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Die Erfindung betrifft einen Satztrockner für landwirtschaftliche Produkte, mit einem Gehäuse, das einen Trockenraum und einen mit diesem fluidisch verbundenen Gebläseraum zum Anschluß an ein Trocknungsluft in den Trockenraum förderndes Gebläse enthält, und mit zumindest einem Behältnis für die Aufnahme von landwirtschaftlichen Produkten, wobei das Behältnis zumindest eine Wand mit Durchbrechungen zur Passage von Trocknungsluft aufweist, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
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Die Trocknung von landwirtschaftlichen Produkten ermöglicht eine Lagerstabilität des Trocknungsgutes bei gleichzeitiger Bewahrung der Produktqualität über einen ausreichend langen Zeitraum. Viele landwirtschaftliche Produkte oder Trocknungsgüter haben eine natürliche Ausgangsfeuchte nach deren Ernte von 35% ihres Gewichtes oder mehr, während für eine stabile Lagerfähigkeit deren Feuchte zwischen 14% und 15% liegen sollte. Die Trocknung vieler Körnerfrüchte, wie etwa Mais, erfolgt in einem Satztrockner, indem das Trocknungsgut in ruhendem Zustand von Luft durchströmt wird. Zur Verbesserung der Trocknung kann das Trocknungsgut durch einen Rührer oder eine Schnecke bewegt werden.
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Zur Trocknung von Trocknungsgut wird in der Regel Warmluft verwendet, die von einem Gas- oder Ölbrenner mit angeschlossenem Wärmetauscher erzeugt wird. Die Trocknung sollte hierbei zügig erfolgen um die Gefahr des Verderbs des Trocknungsgutes zu verringern.
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Die
DE 30 49 162 C2 beschreibt eine Trocknungsvorrichtung für Keramikwaren in Form eines Kammertrockners oder Durchlauftrockners, wobei ein Gehäuse der Trocknungsvorrichtung im Querschnitt rechteckförmig gebildet ist und Außenwände und zu diesen mit diskreten Abständen angeordnete Innenwände aufweist.
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Zwischen den Wänden ist ein Hohlraum gebildet, durch den mittels eines Gebläses Warmluft geleitet wird.
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In einer von den Innenwänden definierten Trockenkammer ist das zu trocknende Gut angeordnet, wobei Hordenwagen verwendet werden können. Zur Zuleitung von Warmluft in die Trockenkammer weisen die Innenwände eine Vielzahl an Öffnungen auf.
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Die AT 44474 B beschreibt einen Hordentrockner für Teigwaren mit nebeneinander liegenden, durch eine Wand getrennten Strömungkanälen für Trocknungsluft. Die Horden in dem Hordentrockner werden von Trocknungsluft von einer Seite zur anderen durchströmt, wobei die Durchströmungsrichtung umkehrbar ist, indem die Drehrichtung eines die Trocknungsluft fördernden Gebläses umgekehrt wird.
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Die Anwendung von mechanischen Rührern zur Umschichtung des Trocknungsgutes in dem Trockner bedarf zusätzlicher Energie und ist zudem mit Gutverlusten durch Bruch des Trocknungsgutes verbunden, abgesehen davon, daß die Kosten eines Trockners durch den Einbau eines Rührers oder einer Schnecke steigen.
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Die bekannten Satztrockner lassen in Bezug auf einen einfachen Aufbau und in Bezug auf ihre Energieeffizienz und auch der Produktqualität des Trocknungsgutes nach dessen Trocknung noch Wünsche offen.
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Der Erfindung liegt, ausgehend von diesem Stand der Technik, die Aufgabe zugrunde, einen Satztrockner für landwirtschaftliche Produkte zu schaffen, der eine verringerte Trocknungsdauer bei verringertem Energiebedarf und verbesserter Produktqualität des Trocknungsgutes ermöglicht.
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Die Aufgabe wird mit einem Satztrockner mit der Gesamtheit der Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
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Dadurch, daß bei dem erfindungsgemäßen Satztrockner die Trocknungsluft von dem Gebläseraum in zumindest zwei Strömungskanälen an zumindest zwei verschiedenen Wänden des Behältnisses geführt ist, wobei die Wände jeweils Durchbrechungen zur Passage von Trocknungsluft aufweisen und für jeden Strömungskanal jeweils ein Steuerelement vorgesehen ist, das die Zufuhr von Umgebungsluft und die Abfuhr von Abluft an jeweils einen Strömungskanal gleichzeitig steuert und daß die von dem Gebläse in die Strömungskanäle geförderte Trocknungsluft aus Umgebungsluft des Gehäuses und Abluft in frei wählbaren Mischungsverhältnissen zusammensetzbar ist, ist ein Satztrockner angegeben, mit dem das Trocknungsgut rascher getrocknet werden kann.
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Es kann Trocknungsluft, bestehend aus erwärmter Umgebungsluft von unten über einen Strömungskanal an das Trocknungsgut geführt werden und Abluft in dem zweiten Strömungskanal entweichen oder Trocknungsluft in dem zweiten Strömungskanal von oben zu dem Trocknungsgut gefördert werden.
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Somit ist eine konstruktive Maßnahme angegeben, die die Beaufschlagung des Trocknungsgutes von zwei Seiten, vorzugsweise von zwei gegenüberliegenden Seiten des Behältnisses ermöglicht. Dadurch ist ohne die Notwendigkeit, ein mechanisches Rührwerk zur Umschichtung des Trocknungsgutes zu Hilfe zu nehmen ermöglicht, daß das Trocknungsgut rascher getrocknet werden kann und daß die Ausnutzung der Wärme der Trocknungsluft verbessert ist. Ein Gutverderb ist mithin ausgeschlossen. Der Satztrockner baut einfach und ist kostengünstig herzustellen und zu betreiben.
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Bevorzugte Ausführungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Strömungskanäle, welche die Trocknungsluft zu dem in dem Behältnis lagernden Trocknungsgut leiten, diametral sich gegenüberliegend an dem Behältnis angeordnet. Um eine, über die Länge der Strömungskanäle und des Behältnisses betrachtet, gleichbleibende Anströmungsgeschwindigkeit des Trocknungsgutes zu ermöglichen, verengen sich die Strömungskanäle ausgehend von dem Gebläseraum bzw. ausgehend von ihrer jeweiligen Eintrittsöffnung für Trocknungsluft kontinuierlich. Dadurch sind auch die Druckverluste der über die Länge der Strömungskanäle strömenden Trocknungsluft kompensiert.
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Bevorzugt sind die Strömungskanäle kegelförmig über ihre Länge betrachtet gebildet und weisen einen quadratischen oder rechteckförmigen Querschnitt über ihre gesamte Länge auf.
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Zur Verbesserung der Energieausnutzung der Trocknungsluft kann es vorteilhaft sein, auch die mit Gutfeuchte beladene Abluft teilweise mit der Trocknungsluft, die aus der Umgebung des Satztrockners stammt, zu mischen und in die Strömungskanäle zu leiten.
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Ist der Satztrockner in seiner grundsätzlichen Bauform horizontal und langestreckt gebildet, ist es vorteilhaft, die Strömungskanäle jeweils entlang eines Bodens und einer Oberseite des Behältnisses für das Trocknungsgut anzuordnen.
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Die Strömungskanäle sind im Inneren des Gehäuses des Satztrockners angeordnet und somit ist es, ausgehend von der Quelle der Trocknungsluft, nämlich dem Gebläseraum, in dem Gehäuse erforderlich, die Trocknungsluft umzulenken.
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In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Eingangsöffnungen beider Strömungskanäle auf gegenüberliegenden Seiten des Trocknergehäuses angeordnet und die Trocknungsluft gelangt von dem Gebläseraum zu den Öffnungen der Strömungskanäle, indem diese entgegengesetzt zu der Strömungsrichtung in den Strömungskanälen entlang zumindest einer Aussenseite eines Strömungskanals gefördert wird, bevor sie dann um 180° umgelenkt in einen Strömungskanal eintritt.
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In dem Gehäuse des Satztrockners kann für jeden Strömungskanal jeweils ein Steuerelement zur Lenkung der Trocknungsluft vorgesehen sein. Die beiden Steuerelemente können über eine Einrichtung synchron angesteuert werden.
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Das jeweils einem Eingang eines Strömungskanals zugeordnete Steuerelement ist bevorzugt als schwenkbare Klappe gebildet, die aufgrund ihrer Anordnung in dem Gehäuse und an den Strömungskanälen so jeweils auf die Strömung der Trocknungsluft wirken kann, daß die Trocknungsluft und gleichzeitig die Zusammensetzung der Trocknungsluft aus Umgebungsluft und Abluft geregelt werden kann.
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Das Trocknungsgut kann so über den gesamten Trocknungsverlauf mit etwa oder exakt derselben Strömungsgeschwindigkeit und damit mit gleichbleibenden Trocknungsluft-Volumina angeströmt werden und getrocknet werden.
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Das Behältnis zur Aufnahme des Trocknungsgutes kann aus mehreren, vorzugsweise gleich dimensionierten Kästen gebildet werden, die nebeneinander auf einer Auflage des Gehäuses in diesem gestapelt werden können.
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Die Kästen können sowohl nebeneinander als auch übereinander gestapelt werden. Dadurch ist verschiedenes Trocknungsgut gleichzeig trockenbar, da in jedem Kasten spezifisches Trocknungsgut gelagert werden kann.
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In einem Ausführungsbeispiel des Satztrockners sind 33 Reihen mit jeweils 5 Kästen nebeneinander auf der Auflage gestapelt.
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Anstatt das Trocknungsgut in Kästen zu lagern, kann es vorteilhaft sein, diese in entsprechend engmaschigen Netzen zu lagern.
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Zum einfachen Be- und Entladen des Satztrockners mit Behältnissen, ist vorgesehen, daß das Gehäuse des Satztrockners an einer Gehäuseaußenwand verschließbare Öffnungen aufweist.
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Der Satztrockner kann kundenspezifisch in weiten Größenbereichen hergestellt werden. Das Gehäuse des Satztrockners kann beispielsweise 2 bis 5 m breit und etwa 3 bis 20 m lang sein. Die Behältnisse können beispielsweise etwa 0,2 bis 1,2 m hoch gebildet sein.
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Der Satztrockner kann auch in einem Container, insbesondere in einem Seecontainer, der nicht mehr anderweitig benötigt wird, angeordnet werden.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels beschreiben und anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
- 1 einen schematischen, nicht maßstäblichen, vertikal durch den Satztrockner geführten Längsschnitt,
- 2 eine schematische, perspektivische, teilweise Ansicht des Satztrockners in 1.
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In 1 ist in einem schematischen, nicht maßstäblichen Längsschnitt vertikal ein erfindungsgemäßer Satztrockner 1 für landwirtschaftliche Produkte 2 gezeigt. Der Satztrockner 1 ist so konstruiert, daß er bei minimiertem Energie- und Bauaufwand einen gleichmäßigen Trocknungsverlauf ermöglicht, der weniger Trocknungszeit als bei bekannten Satztrocknern bedarf.
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Der Satztrockner 1 weist ein im Längsschnitt rautenartig gebildetes Gehäuse 3 auf, dessen Querschnitt rechteckförmig (vgl. 2) gebildet ist und das aus geeignetem, isoliertem Tafelmaterial aus einem Holz- oder Metallwerkstoff gebildet ist.
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Das Gehäuse 3 umschließt einen Trockenraum 4 und einen mit diesem fluidisch verbundenen Gebläseraum 5. Der Gebläseraum 5 kann ein Gebläse 6 enthalten oder es kann mit dem Gebläseraum 5 ein externes Gebläse 6 fluidisch verbunden sein. Das Trocknungsgut 2 ist in dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel in 14 nebeneinander angeordneten Behältnissen 7 in Form von Kästen 16 mit jeweils einer nach oben offenen Oberseite 12 gebildet.
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Jeweils eine Wand 8 an der Unterseite eines jeden Kastens 1 6 weist nicht gezeigte Durchbrechungen für den Durchtritt von Trocknungsluft T auf. Die Wand 8 kann siebartig gebildet sein. Auf der Unterseite der Kästen 16 ist ein erster Strömungskanal 9 für die Förderung von Trocknungsluft T an die Wände 8 der Kästen 16 angeordnet. Der Strömungskanal 9 verjüngt sich, von rechts nach links in Blickrichtung auf 1 betrachtet, keilförmig und stetig.
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Ein zweiter Strömungskanal 10 ist auf der Oberseite 12 der Kästen 16 an oberen, mit Durchbrechungen versehenen oder freien Wänden 8 der Kästen 16 angeordnet und erstreckt sich ebenfalls über die Länge der Gesamtheit der Kästen 16. Der zweite Strömungskanal 10 verjüngt sich kegelförmig und stetig von links nach rechts in Blickrichtung auf die 1 gesehen. Die Strömungskanäle 9. 10 haben somit an gegenüberliegenden Enden des Gehäuses 3 des Satztrockners 1 ihre Eintrittsöffnungen für Trocknungsluft T. Dadurch kann Trocknungsluft T und auch Abluft A, die bereits das Trocknungsgut 2 passiert hat, zu/von dem Trocknungsgut 2 strömen und zwar von zwei Seiten aus abwechselnd. Das Trocknungsgut 2 wird dadurch intensiv und gleichmäßig mit Trocknungsluft beaufschlagt.
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Die Strömungskanäle 9, 10 verlaufen entlang eines Bodens 11 der Oberseite 12 der Kästen 16 oder des Behältnisses 7.
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Da der Gebläseraum 5 in dem in 1 gezeigten Ausführungsbeispiel auf der rechten Seite des Satztrockners 1 angeordnet ist, kann Trocknungsluft T und auch Abluft A. die wieder von dem Gebläse 6 angesogen wird, direkt von rechts nach links durch den ersten, unteren Strömungskanal 9 fließen, während die Trocknungsluft T in dem oberen zweiten Strömungskanal 10 von links nach rechts fließt und durch Öffnungen in dem Strömungskanal 10 über dessen Länge durch jeweils die oberen Wände 8' auf die Oberseite der Kästen 16 geführt wird.
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Dadurch ist eine mechanische Umschichtung des Trocknungsgutes 2 entbehrlich.
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Von dem Gebläse 6 wird somit Trocknungsluft T und Abluft A gefördert.
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Zur individuellen, gesteuerten Beaufschlagung der Strömungskanäle 9, 10 mit Trocknungsluft T oder Abluft A ist für jeden Strömungskanal 9, 10 ein Steuerelement 13, 14 in Form jeweils einer Klappe 15 vorgesehen. Die Klappen 15 sind schwenkbar in dem Gehäuse 3 angeordnet, sodaß jeder Strömungskanal 9, 10 mit mehr oder weniger Trocknungsluft T versorgt werden kann oder mehr oder weniger Abluft A aus den Strömungskanälen 9, 10 abgeführt werden kann. Die Klappen 15 können auch von einer nicht gezeigten Einrichtung synchron angersteuert werden.
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Zwischen jedem Strömungskanal 9, 10 und einer Außenwand 17 des Gehäuses 3 sind in Längsrichtung des Satztrockners 1 jeweils Zwischenräume 19, 20 vorgesehen durch die Trocknungsluft T und Abluft A von/zu dem Gebläse 6 zirkulieren kann. Das Gebläse 6 selbst kann, von einer Abluftklappe 21 gesteuert, Umgebungsluft U von der Umgebung des Satztrockners 1 ansaugen.
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Wie 2 zeigt, kann der Satztrockner 1 anstatt eines einzigen Behältnisses 7 eine Vielzahl kleinerer Behältnisse 7 oder Kästen 16 mit Trocknungsgut 2 aufnehmen. In 2 sind 22 Reihen mit je 5 Kästen 16 die nebeneinander angeordnet sind, gezeigt. Die Kästen 16 lassen sich auch übereinander anordnen. Die Kästen 16 ruhen auf einer luftdurchlässigen, nicht näher gezeigten Auflage des Gehäuses 3.
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An einer Längswand 17 weist das Gehäuse 3 des Satztrockners 1 verschließbare Öffnungen 18 zur Be- und Entladung von Behältnissen 7 in/aus dem Gehäuse 3 auf.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Satztrockner
- 2
- Landwirtschaftliches Produkt, Trocknungsgut
- 3
- Gehäuse
- 4
- Trockenraum
- 5
- Gebläseraum
- 6
- Gebläse
- 7
- Behältnis
- 8
- 8' Wand
- 9
- Strömungskanal
- 10
- Strömungskanal
- 11
- Boden
- 12
- Oberseite
- 13
- Steuerelement
- 14
- Steuerelement
- 15
- Klappe
- 16
- Kasten
- 17
- Gehäuse-Außenwand
- 18
- Öffnung
- 19
- Zwischenraum
- 20
- Zwischenraum
- 21
- Abluftklappe
- T
- Trocknungsluft
- A
- Abluft
- U
- Umgebungsluft