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Die Erfindung betrifft einen Schneideisenhalter, umfassend einen äußeren Ring und einen in dem äußeren Ring angeordneten inneren Ring, der gegenüber dem äußeren Ring drehbar gelagert ist, wobei der innere Ring eine, insbesondere zylinderförmige, Aussparung zur Aufnahme eines Schneideisens einfasst und wenigstens ein Arretierungselement umfasst, das dazu ausgebildet ist, sich in radialer Richtung zu bewegen, wenn der äußere Ring gegenüber dem inneren Ring verdreht wird.
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Außerdem betrifft die Erfindung ein Schneideisensystem umfassend einen Schneideisenhalter und ein Schneideisen, eine Verwendung eines Schneideisenhalters zum Einspannen eines Schneideisens und ein Verfahren zum Einspannen eines Schneideisens in einen Schneideisenhalter.
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Bei dem Schneiden von Gewinden mittels eines Schneideisens ist es wichtig, dass das Schneideisen sicher und präzise in einen Schneideisenhalter eingespannt ist. Ist das Schneideisen hingegen schief eingespannt oder verrutscht es während des Schneidvorgangs, so sind die geschnittenen Gewinde häufig unbrauchbar.
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Vielfach sehen Schneideisenhalter daher mehrere Schrauben vor, die radial von außen gegen die Mantelfläche des Schneideisens drücken und dieses einspannen. Das Auswechseln eines Schneideisens aus einem solchen Schneideisenhalter ist mit einem großen Zeitaufwand verbunden, da alle Schrauben gelöst, das alte Schneideisen entnommen, das neue Schneideisen in dem Schneideisenhalter angeordnet und alle Schrauben wieder angezogen werden müssen.
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In
DE 42 15 095 C2 ist ein Schneideisenhalter gezeigt, der das Auswechseln von Schneideisen beschleunigt. Dieser Schneideisenhalter umfasst mehrere drehbar zueinander angeordnete Ringe. Einer dieser Ringe, der Verstellring, umfasst rampenförmige Anlaufkurven, die bei einer entsprechenden Drehung des Verstellrings jeweils eine Kugel radial nach innen pressen, so dass die Kugeln in Haltebohrungen des einzuspannenden Schneideisens greifen und dieses fest klemmen. Auf diese Weise kann das Schneideisen durch eine Drehung des Verstellrings fixiert werden.
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Zur Begrenzung der Drehbewegung sind Druckfedern und Arretierkugeln vorgesehen, die nach dem Erreichen einer Haltestellung des Verstellrings in dafür vorgesehene Bohrungen einrasten. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich das Schneideisen während des Schneidvorgangs lockert.
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Der Schneideisenhalter gemäß
DE 42 15 095 C2 weißt viele Verschleißteile auf. Dies trifft beispielsweise auf die Kugeln zu, da diese auf einer Seite an den Anlaufkurven abrollen, auf der anderen Seite jedoch in den sich nicht mitdrehenden Haltebohrungen anliegen. Zudem müssen vor einer Verdrehung des Verstellrings zunächst die Arretierungskugeln aus den Bohrungen gelöst werden. Somit ist zum Einspannen und Lösen eines Schneideisens neben dem Verdrehen des Verstellrings jeweils noch ein weiterer Arbeitsschritt notwendig.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen Schneideisenhalter, ein Schneideisensystem und ein Verfahren zum Einspannen eines Schneideisens bereitzustellen, die ein schnelles und/oder verschleißfreies Einspannen des Schneideisens erreichen.
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Diese Aufgabe wird gelöst durch Schneideisenhalter, umfassend einen äußeren Ring und einen in dem äußeren Ring angeordneten inneren Ring, der gegenüber dem äußeren Ring drehbar gelagert ist, wobei der innere Ring eine, insbesondere zylinderförmige, Aussparung zur Aufnahme eines Schneideisens einfasst und wenigstens ein Arretierungselement umfasst, das dazu ausgebildet ist, sich in radialer Richtung zu bewegen, wenn der äußere Ring gegenüber dem inneren Ring verdreht wird, wobei der Schneideisenhalter dadurch weitergebildet ist, dass der innere Ring wenigstens eine elastische Lasche umfasst, wobei das wenigstens eine Arretierungselement als radial nach innen vorstehendes Element an, insbesondere einem Ende, der wenigstens einen elastischen Lasche ausgebildet ist.
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Durch die Verdrehung des äußeren Rings gegenüber dem inneren Ring wird die wenigstens eine elastische Lasche in radialer Richtung bewegt. Bei einer Bewegung radial nach innen geschieht dies vorzugsweise durch Ausübung einer nach innen gerichteten Kraft auf eine Außenfläche der wenigstens einen elastischen Lasche. Die Bewegung radial nach außen geschieht vorteilhaft über die Rückstellkraft der wenigstens einen elastischen Lasche.
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Durch das Vorsehen einer erfindungsgemäßen elastischen Lasche wird vorteilhaft erreicht, dass das wenigstens eine Arretierungselement deutlich weniger Verschleiß erleidet als ohne eine elastische Lasche, da das Arretierungselement nicht an einer Anlaufkurve abläuft, sondern stattdessen fester Bestandteil der wenigstens einen elastischen Lasche ist. Wird die wenigstens eine elastische Lasche nach innen gebogen, so bewegt sich das wenigstens eine Arretierungselement radial nach innen in die Aussparung. Das wenigstens eine Arretierungselement ist vorzugsweise als, insbesondere halbkugelförmiger, Fortsatz an dem Ende der elastischen Lasche ausgebildet. Alternativ ist das wenigstens eine Arretierungselement konisch ausgebildet.
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Die Aussparung ist das im Zentrum des inneren Rings freibleibende Volumen, welches formkomplementär zu dem einzusetzenden Schneideisen ausgebildet ist.
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Zum Einspannen eines Schneideisens wird das Schneideisen zunächst in die Aussparung eingesetzt. Anschließend wird der äußere Ring gegenüber dem inneren Ring in eine erste Richtung verdreht, so dass sich die elastische Lasche und damit auch das Arretierungselement radial nach innen bewegen. Durch diese Bewegung greift das Arretierungselement in eine entsprechende Vertiefung des Schneideisens.
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Zum Lösen des Schneideisens wird der äußere Ring gegenüber dem inneren Ring in eine zweite Richtung verdreht, die der ersten Richtung entgegengesetzt ist. Das Arretierungselement löst sich aus der Vertiefung des Schneideisens, so dass das Schneideisen aus dem Schneideisenhalter entnommen werden kann. Da sich das wenigstens eine Arretierungselement durch die Rückstellkraft der elastischen Lasche radial nach außen bewegt, wird vorteilhafterweise verhindert, dass sich das wenigstens eine Arretierungselement in der Vertiefung des Schneideisens verklemmt.
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Die erste Richtung und die zweite Richtung sind Umfangsrichtungen des Schneideisenhalters.
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Der innere Ring umfasst vorzugsweise mehrere Griffansätze, an denen Griffe fixierbar sind, insbesondere durch Einschrauben der Griffe in Gewinde der Griffansätze. Durch das Ausbilden der Griffansätze als Bestandteil des inneren Rings wird sichergestellt, dass durch Kräfte, die beim Gewindeschneiden mittels des Schneideisens auftreten, der äußere Ring nicht gegenüber dem inneren Ring verdreht wird. Dadurch wird erreicht, dass das Schneideisen auch während des Gewindeschneidens sicher im Schneideisenhalter eingespannt bleibt.
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Bevorzugt erstreckt sich die wenigstens eine elastische Lasche im Wesentlichen entlang der Umfangsrichtung des inneren Rings und eine Außenfläche der wenigstens einen elastischen Lasche liegt an einer Anlauffläche des äußeren Rings an, wobei sich insbesondere der Abstand der Anlauffläche zu einem Mittelpunkt des äußeren Rings in Umfangsrichtung kontinuierlich verändert.
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Mit anderen Worten ist die Anlauffläche des äußeren Rings als eine Rampe ausgebildet, an der die Außenfläche der wenigstens einen elastischen Lasche anliegt. Durch Verdrehen des äußeren Rings gegenüber dem inneren Ring läuft die Außenfläche der wenigstens einen elastischen Lasche an der Anlauffläche entlang. Beim Einspannen eines Schneideisens wird das Ende der wenigstens einen elastischen Lasche durch die Anlauffläche nach innen gedrückt, wodurch sich auch das wenigstens eine Arretierungselement radial nach innen bewegt. Beim Lösen eines eingespannten Schneideisens gibt die Anlauffläche durch die Verdrehung des äußeren Rings den Raum über der wenigstens einen elastischen Lasche frei, so dass sich diese aufgrund ihrer Elastizität nach außen bewegt. Vorzugsweise ist für jede elastische Lasche jeweils eine Anlauffläche des äußeren Rings vorgesehen.
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Weiterhin vorzugsweise ist in einem einspannenden Zustand des Schneideisenhalters die wenigstens eine elastische Lasche radial nach innen gebogen und die Anlauffläche liegt flächig an der Außenfläche an, wobei der Schneideisenhalter aufgrund der Haftreibung zwischen der Anlauffläche und der Außenfläche selbsthemmend ist.
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Der einspannende Zustand des Schneideisenhalters ist der Zustand, in dem ein Schneideisen in dem Schneideisenhalter eingespannt ist. Der Schneideisenhalter ist in diesem Zustand vorteilhaft selbsthemmend, d.h. ohne eine Verdrehung des äußeren Rings verbleibt der Schneideisenhalter im einspannenden Zustand. Der Schneideisenhalter ist dazu insbesondere so ausgebildet, dass die Haftreibung zwischen der Anlauffläche und der Außenfläche größer ist als der in Umfangsrichtung wirkende Anteil der Rückstellkraft der wenigstens eine elastischen Lasche.
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Vorteilhaft kann somit auf das Vorsehen von Schrauben oder ähnlichen Arretierungsmechanismen zum Fixieren des Schneideisenhalters im einspannenden Zustand oder offenen Zustand verzichtet werden. Damit entfällt der Arbeitsschritt des Fixierens und/oder Lösens des Arretierungsmechanismus. Zudem entfällt mit dem Arretierungsmechanismus eine zusätzliche Verschleißquelle des Schneideisenhalters.
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Die Anlauffläche erstreckt sich vorzugsweise um wenigstens 45°, insbesondere um wenigstens 60°, insbesondere um wenigstens 90°, des Umfangs des äußeren Rings.
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Vorteilhaft wird durch die Erstreckung der Anlauffläche um wenigstens 45° erreicht, dass eine große Haftreibung zwischen Anlauffläche und Außenfläche wirkt. Zudem wird durch diese Erstreckung der Anlauffläche der in Umfangsrichtung wirkende Anteil der Rückstellkraft der wenigstens einen elastischen Lasche reduziert. Auf diese Weise wird die Selbsthemmung des Schneideisenhalters verstärkt. Vorzugsweise verändert sich der Abstand der Anlauffläche zu dem Mittelpunkt des äußeren Rings in Umfangsrichtung entlang der gesamten Anlauffläche gleichmäßig und kontinuierlich.
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Umfasst der innere Ring mehrere elastische Laschen, so weist der äußere Ring insbesondere für jede elastische Lasche eine separate Anlauffläche auf, die an der Außenfläche dieser elastischen Lasche anliegt. Dabei erstreckt sich jede dieser Anlaufflächen um wenigstens 45°, insbesondere um wenigstens 60°, insbesondere um wenigstens 90°, des Umfangs des äußeren Rings.
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Gemäß einer Ausführungsform ist der innere Ring aus einem einzelnen Bauteil hergestellt, wobei ein Anfang der wenigstens einen elastischen Lasche mit einem Ringabschnitt des inneren Rings verbunden ist. Vorteilhaft wird durch die Herstellung des inneren Rings als einzelnes Bauteil der innere Ring als stabile Einheit ausgebildet. Insbesondere umfasst das einzelne Bauteil des inneren Rings auch die Griffansätze.
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Gemäß einer alternativen Ausführungsform ist der innere Ring aus mehreren Bauteilen hergestellt, wobei die wenigstens eine elastische Lasche einen Anfang aufweist, der an einem Ringabschnitt des inneren Rings fixiert ist. Eine solche Ausgestaltung des inneren Rings ist sinnvoll, wenn sich die Materialeigenschaften der wenigstens einen elastischen Lasche von den Materialeigenschaften der übrigen Bauteile des inneren Rings unterscheiden sollen, beispielsweise eine andere Elastizität aufweisen sollen.
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Vorzugsweise weist der innere Ring für jedes Arretierungselement eine Durchgriffsöffnung auf, durch die das Arretierungselement radial bewegbar ist.
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Durch die Durchgriffsöffnung wird vorteilhaft ein präzises Eingreifen des wenigstens einen Arretierungselements in die Vertiefung des Schneideisens sichergestellt.
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Weiterhin vorzugsweise umfasst der Ringabschnitt des inneren Rings eine in die, insbesondere zylinderförmige, Aussparung vorstehende Nase. Ein in den Schneideisenhalter einzusetzendes Schneideisen umfasst vorzugsweise eine zu der Nase formkomplementäre Nut. Die Nase erstreckt sich insbesondere parallel zu einer Axialrichtung des Schneideisenhalters. Die Axialrichtung ist senkrecht zu der radialen Richtung und senkrecht zu der Umfangsrichtung. Durch die Nase wird vorteilhaft erreicht, dass ein in die Aussparung eingesetztes Schneideisen drehsicher in dem inneren Ring gehalten wird. Zudem wird sichergestellt, dass die Vertiefungen des Schneideisens an den Durchgriffsöffnungen des inneren Rings anliegen.
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Bevorzugt umfasst der innere Ring zwei elastische Laschen mit jeweils einem Arretierungselement, die an radial gegenüberliegenden Seiten des inneren Rings angeordnet sind. Durch das Vorsehen von zwei elastischen Laschen mit jeweils einem Arretierungselement an gegenüberliegenden Seiten des inneren Rings wird eine sichere und präzise Fixierung eines Schneideisens in dem Schneideisenhalter erreicht.
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Weiterhin wird die Aufgabe gelöst durch die Verwendung eines Schneideisenhalters gemäß einer oder mehrerer der zuvor genannten Ausführungsformen zum Einspannen eines Schneideisens.
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Die Aufgabe wird außerdem gelöst durch ein Schneideisensystem, umfassend einen Schneideisenhalter gemäß einer oder mehrerer der zuvor genannten Ausführungsformen und ein Schneideisen, das formkomplementär zu der, insbesondere zylinderförmigen, Aussparung ausgebildet ist. Mit anderen Worten ist das Schneideisen im Formschluss mit dem Schneideisenhalter, insbesondere im Bereich der Mantelfläche des Schneideisens und in einem ringförmigen, äußeren Bereich der Bodenfläche des Schneideisens.
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Insbesondere umfasst der innere Ring des Schneideisenhalters eine in die, insbesondere zylinderförmige, Aussparung vorstehende Nase und das Schneideisen eine zu dieser Nase formkomplementäre Nut. Weiterhin insbesondere umfasst das Schneideisen für jedes Arretierungselement des Schneideisenhalters eine formkomplementäre Vertiefung.
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Zudem wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Einspannen eines Schneideisens in einen Schneideisenhalter, der einen äußeren Ring und einen in dem äußeren Ring angeordneten inneren Ring, der gegenüber dem äußeren Ring drehbar gelagert ist, umfasst, wobei das Schneideisen in eine, insbesondere zylinderförmige, Aussparung eingesetzt wird, die von dem inneren Ring eingefasst ist, und anschließend der äußere Ring gegenüber dem inneren Ring in eine erste Richtung verdreht wird, so dass sich wenigstens ein Arretierungselement des inneren Rings radial nach innen bewegt und in eine formkomplementäre Vertiefung des Schneideisens greift, wobei das Verfahren dadurch weitergebildet ist, dass der innere Ring wenigstens eine elastische Lasche umfasst, wobei das wenigstens eine Arretierungselement als radial nach innen vorstehendes Element an, insbesondere einem Ende, der wenigstens einen elastischen Lasche ausgebildet ist.
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Auf das Schneideisensystem, die Verwendung eines Schneideisenhalters zum Einspannen eines Schneideisens und das Verfahren zum Einspannen eines Schneideisens in einen Schneideisenhalter treffen gleiche oder ähnlich Vorteile zu, wie sie bereits bezüglich des Schneideisenhalters erläutert wurden, so dass auf Wiederholungen verzichtet werden soll.
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Bevorzugt erstreckt sich die wenigstens eine Lasche im Wesentlichen entlang der Umfangsrichtung des inneren Rings, wobei bei dem Verdrehen des äußeren Rings in die erste Richtung eine Außenfläche der wenigstens einen elastischen Lasche an einer Anlauffläche des äußeren Rings entlang bewegt wird, wodurch die wenigstens eine elastische Lasche radial nach innen gedrückt wird, wobei sich insbesondere der Abstand der Anlauffläche zu einem Mittelpunkt des äußeren Rings in Umfangsrichtung kontinuierlich verändert.
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Insbesondere nimmt der Abstand der Anlauffläche zu dem Mittelpunkt des äußeren Rings in der ersten Richtung kontinuierlich zu.
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Vorzugsweise wird bei dem Verdrehen des äußeren Rings gegenüber dem inneren Ring in die erste Richtung die wenigstens eine elastische Lasche radial nach innen gebogen und die Anlauffläche liegt flächig an der Außenfläche an, wobei der Schneideisenhalter aufgrund der Haftreibung zwischen der Anlauffläche und der Außenfläche selbsthemmend ist.
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Zum Lösen eines mittels eines der zuvor beschriebenen Verfahren zum Einspannen eines Schneideisens in den Schneideisenhalter eingespannten Schneideisens wird der äußere Ring gegenüber dem inneren Ring in eine zweite Richtung verdreht, die der ersten Richtung entgegengesetzt ist, so dass sich das wenigstens ein Arretierungselement radial nach außen bewegt und aus der formkomplementären Vertiefung des Schneideisens löst.
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Vorteilhaft ist es zum Einspannen und Lösen des Schneideisens in dem Schneideisenhalter lediglich erforderlich, den äußeren Ring gegenüber dem inneren Ring zu verdrehen. Die Notwendigkeit Arretierungsmechanismen festzuziehen oder zu lösen, um das Schneideisen einzuspannen oder zu entnehmen, entfällt.
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Weitere Merkmale der Erfindung werden aus der Beschreibung erfindungsgemäßer Ausführungsformen zusammen mit den Ansprüchen und den beigefügten Zeichnungen ersichtlich. Erfindungsgemäße Ausführungsformen können einzelne Merkmale oder eine Kombination mehrerer Merkmale erfüllen.
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Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben, wobei bezüglich aller im Text nicht näher erläuterten erfindungsgemäßen Einzelheiten ausdrücklich auf die Zeichnungen verwiesen wird. Es zeigen:
- 1 eine perspektivische Darstellung eines Schneideisenhalters,
- 2 eine schematisch vereinfachte perspektivische Darstellung eines in dem Schneideisenhalter aus 1 einspannbaren Schneideisens,
- 3 eine schematisch vereinfachte Schnittdarstellung des Schneideisenhalters aus 1.
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In den Zeichnungen sind jeweils gleiche oder gleichartige Elemente und/oder Teile mit denselben Bezugsziffern versehen, so dass von einer erneuten Vorstellung jeweils abgesehen wird.
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1 zeigt in einer perspektivischen Darstellung eine beispielhafte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schneideisenhalters 2. Der Schneideisenhalter 2 umfasst einen äußeren Ring 10 und einen inneren Ring 20, zwischen denen eine im Wesentlichen zylinderförmige Aussparung 30 eingefasst ist. Die Aussparung 30 ist zur Aufnahme eines Schneideisens 4 ausgebildet, wie es in 2 gezeigt ist.
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Der innere Ring 20 umfasst zwei Griffansätze 60, die jeweils ein Gewinde 62 aufweisen, in die ein in 1 nicht gezeigter Haltegriff einschraubbar ist. Der äußere Ring 10 ist gegenüber dem inneren Ring 20 verdrehbar, und zwar von dem in 1 gezeigten offenen Zustand in einen einspannenden Zustand.
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Wird der äußeren Ring 10 von dem offenen Zustand in den einspannenden Zustand verdreht, so bewegt sich ein Arretierungselement 42 durch eine Durchgriffsöffnung 24 des inneren Rings radial nach innen. Ein weiteres Arretierungselement 42, das auf der gegenüberliegenden Seite des inneren Rings 20 angeordnet ist, ist aufgrund der in 1 gewählten Darstellung verdeckt.
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Das Schneideisen 4 weist zu den Arretierungselementen 42 formkomplementäre Vertiefungen 54 auf, von denen wiederum nur eine in 2 sichtbar ist.
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Damit das Schneideisen 4 drehsicher im Schneideisenhalten 2 gehalten wird, weist der Schneideisenhalter 2 eine sich parallel zu einer Axialrichtung des Schneideisenhalters 2 erstreckende Nase 50 auf. Das Schneideisen 4 weist entsprechend eine formkomplementäre Nut 52 auf. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich das Schneideisen 4 gegenüber dem inneren Ring 20 verdreht, wenn der äußere Ring 10 gegenüber dem inneren Ring 20 verdreht wird. Zudem wird sichergestellt, dass die Durchgriffsöffnungen 24 an den Vertiefungen 54 anliegen.
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Zum Einspannen des Schneideisens 4 wird dieses in der Aussparung 30 angeordnet, so dass die Nase 50 in die Nut 52 fasst. Anschließend wird der äußere Ring 10 gegenüber dem inneren Ring 20 von dem offenen Zustand in den einspannenden Zustand verdreht. Dadurch greifen die Arretierungselemente 42 in die formkomplementären Vertiefungen 54 des Schneideisens 4 ein. Auf diese Weise wird das Schneideisen 4 sicher im Schneideisenhalter 2 fixiert.
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Zum Lösen des Schneideisens 4 wird der äußere Ring 20 von dem einspannenden Zustand in den offenen Zustand bewegt, wodurch sich die Arretierungselemente 42 aus den Vertiefungen 54 lösen. Das Schneideisen 4 kann nun aus dem Schneideisenhalter 2 entnommen werden.
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Der Einspannmechanismus des Schneideisenhalters 2 ist schematisch vereinfacht in einer Schnittansicht in 3 dargestellt. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit sind dabei alle Bereiche des inneren Rings 20 schraffiert dargestellt, die in der Schnittebene liegen. Der innere Ring 20 gemäß der in 3 dargestellten Ausführungsform umfasst zwei elastische Laschen 40, einen Ringabschnitt 22 und die Griffansätze 60. In der in 3 gezeigten Ausführungsform ist der innere Ring 20 als einzelnes Bauteil hergestellt. Gemäß einer alternativen Ausführungsform können aber auch beispielsweise die elastischen Laschen 40 als separate Bauteile hergestellt und mit ihren Anfängen 46 an dem Ringabschnitt 22 fixiert werden.
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An ihren Enden 44 umfassen die elastischen Laschen 40 jeweils eines der Arretierungselemente 42, die beispielsweise halbkugelförmig ausgebildet sind. Gemäß einer alternativen Ausführungsform können die Arretierungselemente 42 beispielsweise auch konisch ausgebildet sein, so dass sich die Spitzen der konischen Arretierungselemente 42 in den formkomplementär ausgebildeten Vertiefungen 54 selbstständig zentrieren. Die Arretierungselemente 42 sind in radialer Richtung 70 nach innen ausgerichtet.
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Die Außenfläche 48 der elastischen Laschen 40 liegen jeweils an einer Anlauffläche 12 des äußeren Rings 10 an. In der in 3 gezeigten Ausführungsform erstrecken sich diese Anlaufflächen 12 um jeweils etwa 90° des Umfangs des äußeren Rings 10. Der Abstand der Anlauffläche 12 zu dem Mittelpunkt des äußeren Rings 10 verändert sich entlang einer Umfangsrichtung 80 kontinuierlich und gleichmäßig. Die Anlaufflächen 12 haben somit im Wesentlichen die Form einer Rampe, an denen die Außenflächen 48 der elastischen Laschen 40 entlang bewegt werden, wenn der äußere Ring 10 gegenüber dem inneren Ring 20 verdreht wird. Durch eine solche Verdrehung des äußeren Rings 10 entlang einer ersten Richtung, die der in 3 durch den Pfeil dargestellten Umfangsrichtung 80 entspricht, werden die Enden 44 der elastischen Laschen 40 und damit die Arretierungselemente 42 in radialer Richtung 70 nach innen gedrückt. Die Arretierungselemente 42 werden also durch eine Haltekraft, die die Anlauffläche 12 des äußeren Rings 10 auf die Außenfläche 48 der Lasche 40 ausübt, in den Vertiefungen 54 gehalten.
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Wird der äußere Ring 10 in eine zweite Richtung gedreht, die der ersten Richtung entgegengesetzt ist, bewegen sich die Enden 44 durch die Rückstellkraft der elastischen Laschen 40 radial nach au-ßen in den Raum, der durch die Anlaufflächen 12 freigegeben wird. Auf diese Weise lösen sich die Arretierungselemente 42 aus den Vertiefungen 54 des Schneideisens 4.
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Durch die Erstreckung der Anlaufflächen 12 um jeweils etwa 90° des Umfangs des äußeren Rings 10 wird eine große Auflagefläche zwischen den Anlaufflächen 12 und den Außenflächen 48 bereitgestellt, aus denen eine große Haftreibung resultiert. Im einspannenden Zustand des Schneideisenhalters 2 ist diese Haftreibung größer als ein Anteil der Rückstellkraft der elastischen Laschen 40, der in Umfangsrichtung 80 wirkt. Der Schneideisenhalter 2 ist somit selbsthemmend. Das Vorsehen eines Arretierungsmechanismus, beispielsweise Schrauben, um den Schneideisenhalter 2 im einspannenden Zustand zu arretieren, ist daher überflüssig. Da bei dem Einspannen und Lösen des Schneideisens 4 lediglich die Außenflächen 48 an den Anlaufflächen 12 reiben, ist der Schneideisenhalter 2 zudem verschleißarm.
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Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden sowie auch einzelne Merkmale, die in Kombination mit anderen Merkmalen offenbart sind, werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen. Erfindungsgemäße Ausführungsformen können durch einzelne Merkmale oder eine Kombination mehrerer Merkmale erfüllt sein. Im Rahmen der Erfindung sind Merkmale, die mit „insbesondere“ oder „vorzugsweise“ gekennzeichnet sind, als fakultative Merkmale zu verstehen.
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Bezugszeichenliste
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- 2
- Schneideisenhalter
- 4
- Schneideisen
- 10
- äußerer Ring
- 12
- Anlauffläche
- 20
- innerer Ring
- 22
- Ringabschnitt
- 24
- Durchgriffsöffnung
- 30
- Aussparung
- 40
- elastische Lasche
- 42
- Arretierungselement
- 44
- Ende
- 46
- Anfang
- 48
- Außenfläche
- 50
- Nase
- 52
- Nut
- 54
- Vertiefung
- 60
- Griffansatz
- 62
- Gewinde
- 70
- radiale Richtung
- 80
- Umfangsrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 4215095 C2 [0005, 0007]