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Die Erfindung betrifft ein Verdeck für ein Cabriolet-Fahrzeug mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruches 1.
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Ein derartiges Verdeck ist aus der Praxis bekannt und stellt ein Faltverdeck dar, das zwischen einer einen Fahrzeuginnenraum des betreffenden Fahrzeugs überspannenden Schließstellung und einer den Fahrzeuginnenraum nach oben freigebenden Ablagestellung verstellbar ist. Dieses Verdeck umfasst einen Verdeckbezug, der mittels eines Verdeckgestänges aufspannbar ist. Das Verdeckgestänge weist bezogen auf eine vertikale Verdeck- bzw. Fahrzeuglängsmittelebene beidseits jeweils eine Lenkeranordnung auf, die an einem fahrzeugfesten Hauptlager schwenkbar gelagert ist. Zwischen den beidseits angeordneten Lenkeranordnungen erstrecken sich Querspriegel, über die der Verdeckbezug gespannt wird. Die Endbereiche der Querspriegel zeichnen sich gegebenenfalls in nicht gewollter Weise an der Außenseite des Verdeckbezugs ab. Zum Führen des Verdeckbezugs beim Aufspannen oder beim Ablegen weist das Verdeck des Weiteren Spanngurte auf. Diese können an den seitlichen Endbereichen der Querspriegel befestigt sein. Bei bisherigen Verdecken der vorstehend beschriebenen Art ist die Anbindung der Spanngurte an die Querspriegel mit hohem Aufwand verbunden.
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Aus der Druckschrift
DE 41 23 516 C1 ist ein Faltverdeck eines Cabriolet-Fahrzeugs bekannt. Dieses Verdeck umfasst einen Verdeckbezug und ein Verdeckgestänge, welches zwischen einer einen Fahrzeuginnenraum überspannenden Schließstellung und einer den Fahrzeuginnenraum nach oben freigebenden Ablagestellung verstellbar ist.
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Aus der Druckschrift
US 1 789 581 A ist ein Verdeck eines Fahrzeugs bekannt, das einen Verdeckbezug aufweist, der mittels eines Verdeckgestänges zwischen einer einen Fahrzeuginnenraum überspannenden Schließstellung und einer den Fahrzeuginnenraum nach oben freigebenden Ablagestellung verstellbar ist. Das Verdeckgestänge weist bezogen auf eine vertikale Fahrzeuglängsmittelebene beidseits jeweils eine Lenkeranordnung auf. Die beidseits angeordneten Lenkeranordnungen sind über Querspriegel miteinander verbunden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gemäß der einleitend genannten Gattung ausgebildetes Verdeck zu schaffen, dessen Verdeckbezug im aufgespannten Zustand in den Endbereichen der Querspriegel ein optimiertes Erscheinungsbild haben kann.
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Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch das Verdeck mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
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Gemäß der Erfindung wird also ein Verdeck mit mindestens einem Querspriegel vorgeschlagen, der an seinen Enden jeweils mit einem Formgebungselement versehen ist, das von dem Endstück gebildet ist und das in den Endbereichen des Querspriegels eine Auflagefläche für den Verdeckbezug bildet. Die Geometrie der Endstücke bestimmt damit den Verlauf des Verdeckbezugs in den Endbereichen des betreffenden Querspriegels. Die Fixierung der Endstücke erfolgt jeweils über ein einfaches Stecksystem, da das Ankerelement durch das Formelement an dem als Hohlprofil ausgebildeten Querspriegel fixiert ist. Diese Mehrteiligkeit der Endstücke ermöglicht eine einfache und schnelle Montage, die im Wesentlichen werkzeugfrei erfolgen kann, und zwar dadurch, dass das Ankerelement in das Hohlprofil eingesteckt wird und anschließend das Formelement in das Ankerelement eingesteckt wird. Damit ist der Fixierzapfen aufgespreizt und das Endstück an dem Hohlprofil fixiert bzw. verklemmt.
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Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform des Verdecks nach der Erfindung hat der Fixierzapfen eine axiale Ausnehmung, in die ein Spreizstift des Formelements eingesteckt ist. Der Spreizstift bewirkt das Aufspreizen des Fixierzapfens und damit dessen Halterung bzw. Verklemmen an dem Hohlprofil.
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Um die Montage zu erleichtern und um eine etwaig erforderliche Anpassung bei einer Betätigung des Verdeckgestängens zu ermöglichen, können eine Aufnahme des Hohlprofils, in die der Fixierzapfen eingesteckt ist, und der Fixierzapfen selbst jeweils einen runden Querschnitt haben. Damit kann der Fixierzapfen auch in montiertem Zustand in dem Hohlprofil um seine Achse drehbar sein.
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Bei einer kostengünstig herstellbaren Ausführungsform des Verdecks nach der Erfindung sind das Ankerelement und das Formelement des Endstücks jeweils als Kunststoffspritzgießteil ausgebildet.
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Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform des Verdecks nach der Erfindung sind das Ankerelement und das Formelement miteinander verrastet und/oder über einen Presssitz miteinander verbunden. Damit ist eine zumindest weitgehend werkzeugfreie Montage des Formelements an dem Ankerelement möglich.
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Um den Verlauf des Verdeckbezugs im aufgespannten Zustand vorzugeben, kann das Endstück an seiner Oberseite eine Auflagefläche für den Verdeckbezug haben, die sowohl von dem Ankerelement als auch von dem Formelement gebildet ist. Die so großflächig ausbildbare Auflagefläche ist damit also auf das Ankerelement und das Formelement verteilt.
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Um dem Endstück eine weitere Funktionalität zu verleihen, kann an das Endstück ein Spanngurt des Verdecks angebunden sein. Der Spanngurt kann zur Führung des Verdeckbezugs bei dessen Aufspannen und/oder bei dessen Ablegen oder auch zum Halten einer Heckscheibe des Verdecks erforderlich sein.
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Eine einfache Fixierung des Spanngurts an dem Endstück ist bei einer speziellen Ausführungsform des Verdecks nach der Erfindung dadurch realisiert, dass der Spanngurt einen Haltezapfen des Formelements umgreift und zwischen dem Formelement und dem Ankerelement verklemmt ist. Weitere Fixiermittel zum Anbinden des Spanngurts an das Endstück sind damit nicht erforderlich.
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Es kann erforderlich sein, dass der Spanngurt hinsichtlich seines Verlaufs an dem Endstück umgelenkt ist. Um dies in einfacher Weise realisieren zu können, kann der Haltezapfen, der von dem Spanngurt umgriffen ist, eine Führungsfläche bilden, die gegenüber der Achse des Fixierzapfens angestellt ist, und an der der Spanngurt umgelenkt ist. Die Längsmittelebene des Spanngurts erfährt damit an dem Endstück bzw. dem Haltezapfen einen Knick.
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Damit sich der Spanngurt nicht an der Außenseite des Verdeckbezugs abzeichnet, weist eine vorteilhafte Ausführungsform des Verdecks nach der Erfindung an der Oberseite des Endstücks eine Leitbahn auf, in die der Spanngurt eingreift. Die Leitbahn stellt vorzugsweise einen vertieften, flächigen Bereich des Endstücks dar, welcher auch einer etwaigen Umlenkung des Spanngurts an dem Endstück folgt.
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Zur positionsgenauen Anbindung des Spanngurts an das Endstück ist es vorteilhaft, wenn der Spanngurt an der betreffenden Stelle eine Markierung hat oder schon zu einer Schlaufe geformt ist, durch die der Haltezapfen des Formelements gesteckt werden kann. Die Schlaufe kann mittels einer Klemme oder bei Bedarf auch mittels einer Naht realisiert sein.
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Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
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Ein Ausführungsbeispiel eines Verdecks nach der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch vereinfacht dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt
- 1 eine perspektivische Draufsicht auf ein Verdeck nach der Erfindung;
- 2 eine perspektivische Draufsicht auf einen Endbereich eines Querspriegels und einen Spanngurt des Verdecks;
- 3 eine perspektivische Unteransicht des Endbereichs des Querspriegels und des Spanngurts;
- 4 eine perspektivische Draufsicht auf den Endbereich des Querspriegels und den Spanngurt bei der Montage;
- 5 eine Unteransicht des Endbereichs des Querspriegels und des Spanngurts bei der Montage; und
- 6 eine Unteransicht des Endbereichs des Querspriegels ohne Spanngurt.
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In der Zeichnung ist ein als Faltverdeck ausgebildetes Verdeck 10 eines nicht näher dargestellten Cabriolet-Fahrzeugs gezeigt. Das Verdeck 10 bildet ein verstellbares Dach, das zwischen einer in 1 dargestellten, einen Fahrzeuginnenraum des betreffenden Fahrzeugs überspannenden Schließstellung und einer in einem Heckbereich des Fahrzeugs abgelegten Ablagestellung verstellbar ist, in der der Fahrzeuginnenraum nach oben freigegeben ist.
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Das Faltverdeck 10 umfasst einen Verdeckbezug 12 aus einem textilen, wetterfesten und faltbaren Material und ein Verdeckgestänge 14, welches bezogen auf eine vertikale Verdecklängsmittelebene beidseits jeweils eine Lenkeranordnung 16 aufweist, die an einem jeweiligen fahrzeugfesten Hauptlager 18 verschwenkbar gelagert ist. Heckseitig ist der Verdeckbezug 12 in der Verdeckschließstellung von einem Spannbügel 20 begrenzt, der sich bogenförmig zwischen den beidseits angeordneten Lenkeranordnungen 16 erstreckt und auf einem Verdeckkastendeckel aufliegt. Bugseitig weist das Verdeckgestänge 14 einen Frontspriegel 22 auf, der in der Schließstellung des Verdecks 10 an einem karosseriefesten vorderen Windlauf festgelegt werden kann, der einen oberen Querschenkel eines Windschutzscheibenrahmens bildet. Des Weiteren erstrecken sich zwischen den beidseits angeordneten Lenkeranordnungen 16 mehrere Querspriegel 24, 26, 28 und 30, wobei letzterer als Eckspriegel ausgebildet ist.
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Das Verdeck 10 umfasst bezogen auf die vertikale Verdecklängsmittelebene beidseits jeweils einen Spanngurt 32, der an einem oberen Rand einer Heckscheibe 34 befestigt ist, an dem Eckspriegel 30 befestigt und umgelenkt ist und an seinem der Heckscheibe 34 abgewandten Ende an der betreffenden Lenkeranordnung 16 befestigt ist.
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Der Eckspriegel 30 umfasst ein Hohlprofil 36, das einen Zentral- bzw. Hauptabschnitt bildet und über Spriegellenker mit den Lenkeranordnungen 16 verbunden ist. In die beidseitigen Enden des Hohlprofils 36 ist jeweils ein Endstück 38 eingesteckt, an dem der jeweilige Spanngurt 32 umgelenkt und befestigt ist.
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Die Endstücke 38 umfassen, wie den 2 bis 6 zu entnehmen ist, jeweils ein als Kunststoffspritzgießteil ausgebildetes Ankerelement 40, das einen Fixierzapfen 42 aufweist, der in das Hohlprofil 36 eingesteckt ist und zur Definition der Montagelage einen Ringbund 44 hat, der an der Stirnseite des Hohlprofils 36 anliegt. Des Weiteren umfassen die Endstücke 38 jeweils ein Formelement 46, welches ebenfalls als Kunststoffspritzgießteil ausgebildet ist und einen Haltezapfen 48 aufweist, der keilförmig ausgebildet ist und von dem Spanngurt 32 umgriffen ist. An der dem Hohlprofil 36 zugewandten Seite des Haltezapfens 48 ist ein Spreizstift 50 ausgeformt, welcher im montierten Zustand in eine axiale Ausnehmung 51 des Fixierzapfens 42 eingesteckt ist. Der Spreizstift 50 dient dazu, den Fixierzapfen 42 so in dem Hohlprofil 36 aufzuspreizen, dass das Endstück 38 verliersicher an dem Hohlprofil 36 gehalten ist.
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Der Haltezapfen 48 bildet durch seine Keilform eine Führungsfläche, an der der Spanngurt 32 unsymmetrisch geführt ist, wobei der Spanngurt 32 über einen gegenüber der Achse des Eckspriegels 30 schräg angestellte Austrittsspalt 52 in das Endstück 38 hinein und aus dem Endstück 38 heraus geführt wird. Der Haltezapfen 48 ist hierbei von einem korrespondierenden Aufnahmebereich 54 des Ankerelements 40 aufgenommen. Hierdurch ist der Spanngurt 32 an dem Endstück 38 verklemmt und gehalten.
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Laschen 56, die an der dem Hohlprofil 36 abgewandten Ende des Ankerelements 40 ausgebildet sind, greifen zwischen Rippen 58 des Formelements 46 ein. Entsprechend hat das Formelement 46 an seiner dem Ankerelement 40 zugewandten Seite Zapfen 60, die in das Ankerelement 40 eingreifen. Damit sind das Ankerelement 40 und das Formelement 46 miteinander verklemmt und/oder verrastet.
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An seiner Oberseite weist das Endstück 38 einer auf das Ankerelement 40 und das Formelement 46 verteilten Auflagefläche 66 für den Verdeckbezug 12 eine Leitbahn 64 auf, die als flächige Vertiefung des Ankerelements 40 und des Formelements 46 ausgebildet ist und in der der Spanngurt 32 geführt ist. Die Leitbahn 64, die beidseits von der Auflagefläche 66 begrenzt ist bzw. die Auflagefläche 66 unterbricht, folgt der Umlenkung des Spanngurts 32, der im Bereich des Austrittsspalts 52 seine Verlaufsrichtung ändert.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Verdeck
- 12
- Verdeckbezug
- 14
- Verdeckgestänge
- 16
- Lenkeranordnung
- 18
- Hauptlager
- 20
- Spannbügel
- 22
- Frontspriegel
- 24
- Querspriegel
- 26
- Querspriegel
- 28
- Querspriegel
- 30
- Eckspriegel
- 32
- Spanngurt
- 34
- Heckscheibe
- 36
- Hohlprofil
- 38
- Endstück
- 40
- Ankerelement
- 42
- Fixierzapfen
- 44
- Ringbund
- 46
- Formelement
- 48
- Haltezapfen
- 50
- Spreizstift
- 51
- Ausnehmung
- 52
- Austrittsspalt
- 54
- Aufnahmebereich
- 56
- Lasche
- 58
- Rippen
- 60
- Zapfen
- 64
- Leitbahn
- 66
- Auflagefläche