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Die Erfindung betrifft ein Gleitlager zum Lagern eines relativ zum Gleitlager beweglichen langgestreckten Bauteils, eine Erdbohrvorrichtung, die ein derartiges Gleitlager aufweist, ein Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagers für ein bewegliches langgestrecktes Bauteil sowie eine Verwendung eines Gleitlagers zum Lagern eines beweglichen langgestreckten Bauteils.
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Es sind Gleitlager bekannt, die langgestreckte Bauteile führen, die gegenüber dem Gleitlager beweglich sind. Die langgestreckten Bauteile, insbesondere Rohre und Rundmaterialien, können fertigungsbedingt gewisse Toleranzen aufweisen, so dass eine direkte Verwendung eines standardmäßigen Gleitlagers problematisch sein kann. Durch die fertigungsbedingten Toleranzen kann es möglich sein, dass ein Gleitlager nicht direkt auf dem langgestreckten Bauteil installiert werden kann. Bisher werden die langgestreckten Bauteile nachbearbeitet, welches beispielsweise mittels einer spanenden Bearbeitung erreicht werden kann, um die Passungsmaße einzustellen, unter welchen die Lagerung in dem Gleitlager funktioniert. Hierdurch ergibt sich ein zusätzlicher Bearbeitungsaufwand, der mit höheren Kosten verbunden ist. Die Nachbearbeitung des Bauteils erfordert zudem die Nachbearbeitung ermöglichende Maschinen und erfordert einen höheren Zeitaufwand.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Gleitlager, eine Erdbohrvorrichtung aufweisend ein Gleitlager, ein Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagers und eine Verwendung eines Gleitlagers zu schaffen, welches flexibler einsetzbar ist, insbesondere ermöglicht, langgestreckte Bauteile mit Toleranzen bzw. unterschiedlichen Passungsmaßen zu verwenden.
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Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der nebengeordneten Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungen sind in den abhängigen Patentansprüchen genannt.
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Kerngedanke der Erfindung ist es, dass das Gleitlager eine aus Gleitlagersegmenten bestehende Anlagefläche für das langgestreckte Bauteil hat, wobei die Gleitlagersegmentflächen in Richtung auf einen Mittelpunkt hin, der im Wesentlichen in Längsrichtung des Bauteils liegt, vorgespannt sind und die Gleitlagersegmentflächen radial zum Mittelpunkt mit einer Wechselwirkung miteinander beweglich sind. Es wurde erkannt, dass bei einer Wechselwirkung der Gleitlagersegmentflächen zueinander, bei der die Gleitlagersegmentflächen aufgrund der Wechselwirkung „gleichzeitig“ den Innendurchmesser für das zu lagernde Bauteil ändern, die Lagerfunktion in alle Richtungen gewährleistet bleibt.
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Die Erfindung schafft ein Gleitlager zum Lagern eines relativ zum Gleitlager beweglichen langgestreckten Bauteils. Das Gleitlager weist ein Gehäuse mit in dem Gehäuse angeordneten Gleitlagersegmenten auf. Die Gleitlagersegmente haben jeweils mindestens eine Gleitlagersegmentfläche. Die Gleitlagersegmentflächen sind in Richtung auf einen Mittelpunkt hin vorgespannt und radial zum Mittelpunkt mit einer Wechselwirkung miteinander beweglich.
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Im Sinne der Beschreibung handelt es sich bei einem „Gleitlager“ um ein Lager, bei dem die relativ zueinander sich bewegenden Teile direkten Kontakt miteinander haben.
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Im Sinne der Beschreibung kann es sich bei dem „Bauteil“, welches mit dem Gleitlager gelagert werden kann, um einen Abschnitt eines Bohrstrangs, einer Welle, eines Rohres oder eines anderen Teiles mit im Wesentlichen zylindrischer Geometrie handeln. Es können auch Linearlager gebildet werden, wobei in diesem Fall das Bauteil jede erdenkliche Geometrie in Bezug auf das Querprofil bzw. den Querschnitt haben kann. Es sind vierkantförmige, sechskantförmige oder Polygonprofile möglich.
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Im Sinne der Beschreibung umfasst der Begriff „Gehäuse“ ein Bauteil, welches zumindest teilweise die Gleitlagersegmente umfangsseitig umgibt. Die Gleitlagersegmente können ihrerseits in dem Gehäuse gelagert sein. Es ist beispielsweise möglich, dass die Gleitlagersegmente in dem Gehäuse bezüglich einer Bewegung geführt werden können.
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Die Gleitlagersegmente weisen jeweils eine Gleitlagersegmentfläche auf, die in Anlage mit dem beweglichen langgestreckten Bauteil gelangen kann, um das Bauteil zu lagern. Mittels der Gleitlagersegmentfläche kann das Bauteil abschnittsweise entlang seines Umfangs gelagert werden. Durch die segmentmäßige Unterteilung der Gleitlagerfläche ist es prinzipiell möglich, das Gleitlager an unterschiedliche Durchmesser des zu lagernden Bauteils anzupassen. Die Gleitlagersegmente sind bezogen auf die Längserstreckung des Gleitlagers auf die Längsachse hin bzw. von dieser weg beweglich. Der Mittelpunkt liegt im Wesentlichen auf der Längsachse. Die Längsachse umfasst den Mittelpunkt. Dadurch, dass die Gleitlagersegmente radial zum Mittelpunkt bezogen auf den Querschnitt des Gleitlagers mit einer Wechselwirkung miteinander beweglich sind, können die Gleitlagersegmente die Bohrungsgröße bezogen auf den Mittelpunkt des Gleitlagers bzw. des zu lagernden Bauteils ändern und die Lagerfunktion kann in alle Richtungen gewährleistet sein.
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Im Sinne der Beschreibung wird eine „Wechselwirkung“ der Gleitlagersegmentflächen miteinander derart verstanden, dass die Gleitlagersegmente bzw. Gleitlagersegmentflächen sich im Wesentlichen in einem Abstand zum Mittelpunkt einstellen, der im Wesentlichen für die Lagersegmentflächen gleich ist. Toleranzbedingte Unterschiede können beispielsweise durch die Ausgestaltung der Gleitlagersegmentfläche gegeben sein, aber alle Gleitlagersegmentflächen werden in Bezug auf das zu lagernde Bauteil zubewegt, wobei eine Kraft auf die Gleitlagersegmentflächen bzw. Gleitlagersegmente ausgeübt wird, die für alle mit dem Bauteil in Kontakt gelangenden Gleitlagersegmente im Wesentlichen gleich ist. Der Begriff „Wechselwirkung“ umfasst damit auch eine nicht unmittelbare, sondern mittelbare Wechselwirkung mittels des zu lagernden Bauteils.
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In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Wechselwirkung derart, dass die Länge der radialen Bewegung für die Gleitlagersegmente im Wesentlichen gleich ist. Dabei wird die Länge der radialen Bewegung bezogen auf den Mittelpunkt des Gleitlagers betrachtet. Die Gleitlagersegmentflächen können einen im Wesentlichen gleichen Abstand vom Mittelpunkt einnehmen. Hierdurch kann erreicht werden, dass die Lagerung des Bauteils in alle Richtungen umfangsseitig im Wesentlichen gleich ist.
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In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Gleitlagersegmente mittels eines in den Gleitlagersegmenten angeordneten elastischen Elements und/oder eines Drucks vorgespannt. Mittels eines elastischen Elements für alle Gleitlagersegmente kann eine gleichmäßige Beaufschlagung der Gleitlagersegmente in Bezug auf den Mittelpunkt erreicht werden. Bei einer Ausgestaltung eines elastischen Elements, das im Wesentlichen über seine Länge bzw. den Umfang gleich ausgestaltet ist, kann eine Vereinheitlichung der auf die Gleitlagersegmente wirkenden Kraft in Bezug auf den Mittelpunkt erreicht werden. Analoges ist bei der Einstellung einer einheitlichen Kraft bzw. eines einheitlichen Drucks für alle Gleitlagersegmente möglich.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist ein O-förmiges elastisches Element um die Gleitlagersegmente angeordnet, wodurch eine relativ einfache Herstellung des Gleitlagers ermöglichst ist. Ein O-förmiges elastisches Element kann auf mehrere, bevorzugt alle, Gleitlagersegmente einwirken. Zudem ermöglicht ein O-förmiges elastisches Element einen raschen Austausch und ist ein einfaches Bauteil, was keiner komplexen Wartung bedarf. Bevorzugt können zur Vereinheitlichung der auf die Gleitlagersegmente wirkenden Kräfte zwei elastische Elemente vorgesehen sein, um die Kraft entlang der Längsachse des Gleitlagers homogener zu gestalten. Das Gleitlagersegment kann zwei zueinander in Längsrichtung beabstandete Aufnahmen für jeweils ein elastisches Element aufweisen.
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Es ist auch möglich, dass ein elastisches Mittel verwendet wird, das auf ein Gleitlagersegment einwirkt. Bei diesem elastischen Mittel kann es sich um eine (Druck-)Feder handeln, die in radialer Richtung in einem Gehäuse angeordnet ist und das jeweilige Gleitlagersegment in radialer Richtung vorspannt. Insbesondere kann für jedes Gleitlagersegment eine im Wesentlichen gleiche Vorspannung gewählt werden. Die Druckfedern können eine im Wesentlichen gleiche Federkonstante aufweisen.
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In einer bevorzugten Ausführungsform weist ein Gleitlagersegment eine kreissegmentförmige Gleitlagersegmentfläche auf, wodurch eine einfache Anpassung bzw. Verschiebung des Gleitlagersegments vom Mittelpunkt weg zu einer guten Anpassung auf unterschiedliche Werte eines Außendurchmessers des zu lagernden Bauteils ermöglicht werden kann. Durch einen geringfügigen Anfangsverschleiß der Gleitlagersegmente kann in kurzer Zeit die Anpassung an geringfügige Radiusunterschiede zwischen zu lagerndem Bauteil und Gleitlagersegmentflächen erfolgen.
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In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Gleitlagersegmente im Wesentlichen gleich ausgestaltet, wodurch ein geringer Aufwand bei der Herstellung der Gleitlagersegmente erreicht werden kann. Für jedes der im Gleitlager befindlichen Gleitlagersegmente kann ein gleiche Abmessungen und Formen aufweisendes Gleitlagersegment verwendet werden. Eine Lagerhaltung unterschiedlicher Gleitlagersegmente erübrigt sich. Herstellung und Austausch können vereinfacht werden.
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In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Gleitlagersegmente verdrehsicher geführt, so dass eine einfache Lagerung möglich ist, bei der die Gleitsegmentfläche nicht gegenüber dem Bauteil, insbesondere in Drehrichtung des Bauteils, verrutschen kann.
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In einer bevorzugten Ausführungsform weist ein Gleitlagersegment ein sich von dem Mittelpunkt weg erstreckenden Vorsprung auf, der in eine Ausnehmung eingreift und/oder ein Gleitlagersegment weist eine Ausnehmung auf, in die ein sich zum Mittelpunkt hin erstreckender Vorsprung des Gehäuses eingreift. Hierdurch kann eine einfache Lagerung der Gleitlagersegmente erreicht werden. Es ist möglich, den Vorsprung bzw. die Führungsausnehmung derart zu gestalten, dass hierdurch eine Verdrehsicherung erreicht wird. Beispielsweise kann hierdurch erreicht werden, dass die Gleitlagersegmente in Drehrichtung des Bauteils nicht mitgedreht werden. Der Vorsprung kann einstückig mit dem jeweiligen Element des Gleitlagers ausgebildet sein. Der Vorsprung kann auch als Bauelement mit dem jeweiligen Element verbunden werden.
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Der Vorsprung kann als Feder in eine Nut bzw. Ausnehmung im Gehäuse eingreifen. Die Feder bzw. Ausnehmung kann als Umlagehilfe verwendet werden. Der Vorsprung bzw. mehrere Vorsprünge kann/können zu einer Ausnehmung bzw. mehreren Ausnehmungen im Gehäuse so positioniert werden, dass der Vorsprung/die Vorsprünge in die Ausnehmung/die Ausnehmungen eingeschoben werden können, wobei die Einschubrichtung quer zur Bewegungsrichtung bzw. Vorspannungsrichtung der Gleitlagersegmente ist. Die Ausnehmung/Ausnehmungen kann/können als stirnseitig offene Ausnehmung/Ausnehmungen ausgestaltet sein. Zur Fixierung der Gleitlagersegmente längs der Längsachse kann eine Deckplatte bzw. Abschlussplatte vorgesehen sein, die im Gehäuse verrasten kann und die Gleitlagersegmente in achsialer Richtung im Wesentlichen fixiert. Eine Verrastung kann mittels Rastnasen an der Deckplaatte bzw. Abschlussplatte in Rastausnehmungen im Gehäuse erfolgen. Die Deckplatte kann insbesondere die Ausnehmung/Ausnehmungen im Gehäuse in axialer Richtung verschließen, um einen Schmutzeintritt in das Gleitlager zu vermindern.
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Zur weiteren Stabilisierung der Gleitlagersegmente im Gleitlager können diese mittels Stiften, insbesondere in Umfangsrichtung, miteinander verbunden sein. Hierbei können die Gleitlagersegmente mittels einer Stift-Ausnehmung-Paarung zwischen zwei in Umfangsrichtung benachbarten Gleitlagersegmenten stabilisiert werden. Ein Stift kann in einer Ausnehmung eines oder beider der Gleitlagersegmente eingreifen. Es ist möglich, dass ein Stift an einem Gleitlagersegment fest verbunden vorliegt. Es ist auch möglich, dass der Stift separat bzw. lösbar von beiden Gleitlagersegmenten vorliegt. Hierdurch können miteinander wechselwirkende Führungselemente ausgebildet sein.
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Die Erfindung schafft auch eine Erdbohrvorrichtung, welche ein Gleitlager, welches in der Beschreibung beschrieben ist, aufweist. Hierdurch wird eine relativ zum Gleitlager bewegliche Welle geführt. Das beschriebene Gleitlager kann dabei sowohl als Radiallager als auch als Linearlager wirken.
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Die Erfindung schafft auch ein Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagers zum Lagern eines beweglichen langgestreckten Bauteils. Gleitlagersegmentflächen werden verwendet, die auf einen Mittelpunkt hin vorgespannt werden. Die Gleitlagersegmentflächen werden derart gekoppelt, dass die Gleitlagersegmentflächen bei einer radialen Bewegung bezüglich des Mittelpunkts miteinander wechselwirken.
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Hierdurch kann ein einfaches aufgebautes Gleitlager hergestellt werden, welches eine toleranzbedingte Anpassung auf den Außendurchmesser des zu lagernden beweglichen Bauteils ermöglicht.
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Insbesondere kann als Werkstoff für eine Gleitlagersegmentfläche ein Gleitlagerwerkstoff verwendet werden. Insbesondere für die Gleitlagersegmentfläche, aber auch für das gesamte oder auch mehr als die Gleitlagersegmentfläche umfassenden Teil des Gleitlagersegments kann ein Kunststoff verwendet werden, wie er beispielsweise im Stand der Technik als Gleitlagerkunststoff oder -metall bekannt ist. Die Gleitlagersegmentfläche kann auch eine Kupferlegierung oder eine Schwerlastbronze aufweisen. Die Gleitlagersegmentfläche kann auch als PTFE-Gewebe-Gleitschicht ausgebildet sein. Als Werkstoff kann Bronze, Weißmetall, Weißmetall mit Blei, eine Aluminiumlegierung, eine Keramik, ein Kunststoff oder eine Messinglegierung verwendet werden.
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Die Gleitlagersegmentfläche und/oder das Gleitlagersegment kann ein Metall und/oder einen Kunststoff und/oder ein Kompositmaterial und/oder Keramik aufweisen. Die Verwendung eines Gleitlagerkunststoffs oder eines Gleitlagerwerkstoffs ist möglich. Zur Vereinfachung der Herstellung kann eine Gleitlagersegmentfläche im Spitzguss aus einem Kunststoff hergestellt werden. Die Herstellung einer Gleitlagersegmentfläche mittels eines 3-D-Druckverfahrens ist möglich. Auch hierdurch werden Kosten reduziert und es ist eine flexible Anpassung bzw. Herstellung der Gleitlagersegmente möglich. Die Gleitlagersegmente können einstückig mit der Gleitlagersegmentfläche ausgebildet werden. Die Herstellung der Gleitlagersegmente bzw. der Gleitlagersegmentfläche aus einem Metall, insbesondere einer Schwerlastbronze oder einer Kupferlegierung ist möglich. Hierdurch kann ein Material verwendet werden, welches einen geringen Verschleiß aufweist. Derartige Materialien sind einfach handhabbar, um eine Gleitlagersegmentfläche und/oder ein Gleitlagersegment herzustellen. Die Verwendung aller oben genannten Werkstoffe sowie eine Kombination derselben ist möglich.
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Die Erfindung schafft auch eine Verwendung eines Gleitlagers zum Lagern eines beweglichen langgestreckten Bauteils, wobei Gleitlagersegmentflächen verwendet werden, die hinsichtlich einer relativen Bewegung zum beweglichen Bauteil miteinander wechselwirken. Die relative Bewegung kann eine radiale Bewegung sein, wobei die Gleitlagersegmentflächen auf einen Mittelpunkt des Gleitlagers bezogen auf den Querschnitt des Gleitlagers hin bzw. von diesem weg bewegt werden können.
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Ausführungen zum Gleitlager, der Erdbohrvorrichtung, dem Verfahren und der Verwendung sind als einander ergänzend anzusehen.
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Der Begriff „im Wesentlichen gleich“ umfasst auch Abweichungen, die toleranzbedingt durch die Herstellung verursacht sein können, aber auch Abweichungen in der Größe, die eine Wirkung erzielen, die von der Funktion her als gleich anzusehen ist. Insbesondere kann eine Abweichung von +/- 10 % erfasst sein.
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Die vorstehenden Ausführungen stellen ebenso wie die nachfolgende Beschreibung einer beispielhaften Ausführungsform keinen Verzicht auf bestimmte Ausführungsformen oder Merkmale dar.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
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In den Zeichnungen zeigt:
- 1 eine isometrische Ansicht eines Gleitlagers in teilweise durchbrochene Darstellung;
- 2 eine längsaxiale Ansicht des Gleitlagers von 1 zur Lagerung eines Bauteils mit kleinem Durchmesser und
- 3 eine längsaxiale Ansicht des Gleitlagers von 1 zur Lagerung eines Bauteils mit großem Durchmesser.
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Die 1 zeigt in einer isometrischen, teilweise durchbrochenen Darstellung schematisch ein Gleitlager zum Lagern eines relativ zum Gleitlager beweglichen langgestreckten Bauteils. Das Bauteil kann in die Innenöffnung eingeführt werden und wird durch in einem Gehäuse 1 angeordnete Gleitlagersegmente 2 gelagert. Die Gleitlagersegmente 2 weisen jeweils eine auf den Mittelpunkt M des Gleitlagers bzw. die Mittelachse des gelagerten Bauteils gerichtete Gleitlagersegmentfläche 3 auf. Die Gleitlagersegmente 2 sind mit ihren Gleitlagersegmentflächen 3 in Richtung auf den Mittelpunkt M des Gleitlagers bzw. die Mittelachse des Bauteils hin vorgespannt. Die Gleitlagersegmentflächen 3 sind radial zum Mittelpunkt M des Gleitlagers bzw. der Mittelachse mit einer Wechselwirkung miteinander über das zu lagernde Bauteil beweglich.
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Es sind drei Gleitlagersegmente 2 umfänglich um das zu lagernde bewegliche langgestreckte Bauteil angeordnet. Das Bauteil wird im Wesentlichen in jeder Richtung um seinen Umfang gelagert. Die Gleitlagersegmentflächen 3 der Gleitlagersegmente 2 sind wie in den 2 und 3 zu sehen, kreissegmentförmig in einer Richtung quer zur Längsachse des Gleitlagers ausgebildet. Wie den 2 und 3 zu entnehmen ist, stützen die Gleitlagersegmente 2 das Bauteil in allen Richtungen ab, sowohl bei kleinerem Durchmesser des Bauteils (2) als auch bei größerem Durchmesser des Bauteils (3).
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Um die Gleitlagersegmente 2 in der Richtung des Mittelpunkts M des Gleitlagers bzw. Mittelachse des Gleitlagers vorzuspannen, sind zwei elastische Elemente 4, die als O-Ringe ausgestaltet sind, vorgesehen. Die elastischen Elemente 4 üben eine Kraft in Richtung der Mittellängsachse des Gleitlagers aus, um die Gleitlagersegmentflächen 3 näher zueinander zu bringen (Zustand wie in der 2 abgebildet). Wird ein Bauteil mit einem Durchmesser, der größer ist, in das Gleitlager eingeführt, so können die Gleitlagersegmentflächen 3 voneinander weg bewegt werden (vgl. den in 3 dargestellten Zustand). Die elastischen Elemente 4 üben dabei eine Kraft auf die Mittelachse des Gleitlagers aus, und die Gleitlagersegmentflächen 3 werden auf das zu lagernde Bauteil gedrückt. Dabei ist die Ausgestaltung der elastischen Mittel 4 derart, dass eine gleichmäßige Kraft auf die um den Umfang verteilt angeordneten Gleitlagersegmentflächen 3 ausgeübt wird. Die Gleitlagersegmentflächen 3 werden gleichmäßig in Richtung auf die Mittelachse M des Gleitlagers bzw. den Mittelpunkt des Gleitlagers gedrückt. Das als O-Ring ausgestaltete elastische Element 4 ist jeweils in einer Nut, die entlang eines Umfangs um die Mittellängsachse des Gleitlagers ausgebildet ist, angeordnet. Die zwei Nuten sind im Wesentlichen symmetrisch zur Längsachse des Gleitlagers an den Gleitlagersegmenten 2 ausgebildet. Das elastische Element 4 ist jeweils gleichmäßig um den Umfang ausgestaltet.
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Um die Gleitlagersegmente 2 bzw. die Gleitlagersegmentflächen 3 verdrehsicher in dem Gehäuse 1 zu führen, ist jedes Gleitlagersegment 2 jeweils mit einem Vorsprung 5 verbunden, der sich nach außen vom zu lagernden Bauteil weg erstreckt. Der Vorsprung 5 erstreckt sich radial von der Gleitlagersegmentfläche 3 weg. In dem Gehäuse 1 sind der äußeren Kontur der Vorsprünge 5 folgend Ausnehmungen 6 vorgesehen, in die die Vorsprünge 5 eingreifen. Die Abmessungen und die Innenkonturen der Ausnehmungen 6 im Gehäuse 1 entsprechen den Abmessungen und Außenkonturen der Vorsprünge 5 im Wesentlichen. In jedem Betriebszustand, wie er beispielsweise in der 2 für den kleinsten Durchmesser des Bauteils und in der 3 für den größten Durchmesser des zu lagernden Bauteils gezeigt ist, greift der Vorsprung 5 in eine Ausnehmung 6 ein.
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Das Gleitlagersegment 2 mit seinem Vorsprung 5 kann bei der Montage in eine stirnseitig geöffnete Ausnehmung 6 im Gehäuse 1 entlang der Längsachse des zu lagernden Bauteils eingeschoben werden. Der Vorsprung 5 kann dazu vorne abgerundet ausgestaltet sein. In der Ausführungsform der Figuren sind drei winkeläquidistant verteilte Vorsprünge 5 vorgesehen. Zur Fixierung der axialen Position des Gleitlagersegments 2 im Gehäuse 1 kann der Vorsprung 5 mit der Abrundung axial im Gehäuse 1 anschlagen und von der anderen Seite eine Deckplatte 8 im Gehäuse 1 eingeschoben werden, die mit an der Deckplatte 8 ausgestalteten Rastnasen 9 im Gehäuse 1 verrastet. Die Deckplatte 8 wird an ihrer Position in längsaxialer Richtung mittels der Rastnasen 9 verrastet und bildet eine Begrenzung in längsaxialer Richtung für die Gleitlagersegmente 2. Die Rastnasen 9 sind an gleicher umfänglicher Position angeordnet wie die Vorsprünge 5 der Gleitlagersegmente 2. Durch die Anordnung kann ein Abschluss bzw. Verschluss der Ausnehmungen 6 im Gehäuse 1 erreicht werden.
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Insbesondere der 2 und der 3 ist zu entnehmen, dass zwischen den Gleitlagersegmenten 2 eine Stift-Ausnehmung-Anordnung 7; 8 vorliegt. Eines der Gleitlagersegmente 2 kann einen Stift 7 aufweisen, der einstückig mit dem Gleitlagersegment 2 ausgebildet ist. Der Stift 7 kann in eine Ausnehmung 8 eines benachbarten Gleitlagersegments 2 eingreifen. Die Stifte 7 erstrecken sich im Wesentlichen in Umfangsrichtung des Gleitlagers. Die Ausnehmungen 8 weisen eine im Wesentlichen entsprechende Erstreckung auf und sind an dem Außenumfang der Stifte 7 angepasst. Mittels der Stifte 7 und der entsprechenden Ausnehmung 8 am benachbarten Gleitlagersegment kann eine Fixierung der Gleitlagersegmente 2 untereinander erreicht werden. Die Gleitlagersegmente 2 können mittels der Stift-Ausnehmung-Anordnung 7, 8 in im Wesentlichen Umfangsrichtung stabilisiert werden.