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Die vorliegende Erfindung betrifft einen Oberkörperschutz für Sportler, insbesondere für Eis- und Feldhockey-Torhüter.
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Oberkörperschutzvorrichtungen finden u.a. im Sport Verwendung, der durch besonders hohe physische Intensitäten geprägt ist. Insbesondere beim Eis- und Feldhockey ist der Torwart ganz besonders zu schützen, nämlich aufgrund der Gefahr von Verletzungen durch Schläger, Puck oder Hockeyball. Besonders von Verletzungen gefährdete Körperstellen sind der Bereich von Armen, Ellenbogen und Brust.
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Aus der Praxis sind viele unterschiedliche Oberkörperschutzvorrichtungen bzw. Protektoren zum Schutz des Oberkörpers einschließlich der oberen Extremitäten, insbesondere von Eis- und Feldhockey-Torhütern, bekannt. Jeder Protektor schützt eine bestimmte Körperpartie, wie bspw. die Brust, den Arm, die Ellenbogen oder den Hals bzw. den Kehlkopf. Ein Brustschutz bietet lediglich Schutz für den vorderen Rumpfbereich. Er ist an den Seiten und am Rücken offen und wird nur mit Riemen bzw. Bändern über dem Rücken befestigt. Zusätzlich zu einem Brustschutz ist weiteres Equipment erforderlich, bspw. zum Schutz von Armen, Ellenbogen und Hals. Diese einzelnen Protektoren müssen allesamt aufwendig und nacheinander angezogen werden. Dies ist nicht nur zeitintensiv, sondern meist äußerst unbequem, teilweise sogar störend beim Sport. Die Passform ist in der Regel äußerst schlecht und das Volumen der Protektoren äußerst groß, so dass sie den Sportler in seiner Beweglichkeit beeinträchtigen. Die bekannten Protektoren werden mittels Riemen und Bänder um den Körper befestigt, was nicht selten zu einem Verrutschen der einzelnen Protektoren führt. Manche der einzelnen Protektoren habe eine derart schlechte Passform, dass sie während dem Sport regelrecht am Körper „schlackern“, was für die Bewegung als äußerst hinderlich empfunden wird.
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Erschwerend kommt hinzu, dass die bei herkömmlichen Protektoren verwendeten Schaumstoffe keinen ausreichenden Schutz bei harten Schüssen bspw. durch einen Puck oder einen Hockeyball bieten. Verletzungen und Blutergüsse sind die Folge. Die eingesetzten Schaumstoffpolster sind zudem nicht individuell anpassbar, so gibt es keine Möglichkeit, die einzelnen Oberkörperschutzvorrichtungen partiell zu verstärken.
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Ein weiterer Nachteil herkömmlicher Oberkörperschutzvorrichtungen besteht darin, dass das Material meist nicht waschbar und auch nicht luftdurchlässig ist. Dies führt zu schneller und starker Schweißbildung während des Sports sowie bereits nach kürzester Zeit zu einem dauerhaft schlechten, meist als beißenden und unangenehm empfundenen Geruch.
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Die erforderlichen technischen Maßnahmen müssen sich daher auf die Passform und den Tragekomfort eines Oberkörperschutzes beziehen.
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Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Oberkörperschutz für Sportler, insbesondere für Eis- und Feldhockey-Torhüter, anzubieten, der einen erhöhten Tragekomfort und erhöhten Schutz gewährleistet.
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Voranstehende Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Danach weist ein einteiliger Oberkörperschutz für Sportler, insbesondere für Eis- und Feldhockey-Torhüter, ein Oberteil auf, welches ein Rumpfteil und Ärmel umfasst, die Protektoren aufweisen.
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In erfindungsgemäßer Weise ist erkannt worden, dass es von ganz besonderem Vorteil ist nicht etwa einzelne Oberkörperschutzvorrichtungen für einzelne Körperpartien übereinander zu tragen. Ganz im Gegenteil geht die Erfindung einen völlig anderen Weg, sind nämlich alle erforderlichen Protektoren in einem einteiligen Oberkörperschutz integriert. Bei dem erfindungsgemäßen Oberkörperschutz handelt es sich somit gerade nicht um Einzelteile, die allesamt aufwendig und nacheinander angezogen werden müssen. In idealer Weise bietet der erfindungsgemäße einteilige Oberkörperschutz eine ideale Passform bei gleichzeitigem Schutz des gesamten Oberkörpers einschließlich der oberen Extremitäten. Das An- und Ausziehen eines einteiligen Oberkörperschutzes kann äußerst schnell erfolgen, werden nämlich Brust-, Arm-, Ellenbogen- und/oder Halsprotektoren gleichzeitig an- und ausgezogen. Einem Verrutschen der einzelnen Protektoren ist aufgrund ihrer Anordnung an einem Oberteil entgegengewirkt.
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Folglich ist mit dem erfindungsgemäßen einteiligen Oberkörperschutz ein Oberkörperschutz angegeben, der einen erhöhten Tragekomfort und erhöhten Schutz gewährleistet.
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In vorteilhafter Weise weist das Rumpfteil einen Reißverschluss zum An- und Ausziehen des Oberkörperschutzes auf. Bevorzugt erstreckt sich der Reißverschluss vom Halsausschnitt bis zur unteren Kante des Rumpfteils im Sinne einer Jacke. Um die Protektoren im Brustbereich zu umgehen, ist es von besonderem Vorteil, wenn der Reißverschluss seitlich, insbesondere neben den Brustprotektoren, angeordnet ist. Ein An- und Ausziehen erfolgt somit schnell und einfach wie bei einer Jacke.
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Des Weiteren ist es von besonderem Vorteil, wenn die Armausschnitte des Rumpfteils des Oberteils ebenfalls Reißverschlüsse aufweisen, so dass die Ärmel - je nach Bedarf - abnehmbar sind. Hierdurch ist bspw. eine Austauschbarkeit unterschiedlicher Ärmel mit unterschiedlichen Protektoren denkbar.
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Um einer erhöhten Schweißbildung während dem Sport entgegenzuwirken, ist es von besonderem Vorteil, dass das Oberteil zumindest bereichsweise Maßnahmen zur Be- und Entlüftung aufweist. Denkbar ist ein atmungsaktives Textilgewebe, vorzugsweise ein Netzgewebe. Für eine optimale BE- und Entlüftung sowie eine maximale Beweglichkeit eignet sich besonders Mesh- und/oder Stretch-Material.
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Alternativ oder zusätzlich sind ebenso Perforierungen im Oberteilgewebe denkbar. Dadurch kann zusätzlich Gewicht eingespart werden.
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Die verwendeten Protektoren sind - je nach Bedarf - in vorteilhafter Weise außenliegend und/oder innenliegend angeordnet. Ganz besonders eignen sich außen- und/oder innenliegende Taschen zur Aufnahme von Protektoren, wobei die in Taschen angeordneten Protektoren vorzugsweise herausnehmbar und/oder austauschbar sind. Auf diese Weise lassen sich Protektoren individuell anpassen. Auch für die Waschbarkeit des Oberkörperschutzes und/oder der Protektoren ist dies von großem Vorteil. Des Weiteren bieten Taschen zur Aufnahme von Protektoren trotz möglicher Austauschbarkeit eine ausreichend gute Fixierung der Protektoren.
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Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein Teil der Protektoren als Schutzpolster, insbesondere aus Schaumstoff, und alternativ oder zusätzlich ein anderer Teil der Protektoren aus vorzugsweise harten Kunststoffschalen ausgeführt ist. Dabei sind die Schutzpolster vorzugsweise in innenliegenden Taschen und die Kunststoffschalen vorzugsweise außenliegend im Bereich besonders empfindlicher und gefährdeter Körperpartien angeordnet. Auch andere Arten von Protektoren sind denkbar.
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Des Weiteren ist es denkbar, dass die Protektoren zumindest teilweise abnehmbar und/oder individuell in ihrer Position anpassbar und/oder Protektoren unterschiedlicher Dimension und/oder Härte individuell anbringbar und/oder austauschbar sind. Durch diese Maßnahmen können der Tragekomfort, die Beweglichkeit und der Schutz individuell abermals erhöht und angepasst.
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Zur Reduzierung der Schweißbildung während des Sports und dadurch zur weiteren Erhöhung des Tragekomforts ist es von besonderem Vorteil, wenn zumindest ein Teil der Protektoren, insbesondere die Schutzpolster, zumindest bereichsweise luftdurchlässig, insbesondere gelocht sind. Durch eine Lochung bzw. Perforierung der Protektoren ist zusätzlich Gewicht des Oberkörperschutzes einsparbar. Alternativ oder zusätzlich ist die Waschbarkeit, zumindest eines Teils der Polster zur Reduzierung von Schweißgeruch von Vorteil.
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Zur weiteren Erhöhung des Schutzes ist es von besonderem Vorteil, wenn die Protektoren derart dimensioniert und ausgebildet sind, dass sie eine Schlageinwirkung durch Kraftverteilung optimal dämpfen.
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In weiter vorteilhafter Weise passt sich das Material der Protektoren, insbesondere der Schutzpolster, beim Tragen durch die Körperwärme zumindest teilweise der Körperform an. Dies erhöht weiterhin den Tragekomfort und den Schutz.
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Des Weiteren sei an dieser Stelle angemerkt, dass der erfindungsgemäß Oberkörperschutz aus ganz unterschiedlichen, idealerweise aus nicht brennbaren Materialien hergestellt werden kann. Auch andere Arten von Protektoren zur Anordnung an das Oberteil sind denkbar. Insgesamt sind atmungsaktive Materialien sowie eine Waschbarkeit der einzelnen Teile bevorzugt. Auch eine individuelle Anpassbarkeit und/oder Austauschbarkeit von Rumpfteil, Ärmeln und Protektoren ist denkbar.
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Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden. Dazu ist einerseits auf die dem Anspruch 1 nachgeordneten Ansprüche und andererseits auf die nachfolgende Erläuterung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung des bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung werden auch im Allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert. In der Zeichnung zeigen
- 1 in einer schematischen Ansicht die Frontseite eines erfindungsgemäßen einteiligen Oberkörperschutzes,
- 2 in einer schematischen Ansicht die Rückseite des Gegenstands aus 1,
- 3 in einer schematischen Ansicht die Seite des Gegenstands aus den vorangegangenen Figuren und
- 4 in einer schematischen Ansicht die Innenseite des Gegenstands aus den vorangegangenen Figuren.
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Die 1 bis 4 zeigen in schematischer Ansicht ein einziges Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen einteiligen Oberkörperschutzes für Sportler, insbesondere für Eis- und Feldhockey-Torhüter, mit einem Oberteil, umfassend ein Rumpfteil 1a und zwei Ärmel 1b, die Protektoren 2a, 2b aufweisen.
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Bei dem Trägermaterial des Oberteils 1a, 1b handelt es sich um ein Mesh-/Stretch-Textilgewebe, welches in 4 gezeigte Perforierungen zur Be- und Entlüftung aufweist. Der Oberkörperschutz einschließlich der Protektoren ist aus modernsten, getesteten und zertifizierten Materialien hergestellt, die Verletzungen insbesondere durch einen Schläger, einen Puk oder einen Hockeyball optimal vermeiden.
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Die Protektoren 2a, 2b sind dem Oberteil sowohl außen- als auch innenliegend zugeordnet. Die Schaumstoffpolster 2a sind in innenliegenden Taschen angeordnet und herausnehmbar und durch andere Schaumstoffpolster anderer, unterschiedlicher Dimension und Härte austauschbar. Außerdem sind die Polster 2a waschbar.
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Bei den außenliegenden Protektoren handelt es sich um harte Kunststoffschalen 2b, die insbesondere im Bereich besonders empfindlicher und gefährdeter Körperpartien angeordnet sind, nämlich im Bereich des Brustkorbs und der Ellenbogen. Die Kunststoffschalen 2b sind mittels Naht-, Klett- und/oder Druckverbindungen an das Oberteil 1a, 1b angebracht. Sowohl die Schaumstoffpolster 2a als auch die Kunststoffschalen 2b sind gelocht und dadurch zumindest bereichsweise luftdurchlässig. Sie sind des Weiteren derart dimensioniert und ausgebildet, dass sie eine Schlageinwirkung, bspw. durch einen Puck oder Hockeyball durch Kraftverteilung dämpfen. Beim Tragen passen sich zumindest die Schaumstoffpolster 2a durch die Körperwärme zumindest ein Stück weit der Körperform an.
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An den Ärmelenden sind Daumenhalter 3 vorgesehen, die einem Verrutschen des einteiligen Oberkörperschutzes entgegenwirken.
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Um ein einfaches An- und Ausziehen des einteiligen Oberkörperschutzes zu gewährleisten, ist am Rumpfteil 1a ein seitlicher Reißverschluss 5 angeordnet, der sich vom Halsausschnitt bis zur unteren Kante des Rumpfteils 1a erstreckt. Dadurch ist der einteilige Oberkörperschutz wie eine Jacke an- und ausziehbar.
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Zusätzlich bieten Reißverschlüsse 6 an den Ärmeln 1b die Möglichkeit, die Ärmel 1b abzunehmen, beispielsweise um sie zu waschen und/oder auszutauschen.
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Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf den allgemeinen Teil der Beschreibung sowie auf die beigefügten Ansprüche verwiesen.
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Schließlich sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das voranstehend beschriebene Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung lediglich zur Erörterung der beanspruchten Lehre dient, diese jedoch nicht auf dieses Ausführungsbeispiel einschränkt.
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Bezugszeichenliste
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- 1a
- Rumpfteil des Oberteils
- 1b
- Ärmel des Oberteils
- 2a
- Schaumstoffpolster
- 2b
- Kunststoffschalen
- 3
- Ärmelende mit Daumenhalter
- 4
- Trägermaterial des Oberteils mit Luftlöchern
- 5
- Reißverschluss des Rumpfteils
- 6
- Reißverschluss der Ärmel