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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 in einer Gasströmung einer mit einer Motorsteuerung und einem Sauerstoffsensor ausgestatteten Brennkraftmaschine, bei dem die Sauerstoffkonzentration O2,Sens der Gasströmung in einer keramisch aufgebauten Meßzelle des Sensors mittels eines meßtechnisch erfaßbaren Stroms ISens, der bei konstant angelegter und aufrechterhaltener Spannung USens fließt, ermittelt wird.
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Des Weiteren betrifft die Erfindung einen Sauerstoffsensor zur Durchführung eines Verfahrens der genannten Art.
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Im Rahmen der vorliegenden Erfindung umfaßt der Begriff Brennkraftmaschine Dieselmotoren, Ottomotoren, aber auch Hybrid-Brennkraftmaschinen.
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Brennkraftmaschinen werden nach dem Stand der Technik in der Regel mit mindestens einem Sauerstoffsensor ausgestattet, der einlaßseitig im Ansaugsystem bzw. auslaßseitig im Abgasabführsystem angeordnet sein kann. Die Kenntnis der Sauerstoffkonzentration O2 dient im Rahmen der Steuerung der Brennkraftmaschinen unterschiedlichen Zwecken.
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Ein im Ansaugsystem der Brennkraftmaschine angeordneter Sensor kann beispielsweise dazu verwendet werden, eine Abgasrückführung zu steuern bzw. zu regeln, d. h. die Rückführrate einzustellen.
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Die Abgasrückführug (AGR), d. h. die Rückführung von Verbrennungsgasen von der Auslaßseite auf die Einlaßseite der Brennkraftmaschine, wird insbesondere eingesetzt, um die Stickoxidemissionen zu reduzieren. Mit zunehmender Rückführrate können die Stickoxidemissionen deutlich gesenkt werden.
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Die Abgasrückführrate xAGR bestimmt sich dabei zu xAGR = mAGR/(mAGR + mFrischluft), wobei mAGR die Masse an zurückgeführtem Abgas und mFrischluft die zugeführte Frischluft bezeichnet. Um eine deutliche Senkung der Stickoxidemissionen zu erreichen, sind hohe Abgasrückführraten xAGR erforderlich, die in der Größenordnung von bis 70% liegen können.
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Damit der Sensor mit Ladeluft, die neben der Frischluft auch rückgeführtes Abgas enthalten kann, und nicht ausschließlich mit Frischluft beaufschlagt wird, ist der Sensor stromabwärts der Einmündung der Rückführleitung der AGR in die Ansaugleitung anzuordnen.
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Der Sensor erfaßt die Sauerstoffkonzentration O2 in der Ladeluftströmung, die im Rahmen einer Bilanzierung zur Ermittlung des Anteils Fintake der aus der Verbrennung resultierenden Fraktion an der Ladeluft bzw. zur Ermittlung der Rückführrate xAGR herangezogen werden kann. Unter Verwendung des Sensors kann somit die Rückführrate xAGR der AGR eingestellt, d. h. ein vorzugsweise in der Rückführleitung angeordnetes Absperrelement, welches als AGR-Ventil zur Einstellung der Rückführrate dient, betätigt werden.
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Unter bestimmten Voraussetzungen kann auf dieses Weise eine Closed-Loop-Regelung der AGR realisiert werden, wenn beispielsweise nur eine einzige Abgasrückführung vorgesehen ist. Darüber hinaus kann die mittels Sensor erfaßte Sauerstoffkonzentration O2 bzw. der Anteil Fintake dazu verwendet werden, die Stickoxidkonzentration CNOx,exhaust im Abgas zu bestimmen, d. h. die Rohemission an Stickoxiden NOx. Auf einen im Abgasabführsystem angeordneten kostenintensiven NOx-Sensor zur Ermittlung der Stickoxidkonzentration CNOx,exhaust im Abgas bzw. zur Regelung des AGR-Ventils, d. h. zur Regelung der rückgeführten Abgasmenge, kann dabei verzichtet werden.
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Bei einer mittels Abgasturbolader aufgeladenen Brennkraftmaschine, welche mit einer Niederdruck-AGR ausgestattet ist, bei der eine Rückführleitung stromabwärts der Turbine aus der Abgasleitung abzweigt und stromaufwärts des Verdichters in die Ansaugleitung mündet, wird der Sauerstoffsensor vorzugsweise stromabwärts des Verdichters und stromaufwärts eines gegebenenfalls vorgesehenen Ladeluftkühlers angeordnet.
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Zum einen stellt die Rückführung von nachbehandeltem Abgas mittels Niederdruck-AGR sicher, dass der Sensor nicht durch im Abgas befindliche Rußpartikel bzw. durch im Abgas befindliches Öl verschmutzt wird. Zum anderen weist die Ladeluft nach der Kompression im Verdichter eine erhöhte Temperatur auf. Letzteres unterstützt den Sensor, der in der Regel mit einer elektrischen Heizung ausgestattet ist, seine Betriebstemperatur zu erreichen und zu halten.
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Neben der Rückführung heißer Abgase sind aber weitere Maßnahmen erforderlich, um die Schadstoffemissionen zu senken. Daher werden Brennkraftmaschinen nach dem Stand der Technik mit mehreren Abgasnachbehandlungssystemen ausgestattet.
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Zur Oxidation der unverbrannten Kohlenwasserstoffe (HC) und von Kohlenmonoxid (CO) werden Oxidationskatalysatoren im Abgassystem vorgesehen. Sollen zusätzlich Stickoxide (NOx) reduziert werden, kann dies bei Ottomotoren durch den Einsatz eines Dreiwegkatalysators erreicht werden, der dazu aber einen in engen Grenzen ablaufenden stöchiometrischen Betrieb (λ ≈ 1) erfordert.
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Zur Reduzierung der Stickoxide werden entweder selektive Katalysatoren eingesetzt, bei denen gezielt Reduktionsmittel in das Abgas eingebracht wird, um die Stickoxide selektiv zu vermindern, oder Stickoxidspeicherkatalysatoren, bei denen die Stickoxide zunächst im Katalysator absorbiert, d. h. gesammelt und gespeichert, werden, um dann während einer Regenerationsphase bei Sauerstoffmangel reduziert zu werden.
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Zur Minimierung der Emission von Rußpartikeln werden nach dem Stand der Technik sogenannte regenerative Partikelfilter eingesetzt, die die Rußpartikel aus dem Abgas herausfiltern und speichern, wobei diese Rußpartikel im Rahmen der Regeneration des Filters intermittierend verbrannt werden.
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Zur Überwachung der vorstehend genannten Abgasnachbehandlungssysteme bzw. zum Überprüfen ihrer Funktionstüchtigkeit kann ein auslaßseitig im Abgasabführsystem der Brennkraftmaschine angeordneter Sauerstoffsensor verwendet werden bzw. dienlich sein, da in den Nachbehandlungssystemen ablaufende Reaktionen die Sauerstoffkonzentration O2 im Abgas, d. h. in der vorliegend relevanten Gasströmung, verändern.
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Um das Emissionsverhalten einer Brennkraftmaschine und grundsätzlich den Betrieb der Brennkraftmaschine zu verbessern, ist es erforderlich, eine qualitativ hochwertige Steuerung bzw. Regelung vorzusehen, d. h. die im Abgasabführsystem vorgesehenen Abgasnachbehandlungssysteme sowie eine die Zusammensetzung der Ladeluft beeinflussende Abgasrückführung möglichst exakt zu steuern bzw. zu regeln.
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Eine qualitativ hochwertige Steuerung bzw. Regelung setzt voraus, dass die von den Sensoren gelieferten Signale möglichst genau sind, insbesondere die vom Sauerstoffsensor erfaßte Sauerstoffkonzentration bzw. die der Motorsteuerung zur weiteren Verwendung bereitgestellte Sauerstoffkonzentration einen möglichst geringen Fehler aufweist.
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Zwischen den – ähnlich den Platten eines Kondensators – beabstandet zueinander angeordneten freien Enden der Meßzelle wird eine konstante Spannung USens angelegt und aufrechterhalten, wobei der von den Sauerstoffmolekülen generierte und zwischen den freien Enden fließende Strom ISens meßtechnisch erfaßt wird (siehe 1a). Das dem Sensor zugrunde liegende Meßprinzip zur Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 beruht darauf, dass die Sauerstoffkonzentration O2 in der Gasströmung proportional zu dem meßtechnisch erfaßten Strom ISens ist.
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Die aus dem Stand der Technik bekannten Sauerstoffsensoren verfügen über eine keramisch aufgebaute Meßzelle, in welche die die Meßzelle umströmende Gasströmung über eine Diffusionspassage eintritt. In der Meßzelle ist eine Sauerstoffpumpe angeordnet, die sich über einen elektrischen Pumpenstrom ISens regeln läßt. Über die Klemmen der Pumpe wird eine konstante Spannung USens durch die Regelung des Pumpenstroms ISens aufrechterhalten. Bleibt die Spannung USens konstant, hat sich ein Gleichgewicht zwischen der Sauerstoffzufuhr via Diffusionspassage und der Sauerstoffabfuhr via Sauerstoffpumpe eingestellt, wobei sich die Sauerstoffkonzentration anhand des dafür erforderlichen Pumpenstroms ISens, der meßtechnisch erfaßt wird, ermitteln läßt (siehe 1a). Das dem Sensor zugrunde liegende Meßprinzip zur Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 beruht darauf, dass die Sauerstoffkonzentration O2 in der Gasströmung nahezu proportional zu dem meßtechnisch erfaßten Strom ISens ist.
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Wie 1b zu entnehmen ist, besteht ein funktionaler Zusammenhang zwischen der Sauerstoffkonzentration O2,sens und dem meßtechnisch erfaßten Strom ISens. Es gilt: O2,sens = f(ISens) 1b zeigt in einem Diagramm den funktionalen Zusammenhang, wobei der Sensorstrom ISens in [mA] auf der Abszisse und die Sauerstoffkonzentration O2,sens in [Vol%] auf der Ordinate aufgetragen sind.
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Da sich einerseits die Größe des Sensorstroms ISens aus der Anzahl der als Ladungsträger fungierenden Sauerstoffmoleküle pro Zeiteinheit bemißt und andererseits die Sauerstoffkonzentration O2,sens gemäß 1b in [Vol%] aufgetragen ist, ändert sich die Steigung der in 1b dargestellten linearen Funktion f(ISens), wenn sich die Dichte in der Gasströmung, d. h. der Druck pSens an der Meßzelle ändert.
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Den Einfluß des Drucks auf die vom Sensor gelieferte Sauerstoffkonzentration O2,sens berücksichtigen die aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren nicht. Vielmehr wird der funktionale Zusammenhang O2,sens = f(ISens) für einen einzigen konkreten Druck p0 ermittelt und in der Motorsteuerung zur weiteren Verwendung hinterlegt.
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Liegt dann tatsächlich ein höherer Druck pSens in der Meßzelle an als der Druck p0, der dem funktionalen Zusammenhang f(ISens) zugrunde gelegt wurde, d. h. pSens > p0, liefert der Sensor eine zu hohe Sauerstoffkonzentration O2,sens in [Vol%]. Gilt hingegen pSens < p0, liefert der Sensor eine zu geringe Sauerstoffkonzentration O2,sens, d. h. eine Sauerstoffkonzentration, die niedriger ist als die tatsächlich in der Gasströmung vorliegende Sauerstoffkonzentration O2,tat.
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Eine fehlerhaft ermittelte Sauerstoffkonzentration O2 wirkt sich nachteilig auf die Qualität der Steuerung bzw. Regelung der Brennkraftmaschine aus, d. h. auf die Qualität der Steuerung bzw. Regelung der Abgasnachbehandlungssysteme und der Abgasrückführung und damit auf das Emissionsverhalten.
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Insbesondere bei aufgeladenen Brennkraftmaschinen, bei denen die Druckverhältnisse stärker variieren können, macht es sich negativ bemerkbar, dass der Einfluß des Drucks auf die vom Sensor gelieferte Sauerstoffkonzentration O2 nicht berücksichtigt wird.
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Vor dem Hintergrund des oben Gesagten ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 aufzuzeigen, mit dem die nach dem Stand der Technik bekannten Nachteile überwunden werden und das insbesondere eine verbesserte Steuerung bzw. Regelung der Brennkraftmaschine ermöglicht.
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Eine weitere Teilaufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Sauerstoffsensor zur Durchführung eines derartigen Verfahrens bereitzustellen.
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Gelöst wird die erste Teilaufgabe durch ein Verfahren zur Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 in einer Gasströmung einer mit einer Motorsteuerung und einem Sauerstoffsensor ausgestatteten Brennkraftmaschine, bei dem die Sauerstoffkonzentration O2,sens der Gasströmung in einer keramisch aufgebauten Meßzelle des Sensors mittels eines meßtechnisch erfaßbaren Stroms ISens, der bei konstant angelegter und aufrechterhaltener Spannung USens fließt, ermittelt wird, und das dadurch gekennzeichnet ist, dass der Druck pSens an der Meßzelle bei der Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 mitberücksichtigt wird.
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Das erfindungsgemäße Verfahren berücksichtigt, dass der Druck pSens in der Gasströmung und damit in der Meßzelle des Sensors variiert und Einfluß hat auf die vom Sensor gelieferte Sauerstoffkonzentration O2,sens. Dies ermöglicht eine gegenüber dem Stand der Technik deutlich verbesserte Steuerung bzw. Regelung der Brennkraftmaschine, wodurch die erste der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe gelöst wird.
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Die Berücksichtigung des in der Gasströmung vorherrschenden Drucks kann dabei auf ganz unterschiedliche Weise erfolgen.
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So können beispielsweise für eine Vielzahl unterschiedlicher Drücke pSens,i unterschiedliche Funktionen O2,sens = fi(ISens) in der Motorsteuerung hinterlegt und verwendet werden. Zur Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 wird dann in einem ersten Verfahrensschritt der Druck in der Gasströmung ermittelt. Dies kann rechnerisch erfolgen oder aber ebenfalls meßtechnisch mittels Sensor. Als Eingangssignale für die Motorsteuerung dient dann neben dem meßtechnisch erfaßten Sensorstrom ISens auch der Druck pSens an der Meßzelle, wobei zunächst die zu dem momentan vorherrschenden Druck pSens,i korrespondierende Funktion fi(ISens) ermittelt wird und daran anschließend unter Verwendung dieser Funktion und des momentanen Stroms ISens die Sauerstoffkonzentration O2,sens ausgelesen wird. Die Funktion kann bzw. die Funktionen fi(ISens) können als Tabelle bzw. look-up table in der Motorsteuerung hinterlegt werden.
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Andere vorteilhafte Verfahrensvarianten zur Berücksichtigung des in der Gasströmung vorherrschenden Drucks werden in Zusammenhang mit den bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens, d. h. in Zusammenhang mit den Unteransprüchen, erörtert.
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Vorteilhaft sind Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen der Druck pSens mittels Sensor meßtechnisch erfaßt wird.
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Eine Vielzahl von Brennkraftmaschinen ist bereits mit mindestens einem Drucksensor ausgestattet. So verfügen aufgeladene Brennkraftmaschinen in der Regel über einen Drucksensor zur Erfassung des Ladedrucks, d. h. des Drucks in der Ladeluftströmung stromabwärts einer einstufigen bzw. zweistufigen Kompression mittels Verdichter. Da man auch den Sauerstoffsensor bei einer aufgeladenen Brennkraftmaschine aufgrund des höheren Temperaturniveaus vorzugsweise stromabwärts des Verdichters anordnet, würde der Ladedrucksensor mit dem Ladedruck gleichzeitig den Druck pSens liefern, der an der Meßzelle des Sauerstoffsensors herrscht, so dass im Rahmen des. erfindungsgemäßen Verfahrens zur Ermittlung des Drucks auf bereits vorhandene Sensoren zurück gegriffen werden kann und keine zusätzlichen Sensoren vorgesehen werden müssen.
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Nicht nur im Ansaugsystem einer Brennkraftmaschine, sondern auch im Abgasabführsystem werden nach dem Stand der Technik bereits Drucksensoren eingesetzt.
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So wird als Kriterium für die Einleitung der Regeneration eines Partikelfilters häufig der stromaufwärts des Filters vorliegende Abgasgegendruck, der mit anwachsender Partikelmasse im Filter zunimmt, herangezogen, d. h. der Druck in der Gasströmung stromaufwärts des Filters. Dieser Abgasgegendruck würde auch an einem stromaufwärts des Filters vorgesehenen Sauerstoffsensor anliegen, so dass der Abgasgegendruck den an der Meßzelle des Sensors anliegenden Druck pSens abbildet, d. h. darstellt.
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Nichtsdestotrotz sind auch Ausführungsformen des Verfahrens vorteilhaft, bei denen der Druck pSens mittels Modell rechnerisch bestimmt wird. Es können auch mehrere Rechenmodelle verwendet werden. Ausgehend von dem zumindest näherungsweise bekannten Umgebungsdruck, der am Eintritt des Ansaugsystems bzw. am Austritt aus dem Abgasabführsystem vorliegt, kann der Druck mittels Simulation nahezu an jeder beliebigen Stelle des Leitungssystems einer Brennkraftmaschine berechnet, d. h. abgeschätzt werden.
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Die rechnerische Bestimmung kann auch mit einer meßtechnischen Erfassung des Drucks kombiniert werden, d. h. von einem mittels Drucksensor erfaßten Druck ausgehen. Liegt beispielsweise bei einer aufgeladenen Brennkraftmaschine ein mittels Sensor meßtechnisch erfaßter Ladedruck vor, kann ausgehend von diesem Druck mittels Simulationsrechnung auf den Druck stromaufwärts des Verdichters geschlossen werden, der für einen stromaufwärts des Verdichters angeordneten Sauerstoffsensor dann den Druck pSens an der Meßzelle darstellt.
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Vorteilhaft sind Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen eine Variation der Sensitivität des Sensors bei der Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 mitberücksichtigt wird.
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Die Sensitivität von Sauerstoffsensoren schwankt und zwar zum einen aufgrund von fertigungstechnisch bedingten Toleranzen von Sensor zu Sensor, d. h. die Sensoren haben schon von Hause aus eine unterschiedliche Sensitivität, und zum anderen auch bei einem einzelnen Sensor infolge des Betriebs bzw. infolge der äußeren Einflüsse, denen der Sensor während des Betriebs ausgesetzt ist. In diesem Zusammenhang spielt auch die Verschmutzung des Sensors durch Abgasbestandteile und die thermische Alterung des Sensors infolge thermischer Beanspruchung eine Rolle.
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Die Unterschiede in der originären Sensitivität bzw. die mit dem Betrieb des Sensors auftretenden Änderungen in der Sensitivität können bei der Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 mitberücksichtigt, d. h. kompensiert werden.
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Diesbezüglich sind Ausführungsformen des Verfahrens vorteilhaft, bei denen eine korrigierte Sauerstoffkonzentration O2,cor ermittelt wird unter Verwendung der Gleichung O2,cor = f(ISens)·f(pSens)·Cadap, wobei Cadap ein dimensionsloser Faktor ist, mit dem die Variation der Sensitivität des Sensors kompensiert wird. Die Funktion f(pSens) dient der Kompensation von Druckänderungen, d. h. der Berücksichtigung eines sich ändernden Drucks pSens in der Gasströmung.
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An dieser Stelle sei angemerkt, dass die allgemeine Bezeichnung ”Sauerstoffkonzentration O2” einen Sammelbegriff darstellt, unter den die verschiedenen spezifischen Sauerstoffkonzentrationen subsumiert werden, nämlich die vom Sensor gelieferte Sauerstoffkonzentration O2,sens sowie die korrigierte Sauerstoffkonzentration O2,cor.
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In Zusammenhang mit der in Rede stehenden Ausführungsform sind Verfahrensvarianten vorteilhaft, bei denen die korrigierte Sauerstoffkonzentration O
2,cor ermittelt wird unter Verwendung der Gleichung
wobei p
0 ein vorgebbarer Referenzdruck, O
2,sens die vom Sensor als Ausgangssignal bereitgestellte Sauerstoffkonzentration und K
p ein Druckfaktor ist, mit dem eine Abweichung des Drucks p
Sens vom Referenzdruck p
0 kompensiert wird.
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Die vom Sensor als Ausgangssignal gelieferte Sauerstoffkonzentration O2,sens ist prinzipbedingt fehlerbehaftet, da diese weder Änderungen in der Sensitivität noch Variationen im Druck berücksichtigt.
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Als Korrektiv dient neben dem Faktor C
adap, der bereits erläutert wurde, die Funktion
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Die Funktion f(pSens) dient der Kompensation von Druckänderungen, d. h. der Berücksichtigung eines sich ändernden Drucks pSens in der Gasströmung. Als Referenzdruck p0 dient vorzugsweise – aber nicht zwingend – der Umgebungsdruck patm. Da der Druck in der Gasströmung pSens rechnerisch ermittelt bzw. meßtechnisch erfaßt wird, stellt der Faktor Kp die einzige Unbekannte in der Funktion f(pSens) dar. Entspricht der Druck pSens in der Gasströmung dem Referenzdruck p0, für den die Funktion f(ISens) ermittelt wurde, ist eine Kompensation im Hinblick auf eine Druckabweichung nicht erforderlich. Folgerichtig nimmt die Funktion f(pSens) den Wert 1 an. Es gilt: f(pSens = p0) = 1.
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Vorteilhaft sind Verfahrensvarianten, bei denen die Faktoren Cadap und Kp im Rahmen einer Kalibrierung mittels Motorsteuerung bestimmt werden. Im Rahmen der Kalibrierung wird eine Iteration durchgeführt, die eine vorgebbare Anzahl n an Iterationsschritten umfassen kann, beispielsweise n = 10, wobei die Startwerte für die Faktoren Cadap und Kp vorgegeben werden können.
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Da der Faktor Cadap auch die Unterschiede in der originären Sensitivität berücksichtigt, ist dieser Faktor auch ein Qualitätsmerkmal für neue, d. h. vor dem erstmaligen Betrieb stehende Sensoren. Insofern kann es sinnvoll sein, für den Faktor Cadap einen Wertebereich vorzugeben, innerhalb dessen der Faktor liegen muß, beispielsweise 0,95 < Cadap < 1,05 bzw. 0,9 < Cadap < 1,1. Für die Iteration wird dann ein Startwert gewählt, der ebenfalls innerhalb des vorgegebenen Wertebereichs liegt.
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Für den Druckfaktor Kp kann ebenfalls ein Wertebereich vorgeben werden, innerhalb dessen der Faktor Kp liegen soll, beispielsweise 1,1 < Kp < 1,7 bzw. 1,2 < Kp < 1,6.
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Vorteilhaft sind Verfahrensvarianten, bei denen die Kalibrierung in einem Betriebszustand der Brennkraftmaschine durchgeführt wird, in welchem die korrigierte Sauerstoffkonzentration O2,cor in der Gasströmung bekannt ist.
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Um die Kalibrierung bzw. Iteration unter Verwendung der Gleichung (1) durchführen zu können, ist die Kenntnis der korrigierten, d. h. der tatsächlichen Sauerstoffkonzentration O2,car erforderlich. Insofern ist es vorteilhaft, die Kalibrierung in einem Betriebszustand der Brennkraftmaschine durchzuführen, in welchem die korrigierte, d. h. die tatsächliche Sauerstoffkonzentration O2,cor in der Gasströmung bekannt ist. Dann umfaßt die Gleichung (1) nur zwei Unbekannte, nämlich die Faktoren Cadap und Kp.
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Vorteilhaft sind dabei Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen die Kalibrierung durchgeführt wird, wenn die Sauerstoffkonzentration O2 bzw. O2,cor in der Gasströmung der Sauerstoffkonzentration O2,atm in der Umgebungsluft entspricht, d. h. wenn bei trockener Umgebungsluft gilt: O2,car = O2,arm ≈ 21%.
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Vorteilhaft sind Ausführungsformen des Verfahrens, bei denen die Kalibrierung im Schubbetrieb der Brennkraftmaschine durchgeführt wird. Während des Schubbetriebs wird die Kraftstoffversorgung der Brennkraftmaschine grundsätzlich deaktiviert, so dass nur Frischluft gefördert bzw. angesaugt wird und die Zylinder sowie das Ansaugsystem bzw. Abgasabführsystem durchströmt. Folglich entspricht die Sauerstoffkonzentration in der aus Frischluft bestehenden Gasströmung der Sauerstoffkonzentration in der Umgebungsluft. Bei trockener Umgebungsluft gilt: O2,cor = O2,atm ≈ 21%.
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Nach einigen Arbeitsspielen sind die Gas führenden Leitungen ausreichend mit Frischluft gespült und zwar auch die Leitungen des Abgasabführsystems sowie die Leitungen einer gegebenenfalls nicht deaktivierten Abgasrückführung, so dass sichergestellt ist, dass sich an jeder Stelle des Ansaug- und Abgasabführsystems Frischluft befindet. Infolgedessen entspricht die Sauerstoffkonzentration am Sauerstoffsensor in jedem Fall derjenigen in der Umgebungsluft, unabhängig davon an welcher Stelle der Sensor angeordnet ist.
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Aus den vorstehend genannten Gründen sind Ausführungsformen des Verfahrens vorteilhaft, bei denen die Kalibrierung n Arbeitsspiele, nachdem die Brennkraftmaschine in den Schubbetrieb überführt wurde, durchgeführt wird.
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Wie bereits erwähnt, sind Ausführungsformen des Verfahrens vorteilhaft, bei denen zur Durchführung der Kalibrierung für die Faktoren Cadap und Kp Wertebereiche vorgegeben werden, innerhalb derer die Faktoren zu liegen haben. Die vorliegende Ausführungsform legt fest, dass nicht nur die Startwerte der beiden Faktoren in den vorgegebenen Bereichen liegen müssen, sondern vielmehr sämtliche Werte der Faktoren während der Kalibrierung bzw. Iteration.
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Die zweite der Erfindung, zugrunde liegende Teilaufgabe, nämlich einen Sauerstoffsensor zur Durchführung eines Verfahrens der vorstehend genannten Art bereitzustellen, wird gelöst durch einen Sauerstoffsensor, bei dem der meßtechnisch erfaßte Strom ISens, der bei konstanter Spannung USens in der keramisch aufgebauten Meßzelle des Sensors fließt, dazu dient, die Sauerstoffkonzentration O2 einer Gasströmung der Brennkraftmaschine mittels Motorsteuerung zu ermitteln, und der dadurch gekennzeichnet ist, dass ein Element zur meßtechnischen Erfassung des Drucks pSens an der Meßzelle des Sensors vorgesehen ist.
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Das im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Gesagte gilt ebenfalls für den erfindungsgemäßen Sauerstoffsensor.
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Da gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren der Druck pSens in der Gasströmung bei der Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 berücksichtigt werden soll, ist es überaus vorteilhaft den Druck genau an der Stelle zu bestimmen, an der auch die Sauerstoffkonzentration ermittelt wird, nämlich an bzw. in der Meßzelle des Sensors.
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Darüber hinaus bietet der erfindungsgemäße Sensor weitere Vorteile. Die integrale Ausbildung des Sauerstoff- und Drucksensors in einem gemeinsamen Bauteil, d. h. Meßfühler, senkt beispielsweise die Montagekosten, da statt zwei Sensoren nur ein einziger Sensor einzubauen ist, und damit auch die Bereitstellungskosten. Der Raumbedarf für die Sensoren zur Erfassung der Drucks pSens und der Sauerstoffkonzentration O2 wird ebenfalls verringert.
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Vorteilhaft sind Ausführungsformen des Sensors, bei denen ein Element zur meßtechnischen Erfassung der Temperatur TSens an der Meßzelle des Sensors vorgesehen ist.
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Ähnlich wie der Druck pSens hat auch die Temperatur TSens Einfluß auf die Dichte in der Gasströmung. Die Erfassung der Temperatur trägt somit zur Steigerung der Qualität der ermittelten Sauerstoffkonzentration bei.
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Bei aufgeladenen Brennkraftmaschinen, die im Ansaugsystem mit einem Verdichter eines Abgasturboladers und einem stromabwärts des Verdichters angeordneten Ladeluftkühler ausgestattet sind, sind Ausführungsformen vorteilhaft, bei denen der Sauerstoffsensor zwischen dem Verdichter und dem Ladeluftkühler angeordnet ist.
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Im Folgenden wird die Erfindung anhand der 1a, 1b, 2 und 3 näher beschrieben.
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Hierbei zeigt:
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1a schematisch den Aufbau eines Sauerstoffsensors,
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1b in einem Diagramm den funktionalen Zusammenhang zwischen dem Sensorstrom ISens und der Sauerstoffkonzentration O2,sens,
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2 schematisch eine Ausführungsform einer Brennkraftmaschine mit Sensor, und
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3 in Gestalt eines Flußdiagramms eine Variante des Verfahrens zur Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2.
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Die 1a und 1b wurden bereits in Zusammenhang mit dem Stand der Technik erläutert.
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2 zeigt schematisch eine Ausführungsform einer Brennkraftmaschine 1 mit Sensor 15, die über mindestens einen Zylinder 2 verfügt.
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Jeder Zylinder 2 weist mindestens eine Einlaßöffnung auf und wird über ein auf der Einlaßseite 5a vorgesehenes Ansaugsystem 3 mit Ladeluft versorgt. Das Ansaugsystem 3 umfaßt neben einer Ansaugleitung 4 auch einen Einlaßkrümmer 6, der zu den Einlaßöffnungen der Zylinder 2 führt. Zum Abführen der Abgase weist jeder Zylinder 2 mindestens eine Auslaßöffnung auf, an die sich eine Abgasleitung 7 anschließt.
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Die in 2 dargestellte Brennkraftmaschine 1 wird mittels Abgasturboauflader 8 aufgeladen und ist zudem mit einer Abgasrückführung 9, 12 ausgestattet. Der Lader 8 verfügt über eine in der Abgasleitung 7 angeordnete Turbine 8b und einen in der Ansaugleitung 4 angeordneten Verdichter 8a. Zur Ausbildung einer Niederdruck-AGR 9 ist eine Rückführleitung 9a vorgesehen, die stromabwärts der Turbine 8b aus der Abgasleitung 7 abzweigt und stromaufwärts des Verdichters 8a in die Ansaugleitung 4 mündet und in der ein Kühler 9b angeordnet ist, der die Temperatur im heißen Abgasstrom senkt bevor das Abgas sich stromaufwärts des Verdichters 8a mit Frischluft mischt, die via Ansaugleitung 4 über einen Luftfilter 3a angesaugt wird. In der Rückführleitung 9a ist des Weiteren ein als Niederdruck-AGR-Ventil 9d fungierendes Absperrelement 9d angeordnet, das der Einstellung der mittels Niederdruck-AGR 9 rückgeführten Abgasmenge dient. Die Niederdruck-AGR 9 verfügt über eine Bypaßleitung 9c zur Überbrückung des Kühlers 9b.
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Stromaufwärts der Abzweigung der Rückführleitung 9a sind zwei Abgasnachbehandlungssysteme 14 in der Abgasleitung 7 angeordnet, nämlich ein Oxidationskatalysator 14a und ein Partikelfilter 14b, die sicherstellen, dass via Niederdruck-AGR 9 nur nachbehandeltes Abgas in das Ansaugsystem 3 gelangt.
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Da die Rückführung von Abgas aus der Abgasleitung 7 in die Ansaugleitung 4 eine Druckdifferenz, d. h. ein Druckgefälle, erfordert, ist ein System 11 zur Einstellung des Abgasgegendrucks vorgesehen. Eine in der Abgasleitung 7 angeordnete Drossel 13 wird mit einer Umgehungsleitung 11a ausgestattet. Durch geeignetes Verstellen der Drossel 13 sowie eines in der Umgehungsleitung 11a vorgesehenen Absperrelementes 11b läßt sich der Abgasgegendruck stromaufwärts der Drossel 13 variieren und steuern.
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Das mittels Niederdruck-AGR 9 in die Ansaugleitung 4 eingebrachte Abgas wird mit Frischluft gemischt. Die so gebildete Ladeluft wird dem Verdichter 8a zugeführt und verdichtet. Stromabwärts des Verdichters 8a wird die komprimierte Ladeluft dann in einem in der Ansaugleitung 4 vorgesehenen Ladeluftkühler 10 gekühlt.
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Der Ladeluftkühler 10 befindet sich oberhalb der mindestens einen Einlaßöffnung des mindestens einen Zylinders 2. Die geodätische Höhe im Ansaugsystem 3 nimmt in Strömungsrichtung ausgehend vom Eintritt 10a in den Ladeluftkühler 10 bis hin zum Zylinder 2 ab, so dass in Strömungsrichtung ein durchgehendes Gefälle vorliegt. Erreicht wird dies auch dadurch, dass der Eintritt 10a in den Ladeluftkühler 10 geodätisch höher liegt als der Austritt 10b aus dem Ladeluftkühler 10. Eine Ansammlung und eine schlagartige Einbringung von Kondensat, insbesondere auskondensiertem Wasser, werden dadurch vermieden.
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Um sehr hohe Rückführraten erzeugen zu können, ist eine zusätzliche Abgasrückführung 12 vorgesehen. Zur Ausbildung dieser Hochdruck-AGR 12 ist eine Leitung 12a vorgesehen, die stromaufwärts der Turbine 8b aus der Abgasleitung 7 abzweigt und stromabwärts des Ladeluftkühlers 10 in das Ansaugsystem 3 mündet. Zur Einstellung der via Hochdruck-AGR 12 rückgeführten Abgasmenge ist in der Leitung 12a ein als Hochdruck-AGR-Ventil 12b dienendes Absperrelement 12b angeordnet.
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Stromabwärts der Einmündung der Rückführleitung 9a in die Ansaugleitung 4 ist ein Sensor 15 zur Erfassung der Sauerstoffkonzentration O2,Sens in der Ladeluft vorgesehen. Der Sensor 15 ist stromabwärts des Verdichters 8a zwischen Verdichter 8a und Ladeluftkühler 10 angeordnet, so dass nur das mittels Niederdruck-AGR 9 rückgeführte Abgas den Sensor 15 passiert.
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Beim Durchströmen des Verdichters 8a wird die aus Frischluft und Abgas gemischte Ladeluft homogenisiert, was die Qualität der Messung verbessert, da die mittels Sensor 15 erfaßte Konzentration O2 als repräsentativ für die Ladeluftströmung angesehen werden kann.
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Die Temperatur der Ladeluft stromabwärts des Verdichters 8a ist infolge Kompression erhöht, was dem Auskondensieren von Wasser entgegen wirkt und den Sensor 15 beim Erreichen der Betriebstemperatur unterstützt.
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Wenn die Abgasrückführung 9, 12 ausschließlich via Niederdruck-AGR 9 erfolgt, d. h. die Hochdruck-AGR 12 deaktiviert ist, kann die Niederdruck-AGR 9 mittels Closed-Loop-Regelung betrieben werden.
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Die mittels Sensor 15 erfaßte Sauerstoffkonzentration O2,Sens ermöglicht die Ermittlung des Anteils Fintake der aus der Verbrennung resultierenden Fraktion in der Ladeluft bzw. die Ermittlung der Rückführrate xAGR. Unter Verwendung des Sensors 15 kann somit die Rückführrate xAGR der Niederdruck-AGR 9 eingestellt, d. h. das in der Rückführleitung 9a angeordnete Absperrelement 9d zur Einstellung der Rückführrate betätigt werden. Die Stickoxidkonzentration CNOx,exhaust im Abgas kann ebenfalls anhand der Sauerstoffkonzentration bestimmt werden.
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3 zeigt schematisch in Gestalt eines Flußdiagramms eine Variante des Verfahrens zur Ermittlung der Sauerstoffkonzentration O2 in grob vereinfachter Form.
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Zunächst wird überprüft, ob die Randbedingungen für die Kalibrierung des Sensors vorliegen. Ist dies nicht der Fall, wird das Verfahren abgebrochen. Sind die Randbedingungen hingegen gegeben, wird zunächst der Druck pSens in der Gasströmung, d. h. an der Meßzelle, ermittelt, rechnerisch oder aber meßtechnisch mittels Sensor.
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Im weiteren Verlauf des Verfahrens werden die Faktoren Cadap und Kp bestimmt. Hierzu wird eine Iteration durchgeführt, die n Iterationsschritte umfaßt. Zu Beginn der Iteration werden für die Faktoren Cadap und Kp Startwerte vorgegeben. Beide Faktoren müssen während der Kalibrierung bzw. Iteration innerhalb vorgegebener Wertebereiche liegen. Verläßt einer der beiden Faktoren den vorgegebenen Wertebereich, werden die Iteration und damit die Kalibrierung abgebrochen.
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Es kann auch vorkommen, dass die Brennkraftmaschine nicht lange genug in dem für die Kalibrierung erforderlichen Modus betrieben wird, beispielsweise im Schubbetrieb. Dann reicht die zur Verfügung stehende Zeit unter Umständen nicht aus, um die n Iterationsschritte durchzuführen, weshalb in einem gesonderten Verfahrensschritt zu überprüfen ist, ob genügend Daten während der Iteration generiert wurden, um den Sensor zu kalibrieren. Ist dies nicht der Fall, kann der Sensor mit dem Faktor Cadap immer noch hinsichtlich der Sensitivität kalibriert werden, wobei der Einfluß des Drucks – wie im Stand der Technik – unberücksichtigt bleibt.
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Im weiteren Verlauf des Verfahrens wird dann unter Verwendung der Gleichung
die Sauerstoffkonzentration O
2,cor ermittelt. Ein Referenzdruck p
0 ist in der Motorsteuerung hinterlegt. Der Sauerstoffsensor liefert die Sauerstoffkonzentration O
2,sens in der Gasströmung.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- aufgeladene Brennkraftmaschine
- 2
- Zylinder
- 3
- Ansaugsystem
- 3a
- Luftfilter
- 4
- Ansaugleitung
- 5a
- Einlaßseite
- 5b
- Auslaßseite
- 6
- Einlaßkrümmer
- 7
- Abgasleitung
- 8
- Abgasturbolader
- 8a
- Verdichter
- 8b
- Turbine
- 9
- Niederdruck-AGR, Abgasrückführung
- 9a
- Rückführleitung
- 9b
- zweiter Kühler
- 9c
- Bypaßleitung
- 9d
- Absperrelement, Niederdruck-AGR-Ventil
- 10
- Ladeluftkühler
- 10a
- Eintritt in den Ladeluftkühler
- 10b
- Austritt aus dem Ladeluftkühler
- 11
- System zur Einstellung des Abgasgegendrucks
- 11a
- Umgehungsleitung
- 11b
- Absperrelement
- 12
- zusätzliche Abgasrückführung, Hochdruck-AGR
- 12a
- Leitung
- 12b
- Absperrelement, Hochdruck-AGR-Ventil
- 13
- Drossel
- 14
- Abgasnachbehandlungssystem
- 14a
- Oxidationskatalysator
- 14b
- Partikelfilter
- 15
- Sensor, Sauerstoffsensor
- AGR
- Abgasrückführung
- Cadap
- dimensionsloser Faktor zur Kompensation einer Änderung der Sensorsensitivität
- CNox,exhaust
- Stickoxidkonzentration im Abgas
- Fintake
- Anteil der aus der Verbrennung resultierenden Fraktion in der Ladeluft
- Kp
- Druckfaktor zur Kompensation einer Druckabweichung
- mAGR
- Masse an zurückgeführtem Abgas
- mFrischluft
- Masse an zugeführter Frischluft bzw. Verbrennungsluft
- n
- Anzahl der Arbeitsspiele
- O2
- Sauerstoffkonzentration in der Gasströmung
- O2,atm
- Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre, d. h. in der Umgebung
- O2,cor
- korrigierte Sauerstoffkonzentration, tatsächliche Sauerstoffkonzentration
- O2,sens
- vom Sensor gelieferte Sauerstoffkonzentration
- ISens
- in der Meßzelle des Sensors meßtechnisch erfaßter Strom
- USens
- in der Meßzelle des Sensors angelegte Spannung
- pSens
- Druck an bzw. in der Meßzelle
- p0
- Referenzdruck
- TSens
- Temperatur an der Meßzelle
- xAGR
- Abgasrückführrate