seitenansicht dar. Das Abziehelement 24a ist gegenüber einer Orthogonalen des Untergrunds 36a um einen Winkel 42a geneigt. Der Winkel 42a liegt zwischen 10° und 45°. Durch die Neigung wird die überschüssige, abgetragene Fugenmasse 18a nach oben weggefördert. Dadurch bekommt ein Bediener die Möglichkeit einen Materialverbrauch über eine manuelle Dosierung anzupassen, ohne sofort von der überschüssigen Fugenmasse 18a behindert zu werden.
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In der 3 ist ein alternatives Ausführungsbeispiel dargestellt. Im Wesentlichen gleichbleibende Bauteile, Merkmale und Funktionen sind grundsätzlich mit dem gleichen Bezugszeichen beziffert. Zur Unterscheidung der Ausführungsbeispiele sind den Bezugszeichen der Ausführungsbeispiele die Buchstaben a und b hinzugefügt. Die nachfolgende Beschreibung des alternativen Ausführungsbeispiels beschränkt sich im Wesentlichen auf die Unterschiede zu dem Ausführungsbeispiel in der 1, wobei bezüglich gleichbleibender Bauteile, Merkmale und Funktionen auf die Beschreibung des Ausführungsbeispiels in der 1 verwiesen werden kann.
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Die 3 zeigt einen Teilausschnitt eines alternativen erfindungsgemäßen Fugengeräts 10b mit einer Abzieheinheit 22b, mit einem Gelenk 44b. Auf einer Düse 20b des Fugengeräts 10b ist ein Befestigungsring 32b der Abzieheinheit 22b angeordnet. Der Befestigungsring 32b ist über das Gelenk 44b mit Streben 34b verbunden, an denen ein am Befestigungsring 32b abgewandten Enden ein nicht näher dargestelltes Abziehelement befestigt ist. Über das Gelenk 44b kann ein Abstand des nicht näher dargestellten Abziehelements und dem Befestigungsring 32b sowie ein Winkel zwischen dem nicht näher dargestellten Abziehelement und dem Befestigungsring 32b eingestellt werden. Das Gelenk 44b umfasst je Strebe 34b ein Langloch 46b und ein Verstellelement. Das Verstellelement ist von einer Verstellschaube 48b gebildet. Das Langloch 46b weist drei verengte Bereiche auf, über die kreisförmige Langlochbereiche verbunden sind. Die Verstellschraube 48b umfasst zumindest einen von einem Handhabungsbereich 50b gebildeten ersten Teilbereich, der zumindest einen Durchmesser aufweist, der größer ist als eine Breite der kreisförmigen Langlochbereiche. Die Verstellschraube 48b weist einen zweiten, nicht sichtbaren Teilbereich auf, der auf einer dem Befestigungsring 32b zugewandten Seite des Handhabungsbereichs 50b angeordnet ist. Der zweite Teilbereich weist einen Durchmesser auf, der kleiner ist, als die Breite der kreisförmigen Langlochbereiche und zumindest größer als eine Breite der verengten Bereiche des Langlochs 46b. Ferner weist die Verstellschraube 48b einen dritten, nicht sichtbaren Teilbereich auf, der auf einer dem Befestigungsring 32b zugewandten Seite des zweiten Teilbereichs angeordnet ist. Der dritte Teilbereich weist einen Durchmesser auf, der kleiner ist, als die Breite der verengten Bereiche des Langlochs 46b. Vorzugsweise weist der dritte Teilbereich zudem ein Gewinde auf.
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Ferner weist das Gelenk 44b ein nicht weiter sichtbares Rastelement auf, mit welchem die Streben 34b gegenüber dem Befestigungsring 32b in Umfangsrichtung der Verstellschraube 48b, bei einem Einstellen eines Winkels zwischen dem nicht weiter sichtbaren Abziehelement und der Düse 20b, in einer Winkelstellung arretiert werden können.
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In einer arretierten Stellung, wie in 3 dargestellt, ist die Verstellschaube 48b fest eingeschraubt. Der zweite Teilbereich der Verstellschraube 48b greift durch einen der kreisförmigen Langlochbereiche des Langlochs 46b und verhindert so eine Abstandsänderung zwischen der Düse 20b und dem nicht weiter sichtbaren Abziehelement. Um das Gelenk 44b zu verstellen wird die Verstellschraube 48b so weit ausgedreht, dass der zweite Teilbereich außer Eingriff mit einem der kreisförmigen Langlochbereiche kommt, wodurch eine axiale Verstellung ermöglicht wird.