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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schussfadeneintrag an einer Webmaschine, bei welchem mittels einer auf einer Eintragsseite eines Webfachs angeordneten Rückholeinheit ein Schussfaden um eine bestimmte Strecke zurückgezogen wird, wobei der Schussfaden durch wenigstens ein Eintragselement, insbesondere wenigstens einen Greifer, erfasst wird. Der Schussfaden wird in einer Schusseintragsrichtung in das Webfach eingetragen und nach dem Eintragen durch das Eintragselement freigegeben. Dabei entsteht auf der der Eintragsseite gegenüberliegenden Seite des Webfachs ein über das Webfach überstehendes Schussfadenende.
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Aus der
DE 10 2015 217 356 B3 ist eine Webmaschine bekannt geworden, bei welcher mittels eines Farbwählers im Wechsel mehrere Schussfäden von verschiedenen Vorratsspulen eingetragen werden können. Der Farbwähler besitzt hierzu jeweils eine Fadenöse und eine dieser zugeordnete Klemme für jeden der Schussfäden. Mittels der Klemme und der Fadenöse können die Schussfäden jeweils einem Eintragselement der Webmaschine vorgelegt werden und von diesem erfasst werden. Da die Fadenösen und die Klemmen während des Webprozesses zwischen verschiedenen Positionen hin und her bewegt werden, ändert sich die Fadenlänge des Schussfadens in seinem Verlauf vom Schussfadenvorrat bis zu seiner jeweiligen Klemme. Um diese im Laufe des Webprozesses auftretenden, unterschiedlichen Fadenlängen zu kompensieren, kann an der Webmaschine eine Fadenrückholeinheit vorgesehen werden.
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Eine Fadenrückholeinheit ist beispielsweise in der
DE 35 24 727 A1 gezeigt. Bei der dort gezeigten Webmaschine wird der Schussfaden nach dem Schussfadeneintrag geschnitten und durch eine pneumatische Haltevorrichtung gehalten, um erneut dem Greifer vorgelegt zu werden. Um das dem Greifer vorgelegte Schussfadenende möglichst kurz zu halten, wird der Schussfaden vor dem Erfassen durch den Greifer wieder ein Stück weit aus der pneumatischen Haltevorrichtung herausgezogen. Hierzu wird mittels eines Betätigungshebels ein Finger in den Weg des Schussfadens geschwenkt und das nun verkürzte Schussfadenende dem Greifer vorgelegt. Allerdings kann das dem Greifer vorgelegte Schussfadenende nicht beliebig verkürzt werden, da dieses von dem Greifer noch sicher erfasst werden können muss. Ebenso muss an einer Webmaschine mit Mittenübergabe das Fadenende sicher an den Nehmergreifer übergeben werden können. Das über die Klemme des Greifers überstehende Fadenende wird somit durch den oder die Greifer beim Schusseintrag bis auf die andere Seite des Webfachs transportiert, wo es als Abfall abgeschnitten und entsorgt werden muss.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Schussfadeneintrag an einer Webmaschine sowie eine Webmaschine vorzuschlagen, mittels welchen die anfallenden Mengen an Schussfadenabfällen reduziert werden können.
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Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
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Bei einem Verfahren zum Schussfadeneintrag an einer Webmaschine wird mittels einer auf einer Eintragsseite eines Webfachs angeordneten Rückholeinheit ein Schussfaden um eine bestimmte Strecke zurückgezogen. Der Schussfaden wird durch wenigstens ein Eintragselement, insbesondere wenigstens einen Greifer, erfasst, in einer Schusseintragsrichtung in das Webfach eingetragen und nach dem Eintragen durch das Eintragselement freigegeben. Dabei entsteht auf der der Eintragsseite gegenüberliegenden Seite des Webfachs ein über das Webfach überstehendes Schussfadenende.
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Es wird vorgeschlagen, nach dem Freigeben des Schussfadens durch das Eintragselement den nun eingetragenen Schussfaden mittels der Rückholeinheit entgegen der Schusseintragsrichtung zu bewegen und das überstehende Schussfadenende in das Webfach zurückzuziehen. Hierdurch kann das auf der der Eintragsseite gegenüberliegenden Seite des Webfachs aus dem Webfach herausragende Fadenende zurückgezogen werden und in das Gewebe eingebunden werden, sodass es nun nicht mehr als Abfall anfällt. Da dies erst nach dem Eintragen des Schussfadenendes erfolgt, ist es auch nicht unbedingt erforderlich, bereits vor dem Schusseintrag das den Greifer vorgelegte Fadenende zu kürzen. Die als Abfall auf der rechten Seite, also der der Eintragsseite gegenüberliegenden Seite, über das Gewebe überstehenden Fadenenden können hierdurch erheblich reduziert werden. Gegebenenfalls können die überstehenden Fadenenden auch vollständig in das Gewebe zurückgezogen werden, sodass ein Schneiden des Gewebes auf der rechten Seite entbehrlich ist.
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Ebenso wird eine Webmaschine vorgeschlagen mit einem auf einer Eintragsseite eines Webfachs angeordneten Schussfadenvorrat, mit wenigstens einer eintragsseitigen Klemme, insbesondere einer beweglichen Hinreicheklemme einer Hinreicheeinrichtung, mit wenigstens einem Eintragselement zum Eintragen eines Schussfadens in das Webfach in einer Schusseintragsrichtung und mit einer Rückholeinheit. Das wenigstens eine Eintragselement ist bevorzugt als Greifer ausgebildet. Die Webmaschine kann dabei mit einem Monogreifer oder mit einem Geber- und einem Nehmergreifer mit Mittenübergabe ausgeführt sein.
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Die Rückholeinheit der Webmaschine ist dabei derart ausgebildet und an der Webmaschine angeordnet, dass der Schussfaden nach dem Eintragen in das Webfach entgegen der Schusseintragsrichtung zurückgezogen werden kann.
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Nach einer bevorzugten Ausführung der Webmaschine ist die Rückholeinheit hierzu zwischen dem Schussfadenvorrat und der eintragsseitigen Klemme, insbesondere der beweglichen Hinreicheklemme der Hinreicheeinrichtung, angeordnet. Vorzugsweise ist dabei die Rückholeinheit derart im Fadenlauf des Schussfadens angeordnet, dass der Schussfaden während des gesamten Webprozesses über die Rückholeinheit geführt ist. Die Rückholeinheit kann hierdurch zu verschiedenen Zeitpunkten im Webprozess betätigt werden, da sich der Schussfaden jederzeit im Einflussbereich der Rückholeinheit befindet.
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Bei dem Verfahren wird das überstehende Schussfadenende vorzugsweise in das Webfach zurückgezogen, bevor und/oder während der eingetragene Schussfaden mittels eines Webblatts angeschlagen und oder abgebunden wird. Wird der Schussfaden vor dem Anschlag durch das Webblatts zurückgezogen, so kann er besonders leicht durch das noch geöffnete Webfach bewegt werden. Es kann allerdings auch vorteilhaft sein, den Schussfaden während des Schussanschlags bzw. kurz vor oder während des Abbindens zurückzuziehen. Der Schussfaden wird zu diesem Zeitpunkt bereits durch die Reibung der Kettfäden gehalten. Es besteht daher keine Gefahr, dass der Schussfaden durch die Rückholeinheit zu weit zurückgezogen wird.
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Nach einer vorteilhaften Ausführung wird der eingetragene Schussfaden zum Zurückziehen mittels eines durch einen Antrieb antreibbaren Umlenkelements ausgelenkt. Die Rückholeinheit weist hierzu ein durch einen Antrieb antreibbares und aus einer Ruhelage auslenkbares Umlenkelement auf. Das Umlenkelement kann aus seiner Ruhelage beispielsweise durch eine lineare Bewegung ausgelenkt werden und dabei den Faden aus seinem regulären Fadenlauf ablenken. Alternativ kann das Umlenkelement jedoch auch als drehbar gelagerten Hebel ausgebildet sein und den Faden durch eine Drehbewegung aus seinem regulären Fadenlauf auslenken. Nach einer besonders vorteilhaften Ausführung ist der drehbar gelagerte Hebel als zweiarmigen Hebel ausgebildet. Die Rückholeinheit kann hierdurch besonders platzsparend ausgebildet werden.
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Vorteilhaft ist es, wenn das Umlenkelement wenigstens ein Fadenführungselement für den Schussfaden aufweist. Der Schussfaden kann hierdurch zu jedem Zeitpunkt im Webprozess durch das Fadenführungselement geführt werden.
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Ebenso ist es vorteilhaft, wenn die Rückholeinheit wenigstens ein stationäres Fadenführungselement für den Schussfaden aufweist. Durch das Zusammenwirken des Fadenführungselements des Umlenkelements und des stationären Fadenführungselements kann eine definierte Auslenkung des Schussfadens erreicht werden. Der Schussfaden kann hierdurch reproduzierbar bei jedem Schusseintrag um dieselbe Strecke zurückgezogen werden.
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Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Rückholeinheit ist das wenigstens eine Fadenführungselement des Umlenkelements und/oder das wenigstens eine stationäre Fadenführungselement als Umlenkrolle ausgebildet. Der Faden kann hierdurch besonders schonend über das Umlenkelement geführt werden. Die Rückholeinheit ist hierdurch auch für empfindliche Schussfäden geeignet, welche ansonsten durch die Reibung an einem feststehenden Umlenkelement oder durch große Umlenkwinkel an feststehenden Umlenkelementen beschädigt werden könnten.
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Bei dem Verfahren ist es weiterhin vorteilhaft, wenn dem Antrieb zum Zurückziehen eine Positionsänderung vorgegeben wird und der Antrieb positionsgesteuert verfahren wird. Die Strecke, um welche das überstehende Fadenende zurückgezogen werden soll, kann dem Antrieb hierdurch exakt vorgegeben werden. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass nahezu das gesamte, überstehende Fadenende wieder in das Webfach zurückgezogen wird. Ebenso ist es hierdurch möglich, die Strecke, um welche das überstehende Fadenende zurückgezogen wird, den Erfordernissen entsprechend einzustellen. So kann beispielsweise für verschiedene Anwendungen eine unterschiedliche Positionsänderung vorgegeben werden. Ebenso ist es möglich, von Schuss zu Schuss eine unterschiedliche Positionsänderung vorzugeben, wenn die Art des Gewebes bzw. der verwendeten, verschiedenen Schussfäden dies erfordert.
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Besonders vorteilhaft ist es weiterhin, wenn der Antrieb einen Positionsgeber aufweist. Die tatsächliche Position des Antriebs kann hierdurch zu jedem Zeitpunkt überwacht werden und einer Steuereinrichtung zugeführt werden. Der Antrieb kann hierdurch auch positionsgeregelt verfahren werden, sodass die Länge des Fadenendes, welche wieder in das Webfach zurückgezogen wird, besonders exakt erreicht werden kann.
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Wird der Antrieb positionsgesteuert oder positionsgeregelt verfahren, so ist es weiterhin vorteilhaft, wenn dem Antrieb während des Zurückziehens eine Kraftbegrenzung oder eine Drehmomentbegrenzung vorgegeben wird. Im Falle eines linearen Antriebs wird dabei eine Kraftbegrenzung vorgegeben, während einem rotatorischen Antrieb eine Drehmomentbegrenzung vorgegeben wird. Einem Reißen des Fadens durch das Zurückziehen kann hierdurch entgegengewirkt werden.
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Bei der Webmaschine ist es weiterhin vorteilhaft, wenn der Antrieb wahlweise kraftgesteuert (im Falle eines Linearantriebs) bzw. drehmomentgesteuert (im Falle eines rotatorischen Antriebs) oder positionsgesteuert verfahrbar ist. Die Rückholeinheit kann hierdurch nicht nur zum Zurückziehen des Fadens um eine definierte Strecke, sondern auch zum Spannen des Fadens, beispielsweise zum Ausgleichen von eventuellen Überlängen oder zur Überwachung des Schussfadens eingesetzt werden.
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Nach einer besonders vorteilhaften Ausführung der Rückholeinheit ist der Antrieb als Drehmagnet ausgebildet. Dieser ermöglicht eine besonders exakte Positionierung des Umlenkelements und ist zugleich kostengünstig verfügbar.
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Bei dem Verfahren ist es weiterhin vorteilhaft, wenn der eingetragene Schussfaden nach dem Zurückziehen durch eine eintragsseitige Klemme der Webmaschine, insbesondere eine bewegliche Hinreicheklemme einer Hinreicheeinrichtung, geklemmt wird und von einem vorratsseitigen Schussfaden getrennt wird.
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Vorzugsweise wird nach dem Trennen des eingetragenen Schussfadens von dem vorratsseitigen Schussfaden der vorratsseitige, geklemmte Schussfaden mittels der Rückholeinheit überwacht. Bei der Webmaschine bildet die Rückholeinheit hierzu eine Vorrichtung zur Schussfadenüberwachung eines vorratsseitigen Schussfadens.
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Nach einer ersten, einfachen Ausführung wird dabei der Faden nach dem Trennen lediglich zu einem oder mehreren bestimmten Zeitpunkten auf einen Schussbruch hin überwacht. Der Faden wird hierzu kurzzeitig mit einer definierten Spannung beaufschlagt.
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Um den Faden mit einer definierten Spannung beaufschlagen zu können, ist vorteilhafterweise der Rückholeinheit eine zwischen dem Schussfadenvorrat und der Rückholeinheit angeordnete Fadenklemme zugeordnet. Der vorratsseitige Schussfaden kann hierdurch sowohl durch die eintragsseitige Klemme, insbesondere die Hinreicheklemme, als auch durch die zusätzliche Fadenklemme geklemmt werden.
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Zum Überwachen des vorratsseitigen Schussfadens wird vorzugsweise der vorratsseitige Schussfaden durch das Umlenkelement der Rückholeinheit mit einer Spannung beaufschlagt.
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Die Fadenspannung kann dabei gemessen werden und daraus auf das Vorliegen eines Fadenbruchs geschlossen werden. Um einen Fadenbruch zu detektieren, ist es alternativ aber auch möglich, lediglich einen Näherungssensor für das Umlenkelement an der Rückholeinheit vorzusehen. Beim Beaufschlagen des Schussfadens mit der Spannung wird das Umlenkelement aus seiner Ruhelage ausgelenkt, erreicht jedoch bei intaktem Faden seine Endlage nicht. Ist nun der Schussfaden gebrochen, so wird das Umlenkelement plötzlich bis in die Endlage ausgelenkt, was durch den Näherungssensor detektiert werden kann.
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Alternativ kann zum Überwachen des Schussfadens bzw. zum Beaufschlagen des Schussfadens mit der Spannung dem Antrieb der Rückholeinheit eine Kraft oder ein Drehmoment vorgegeben wird und dabei zugleich eine resultierende Positionsänderung des Antriebs erfasst werden. Der Antrieb weist hierzu, wie bereits beschrieben, einen Positionsgeber auf. Entspricht die Positionsänderung des Antriebs nicht der durch die vorgegebene Kraft bzw. das vorgegebene Drehmoment zu erwartenden, so kann daraus auf das Vorliegen eines Schussbruches oder eines sonstigen Fehlers geschlossen werden.
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Nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens wird der Faden nicht nur zu einem oder mehreren Zeitpunkten, sondern kontinuierlich vom Zeitpunkt des Klemmens durch die vorratsseitige Klemme bis zum Erfassen durch das Eintragselement für den nächsten Schusseintrag mit der Spannung beaufschlagt. Vorzugsweise wird der Schussfaden hierzu mit einer konstanten Spannung beaufschlagt. Denkbar ist es aber auch, lediglich ein bestimmtes Fenster mit einer minimalen und einer maximalen Spannung vorzugeben, mit welcher der Schussfaden während seiner kontinuierlichen Überwachung beaufschlagt wird. Der Schussfaden kann hierdurch beispielsweise an einer Webmaschine mit mehreren Fäden auch dann auf einen Fadenbruch hin überwacht werden, wenn er gerade nicht eingetragen wird.
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Bei der Webmaschine ist es daher auch vorteilhaft, wenn die Rückholeinheit dazu ausgebildet ist, den vorratsseitigen Schussfaden kontinuierlich zu überwachen. Der Antrieb der Rückholeinheit ist zur Schussfadenüberwachung mit einer vorzugsweise konstanten Kraft, im Falle eines Linearantriebs, oder einem vorzugsweise konstanten Drehmoment, im Falle eines rotatorischen Antriebs, beaufschlagbar. Auch hier ist es wiederum vorteilhaft, wenn dabei zugleich eine Positionsänderung des Antriebs mittels eines Positionsgebers erfasst wird. Eine Positionsänderung bei konstantem vorgegebenen Drehmoment bzw. konstanter Kraft deutet dabei wiederum auf das Vorliegen eines Schussbruches hin.
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Besonders vorteilhaft ist es weiterhin, wenn die Rückholeinheit dazu ausgebildet ist, eine Funktion von am Schusseintrag beteiligten Elementen zu überwachen. Unter den am Schusseintrag beteiligten Elementen wären dabei sämtliche Elemente der Webmaschine verstanden, welche den Schussfaden vor, während und nach dem Schusseintrag handhaben. Insbesondere werden darunter Eintragselemente wie Greifer, Hinreicheklemmen, Ösen einer Hinreicheeinrichtung, Schussfadenscheren und weitere Fadenklemmen verstanden.
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Um die Funktion der am Schusseintrag beteiligten Elemente überwachen zu können, ist es vorteilhaft, wenn während des Beaufschlagens des Schussfadens mit der Spannung ein aktueller Positionsverlauf des Antriebs erfasst wird. Anders ausgedrückt wird somit die Position des Antriebs mittels eines Positionsgebers kontinuierlich erfasst. Der aktuelle Positionsverlauf wird dann mit einem idealen Positionsverlauf verglichen. Der ideale Positionsverlauf kann beispielsweise zuvor in einem fehlerfreien Webzyklus aufgenommen worden sein und in einer Steuerung des Antriebs hinterlegt worden sein. So kann beispielsweise ein atypisches Absinken der Fadenspannung bzw. eine plötzliche Positionsänderung des Antriebs darauf hinweisen, dass das Klemmen des Fadens durch die Hinreicheklemme nicht korrekt durchgeführt wurde oder der Faden aus der Klemme der Hinreicheeinrichtung herausgerutscht ist. Ebenso kann durch eine atypische Positionsänderung des Antriebs eine Fehlfunktion der dem Schussfadenvorrat zugeordneten Fadenklemme detektiert werden. In ähnlicher Weise kann das korrekte Trennen des eingetragenen Schussfadens von dem vorratsseitigen Schussfaden überwacht werden.
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Weicht der aktuelle Positionsverlauf des Antriebs von dem idealen Positionsverlauf ab, so wird vorzugsweise eine Fehlermeldung ausgegeben. Hierdurch wird ein Bediener auf die Fehlfunktion aufmerksam gemacht, kann diese aufsuchen und beseitigen.
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Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Webmaschine weist die Webmaschine mehrere eintragsseitige Klemmen für mehrere Schussfäden auf, wobei jedem der mehreren Schussfäden jeweils eine eigene Rückholeinheit zugeordnet ist. Fehler in der Schussfadenzuführung können hierdurch frühzeitig erkannt werden und schnell beseitigt werden.
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Weitere Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispiele beschrieben. Es zeigen:
- 1 eine Webmaschine mit einer Rückholeinheit nach einer ersten Ausführung in einer Situation kurz vor dem Schusseintrag,
- 2 die Webmaschine der 1 kurz nach dem Schusseintrag und nach der Freigabe des Schussfadens durch den Greifer,
- 3 die Webmaschine der 1 nach dem Rückholen des Schussfadens,
- 4 die Webmaschine der 1 nach dem Blattanschlag,
- 5 die Webmaschine der 1 nach dem Schneiden des Schussfadens,
- 6 die Webmaschine der 1 kurz vor dem folgenden Schusseintrag,
- 7 eine schematische Detaildarstellung einer Rückholeinheit,
- 8 eine Webmaschine mit einer Rückholeinheit nach einer zweiten Ausführung in einer Situation kurz vor dem Schusseintrag,
- 9 die Webmaschine der 8 kurz nach dem Schusseintrag und nach der Freigabe des Schussfadens durch den Greifer,
- 10 die Webmaschine der 8 nach dem Rückholen des Schussfadens,
- 11 die Webmaschine der 8 nach dem Blattanschlag,
- 12a die Webmaschine der 8 nach dem Schneiden des Schussfadens im Falle eines Farbwechsels,
- 12b die Webmaschine der 8 nach dem Schneiden des Schussfadens im Falle eines Pic-a-pic-Eintrags, sowie
- 13 die Webmaschine der 8 kurz vor dem folgenden Schusseintrag.
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Bei der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele werden für identische oder in ihrer Gestaltung und/oder Wirkweise zumindest vergleichbare Merkmale mit gleichen Bezugszeichen versehen. Weiterhin werden diese lediglich bei ihrer erstmaligen Erwähnung detailliert erläutert, während bei den folgenden Ausführungsbeispielen lediglich auf die Unterschiede zu den bereits beschriebenen Ausführungsbeispielen eingegangen wird. Weiterhin sind aus Gründen der Übersichtlichkeit von mehreren identischen Bauteilen bzw. Merkmalen oftmals nur eines oder nur einige wenige beschriftet.
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1 zeigt eine schematische Darstellung einer Webmaschine 1 mit einer Rückholeinheit 9 kurz vor dem Schusseintrag. Die Webmaschine 1 weist auf einer Eintragsseite ES in üblicher Weise einen Schussfadenvorrat 6 auf, von welchem ein Schussmaterial, insbesondere ein Schussfaden 5, abgewickelt und einer Hinreicheeinrichtung 8 zugeführt wird. Der Schussfaden 5 wird hierzu durch eine Öse 16 der Hinreicheeinrichtung 8 geführt und kann durch eine Hinreicheklemme 7 geklemmt werden. Die Hinreicheklemme 7 ist im vorliegenden Beispiel zwischen einer Zubringerposition Z, in welcher der geklemmte Schussfaden 5 einem Eintragselement zugeführt wird, und einer Übernahmeposition Ü, in welcher der geklemmte Schussfaden 5 geschnitten werden kann, hin und her bewegbar. Die Rückholeinheit 9 ist zwischen dem Schussfadenvorrat 6 und der Hinreicheklemme 7 oder einer sonstigen Eintragsseitigen Klemme angeordnet. Zum Klemmen des Schussfadens 5 ist zwischen dem Schussfadenvorrat 6 und der Rückholeinheit 9 eine Fadenklemme 18 vorgesehen. Zum Schneiden des Schussfadens 5 ist eine Schussfadenschere 15 an der Webmaschine 1 vorgesehen.
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Zum Schusseintrag wird der Schussfaden 5 in an sich bekannter Weise einem Eintragselement, hier einem Greifer 4, vorgelegt und durch diesen in einer Schusseintragsrichtung SE in das Webfach 2 eingetragen. Das Webfach 2 wird in ebenfalls bekannter Weise durch das wechselnde Heben und Senken von Kettfäden 3 gebildet. Zum Anschlagen des Schussfadens ist weiterhin ein Webblatt 10 vorgesehen.
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Dargestellt ist in 1 nun eine Situation, in welcher die bewegliche Hinreicheklemme 7 sich gerade in der Zubringposition Z befindet. Der Schussfaden 5 ist hierdurch zwischen der Öse 16 der Hinreicheeinrichtung 8 und der Hinreicheklemme 7 aufgespannt und kann hierdurch dem Greifer 4 vorgelegt werden. Der Schussfaden 5 wird gerade durch den Greifer 4 erfasst.
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Die Rückholeinheit 9, deren Funktion anhand der folgenden Figuren noch näher beschrieben wird, weist gemäß der vorliegenden Darstellung ein Umlenkelement 11 auf, das vorliegend als drehbar gelagerter Hebel ausgebildet ist. Das Umlenkelement 11 weist einen Antrieb 12 (siehe 7) zum Bewegen bzw. zum Auslenken des Umlenkelements 11 auf. Das Umlenkelement 11 ist mit einem oder, wie vorliegend gezeigt, auch zwei Fadenführungselementen 17 versehen, über welche der Schussfaden 5 geführt ist. Das Umlenkelement 11 ist hierdurch in der Lage, den Schussfaden 5 aus seinem regulären Verlauf auszulenken und ihm hierdurch um eine bestimmte Strecke zurückzuziehen oder, je nach Ausführung, auch zu spannen. Weiterhin sind an der Rückholeinheit 9 vorliegend zwei stationäre Fadenführungselemente 17 angeordnet. Hierdurch wird im Zusammenwirken mit den an dem Umlenkelement 11 angeordneten Fadenführungselementen 17 eine definierte Auslenkung des Schussfadens 5 erreicht, wodurch wiederum der Schussfaden 5 um eine definierte Strecke zurückgezogen werden kann. Das Umlenkelement 11 ist vorliegend in einer aus seiner Ruhelage R (siehe 7) ausgelenkten Position dargestellt.
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2 zeigt eine Situation, in welcher der Schussfaden 5 gerade eingetragen und vom Greifer 4 bereits freigegeben wurde. Der Greifer 4 hat hierzu den Schussfaden 5 erfasst und durch das geöffnete Webfach 2 auf die der Eintragsseite ES gegenüberliegende Seite transportiert. Die Hinreicheklemme 7 wurde hierzu gelöst und hat sich, während der Greifer 4 den Schussfaden 5 eingetragen hat, aus der Zubringposition Z in die Übergabeposition Ü bewegt. Auch die Fadenklemme 18 ist während des Schusseintrags gelöst. Das Umlenkelement 11 der Rückholeinheit 9 befindet sich während des Schusseintrags in der Ruhelage R (siehe 7). In dieser wird der Schussfaden 5 nicht ausgelenkt, sondern verläuft weitgehend geradlinig durch die Rückholeinheit 9, um den Schusseintrag nicht zu beeinträchtigen. Da der Schussfaden 5 durch den Greifer 4 nicht direkt an seinem Ende, sondern nur zwischen der Hinreicheklemme 7 und der Öse 16 geklemmt werden kann, entsteht beim Schusseintrag stets ein Schussfadenende 5a, welches nach dem Schusseintrag auf der der Eintragsseite ES gegenüberliegenden Seite über das Gewebe übersteht. Dieses ist nicht in das Gewebe eingebunden und muss daher vom Gewebe abgetrennt und als Abfall entsorgt werden. Um dies zu vermeiden, ist die Rückholeinheit 9 vorgesehen.
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3 zeigt nun eine Situation, in welcher das Schussfadenende 5a bereits um eine bestimmte Strecke zurückgezogen wurde, sodass es sich nun innerhalb des Webfachs 2 befindet und somit durch die Kettfäden 3 abgebunden werden kann. Vorliegend wurde das Schussfadenende 5a vollständig in das Webfach 2 zurückgezogen; je nach Ausführung der Webmaschine 1 und des Gewebes sowie der Webkanten ist es aber natürlich auch denkbar, ein kleines Stückchen des Schussfadenende des 5a weiterhin über das Webfach 2 überstehen zu lassen. Zum Rückholen des Schussfadenendes 5a wird nun das Umlenkelement 11 der Rückholeinheit 9 aus seiner Ruhelage R ausgelenkt. Zugleich wird die Fadenklemme 18 geschlossen, um ein weiteres Abwickeln des Schussfadens 5 von dem Schussfadenvorrat 6 zu vermeiden. Das Umlenkelement 11 kann somit um einen bestimmten, vorgegebenen Drehwinkel aus seiner Ruhelage R ( 7) ausgelenkt werden, wodurch das Schussfadenende 5a um eine zu der Änderung der Drehposition des Umlenkelement 11 korrespondierende Strecke bzw. Fadenlänge zurückgezogen wird.
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Vorliegend ist das Umlenkelement 11 drehbar gelagert, sodass dem Antrieb 12 (siehe 7) zum Zurückholen des Fadenendes 5a eine Drehwinkeländerung vorgegeben wird. Natürlich könnte das Umlenkelement 11 jedoch auch in anderer Weise ausgebildet sein, so dass dem Umlenkelement 11 entsprechend eine Positionsänderung vorgegeben wird. Zum Auslenken des Umlenkelements 11 kann der Antrieb 12 positionsgesteuert verfahren werden. Um die vorgegebene Positionsänderung bzw. die zurückgezogene Fadenlänge möglichst exakt und reproduzierbar zu erreichen, kann in vorteilhafter Ausführung jedoch auch vorgesehen sein, den Antrieb 12 mit einem Positionsgeber auszustatten und den Antrieb dann entsprechend positionsgeregelt zu verfahren.
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Nach dem Rückholen des Fadenendes 5a oder gegebenenfalls auch bereits während des Rückholens wird der nun in das Webfach 2 eingetragene Schussfaden 5 mittels des Webblatts 10 angeschlagen, wie der 4 entnehmbar. Weiterhin wird das Webfach 2 geschlossen, um den angeschlagenen Schussfaden 5 abzubinden. Gezeigt ist eine Situation, in welcher der eingetragene Schussfaden 5 bereits durch das Webblatt 10 angeschlagen wurde und von der sich noch immer in der Übernahmeposition Ü befindlichen Hinreicheklemme 7 übernommen und geklemmt wurde. In dieser Situation ist der eingetragene Schussfaden 5, welcher sich innerhalb des Webfachs 2 befindet, bereit, durch die Schussfadenschere 15 von dem vorratsseitigen Schussfaden 5, welche sich außerhalb des Webfach 2 befindet, getrennt zu werden.
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5 zeigt eine Situation, in welcher der eingetragene Schussfaden 5 nun gerade von dem vorratsseitigen Schussfaden 5 getrennt wurde. Weiterhin hat sich nach dem Trennen des Schussfadens 5 die Hinreicheklemme 7 mit dem vorratsseitigen, geklemmten Schussfaden 5 aus der Übergabeposition Ü wieder zurück in die Zubringposition Z bewegt. Wie ein Vergleich der 4 und 5 zeigt, entsteht durch das Verbringen der Hinreicheklemme 7 in die Zubringposition 6 eine Überlänge des Schussfadens 5, da die Übergabeposition Ü weiter entfernt von der Öse 16 liegt als die Zubringposition Z. Im vorliegenden Beispiel wurde daher das Umlenkelement 11 der Rückholeinheit 9 ein zweites Mal um einen bestimmten Drehwinkel ausgelenkt, um diese Überlänge zu kompensieren. Die vorliegend gezeigte Lage des Umlenkelements 11 setzt sich somit aus der ersten Positionsänderung bzw. Drehwinkeländerung zum Zurückholen nach dem Schusseintrag und der zweiten Positionsänderung bzw. Drehwinkeländerung zum Kompensieren der Überlänge zusammen.
Natürlich ist es aber, je nach Anordnung der Öse 16, der Zubringposition Z und der Übergabeposition Ü auch möglich, auf das zweite Rückholen zu verzichten oder aber die Überlänge in anderer Weise auszugleichen. Die Fadenklemme 18 ist zu diesem Zeitpunkt noch immer geschlossen. Es versteht sich, dass anstelle einer Fadenklemme 18 auch eine Fadenbremse vorgesehen sein kann, um den vorratsseitigen Schussfaden 5 während des Rückholens zu fixieren.
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Ist dem Antrieb 12 ein Positionsgeber zugeordnet, so kann nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung der Schussfaden 5 nach dem Rückholen mittels der Rückholeinheit 9 mit einer definierten Spannung beaufschlagt werden, um den Schussfaden 5 zu überwachen. Hierdurch ist es möglich, einen Schussbruch des vorratsseitigen Schussfadens 5 festzustellen und ggf. auch die Funktionsweise der Klemmen 7 und 18 zu überprüfen. Zum Aufbringen der Spannung wird dem Antrieb 12 nicht wie zuvor zum Zurückholen eine Positionsänderung vorgegeben, sondern es wird vielmehr ein definiertes Drehmoment bzw. eine definierte Kraft vorgegeben. Im Falle eines Schussbruches oder einer Fehlfunktion einer der beiden Klemmen 7, 18 ist es nicht möglich, die definierte, dem vorgegebenen Drehmoment bzw. der vorgegebenen Kraft entsprechende Spannung auf den Schussfaden 5 aufzubringen. Vielmehr erfährt das Umlenkelement 11 bzw. der Antrieb 12 aufgrund der fehlenden Fixierung des Schussfadens 5 eine erhebliche Positionsänderung, welche von dem Positionsgeber erfasst werden kann. Somit kann aus einer Abweichung der tatsächlichen Positionsänderung von der durch das vorgegebene Drehmoment bzw. die vorgegebene Kraft zu erwartenden Positionsänderung auf einen Fehler im Webprozess geschlossen werden. Nach einer besonders vorteilhaften Ausführung des Verfahrens wird der Schussfaden 5 nach dem Rückholen bis zur Übernahme durch den Greifer 4 kontinuierlich überwacht, wie anhand der 8-13 noch näher erläutert wird.
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Weiterhin beginnt sich das Webblatt 10 nun wieder zurück in seine von dem Bindepunkt des Gewebes entfernt liegende Position zu bewegen und das Webfach 2 öffnet sich wieder.
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6 zeigt schließlich noch eine Situation, in welcher das Webblatt 10 nun seine vom Wendepunkt entfernt liegende Position erreicht hat und das Webfach 2 sich bereits für den folgenden Schusseintrag öffnet. Der Schussfaden 5 ist in dieser Situation wieder durch die Öse 16 der Hinreicheeinrichtung 8 geführt und zwischen dieser und der Hinreicheklemme 7 aufgespannt, sodass er im folgenden Schusseintrag vom Greifer 4 erfasst werden kann. Sofern in der Rückholeinheit 9 noch immer eine gewisse Fadenlänge gespeichert ist, wird für den Schusseintrag zunächst das Umlenkelement 11 mittels seines Antriebs 12 (7) in umgekehrter Richtung angetrieben, um es wieder zurück in die Ruhelage (7) zu bewegen und die gespeicherte Fadenlänge freizugeben. Allerdings ist es auch möglich, dass die in der Rückholeinheit 9 gespeicherte Fadenlänge aufgrund von Änderungen der Fadenspannung bzw. aufgrund von Bewegungen der Klemmen und Ösen ohnehin bereits wieder freigegeben wurde. Der Antrieb in umgekehrter Richtung ist somit nicht unbedingt erforderlich. Weiterhin werden nach der Übernahme des Schussfadens 5 durch den Greifer 4 die Hinreicheklemme 7 und die Fadenklemme 18 geöffnet, um den Schusseintrag zu ermöglichen.
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7 zeigt nun eine schematische Detaildarstellung der Rückholeinheit 9. Wie bereits beschrieben, weist die Rückholeinheit 9 ein aus einer Ruhelage R ausgelenktes Umlenkelement 11 auf. Die Ruhelage R ist vorliegend in ausgezogenen Linien dargestellt, während zwei verschiedene, ausgelenkte Positionen des Umlenkelements 11 in strichpunktierten Linien gezeigt sind.
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Zum Bewegen des Umlenkelements 11 weist die Rückholeinheit 9 einen Antrieb 12 auf, welcher durch eine Steuerung 13 ansteuerbar ist. Der Antrieb 12 kann beispielsweise als Servomotor oder auch als Drehmagnet ausgebildet sein. Die Steuerung 13 steht wiederum mit einer Webmaschinensteuerung 14 in steuermäßiger Verbindung, um die Bewegungen des Umlenkelements 11 in zeitlicher Abstimmung auf den Maschinenwinkel ausführen zu können.
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Wie ebenfalls bereits beschrieben, weist die Rückholeinheit 9 vorliegend zwei stationäre Fadenführungselemente 17 auf. Ebenso sind an dem Umlenkelement 11 vorliegend zwei mit dem Umlenkelement 11 bewegliche Fadenführungselemente 17 angeordnet.
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Die Fadenführungselementen 17 sind vorliegend als Umlenkrollen ausgebildet. Dies ermöglicht eine besonders schonende, reibungsarme Führung des Schussfadens 5. Aufgrund des vergleichsweise großen Umlenkradius der Umlenkrollen ist die vorliegend gezeigte Rückholeinheit 9 auch für empfindliche Schussfäden 5 geeignet, welche bei herkömmlichen Fadenführungselementen wie Ösen und dergleichen brechen könnten.
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Während in den 1-6 eine Webmaschine 1 mit nur einem Schussfaden gezeigt wurde, wird nun anhand der 8-13 das Verfahren bzw. die Vorrichtung für eine Webmaschine 1 mit mehreren Schussfäden 5 sowie einem Farbwähler 19 beschrieben. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, werden im Folgenden nur noch die Unterschiede zu den 1-6 beschrieben.
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Wie der 8 entnehmbar, sind dabei mehrere Schussfadenvorräte 6, vorliegend zwei, an der Webmaschine 1 angeordnet, welchen jeweils eine eigene Fadenklemme 18, eine eigene Rückholeinheit 9, eine eigene Öse 16 sowie eine eigene Hinreicheklemme 7 zugeordnet ist. Die Ösen 16 sowie die Hinreicheklemmen 7 sind dabei Bestandteil einer als Farbwähler 19 ausgebildeten Hinreicheeinrichtung 8. Die Funktion eines solchen Farbwählers 19 ist hinreichend bekannt und wird daher hier nicht weiter erläutert. Es versteht sich, dass anstelle von nur zwei Schussfadenvorräten 6 auch noch mehr Schussfadenvorräte 6 in analoger Weise an der Webmaschine 1 angeordnet sein können.
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Gezeigt ist analog zur 1 eine Situation, in welcher ein einzutragender Schussfaden 5 mittels der sich in der Zubringposition Z befindlichen Hinreicheklemme 7 dem Greifer 4 vorgelegt und gerade von diesem erfasst wird. Der andere Schussfaden 5, welcher gerade nicht eingetragen werden, ist ebenfalls in der ihm zugeordneten Hinreicheklemme 7 geklemmt, welche sich jedoch in einer oberhalb der Zubringposition Z angeordneten Warteposition W befindet, um nicht in den Weg des Greifers 4 zu geraten. Ebenso befindet sich die diesem Schussfaden 5 zugeordnete Öse 16 in einer oberen Position, in welcher sie den Eintrag des vorliegend unteren Schussfadens 5 nicht stört. Wie bereits zuvor beschrieben, befindet sich das Umlenkelement 11 der Rückholeinheit 9 in einer ausgelenkten Position und wird zum Schusseintrag zunächst zurück in Richtung seiner Ruhelage R (7) angetrieben, um die darin gespeicherte Fadenlänge freizugeben.
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9 zeigt nun analog zu 2 eine Situation, in welcher der Schussfaden 5 des vorliegend unteren Schussfadenvorrats 6 gerade eingetragen wurde und ein Schussfadenende 5a über das Webfach 2 übersteht.
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10 zeigt analog zu 3 eine Situation, in welcher der Schussfaden 5 bzw. das Schussfadenende 5a des im Bild unteren Schussfadenvorrats 6 gerade mittels der Rückholeinheit 9 zurückgeholt wurde. Die Hinreicheklemme 7 des oberen Schussfadenvorrats 6 befindet sich mit dem darin geklemmten oberen Schussfaden 5 nach wie vor in der Warteposition W.
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11 zeigt analog zu 4 eine Situation, in welcher der nun eingetragene Schussfaden 5 des im Bild unteren Schussfadenvorrats 6 angeschlagen wurde und bereit ist, durch die Schussfadenschere 15 geschnitten zu werden.
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12a zeigt nun die Situation nach dem Schneiden des Schussfadens 5 des unteren Schussfadenvorrats 6. Im Unterschied zur Ausführung der 5 wird nun die Hinreicheklemme 7 nach dem Schneiden nicht zurück in ihre Zubringposition Z, sondern in ihre Warteposition W bewegt. Analog zur Ausführung der 5 entsteht auch hierbei eine Überlänge des Schussfadens 5, da die Warteposition W näher an der Öse 16 liegt als die Übernahmeposition Ü. Die Rückholeinheit 9 wurde daher erneut eingesetzt, um diese Überlänge zu kompensieren. Es versteht sich, dass auch hier das Kompensieren der Überlänge in anderer Weise erfolgen könnte. Ebenso wird nun die dem unteren Schussfadenvorrat 6 zugeordnete Öse 16 in eine obere Position gebracht. Durch das Verbringen der Hinreicheklemme 7 in die Warteposition W und das Verbringen der Öse 16 in die obere Position wird ein problemloser, wechselnder Schussfadeneintrag der verschiedenen Schussfäden 5 der mehreren Schussfadenvorräte 6 ermöglicht, wie nun anhand der 13 beschrieben wird.
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Um den anderen Schussfaden 5 des anderen, vorliegend oberen Schussfadenvorrats 6 eintragen zu können, wird nun die Öse 16 des oberen Schussfadenvorrats 6 von ihrer oberen Position in eine untere Position bewegt. Ebenso wird die Hinreicheklemme 7 aus der Warteposition W in die Zubringposition Z bewegt. Der Schussfaden 5 des im Bild oberen Schussfadenvorrats 6 ist nun wiederum zwischen der in zugeordneten Öse 16 und der ihm zugeordneten Hinreicheklemme 7 aufgespannt und kann im Folgenden durch den Greifer 4 ergriffen und eingetragen werden.
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In 12a wurde das Verfahren in Verbindung mit einem Wechsel des Schussfadens dargestellt. Demgegenüber ist in 12b ein anderes Verfahren dargestellt, bei welchem ein Schussfaden 5 pic-a-pic mehrfach hintereinander eingetragen wird. Der Schussfaden 5 des im Bild unten dargestellten Schussfadenvorrats 6 wird dabei mittels der Hinreicheklemme 7 ebenso wie in 5 dargestellt, direkt aus der Übernahmeposition Ü zurück in die Zubringposition Z überführt. Erst wenn ein Schussfaden 5 von einem anderen Schussfadenvorrat 6 eingetragen werden soll, wird die Hinreicheklemme 7 mit dem geklemmten Schussfaden 5 in die Warteposition W verbracht. Auch hier kann wiederum ein zweites Rückholen mittels der Rückholeinheit 9 während oder nach dem Verbringen der Hinreicheklemme 7 in die Zubringposition Z vorgesehen sein.
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An einer solchen Webmaschine 1 mit mehreren Schussfadenvorräten 6 ist es besonders vorteilhaft, die Rückholeinheit 9 nicht nur zum Rückholen des Schussfadenendes 5a, sondern zugleich auch zur Schussfadenüberwachung einzusetzen. Besonders vorteilhaft dabei ist es, dass auch die Schussfäden 5, welche gerade nicht eingetragen werden und deren Hinreicheklemmen 7 sich in Warteposition W befinden, kontinuierlich vom Zeitpunkt ihrer Erfassung durch die Hinreicheklemme 7 in der Übernahmeposition Ü bis zum Zeitpunkt ihrer Übernahme durch den Greifer 4 überwacht werden können. Wie bereits zu den 1-6 beschrieben, wird hierzu der jeweilige Schussfaden 5 mit einer vorzugsweise konstanten Spannung beaufschlagt, wofür dem Antrieb 12 jeweils ein vorzugsweise konstantes Drehmoment vorgegeben wird und die daraus resultierende Positionsänderung des Antriebs 12 überwacht wird.
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Besonders vorteilhaft ist es weiterhin, dass die Rückholeinheit 9 weiterhin auch zur Überwachung der Funktion der am Schusseintrag beteiligten Elemente wie der Klemmen 7, 18 und der Ösen 16 bzw. zur Überwachung des Webprozesses genutzt werden kann. Hierzu wird ein idealer Positionsverlauf des Antriebs 12, mithin also die verschiedenen Positionen des Antriebs 12 zu verschiedenen Zeitpunkten des Webprozesses, beispielsweise durch Messung, erstellt und in der Steuerung 13 des Antriebs 12 und/oder der Webmaschinensteuerung 14 hinterlegt. Dieser ideale Positionsverlauf bildet charakteristische Änderungen der Position des Antriebs 12 im Webprozess ab, die jeweils bestimmten Vorgängen des Webprozesses zugeordnet sind. Zum Überwachen des Schussfadens 5 und der Funktion der am Schusseintrag beteiligten Elemente 4, 7, 15, 16, 18 wird dann der tatsächliche Positionsverlauf des Antriebs 12 mittels des dem Antrieb 12 zugeordneten Positionsgebers (nicht dargestellt) erfasst und durch die Steuerung 13 oder die Webmaschinensteuerung 14 mit dem idealen, hinterlegten Positionsverlauf verglichen. So kann es beispielsweise erkannt werden, wenn eine Öse 16 des Farbwählers 19 sich nicht korrekt bewegt hat oder der Schussfaden 5 aus der Öse 16 oder einer Hinreicheklemme 7 herausgerutscht ist, da hierdurch eine Längung bzw. Straffung des Schussfadens 5 auftreten kann, welche eine für diesen Zeitpunkt uncharakteristische Positionsänderung des Antriebs 12 hervorruft. Ebenso kann auf diese Weise festgestellt werden, ob sich die Hinreicheklemme 7 korrekt zurück in die Warteposition bewegt hat, da beim Rückholen des Schussfadens 5 der Positionsvorgabe durch die Steuereinheit stets eine charakteristische Positionsänderung des Antriebs 12 erfolgt. Bleibt diese charakteristische Positionsänderung aus, so kann daraus auf einen Fehler der Bewegung der Hinreicheklemme 7 geschlossen werden und beispielsweise der Webprozess unterbrochen werden und/oder eine Fehlermeldung ausgegeben werden.
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Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sowie Kombinationen von Merkmalen, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen dargestellt und beschrieben sind, sind ebenso möglich.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Webmaschine
- 2
- Webfach
- 3
- Kettfäden
- 4
- Greifer
- 5
- Schussfaden
- 5a
- Schussfadenende
- 6
- Schussfadenvorrat
- 7
- Hinreicheklemme
- 8
- Hinreicheeinrichtung
- 9
- Rückholeinheit
- 10
- Webblatt
- 11
- Umlenkelement
- 12
- Antrieb
- 13
- Steuerung des Antriebs
- 14
- Webmaschinensteuerung
- 15
- Schussfadenschere
- 16
- Öse
- 17
- Fadenführungselement
- 18
- Fadenklemme
- 19
- Farbwähler
- ES
- Eintragsseite
- SE
- Schusseintragsrichtung
- R
- Ruhelage
- Z
- Zubringposition
- Ü
- Übernahmeposition
- W
- Warteposition
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102015217356 B3 [0002]
- DE 3524727 A1 [0003]