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Die vorliegende Erfindung betrifft einen Personenkraftwagen mit einem variablen Fahrzeuginnenraum gemäß Anspruch 1.
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Personenkraftwagen mit variablem Fahrzeuginnenraum sind dem Grundsatz nach bekannt. Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Personenkraftwagen mit einem variablen Fahrzeuginnenraum zu schaffen, dessen Fahrzeuginnenraum für eine gewünschte Nutzungssituation durch einen Fahrzeuginsassen eingerichtet werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch einen Personenkraftwagen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Der erfindungsgemäße Personenkraftwagen umfasst in seinem Fahrzeuginnenraum einen ersten Innenraumabschnitt, einen zweiten Innenraumabschnitt und einen dritten Innenraumabschnitt. Der erste Innenraumabschnitt befindet sich im Frontbereich des Personenkraftwagens. Der zweite Innenraumabschnitt und der dritte Innenraumabschnitt sind, in Querrichtung des Personenkraftwagens betrachtet, nebeneinander und, in Hauptfahrtrichtung des Personenkraftwagens betrachtet, hinter dem ersten Innenraumabschnitt platziert. In dem ersten Innenraumabschnitt befindet sich mindestens eine erste Sitzgelegenheit, in dem zweiten Innenraumabschnitt befindet sich mindestens eine zweite Sitzgelegenheit und in dem dritten Innenraumabschnitt befindet sich mindestens eine dritte Sitzgelegenheit. Jede der Sitzgelegenheiten kann optional verfahrbar, mithin längsverschieblich und/oder drehbar, in dem Fahrzeuginnenraum angeordnet sein.
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Des Weiteren ist zwischen dem zweiten Innenraumabschnitt und dem dritten Innenraumabschnitt eine sich in Fahrzeuglängsrichtung erstreckende und in Richtung der Fahrzeuglängsachse und/oder quer zur Fahrzeuglängsachse bewegliche Wand angeordnet. In besonders vorteilhafter Weise ist die Wand in mindestens einer, sich in Querrichtung des Personenkraftwagens erstreckenden Schiene verschieblich gelagert und durch geeignete, an sich bekannte Rastmittel befestigbar. Die Bewegung selbst kann manuell und/oder durch geeignete Antriebsmittel, insbesondere mindestens einen Elektromotor, erfolgen.
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Insgesamt ist es hierdurch in vorteilhafter Weise möglich, den Fahrzeuginnenraum des Personenkraftwagens in mehrere voneinander trennbare Abteile zu unterteilen und diese, sofern gewünscht, unterschiedlich auszugestalten, insbesondere einzurichten.
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Die Umgestaltung kann insbesondere vor, aber auch während oder nach einer Fahrt des erfindungsgemäßen Personenkraftwagens manuell und/oder automatisch erfolgen. So ist es in vorteilhafter Weise insbesondere möglich, dass ein vollständig autonom fahrender Personenkraftwagen den Innenraum automatisch an die Wünsche seines ihn als nächsten benutzenden Fahrzeuginsassen anpasst. Hierzu sind an sich bekannte Kommunikationsvorrichtungen vorgesehen, mit denen einen Aufbau bzw. eine Gestaltung des Fahrzeuginnenraumes repräsentierende Daten an den Personenkraftwagen manuell und/oder fernbedient eingegeben bzw. übermittelt werden. Diese Daten werden durch mindestens eine geeignete Vorrichtung in Daten umgewandelt, mit denen im Fahrzeuginnenraum befindliche Stellmotoren, Beleuchtungsmittel und dergleichen Mittel zum Bewegen der Wand und/oder der Beleuchtungsmittel, sowie deren Betätigung und/oder Helligkeit, gesteuert werden kann.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Wand mindestens teilweise eine Polsterung und/oder eine Durchsichtsfläche auf. Hierdurch ist in vorteilhafter Weise eine Anpassung des Fahrzeuginnenraumes an individuelle Wünsche von Fahrzeuginsassen mit einfachen Mitteln ermöglicht.
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Ein besonders einfach ausgestalteter Fahrzeuginnenraum ist geschaffen, wenn mindestens eine der Sitzgelegenheiten mindestens an der Wand befestigt ist.
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Wenn mindestens eine Sitzgelegenheit um eine sich in Fahrzeuglängsrichtung erstreckende Achse schwenkbar und/oder quer zur Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar und/oder in ihrer Ausdehnung veränderlich ausgebildet ist, kann jeder einzelnen Innenraumabschnitt auf einfache Art verkleinert und/oder umgestaltet werden.
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Der Nutzwert des erfindungsgemäßen Personenkraftwagens wird in vorteilhafter Weise weiter erhöht, wenn an der Wand und/oder an einer dieser gegenüberliegenden Fläche, insbesondere einer Karosserieaußenwand, mindestens eine Ablagefläche, insbesondere ein Tisch, angeordnet ist.
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Wie zuvor offenbart kann jeder Innenraumabschnitt unterschiedlich ausgestaltet sein. In besonders vorteilhafter Weise können mindestens zwei Sitzgelegenheiten unterschiedlich hart gepolstert ausgebildet sein. Hierdurch ist es in vorteilhafter Weise möglich, eine Sitzgelegenheit eines Innenraumabschnittes nach Art eines Bürostuhles, einen anderen Innenraumabschnitt nach Art eines sehr bequemen Stuhles oder Sofas zu gestalten.
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Alternativ oder kumulativ können mindestens zwei der Innenraumabschnitte eine unterschiedliche Farbgebung aufweisen. So ist es in vorteilhafter Weise möglich, einen Innenraumabschnitt und/oder eine Sitzgelegenheit nach Art eines Büros, einen anderen Innenraumabschnitt und/oder eine Sitzgelegenheit nach Art eines Wohnzimmers oder Schlafzimmers mit Farbe zu versehen und/oder durch geeignete Mittel zu beleuchten.
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Es sei angemerkt, dass das der erfindungsgemäße Personenkraftwagen eingerichtet sein kann, durch einen Fahrzeuginsassen nicht oder teilweise oder vollständig autonom betrieben zu werden.
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Darüber hinaus können in dem Fahrzeuginnenraum an sich bekannte Staufächer und/oder Ablagen, insbesondere an der Wand, vorgesehen sein.
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Nachstehend folgt eine Kurzbeschreibung von Figuren der vorliegenden Erfindung.
- 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Personenkraftwagen in einer ersten Konfiguration in schematischer Draufsicht.
- 2 zeigt den in 1 dargestellten Personenkraftwagen in einer zweiten Konfiguration in schematischer Seitenansicht.
- 3 zeigt den in 1 dargestellten Personenkraftwagen in einer dritten Konfiguration in schematischer Seitenansicht.
- 4 zeigt den in 1 dargestellten Personenkraftwagen in einer vierten Konfiguration in schematischer Seitenansicht.
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Nachstehend erfolgt unter Bezugnahme auf 1 bis 4 eine detaillierte, nicht präjudizierende, insbesondere einschränkende, Beschreibung von Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung. Gleiche Elemente sind mit identischen Bezugszeichen versehen, soweit nichts anderes angegeben wird.
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1 zeigt einen erfindungsgemäßen Personenkraftwagen 1 in schematischer Draufsicht in einer ersten Konfiguration, die vornehmlich dazu dient, einem hier nicht gezeigten Fahrzeuginsassen ein Arbeiten während einer Fahrt zu ermöglichen. Der Frontbereich V des Personenkraftwagens 1 befindet sich in der 1 rechts; dementsprechend weist seine Hauptfahrtrichtung F ebenfalls nach rechts.
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Der Fahrzeuginnenraum 5 des Personenkraftwagens 1 ist durch eine sich in Fahrzeuglängsrichtung L erstrechende Wand 7 in drei unterschiedliche Abteile untergliedert, nämlich einen ersten Innenraumabschnitt 10, einen zweiten Innenraumabschnitt 15 und einen dritten Innenraumabschnitt 20. Die Wand ist auf zwei voneinander beabstandeten, sich in Fahrzeugquerrichtung erstreckenden Schienen 8 beweglich gelagert und vermittels hier nicht gezeigter Rastmittel lösbar befestigt. Mithin ist die Wand 7 in dem Fahrzeuginnenraum 5 derart angeordnet, dass sich der erste Innenraumabschnitt 10 im Frontbereich V des Personenkraftwagens 1 befindet, während der zweite Innenraumabschnitt 15 und der dritte Innenraumabschnitt 20, in Querrichtung des Personenkraftwagens 1 betrachtet, nebeneinander und, in Hauptfahrtrichtung F des Personenkraftwagens 1 betrachtet, hinter dem ersten Innenraumabschnitt 10 platziert sind.
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In dem ersten Innenraumabschnitt 10 befindet sich eine erste Sitzgelegenheit 25, in dem zweiten Innenraumabschnitt 15 befindet sich eine zweite Sitzgelegenheit 30 und in dem dritten Innenraumabschnitt 20 befindet sich eine dritte Sitzgelegenheit 35.
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Die erste Sitzgelegenheit 25 ist als ein an sich bekannter Fahrzeugsitz mit einer Sitzfläche 25-1 und einer Rückenlehne 25-2 ausgestattet, wobei Letztere bei der hier dargestellten Konfiguration auf Ersterer aufliegt. Er ist in Fahrzeugquerrichtung verschieblich befestigt.
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Die zweite Sitzgelegenheit 30 weist zwei in Fahrzeuglängsrichtung L betrachtet nebeneinander benachbarte Sitzflächen 30-1 bzw. 30-2 auf, die zu einer um die Längsachse L parallele, hier nicht gezeigte Achse schwenkbar an der Wand 7 gelagert sind. In der hier dargestellten Konfiguration sind die beiden Sitzflächen 30-1, 30-2 gegen ein an der Wand 7 befestigtes Polster 40 hochgeklappt.
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An der dem Polster 40 gegenüberliegenden Seite der Wand 7, mithin im dritten Innenraumabschnitt 20, befindet sich die dritte Sitzgelegenheit 35. Diese weist zwei in Fahrzeuglängsrichtung L betrachtet nebeneinander benachbarte Sitzflächen 35-1 bzw. 35-2 auf, die zu einer um die Längsachse L parallele, hier nicht gezeigte Achse schwenkbar an der Wand 7 gelagert sind. In der hier dargestellten Konfiguration sind die beiden Sitzflächen 35-1, 35-2 gegen ein an der Wand 7 befestigtes Polster 45 hochgeklappt. An der in Hauptfahrtrichtung F betrachtet linken Seite des Personenkraftwagens 1 befindet sich eine in einer Bedienstellung dargestellte, als Klapptisch ausgebildete Ablagefläche 50.
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Entsprechend der Darstellung der 1 ist der dritte Innenraumabschnitt 20 aufgrund der Position der Wand 7 größer als der zweite Innenraumabschnitt 15. In 2 hingegen sind der zweite Innenraumabschnitt 15 und der dritte Innenraumabschnitt 20 gleich groß, da die Längsachse der symmetrisch ausgestalteten Wand 7 mit der Längsachse L des Personenkraftwagens 1 zusammenfällt. Anders als in 1 ist bei der in 2 dargestellten Konfiguration die Rückenlehne 25-2 von der Sitzfläche 25-1 der ersten Sitzgelegenheit hochgeklappt, so dass die im ersten Innenraumabschnitt 10 befindliche erste Sitzgelegenheit 25 von einem hier nicht gezeigten Fahrzeuginsassen verwendet werden kann. Die in dem zweiten Innenraumabschnitt 15 befindliche zweite Sitzgelegenheit 30 ist entsprechend 2 derart positioniert, dass auf dieser ein hier nicht gezeigter Fahrzeuginsasse hinter der ersten Sitzgelegenheit 25 bequem sitzen kann. Ein Teil der in dem dritten Innenraumabschnitt 20 befindlichen dritten Sitzgelegenheit 35 ist von der Wand 7 ausgeklappt, während sich der Klapptisch 50 in einer Nicht-Bedienstellung befindet. Auch auf der dritten Sitzgelegenheit 35 kann ein Fahrzeuginsasse (nicht gezeigt) Platz nehmen.
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In 3 ist eine Konfiguration des Fahrzeuginnenraumes 5 gezeigt, bei welcher der dritte Innenraumabschnitt 20 erheblich kleiner als der zweite Innenraumabschnitt 15 ist. Hierzu sind alle in dem zweiten Innenraumabschnitt 15 an sich befindlichen Elemente, insbesondere die zweite Sitzgelegenheit 30 und der Klapptisch 50 derart eingeklappt, dass die Wand 7 dem Klapptisch 50 benachbart ist. Die erste Sitzgelegenheit 25, deren Rückenlehne 25-2 gemäß dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel auf der Sitzfläche 25-1 aufliegt, ist mit der zweiten Sitzgelegenheit 30 fluchtend angeordnet. Mithin ist der zweite Innenraumabschnitt 15 in dieser Konfiguration maximal groß gestaltet.
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In 4 ist eine weitere mögliche Konfiguration des Personenkraftwagens 1 gezeigt. In dieser sind sämtliche im Fahrzeuginnenraum 5 befindlichen Elemente symmetrisch zu der Fahrzeuglängsachse L und der auf dieser ausgerichteten Wand 7 aufgebaut. Dies gilt insbesondere für die erste Sitzgelegenheit 25, die in Fahrzeugquerrichtung ausgezogen ist, so dass die Sitzfläche 25-1 und die Rückenlehne 25-2 einen sofaartigen Aufbau besitzen. Bei dieser Konfiguration können insbesondere zwei (hier nicht gezeigte) Fahrzeuginsassen nebeneinander auf der ersten Sitzgelegenheit 25 Platz nehmen und während der Fahrt des Personenkraftwagens 1 aus einer hier nicht dargestellten Frontscheibe blicken.
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Während der zweite Innenraumabschnitt 15 mit warmen Farbtönen und einer organisch gestalteten zweiten Sitzgelegenheit 30, insbesondere mit weichen Materialien, ausgestaltet sein kann, ist es möglich, den dritten Innenraumabschnitt 20 mit kühleren Farbtönen und einer dritten Sitzgelegenheit 35 mit einer klareren Formensprache, insbesondere härteren Materialien, auszugestalten. So ist es beispielsweise möglich, die zweite Sitzgelegenheit 30 mit sofaartigen Sitzkissen zu versehen und die dritte Sitzgelegenheit 35 als büroartigen Stuhl auszubilden. Die erste Sitzgelegenheit 25 ist als breitenvariable Sitzbank mit klappbarer Rückenlehne ausgebildet, deren Komfort dem Komfort von heute an sich bekannten Fahrzeugsitzen entspricht.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Personenkraftwagen
- 5
- Fahrzeuginnenraum
- 7
- Wand
- 8
- Schienen
- 10
- erster Innenraumabschnitt
- 15
- zweiter Innenraumabschnitt
- 20
- dritter Innenraumabschnitt
- 25
- erste Sitzgelegenheit
- 25-1
- Sitzfläche
- 25-2
- Rückenlehne
- 30
- zweite Sitzgelegenheit
- 30-1
- Sitzfläche
- 30-2
- Rückenlehne
- 35
- dritte Sitzgelegenheit
- 35-1
- Sitzfläche
- 35-2
- Rückenlehne
- 40
- Polster
- 45
- Polster
- 50
- Ablagefläche
- F
- Hauptfahrtrichtung
- L
- Fahrzeuglängsachse
- V
- Frontbereich