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Die Erfindung betrifft eine Rankhilfe für selbstkletternde Pflanzen und Stütze für nicht selbstkletternde Pflanzen. Es gibt verschiedene hochwachsende Arten von Pflanzen. Rankende Arten klettern selbständig an vorhandenen Stützelementen in die Höhe, andere Pflanzen müssen während des Wachstums vornehmlich von Hand laufend an Trageinrichtungen angepasst oder angebunden und gestützt werden. Die Erfindung stellt eine Rank- und Stützhilf dar, die es erlaubt, platzsparend eine Vielzahl verschiedenartiger Pflanzen einzeln oder in Gruppen an nur einer Rankeinrichtung zu platzieren. Zu diesem Zweck besteht die Erfindung im Wesentlichen aus einem Standrohr, in das am oberen Ende radial mehrere Tragarme aufgesteckt sind. Die vorzugsweise als Flachprofil ausgeführten Tragarme haben an der Unterseite einen Schlitz, der mit einer geringen Zugabe der Wandstärke des Standrohres entspricht und oberseitig Schlitze, in die die Maschenfäden eines Netzes eingehängt werden können. Die Schlitze sind am Schlitzeingang diagonal abgefast, so dass eine Verbreiterung entsteht, in die Tragseile als Pflanzenstütze eingehängt und horizontal fixiert werden können. Um die radialen Abstände der Tragarme entsprechend der Anzahl der auf das Standrohr gesteckten Tragarme herzustellen, kann eine Abdeckkappe mit der passenden Anzahl Schlitze über die Tragarme gestülpt und in das Standrohr gesteckt werden. Zusätzlich hat das Standrohr auf dem oberen Ende angeordnete Auskerbungen, in welche die Tragarme eingreifen und die radial Position der Tragarme damit vorgegeben ist. Die Abdeckkappe kann mit einer Schraube in einer im Standrohr vorhandenen Rohreinpressmutter auf dem Standrohr befestigt werden.
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Rankhilfen für Pflanzen sind in den unterschiedlichsten Ausführungen bekannt. Es gibt frei aufstellbare, turmähnliche Hilfen aus Gittern, Geflechten, auch sogenannte Rosenbögen, oder vielfältige künstlerische Ausführungen etwa aus den Materialen Holz, Stahl oder Kunststoff. Desweiteren sind beispielsweise Gitter- oder Seilkonstruktionen bekannt, die an Tragebenen wie Wänden, Zäunen, Stangen etc. befestigt werden. Darüber hinaus sind eine unüberschaubare Anzahl hobbymäßiger Eigenkonstruktionen, beispielsweise Bohnenstangen, Holzanordnungen und andere in Gebrauch. Für nicht selbstrankende Pflanzen, beispielsweise Tomaten, sind auch spiralförmige Stangen in Gebrauch, die vorzugsweise jeweils nur eine einzige Pflanze stützen. In der Deutschen Patenanmeldung, Aktenzeichen 10 2019 002 045.6, ist eine weitere, neuartige Pflanzenrankhilfe und Stützhilfe beschrieben.
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Alle bekannten Rankhilfen haben spezielle Nachteile. Entweder ist die Rankhöhe nicht variabel einstellbar, weil der Rankkörper in fertiger Ausführung vorgegeben ist oder sie fest an Tragebenen, beispielsweise an Wänden etc., montiert sind. Nachteilig ist auch die Tatsache, dass bei den meisten Rankhilfen nur eine einzelne Pflanze unterstützt wird, mehrere Pflanzen eine große Fläche benötigen oder kein variabler Pflanzabstand herstellbar ist, es sei denn, die Pflanzenrankhilfe entspricht der Deutschen Patenanmeldung Aktenzeichen 10 2019 002 045.6. Die in der Patentanmeldung beschriebene Rankhilfe hat den Nachteil, dass die Anordnung sehr umfangreich ist und normbedingte Toleranzen der Komponenten nur mit Aufwand schwer berücksichtigt werden können. Ferner kann nur ein besonders vorbereitetes Ranknetzt angebracht werden.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile bekannter Rankhilfen zu vermeiden und mit nur einer einzigen Rankhilfe die Möglichkeit zu schaffen, nahezu eine beliebige Anzahl von Pflanzen auf einer begrenzten Fläche zu setzen, wobei jede einzelne Pflanze oder Pflanzengruppe eine eigene Wuchshilfe erhält und die Abstände der Pflanzen zueinander optimal eingehalten werden können. Positiv stellt sich die Möglichkeit dar, Ranknetze in auf den Tragarmen vorhandene Schlitze einzuhängen, oder mehrere Rankseile, durch die Schlitze horizontal fixiert, auf den Tragarmen anzuordnen. Es soll möglich sein, die Höhe der Tragarmebene dem Pflanzenwachstum anzupassen. Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe erfolgt mit einer Anordnung nach Anspruch 1.
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Für die Verwirklichung der Erfindung ist mindestens ein Standrohr mit an seinem oberen Ende radial eingesteckten Tragarmen und auf der Oberseite der Tragarme ausgebildete Schlitze für das Einhängen von Ranknetzen erforderlich, wobei der Abstand der Schlitze der Maschenweite der Ranknetze entspricht. Anstelle der Ranknetze können in der am oberen Schlitzeingang ausgebildeten Verbreiterung herabhängende Rankseile eingehängt werden, die dem Schlitzabstand entsprechend fixiert werden. Zur Erzielung und Fixierung radial gleicher Abstände zwischen den Tragarmen ist eine Abdeckkappe mit Schlitzen in entsprechender Anzahl der Tragarme vorgesehen, die mit einer Schraube in einer im Standrohr eingepressten Rohreinpressmutter befestigt werden kann.
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Damit die Höhe der Tragarme über der Pflanzebene den typischerweise erreichbaren Pflanzenhöhen entsprechend angepasst werden kann, besteht das Standrohr aus miteinander verschraubbaren, einzelnen Elementen. Hierfür ist in jedem Standrohrteil an beiden Enden je eine Rohreinpressmutter eingepasst. Mit einem Gewindestift ist so die Verbindung von mehreren Standrohrteilen kraftschlüssig herstellbar.
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Basisstück der Erfindung ist mindestens ein Standrohr und Tragarme, bei denen auf der Unterseite an einem Ende ein Schlitz ausgebildet ist, der am oberen Ende des Standrohres eingehakt ist. Weil die bei Rohren normbedingten Toleranzen ausgeglichen werden müssen, ist der Schlitz im Tragarm geringfügig breiter als die Wandstärke des Standrohres. Um zu vermeiden, dass die Tragarme wegen des gegenüber der Wanddicke des Standrohres breiteren Schlitzes herunterhängen, ist der Schlitz im Tragarm in einem entsprechenden, nicht rechtwinkligen Winkel zur Unterseite des Tragarmes angeordnet. Damit liegt der Schlitz unten und oben an dem Standrohr an und stellt einen rechten Winkel zwischen Tragarm und Standrohr her. Am Ende des Tragarmes nahe des Standrohres, ist in jedem Tragarm eine Bohrung vorhanden, von der ein Seil diagonal zur Pflanzebene gespannt und damit die Anordnung gegen Windangriffe gesichert werden kann.
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Die beschriebene, beispielhafte Ausführung der Erfindung ist in Zeichnungen dargestellt. Darin werden gezeigt und nachfolgend beschrieben:
- 1 Systemschnitt eines Anwendungsbeispiels mit zwei dargestellten Tragarmen und angeschnittenem Ranknetz.
- 2 Detailschnitt durch ein Standrohr mit Rohreinpressmuttern und mit eingesteckten Tragarmen und Abdeckkappe.
- 3 Seitenansicht eines Tragarmes.
- 4 Schnittdetail durch einen Tragarm mit Darstellung des in das Standrohr einzusteckenden Schlitzes an der Unterseite des Tragarmes, einem der Schlitze an der Oberseite des Tragarmes, in den eine Masche eines Ranknetzes eingehängt werden kann und der Bohrung für die Diagonalverspannung gegen Windangriff.
- 5 Deteildarstellung eines Ausführungsbeispiels mit Standrohr, darin eingesteckte Tragarme und aufsteckbarer Abdeckkappe. Die Darstellung verdeutlicht die Ausführung der Tragarme als Flachprofil.
- 6 Anschnitt des oberen Endes eines Standrohres mit Einkerbungen als Vorgabe für radiale Abstände der Tragarme.
- 7 Horizontaler Detailschnitt durch ein Ausführungsbeispiel mit vier eingesteckten Tragarmen.
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In 1 wird die Ausführung der erfindungsgemäßen Rankhilfe systematisch im Schnitt dargestellt. Die Anordnung besteht aus einem Standrohr(1) mit am oberen Standrohrende eingepasster Rohreinpressmutter(2) und an dessen oberem Ende eingesteckten, im beschriebenen Beispiel vier Tragarmen(3). Die Tragarme(3) haben an deren Oberseite im Abstand der Maschenweite des Ranknetzes Schlitze(4), in die die Maschenfäden(7) eines Ranknetzes eingehängt werden können. Damit an der Schlitzposition auch Seile mit dickerer Dimension gegenüber der Maschendicke des Ranknetzes, horizontal fixiert positioniert werden können, sind die Schlitzeingänge diagonal abgefast, so dass dort eine breitere Ausnehmung vorhanden ist. In den Tragarmen(3), nahe dem Standrohr(1), befindet sich eine Bohrung(6) für das Anbringen einer Diagonalverspannung gegen Windangriff. Im dargestellten Beispiel befestigt eine Abdeckkappe(8) die Tragarme(3) auf dem Standrohr(1), die mit einer Schraube(8a) in die Rohreinpressmutter(2) geschraubt ist.
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2 stellt im Anschnitt ein Detail des Standrohres(1) mit eingesteckten Tragarmen(3) und Abdeckkappe(8) dar. Das Standrohr(1) setzt sich zur variablen Höheneinstellung der Tragarmebene über der Pflanzebene, beispielsweise einem Gartenbeet, aus mehreren Teilen in optimaler Anzahl zusammen. In beiden Enden der Standrohrteile(1a) sind für die Verbindung der Standrohrteile(1) je eine Rohreinpressmutter(2) eingepasst Die Montage der Standrohrteile(1) erfolgt mit Hilfe eines Gewindestiftes(10), der in jeweils die Rohreinpressmutter(2) am Ende(1a) der Standrohrteile eingreift. Die Tragarme(3) haben an der Unterseite einen Schlitz(5), der am Ende des obersten Standrohrteiles(1) eingesteckt ist. Auf der Oberseite der Tragarme(3) sind ebenfalls Schlitze(4) angeordnet, in die die Maschenfäden(7) eines Ranknetzes eingefügt werden können. Um Windangriffen gegen die Anordnung entgegenzuwirken kann zwischen der Bohrung(6) in den Tragarmen(3), nahe des Standrohres(1), und der Pflanzebene eine diagonale Verspannung befestigt werden. Die beispielhaft dargestellte Abdeckkappe(8) kann mit einer Schraube(8a) in der Rohreinpressmutter(2) am oberen Ende des obersten Standrohrteiles(1) befestigt werden.
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3 zeigt die Seitenansicht eines Tragarmes(3). An einem Ende des Tragarmes(3), ist mit geringem Winkel(Sa) zur Unterseite ein Schlitz(5) eingearbeitet. Die Bohrung(6) ist für eine mögliche Verspannung gegen Windangriff angeordnet. Auf der Oberseite des Tragarmes(3) sind mehrere Schlitze(4) angebracht, wobei die Abstände der Maschenweite eines Ranknetzes angepasst sind. Für das Einhängen von dicken Rankseilen sind die Schlitzeingänge(4a) diagonal abgefast.
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4 zeigt das Anschnittdetail eines Tragarmes(3). Sichtbar ist der mit geringem Winkel(5a) zur Unterseite des Tragarmes(3) eingelassene Schlitz(5), ferner die Bohrung(6) für das Anbringen einer diagonalen Verspannung und einer der Schlitze(4) an der Oberseite des Tragarmes(3) mit diagonal abgefastem Schlitzeingang(4a).
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5 zeigt ein Anschnittdetail mit Standrohr(1), darin als Beispiel vier eingesteckte Tragarme(3) und eine aufsteckbare Abdeckkappe(8) mit für die Tragarme positionsgebenden Schlitzen(8b).
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6 zeigt das Detail des obersten Standrohrteiles(1) mit Einkerbungen(1b) für die radiale Positionierung mehrerer Tragarme(3).
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7 zeigt einen horizontalen Schnitt durch das Standrohr(1) mit Abdeckkappe(8) und beispielsweise vier auf dem Standrohr(1) eingesteckte Tragarme(3). Sichtbar sind mehre Schlitze(4), die zum Einhängen der Maschenfäden eines Ranknetzes in jeden Tragarm(3) eingearbeitet sind.