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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zum synchronen Wiedergeben von Audiosignalen und Videosignalen in einer Fahrgastzelle eines Fahrzeugs.
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Mit einem Audio/Video-Wiedergabesystem (A/V-Wiedergabesystem) eines Fahrzeugs können Audiosignale und Videosignale separat voneinander verarbeitet werden. Die Audiosignale und die Videosignale werden von einer Audio/Video-Quelle (A/V-Quelle) des A/V-Wiedergabesystems erzeugt und über ein Kommunikationsnetz des A/V-Wiedergabesystems an Wiedergabeeinheiten des A/V-Wiedergabesystems übertragen, die als Audiosenken, insbesondere Lautsprecher, als Videosenken, insbesondere Bildschirme, oder als Audio/Video-Senken (A/V-Senken) ausgebildet sein können. Die Audiosignale und die Videosignale sollten in einer Fahrgastzelle des Fahrzeugs synchron von den Wiedergabeeinheiten wiedergegeben werden.
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Ein in diesem Zusammenhang bekanntes Lippensynchronisationsproblem kann in einem Fahrzeug bei einer zeitgleichen Wiedergabe von Videodateien und Audiodateien an mehreren Audiosenken und Videosenken auftreten. Hierbei können beispielsweise Videodateien zeitgleich auf einem in einem vorderen Bereich der Fahrgastzelle des Fahrzeugs angeordneten, zentralen Bildschirm und auf zwei in einem hinteren Bereich der Fahrgastzelle angeordneten Bildschirmen wiedergegeben werden, während gleichzeitig eine Tonwiedergabe von zugehörigen Audiodateien über ein Hauptschallfeld bzw. lokale Hörzonen innerhalb der Fahrgastzelle erfolgt. Hierbei sind somit mehrere verschiedene Wiedergabeeinheiten für die Audiosignale und die Videosignale vorhanden, die dennoch alle gleichzeitig von der A/V-Quelle gespeist werden müssen.
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Hierbei kann wie folgt vorgegangen werden. Zunächst kann beispielsweise ein Fernsehsignal ein RAM-Steuergerät des A/V-Wiedergabesystems erreichen. Das RAM-Steuergerät kann dann eine Anzeigeeinheit/Bildwiedergabeeinheit (Media Graphics Unit, MGU) speisen, die wiederum eine für eine im hinteren Teil einer Fahrgastzelle angeordnete Wiedergabeeinheit mit den Fernsehsignalen versorgt. Dabei kommt es zu üblichen Zeitverzögerungen, da die Fernsehsignale nach ihrem Empfang durch das RAM-Steuergerät entschlüsselt, zur Weitergabe wieder verschlüsselt und beim Empfänger (MGU, RSE) schließlich wieder entschlüsselt werden müssen.
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Herkömmlich kann die Synchronisation der Bildwiedergabe mit der Tonwiedergabe auf mehreren Audiosenken und Videosenken eines A/V-Wiedergabesystems durch Zeitstempel („Presentation Time Stamps“; PTS) erreicht werden, die sich Decoder des A/V-Wiedergabesystems gegenseitig mitteilen. Dies geschieht bei solchen dynamischen A/V-Wiedergabesystemen zur Laufzeit („on-the-fly“). Eine derartige Synchronisation ist beispielsweise aus
US 8 606 070 B2 bekannt. Hier werden Verzögerungen in der Datenübertragung während der Laufzeit erfasst und der A/V-Quelle des A/V-Wiedergabesystems mitgeteilt („in-band signaling“). Hinzukommen kann eine entsprechende Kommunikation während der Übertragung zwischen den Wiedergabeeinheiten („out-of-band signaling“) des A/V-Wiedergabesystems. Die Anpassung der Übertragungsparameter zur Laufzeit kann zu ungewünschten Störungen, beispielsweise Sprüngen oder Pausen, bei der Bildwiedergabe und/oder der Tonwiedergabe führen, insbesondere wenn sich eine weitere Wiedergabeeinheit, beispielsweise ein Tablet oder ein Smartphone, an dem A/V-Wiedergabesystem anmeldet oder sich von dem A/V-Wiedergabesystem abmeldet.
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Eine Aufgabe der Erfindung ist es, die synchrone Wiedergabe von Audiosignalen und Videosignalen in einer Fahrgastzelle eines Fahrzeugs zu optimieren.
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Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind insbesondere in den abhängigen Patentansprüchen wiedergegeben, die jeweils für sich genommen oder in unterschiedlicher Kombination miteinander einen Aspekt der Erfindung darstellen können.
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Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum synchronen Wiedergeben von Audiosignalen und Videosignalen in einer Fahrgastzelle eines Fahrzeugs umfasst die Schritte:
- – Erfassen einer individuellen Übertragungsdauer einer Übertragung eines Datensignals von einer A/V-Quelle eines A/V-Wiedergabesystems des Fahrzeugs an eine Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems für jede Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems;
- – Erfassen einer individuellen Verarbeitungsdauer einer Signalverarbeitung des Datensignals durch die Wiedergabeeinheit für jede Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems; und
- – Festlegen einer individuellen Verzögerungszeit für jede Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems auf Basis der bezüglich der jeweiligen Wiedergabeeinheit erfassten individuellen Übertragungsdauer und individuellen Verarbeitungsdauer.
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Erfindungsgemäß wird eine automatische Festlegung von individuellen Verzögerungszeiten für jede Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems vorgeschlagen, um eine synchrone Wiedergabe von Audio- und/oder Videodatensignalen auf allen Wiedergabeeinheiten zu erreichen. Dazu werden vorab die individuelle Übertragungsdauer und die individuelle Verarbeitungsdauer für jede Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems erfasst. Eine individuelle Verarbeitungsdauer ist dabei insbesondere durch die erforderlichen Signalverarbeitungsprozesse durch die jeweilige Wiedergabeeinheit bestimmt.
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Das Erfassen einer individuellen Übertragungsdauer kann durch eine Messung erfolgen. Die Erfassung der individuellen Verarbeitungsdauer kann dadurch erfolgen, dass die individuelle Verarbeitungsdauer gemessen, von der Wiedergabeeinheit automatisch abgefragt oder von dieser automatisch gemeldet wird. Die individuelle Verarbeitungsdauer kann in der jeweiligen Wiedergabeeinheit hinterlegt sein.
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Einem Automobilhersteller ist das eigene Audiosystem, insbesondere dessen Anzahl an Audiowiedergabeeinheiten, dessen Anzahl an Schnittstellen und dessen Verzögerungszeiten gut bekannt. Das Audiosystem ist meist nicht dynamisch, so dass der Automobilhersteller die Parameter der Datenübertragung zwischen einer A/V-Quelle und den Audiowiedergabeeinheiten bislang auch per Hand einstellen konnte. Eine derartige manuelle Einstellung der Synchronisation zwischen Audiowidergabe und Videowiedergabe ist jedoch bei A/V-Wiedergabesystemen mit mehreren A/V-Quellen und Wiedergabeeinheiten aufgrund der damit verbundenen Kombinatorik mit einem hohen Aufwand verbunden. Zudem wachsen die Anforderungen stetig, so dass die Anpassung des Audiosystems automatisch erfolgen sollte, und zwar nicht über einen Decoder zur Laufzeit, sondern vorab durch einen Algorithmus im Audiosystem entsprechend der vorliegenden Erfindung. Eine feste Übertragungszeit kann herkömmlich mit Hilfe der AVB-Technologie garantiert werden. Allerdings treten abhängig vom Anwendungsfall weitere Signalverzögerungen auf, die beispielsweise durch eine Verschlüsselung, eine Entschlüsselung, eine Filterung und dergleichen der übertragenen Datensignale begründet sein können.
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Der entscheidende Unterschied der Erfindung zum Stand der Technik besteht darin, dass die individuellen Verzögerungen nicht zur Laufzeit abgeglichen werden müssen, sondern nur einmal vorab, da das A/V-Wiedergabesystem als bekannt und statisch angesehen wird. Dies schont Ressourcen und ermöglicht eine einfache, aber stabile Synchronisation der Audiosignale mit den Videosignalen.
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Gemäß der Erfindung wird mit Zeitdifferenzen gearbeitet, was den Vorteil hat, dass beteiligte Datenverarbeitungsgeräte des A/V-Wiedergabesystems nicht notwendigerweise synchrone Uhren aufweisen müssen. Die wesentliche Voraussetzung für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, dass alle am Datenfluss beteiligten Komponenten des A/V-Wiedergabesystems eine vorhersagbare Verarbeitungszeit für ihren jeweiligen Arbeitsschritt benötigen.
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Erfindungsgemäß können also individuelle Verzögerungszeiten ausgeglichen werden, die aus den reinen individuellen Übertragungszeiten und aus den individuellen Verarbeitungszeiten stammen. In Abhängigkeit der individuellen Übertragungsdauern und der individuellen Verarbeitungsdauern können die individuellen Verzögerungszeiten festgelegt werden, was es insbesondere erlaubt, weitere Wiedergabeeinheiten dynamisch und artefaktfrei zuzuschalten oder abzuschalten. Dies ist von Vorteil bei A/V-Wiedergabesystemen, bei denen Systemparameter, beispielsweise die Anzahl an vorhandenen Wiedergabeeinheiten, unbekannt sind und sich laufend ändern können.
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Eine Wiedergabeeinheit kann erfindungsgemäß als reine Audiowiedergabeeinheit, als reine Videowiedergabeeinheit oder als kombinierte A/V-Wiedergabeeinheit ausgebildet sein. Ein Datensignal kann erfindungsgemäß ein reines Audiosignal, ein reines Videosignal oder ein kombiniertes A/V-Videosignal sein.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung erfolgt das Festlegen der individuellen Verzögerungszeiten bei Inbetriebnahme des A/V-Wiedergabesystems oder vor jedem Verbindungsaufbau zwischen der A/V-Quelle und den Wiedergabeeinheiten. Ersteres ist ressourcensparender, wohingegen Letzteres eine möglichst aktuelle Anpassung des A/V-Wiedergabesystems an dessen momentane Systemparameter sicherstellt.
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Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird die individuelle Verarbeitungsdauer einer nachträglich in das A/V-Wiedergabesystem integrierten Wiedergabeeinheit automatisch erfasst. Hierdurch ist es insbesondere möglich, dass zur Laufzeit des A/V-Wiedergabesystems neue, unbekannte Komponenten, beispielsweise Tablets oder Smartphones, dynamisch zugeschaltet werden. Solange diese Komponenten die jeweils durch sie erzeugte individuelle Verarbeitungsdauer an eine Datenverarbeitungseinheit zum Steuern und/oder Regeln einer Datenkommunikation zwischen der A/V-Quelle und den Wiedergabeeinheiten, beispielsweise einen Audiomanager, melden, können diese Komponenten auch in die lippensynchrone Wiedergabe einbezogen werden, indem für die jeweilige Komponente eine individuelle Verzögerungszeit festgelegt wird. Hierzu wird vorzugsweise auch die individuelle Übertragungsdauer bezüglich der weiteren Wiedergabeeinheit erfasst.
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Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass eine Datenverbindung zwischen der A/V-Quelle und einer Wiedergabeeinheit hergestellt wird, wenn ein Datensignal innerhalb einer vorgegebenen Ziel-Verzögerungszeit von der Wiedergabeeinheit wiedergegeben werden kann. Hierdurch können dynamisch zusätzliche Wiedergabeeinheiten zugeschaltet und bereits verbundene Wiedergabeeinheiten abgeschaltet, ohne dass Artefakte bei der Bildwiedergabe und/oder der Tonwiedergabe auftreten. Es ist keine herkömmliche Abstimmung pro Verbindung zwischen einer A/V-Quelle und einer Wiedergabeeinheit erforderlich. Es kann eine optimale Ziel-Verzögerungszeit für die A/V-Synchronisation mit minimaler Latenz aus den individuellen Übertragungsdauern und den individuellen Verarbeitungsdauern ermittelt bzw. berechnet werden. Die Ziel-Verzögerungszeit kann durch die A/V-Quelle oder eine weitere Datenverarbeitungseinheit vorgegeben werden.
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Vorteilhafterweise wird der Wiedergabeeinheit eine Pufferzeit vorgegeben, wenn das Datensignal nicht innerhalb der Ziel-Verzögerungszeit von der Wiedergabeeinheit wiedergegeben werden kann. Hierdurch wird sichergestellt, dass alle Wiedergabeeinheiten das ihnen jeweilig zugeführte Datensignal synchron wiedergeben. Daher können dynamisch zusätzliche Wiedergabeeinheiten zugeschaltet und bereits verbundene Wiedergabeeinheiten abgeschaltet werden, ohne dass Artefakte bei der Bildwiedergabe und/oder der Tonwiedergabe auftreten.
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Es ist des Weiteren von Vorteil, wenn als Ziel-Verzögerungszeit ein Wert zwischen etwa 100 ms und etwa 200 ms gewählt wird. Dadurch können auch interaktive A/V-Quellen verwendet werden. Für nicht-interaktive Quellen ist die Latenz weniger wichtig, jedoch sollten die Puffer der Wiedergabeeinheiten im Hinblick auf Ressourcen nicht unnötig groß dimensioniert werden.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird von der A/V-Quelle eine in einem ungünstigsten Fall („worst case“) bei einer gegebenen Konfiguration des A/V-Wiedergabesystems erforderliche Verzögerungszeit vorgegeben, wobei diese Verzögerungszeit als minimale Ziel-Verzögerungszeit verwendet wird. Beispielsweise kann ein Audiomanager des A/V-Wiedergabesystems für jede A/V-Quelle eine Worst-Case-Verzögerungszeit aus der aktuell bekannten Systemkonfiguration berechnen. Diese Worst-Case-Verzögerungszeit kann als minimale Ziel-Verzögerungszeit verwendet werden, die alle möglichen Anwendungsfälle der A/V-Quelle abdeckt.
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Ein erfindungsgemäßes System zum synchronen Wiedergeben von Audiosignalen und Videosignalen in einer Fahrgastzelle eines Fahrzeugs umfasst
- – wenigstens eine A/V-Quelle zum Erzeugen von Datensignalen,
- – wenigstens eine Audiowiedergabeeinheit zum Empfangen und Verarbeiten der Datensignale,
- – wenigstens eine Videowiedergabeeinheit zum Empfangen und Verarbeiten der Datensignale,
- – wenigstens ein die A/V-Quelle kommunikationstechnisch mit den Wiedergabeeinheiten verbindendes Kommunikationsnetz und
- – wenigstens eine Datenverarbeitungseinheit zum Steuern und/oder Regeln einer Datenkommunikation zwischen der A/V-Quelle und den Wiedergabeeinheiten,
- – wobei die Datenverarbeitungseinheit eingerichtet ist, eine individuelle Übertragungsdauer einer Übertragung eines Datensignals von der A/V-Quelle an eine Wiedergabeeinheit für jede Wiedergabeeinheit des Systems zu erfassen,
- – eine individuelle Verarbeitungsdauer einer Signalverarbeitung des A/V-Datensignals durch die Wiedergabeeinheit für jede Wiedergabeeinheit des Systems zu erfassen und
- – eine individuelle Verzögerungszeit für jede Wiedergabeeinheit des Systems auf Basis der bezüglich der jeweiligen Wiedergabeeinheit erfassten individuellen Übertragungsdauer und individuellen Verarbeitungsdauer festzulegen.
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Mit dem System sind die oben mit Bezug auf das Verfahren genannten Vorteile entsprechend verbunden. Insbesondere kann das System zur Durchführung des Verfahrens nach einer der genannten Ausgestaltungen oder einer beliebigen Kombination von wenigstens zwei dieser Ausgestaltungen verwendet werden.
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Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Datenverarbeitungseinheit eingerichtet, die individuellen Verzögerungszeiten bei Inbetriebnahme des Systems oder vor jedem Verbindungsaufbau zwischen der A/V-Quelle und den Wiedergabeeinheiten festzulegen. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit der entsprechenden Ausgestaltung des Verfahrens genannten Vorteile entsprechend verbunden.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Datenverarbeitungseinheit eingerichtet, die individuelle Verarbeitungsdauer einer nachträglich in das System integrierten Wiedergabeeinheit automatisch zu erfassen. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit der entsprechenden Ausgestaltung des Verfahrens genannten Vorteile entsprechend verbunden.
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Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass die Datenverarbeitungseinheit eingerichtet ist, eine Ziel-Verzögerungszeit vorzugeben und eine Datenverbindung zwischen der A/V-Quelle und einer Wiedergabeeinheit herzustellen, wenn ein Datensignal innerhalb der Ziel-Verzögerungszeit von der Wiedergabeeinheit wiedergegeben werden kann. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit der entsprechenden Ausgestaltung des Verfahrens genannten Vorteile entsprechend verbunden.
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Vorteilhafterweise ist die Datenverarbeitungseinheit eingerichtet, der Wiedergabeeinheit eine Pufferzeit vorzugeben, wenn das Datensignal nicht innerhalb der Ziel-Verzögerungszeit von der Wiedergabeeinheit wiedergegeben werden kann. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit der entsprechenden Ausgestaltung des Verfahrens genannten Vorteile entsprechend verbunden. Beispielsweise kann ein Audiomanager des Systems über die nötigen Informationen verfügen, um die passenden Pufferlängen vorgeben zu können.
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Es ist des Weiteren von Vorteil, wenn die Ziel-Verzögerungszeit in einem Bereich von etwa 100 ms bis etwa 200 ms liegt. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit der entsprechenden Ausgestaltung des Verfahrens genannten Vorteile entsprechend verbunden.
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Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Datenverarbeitungseinheit eingerichtet, eine in einem ungünstigsten Fall bei einer gegebenen Konfiguration des Systems erforderliche Verzögerungszeit vorzugeben und diese Verzögerungszeit als minimale Ziel-Verzögerungszeit zu verwenden. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit der entsprechenden Ausgestaltung des Verfahrens genannten Vorteile entsprechend verbunden.
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Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und der Figuren. Es zeigen:
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1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes System; und
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2 ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung der Schritte eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes Verfahren.
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1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes System 1 zum synchronen Wiedergeben von Audiosignalen und Videosignalen in einer Fahrgastzelle 8 eines Fahrzeugs.
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Das System 1 umfasst eine A/V-Quelle 2 zum Erzeugen von Datensignalen, eine Audiowiedergabeeinheit 3 zum Empfangen und Verarbeiten der Datensignale, eine Videowiedergabeeinheit 4 zum Empfangen und Verarbeiten der Datensignale, ein die A/V-Quelle 2 kommunikationstechnisch mit den Wiedergabeeinheiten 3 und 4 verbindendes Kommunikationsnetz 5 und eine Datenverarbeitungseinheit 6 zum Steuern und/oder Regeln einer Datenkommunikation zwischen der A/V-Quelle 2 und den Wiedergabeeinheiten 3 und 4. Die von der A/V-Quelle 2 erzeugten Datensignale können beispielsweise Fernsehsignale sein. Das Kommunikationsnetz 5 kann kabelgebunden oder zumindest teilweise kabellos ausgeführt sein. Die Wiedergabeeinheit 4 umfasst eine nicht gezeigte Bildwiedergabeeinheit, beispielsweise ein Display oder dergleichen. Die Wiedergabeeinheit 4 kann auch als Touchscreen ausgebildet sein, wobei eine bidirektionale Datenkommunikation zwischen der A/V-Quelle 2 und dieser Wiedergabeeinheit 4 gegeben sein kann.
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Die Datenverarbeitungseinheit 6 ist eingerichtet, eine individuelle Übertragungsdauer einer Übertragung eines Datensignals von der A/V-Quelle 2 an eine der Wiedergabeeinheiten 3 bzw. 4 für jede Wiedergabeeinheit 3 bzw. 4 des Systems 1 zu erfassen. Zudem ist die Datenverarbeitungseinheit 6 eingerichtet, eine individuelle Verarbeitungsdauer einer Signalverarbeitung des Datensignals durch die jeweilige Wiedergabeeinheit 3 bzw. 4 für jede Wiedergabeeinheit 3 bzw. 4 des Systems 1 zu erfassen. Ferner ist die Datenverarbeitungseinheit 6 eingerichtet, eine individuelle Verzögerungszeit für jede Wiedergabeeinheit 3 bzw. 4 des Systems 1 auf Basis der bezüglich der jeweiligen Wiedergabeeinheit 3 bzw. 4 erfassten individuellen Übertragungsdauer und individuellen Verarbeitungsdauer festzulegen.
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Die Datenverarbeitungseinheit 6 kann eingerichtet sein, die individuellen Verzögerungszeiten bei Inbetriebnahme des Systems 1 oder vor jedem Verbindungsaufbau zwischen der A/V-Quelle 2 und den Wiedergabeeinheiten 3 und 4 festzulegen.
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Die Datenverarbeitungseinheit 6 kann eingerichtet sein, die Verarbeitungsdauer einer nachträglich in das A/V-Wiedergabesystem 1 integrierten Wiedergabeeinheit 7 automatisch zu erfassen.
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Die A/V-Quelle 2 kann eingerichtet sein, eine Ziel-Verzögerungszeit zu erzeugen, wobei die Datenverarbeitungseinheit 6 eingerichtet sein kann, eine Datenverbindung zwischen der A/V-Quelle 2 und einer Wiedergabeeinheit 3, 4 bzw. 7 herzustellen, wenn ein Datensignal innerhalb der Ziel-Verzögerungszeit von der Wiedergabeeinheit 3, 4 bzw. 7 wiedergegeben werden kann. Zudem kann die Datenverarbeitungseinheit 6 eingerichtet sein, der Wiedergabeeinheit 3, 4 bzw. 7 eine Pufferzeit vorzugeben, wenn das Datensignal nicht innerhalb der Ziel-Verzögerungszeit von der Wiedergabeeinheit 3, 4 bzw. 7 wiedergegeben werden kann. Die Ziel-Verzögerungszeit kann in einem Bereich von etwa 100 ms bis etwa 200 ms liegen.
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Die A/V-Quelle 2 kann eingerichtet sein, eine in einem ungünstigsten Fall bei einer gegebenen Konfiguration des Systems 1 erforderliche Verzögerungszeit vorzugeben, wobei die Datenverarbeitungseinheit 6 eingerichtet sein kann, diese Verzögerungszeit als minimale Ziel-Verzögerungszeit zu verwenden.
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2 zeigt ein Flussdiagramm zur Veranschaulichung der Schritte eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes Verfahren zum synchronen Wiedergeben von Audiosignalen und Videosignalen in einer Fahrgastzelle eines Fahrzeugs. Zur Durchführung des Verfahrens kann ein System entsprechend 1 verwendet werden.
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In Verfahrensschritt 100 wird eine individuelle Übertragungsdauer einer Übertragung eines Datensignals von einer A/V-Quelle eines A/V-Wiedergabesystems des Fahrzeugs an eine Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems für jede Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems erfasst.
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In Verfahrensschritt 200 wird eine individuelle Verarbeitungsdauer einer Signalverarbeitung des Datensignals durch die Wiedergabeeinheit für jede Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems erfasst.
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In Verfahrensschritt 300 wird eine individuelle Verzögerungszeit für jede Wiedergabeeinheit des A/V-Wiedergabesystems auf Basis der bezüglich der jeweiligen Wiedergabeeinheit erfassten individuellen Übertragungsdauer und individuellen Verarbeitungsdauer festgelegt. Das Festlegen der individuellen Verzögerungszeiten kann bei Inbetriebnahme des A/V-Wiedergabesystems oder vor jedem Verbindungsaufbau zwischen der A/V-Quelle und den Wiedergabeeinheiten erfolgen.
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Gemäß dem Verfahren kann die individuelle Verarbeitungsdauer einer nachträglich in das A/V-Wiedergabesystem integrierten Wiedergabeeinheit automatisch erfasst werden.
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Eine Datenverbindung zwischen der A/V-Quelle und einer Wiedergabeeinheit kann hergestellt werden, wenn ein Datensignal innerhalb einer vorgegebenen Ziel-Verzögerungszeit von der Wiedergabeeinheit wiedergegeben werden kann. Der Wiedergabeeinheit kann eine Pufferzeit vorgegeben werden, wenn das Datensignal nicht innerhalb der Ziel-Verzögerungszeit von der Wiedergabeeinheit wiedergegeben werden kann. Als Ziel-Verzögerungszeit kann ein Wert zwischen etwa 100 ms und etwa 200 ms gewählt werden. Von der Wiedergabeeinheit kann eine in einem ungünstigsten Fall bei einer gegebenen Konfiguration des A/V-Wiedergabesystems erforderliche Verzögerungszeit vorgegeben werden, wobei diese Verzögerungszeit als minimale Ziel-Verzögerungszeit verwendet werden kann.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- System
- 2
- A/V-Quelle
- 3
- Audiowiedergabeeinheit
- 4
- Videowiedergabeeinheit
- 5
- Übertragungssystem
- 6
- Datenverarbeitungseinheit
- 7
- Wiedergabeeinheit
- 8
- Fahrgastzelle
- 100
- Verfahrensschritt
- 200
- Verfahrensschritt
- 300
- Verfahrensschritt
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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