DE102011011777A1 - Reversibler Schlossstraffer für Fahrzeuginsassen-Rückhaltesysteme - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen reversiblen Schlossstraffer (10) mit einem Antriebsmotor (12), einer Spindel (14), die mit dem Antriebsmotor (12) verbunden ist, einer Spindelmutter (16), die in axialer Richtung (18) auf der Spindel (14) verschoben werden kann, einem Mitnehmer (20), dessen eines Ende mit der Spindelmutter (16) verbunden ist, und einem Gurtschloss (22), das mit dem anderen Ende des Mitnehmers (20) verbunden ist, wobei mindestens eines der folgenden Merkmale ein Verklemmen der Spindelmutter (16) bei Blockfahrten verhindert: – ein zylindrischer Führungsabschnitt (50) im Inneren der Spindelmutter (16), der mit der Außengeometrie der Spindel (14) zusammenwirkt; – ein Freilauf (48) zwischen dem Antriebsmotor (12) und der Spindel (14); – eine Druckfeder (70) zwischen dem Gurtschloss (22) und einem Anschlag.
Description
- Die Erfindung betrifft einen reversiblen Schlossstraffer für Fahrzeuginsassen-Rückhaltesysteme, mit einem Antriebsmotor, einer Spindel, die mit dem Antriebsmotor verbunden ist, einer Spindelmutter, die in axialer Richtung auf der Spindel verschoben werden kann, einem Mitnehmer, dessen eines Ende mit der Spindelmutter verbunden ist, und einem Gurtschloss, das mit dem anderen Ende des Mitnehmers verbunden ist.
- Bei einem solchen reversiblen Schlossstraffer lässt sich das Gurtschloss eines Fahrzeug-Sicherheitsgurts über eine Aktivierung des Antriebsmotors bewegen. Infolge dieser Bewegungsmöglichkeit kann der Schlossstraffer sowohl als Gurtschlossbringer beim Einstieg in das Fahrzeug als auch zum Straffen des Sicherheitsgurts vor oder bei einem Fahrzeugaufprall eingesetzt werden. Infolge der reversiblen Ausführung des Schlossstraffers ist es selbstverständlich möglich, die Bewegung beim Straffen oder Bringen des Gurtschlosses durch eine umgekehrte Antriebsrichtung des Motors wieder rückgängig machen.
- Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines reversiblen Schlossstraffers, der eine hohe Funktionssicherheit bzw. geringe Störanfälligkeit aufweist und vorzugsweise möglichst geringe Betriebsgeräusche verursacht.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch einen reversiblen Schlossstraffer der eingangs genannten Art, umfassend wenigstens eines der folgenden Merkmale, das ein Verklemmen der Spindelmutter bei Blockfahrten verhindert
- – ein zylindrischer Führungsabschnitt im Inneren der Spindelmutter, der mit der Außengeometrie der Spindel zusammenwirkt;
- – ein Freilauf zwischen dem Antriebsmotor und der Spindel;
- – eine Feder zwischen dem Gurtschloss und einem Anschlag.
- Durch die Verwirklichung von einem oder mehreren dieser Merkmale werden die Störanfälligkeit und/oder die Betriebsgeräusche des reversiblen Schlossstraffers reduziert, indem beispielsweise ein Verklemmen der Spindelmutter beim Fahren auf Block verhindert wird.
- In einer Ausführungsform des Schlossstraffers weist die Spindelmutter ein Innengewinde auf, das in die Spindel eingreift, wobei der zylindrische Führungsabschnitt in axialer Richtung betrachtet vor und/oder hinter dem Innengewinde angeordnet ist. Der Durchmesser des insbesondere kreiszylindrischen Führungsabschnitts lässt sich in diesem Fall genau auf die Außenflanken des Spindelgewindes abstimmen. Diese Außenflanken unterliegen geringeren Maßtoleranzen als die Verzahnungsgeometrie und der Gewindekern, sodass ein Spiel zwischen Spindelaußendurchmesser und Spindelmutter minimiert wird. Da der tragende Gewindeanteil mit zunehmender axialer Gewindelänge aufgrund von Maßtoleranzen bei der Gewindefertigung deutlich abnimmt, ergibt sich durch die axiale Verkürzung des Gewindeeingriffs keine signifikante Beeinträchtigung der Tragfähigkeit und Bruchfestigkeit der Verbindung zwischen Spindel und Spindelmutter in axialer Richtung.
- Vorzugsweise beträgt die axiale Länge des zylindrischen Führungsabschnitts mindestens 25% der Länge der Spindelmutter. Ab dieser Länge des Führungsabschnitts stellt sich eine erhebliche Verbesserung der Führung zwischen Spindel und Spindelmutter ein, sodass die Gefahr des Verklemmens erheblich reduziert ist. Eine maximale Länge des Führungsabschnitts hängt von der notwendigen Tragfähigkeit (inklusive Sicherheiten) der Gewindeverbindung ab und wird üblicherweise bei unter 50% liegen.
- Um die Gefahr des Verklemmen der Spindelmutter weiter zu minimieren, kann der Freilauf nach Art einer Klauenkupplung ausgeführt sein, wobei die Klauenkupplung ein Spiel in der Größenordnung von mindestens 45° bei einer Umkehr der Drehrichtung aufweist. Ein solches Spiel erlaubt es dem Antriebsmotor, im Leerlauf einen bestimmten Weg zurückzulegen und das Antriebsritzel dabei zu beschleunigen. Erst nach Zurücklegen dieses Weges greift die Geometrie des Antriebsritzels bereits mit einer gewissen Drehwinkelgeschwindigkeit in eine Drehmitnahme der Spindel, sodass ein größeres Moment auf die Spindel aufgebracht werden kann (Losbrechmoment), als im Fall einer starren Verbindung zwischen Antriebsmotor und Spindel. Des Weiteren erlaubt die Klauenkupplung einen Toleranz- und Winkelfehlerausgleich.
- In einer weiteren Ausführungsform des Schlossstraffers ist die Druckfeder innerhalb des Freilaufs angeordnet. Dadurch ergibt sich eine besonders kompakte Konstruktion, bei der die zur Geräuschdämpfung beitragende Druckfeder zudem geschützt vor äußeren Einwirkungen gelagert ist.
- Bevorzugt ist der Anschlag, gegen den die Spindel von der Druckfeder beaufschlagt wird, am vom Antriebsmotor abgewandten Ende der Spindel angeordnet Das an diesen Anschlag angrenzende Ende der Spindel ist vorzugsweise abgerundet. Dadurch lässt sich mit einfachen Mitteln eine vorteilhafte Punktberührung zwischen der Spindel und ihrer Lagerstelle ausführen.
- Zur Realisierung dieser Punktlagerung kann in das an den Anschlag angrenzende Ende der Spindel alternativ auch eine Kugel eingepresst sein.
- In einer weiteren Ausführungsform des Schlossstraffers kann sich die Spindel an einem Motorflansch des Antriebsmotors abstützen, wenn sie entgegen der Wirkung der Druckfeder verschoben wird. Aufgrund dieser Abstützung am Motorflansch wird sichergestellt, dass die Verbindung zwischen dem Antriebsritzel des Antriebsmotors und der Spindel keine außergewöhnlichen Axialkräfte aufnehmen muss durch die sie beschädigt werden könnte.
- Die zwischen dem Gurtschloss und dem Anschlag vorgesehene Druckfeder ist in einer weiteren Ausführungsform des Schlossstraffers am Mitnehmer angeordnet und stützt sich zwischen dem Endbeschlag des Mitnehmers und einem Mantel des Mitnehmers ab. Dies führt zu einer eher „weichen” Blockfahrt, da die Feder vor dem Fahren auf Block zunächst gestaucht wird.
- Vorzugsweise wird ein Motorstrom des Antriebsmotors überwacht und der Antriebsmotor bei einem Anstieg des Motorstroms, der auf das Erreichen eines Anschlags deuten lässt, abgeschaltet. Insbesondere bei Verwendung einer oben erwähnten Druckfeder könnte somit eine Blockfahrt detektiert werden, bevor der Endanschlag erreicht bzw. der Federweg zu 100% ausgenutzt ist. Die Belastung der beteiligten Bauteile (Spindel, Spindelmutter, Lagerung, Kupplung, Antriebsmotor, ...) lässt sich damit auf ein Minimum reduzieren.
- In einer weiteren Ausführungsform des Schlossstraffers ist die elektrische Isolierung durch eine mit einer Antriebswelle des Antriebsmotors verbundene Aufnahme aus einem elektrisch isolierenden Material gebildet, an der die Spindel angreift. Dies bringt Vorteile hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit mit sich und reduziert zudem die Betriebsgeräusche des Schlossstraffers.
- Desweiteren ist der Antriebsmotor in dieser Ausführungsform bevorzugt mittels eines Motorflansches aus elektrisch isolierendem Material an einem Gehäuse befestigt.
- Im Übrigen kann ein Masseanschluss des Antriebsmotors mit einer elektronischen Steuereinheit verbunden sein. Folglich besteht kein Massekontakt zum Fahrzeug, was die elektromagnetische Verträglichkeit des Schlossstraffers weiter verbessert.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. In diesen zeigen:
-
1 einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Schossstraffer, -
2 einen Detailschnitt II-II durch den Schlossstraffer gemäß1 ; -
3 eine Draufsicht auf den Schlossstraffer gemäß1 ; -
4 einen Detailschnitt IV-IV durch den Schlossstraffer gemäß3 ; -
5 einen Detailschnitt V-V durch den Schlossstraffer gemäß3 ; -
6 eine Draufsicht auf eine Spindel, eine Spindelmutter und einen Teil eines Mitnehmers des erfindungsgemäßen Schlossstraffers; -
7 einen Schnitt VII-VII durch die Spindel und die Spindelmutter gemäß6 ; -
8 ein Schnittdetail der7 im Bereich der Spindelmutter; -
9 eine perspektivische Detailansicht der Verbindung zwischen der Spindel und dem Antriebsmotor eines erfindungsgemäßen Schlossstraffers; -
10 einen Querschnitt durch den erfindungsgemäßen Schlossstraffer im Bereich der Verbindung zwischen Spindel und Antriebsmotor; -
11 ein schematisches Detail des Freilaufs zwischen Antriebsmotor und Spindel; -
12 ein Detail des Mitnehmers des erfindungsgemäßen Schlossstraffers gemäß einer Ausführungsvariante; -
13 ein Detail des Mitnehmers des erfindungsgemäßen Schlossstraffers gemäß einer weiteren Ausführungsvariante; und -
14 einen schematischen Schnitt XIV-XIV durch den Mitnehmer gemäß13 . - Die
1 bis5 zeigen einen reversiblen Schlossstraffer10 für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem, mit einem Antriebsmotor12 , einer Spindel14 , die mit dem Antriebsmotor12 verbunden ist, einer Spindelmutter16 , die in axialer Richtung18 auf der Spindel14 verschoben werden kann (siehe auch6 bis8 ), einem Mitnehmer20 , dessen eines Ende mit der Spindelmutter16 verbunden ist (siehe auch6 ), und einem Gurtschloss22 , das mit dem anderen Ende des Mitnehmers20 verbunden ist. - In
2 wird deutlich, dass der Antriebsmotor12 mittels eines Motorflansches24 an einem Gehäuse26 befestigt ist Über axiale Stirnwände28 ,30 des Gehäuses26 ist der Schlossstraffer10 am Fahrzeug, insbesondere an der Fahrzeugkarosserie, montiert. - Der Motorflansch
24 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus einem elektrisch isolierenden Material hergestellt. Ferner ist auch eine elektrische Isolierung32 zwischen dem Antriebsmotor12 , genauer einem Antriebsritzel34 des Antriebsmotors12 und der Spindel14 , genauer einer Drehmitnahme36 der Spindel14 vorgesehen, wobei auf diese elektrische Isolierung32 bei der Beschreibung der10 und11 noch genauer eingegangen wird. - Im Übrigen ist ein Masseanschluss des Antriebsmotors
12 mit einer (nicht gezeigten) elektronischen Steuereinheit verbunden. - Aufgrund der vorgenannten Maßnahmen sind der Antriebsmotor
12 und sein Motorgehäuse38 gegenüber dem Gehäuse26 elektrisch isoliert. Es besteht kein Massekontakt zwischen dem Antriebsmotor12 bzw. dem Motorgehäuse38 und dem Fahrzeug bzw. der Fahrzeugkarosserie. Diese elektrische Isolierung32 bringt somit Vorteile hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). - In den
2 und5 ist eine Druckfeder40 zu erkennen, welche die Spindel14 in axialer Richtung18 gegen einen Anschlag42 beaufschlagt, wobei der Anschlag42 an der Stirnwand30 ausgebildet und damit am vom Antriebsmotor12 abgewandten Ende der Spindel14 angeordnet ist. - Um eine axiale Punktlagerung der Spindel
14 zu realisieren ist ein an den Anschlag42 angrenzendes Ende44 der Spindel14 (vgl.4 ) abgerundet Alternativ kann das an den Anschlag42 angrenzende Ende44 der Spindel14 auch durch eine in die Spindel14 eingepresste Kugel (nicht gezeigt) gebildet sein. - Die
4 zeigt im Bereich des axialen Endes44 der Spindel14 außerdem ein Radiallager46 , welches zum Ausgleich von Winkelfehlern eine ballige Form aufweist. - Die Druckfeder
40 , welche die Spindel14 gegen den Anschlag42 beaufschlagt, ist innerhalb eines Freilaufs48 angeordnet, auf den später anhand der9 bis11 noch genauer eingegangen wird. Die Druckfeder40 wird dadurch in vorteilhafter Weise durch den Freilauf48 axial geführt und vor äußeren Einflüssen geschützt. - Gemäß
5 ist ein axialer Abstand x zwischen der Spindel14 , genauer der Drehmitnahme36 der Spindel14 , und dem Motorflansch24 oder Motorgehäuse38 kleiner als der axiale Abstand y zwischen der Spindel14 und der mit dem Antriebsritzel34 verbundenen elektrischen Isolierung32 . Dadurch kann sich die Spindel14 am Motorflansch24 abstützen, wenn sie entgegen der Wirkung der Druckfeder40 verschoben wird. Demzufolge wird der Anschluss zwischen dem Antriebsritzel34 und der Spindel14 zuverlässig vor Überlast geschützt und eine Beschädigung der elektrischen Isolierung32 verhindert. - Die
6 bis8 zeigen die Spindel14 und die in axialer Richtung18 auf der Spindel14 verschiebbare Spindelmutter16 im Detail. - Im Schnitt der
7 und insbesondere im Schnittdetail der8 ist gut zu erkennen, dass im Inneren der Spindelmutter16 ein unverzahnter, zylindrischer Führungsabschnitt50 ausgebildet ist, der mit einer Außengeometrie der Spindel14 zusammenwirkt. Der zylindrische Führungsabschnitt50 lässt sich mit seinem Innendurchmesser passgenau auf die Außenflanken einer Spindelverzahnung54 abstimmen, wobei diese Außenflanken geringeren Toleranzen unterliegen als der Gewindekern und die Geometrie der Gewindezähne. Somit bildet der zylindrische Führungsabschnitt50 eine hervorragende Axialführung der Spindelmutter16 relativ zur Spindel14 und verhindert zuverlässig ein Verkippen und damit ein Verklemmen der Spindelmutter16 auf der Spindel14 . - Außer dem zylindrischen Führungsabschnitt
50 weist die Spindelmutter16 ein Innengewinde52 auf, das in die Spindelverzahnung54 der Spindel14 eingreift, wobei der zylindrische Führungsabschnitt50 in axialer Richtung18 gesehen vor bzw. hinter dem Innengewinde52 angeordnet ist. - Eine axiale Länge l1 des zylindrischen Führungsabschnitts
50 beträgt mindestens 25% der Länge lgesamt der Spindelmutter16 , um eine im Wesentlichen verklemmungsfreie Axialführung zwischen der Spindelmutter16 und der Spindel14 bereitzustellen. Bei einer Bestimmung der axialen Länge l1 des Führungsabschnitts50 ist im Übrigen stets darauf zu achten, dass das verbleibende Innengewinde52 der Spindelmutter16 die erforderliche Tragfähigkeit aufweist, um die auftretenden Axialkräfte zwischen Spindel14 und Spindelmutter16 zuverlässig übertragen zu können. - Die
9 bis11 zeigen den Freilauf48 zwischen dem Antriebsmotor12 und der Spindel14 im Detail. Der Freilauf48 ist dabei nach Art einer Klauenkupplung ausgeführt, die ein Spiel in der Größenordnung von mindestens 45° bei einer Umkehr der Drehrichtung aufweist. - In den
10 und11 ist das drehfest mit einer Motorwelle56 verbundene Antriebsritzel34 dargestellt, welches die Spindel14 über klauenartige Spindelfortsätze58 in einer Drehrichtung mitnehmen kann und somit die Drehmitnahme36 bildet. Bei Umkehr der Drehrichtung weist der Freilauf48 gemäß11 ein Spiel a mit a – 90° auf. Durch dieses Spiel a des Freilaufs48 kann das Antriebsritzel34 vor einer Mitnahme der Spindel14 zunächst beschleunigt werden und daher bei Mitnahme der Spindel14 ein größeres Moment auf die Spindel14 aufbringen als im Fall einer starren Verbindung zwischen Antriebsritzel34 und Spindel14 . Insbesondere nach einer Blockfahrt übersteigt dann das vom Antriebsmotor12 aufgebrachte Moment ein sogenanntes „Losbrechmoment” und verhindert damit ein Verklemmen der Spindelmutter16 auf der Spindel14 . Des Weiteren erlaubt der als Klauenkupplung ausgeführte Freilauf48 auch einen Toleranz und Winkelfehlerausgleich. - Um den Antriebsmotor
12 mit seinem Motorgehäuse38 elektrisch zu isolieren ist, wie oben bereits erwähnt, die elektrische Isolierung32 vorgesehen, welche durch eine Aufnahme aus einem elektrisch isolierenden Material gebildet ist. Die elektrische Isolierung32 ist über das Antriebsritzel34 mit der Motorwelle56 des Antriebsmotors12 verbunden und greift über die klauenartigen Spindelfortsätze58 an der Spindel14 an. Gemäß der vorliegenden Ausführungsform ist das Antriebsritzel34 komplett mit der elektrischen Isolierung32 beschichtet, sodass die Spindel14 vom Antriebsmotor12 elektrisch isoliert ist. - Die
12 bis14 zeigen Details des reversiblen Schlossstraffers10 im Bereich des Mitnehmers20 . - Gemäß
14 umfasst der Mitnehmer20 ein Seil60 , insbesondere ein Stahlseil, welches an einem Seilende62 mit einem Endbeschlag64 verbunden, insbesondere verpresst ist. An diesem Endbeschlag64 wird später das Gurtschloss22 befestigt. An einem entgegengesetzten Seilende65 ist ein ähnlicher Endbeschlag67 mit dem Seil60 verbunden, insbesondere verpresst, wobei dieser Endbeschlag67 an der Spindelmutter16 montiert ist (vgl.7 ). - Der Mitnehmer
20 umfasst ferner eine Buchse66 im Übergangsbereich zwischen Endbeschlag64 und Seil60 , eine flexible Gliederhülle68 , welche das Seil60 umschließt, und eine Druckfeder70 , welche die Gliederhülle68 in Seilrichtung zur Spindelmutter16 hin vorspannt. - Zur Führung des Seils
60 bzw. der Gliederhülle68 ist ein rohrförmiger Mantel72 vorgesehen, welcher mittels eines Beschlags74 fest an der Fahrzeugkarosserie montiert ist. - Die Buchse
66 , die Druckfeder70 und die Gliederhülle68 sind zumindest im Bereich des Seilendes62 in Seilrichtung relativ zum Seil60 verschiebbar. - Beim Einfahren des Endbeschlags
64 , das heißt einer Bewegung des Gurtschlosses22 in Straffrichtung76 , kann der Schlossstraffer10 geometrisch so ausgebildet sein, dass sein Endanschlag nicht durch die Spindelmutter16 , sondern durch die Buchse66 definiert wird. Ein Außendurchmesser der Buchse68 ist nämlich größer als ein Innendurchmesser des Mantels72 , sodass ein Ende78 des Mantels72 einen Anschlag für die in Straffrichtung76 bewegte Buchse66 darstellt. - Die Druckfeder
70 beaufschlagt in der Ausführungsvariante gemäß12 die Buchse66 gegen den Endbeschlag64 und die Gliederhülle68 in Richtung zur Spindelmutter16 . Dabei findet ein ungedämpftes, „hartes” Fahren auf Block statt, wohingegen die Ausführungsvariante gemäß den13 und14 ein gedämpftes, „sanftes” Fahren auf Block ermöglicht. - Wie in
14 gut zu erkennen, ist die Druckfeder70 in diesem Fall nicht zwischen Buchse66 und Gliederhülle68 , sondern zwischen Endbeschlag64 und Buchse66 angeordnet. Die hauptsächliche Funktion der Buchse66 , nämlich sensible Abdeckungsteile im Fahrzeuginnenraum vor scharfen Kanten im Übergangsbereich zwischen dem Seil60 und dem Endbeschlag64 zu schützen, wird auch in dieser Ausführungsvariante erfüllt, genau wie die hauptsächliche Funktion der Druckfeder70 , nämlich die Gliederhülle68 in Richtung zur Spindelmutter16 vorzuspannen. - Zusätzlich dient die Druckfeder
70 gemäß den13 und14 einer Dämpfung beim Fahren auf Block. Wird nämlich das Gurtschloss22 über den mit dem Seil60 verpressten Endbeschlag64 in Straffrichtung76 eingezogen, so schlägt die Buchse66 bei ausreichender Länge der Spindel14 am Ende78 des Mantels72 an. Danach kann das an der Spindelmutter16 befestigte Seil60 sowie der am Seilende62 verpresste Endbeschlag64 entgegen der Federkraft der Druckfeder70 in Straffrichtung76 bewegt werden. Mit anderen Worten ist der Anschlag des reversiblen Schlossstraffers10 gedämpft ausgeführt, wodurch ein Verklemmen des Schlossstraffers10 im Falle einer Blockfahrt weitgehend verhindert wird. - Bei einer gedämpften Ausbildung des Anschlags wie zum Beispiel in den
13 und14 dargestellt wird vorzugsweise ein Motorstrom des Antriebsmotors12 überwacht und der Antriebsmotor12 bei einem Anstieg des Motorstroms, der auf das Erreichen des Anschlags deuten lässt, abgeschaltet. Das Erreichen des Anschlags kann mittels einer geeigneten Software detektiert werden, da die Stromaufnahme des Antriebsmotors12 leicht ansteigt, sobald der Antriebsmotor12 gegen die Federkraft der Druckfeder70 arbeiten muss. Somit lässt sich eine Fahrt auf Block erkennen, bevor der volle Federweg ausgenutzt ist. Infolge der sofortigen Abschaltung des Antriebsmotors12 lässt sich die Belastung aller beteiligten Schlossstraffer-Bauteile (z. B. Spindel14 , Spindelmutter16 , Freilauf48 , Antriebsmotor12 , ...) auf ein Minimum reduzieren. - Die vorgenannten Maßnahmen tragen somit auf unterschiedlichste Art dazu bei, ein Verklemmen des Schlossstraffers
10 beim Fahren auf Block zu verhindern. Der zylindrische Führungsabschnitt50 sorgt für eine verbesserte Führung zwischen der Spindel14 und der Spindelmutter16 , die Druckfeder70 für eine Anschlagdämpfung bei einer Bewegung des Gurtschlosses22 in Straffrichtung76 , die Druckfeder40 für eine Anschlagdämpfung bei einer Bewegung des Gurtschlosses22 entgegen der Straffrichtung76 und der Freilauf48 für ein erhöhtes Losbrechmoment. Die elektrische Isolierung32 ist üblicherweise aus einem nachgiebigen, vorzugsweise elastischen Material gefertigt, so dass sich über den Verformungsweg analog zum Prinzip des Freilaufs48 ebenfalls ein erhöhtes Losbrechmoment aufbauen kann. Hauptsächlich bringt die elektrische Isolierung32 jedoch Vorteile hinsichtlich der Geräuschdämpfung und der elektromagnetischen Verträglichkeit.
Claims (14)
- Reversibler Schlossstraffer mit einem Antriebsmotor (
12 ), einer Spindel (14 ), die mit dem Antriebsmotor (12 ) verbunden ist, einer Spindelmutter (16 ), die in axialer Richtung (18 ) auf der Spindel (14 ) verschoben weben kann, einem Mitnehmer (20 ), dessen eines Ende mit der Spindelmutter (16 ) verbunden ist, und einem Gurtschloss (22 ), das mit dem anderen Ende des Mitnehmers (20 ) verbunden ist, gekennzeichnet durch mindestens eines der folgenden Merkmale, das ein Verklemmen der Spindelmutter (16 ) bei Blockfahrten verhindert: – ein zylindrischer Führungsabschnitt (50 ) im inneren der Spindelmutter (16 ), der mit der Außengeometrie der Spindel (14 ) zusammenwirkt – ein Freilauf (48 ) zwischen dem Antriebsmotor (12 ) und der Spindel (14 ); – eine Druckfeder (70 ) zwischen dem Gurtschloss (22 ) und einem Anschlag. - Schlossstraffer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelmutter (
16 ) ein Innengewinde (52 ) aufweist, das in die Spindel (14 ) eingreift, und dass der zylindrische Führungsabschnitt (50 ) in axialer Richtung (18 ) betrachtet vor und/oder hinter dem Innengewinde (52 ) angeordnet ist. - Schlossstraffer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Länge (l1) des zylindrischen Führungsabschnittes (
50 ) mindestens 25% der Länge (lgesamt) der Spindelmutter (16 ) beträgt. - Schlossstraffer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Freilauf (
48 ) nach Art einer Klauenkupplung ausgeführt ist, die ein Spiel in der Größenordnung von mindestens 45° bei einer Umkehr der Drehrichtung aufweist. - Schlossstraffer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine elektrische Isolierung (
32 ) zwischen Antriebsmotor (12 ) und der Spindel (14 ), wobei eine mit einem Antriebsritzel (34 ) des Antriebsmotors (12 ) verbundene Aufnahme aus einem elektrisch isolierenden Material gebildet ist, an der die Spindel (14 ) angreift. - Schlossstraffer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor (
12 ) mittels eines Motorflansches (24 ) aus elektrisch isolierendem Material an einem Gehäuse (26 ) befestigt ist. - Schlossstraffer nach Anspruch 5 oder Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Masseanschluss des Antriebsmotors (
12 ) mit einer elektronischen Steuereinheit verbunden ist. - Schlossstraffer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Druckfeder (
40 ) die Spindel in axialer Richtung gegen einen Anschlag beaufschlagt, und dass die Druckfeder (40 ) innerhalb des Freilaufs (48 ) angeordnet ist. - Schlossstraffer nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (
42 ) an einem Gehäuse (26 ) ausgebildet ist und an ein vom Antriebsmotor (12 ) abgewandtes Ende (44 ) der Spindel (14 ) angrenzt. - Schlossstraffer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das an den Anschlag (
42 ) angrenzende Ende (44 ) der Spindel (14 ) abgerundet ist. - Schlossstraffer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in das an den Anschlag (
42 ) angrenzende Ende (44 ) der Spindel (14 ) eine Kugel eingepresst ist. - Schlossstraffer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Spindel (
14 ) an einem Motorflansch (24 ) abstützen kann, wenn sie entgegen der Wirkung der Druckfeder (40 ) verschoben wird. - Schlossstraffer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfeder (
70 ) am Mitnehmer (20 ) angeordnet ist und sich zwischen einem Endbeschlag (64 ) des Mitnehmers (20 ) und einem Mantel (72 ) des Mitnehmers (20 ) abstützt. - Schlossstraffer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Motorstrom des Antriebsmotors (
12 ) überwacht und der Antriebsmotor (12 ) bei einem Anstieg des Motorstroms, der auf das Erreichen eines Anschlags deuten lässt, abgeschaltet wird.
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