DE102019200356A1 - Kriegsschiff mit Waffenmodul - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Kriegsschiffes mit einer entfernbar mit dem Kriegsschiff verbundenen Waffe 120 mittels einer Baulehre 10.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ausrüstung eines Kriegsschiffes mit einem entfernbaren Waffenmodul.
- Es ist vorteilhaft, wenn ein Kriegsschiff beispielsweise missionsbedingte optimal ausgestattet werden kann. Beispielsweise können Module, welche für die geplante Mission nicht benötigt werden, demontiert und zurückgelassen werden. Hierdurch steht mehr Platz und Gewicht für für die Mission benötigte Materialien zur Verfügung. Ebenso ist es vorteilhaft, wenn Waffen leicht austauschbar sind, um im Rahmen einer Modernisierung oder Umrüstung Kriegsschiffe an die aktuelle Bedrohungslage anzupassen.
- Bei der Montage einer Waffe ist es jedoch absolut notwendig diese präzise zur Hauptmessleiste des Schiffes auszurichten. Diese Ausrichtung ist notwendig, um die Stabilität des Schiffes zu gewährleisten und zuverlässig die Flugbahn eines Geschosses vorhersagen zu können. Daher ist eine präzise Ausrichtung der Waffe beim Einbau unverzichtbar. Dadurch ist jedoch ein schneller Austausch nicht realisierbar.
- Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, mit dem ein Kriegsschiff leicht anpassbar ist.
- Gelöst wird diese Aufgabe durch das Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie durch das Kriegsschiff mit den in Anspruch 10 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den Zeichnungen.
- Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Kriegsschiffes mit einer entfernbar mit dem Kriegsschiff verbundenen Waffe mittels einer Baulehre weist die folgenden Schritte auf:
- a) Herstellung des Schiffskörpers,
- b) Erzeugungen von Ausnehmungen im Deck an der Position, an welcher die Waffe entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll,
- c) Bereitstellen einer Baulehre,
- d) Befestigen von Decksbuchsen an der Baulehre.
- e) Positionieren und Ausrichten der Baulehre an der Position, an welcher die Waffe entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll, sodass die Decksbuchsen in die Ausnehmungen im Deck angeordnet werden,
- f) Verbinden der Decksbuchsen mit dem Deck des Kriegsschiffes,
- g) Entfernen der Verbindung zwischen den Decksbuchen und der Baulehre,
- h) Entfernen der Baulehre.
- Durch die Verwendung der Baulehre ist es möglich Decksbuchsen präzise auszurichten, bevor diese in Schritt f) fest mit dem Deck des Kriegsschiffs verbunden werden und hierdurch ihre Position präzise halten. Da die Decksbuchsen somit präzise ausgerichtet sind, ist auch jede Waffe, welche auf den Decksbuchsen befestigt wird, präzise ausgerichtet. Dadurch wird ein schneller Austausch einfach möglich.
- Da die Baulehre verwendet werden kann, um eine Mehrzahl an Kriegsschiffen zu fertigen ist auf dem Interoperabilität gewährleistet, sodass eine Waffe Mission bedingt auf jeden der Schiffe einsetzbar ist.
- Hierbei ist es für den Fachmann erkennbar, dass nicht alle Schritte in der angegebenen Reihenfolge erfolgen müssen. Beispielsweise kann die Erzeugung der Ausnehmungen in Schritt b) auch nach oder während der Schritte c) und/oder d) erfolgen. Auch die Herstellung des Schiffskörpers in Schritt a) muss nur soweit fortgeschritten sein, dass das Verfahren ausgeführt werden kann. Wird das Schiff beispielsweise sektionsweise hergestellt, so kann gegebenenfalls die Einbringung bereits in eine Sektion erfolgen, lange bevor der eigentliche Schiffskörper insgesamt hergestellt ist.
- In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt das Verbinden in Schritt f) mittels Schweißen. Wichtig ist hierbei die Dauerhaftigkeit der Verbindung, da diese Verbindung beispielsweise beim Abfeuern einer Waffe großen Kräften ausgesetzt ist.
- In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird in Schritt e) die Baulehre zur Hauptmessleiste des Schiffes ausgerichtet.
- Die Baulehre weist bevorzugt einen Referenzpunkt zur Ausrichtung auf. Beispielsweise kann es sich um eine Markierung handeln. Alternativ und bevorzugt handelt es sich bei dem Referenzpunkt um eine Möglichkeit zur Verbindung mit einem Messgerät zur Ausrichtung. Beispielsweise kann eine Möglichkeit zur Verbindung eine Anlagefläche, eine Ausnehmung oder dergleichen sein. Ein Messgerät zur Ausrichtung ist beispielsweise ein Klinometer.
- In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden in Schritt b) drei bis 16 Ausnehmungen für drei bis 16 Decksbuchsen erzeugt werden. Bevorzugt werden sechs bis 12 Ausnehmungen für sechs bis 12 Decksbuchsen erzeugt.
- In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird zusätzlich ein Anschluss für Elektrik, Pneumatik und/oder Hydraulik bereitgestellt. Bevorzugt ist der Anschluss innerhalb der durch die Decksbuchsen aufgespannten Fläche angeordnet.
- In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt nach Schritt h):
- i) Verbinden der Waffe mit den Decksbuchsen.
- In einer weiteren alternativen Ausführungsform der Erfindung erfolgt nach Schritt h):
- j) Verbinden einer Geräteplattform mit den Decksbuchsen,
- k) Verbinden der Waffe mit der Geräteplattform.
- Die Verwendung einer Geräteplattform macht es einfacher, verschiedene Waffen oder andere Vorrichtungen zu befestigen. Auch kann die Geräteplattform leicht an andere Anschlüsse, beispielsweise von neuen Waffensystemen angepasst werden, ohne dass eine Anpassung am Kriegsschiff selber notwendig ist.
- In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden nach Schritt h) die Decksbuchsen mit Verschlussschrauben verschlossen. Hierdurch kann verhindert werden, dass Meerwasser eindringt und die Decksbuchsen korrodieren, wenn keine Waffe montiert ist.
- In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind anstelle einer Waffe auch andere Vorrichtungen über die Decksbuchsen mit dem Kriegsschiff verbindbar. Beispiele für andere Vorrichtung, welche ebenfalls präzise ausgerichtet sein müssen, sind Antennen und/oder Sendevorrichtungen. Natürlich kann während einer Mission, bei welcher auf eine Waffe verzichtet werden kann, auch ein Modul montiert werden, bei welchem die exakte Ausrichtung nicht erforderlich ist, beispielsweise ein Lagerbehälter.
- In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Kriegsschiff, welches nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist.
- Bevorzugt erfolgt die Herstellung der Waffe oder der Geräteplattform mithilfe einer Waffenbaulehre. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass die in die Decksbuchsen eingreifenden Zapfen präzise ausgerichtet sind. Dieses kann einfacher sein als die präzise Ausrichtung der Zapfen ohne Verwendung einer Waffenbaulehre.
- Nachfolgend ist das erfindungsgemäße Verfahren anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
-
1 Ablaufdiagramm -
2 Baulehre -
3 Decksbuchse mit Verschlusschraube -
4 befestigte Geräteplatform -
5 Waffenbaulehre -
6 montierte Waffe - In
1 ist das Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens gezeigt. Das Verfahren besteht aus den folgenden Schritten: - folgenden Schritte auf:
- a) Herstellung des Schiffskörpers,
- b) Erzeugungen von Ausnehmungen im Deck an der Position, an welcher die Waffe entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll,
- c) Bereitstellen einer Baulehre,
- d) Befestigen von Decksbuchsen an der Baulehre.
- e) Positionieren und Ausrichten der Baulehre an der Position, an welcher die Waffe entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll, sodass die Decksbuchsen in die Ausnehmungen im Deck angeordnet werden,
- f) Verbinden der Decksbuchsen mit dem Deck des Kriegsschiffes,
- g) Entfernen der Verbindung zwischen den Decksbuchen und der Baulehre,
- h) Entfernen der Baulehre. Nach Schritt h) kann in Schritt
- i) Verbinden der Waffe mit den Decksbuchsen erfolgen. Alternativ können nach Schritt h) die folgenden Schritte durchgeführt werden:
- j) Verbinden einer Geräteplattform mit den Decksbuchsen,
- k) Verbinden der Waffe mit der Geräteplattform.
- Das Verfahren soll im folgenden anhand einzelner Vorrichtungen beispielhaft veranschaulicht werden.
-
2 zeigt eine Baulehre10 mit acht angeschraubten Decksbuchsen30 . Die Baulehre10 wird nun abgesenkt, sodass die Decksbuchsen30 in Ausnehmungen40 , welche sich im Deck20 befinden, eingeführt werden. Anschließend wird die Baulehre10 zur Hauptmessleiste des Kriegsschiffs ausgerichtet. Danach werden die Decksbuchsen30 mit dem Deck20 verbunden, beispielsweise durch Verschweißen. Hierdurch entsteht eine Verbindung50 , welche in3 und4 erkennbar ist -
3 zeigt die Decksbuchsen30 im Querschnitt, wobei die Decksbuchsen30 mit einer Verschlussschraube60 verschlossen ist. Die Decksbuchsen30 ist über die Verbindung50 , welche mittels Schweißtechnik hergestellt ist, mit dem Deck20 verbunden. Um Eindringen von Meerwasser noch besser zu verhindern und somit Korrosion zu vermeiden weist die Decksbuchsen30 eine Dichtung70 auf. - Um eine Waffe
110 auf dem Kriegsschiff zu befestigen, wird im gezeigten Beispiel zunächst eine Geräteplattform80 über Befestigungsbolzen90 und die Decksbuchsen30 mit dem Schiff verbunden, wie dieses in4 gezeigt ist. Anschließend wird die Waffe110 mit der Geräteplattform80 verbunden. Bevorzugt wird zusätzlich eine RCS-Abdeckung100 angeordnet, um den Radarquerschnitt zu verringern. - Um eine Geräteplattform
80 zuverlässig herzustellen wird diese auf einer Waffenbaulehre110 gebaut, sodass die Geräteplattform80 zuverlässig auf die Decksbuchsen30 aufgesetzt werden kann. Dieser Vorgang ist in5 gezeigt. - Die über eine Geräteplattform
80 montierte Waffe120 ist in6 gezeigt. - Bezugszeichenliste
-
- 10
- Baulehre
- 20
- Deck
- 30
- Decksbuchse
- 40
- Ausnehmung
- 50
- Verbindung
- 60
- Verschlussschraube
- 70
- Dichtung
- 80
- Geräteplattform
- 90
- Befestigungsbolzen
- 100
- RCS-Abdeckung
- 110
- Waffenbaulehre
- 120
- Waffe
Claims (10)
- Verfahren zur Herstellung eines Kriegsschiffes mit einer entfernbar mit dem Kriegsschiff verbundenen Waffe (120) mittels einer Baulehre (10), wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist: a) Herstellung des Schiffskörpers, b) Erzeugungen von Ausnehmungen (40) im Deck (20) an der Position, an welcher die Waffe (120) entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll, c) Bereitstellen einer Baulehre (10), d) Befestigen von Decksbuchsen (30) an der Baulehre (10). e) Positionieren und Ausrichten der Baulehre (10) an der Position, an welcher die Waffe (120) entfernbar mit dem Kriegsschiff verbunden werden soll, sodass die Decksbuchsen (30) in die Ausnehmungen (40) im Deck (20) angeordnet werden, f) Verbinden der Decksbuchsen (30) mit dem Deck (20) des Kriegsschiffes, g) Entfernen der Verbindung zwischen den Decksbuchen (30) und der Baulehre (10), h) Entfernen der Baulehre (10).
- Verfahren nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt e) die Baulehre (10) zur Hauptmessleiste des Schiffes ausgerichtet wird. - Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) drei bis 16 Ausnehmungen (40) für drei bis 16 Decksbuchsen (30) erzeugt werden.
- Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein Anschluss für Elektrik, Pneumatik und/oder Hydraulik bereitgestellt wird.
- Verfahren nach
Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet, dass der Anschluss innerhalb der durch die Decksbuchsen (30) aufgespannten Fläche angeordnet ist. - Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt h): i) Verbinden der Waffe (120) mit den Decksbuchsen (30).
- Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis5 , dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt h): j) Verbinden einer Geräteplattform (80) mit den Decksbuchsen (30), k) Verbinden der Waffe (120) mit der Geräteplattform (80). - Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis5 , dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt h) die Decksbuchsen (30) mit Verschlussschrauben verschlossen werden. - Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass anstelle einer Waffe (120) auch andere Vorrichtungen über die Decksbuchsen (30) mit dem Kriegsschiff verbindbar sind.
- Kriegsschiff hergestellt nach einem der Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche.
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- 2020-01-10 WO PCT/EP2020/050479 patent/WO2020148167A1/de not_active Ceased
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