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Die Erfindung betrifft ein Zelt mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches 1.
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Ein Zelt dieser Art ist aus der
DE-GM 72 31 831 bekannt. Sechs Firstelemente sind an ihrem inneren Ende in ein gemeinsames Mittelstück an der Spitz des Zeltes gesteckt. Am äußeren Ende jedes Firstelements sind ein vertikales Pfostenelement und zwei horizontale Traufpfetten zu den beiden benachbarten Firstelementen eingesteckt. Am Fuß jedes Pfostenelements sind zwei horizontale Bodenpfetten zu den beiden benachbarten Pfostenelementen eingesteckt. Das so gebildete Gerüst ist in sich starr. Das durch die Firstelemente definierte Dach ist mit einer Haut bedeckt. Die Grundfläche als Projektion des Daches auf die Ebene der Füße der Pfostenelemente stimmt mit dem von den Bodenpfetten gebildeten Sechseck überein und ist für dieses Zelt fest dimensioniert.
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Die
DE 20 2004 008 828 U1 beschreibt ein Zelt, bei dem jeweils benachbarte Pfostenelemente durch einen Bogen ersetzt sind. Die Bögen sind durch horizontale Verbindungsstäbe mit einem vertikalen Achsstab in der Mitte verbunden. Anstelle der Firstelemente sind von der Spitze des Achsstabes Seile zu den Bögen gespannt. Die auf dieses Gerüst gelegte Haut bildet zwischen den Seilen und Bögen Kehlen, welche das Zelt zu den Füßen der Bögen entwässern.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Zelt der eingangs genannten Art zu verbessern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Zelt mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Die voneinander unabhängige Anlenkung der Firstelemente und Kehlsparrenelemente ergibt eine Flexibilität des Gerüsts und damit des Zeltes, mittels welcher Grundflächen unterschiedlicher Dimensionierung eingestellt werden können. Für die Stabilisierung sind vorzugsweise Strebenelemente zwischen den Kehlsparrenelementen und den Pfostenelementen vorgesehen, welche zusammen eine Baugruppe bilden. Die Firstelemente sind vorzugsweise an dieser Baugruppe mittels Ortgangelementen abgestützt. Zugkräfte können über Binder übertragen werden, welche zum Erhalt der Flexibilität vorzugsweise längeneinstellbar sind. Eine Relativbewegung der Elemente wird durch Gelenkstücke ermöglicht. Eine Stange in der Mitte des Zeltes wird vermieden. Vorzugsweise unterschiedliche Neigungen der Firstelemente und Kehlsparrenelemente ergeben Kehlen, welche zu den Pfostenelementen führen, so dass hierüber die Entwässerung des Zeltes erfolgen kann. Die Bildung von Wassersäcken wird ebenso vermieden wie eine Entwässerung über die Eingänge des Zeltes.
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Die Haut kann der Flexibilität des Zeltes folgen, auch den unterschiedlichen Neigungen der Firstelemente und Kehlsparrenelemente, insbesondere wenn die Haut nur das durch die Firstelemente und Kehlsparrenelemente definierte Dach des Zeltes bedeckt. Mit dem Verzicht auf Seitenwände werden auch Nähte vermieden. Eine Symmetrie des Zeltes ist zunächst vorgebbar und ändert sich gegebenenfalls durch den flexiblen Aufbau. Ohne Seitenwände können mit einer planen Haut verschiedene Dachformen geschaffen werden, deren Dachteile mittels der erfindungsgemäßen Einstellbarkeit der Grundfläche unterschiedliche Neigungen gegeben werden. Die Haut kann aber auch nichtplan (gewölbt) sein, so dass ein Zelt mit geschwungen Formen aufgestellt werden kann.
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Die Möglichkeit einer Überführung des Zeltes vom aufgebauten Zustand in einen zusammengeklappten Zustand und umgekehrt erlaubt einen Aufbau durch eine einzige Person ohne Helfer. Eine Auftrennung des Gerüsts an nur wenigen Elementen ist dabei von Vorteil, so dass das zusammengeklappte Gerüst nicht aus mehreren Einzelteilen besteht. Auch eine Leichtbauweise des Gerüsts ist für einen solchen Aufbau hilfreich. Das Zelt ist freistehend und benötigt keine Verankerung. Eine Anreihung an weitere gleiche Zelte ist möglich.
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Im folgenden ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
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1 ein perspektivische Ansicht des Zeltes im aufgebauten Zustand von schräg unten,
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2 eine perspektivische Ansicht des Zeltes im aufgebauten Zustand von schräg oben,
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3 eine Unteransicht des Zeltes mit einem gelösten Ortgangelement,
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4 eine perspektivische Ansicht des Zeltes im zusammengeklappten Zustand,
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5 eine Detailansicht eines Gelenkstücks,
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6 ein Kehlsparrenelement mit Unterzug,
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7 eine Detailansicht von 6 im Bereich der Befestigung des Unterzuges am Kehlsparrenelement, und
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8 eine weitere Detailansicht von 6 im Bereich einer Stütze. Ein Zelt 1 umfasst ein Gerüst 4 und eine Haut 5, welche mit dem Gerüst 4 verbunden ist und das Gerüst 4 wenigstens teilweise bedeckt. Das Gerüst 4 ist auf eine später beschriebene Weise gelenkig aufgebaut, so dass das Zelt 1 klappfähig ist. Das Zelt 1 kann daher von einem aufgebauten Zustand, welcher dem Gebrauch dient, in einen zusammengeklappten Zustand, welcher dem raumsparenden Verstauen dient, überführt werden und umgekehrt. Dabei kann die Haut 5 auf dem Gerüst 4 verbleiben. Die verwendeten Richtungsangaben beziehen sich auf den aufgebauten Zustand.
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Das Gerüst 4 weist mehrere Firstelemente 10 auf, welche vorzugsweise in untereinander gleicher Weise stabförmig ausgebildet sind. Die Firstelemente 10 sind an dem inneren ihrer beiden Enden, in gleichen Winkeln nebeneinander, an einem Mittelstück 11 angelenkt, d.h. gelenkig mit dem Mittelstück 11 verbunden. Das Mittelstück 11 befindet sich im aufgebauten Zustand des Zeltes 1 oben an dessen Spitze. Die Gelenke zwischen den Fristelementen 10 und dem Mittelstück 11 sind vorzugsweise einfache Drehgelenke.
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Das Gerüst 4 weist ferner mehrere Kehlsparrenelemente 12 auf, welche vorzugsweise in untereinander gleicher Weise stabförmig ausgebildet sind. Die Anzahl n der Kehlsparrenelemente 12 stimmt mit der Anzahl n der Firstelemente 10 überein. Die Kehlsparrenelemente 12 sind an dem inneren ihrer beiden Enden, in gleichen Winkeln nebeneinander, und abwechselnd mit der Firstelemente 10 am Mittelstück 11 angelenkt, wodurch das Gerüst 4 – und damit das Zelt 1 – im bevorzugten Regelfall eine n-zählige Drehsymmetrie erhält. Bevorzugt sind eine vierzählige oder eine sechszählige Symmetrie, also n = 4 oder n = 6, jedoch sind auch andere Symmetrien möglich, beispielsweise n = 3, n = 5 oder n = 8. Zudem kann durch eine langestreckten Aufbau des Zeltes 1 die Symmetrie geändert werden, wie später beschrieben wird. Die Gelenke zwischen den Kehlsparrenelementen 12 und dem Mittelstück 11 sind vorzugsweise einfache Drehgelenke.
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An jedem der Kehlsparrenelemente 12 ist im Bereich des äußeren Endes ein Pfostenelement 14 (mit seinem oberen Ende) angelenkt. Die Gelenke zwischen den Kehlsparrenelementen 12 und den zugeordneten Pfostenelementen 14 sind vorzugsweise einfache Drehgelenke. Die Pfostenelemente 14, deren Anzahl ebenfalls n beträgt, sind vorzugsweise in untereinander gleicher Weise stabförmig ausgebildet und für eine vertikale Aufstellung geeignet. Das untere der beiden Enden eines jeden Pfostenelementes 14 ist vorzugsweise als Fuß ausgebildet oder mit einem solchen versehen. Die Standebene E ist diejenige Ebene, auf welcher die Pfostenelemente 14 mit ihren Füßen stehen. Die Grundfläche G des Zeltes 1 ist die Projektion der Haut 5 auf die Standebene E, d.h. der vom Zelt 1 geschützte Teil der Standebene E. Vorzugsweise sind alle Pfostenelemente 14 längeneinstellbar, so dass im aufgebauten Zustand die Höhe des Zeltes 1 über der Standebene E einstellbar ist.
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An jedem Kehlsparrenelement 12 ist ein inneres Gelenkstück 15 angeordnet, welches längs des Kehlsparrenelements 12 verschieblich und an dieses klemmbar ist, beispielsweise durch seine eigene Reibung oder durch zusätzliche Klemmmittel, wie Federn, Schrauben, Klemmbacken oder dergleichen. An jedem inneren Gelenkstück 15 ist ein Strebenelement 16 (mit seinem oberen Ende) angelenkt, vorzugsweise mittels eines einfachen Drehgelenks. Die Strebenelemente 16, deren Anzahl ebenfalls n beträgt, sind vorzugsweise in untereinander gleicher Weise stabförmig ausgebildet. Jedes der Strebenelemente 16 ist an einem unteren Gelenkstück 17 angelenkt, vorzugsweise mittels eines einfachen Drehgelenks. Das untere Gelenkstück 17 ist am zugeordneten Pfostenelement 14 angeordnet, wodurch das Kehlsparrenelement 12 an dem ihm zugeordneten Pfostenelement 14 zusätzlich zu dem dazwischen vorgesehenen Gelenk abgestützt ist. Das untere Gelenkstück 17 kann beispielsweise fest mit dem Postenelement 14 verbunden sein. Alternativ ist das untere Gelenkstück 17 längs des Pfostenelements 14 verschieblich und an dieses klemmbar, vorzugsweise entsprechend wie das innere Gelenkstück 15.
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Die Kehlsparrenelemente 12 sind steiler geneigt als die Firstelemente 10, so dass die (dem Mittelstück 11 entgegengesetzt liegenden) äußeren Enden der Kehlsparrenelemente 12 unterhalb der (dem Mittelstück 11 entgegengesetzt liegenden) äußeren Enden der Firstelemente 10 angeordnet sind, d.h. die (u.a.) an den Kehlsparrenelementen 14 befestigte Haut 5 bildet jeweils eine Kehle zwischen zwei Fristelementen 10, die zu dem Pfostenelement 14 führt, welches dem zwischen den zwei Firstelementen 10 vorgesehenen Kehlsparrenelement 12 zugeordnet ist. Daher rinnt Regenwasser, welches auf die Haut 5 trifft, in diesen Kehlen nach unten, so dass das Zelt 1 im Bereich der Pfostenelemente 14 entwässert wird. Im Bereich des äußeren Endes jedes Firstelementes 10 sind vorzugsweise zwei obere Gelenkstücke 21 angeordnet. Die oberen Gelenkstücke 21 sind vorzugsweise unabhängig voneinander längs des Firstelements 10 verschieblich und an dieses klemmbar, vorzugsweise entsprechend wie das innere Gelenkstück 15. Alternativ ist an jedem Firstelement 10 nur ein einziges oberes Gelenkstück 21 angeordnet, welches fest mit dem Firstelement 10 verbunden sein kann.
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Kehlsparrenelement 12, angelenktes Postenelement 14 und Strebenelement 16 mit innerem Gelenkstück 15 und unterem Gelenkstück 17 definieren jeweils eine Baugruppe. Jedes Firstelement 11 ist an den beiden benachbarten Baugruppen abgestützt. Hierzu ist jeweils ein Ortgangelement 22 vorgesehen. Die Ortgangelemente 22, deren Anzahl 2 × n beträgt, sind vorzugsweise in untereinander gleicher Weise stabförmig ausgebildet. Jedes Ortgangelement 22 ist an seinem oberen Ende an einem oberen Gelenkstück 21 am Firstelement 11 angelenkt. An seinem unteren Ende ist jedes Ortgangelement 22 an einem weiteren unteren Gelenkstück 17 am benachbarten Postenelement 14 angelenkt oder alternativ an einem weiteren inneren Gelenkstück 15. Diese unteren Gelenkstücke 17 entsprechen denjenigen, an denen die Strebenelemente 16 angelenkt sind, insbesondere ist das untere Gelenkstück 17 vorzugsweise längs des Pfostenelements 14 verschieblich und an dieses klemmbar, vorzugsweise entsprechend wie das innere Gelenkstück 15. Entsprechendes gilt, wenn die Ortgangelemente 22 in der alternativen Ausführung an inneren Gelenkstücken 15 angelenkt sind, welche längs des zugeordneten Kehlsparrenelements 12 verschieblich und an dieses klemmbar sind.
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Die Verschieblichkeit der Gelenkstücke 17 und 22 am gleichen Element 10 oder 14 unabhängig voneinander erfordert eine Anordnung untereinander. Vorzugsweise sind die unteren Gelenkstücke 17 der Ortgangelemente 22 unterhalb des unteren Gelenkstücks 17 des Strebenelements 16 am Pfostenelement 14 angeordnet und untereinander (linksweisend – rechtsweisend) an jedem Pfostenelement 14 in der Höhe wechseln. Die oberen Gelenkstücke 22 sind vorzugsweise untereinander (linksweisend – rechtsweisend) an jedem Firstelement 11 weiter außen und weiter innen wechseln angeordnet.
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Um einfach vom aufgebauten Zustand in den zusammengeklappten Zustand wechseln zu können, sind die Ortgangelemente 22 vorzugsweise wenigstens zweiteilig ausgebildet, wobei die beiden Teile durch eine Steckverbindung, die in an sich bekannter Weise mittels eines federbelasteten Bolzens gesichert sein kann, oder ein andere Verbindung im aufgebauten Zustand lösbar zusammengehalten werden. Die Steckverbindungen oder dergleichen sind vorzugsweise in der Nachbarschaft des Gelenks zwischen Ortgangelement 22 und unterem Gelenkstück 17 vorgesehen, können aber auch am oberen Gelenkstück 21 vorgesehen sein. Alternativ sind die Ortgangelemente 22 einteilig und wenigstens eines ihrer Gelenke lösbar ausgebildet. Die Strebenelemente 16 können in gleicher Weise in beiden Alternativen lösbar ausgebildet sein.
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Ansonsten sind die Firstelemente 10, Kehlsparrenelemente 12, Pfostenelemente 14, Strebenelemente 16 und Ortgangelemente 22 vorzugsweise alle aus starren Stangen gebildet, beispielsweise im Leichtbau aus Alu-, Kohlefaser- oder Kunststoffprofilen, insbesondere Rohren. Die Haut 5 kann aus verschiedenen Materialien bestehen, beispielsweise Kunststoff oder Textilien (mit einer wasserabweisenden Beschichtung oder Imprägnierung). Im Ausführungsbeispiel ist die Haut 5 plan, also aus einem Stück und ohne Nähte herzustellen, und deckt nur das Dach des Zeltes 1 ab, welches durch die Firstelemente 10 und Kehlsparrenelemente 12 definiert ist. Die Haut 5 kann aber auch aus mehreren, miteinander verbundenen Stücken zusammengesetzt sein und/oder Nähte einhalten, beispielsweise am Rand oder um Lüfttungsschlitze herum. Die Haut 5 kann auch nichtplan (gewölbt) sein, so dass ein Zelt 1 mit geschwungen Formen aufgestellt werden kann.
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Um die Dachform (des durch die Kehlsparrenelemente 12 und die Firstelemente 11 samt Ortgangelementen 22 definierten Daches) zu definieren, ist zwischen den Kehlsparrenelementen 12 (oder alternativ den daran angelenkten Pfostenelementen 14) ein Binder 24 vorgesehen, welcher den Seitenschub aufnimmt. Der Binder 24 ist längeneinstellbar und entsprechend lösbar. Da der Binder 24 (nur) auf Zug belastet wird, ist der Binder 24 vorzugsweise flexibel ausgebildet, beispielsweise als Gurt, Seil, Draht(seil) oder Kette. Die Längeneinstellbarkeit des Binders 24 kann mittels einer Teilung des Binders 24 und einem Spannelement zwischen den Teilen des Binders 24 erreicht werden, beispielsweise einem Spannschloss oder einer Ratsche, wie sie bei Spanngurten bekannt sind, oder mittels einer Schlaufen- und Knotenbildung im Binder 24. Zwischen zwei benachbarten Kehlsparrenelementen 12 ist vorzugsweise genau ein Binder 24 vorgesehen, so dass die Anzahl der Binder 24 insgesamt n beträgt. Es ist aber auch möglich, dass ein einziger Binder 24 zwischen mehreren Kehlsparrenelementen 12 wirksam ist, im Grenzfall zwischen allen Kehlsparrenelementen 12. Wenn n Binder 24 vorhanden sind, sind sie jeweils am Kehlsparrenelement 12 im Bereich von dessen äußerem Ende befestigt, beispielsweise direkt am Kehlsparrenelement 12 oder an dem daran angelenkten Pfostenelement 14 oder an einem an den vorgenannten Elementen befestigten weiteren Bauteil. Wenn ein Binder 24 zwischen mehreren Kehlsparrenelementen 12 wirksam ist, wird er beweglich, vorzugsweise durch eine Öffnung in einem der vorgenannten Elemente oder Bauteile, durchgeführt und in geeigneter Weise daran fixiert.
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Um die Steifigkeit der Firstelemente 10 und Kehlsparrenelemente 12 (und gegebenenfalls auch aller anderen Elemente 14, 16, 22) zu erhöhen, d.h. ein Durchbiegen bei zu kleinen Querschnitten zu verhindern, ist an den betroffenen Elementen jeweils wenigstens ein Unterzug 26, vorzuzugsweise zwei Unterzüge 26, vorgesehen.
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Jeder Unterzug 26 ist vorzugsweise ein längeneinstellbares Seil und/oder ein entsprechender Gurt, welcher an seinen beiden Enden jeweils am zugeordneten Element befestigt ist. Im bevorzugten Fall von zwei Unterzügen 26 pro Element sind diese vorzugsweise an der gleichen Stelle des Elements befestigt. Vorhandene Bauteile, beispielsweise der Gelenke an den Enden der zugeordneten Elemente, werden bevorzugt für die Befestigung des Unterzuges 26 verwendet. Jeder Unterzug 26 wird an wenigstens einer Stelle zwischen den befestigten Enden mittels jeweils einer Stütze 27 auf Abstand vom zugeordneten Element 10 oder 12 (oder 14, 16, 22) gehalten. Die Stütze 27 für den vorzugsweise vorgesehenen zweiten Unterzug 26 ist vorzugsweise an der gleichen Stelle des zugeordneten Elementes wie die Stütze 27 für den ersten Unterzug 26 angeordnet und steht ebenso vom zugeordneten Element (senkrecht) ab. Die beiden Stützen 27 stehen aber in einem spitzen Winkel zueinander, beispielsweise in einem Winkel von 60° ± 20°, wobei das zugeordnete Element im Scheitel des Winkel sitzt. Die beiden Stützen 27 sind vorzugsweise miteinander fest verbunden, insbesondere einstückig miteinander ausgebildet.
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In Verbindung mit der Spannung im Unterzug 26 ergibt sich die gewünschte Steifigkeit des zugeordneten Elements 10 oder 12 (oder 14, 16, 22). Die zur Erzeugung der Spannung bevorzugte Längeneinstellbarkeit des Unterzuges 26 wird vorzugsweise in gleicher Weise wie diejenige des Binders 24 erreicht, beispielsweise mittels eines Spannschlosses 29 und einer geeigneten Schlaufe. Der Unterzug 26 kann alternativ durch ein anderes, beispielsweise festes, Tragwerk verwirklicht werden.
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Die Längeneinstellbarkeit der Binder 24 in Kombination mit den Anlenkungen der Firstelemente 10, Kehlsparrenelemente 12 und Ortgangelemente 22 und mit der Verschieblichkeit der unteren und oberen Gelenkstücke 17 und 21 ergibt eine Flexibilität des Gerüsts 4 und damit des Zeltes 1, welche erlaubt, dem Zelt 1 unterschiedlich dimensionierte Dachformen zu geben. Diesen unterschiedlich dimensionierten Dachformen folgen die Pfostenelemente 14 aufgrund der Anlenkungen der Pfostenelemente 14 und Strebenelemente 16 und der Verschieblichkeit der inneren Gelenkstücke 15, so dass unterschiedlich dimensionierte Grundflächen G des Zeltes 1 einstellbar sind. Die unterschiedliche Dimensionierung betrifft sowohl den Flächeninhalt als auch die Winkel der (sternförmigen) Grundfläche G. Gegebenenfalls ändert sich auch die Symmetrie des Zeltes 1, wenn – abweichend vom bevorzugten Regelfall eines Quadrats oder regelmäßigen Hexagons – die Grundfläche G ein Rechteck mit unterschiedlicher Länge und Breite (oder ein Trapez oder unregelmäßiges Hexagon) annähern soll, also ein langestrecktes Zelt 1 benötigt wird. Hierfür werden die Firstelemente 10 und Kehlsparrenelemente 12 auf verschiedenen Seiten des Zeltes 1 unterschiedlich geneigt, wobei die Gelenkstücke 15, 17 und 21 folgen und die längeneinstellbaren Pfostenelemente 14 die Höhenunterschiede ausgleichen.
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Die Flexibilität des Zeltes 1 hilft auch bei der Überführung des Zeltes 1 vom aufgebauten Zustand in den zusammengeklappten Zustand. Die Binder 24 werden gelöst.
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Die Ortgangelemente 22 werden gelöst, vorzugsweise an den unteren Gelenkstücken 17, so dass sie sich an die Firstelemente 11 anlegen. Die weiteren Gelenkstücke 15 und/oder 17 werden verschoben, so dass sich die Pfostenelemente 14 an die Kehlsparrenelemente 12 anlegen. Falls die Ortgangelemente 22 an den oberen Gelenkstücken 21 aufgetrennt werden, legen sie sich ebenfalls an die Kehlsparrenelemente 12 an. Das Mittelstück 11 wird (in Richtung der Pfostenelemente 14) durchgedrückt, so dass die Firstelemente 10 und Kehlsparrenelemente 12 entgegen ihrer vorherigen Ausrichtung abstehen und die Haut 5 zwischen sich falten. Die Verbindung zwischen der Haut 5 und dem Gerüst 4, vorzugsweise zwischen der Haut 5 einerseits und den Firstelementen 10 und Kehlsparrenelementen 12 andererseits, bleibt erhalten. Es ist auch möglich, dass einige Verbindungsstellen der Haut 5, beispielsweise mit den Elementen Pfostenelementen 14 und/oder Ortgangelementen 22 einen Bewegungsfreiheitsgrad aufweisen, so dass sie sich verschieben lassen bei der Überführung vom aufgebauten Zustand in den zusammengeklappten Zustand und umgekehrt.
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Die besagte Flexibilität des Zeltes 1 ermöglicht auch eine Anreihfähigkeit des Zeltes 1 an andere Zelte 1 zu einer Zeltstadt, die aus mehreren Zelten 1 besteht. Die Anzahl der anzureihenden Zelte 1 ist nicht prinzipiell beschränkt. Die Anreihung erfolgt je nach Symmetrie des Zeltes 1 entlang einer Seite oder zweier benachbarter Seiten jedes beteiligten Zeltes 1, wobei eine Seite zwischen dem äußeren Ende eines Firstelements 10 und dem äußeren Ende eines benachbarten Kehlsparrenelements 12 definiert ist. Entlang dieser einen oder zwei Seiten werden dann die Haut 5 oder die Ortgangelemente 22 miteinander so verbunden, dass das gemeinsame Dach geschlossen ist. Außer der Anlenkung der beteiligten Elemente 11, 12, 14, 16 und 22 und der Verschieblichkeit der Gelenkstücke 15, 17 und 21 dient auch die Längeneinstellbarkeit der beteiligten Binder 24 dem Ausgleich. In der Regel ist die Anreihung mit einem Anheben des dem beteiligten Kehlsparrenelement 12 zugeordneten Pfostenelements 14 verbunden, so dass eine Längeneinstellbarkeit der Pfostenelemente 14 auch dazu genutzt werden kann, das Pfostenelement 14 mittels Verlängerung wieder auf die Grundfläche zu bringen. Eine Anhebung des Pfostenelements 14 kann auch dazu führen, dass die Entwässerung über die anderen Kehlen und Pfostenelemente 14 erfolgt. Im Extremfall wird ein inneres Zelt 1 komplett angehoben, so dass alle Pfostenelemente 14 verlängert werden sollten.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Zelt
- 4
- Gerüst
- 5
- Haut
- 10
- Firstelement
- 11
- Mittelstück
- 12
- Kehlsparrenelement
- 14
- Pfostenelement
- 15
- inneres Gelenkstück
- 16
- Strebenelement
- 17
- unteres Gelenkstück
- 21
- oberes Gelenkstück
- 22
- Ortgangelement
- 24
- Binder
- 26
- Unterzug
- 27
- Stütze
- 29
- Spannschloss
- E
- Standebene
- G
- Grundfläche
- n
- Anzahl (Firstelemente, Kehlsparrenelemente, Pfostenelemente)
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 7231831 U1 [0002]
- DE 202004008828 U1 [0003]