-
Die Erfindung betrifft eine Montagehilfsvorrichtung für ein Heckspoilermodul gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
-
Aus dem Serienfahrzeugbau ist es bekannt, Baugruppen vorzufertigen und diese dann als Modul an die entsprechende Stelle im Fahrzeug heranzubringen und dort einzubauen. Als Beispiele sind hier das Cockpitmodul oder das Heckspoilermodul genannt. Gerade beim Heckspoilermodul kann sich der Einbau schwierig und für den jeweiligen Werker umständlich gestalten, da sich das Heckspoilermodul im Heckbereich an schlecht zugänglichen Stellen befindet.
-
So ist es beispielsweise aus der
DE 10 2008 026 879 bekannt, mittels einer Positioniereinrichtung das Heckspoilermodul an das Fahrzeug heranzufahren und von oben in die dafür vorgesehene Aufnahme einzusetzen. Dabei wird das Heckspoilermodul an der Einbauöffnung der Bremsleuchte mit einem Konturenstück ausgerichtet. Bei der gezeigten Montagehilfsvorrichtung der
DE 10 2008 026 879 handelt es sich um eine Hilfsvorrichtung für einen feststehenden Heckspoiler, der auf die Karosserie aufgeklebt wird. Für Heckspoilermodule die auch eine Antriebseinrichtung sowie eine Höhenverstelleinrichtung umfassen ließe sich diese Vorrichtung nicht verwenden.
-
Es besteht darin die Aufgabe der Erfindung darin, eine gattungsgemäße Montagehilfsvorrichtung derart weiterzuentwickeln, dass deren Eignung für Heckspoilermodule mit Antriebs- und Verstellvorrichtung verbessert ist.
-
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
-
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Merkmalen der untergeordneten Ansprüche.
-
Kern der Erfindung ist, eine Montagehilfsvorrichtung zur Verfügung zu stellen, die sowohl für Vormontagearbeiten des Moduls geeignet ist als auch zur Montage desselbigen am Fahrzeug. Dazu weist die Montagehilfsvorrichtung eine Aufnahmeeinrichtung für das Heckspoilermodul auf. Die Aufnahmeeinrichtung kann über eine Längsverstelleinrichtung in Längsrichtung des Kraftfahrzeugs hin- und her verschoben und über eine Höhenverstelleinrichtung nach oben und unten verfahren werden. Damit kann eine Bewegungskurve für die Aufnahmeeinrichtung von einer hinteren unteren Anschlagposition in eine vordere obere Anschlagposition abgebildet werden. In der vorderen oberen Anschlagposition befindet sich das Heckspoilermodul in Überdeckung mit der entsprechenden Öffnung im Heck des Kraftfahrzeugs, so dass das Heckspoilermodul durch eine kontrollierte Absenkbewegung passgenau in die Öffnung eingesetzt werden kann.
-
Von Vorteil ist, wenn die Montagehilfsvorrichtung eine Schwenkeinrichtung aufweist, über die die Aufnahmeeinrichtung zusammen mit dem Heckspoilermodul verschwenkbar gehalten ist. Vormontagearbeiten an der Unterseite des Heckspoilermoduls können so leicht vorgenommen werden. Denkbar sind entsprechende Fixiereinrichtungen, die die Aufnahmeeinrichtung und damit auch das Heckspoilermodul in einer bestimmten Winkellage halten.
-
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann mit einer Positionierhilfsvorrichtung die Montagehilfsvorrichtung gegenüber dem Heck ausgerichtet werden. Die Positionierhilfsvorrichtung greift dazu an Stellen des Rohbaus an, die eine Referenz auf die Öffnung im Heck mit geringsten Toleranzen erlaubt.
-
In einer robusten Ausgestaltung der Erfindung kann die Längsverstelleinrichtung durch Schienen gebildet ist, auf denen die Aufnahmeeinrichtung zwischen einer vorderen und einer hinteren Anschlagposition hin- und her verschiebbar ist.
-
Im Zusammenwirken mit den Schienen lässt sich die Auf- und Abbewegung der Aufnahmeeinrichtung über eine Kulissenführung abbilden.
-
Das Absenken der Aufnahmeeinrichtung an der vorderen oberen Anschlagposition kann durch die Höhenverstelleinrichtung gedämpft erfolgen. Dadurch kann ein langsames, kontrolliertes Einsetzen des Heckspoilermoduls erfolgen.
-
Für die Vormontagearbeiten und die sichere Bewegung das Heckspoilermoduls können Fixiereinrichtungen vorgesehen sein, mittels derer das Heckspoilermodul an der Aufnahmeeinrichtung festgelegt werden kann.
-
Die Erfindung umfasst des weiteren ein Verfahren zum Vormontieren eines Heckspoilermoduls und zur Montage des selbigen in ein Heck eines Kraftfahrzeugs mit einer Montagehilfsvorrichtung, bei der das vorzumontierende Heckspoilermodul an einer Aufnahmeeinrichtung befestigt wird, anschließend Vormontagearbeiten durchgeführt werden, wonach das Heckspoilermodul, nach seiner Fertigstellung, durch Verlagerung der Aufnahmeeinrichtung in horizontale Überdeckung mit der Öffnung im Heck gebracht wird, und anschließend durch Absenken der Aufnahmeeinrichtung in die Öffnung eingesetzt wird.
-
Ferner kann die Aufnahmeeinrichtung für die Vormontagearbeiten um eine Schwenkachse verdreht werden, um Arbeiten an der Unterseite des Heckspoilermoduls durchzuführen.
-
Für die Ausrichtung des Heckspoilermoduls gegenüber der entsprechenden Öffnung im Heck kann Montagehilfsvorrichtung mittels einer Positionierhilfseinrichtung an Referenzstellen des Rohbaus des Kraftfahrzeugs positioniert werden.
-
Eine bevorzugte Ausgestaltungsform wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
-
1 eine schematische Ansicht der Montagehilfsvorrichtung in einer Ansicht von oben,
-
2 eine schematische Ansicht der Montagehilfsvorrichtung in einer Ansicht von der Seite,
-
3 Bewegungsablauf einer Aufnahmevorrichtung der Montagehilfsvorrichtung sowie
-
4 eine bevorzugte Ausgestaltungsform der Montagehilfsvorrichtung in perspektivischer Ansicht schräg von vorne
-
Die 1 und 2 zeigen schematisch eine Montagehilfsvorrichtung 1 und ihre Anordnung und Verwendung innerhalb einer Hauptmontagelinie 2. Die Hauptmontagelinie 2 setzt sich aus mehreren, nicht näher dargestellten Schubplatten zusammen, auf denen jeweils ein zu fertigendes Fahrzeug 3 in Vorschubrichtung V bewegt wird.
-
Die Montagehilfsvorrichtung 1 dient einerseits zum Vormontieren eines Heckspoilermoduls 4 als auch zum Zuführen und passgenauen Einsetzen des vorgefertigten Heckspoilermoduls 4 in eine entsprechende Öffnung 5 im Heck 6 des Fahrzeugs 3.
-
Dazu weist die Montagehilfsvorrichtung 1 eine Aufnahmeeinrichtung 7 für das Trägerteil des Heckspoilermoduls 4 auf. Diese Aufnahmeeinrichtung 7 ist am Gestell 8 der Montagevorrichtung 1 parallel zur Vorschubrichtung V über eine hier nicht näher dargestellte Längsverstelleinrichtung hin- und herverschiebbar gemäß Pfeil X gelagert.
-
Die hintere Anschlagposition ist in 1 gestrichelt dargestellt, die vordere Anschlagposition ist mit einer durchgezogenen Linie gekennzeichnet.
-
Gleichzeitig lässt sich die Aufnahmeeinrichtung 7 in der Höhe gemäß Pfeil Z über eine ebenfalls hier nicht dargestellte Höhenverstelleinrichtung nach oben und unten verfahren. Dabei zeigt die gestrichelte Linie in 2 die untere und die durchgezogene Linie die obere Anschlagposition.
-
Ferner ist die Aufnahmeeinrichtung 7 um eine quer zur Vorschubrichtung V angeordnete Achse 9 gemäß Pfeilrichtung S über eine nicht dargestellte Schwenkeinrichtung verschwenkbar gelagert.
-
Letztlich verfügt die Montagehilfsvorrichtung 1 über eine Positionierhilfseinrichtung 8 zur passgenauen Positionierung des vormontierten Heckspoilermoduls 4 senkrecht über der Öffnung 5 im Heck 5.
-
Im Zusammenwirken der Längsverstelleinrichtung und der Höhenverstelleinrichtung ergibt sich die in 3 dargestellte Bewegungskurve für die Aufnahmeeinrichtung 4 der Montagehilfsvorrichtung 1. In der hinteren Anschlagposition AH kann der Monteur das Trägerteil des Heckspoilermoduls 1 auf die Aufnahmeeinrichtung 7 aufsetzen und fixieren. Anschließend können Vormontagearbeiten in dieser Position vorgenommen werden. Für Arbeiten an der Unterseite des Trägerteils kann die Aufnahmeeinrichtung 7 über die Schwenkeinrichtung um 180° gedreht werden. In beiden Positionen kann über entsprechende Fixiermittel eine Zwischenfixierung erfolgen. Nach Beenden der Vormontagearbeiten ist das Heckspoilermodul bereit für das Einsetzen in die Öffnung 5 des Hecks 6. Die Montagehilfsvorrichtung 1 wird hierzu an das Heck 6 des Fahrzeugs 3 so herangefahren, dass die Positionierhilfsvorrichtung 8 in ohnehin vorgesehene Aussparungen des Fahrzeugrohbaus eingreift. Anschließend wird die Aufnahmeeinrichtung 7 von ihrer hinteren Anschlagposition AH in ihre vordere obere Anschlagposition AVO verfahren, wobei bei dieser Verfahrbewegung die Längsverstelleinrichtung und die Höhenverstelleinrichtung zusammenwirken. In der vorderen oberen Anschlagposition AVO ist die Aufnahmeeinrichtung 7 so positioniert, dass sich das Heckspoilermodul 4 senkrecht oberhalb der Öffnung 5 des Hecks 6 befindet. Die nun folgende Absenkbewegung in Z-Richtung bis zur vorderen unteren Anschlagposition AVU kann gedämpft, beispielsweise über Puffer oder Federn, ausgeführt werden, damit vom Trägerteil senkrecht nach unten abstehende Zapfen die entsprechenden Bohrungen des Rohbaus finden. Nachdem das Heckspoilermodul 4 in die Öffnung eingesetzt wurde, kann die Aufnahmeeinrichtung 7 vom Trägerteil getrennt werden und horizontal gemäß Pfeilrichtung X wieder in die hintere Anschlagposition AH verschoben werden.
-
Die Positionierhilfseinrichtung 8 wird gelöst und die Montagehilfsvorrichtung 1 kann vom Fahrzeug 3 wegbewegt und einem neuen Zyklus zugeführt werden.
-
Im folgenden wird anhand von 4 eine bevorzugte Ausgestaltungsform der Montagehilfsvorrichtung 1 näher beschrieben.
-
Die Montagehilfsvorrichtung umfasst ein Gestell 10, das einen Rahmen 20 aufweist, der zwei untere Längsträger 30 und 40 umfasst, die über zwei untere Querträger 50 und 60 miteinander verbunden sind. In den Eckbereichen stehen Säulen 70, 80, 90 und 100. In einer mittleren Ebene sind die Säulen 70 und 80 bzw. 90 und 100 durch Längsträger 110 bzw. 120 miteinander verbunden. Parallel dazu sind die Säulen 70, 80 bzw. 90, 100 noch durch obere Längsträger 130 bzw. 140 miteinander verbunden. Schließlich ist das Gestell 10 durch einen die Säulen 80 und 90 verbindenden Querträger 150 stabilisiert.
-
Die beiden mittleren Längsträger 110 und 120 sind jeweils mit einer Kulissenführung 160 und 170 versehen, die die oben erwähnte Höhenverstelleinrichtung bildet und auf die später noch genauer eingegangen wird.
-
Ferner stehen von den vorderen Säulen 80 und 90 jeweils eine Positionierhilfe 180 und 190 ab, die die oben bereits genannte Positionierhilfseinrichtung 8 bilden und die für das Positionieren des Gestells 10 gegenüber dem Fahrzeug geeignet ist.
-
Für die Längsverstelleinrichtung 11 weisen in der oberen Ebene des Gestells 10 die nach innen weisenden Stirnseiten der oberen Längsträger 130 und 140 Schienen 200 und 210 auf, auf denen die Aufnahmeeinrichtung 7 gemäß Pfeilrichtung X hin und her bewegt werden kann. Die Aufnahmevorrichtung 7 dient – wie oben bereits erwähnt – zur Aufnahme des nicht dargestellten Heckspoilermoduls. Mittels einer Einstellvorrichtung 250, 260 kann das Heckspoilermodul an der Aufnahmevorrichtung 7 fixiert werden. Die oben erwähnte Schwenkvorrichtung ist in 4 mit der Bezugsziffer 12 bezeichnet. Sie dient dazu, die Aufnahmevorrichtung 7 zu Montagearbeiten um die Schwenkachse 9 zu verdrehen, bzw. verschwenken, so dass Montagearbeiten auch an der Unterseite vorgenommen werden können.
-
Neben der Schienenführung über die Schienen 200/210 in Längsrichtung X verfügt die Aufnahmevorrichtung 7 über eine Höhenverstellvorrichtung 13, um die Aufnahmevorrichtung 7 in Hochrichtung Z des Gestells 10 anheben bzw. absenken zu können. Die Höhenverstellvorrichtung umfasst auf beiden Seiten des Gestells 10 Schlitten 270 bzw. 280, die über Hebel 290, 300 bewegt werden. Am freien Ende des Hebels 290, 300 befindet sich eine Rolle 310, 320, die bei Längsverschiebung der Aufnahmevorrichtung 7 auf dem mittleren Längsträger 110, 120 und damit auf der Kulissenführung 160, 170 verfahrbar gehalten ist. Durch das Anheben der Rolle 310, 320 beim Verschieben der Aufnahmevorrichtung 7 wird die Verschiebung in Z-Richtung realisiert. An der oberen, vorderen Anschlagposition AVO gleitet die Rolle 310, 320 unter Mitnahme der Aufnahmevorrichtung 7 nach unten bis zur unteren, vorderen Anschlagposition AVU und positioniert dabei das Heckspoilermodul in die dafür vorgesehene Öffnung im Heck. Nach Entkoppeln des Heckspoilermoduls von der Aufnahmevorrichtung 7 kann die Aufnahmevorrichtung 7 wieder in die dargestellte Ausgangsposition, d. h. in die hintere Anschlagposition AH zurück gefahren werden. Die Rolle 310, 320 gleitet bzw. rollt dabei auf dem mittleren Längsträger 110, 120 unterhalb der Kulissenführung 160, 170 und gleitet dabei unter einem Teilabschnitt 330 bzw. 340 der jeweiligen Kulissenführung 160 bzw. 170 entlang, der dazu über eine Schwenkachse 350, 360 gelagert ist und um diese verschwenkt werden kann.
-
Die in 4 dargestellte Position zeigt die Aufnahmevorrichtung 7 in Vormontagestellung. In dieser Vormontagestellung wird das Heckspoilermodul vormontiert. Nachdem dies geschehen ist, wird Aufnahmevorrichtung 7 entriegelt und in Längsrichtung X des Gestells 10 verschoben.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102008026879 [0003, 0003]