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Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Steuerung der Lieferung von Fäden eines Systems mit mehreren Fadenliefergeräten mit einer vorbestimmten Fadenspannung zu Arbeitsstellen einer Textilmaschine und eine Textilmaschine mit einem entsprechenden System.
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Ein Verfahren zum Liefern von Fäden an eine Textilmaschine zum Betrieb von Fadenliefergeräten ist aus der
DE 102 34 545 B4 bekannt. Dabei werden die Fadenliefergeräte in einer Probephase mit übereinstimmenden Sollspannungen spannungsgeregelt betrieben, wobei gelieferte Fadenmengen erfasst werden. Nach der Probephase werden die Fadenliefergeräte anhand einer aus den erfassten Fadenmengen ermittelten Fadenmengenvorgabe geregelt oder gesteuert.
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In der
EP 2 067 886 B1 ist ein Verfahren zur Zufuhr mehrerer Garne zu einer Textilmaschine beschrieben, bei dem die Zufuhr bei gleichbleibender Zufuhrlänge des Garns erfolgt. Liefervorrichtungen sind angeordnet, um die Spannung des entsprechenden Garns jeweils auf einem vorbestimmten Wert zu halten. In einem Beispiel, wird durch eine Steuereinheit einer der Liefervorrichtungen die Kontrolle und Regulierung der Spannung aller anderen Liefervorrichtungen gesteuert.
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Ein Verfahren zur Steuerung der Fadenlieferung von einem Fadenliefergerät zu einer Textilmaschine, wobei der Faden von einem Speicherkörper des Fadenliefergerätes abgezogen wird, ist aus der
DE 10 2013 113 115 B4 bekannt. Derartige Fadenliefergeräte werden auch als Speicher-Fadenliefergeräte bezeichnet. Die Fadenspannung des Fadens wird durch eine Bremsvorrichtung im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper mit Hilfe einer Einstellvorrichtung eingestellt. Dazu wird ein Bremssignal, und zwar ein Arbeitsstrom, für die Einstellvorrichtung eingestellt. In eine Dateneinheit für das Fadenliefergerät werden spezifische Daten abgelegt, wobei zur Ermittlung der spezifischen Daten Werte des Arbeitsstromes gemessenen Werten der Fadenspannung zugeordnet werden.
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Aus der
DE 10 2014 118 743 A1 und aus der
DE 10 2015 118 027 B3 sind Fadenliefergeräte bekannt, die jeweils eine Fadenspannungseinheit zur Regelung der Fadenspannung auf einen Referenzwert der Fadenspannung aufweisen.
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Die
US 2012 / 0 031 148 A1 beschreibt ein Verfahren zum Erkennen des Stoppens des Garns in Strickwarenfertigungslinien mit mehreren Garnzuführern, von denen eine Rundstrickmaschine Garne abzieht. Die Rundstrickmaschine ist mit Umschaltern versehen, die den Auswahlzustand der Garnzuführer in Bezug auf die Winkelstellung der Rundstrickmaschine zu ändern vermag.
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Gegenstand der
DE 100 05 101 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung einer Strick- oder Wirkware, wobei die Fadenspannung wenigstens eines Teils von Fadenliefergeräten durch Anpassung der Fadengeschwindigkeit regelbar ist. Dabei wird entsprechend der Ansteuerung einer Einrichtung zur Vorgabe der Fadengeschwindigkeit eines ausgewählten Fadenliefergerätes die Ansteuerung der verbleibenden Fadenliefergeräte vorgenommen. Abweichungen der Fadenspannungen an den verbleibenden Fadenliefergeräten werden durch Nachjustieren von Organen zur Einstellung der Maschengröße ausgeglichen.
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Ein Faden-verarbeitendes System ist in der
US 2004 / 0 238 060 A1 beschrieben. Das System umfasst eine Textilmaschine und mindestens ein Fadenliefergerät mit peripheren Zubehörvorrichtungen und einer Steuervorrichtung. Das Fadenliefergerät weist ein mit der Steuervorrichtung verbundenes lokales autonomes Bussystem zu den Zubehörvorrichtungen sowie mit der Steuervorrichtung mindestens einen Knoten eines Hauptbussystems auf.
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In der
US 2013 / 0 056 573 A1 ist ein Verfahren zur Fadenlieferung an z. B. eine Metalldrahtverarbeitungsmaschine offenbart. Bei einem Steuerprozess wird erstens die Spannung ständig gesteuert, um sie innerhalb eines Bereiches konstanter Werte zu halten. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, wird zweitens die Fadenliefergeschwindigkeit auf einen ggf. konstanten Wert gesteuert. Bei konstanter Geschwindigkeit wird drittens ständig überprüft, ob die Spannung in dem o. g. Bereich bleibt. Falls nicht, erfolgt ein erneuter Steuerungsprozess.
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Aufgabe ist es, ein Verfahren zu Steuerung der Lieferung von Fäden mit einer vorbestimmten Fadenspannung über eine längere Betriebszeit für mehrere Arbeitsstellen einer Textilmaschine und ein entsprechendes System zu entwickeln, wobei die Kosten für die Fadenliefergeräte reduziert sind.
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Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der selbstständigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Bei einem Verfahren zur Steuerung der Lieferung von Fäden eines Systems mit mehreren Fadenliefergeräten mit einer vorbestimmten Fadenspannung zu einer Textilmaschine wird die Fadenspannung mindestens eines Fadens eines Fadenliefergerätes durch eine Spannungseinheit dieses Fadenliefergerätes auf einen Referenzwert geregelt. Mindestens eines der Fadenliefergeräte mit einer Spannungseinheit wird als Master-Fadenliefergerät und mindestens ein weiteres Fadenliefergerät wird als Slave-Fadenliefergerät betrieben.
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Bei dem Verfahren wird die Fadenspannung mindestens eines Fadens durch ein Master-Fadenliefergerät auf einen Referenzwert geregelt und die Fadenspannung mindestens eines weiteren, durch ein Slave-Fadenliefergerät gelieferten, Fadens durch das Master-Fadenliefergerät gesteuert. Die Fadenspannung des Fadens des oder der Slave-Fadenliefergeräte wird mit Hilfe der Spannungseinheit des Master-Fadenliefergerätes oder der Spannungseinheiten der Master-Fadenliefergeräte durch eine Vorgabesteuereinheit gesteuert.
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In einer Alternative wird die Fadenspannung des Fadens des oder der Slave-Fadenliefergeräte durch eine Vorgabesteuereinheit gesteuert, wobei die Vorgabesteuereinheit mit den Spannungseinheiten von mindestens zwei Master-Fadenliefergeräten verbunden ist.
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Die Fäden werden durch die Arbeitsstellen der Textilmaschine von den Fadenliefergeräten abgezogen, wobei die Fadenliefergeräte jeweils einen Speicherkörper und eine Bremsvorrichtung mit einer Einstelleinrichtung aufweisen. Die Fadenspannung des jeweiligen Fadens der Fadenliefergeräte wird durch Ansteuerung der entsprechenden Einstelleinrichtung durch ein Bremssignal eingestellt. Den Fadenliefergeräten sind jeweils spezifische Daten zugeordnet, wobei die spezifischen Daten eine Zuordnung von Werten einer die Fadenspannung bestimmenden Bremskraft zu Werten des Bremssignals umfassen.
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Die Fadenspannung des Fadens des jeweiligen Slave-Fadenliefergerätes wird gesteuert, indem durch die Vorgabesteuereinheit ein Vorgabewert für die Bremskraft für das Slave-Fadenliefergerät aus dem oder den Werten des Bremssignals des oder der Master-Fadenliefergeräte ermittelt wird und dem Slave-Fadenliefergerät vorgegeben wird.
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Die Vorgabesteuereinheit, die zur Steuerung der Fadenspannung des Fadens des oder der Slave-Fadenliefergeräte ausgebildet ist, ist in der Spannungseinheit des Master-Fadenliefergerätes vorgesehen.
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In einer Alternative ist die Vorgabesteuereinheit in einer separaten Systemsteuereinheit vorgesehen oder als separate Systemsteuereinheit ausgebildet. Die separate Systemsteuereinheit ist mit der Spannungseinheit des Master-Fadenliefergerätes verbunden.
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Bei diesem Verfahren können ein Vielzahl von Fadenliefergeräten ohne Spannungsregeleinheit als Slave-Fadenliefergeräte betrieben werden und mit einem oder mehreren als Master-Fadenliefergerät betriebenen Fadenliefergeräten mit einer Fadenspannungsregeleinheit eingesetzt werden. Fadenliefergeräte ohne Spannungsregeleinheit sind weniger aufwendig und günstiger herzustellen. Dabei sind Fadenliefergeräte einzusetzen, denen jeweils spezifische Daten zugeordnet sind, die eine Zuordnung von Werten der Fadenspannung zu Werten des Bremssignals umfassen. Derartige Fadenliefergeräte sind aus der
DE 10 2013 113 115 B4 bekannt.
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In einer Ausführungsform wird die Fadenspannung des jeweiligen Fadens der Fadenliefergeräte durch mindestens einen Bremskörper der Bremsvorrichtung eingestellt, wobei mindestens ein Stellelement der Einstellvorrichtung auf den oder die Bremskörper einwirkt, und wobei das oder die Stellelemente durch das Bremssignal angesteuert werden.
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In einer Ausführungsform wird die Fadenspannung des jeweiligen Fadens der Fadenliefergeräte durch als Magnetelemente ausgebildete Stellelemente der Einstellvorrichtung eingestellt, wobei ein Magnetelement im Magnetfeld eines anderen Magnetelementes beweglich ist und auf den Bremskörper einwirkt, wobei ein das Bremssignal bildender Arbeitsstrom eines der beiden Magnetelemente, als Arbeitsspule ausgebildeten Magnetelementes, eingestellt wird.
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In einer Ausführungsform werden die Fadenliefergeräte des Systems in eine oder mehrere Gruppen unterteilt. In mindestens einer der Gruppen wird ein Master-Slave-Betrieb eingestellt, indem die Fadenliefergeräte als Master- und Slave-Fadenliefergeräte betrieben werden. Durch die Vorgabesteuereinheit wird für jede Gruppe mit Master-Slave-Betrieb separat der Vorgabewert für die Bremskraft für das oder die Slave-Fadenliefergeräte der Gruppe ermittelt und dem oder den Slave-Fadenliefergeräten der Gruppe vorgegeben.
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In einer Ausführungsform wird vor der Vorgabe des Vorgabewertes eine Initialisierung durchgeführt.
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Bei der Initialisierung werden durch die Vorgabesteuereinheit für jede Gruppe im Master-Slave-Betrieb die spezifischen Daten zumindest der Fadenliefergeräte mit Spannungseinheit abgefragt und die Slave-Fadenliefergeräte in einen Vorgabezustand versetzt.
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Bei der Vorgabe wird durch die Vorgabesteuereinheit jeweils der Vorgabewert für die Bremskraft aus dem oder den Werten des Bremssignals des oder der Master-Fadenliefergeräte mit Hilfe der spezifischen Daten des oder der Master-Fadenliefergeräte ermittelt und dem oder den Slave-Fadenliefergeräten vorgegeben. Gegebenenfalls wird die Vorgabe wiederholt.
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In einer Alternative wird die Vorgabe kontinuierlich wiederholt. Die Wiederholung erfolgt in einem Beispiel mit einer Frequenz im Bereich von 10 Hz, d. h. jeweils circa nach 100 ms.
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In einer Ausführungsform wird der Vorgabewert für die Bremskraft durch die Vorgabesteuereinheit aus einem gefilterten Wert der Werte des Bremssignals des oder der Master-Fadenliefergeräte oder aus gefilterten Werten der Bremssignale der Master-Fadenliefergeräte ermittelt.
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In einem Beispiel ist ein gefilterter Wert ein Mittelwert der Werte der Bremssignale des jeweiligen Master-Fadenliefergeräts. In einer Alternative ist der gefilterte Wert ein gleitender Mittelwert der Werte des Bremssignals.
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Bei mehreren Master-Fadenliefergeräten ermittelt die Vorgabesteuereinheit zum Beispiel aus den gefilterten Werten wiederum einen Mittelwert.
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In einer Ausführungsform werde zur Ermittlung eines Mittelwertes infinite impulse response Filter (IIR-Filter) oder alternativ finite impulse response Filter (FIR-Filter) verwendet.
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In einer Ausführungsform wird der Vorgabewert für die Bremskraft durch die Vorgabesteuereinheit aus einem Mittelwert aus Werten der Bremssignale von mindestens zwei Master-Fadenliefergeräten ermittelt.
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Die Merkmale und Vorteile der Vorrichtungsansprüche entsprechen denen der Verfahrensansprüche.
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Eine Textilmaschine ist mit einem System zur Steuerung der Lieferung von Fäden mit mehreren Fadenliefergeräten mit einer vorbestimmten Fadenspannung zu Arbeitsstellen der Textilmaschine versehen. Das System umfasst mindestens zwei Fadenliefergeräte, zum Beispiel mindestens ein Fadenliefergerät mit Spannungseinheit und mindestens ein Fadenliefergerät ohne Fadenspannungseinheit.
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Bei dem Fadenliefergerät mit Spannungseinheit ist die Spannungseinheit zur Regelung der Fadenspannung des Fadens des Fadenliefergerätes auf einen Referenzwert ausgebildet. Mindestens ein Fadenliefergerät mit Spannungseinheit ist als Master-Fadenliefergerät und mindestens ein weiteres Fadenliefergerät ist als Slave-Fadenliefergerät betreibbar, wobei jeweils die Fadenspannung des Fadens des oder der Slave-Fadenliefergeräte mit Hilfe der Spannungseinheit des Master-Fadenliefergerätes oder der Spannungseinheiten der Master-Fadenliefergeräte durch eine Vorgabesteuereinheit gesteuert wird.
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Die Fadenliefergeräte weisen jeweils einen Speicherkörper und eine Bremsvorrichtung im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper auf, wobei die Fäden der Fadenliefergeräte jeweils durch die Arbeitsstellen der Textilmaschine von dem Speicherkörper abgezogen werden. Die Bremsvorrichtung weist eine Einstellvorrichtung zur Einstellung der Fadenspannung auf, wobei die Einstellvorrichtung durch ein Bremssignal angesteuert wird.
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Den Fadenliefergeräten des Systems sind jeweils spezifische Daten zugeordnet, wobei die spezifischen Daten eine Zuordnung von Werten einer die Fadenspannung bestimmenden Bremskraft zu Werten des Bremssignals umfassen.
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Die Vorgabesteuereinheit ist dazu ausgebildet, die Fadenspannung des jeweiligen Slave-Fadenliefergerätes zu steuern, indem der Vorgabewert für die Bremskraft für das Slave-Fadenliefergerät aus dem oder den Werten des Bremssignals des oder der Master-Fadenliefergeräte ermittelt wird und dem oder den Slave-Fadenliefergeräten vorzugeben ist.
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In einer Ausführungsform weist die Bremsvorrichtung der Fadenliefergeräte mindestens einen Bremskörper im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper und eine Einstellvorrichtung zur Einstellung der Fadenspannung auf, wobei mindestens ein Stellelement der Einstellvorrichtung auf den oder die Bremskörper einwirkt, und wobei das oder die Stellelemente durch das Bremssignal angesteuert werden.
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In einer Ausführungsform umfasst die Einstellvorrichtung der Bremsvorrichtung zwei als Magnetelemente ausgebildete Stellelemente, wobei ein Magnetelement im Magnetfeld des anderen Magnetelementes beweglich ist und auf den Bremskörper einwirkbar ist.
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Zur Einstellung der Fadenspannung ist ein das Bremssignal bildender Arbeitsstrom eines der beiden Magnetelemente, als Arbeitsspule ausgebildeten Magnetelemente, einstellbar.
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In einer Ausführungsform sind die Fadenliefergeräte des Systems in eine oder mehrere Gruppen unterteilt. In mindestens einer Gruppe ist ein Master-Slave-Betrieb einstellbar, indem die Fadenliefergeräte als Master- und Slave-Fadenliefergeräte betrieben werden. Die Vorgabesteuereinheit ist dazu ausgebildet, für jede Gruppe mit Master-Slave-Betrieb separat den Vorgabewert für die Bremskraft für das oder die Slave-Fadenliefergeräte der Gruppe zu ermitteln und dem oder den Slave-Fadenliefergeräten der Gruppe vorzugeben.
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Die Erfindung wird anhand zweier in der Zeichnung schematisch dargestellter Beispiele weiter erläutert. Es zeigen:
- 1 eine schematische Darstellung eines Fadenliefergerätes ohne Fadenspannungseinheit anhand einer Seitenansicht;
- 2 eine schematische Darstellung eines Fadenliefergerätes mit einer Fadenspannungseinheit anhand einer Seitenansicht;
- 3 ein vereinfachtes Blockschaltbild einer Textilmaschine mit einem System mit mehreren Fadenliefergeräten eines ersten Beispiels;
- 4 ein Ausschnitt des Blockschaltbilds der 3 mit Pfeilen zur Darstellung der Kommunikation einer Vorgabe;
- 5 ein vereinfachtes Ablaufdiagramm einer Initialisierung;
- 6 ein vereinfachtes Ablaufdiagramm einer Vorgabe eines Vorgabewertes;
- 7 ein vereinfachtes Blockschaltbild eines Systems mit mehreren Fadenliefergeräten eines zweiten Beispiels, wobei die Fadenliefergeräte in Gruppen unterteilt sind; und
- 8 ein Blockschaltbild der ersten beiden Gruppen der 7 mit Pfeilen zur Darstellung der Kommunikation einer Vorgabe.
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Eine Textilmaschine T mit einem System zur Steuerung der Lieferung von Fäden mit einer vorbestimmten Fadenspannung zu Arbeitsstellen einer Textilmaschine umfasst mehrere Fadenliefergeräte VC, ATC. Das System umfasst Fadenliefergeräte VC ohne Spannungseinheit und Fadenliefergeräte ATC jeweils mit einer Spannungseinheit zur Regelung der Fadenspannung des Fadens 40 des Fadenliefergerätes ATC. Mindestens ein Fadenliefergerät ATC ist als Master-Fadenliefergerät und mindestens ein weiteres Fadenliefergerät VC ist als Slave-Fadenliefergerät betreibbar.
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Erstes Beispiel:
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In einem ersten Beispiel weist das System eine Gruppe von 16 Fadenliefergeräten auf. Ein Fadenliefergerät ATC mit einer Spannungseinheit ist als Master-Fadenliefergerät betreibbar und 15 Fadenliefergeräte VC ohne Spannungseinheit sind als Slave-Fadenliefergeäte betreibbar. 1 zeigt eine schematische Darstellungen eines Fadenliefergerätes VC ohne Spannungseinheit und 2 eine entsprechende Darstellung eines Fadenliefergerätes ATC mit einer Spannungseinheit. Ein vereinfachtes Blockschaltbild der Textilmaschine T mit dem System mit den 16 Fadenliefergeräten ATC, VC ist in 3 dargestellt.
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1 zeigt eines der Fadenliefergeräte VC, das als ein Speicher-Fadenliefergerät ausgebildet ist. Das Fadenliefergerät VC weist einen Halter 2, eine Aufwickeleinheit, einen Speicherkörper 3, von dem der Faden 40 durch eine Arbeitsstelle A1, A2, A3, ... A16 (vgl. 3) der Textilmaschine T abgezogen wird, und eine Bremsvorrichtung zur Einstellung einer Fadenspannung auf. Die Bremsvorrichtung umfasst eine Einstellvorrichtung, wobei die Einstellvorrichtung zur Einstellung der Fadenspannung durch ein Bremssignal angesteuert wird. Die Textilmaschine T ist zum Beispiel eine Rundstrickmaschine.
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Der Halter 2 ist mit einer Befestigungsvorrichtung 4 zur Befestigung des Fadenliefergerätes VC an der Textilmaschine T, zum Beispiel an einem Maschinenring der Rundstrickmaschine, versehen.
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Der Speicherkörper 3 ist als eine Speichertrommel mit einer Achse 5 ausgebildet. Am Aufwickelende, in der 1 am rechten Ende, des Speicherkörpers 3, ist die Aufwickeleinheit zum Aufwickeln von Garnwindungen, d. h. Windungen des Fadens, auf den Speicherkörper 3 angeordnet. Die Aufwickeleinheit ist mit einem in einem Antriebsgehäuse 6 angeordneten Antrieb und einem von dem Antrieb antreibbaren Aufwickelelement 7 versehen.
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Der Halter 2 erstreckt sich parallel zur Achse 5 entlang des Speicherkörpers 3. Das Antriebsgehäuse 6 ist am Aufwickelende, in 1 am rechten Ende, des Speicherkörpers 3 am Halter 2 befestigt.
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Die Bremsvorrichtung zur Einstellung einer Fadenspannung des Fadens 40 weist einen Bremskörper 8 und die Einstellvorrichtung für den Bremskörper 8 auf. Der Bremskörper 8 ist im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper 3 angeordnet, wobei er am gestrichelt eingezeichneten Abzugsende des Speicherkörpers 3 angeordnet ist. Ein Gehäuse 9 der Bremsvorrichtung ist an einem dem Antriebsgehäuse 6 entgegengesetzten Ende des Speicherkörpers an dem Halter 2 befestigt.
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Der Bremskörper
8 ist konisch, und zwar als ein nachgiebiger Bremskörperkonus in der Form eines regelmäßigen Kegelstumpfmantels, ausgebildet. Er ist zum Beispiel aus einem Kunststoff und/oder Metall hergestellt. Entsprechende oder ähnliche Bremskörper sind zum Beispiel in der
WO 2006/ 045 410 A1 beschrieben.
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Die Achse des Bremskörpers 8 stimmt im Wesentlichen, d. h. bis auf geringe Abweichungen z. B. durch Abhebung durch den Faden 40 oder bei Verformung des elastischen Bremskörpers 8, mit der Achse 5 des Speicherkörpers 3 überein. Das Abzugsende des Speicherkörpers 3 ist abgerundet und bildet im Bereich der Abrundung eine ringförmige Klemmfläche 10. Der Bremskörper 8 ragt mit seinem größeren Durchmesser über die Klemmfläche 10. Er ist durch die Einstellvorrichtung gegen die Klemmfläche 10 am Abzugsende des Speicherkörpers 3 anpressbar.
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Beim Abzug des Fadens 40 durch die Textilmaschine T läuft der Faden 40 vom Speicherkörper 3 durch den Spalt zwischen dem Abzugsende des Speicherkörpers 3 und dem Bremskörper 8 über die Klemmfläche 10.
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Die Einstellvorrichtung weist Stellelemente und zwar Magnetelemente auf, wobei ein Magnetelement im Magnetfeld eines anderen Magnetelementes beweglich ist und auf den Bremskörper 8 einwirkt. Eines der Magnetelemente ist als Arbeitsspule ausgebildet. In diesem Beispiel umfasst die Einstellvorrichtung ein Permanentelement, im folgenden PM-Element, und die im Magnetfeld des PM-Elements, bewegliche Arbeitsspule. Das PM-Element und die Arbeitsspule befinden sich in dem Gehäuse 9 und sind in 1 nicht sichtbar. Die Arbeitsspule wirkt auf den Bremskörper 8 ein. Die Arbeitsspule arbeitet nach dem Prinzip einer Tauchspule, die Englisch als „voice coil“ bezeichnet wird.
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Die Magnetelemente der Einstellvorrichtung sind durch ein Bremssignal ansteuerbar, nämlich durch einen Arbeitsstrom für die Arbeitsspule. Bei Kontakt mit dem Bremskörper 8 führt eine Beaufschlagung der Arbeitsspule mit einem bestimmten Arbeitsstrom zu einer, ggf. geringen, axialen Bewegung der Arbeitsspule und damit zu einer Änderung der Anpresskraft des Bremskörpers 8 gegen die Klemmfläche 10. Durch Änderung der Anpresskraft wird eine gewünschte Fadenspannung eingestellt.
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Zur vollständigen Entlastung des Bremskörpers 8 wird der Arbeitsstrom so geändert, dass die Arbeitsspule in eine Position zurückbewegt wird, in der sie den Bremskörper 8 nicht mehr mit einer Anpresskraft beaufschlagt.
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Der Halter 2 bildet ausgehend vom Gehäuse 9 eine Elektronikkammer E, in der Elektronikelemente der Einstellvorrichtung, wie eine Stromliefereinheit, zur Ansteuerung der Arbeitsspule angeordnet sind. In 1 ist der Bereich der Elektronikkammer E oberhalb des Gehäuses 9 zu sehen.
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2 zeigt das Fadenliefergerät ATC mit einer Spannungseinheit, das einem Fadenliefergerät VC ohne Spannungseinheit, bis auf die im folgenden beschriebenen Merkmale, entspricht.
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Das Fadenliefergerät ATC umfasst zusätzlich eine Spannungseinheit zur Regelung der Fadenspannung mit einer Spannungsmesseinheit, die einen Fadenspannungsfühler 50, eine Messvorrichtung 51 und eine Verbindung 52 aufweist. 2 zeigt schematisch dargestellt den Fadenspannungsfühler 50 mit der durch Pfeile angedeuteten Messvorrichtung 51, der im Fadenverlauf hinter dem Gehäuse 9, d. h. in 2 auf der linken Seite, angeordnet ist. Die Messvorrichtung 51 des Fadenspannungsfühlers 50 ist über die Verbindung 52 mit dem Fadenliefergerät 1 verbunden. Der Fadenspannungsfühler 50 ist an dem Gehäuse 9 befestigt.
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Den in 1 und 2 dargestellten Fadenliefergeräten VC, ATC sind jeweils spezifische Daten spD zugeordnet. Die spezifischen Daten spD umfassen eine Zuordnung von Werten einer die Fadenspannung bestimmenden Bremskraft zu Werten des Bremssignals, d. h. zu Werten I des Arbeitsstroms.
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Die Fadenliefergeräte VC, ATC weisen jeweils eine Prozessoreinheit mit einer Dateneinheit zur Ausgabe der für das jeweilige Fadenliefergerät VC, ATC spezifischen Daten spD auf. Die Dateneinheit ist zur Bereitstellung der spezifischen Daten spD ausgebildet. Die spezifischen Daten spD umfassen eine Zuordnung von Werten des Bremssignals, nämlich Werten I des Arbeitsstromes zu gemessenen Werten F der die Fadenspannung bestimmenden Bremskraft. D. h. die Dateneinheit enthält für das jeweilige Fadenliefergerät VC, ATC Werte I des Arbeitsstromes, die bestimmten Werten F der Bremskraft zugeordnet sind.
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Zur Ermittlung der spezifischen Daten spD werden den Werten I des Arbeitsstromes gemessenen Werte F der Bremskraft zugeordnet.
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Beispielsweise werden zur Ermittlung der spezifischen Daten spD anhand von Bremskraft-Strom-Kurven der Wert F der bewirkten Bremskraft in Abhängigkeit von dem Wert I des Arbeitsstroms in der Arbeitsspulen 12 gemessen.
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In einem Beispiel wird zur Ermittlung der spezifischen Daten spD eines Fadenliefergerätes
VC,
ATC durch die bei z. B. steigenden Werten I des Arbeitsstroms gemessenen Werte F der Bremskraft eine Gerade gelegt. Die spezifischen Daten
spD, in diesem Beispiel die Parameter
P1,
P2 der Geraden, die die Werte F der Bremskraft den Werten I des Arbeitsstromes zuordnet:
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3 zeigt das vereinfachte Blockschaltbild des Systems des ersten Beispiels mit dem als Master-Fadenliefergerät betreibbaren Fadenliefergerät ATC mit Spannungseinheit, den 15 als Slave-Fadenliefergeräte betreibbaren Fadenliefergeräten VC ohne Spannungseinheit, von denen nur vier zu sehen sind, und der separaten Systemsteuereinheit NMT, in der eine Vorgabesteuereinheit angeordnet ist.
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In 3 ist der jeweilige Faden 40 des Fadenliefergerätes ATC, VC zu einer Arbeitsstelle 1, 2, 3, ...16 der Textilmaschine T angedeutet.
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Die Systemsteuereinheit NMT ist über eine Kommunikationsverbindung K1 mit den Fadenliefergeräten ATC, VC sowie optional über eine weitere Kommunikationsverbindung K2 mit einer Maschinensteuerung M der Textilmaschine T verbunden. Die Kommunikationsverbindung K1 ist als eine serielle Kommunikationsverbindung ausgebildet. Die Kommunikationsverbindung umfasst z. B. einen CAN Bus.
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4 zeigt anhand eines Blockschaltbildes das Prinzip einer Vorgabe eines Vorgabewertes. Die in der Systemsteuereinheit NMT angeordnete Vorgabesteuereinheit sendet über die Kommunikationsverbindung K1 eine Frage nach dem Wert I des Arbeitsstroms des als Master-Fadenliefergerät betreibbaren Fadenliefergerätes ATC mit Spannungseinheit: „I?“. Durch die Spannungseinheit des Master-Fadenliefergerätes wird der Wert I des Arbeitsstromes zurück gesendet. Dies ist durch die beiden äußeren Pfeile symbolisiert.
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Durch die Vorgabesteuereinheit wird aus dem Wert I des Arbeitsstroms des Master-Fadenliefergerätes oder aus mehreren Werten I ein Vorgabewert für die Bremskraft, d. h. für die entsprechende Fadenspannung, der als Slave-Fadenliefergeräte betreibbaren Fadenliefergeräte VC ohne Spannungseinheit ermittelt.
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In diesem Beispiel wird aus dem Wert I des Arbeitsstromes und den spezifischen Daten spD des Master-Fadenliefergerätes, nämlich den Parametern P1 und P2, gemäß der oben angegebenen Formel (1) eine Bremskraft mit dem Wert F ermittelt. Dieser als Vorgabewert bezeichnete Wert F wird durch die Vorgabesteuereinheit über die Kommunikationsleitung K1 an die Slave-Fadenliefergeräte gesendet. Dies ist durch die inneren Pfeile symbolisiert.
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Für jedes als Slave-Fadenliefergeräte betreibbare Fadenliefergerät
VC ohne Spannungseinheit wird durch seine Prozessoreinheit aus dem Wert F für die Fadenspannung und den spezifischen Daten spD
i, nämlich den Parameter P1
i und P2
i, des Fadenliefergerätes
VC der Wert I des Arbeitsstromes ermittelt:
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Im Betrieb wird die Lieferung von Fäden des Systems mit 16 Fadenliefergeräten VC, ATC mit einer vorbestimmten Fadenspannung zu Arbeitsstellen der Textilmaschine T gesteuert. Dabei wird die Fadenspannung des Fadens 40 des Fadenliefergerätes ATC durch die Spannungseinheit des Fadenliefergerätes ATC auf einen Referenzwert Mref geregelt.
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Die 16 Fadenliefergeräte VC, ATC bilden eine Gruppe, wobei das Fadenliefergerät ATC mit Spannungseinheit als Master-Fadenliefergerät betrieben wird. Die weiteren Fadenliefergeräte VC ohne Spannungseinheit werden als Slave-Fadenliefergeräte betrieben.
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Durch eine Vorgabesteuereinheit wird jeweils die Fadenspannung des Fadens der Slave-Fadenliefergeräte mit Hilfe der Spannungseinheit des Master-Fadenliefergerätes gesteuert.
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Die Fadenliefergeräte VC, ATC weisen jeweils einen Speicherkörper 3 und eine Bremsvorrichtung im Fadenverlauf nach dem Speicherkörper 3 auf.
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Die Fäden der Fadenliefergeräte VC, ATC werden jeweils durch die Arbeitsstelle A1, A1, A3, ... A16 der Textilmaschine T von dem Speicherkörper 3 abgezogen. Die Fadenspannung des jeweiligen Fadens der Fadenliefergeräte VC, ATC wird durch eine Einstellvorrichtung der Bremsvorrichtung eingestellt. Die Einstellvorrichtung wird durch ein Bremssignal angesteuert.
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Zur Regelung der Fadenspannung des Fadens des Master-Fadenliefergerätes wird das Bremssignal durch die Spannungseinheit des Master-Fadenliefergerätes eingestellt.
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Den Fadenliefergeräten VC, ATC des Systems sind jeweils spezifische Daten spD zugeordnet. Die spezifischen Daten spD umfassen eine Zuordnung von Werten der die Fadenspannung bestimmenden Bremskraft zu Werten des Bremssignals.
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Die Fadenspannung des Fadens des jeweiligen Slave-Fadenliefergerätes wird gesteuert, indem durch die Vorgabesteuereinheit ein Vorgabewert für die Bremskraft für das Slave-Fadenliefergerät aus mindestens einem Wert des Bremssignals des Master-Fadenliefergerätes ermittelt wird. Der Vorgabewert wird dem Slave-Fadenliefergerät vorgegeben.
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Die Fadenspannung des jeweiligen Fadens der Fadenliefergeräte VC, ATC wird durch den Bremskörper 8 der Bremsvorrichtung eingestellt. Mindestens ein Stellelement der Einstellvorrichtung wirkt auf den Bremskörper 8 ein. Die Stellelemente werden durch das Bremssignal angesteuert.
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Dazu wird die Fadenspannung des jeweiligen Fadens der Fadenliefergeräte VC, ATC durch die als Magnetelemente ausgebildeten Stellelemente der Einstellvorrichtung eingestellt. Eines der Magnetelemente, das im Magnetfeld des anderen Magnetelementes beweglich ist, wirkt auf den Bremskörper 8 ein. Dabei wird ein das Bremssignal bildender Arbeitsstrom eines der beiden Magnetelemente, als Arbeitsspule 12 ausgebildeten Magnetelementes, eingestellt.
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Im Master-Slave-Betrieb wird zunächst eine Initialisierung und anschließend eine Vorgabe eines Vorgabewertes durchgeführt. 5 zeigt ein vereinfachtes Ablaufdiagramm einer Initialisierung und 6 ein vereinfachtes Ablaufdiagramm einer Vorgabe.
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Bei einer in 5 dargestellten Initialisierung der Gruppe von Fadenliefergeräten VC, ATC im Master-Slave-Betrieb werden durch die Vorgabesteuereinheit die spezifischen Daten spD des Master-Fadenliefergerätes abgefragt und die Slave-Fadenliefergeräte in einen Vorgabezustand versetzt.
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Dabei werden in einem ersten Schritt durch die Vorgabesteuereinheit das Fadenliefergerät ATC mit Spannungseinheit als Master-Fadenliefergerät definiert und die 15 Fadenliefergeräte VC ohne Spannungseinheit als Slave-Fadenliefergeräte definiert.
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In einem zweiten Schritt werden durch die Vorgabesteuereinheit die spezifischen Daten spD des Master-Fadenliefergerätes abgefragt und abgelegt. Die spezifischen Daten spD sind in diesem Beispiel die Parameter P1 und P2 der Geraden, die die Werte F der Bremskraft den Werten I des Arbeitsstromes zuordnet.
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In einem dritten Schritt werden durch die Vorgabesteuereinheit die Slave-Fadenliefergeräte dem Master-Liefergerät zugeordnet.
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In einem vierten Schritt werden die Slave-Fadenliefergeräte durch die Vorgabesteuereinheit in einen Vorgabezustand versetzt, in dem sie bereit sind, einem gesendeten Wert F der Bremskraft ihren spezifischen Wert Ii der Fadenspannung zuzuordnen und diesen Wert einzustellen.
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Bei einer in 6 dargestellten Vorgabe in der Gruppe von Fadenliefergeräten VC, ATC im Master-Slave-Betrieb wird durch die Vorgabesteuereinheit der Vorgabewert für die Bremskraft aus dem Wert des Bremssignals des Master-Fadenliefergerätes, d. h. aus dem Arbeitsstrom des Master-Fadenliefergerätes, mit Hilfe der spezifischen Daten spD des Master-Fadenliefergerätes ermittelt und den Slave-Fadenliefergeräten vorgegeben.
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Wie bereits in Zusammenhang mit 4 erläutert, wird in einem ersten Schritt durch die in der Systemsteuereinheit NMT angeordnete Vorgabesteuereinheit nach dem Wert I des Arbeitsstroms des Master-Fadenliefergerät gefragt.
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In einem zweiten Schritt wird eine Zeit t gewartet, in der durch die Spannungseinheit des Master-Fadenliefergerätes der Wert I des Arbeitsstromes zurückgesendet wird.
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In einem dritten Schritt wird durch die Vorgabesteuereinheit geprüft, ob der Wert I gesendet wurde. Ist dies nicht der Fall wird die Vorgabe ohne Steuern der Slave-Fadenliefergeräte beendet.
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In einem vierten Schritt wird durch die Vorgabesteuereinheit aus dem Wert I des Arbeitsstromes oder aus mehreren Werten ein Vorgabewert für die Bremskraft der als Slave-Fadenliefergeräte betreibbaren Fadenliefergeräte VC ohne Spannungseinheit ermittelt.
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In diesem Beispiel wird aus dem Wert des Bremssignals, d. h. aus dem Arbeitsstrom I, durch die Vorgabesteuereinheit ein gefilterter Wert des Bremssignals gebildet. Beispielsweise wird aus den Werten I des Arbeitsstroms, ein zeitlicher Mittelwert Im gebildet, aus dem der Vorgabewert, d. h. der Wert F für die Bremskraft, ermittelt wird.
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In einem fünften Schritt wird der Vorgabewert, d. h. der Wert F, durch die Vorgabesteuereinheit den Slave-Fadenliefergeräten vorgegeben.
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Die Vorgabe des Vorgabewertes für der Werte des Bremskraft der Slave-Fadenliefergeräte wird wiederholt. Die Wiederholung erfolgt automatisch, z. B. nach 100 ms, d. h. mit einer Frequenz von 10 Hz.
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Der zeitliche Mittelwert wird z. B. als gleitender Mittelwert
Im gebildet. Bei der Verwendung eines früheren Wertes
I (
t-1) und des aktuellen Wertes
I (
t) des Arbeitsstroms zur Zeit
t ergibt sich folgender Mittelwert
Im :
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Diese Mittelwertbildung wird auch als FIR-Filter bezeichnet.
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Alternativ wird der Mittelwert
Im wie folgt berechnet:
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Diese Mittelwertbildung wird auch als IIR-Filter bezeichnet.
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Alternativ werden 3 oder mehr frühere Werte mit in die Berechnung eines gleitenden Mittelwertes einbezogen.
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In einem Beispiel wird zur Bestimmung des Wertes
I der ermittelte Wert
Im mit einem Korrekturwert I
k versehen:
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Der Korrekturwert Ik ist größer als Null. In einer Alternative ist der Korrekturwert kleiner als Null.
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In einer Alternative wird der ermittelte Wert Im mit einem Korrekturwert Ic multipliziert. In einer Alternative ist der Korrekturwert Ic größer als 1. In einer anderen Alternative ist der Korrekturwert Ic kleiner als 1.
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Die Korrekturwerte gleichen unterschiedliche Bauweisen der Fadenliefergeräte VC, ATC aus.
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Zweites Beispiel:
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Das zweite Beispiel entspricht dem ersten Beispiel bis auf die im Folgenden beschriebenen Merkmale.
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7 zeigt das vereinfachte Blockschaltbild des Systems mit den Fadenliefergeräten VC, ATC des zweiten Beispiels, die in mehrere Gruppen G1, G2, G3, G4, ... G16 eingeteilt sind. Das System weist z. B. 256 Fadenliefergeräte VC, ATC auf, wobei die Fadenliefergeräte VC, ATC in 16 Gruppen G1, G2, G3, G4, ... G16 mit jeweils 16 Fadenliefergeräten VC, ATC eingeteilt sind.
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In einer Alternative weist das System z. B.126 Fadenliefergeräte VC, ATC auf.
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Die erste Gruppe G1 umfasst ein als Master-Fadenliefergerät betreibbares Fadenliefergerät ATC mit Spannungseinheit und 15 als Slave-Fadenliefergeräte betreibbare Fadenliefergeräte VC ohne Spannungseinheit.
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Die zweite und die dritte Gruppe G2 und G3 umfassen jeweils zwei als Master-Fadenliefergeräte betreibbare Fadenliefergeräte ATC mit Spannungseinheit und 14 als Slave-Fadenliefergeräte betreibbare Fadenliefergeräte VC ohne Spannungseinheit.
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Die Position und Adresse der Fadenliefergeräte VC, ATC sind für die Systemzuordnung an der Strickmaschine von Bedeutung.
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Bei der zweiten Gruppe G2 sind neben einem Fadenliefergerät ATC an einer 1. Position zwei Fadenliefergeräte VC und daneben das zweite Fadenliefergerät ATC angeordnet. Bei der dritten Gruppe G3 sind die Fadenliefergeräte ATC mit Spannungseinheit nebeneinander angeordnet.
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Die separate Systemsteuereinheit NMT, in der eine Vorgabesteuereinheit angeordnet ist, ist über die Kommunikationsverbindung K1 mit den Fadenliefergeräten ATC, VC verbunden. Die Kommunikationsverbindung K1 ist als eine serielle Verbindung, z. B. mit mindestens einem CAN open BUS, ausgebildet.
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8 zeigt anhand eines Blockschaltbildes das Prinzip einer Vorgabe des Vorgabewertes.
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In Gruppe G1 wird die Vorgabe des Vorgabewertes wie im ersten Beispiel durchgeführt. Durch die Vorgabesteuereinheit wird der Wert I des Arbeitsstromes des Master-Fadenliefergerätes abgefragt und aus ihm mit Hilfe der spezifischen Daten des Master-Fadenliefergerätes der Vorgabewert, nämlich der Wert F(I) der Bremskraft in Abhängigkeit vom Arbeitsstrom I ermittelt. Der Wert F(I) wird den Slave-Fadenliefergeräten der Gruppe G1 vorgegeben.
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Die Werte I1 und I2 sind zum Beispiel gemäß Gleichung (3) oder (3a) berechnete Mittelwerte. Aus den Werten I1 und I2 werden jeweils Wert F1 und F2 gemäß Gleichung (1) für die Bremskraft ermittelt. Der Wert F(I1, I2) ist zum Beispiel ein Mittelwert aus F1 und F2.
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In der Gruppe G2 werden durch die Vorgabesteuereinheit die Werte I1 und I2 des Arbeitsstroms der beiden Master-Fadenliefergeräte angefragt. Aus den Werten I1 und I2 wird durch die Vorgabesteuereinheit mit Hilfe der spezifischen Daten der Master-Fadenliefergeräte der Vorgabewert, nämlich des Wertes F(I1, I2) der Bremskraft in Abhängigkeit von Arbeitsströmen I1 und I2 ermittelt. Der Wert F(I1, I2) wird den Slave-Fadenliefergeräten der Gruppe G2 vorgegeben.
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In der Gruppe G3 wird der Vorgabewert wie in der Gruppe G2 ermittelt.
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Im Betrieb werden in den ersten drei Gruppen G1, G2, G3 die Fadenliefergeräte VC, ATC als Master- und Slave-Fadenliefergeräte betrieben.
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Durch die Vorgabesteuereinheit wird für jede der Gruppen G1, G2, G3 mit Master-Slave-Betrieb separat der Vorgabewert für die Bremskraft für die Slave-Fadenliefergeräte der jeweiligen Gruppe G1, G2, G3 ermittelt und dem oder den Slave-Fadenliefergeräten der Gruppe G1, G2, G3 vorgegeben.
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Die Fadenspannung der Fäden der Slave-Fadenliefergeräte der ersten Gruppe G1 wird gesteuert, indem durch die Vorgabesteuereinheit ein Vorgabewert der Bremskraft für die Slave-Fadenliefergeräte aus den Werten des Bremssignals des Master-Fadenliefergeräts ermittelt wird und den Slave-Fadenliefergeräten vorgegeben wird.
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Die Fadenspannung der Fäden der Slave-Fadenliefergeräte der zweiten und dritten Gruppe G2, G3 wird gesteuert, indem durch die Vorgabesteuereinheit für jede der Gruppen G2, G3 ein Vorgabewert der Bremskraft für die Slave-Fadenliefergeräte der jeweiligen Gruppe G2, G3 aus den Werten der Bremssignale der zwei Master-Fadenliefergeräte der jeweiligen Gruppe G1, G2 ermittelt wird und den Slave-Fadenliefergeräten der jeweiligen Gruppe G2, G3 vorgegeben wird.
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Für jede Gruppe G1, G2, G3 im Master-Slave-Betrieb werden bei der Initialisierung durch die Vorgabesteuereinheit die spezifischen Daten spD der Master-Fadenliefergeräte abgefragt und die Slave-Fadenliefergeräte in einen Vorgabezustand versetzt.
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Bei der Vorgabe wird durch die Vorgabesteuereinheit der Vorgabewert für die Bremskraft der jeweiligen Gruppe G1, G2, G3 aus dem Wert des Bremssignals des Master-Fadenliefergerätes in der Gruppe G1 und aus den Werten der Bremssignale der zwei Master-Fadenliefergeräte in den Gruppen G2 und G3 mit Hilfe der spezifischen Daten spD des oder der Master-Fadenliefergeräte ermittelt und den Slave-Fadenliefergeräten der jeweiligen Gruppen G1, G2, G3 vorgegeben; und die Vorgabe wiederholt.
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In der ersten Gruppe G1 wird der Vorgabewert für die Bremskraft durch die Vorgabesteuereinheit aus dem Wert des Bremssignals des Master-Fadenliefergerätes ermittelt.
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In den Gruppen G2 und G3 wird jeweils der Vorgabewert für die Bremskraft durch die Vorgabesteuereinheit zum Beispiel aus einem Mittelwert der Werte der Bremssignale der zwei Master-Fadenliefergeräte ermittelt. Sobald für alle Gruppen G1, G2, G3 im Master-Slave-Betrieb, ggf. nacheinander, die Werte der Bremssignale von den Master-Fadenliefergeräten empfangen wurden und daraus die Vorgabewerte für die Slave-Fadenliefergeräte der jeweiligen Gruppen G1, G2, G3 ermittelt wurden, werden diese an die Slave-Fadenliefergeräte gesendet. Dieser Vorgang wird kontinuierlich wiederholt.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Fadenliefergerät
- 2
- Halter
- 3
- Speicherkörper
- 4
- Befestigungsvorrichtung
- 5
- Achse
- 6
- Antriebsgehäuse
- 7
- Aufwickelelement
- 8
- Bremskörper der Bremsvorrichtung
- 9
- Gehäuse
- 10
- Klemmfläche
- E
- Elektronikkammer
- 40
- Faden
- 50
- Fadenspannungsfühler
- 51
- Messvorrichtung
- 52
- Verbindung
- K1
- Kommunikationsverbindung
- K2
- Kommunikationsverbindung
- M
- Maschinensteuerung
- NMT
- zentrale Steuervorrichtung
- T
- Textilmaschine