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Die vorgeschlagene Lösung betrifft eine Antriebsvorrichtung für ein Elektrofahrrad gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruch 1 und ein Elektrofahrrad mit einer Antriebsvorrichtung gemäß Patentanspruch 12.
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Es ist bekannt, an einem Elektrofahrrad, mithin an einem sogenannten E-Bike oder Pedelec, zwei Elektromotoren in Kombination mit einem eine Planetenradstufe aufweisenden Überlagerungsgetriebe einzusetzen, um ein Übersetzungsverhältnis zwischen Antrieb und Abtrieb stufenlos einzustellen. Eine solche Antriebsvorrichtung weist hierbei zum einen eine Tretlagerwelle auf, über die ein von einem Fahrer des Elektrofahrrads erzeugtes Antriebsdrehmoment eingeleitet werden kann und an der hierfür Pedale vorgesehen sind. Über eine mit einem Rad des Elektrofahrrads zu koppelnde Abtriebswelle der Antriebsvorrichtung wird dann ein an der Tretlagerwelle eingeleitetes Antriebsdrehmoment und/oder ein elektromotorisch erzeugtes Drehmoment an ein Rad, üblicherweise ein Hinterrad des Elektrofahrrads, übertragen. Über das Überlagerungsgetriebe sind die Tretlagerwelle und die Abtriebswelle miteinander gekoppelt, wobei ein von einem ersten Elektromotor der zwei Elektromotoren erzeugtes Drehmoment zumindest teilweise an die Abtriebswelle übertragbar ist. Über den zweiten Elektromotor der zwei Elektromotoren ist ein Übersetzungsverhältnis stufenlos einstellbar, sodass das Elektrofahrrad über ein Antriebsdrehmoment des ersten Elektromotors beschleunigbar ist, ohne dass hierfür an der Tretlagerwelle schneller oder mit größerer Kraft gedreht werden müsste. Der zweite Elektromotor dient derart auch der Abstützung des von dem ersten Elektromotor erzeugten Drehmoments und kann hierfür je nach Übersetzungsverhältnis eine Rotorwelle in unterschiedliche Drehrichtungen drehen. Eine Antriebsvorrichtung für ein Elektrofahrrad mit einem vergleichbaren Überlagerungsgetriebe und zwei Elektromotoren ist hierbei beispielsweise aus der
EP 2 218 634 A1 bekannt.
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Bei der aus der
EP 2 218 634 A1 bekannten Antriebsvorrichtung ist ein von dem ersten Elektromotor erzeugtes Drehmoment über ein drehfest mit einer ersten Rotorwelle verbundenes Ritzel zumindest teilweise an eine Abtriebswelle übertragbar, indem das rotorwellenseitige Ritzel mit einer Außenverzahnung eines Hohlrads der Planetenradstufe kämmt. Ein zusätzlich vorgesehener zweiter Elektromotor steht über eine weitere Getriebestufe mit einem Sonnenrad der Planetenradstufe in Verbindung. Über die jeweiligen Getriebestufen zwischen den Rotorwellen der Elektromotoren und dem Hohlrad einerseits und dem Sonnenrad andererseits wird jeweils eine Übersetzung ins Langsame bereitgestellt. Hierbei sieht die
EP 2 218 634 A1 ausdrücklich bestimmte Übersetzungsverhältnisse vor, um bestimmte Antriebscharakteristiken der vorgeschlagenen Antriebsvorrichtung erreichen zu können. Ferner drehen die Tretlagerwelle, die Abtriebswelle und das Sonnenrad um dieselbe Wellenachse.
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Die
DE 10 2016 121 855 A1 beschreibt eine Fahrradantriebseinheit, die im Wesentlichen einen Planetenzahnradmechanismus, einen ersten Motor und einen Schneckenantrieb umfasst. Der Planetenzahnradmechanismus umfasst einen Eingangskörper, einen Ausgangskörper und einen Getriebekörper. Der Eingangskörper ist ausgebildet, eine Drehung von einer Kurbelwelle zu empfangen. Der Ausgangskörper ist ausgebildet, eine Drehung von dem Eingangskörper nach außerhalb der Fahrradantriebseinheit auszugeben. Der Getriebekörper ist ausgebildet, ein Drehungsverhältnis des Eingangskörpers zum Ausgangskörper zu steuern. Der erste Motor ist ausgebildet, eine Drehung an den Getriebekörper zu übertragen. Der Schneckenantrieb ist in einem Übertragungsweg vorgesehen, der eine Drehung zwischen dem ersten Motor und dem Getriebekörper überträgt.
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Die
DE 10 2017 003 945 A1 beschreibt einen elektromotorischen Zusatzantrieb für ein Elektrofahrrad, der unangenehme Übersetzungssprünge aufgrund eines Umschaltens zwischen unterschiedlichen Zahnradpaarungen vermeidet, indem eine stufenlos variable Übersetzung der von der Pedal-Kurbelwelle und von einem Unterstützungsmotor über ein Planetengetriebe auf ein Abtriebsrad übertragenen Drehmomente realisiert wird. Der Unterstützungsmotor und eine Kurbelwelle treiben dazu über einen Planetenträger und eine Sonne eine Abtriebs-Hohlwelle an. Zum Variieren des Übersetzungsverhältnisses wird bei zwei frei drehbaren von drei Wellen des Planetengetriebes nun auch dessen dritte Welle nicht fixiert, sondern drehbar gelagert und variabel abgebremst oder drehzahlgeregelt aktiv angetrieben.
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Hiervon ausgehend liegt der vorgeschlagenen Lösung die Aufgabe zugrunde, eine Antriebsvorrichtung für ein Elektrofahrrad weiter zu verbessern.
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Diese Aufgabe ist mit einer Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 und einem Elektrofahrrad nach Anspruch 12 gelöst.
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Hiernach ist vorgesehen, dass die zweite Rotorwelle eines zweiten Elektromotors der Antriebsvorrichtung zu einer Drehung um eine vierte Wellenachse antreibbar ist, die zu einer ersten Wellenachse für die Tretlagerwelle und die Abtriebswelle, zu einer zweiten Wellenachse für ein Hohlrad der Planetenradstufe und damit die Getriebeachse der Planetenradstufe sowie zu einer dritten Wellenachse für die erste Rotorwelle eines ersten Elektromotors verschieden ist.
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Eine vorgeschlagene Antriebsvorrichtung ist folglich vierwellig ausgelegt und weist damit vier Wellenachsen und damit Wellenstränge auf, wobei
- - die Tretlagerwelle sowie die Abtriebswelle um die erste Wellenachse,
- - das Hohlrad der Planetenradstufe um die zweite Wellenachse,
- - die erste Rotorwelle um die dritte Wellenachse und
- - die zweite Rotorwelle um die vierte Wellenachse
drehbar sind. Durch die räumliche Trennung der Wellenachse der zweiten Rotorwelle einerseits und der Wellenachse für die Tretlagerwelle und die Abtriebswelle andererseits begrenzt die Tretlagerwelle nicht den kleinsten möglichen Durchmesser des zweiten Elektromotors. Durch die Anordnung auf einer zusätzlichen vierten Wellenachse ist es vielmehr möglich, einen zweiten Elektromotor mit - im Vergleich zu dem ersten Elektromotor - kleinerem Motordurchmesser zu verwenden. Hierdurch lässt sich die Antriebsvorrichtung kompakter und mit geringerem Gewicht gestalten.
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Die zweite Rotorwelle kann über wenigstens eine weitere Getriebestufe mit einem Sonnenrad der Planetenradstufe gekoppelt sein, um ein Drehmoment von der zweiten Rotorwelle an das Sonnenrad zu übertragen. In einer Ausführungsvariante übersetzt hierbei die wenigstens eine weitere Getriebestufe eine Drehung der zweiten Rotorwelle in eine Drehung des Sonnenrades mit geringerer Drehzahl. Die wenigstens eine weitere Getriebestufe ist somit für eine Übersetzung ins Langsame vorgesehen. In diesem Zusammenhang weist die wenigstens eine weitere Getriebestufe beispielsweise eine Übersetzung im Bereich von -1 bis -4, insbesondere -1,8 bis -2,5 auf.
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In einem Ausführungsbeispiel sind, in einer Vorderansicht entlang der vierten Wellenachse gesehen, die erste Wellenachse für die Tretlagerwelle, die vierte Wellenachse für die zweite Rotorwelle und die zweite Wellenachse für das Hohlrad (und damit die Getriebeachse der Planetenradstufe) an Eckpunkten eines virtuellen Dreiecks angeordnet. Hiermit ist der benötigte Bauraum für die zusätzliche vierte Wellenachse für die zweite Rotorwelle des zweiten Elektromotors vergleichsweise gering, sodass alle Komponenten der Antriebsvorrichtung ohne Weiteres in einem vergleichsweise klein bauenden Gehäuse gemeinsam untergebracht werden können.
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Alternativ oder ergänzend liegen die vierte Wellenachse für die zweite Rotorwelle und die dritte Wellenachse für die erste Rotorwelle in einer Ebene, zu der sowohl die erste Wellenachse für die Tretlagerwelle und die Abtriebswelle als auch die zweite Wellenachse für das Hohlrad beabstandet sind. Sowohl die erste Wellenachse als auch die zweite Wellenachse verlaufen hierbei parallel zu der durch die vierte Wellenachse und die dritte Wellenachse definierte Ebene, sind jedoch jeweils hierzu beabstandet. Ein Abstand der ersten Wellenachse zu dieser Ebene kann hierbei von einem Abstand der zweiten Wellenachse zu dieser Ebene verschieden sein.
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Alternativ oder ergänzend können die erste Wellenachse für die Tretlagerwelle und die zweite Wellenachse für das Hohlrad in einer Ebene liegen, zu der die dritte Wellenachse für die erste Rotorwelle und die vierte Wellenachse für die zweite Rotorwelle beabstandet sind, insbesondere unterschiedlich beabstandet sind. Je nach gewählten Übersetzungsverhältnissen der zwischen den Wellenachsen vorgesehenen Getriebestufen können alternativ aber auch die erste Wellenachse, die zweite Wellenachse und die dritte Wellenachse in einer gemeinsamen Ebene liegen, zu der lediglich die vierte Wellenachse für die zweite Rotorwelle des zweiten Elektromotors beabstandet ist.
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Das Hohlrad kann für ein Kämmen mit Planetenrädern der Planetenradstufe grundsätzlich eine Innenverzahnung und für eine Übertragung der Drehung der ersten Rotorwelle an das Hohlrad eine Außenverzahnung aufweisen. Der erste Elektromotor überträgt folglich sein Drehmoment zur Beschleunigung der Abtriebswelle (und damit bei bestimmungsgemäß eingebauter Antriebsvorrichtung zur Beschleunigung des Elektrofahrrads) über die Außenverzahnung des Hohlrades, das über eine Innenverzahnung mit den Planetenrädern der Planetenradstufe kämmt.
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In einer Ausführungsvariante ist die wenigstens eine Getriebestufe, über die eine Drehung der ersten Rotorwelle an das Hohlrad der Planetenradstufe übertragbar ist, als Stirnradstufe ausgebildet. Alternativ oder ergänzend kann die wenigstens eine Getriebestufe mit einem Zugmitteltrieb ausgebildet sein. Dies schließt insbesondere ein, dass die wenigstens eine Getriebestufe als Zahnriemen-Getriebestufe ausgebildet ist.
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Alternativ oder ergänzend weist die Antriebsvorrichtung für die Übertragung eines Drehmoments von dem Hohlrad an die Abtriebswelle wenigstens eine weitere Getriebestufe auf. Diese wenigstens eine weitere Getriebestufe realisiert in einem Ausführungsbeispiel eine Übersetzung ins Langsame, das heißt, die wenigstens eine weitere Getriebestufe übersetzt eine Drehung des Hohlrades mit einer ersten Drehzahl in eine Drehung der Abtriebswelle mit einer im Vergleich zu der ersten Drehzahl des Hohlrades geringeren zweiten Drehzahl. Die Übersetzung ins Langsame kann hierbei auch über genau eine weitere Getriebestufe zwischen dem Hohlrad und der Abtriebswelle realisiert sein.
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In einem Ausführungsbeispiel ist für die Übertragung eines von der Tretlagerwelle erzeugten Drehmoments an die Planetenradstufe wenigstens eine Getriebestufe vorgesehen. Über diese Getriebestufe ist die Tretlagerwelle mit einem Planetenradträger der Planetenradstufe gekoppelt. Diese der Tretlagerwelle zugeordnete Getriebestufe ist folglich zu der Getriebestufe verschieden, über die eine Drehung der ersten Rotorwelle an das Hohlrad der Planetenradstufe übertragbar ist. Bei dieser Konfiguration ist insbesondere ohne Weiteres realisierbar, dass die Rotationsachse der Tretlagerwelle und der Abtriebswelle koaxial zueinander verlaufen und die Rotationsachsen der beiden Rotorwellen des ersten und zweiten Elektromotors hierzu parallel angeordnet werden.
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Die beigefügten Figuren veranschaulichen exemplarisch mögliche Ausführungsvarianten der vorgeschlagenen Lösung.
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Hierbei zeigen:
- 1 eine Draufsicht auf eine Ausführungsvariante einer vorgeschlagenen Antriebsvorrichtung (ohne Gehäuse);
- 2 eine Vorderansicht der Antriebsvorrichtung der 1;
- 3A eine Schnittdarstellung der Antriebsvorrichtung der 1 und 2 entsprechend der Schnittlinie A-A der 2;
- 3B eine Schnittdarstellung der Antriebsvorrichtung der 1 und 2 entsprechend der Schnittlinie B-B der 2;
- 4 eine Antriebsvorrichtung unter Veranschaulichung eines Überlagerungsgetriebes, das eine Tretlagerwelle mit einer Abtriebswelle koppelt und dessen Übersetzungsverhältnis über zwei Elektromotoren stufenlos einstellbar ist.
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Die 4 zeigt eine Antriebsvorrichtung V für ein Elektrofahrrad. Hierbei sind in einem Gehäuse G, das an einem Rahmen des Elektrofahrrads anzubringen ist, die Komponenten eines Überlagerungsgetriebes UG sowie zwei Elektromotoren E1 und E2 untergebracht. Die Elektromotoren E1 und E2 können hierbei gleichartig, das heißt, zum Beispiel, mit gleicher Leistung und gleichen Abmessungen, ausgebildet sein. Die Antriebsvorrichtung V umfasst ferner eine mit Pedalen zu verbindende Tretlagerwelle T, an der Pedalhalter Ta und Tb vorgesehen sind. Durch Drehung der Tretlagerwelle T um ihre Längsachse kann ein Fahrer eines Elektrofahrrads, das mit der Antriebsvorrichtung V ausgestattet ist, ein Antriebsdrehmoment einleiten. Die Tretlagerwelle T ragt hierbei durch das Gehäuse G hindurch, sodass die Pedalhalter Ta und Tb an beiden Seiten des Gehäuses G vorstehen.
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Über das Überlagerungsgetriebe UG wird eine Drehung der Tretlagerwelle T in eine Drehung einer Abtriebswelle AT übersetzt. Die Abtriebswelle AT ist mit einem wellenseitigen, ersten Koppelteil K drehfest verbunden. Das wellenseitige, erste Koppelteil K weist zum Beispiel ein Kettenrad oder eine Riemenscheibe auf und ist über ein Kraftübertragungsglied, zum Beispiel eine Kette oder einen Riemen, mit einem radseitigen, zweiten Koppelteil, zum Beispiel in Form eines Kettenrades oder einer Riemenscheibe, verbunden, um ein Hinterrad des Elektrofahrrads anzutreiben.
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Ein Übersetzungsverhältnis des Übertragungsgetriebes UG ist mithilfe der zwei Elektromotoren E1 und E2 stufenlos einstellbar. Ein erster Elektromotor E1 kann hierbei ein Drehmoment erzeugen, das zumindest teilweise an die Abtriebswelle AT übertragbar ist, um das Elektrofahrrad elektromotorisch unterstützt anzutreiben. Mit den beiden Elektromotoren E1 und E2 ist somit ein stufenloses elektrisches Stellgetriebe gebildet.
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Hierbei treiben die Elektromotoren E1 und E2 jeweils eine ihnen zugeordnete Rotorwelle R1 oder R2 an. Die Tretlagerwelle T, die Abtriebswelle AT und die Rotorwellen R1 und R2 sind über das mehrstufige Überlagerungsgetriebe UG miteinander gekoppelt. Hierfür umfasst das Überlagerungsgetriebe UG mehrere Getriebestufen, hier in Form von Stirnradstufen ST1 bis ST4, und eine Planetenradstufe P. Die Planetenradstufe P ist dreiwellig ausgeführt und umfasst neben einem Sonnenrad S einen Planetenradträger PT mit mehreren Planetenrädern PR und ein drehbares Hohlrad H.
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Die Tretlagerwelle T, die Abtriebswelle AT und die (zweite) dem zweiten Elektromotor E2 zugeordnete Rotorwelle R2 sind koaxial zueinander angeordnet. Parallel hierzu verläuft die (erste) Rotorwelle R2 des ersten Elektromotors E1. Die Tretlagerwelle T ist über eine erste Stirnradstufe ST1 des Überlagerungsgetriebes UG drehmomentübertragend mit einer ersten Koppelwelle KW1 verbunden. Diese erste Koppelwelle KW1 ist mit dem Planetenradträger PT der Planetenradstufe P verbunden. Die Abtriebswelle AT steht wiederum über eine zweite Stirnradstufe ST2 mit einer zweiten Koppelwelle KW2 in Verbindung, die drehfest mit dem Hohlrad H verbunden ist. Während über die erste Stirnradstufe ST1 die Drehzahl der Tretlagerwelle T auf eine größere Absolutdrehzahl der ersten Koppelwelle KW1 erhöht wird, wird durch die zweite Stirnradstufe ST2 die Drehzahl der zweiten Koppelwelle KW2 in eine geringere Drehzahl der Abtriebswelle AT übersetzt.
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Der zweite, abstützende Elektromotor E2 überträgt ein Drehmoment über seine zweite Rotorwelle R2 mithilfe einer dritten Stirnradstufe ST2 an eine das Sonnenrad S lagernde dritte Koppelwelle KW3. Hierbei ist über die dargestellte Übersetzung der dritten Stirnradstufe ST3 eine Übersetzung ins Langsame vorgesehen. Ein seitens des ersten Elektromotors E1 erzeugtes Drehmoment wird über dessen erste Rotorwelle R1 mithilfe einer vierten Stirnradstufe ST4 wiederum an das Hohlrad H übertragen. Die erste Rotorwelle R1 des ersten Elektromotors E1 ist dementsprechend (über das Hohlrad H) drehmomentübertragend mit der Abtriebswelle AT verbunden. Es ist mithin eine abtriebseitige Leistungsverzweigung bei der dargestellten Antriebsvorrichtung V vorgesehen.
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Über den ersten Elektromotor E1 kann bei der dargestellten Konfiguration ein Drehmoment zur Beschleunigung der Abtriebswelle AT und damit zur Beschleunigung des Elektrofahrrads erzeugt werden. Hierbei wird der zweite Elektromotor E2 mithilfe einer Steuerelektronik SE der Antriebsvorrichtung V in Abhängigkeit von der Drehzahl des ersten Elektromotors E1 respektive dessen Rotorwelle R1 angesteuert. Hierdurch ist das Übersetzungsverhältnis des Überlagerungsgetriebes UG variabel einstellbar und ein an der Abtriebswelle AT zur Verfügung gestelltes und an das wellenseitige Koppelteil K übertragenes Abtriebsdrehmoment elektromotorisch variierbar, ohne dass sich hierfür eine Drehgeschwindigkeit der Tretlagerwelle T ändern müsste. Je nach Drehzahl des ersten Elektromotors E1 kann sich hierbei grundsätzlich auch die Drehrichtung der zweiten Rotorwelle R2 ändern.
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In Weiterbildung der Antriebsvorrichtung V der 4 sieht eine in den 1, 2, 3A und 3B dargestellte Ausführungsvariante einer Antriebsvorrichtung V gemäß der vorgeschlagenen Lösung vor, dass die zweite Rotorwelle R2 des zweiten, abstützenden Elektromotors E2 nicht koaxial zu einer Wellenachse der Tretlagerwelle T und der Abtriebswelle AT verläuft. Vielmehr ist bei der Ausführungsvariante der 1, 2, 3A und 3B eine vierte Wellenachse vorgesehen, um die die zweite Rotorwelle R2 des zweiten Elektromotors E2 zu einer Drehung antreibbar ist.
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Die Antriebsvorrichtung V der 1, 2, 3A und 3B weist folglich vier Wellenachsen A1, A2, A3 und A4 und vier hierdurch definierte Wellenstränge auf. Die Tretlagerwelle T sowie die Abtriebswelle AT sind um eine erste Wellenachse A1 drehbar. Das Hohlrad H der Planetenradstufe P ist um eine zweite Wellenachse A2 drehbar, die damit die Getriebeachse der Planetenradstufe P definiert. Die erste Rotorwelle R1 ist um eine dritte Wellenachse A3 drehbar, während die zweite Rotorwelle R2 um eine vierte Wellenachse A4 drehbar ist. Die vier Wellenachsen A1, A2, A3 und A4 verlaufen hierbei parallel zueinander, sind jedoch räumlich zueinander beabstandet.
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Analog zu der Antriebsvorrichtung V der 4 sieht die Ausführungsvariante der 1, 2, 3A und 3B hierbei weiterhin vor, dass der erste Elektromotor E1 über seine erste Rotorwelle R1 und die Stirnradstufe ST4 ein Drehmoment an eine Außenverzahnung AR des Hohlrads H überträgt. Das über eine Innenverzahnung IR mit den Planetenrädern PR der Planetenradstufe P kämmende Hohlrad R ist dementsprechend auch bei der Ausführungsvariante der 1, 2, 3A und 3B drehfest mit der Koppelwelle KW2 verbunden, sodass über die Stirnradstufe ST2 eine Drehung des Hohlrads H in eine Drehung der Abtriebswelle AT umsetzbar ist.
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Über die Stirnradstufe ST1 wird ferner analog zur Antriebsvorrichtung V der 4 auch bei der Ausführungsvariante der 1, 2, 3A und 3B ein Drehmoment der koaxial zur Abtriebswelle AT angeordneten Tretlagerwelle T an den Planetenradträger PT der Planetenradstufe P übertragen.
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Bei der dargestellten Ausführungsvariante ist die zweite Rotorwelle R2 weiterhin über eine Stirnradstufe ST3 mit dem Sonnenrad S der Planetenradstufe P gekoppelt, um ein Drehmoment von der zweiten Rotorwelle R2 an das Sonnenrad S zu übertragen. Eine hierbei gewählte Übersetzung ins Langsame liegt dabei im Bereich von -1,8 bis -2,5, zum Beispiel bei 2,1.
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Ein Übersetzungsverhältnis der Stirnradstufe ST1 liegt beispielsweise im Bereich von -4 bis -1, insbesondere bei -3,1, während ein Übersetzungsverhältnis der Stirnradstufe ST2 beispielsweise im Bereich von -1 bis -3, insbesondere bei -1,3 liegt. Für die Stirnradstufe ST4, um ein Drehmoment von der ersten Rotorwelle R1 an das Hohlrad H zu übertragen, ist beispielsweise ein Übersetzungsverhältnis im Bereich von -10 bis -6, insbesondere von -7,8 vorgesehen. Eine Standübersetzung der dargestellten Antriebsvorrichtung V liegt beispielsweise im Bereich von -6 bis -2, insbesondere bei -4.
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Wie insbesondere aus der 2 ersichtlich ist, sind bei der dargestellten Ausführungsvariante der Antriebsvorrichtung V, in einer Vorderansicht entlang der vierten Wellenachse A4 gesehen, die erste Wellenachse A1 für die Tretlagerwelle T und die Abtriebswelle AT, die vierte Wellenachse A4 für die zweite Rotorwelle R2 und die zweite Wellenachse A2 für das Hohlrad H an Eckpunkten eines virtuellen Dreiecks angeordnet. Ferner liegen die dritten und vierten Wellenachsen A3, A4 für die ersten und zweiten Rotorwellen R1, R2 in einer Ebene, zu der sowohl die erste Wellenachse A2 für die Tretlagerwelle T und die Abtriebswelle AT als auch die zweite Wellenachse A2 für das Hohlrad H parallel verlaufen, aber beabstandet sind. Die Planetenradstufe P mit der zweiten Wellenachse A2 befindet sich somit in der Vorderansicht der 2 einerseits zwischen der ersten Wellenachse der Tretlagerwelle T und der Abtriebswelle AT und der dritten Wellenachse A3 der zweite Rotorwelle R2. Andererseits befindet sich die Planetenradstufe P mit der zweiten Wellenachse A2, insbesondere aufgrund der gewählten Übersetzungsverhältnisse der einzelnen Stirnradstufen ST1 bis ST4 zwischen den dritten und vierten Wellenachsen der ersten und zweiten Rotorwellen R1, R2 der ersten und zweiten Elektromotoren E1 und E2 (hierbei aber beabstandet zu der Ebene, in der die dritten und vierten Wellenachsen A3 und A4 liegen).
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Gleichwohl bei der Antriebsvorrichtung V der 1, 2, 3A und 3B gleichartige und damit hinsichtlich ihrer Leistung im Wesentlichen identische Elektromotoren E1 und E2 vorgesehen sind, ist dies nicht zwingend. Insbesondere der zweite, abstützende Elektromotor E2 kann angesichts der Anordnung auf einer separaten vierten Wellenachse A4 ohne Weiteres mit kleinerem Motordurchmesser ausgestaltet sein. Der zweite Elektromotor E2 kann somit hinsichtlich seiner Leistung kleiner dimensioniert sein als der erste Elektromotor E1.
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Bezugszeichenliste
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- A1, A2, A3, A4
- Wellenachse
- AR
- Außenverzahnung
- AT
- Abtriebswelle
- E1
- 1. Elektromotor
- E2
- 2. Elektromotor
- G
- Gehäuse
- H
- Hohlrad
- IR
- Innenverzahnung
- K
- Koppelteil
- KW1-KW3
- Koppelwelle
- P
- Planetenradstufe
- PR
- Planetenrad
- PT
- Planetenradträger
- R1, R2
- Rotorwelle
- S
- Sonnenrad
- SE
- Steuerelektronik
- ST1-ST4
- Stirnradstufe (Getriebestufe)
- T
- Tretlagerwelle
- Ta, Tb
- Pedalhalter
- UG
- Überlagerungsgetriebe
- V
- Antriebsvorrichtung