DE102011056844A1 - Viergelenk integrierter Fußgängerschutz - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Scharnier für eine Fronthaube eines Kraftfahrzeugs mit einem haubenseitig befestigten Scharnieroberteil und einem karosserieseitig befestigten Scharnierunterteil, wobei das Scharnieroberteil und das Scharnierunterteil gelenkig miteinander verbunden sind, wobei das Scharnieroberteil ein Haubenteil (6) zur Festlegung an der Fronthaube und ein Koppelteil (7) zur gelenkigen Verbindung mit dem Scharnierunterteil umfasst, wobei das Haubenteil (6) gegenüber dem Koppelteil (7) im normalen Betriebszustand über ein Verriegelungselement verriegelt ist, das im Falle eines Fußgängeraufpralls entriegelt wird, wobei ein Verriegelungselement mit seiner Haltefläche (10) mit einer korrespondierenden Fläche (11) eines Schließelements (12) in Eingriff steht. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass eine Sperrfläche (13) am Koppelteil (7) vorgesehen ist, die mit einer korrespondierenden Fläche (14) an einem zweiten Schließelement (15) zusammenwirkt.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Scharnier für eine Fronthaube eines Kraftfahrzeugs gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Aus dem Serienfahrzeugbau ist es bekannt, sogenannte aktive Scharniere für eine Fronthaube eines Kraftfahrzeugs vorzusehen, die einerseits zum Öffnen der Fronthaube für den Servicefall ausgelegt sind und andererseits eine Anstellung der Fronthaube im Falle eines Fußgängeranpralls ermöglichen. Hierfür sind für verschiedene Scharniertypen ganz unterschiedliche Konstruktionen entwickelt worden.
- So ist beispielsweise für ein sogenanntes Viergelenkscharnier in der
DE 10 2009 041 418 vorgeschlagen worden, das Scharnieroberteil in zwei Abschnitte zu unterteilen, nämlich in einen Haubenteil und in ein Koppelteil, die für den normalen Betriebszustand der Fronthaube (Öffnen und Schließen derselben zu Servicezwecken) miteinander verriegelt sind. Im Falle eines Fußgängeraufpralls wird ein Aktuator aktiviert, der diese Verriegelung löst und das Scharnieroberteil und damit die Fronthaube anhebt. Hierfür ist ein Riegelelement am Haubenteil des Scharnieroberteils in Form eines zusätzlichen Bolzens befestigt. - Es ist Aufgabe der Erfindung ein Scharnier derart weiterzuentwickeln, dass unter Beibehaltung der Funktionalität der Herstellungsaufwand reduziert wird.
- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
- Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Merkmalen der nachgeordneten Ansprüche.
- Der Kern der Erfindung liegt darin, dass der im Stand der Technik notwendige Bolzen eingespart wird und stattdessen durch Schließelemente ersetzt wird, die vorzugsweise angeformt sind. Dass hat den Vorteil, dass Montageaufwand reduziert werden kann. Da Haubenteil und Koppelteil als Blechteile ausgebildet sind, können die Schließelemente lediglich durch Stanzen und Biegen hergestellt werden. Erfindungsgemäß umfasst das Scharnier ein haubenseitig befestigtes Scharnieroberteil und ein karosserieseitig befestigtes Scharnierunterteil, wobei das Scharnieroberteil und das Scharnierunterteil gelenkig miteinander verbunden sind. Das Scharnieroberteil setzt sich aus einem Haubenteil zur Festlegung an der Fronthaube und einem Koppelteil zur gelenkigen Verbindung mit dem Scharnierunterteil zusammen. Im normalen Betriebszustand des Kraftfahrzeugs, also zum Beispiel bei der Fahrt, im Stillstand und auch bei Öffnen und Schließen der Fronthaube zu Servicezwecken ist das Haubenteil gegenüber dem Koppelteil über ein Verriegelungselement verriegelt. Das Verriegelungselement steht dabei mit seiner Haltefläche mit einer korrespondierenden Fläche eines Schließelements in Eingriff. Im Falle eines Fußgängeraufpralls wird das Verriegelungselement vorzugsweise über einen Aktuator entriegelt, d.h. die beiden genannten Flächen sind dann nicht mehr im Eingriff miteinander. Gleichzeitig ist im Unterschied zum Stand der Technik wirkt eine Sperrfläche am Koppelteil mit einer korrespondierenden Fläche an einem zweiten Schließelement zusammen. Durch die räumliche Trennung von Haltefläche und Sperrfläche können beide in einfacher Weise am Haubenteil bzw. am Koppelteil angeformt sein.
- Für die Ausbildung eines Viergelenkscharniers kann die gelenkige Verbindung zwischen dem Scharnierunterteil und dem Scharnieroberteil durch einen vorderen Lenker und einen hinteren Lenker gebildet sein, wobei die beiden Lenker jeweils mit einem Ende am Koppelteil angelenkt sind.
- Für eine vereinfachte Herstellung kann das erste Schließelement durch Ausstanzen eines Segments im Haubenteil gebildet sein. Die zur Haltefläche korrespondierenden Fläche kann dann durch Umbiegen eines Flansches hergestellt werden, der einen Randbereich des Segments bildet.
- In ähnlicher Weise kann das zweite Schließelement durch Ausstanzen eines Ausschnitts im Haubenteil gebildet sein. Anschließend wird die zur Sperrfläche korrespondierende Fläche des Schließelements durch Umbiegen eines Flansches gebildet.
- Für den Spielausgleich kann ein Puffer zwischen der Sperrfläche des Koppelteils und der korrespondierenden Fläche des Schließelements angeordnet sein. Dieser Puffer kann wahlweise an der Sperrfläche oder an der korrespondierenden Fläche befestigt sein.
- Vorzugsweise kann die Sperrfläche durch Umbiegen eines Abschnitts des Koppelteils gebildet werden.
- Vorteilhafte Ausgestaltungen werden im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen:
-
1 ein Scharnier in einer ersten Ausführungsform der Erfindung in Schließposition, -
2 das Scharnier gemäß1 in einer aktivierten Position, -
3 das Scharnier gemäß1 in einer vollständig angehobener Position, -
4 ein Detailausschnitt aus1 , -
5 ein Scharnier in einer zweiten Ausführungsform der Erfindung in Schließposition, -
6 das Scharnier gemäß5 in einer aktivierten Position, -
7 das Scharnier gemäß5 in vollständig angehobener Position, -
8 ein Detailausschnitt aus5 sowie -
9 eine Schnittdarstellung gemäß Linie IX-IX in4 . - Die
1 bis4 zeigen ein sogenanntes Viergelenkscharnier1 in einer ersten bevorzugten Ausgestaltungsform in einer Seitenansicht. Die Fahrtrichtung des nicht dargestellten Fahrzeuges ergibt sich aus dem Pfeil FR. - Das Scharnier
1 ist schematisch dargstellt und umfasst ein lediglich als Strich dargestelltes Scharnierunterteil2 und ein Scharnieroberteil3 . Das Scharnierunterteil2 ist an der Fahrzeugkarosserie, das Scharnieroberteil3 ist an der Fronthaube befestigt. Das Scharnierunterteil2 ist gegenüber dem Scharnieroberteil3 schwenkbeweglich über einen in Fahrtrichtung gesehen vorderen Lenker4 und einen hinteren Lenker5 verbunden. Der vordere Lenker4 ist über ein Gelenklager24 und der hintere Lenker5 ist über ein Gelenklager25 am Scharnierunterteil2 gelagert. Ferner ist der vordere Lenker4 über ein Gelenklager34 und der hintere Lenker5 über ein Gelenklager35 am Scharnieroberteil gelagert. - Das Scharnieroberteil
3 ist mehrteilig aus einem an der Unterseite der Fronthaube befestigten Haubenteil6 und einem zwischen diesem und den Lenkern4 und5 geschalteten Koppelteil7 aufgebaut, d.h. die Gelenklager34 und35 befinden sich am Koppelteil7 des Scharnieroberteils3 . Das Haubenteil6 und das Koppelteil7 können über ein Gelenklager8 scherenartig zueinander bewegt werden. - Am Koppelteil
7 ist ein Verriegelungshaken9 drehbar über ein Gelenklager29 befestigt. Der Verriegelungshaken9 ist entgegen dem Urzeigersinn vorgespannt, so das dieser mit seiner Haltefläche10 an einer korrespondierenden Fläche11 an einem Schließelement12 angreift. Das Schließelement12 ist wiederum am Haubenteil6 und insoweit an der Haube befestigt. Durch die Zugkraft des Verriegelungshaken9 entgegen dem Uhrzeigersinn wird somit in Schließposition (vgl.1 ) das Haubenteil6 stets an das Koppelteil7 herangezogen. - Am Koppelteil
7 ist zudem eine Sperrfläche13 ausgeformt, die in Schließposition gegen eine korrespondierende Fläche14 an einem zweiten Schließelement15 des Haubenteils6 gedrückt wird. Damit kann das Haubenteil6 und das Koppelteil7 in einer definierten Lage verspannt werden. Beide Schließelemente12 und15 können einteilig mit dem Haubenteil6 , d.h. angeformt sein. Das hat den Vorteil, dass keine zusätzlichen Bolzen am Haubenteil6 oder am Koppelteil7 montiert werden müssen. - Der Verriegelungshaken
9 wird über einen Aktuator16 an seinem Hebelabschnitt17 um sein Gelenklager29 im Uhrzeigersinn entgegen der Vorspannungskraft ausgelenkt. Dadurch gelangt die Haltefläche10 des Verriegelungshakens9 aus dem Eingriff mit seiner korrespondierenden Fläche11 am ersten Schließelement12 und damit in die in2 dargestellte Auslöseposition. Dadurch können sich Haubenteil6 und Koppelteil7 relativ zueinander, nach Art einer Schere, voneinander weg bewegen. Im weiteren Verlauf der Aufstellbewegung des Scharniers1 wird das Koppelteil7 noch weiter nach oben geführt. Dabei nimmt das Koppelteil7 über das Gelenklager8 das Haubenteil6 mit, so dass eine Anstellung der Fronthaube erfolgt. - In
4 ist im Detail der Verriegelungshaken9 sowie die beiden Schließelemente12 und15 dargestellt. Zwischen der Sperrfläche13 und dem Schließelement15 ist ein Puffer20 vorgesehen. Dieser kann entweder am Schließelement15 oder auf der Sperrfläche13 angeordnet sein. Mit dem Puffer20 wird eine spielfreie Lagerung des Haubenteils6 gegenüber dem Koppelteil7 in Schließposition erreicht. - Ergänzend sei noch auf
9 hingewiesen, in der beispielhaft die Ausbildung der Haltefläche11 am Schließelement12 im Schnitt dargestellt ist. Durch Ausstanzen eines winkelförmigen Segments70 kann im unteren Randbereich ein Flansch71 umgebogen werden. Die mit Bezugsziffer11 versehene Haltefläche wird durch die Oberseite dieses Flansches gebildet. Analog dazu wird die Fläche14 des zweiten Schließelements15 durch Umbiegen eines Flansches73 gebildet, der ein Randbereich eines Ausschnitts74 im Haubenteil (6 ) ist. - Im folgenden wird nun auf die zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Scharniers gemäß der
5 bis8 eingegangen. Dabei werden gleiche Bauteile mit gleichen Bezugsziffern gekennzeichnet und lediglich auf die Unterschiede zur ersten Ausführungsform eingegangen. - Im Unterschied zur ersten Ausführungsform ist beim Scharnier
1 gemäß5 bis8 der Verriegelungshaken50 nicht am Koppelteil7 , sondern am Haubenteil6 über ein Gelenklager51 schwenkbar gelagert. Die Vorspannkraft wirkt hier ebenfalls entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Haltefläche10 des Verriegelungshakens50 steht damit in Eingriff mit einer korrespondierenden Fläche11 am Schließelement52 . Dieses ist im Unterschied zur ersten Ausführungsform am Koppelteil7 angeformt. - In
8 ist im Detail der Verriegelungshaken50 dargestellt. Baugleich zur ersten Ausführungsform ist auch hier ein zweites Schließelement15 vorgesehen. Am Koppelteil7 ist die Sperrfläche13 ausgeformt, die in Schließposition gegen die korrespondierende Fläche14 am zweiten Schließelement15 des Haubenteils6 gedrückt wird. Damit kann das Haubenteil6 und das Koppelteil7 in einer definierten Lage verspannt werden. Zwischen der Sperrfläche13 und der korrespondierenden Fläche14 des Schließelements15 ist ebenfalls ein Puffer20 vorgesehen. Dieser kann entweder auf der Fläche14 oder auf der Sperrfläche13 angeordnet sein. - Zusätzlich ist beim Scharnier der zweiten Ausführungsform am Haubenteil
6 eine Stützfläche55 ausgebildet, die in aktivierter Position des Scharniers von einer Druckfläche56 beaufschlagt wird. Die Druckfläche56 ist am Verriegelungshaken9 angeformt. Die Auslenkung des Verriegelungshakens9 in Uhrzeigersinn durch den Aktuator16 bewirkt ein Auftreffen der Druckfläche56 auf die Stützfläche55 am Haubenteil6 , so dass das weitere Ausbringen des Aktuators16 die Mitnahme des Haubenteils6 bewirkt. Dadurch lässt sich ein nahezu horizontaler Kraftpfad erzeugen. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
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Claims (9)
- Scharnier für eine Fronthaube eines Kraftfahrzeugs mit einem haubenseitig befestigten Scharnieroberteil und einem karosserieseitig befestigten Scharnierunterteil, wobei das Scharnieroberteil und das Scharnierunterteil gelenkig miteinander verbunden sind, wobei das Scharnieroberteil ein Haubenteil (
6 ) zur Festlegung an der Fronthaube und ein Koppelteil (7 ) zur gelenkigen Verbindung mit dem Scharnierunterteil umfasst, wobei das Haubenteil (6 ) gegenüber dem Koppelteil (7 ) im normalen Betriebszustand über ein Verriegelungselement verriegelt ist, das im Falle eines Fußgängeraufpralls entriegelt wird, wobei ein Verriegelungselement mit seiner Haltefläche (10 ) mit einer korrespondierenden Fläche (11 ) eines Schließelements (12 ) in Eingriff steht, gekennzeichnet dadurch, dass eine Sperrfläche (13 ) am Koppelteil (7 ) vorgesehen ist, die mit einer korrespondierenden Fläche (14 ) an einem zweiten Schließelement (15 ) zusammenwirkt. - Scharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gelenkige Verbindung zwischen dem Scharnierunterteil (
2 ) und dem Scharnieroberteil (3 ) durch einen vorderen Lenker (4 ) und einen hinteren Lenker (5 ) gebildet ist, wobei die beiden Lenker jeweils mit einem Ende am Koppelteil (7 ) angelenkt sind. - Scharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Schließelement (
12 ) durch Ausstanzen eines Segments (70 ) im Haubenteil (6 ) gebildet ist. - Scharnier nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche (
11 ) durch Umbiegen eines kreisbogenähnlichen Flansches (71 ) gebildet ist, der einen Randbereich des Segments (70 ) bildet. - Scharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Schließelement (
15 ) durch Ausstanzen eines Ausschnitts (74 ) im Haubenteil (6 ) gebildet ist. - Scharnier nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche (
14 ) des Schließelements (15 ) durch Umbiegen eines Flansches (73 ) gebildet ist, der einen Randbereich des Ausschnitts (74 ) bildet. - Scharnier nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Puffer (
20 ) zwischen der Fläche (14 ) des Schließelements (15 ) und der Sperrfläche (13 ) des Koppelteils (7 ) angeordnet ist. - Scharnier nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Puffer (
20 ) wahlweise an der Fläche (14 ) oder an der Sperrfläche (13 ) befestigt ist. - Scharnier nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrfläche (
13 ) durch Umbiegen eines Abschnitts des Koppelteils (7 ) gebildet ist.
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