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Die Erfindung betrifft eine Fügevorrichtung zum Anordnen einer Dichtung an einem Getriebegehäusedeckel eines Kraftfahrzeugs, eine Dichtung für einen Getriebegehäusedeckel eines Kraftfahrzeugs, und ein Verfahren zum Anordnen einer Dichtung an einem Getriebegehäusedeckel eines Kraftfahrzeugs.
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Aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 10 2008 043 303 A1 geht ein Getrieberad mit einem Außenverzahnungsabschnitt und mit einem Mitnehmerabschnitt hervor. Es ist vorgesehen, dass an dem Getrieberad mindestens eine angespritzte Ringdichtung aus Elastomermaterial, insbesondere aus einer Gummimischung, vorgesehen ist. Solch eine Dichtungsanordnung ist bereits aus sich heraus verbesserungsfähig, wird aber insbesondere angewendet bei Kraftfahrzeugen zum Verstellen von Fenstern, Schiebedächern und in Sitzverstellmotoren. Zur Dichtung von Getriebegehäusen, insbesondere im Bereich eines Getriebegehäusedeckels, für Traktionsgetriebe, insbesondere Schaltgetriebe, Automatikgetriebe, Doppelkupplungsgetriebe oder dergleichen, sind derartige Dichtungsanordnungen nicht geeignet. Insbesondere bei solchen Anwendungen besteht Verbesserungsbedarf in Hinblick auf eine beschädigungsfreie und stabile Anordnung einer Dichtung an einem Getriebegehäusedeckel sowie die Dichtigkeit einer solchen Dichtungsanordnung.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fügevorrichtung, eine Dichtung und ein Verfahren zum Anordnen einer solchen Dichtung an einem Getriebegehäusedeckel eines Kraftfahrzeugs zu schaffen, wobei die genannten Nachteile nicht auftreten.
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Die Aufgabe wird gelöst, indem die Gegenstände der nebengeordneten Ansprüche geschaffen werden. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Die Aufgabe wird insbesondere gelöst, indem eine Fügevorrichtung zum Anordnen einer Dichtung an einem Getriebegehäusedeckel eines Kraftfahrzeugs geschaffen wird, welche einen Grundkörper aufweist, wobei der Grundkörper eine zylindermuldenförmige Aussparung aufweist, zu der konzentrisch eine den Grundkörper entlang einer Achse durchgreifende Durchführung angeordnet ist. In der Durchführung ist ein relativ zu dem Grundkörper in axialer Richtung verlagerbares, zylindersymmetrisches Stützelement geführt, wobei das Stützelement in einem endlichen Abstand, das heißt insbesondere in einem von Null verschiedenen Abstand, von einem der Durchführung abgewandten Ende des Stützelements einen Ringbund aufweist, mit dem es in der Aussparung geführt ist. Der Ringbund weist auf seiner der Durchführung abgewandten Seite eine erste Auflagefläche für eine Dichtung auf. Das Stützelement weist zwischen dem Ringbund und dem der Durchführung abgewandten Ende des Stützelements eine Umfangs-Stützfläche auf, wobei diese Umfangs-Stützfläche eingerichtet ist zur Anlage einer Lippe der Dichtung. Der Grundkörper weist an der die Aussparung aufweisenden Oberfläche eine zweite Anlagefläche für die Dichtung auf. Die Fügevorrichtung ist insbesondere eingerichtet, um eine möglichst vollflächige, stabile Anlage der Dichtung vor und während des Fügeprozesses zu ermöglichen, sodass die Dichtung beim Fügen mit dem Getriebegehäusedeckel nicht beschädigt wird. Insbesondere kann eine axial in Einpressrichtung der Dichtung weisende Lippe während des Fügevorgangs stabil an der Umfangs-Stützfläche anliegen, wobei sie bevorzugt durch die Umfangs-Stützfläche geführt wird. Dadurch wird die Gefahr eines Umklappens der Lippe beim Fügen deutlich verringert, wenn nicht sogar ganz beseitigt. Somit kann die Dichtung insbesondere im Bereich der Lippe beschädigungsfrei gefügt werden, wobei ein bevorzugt ringscheibenförmiger Dichtungskörper der Dichtung an der ersten Auflagefläche und der zweiten Auflagefläche anliegen kann, wobei insbesondere die zweite Auflagefläche während einer Relativverlagerung des Grundkörpers relativ zu dem Stützelement verwendet werden kann, um die Dichtung zu fügen, insbesondere in ihre Montageposition an dem Getriebegehäusedeckel einzupressen.
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Der Grundkörper ist vorzugsweise zylindersymmetrisch, insbesondere kreiszylindrisch ausgebildet. Er weist in der insbesondere stirnseitigen Oberfläche eine zylindermuldenförmige Aussparung auf, wobei die Aussparung eine Zylindersymmetrie aufweist, insbesondere kreiszylinderförmig ausgestaltet, und zugleich muldenförmig ist, wobei die Aussparung als Ganze den Grundkörper nicht durchgreift, sondern vielmehr einen Boden aufweist. Vorzugsweise ist die zylindermuldenförmige Aussparung konzentrisch zu dem zylindersymmetrischen Grundkörper an diesem angeordnet. Die Oberfläche, welche die zylindermuldenförmige Aussparung aufweist, ist aufgrund der zylindermuldenförmigen Aussparung ringförmig ausgebildet. Die Durchführung ist konzentrisch zu der zylindermuldenförmigen Aussparung angeordnet und durchgreift die Durchführung vollständig, wobei sie hierbei insbesondere auch den Boden der zylindermuldenförmigen Aussparung durchgreift. Dabei weist nach allem der Grundkörper als Außendurchmesser insbesondere einen ersten, größten Durchmesser auf, wobei die zylindermuldenförmige Aussparung einen zweiten, kleineren Durchmesser aufweist, wobei die Durchführung einen dritten, kleinsten Durchmesser aufweist.
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Dass das Stützelement in axialer Richtung verlagerbar ist, bedeutet insbesondere, dass es entlang der Achse verlagerbar ist, entlang welcher die Durchführung den Grundkörper durchgreift.
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Die Oberfläche des Grundkörpers, welche die Aussparung aufweist, bildet zumindest die zweite Anlagefläche, sodass die zweite Anlagefläche insbesondere ringförmig ausgebildet ist.
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Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Stützelement in der Durchführung federnd gelagert ist. Dies ermöglicht insbesondere eine Relativverlagerung des Grundkörpers und des Stützelements zueinander entgegen einer Vorspannkraft, wobei im Anschluss an den Fügevorgang das Stützelement und der Grundkörper aufgrund der Federkraft oder Vorspannung wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehren können, ohne dass es hierzu weiterer Maßnahmen bedarf. Die Fügevorrichtung ist in diesem Fall insbesondere sehr einfach anwendbar, wobei ganz besonders eine manuelle Betätigung oder eine Betätigung mittels eines einfachen Manipulators oder in einfacher Weise durch einen Roboter infrage kommt. Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass das Stützelement relativ zu dem Grundkörper – oder der Grundkörper relativ zu dem Stützelement – pneumatisch, hydraulisch, elektrisch oder in anderer Weise aktiv verlagerbar ist. Dies stellt insbesondere eine mögliche Ausgestaltung dar, wenn die Fügevorrichtung mittels eines Manipulators oder durch einen Roboter betätigt wird. Dabei kann eine besonders reproduzierbare und genauere Relativverlagerung des Stützelements und des Grundkörpers zueinander bewirkt werden.
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Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Stützelement eine zentrale Bohrung zur Aufnahme eines Getriebewellenendes aufweist. Insbesondere ist das Stützelement bevorzugt hülsenartig ausgebildet. Es weist also mit der zentralen Bohrung einen Hohlraum auf, in welchem ein Getriebewellenende einer Getriebewelle beim Fügevorgang aufgenommen werden kann. Dies ermöglicht es, die Fügevorrichtung auf das Getriebewellenende aufzufädeln und von dort her – in axialer Richtung – die Dichtung auf den Getriebegehäusedeckel zu pressen.
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Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Stützelement stirnseitig an seinem der Durchführung abgewandten Ende einen Anschlag für einen Getriebewellenringbund aufweist. Der Anschlag ist bevorzugt als ringförmige Umrandung der zentralen Bohrung ausgestaltet. Der Anschlag ermöglicht es, das Stützelement in definierter Weise, insbesondere in einer definierten Axialposition, relativ zu dem Getriebewellenende anzuordnen, wobei diese Axialposition durch den Anschlag einerseits und den Getriebewellenringbund andererseits vorgegeben wird.
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Die Aufgabe wird auch gelöst, indem eine Dichtung für einen Getriebegehäusedeckel eines Kraftfahrzeugs geschaffen wird, welche einen ringscheibenförmigen Dichtungskörper aufweist. An dem Dichtungskörper ist eine innere Lippe angeordnet, welche eine zentrale Durchtrittsöffnung für eine Getriebewelle – in Umfangsrichtung gesehen insbesondere vollständig – umgreift. Diese Lippe ist vorgesehen, um bestimmungsgemäß in montiertem Zustand der Dichtung die Getriebewelle zu umgreifen und dicht an einer äußeren Umfangsfläche der Getriebewelle anzuliegen. Insbesondere steht die Lippe axial von dem Dichtungskörper ab, wobei die Axialrichtung hier durch die Symmetrieachse des ringscheibenförmigen Dichtungskörpers sowie der zentralen Durchtrittsöffnung bestimmt ist. An einem äußeren Umfang des Dichtungskörpers ist ein axial vorstehender Kragen angeordnet. Dieser Kragen ist bestimmungsgemäß eingerichtet, um in bestimmungsgemäß montiertem Zustand in eine Ringnut des Getriebegehäusedeckels einzugreifen. Mithilfe der Dichtung kann ein Durchlass für eine Getriebewelle an einem Getriebegehäuse völlig abgedichtet werden, wobei die Lippe eine radial innere Abdichtung im Bereich der Getriebewelle und der Kragen eine radial äußere Abdichtung im Bereich der Ringnut ermöglicht. Die Lippe und der Kragen stehen über den Dichtungskörper axial in die gleiche Richtung vor, nämlich insbesondere in eine Einpressrichtung, das heißt in eine Richtung, in welche die Dichtung bestimmungsgemäß in den Getriebegehäusedeckel eingepresst wird. Die zuvor beschriebene Fügevorrichtung ermöglicht dabei insbesondere ein Einpressen der Dichtung in den Getriebegehäusedeckel, ohne dass dabei die axial vorstehende Lippe umgeklappt wird, wodurch eine beschädigungsfreie Montage der Dichtung möglich wird.
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Die Aufgabe wird auch gelöst, indem ein Verfahren zum Anordnen einer Dichtung an einem Getriebegehäusedeckel eines Kraftfahrzeugs geschaffen wird, welches folgende Schritte aufweist: Es wird eine Dichtung nach einem der vorhergehenden Ausführungsbeispiele an einer Fügevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ausführungsbeispiele derart angeordnet, dass die Lippe an der Umfangs-Stützfläche anliegt, und dass der Dichtungskörper an der ersten Anlagefläche und zugleich an der zweiten Anlagefläche anliegt, wobei die Lippe und der Kragen in axialer Richtung von der Durchführung des Grundkörpers der Fügevorrichtung wegweisen. Das Stützelement wird auf ein freies Ende einer aus einem Getriebegehäusedeckel ragenden Getriebewelle aufgesteckt, wobei das freie Ende der Getriebewelle in dem Stützelement aufgenommen wird. Das Stützelement wird also quasi auf das freie Ende der Getriebewelle aufgefädelt. Der Grundkörper wird relativ zu dem Stützelement in Richtung des Getriebegehäusedeckels – mithin in axialer Richtung – verlagert, und der Kragen der Dichtung wird in eine Ringnut des Getriebegehäusedeckels eingepresst. In Zusammenhang mit dem Verfahren ergeben sich insbesondere die Vorteile, die bereits in Zusammenhang mit der Fügevorrichtung einerseits und der Dichtung andererseits erläutert wurden. Insbesondere ermöglicht das Verfahren eine beschädigungsfreie Anordnung der Dichtung an dem Getriebegehäusedeckel, ohne dass die innere Lippe umgeklappt und damit beschädigt wird. Zugleich werden mittels der Fügevorrichtung eine axial-lineare Führung und ein lagerorientiertes Einpressen des Dichtrings ermöglicht. Insgesamt kann die Dichtung mit geringem Zeitaufwand prozesssicher an dem Getriebegehäusedeckel angebracht werden, was zugleich kostengünstig und effektiv erfolgt.
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Nach dem Einpressen der Dichtung in den Getriebegehäusedeckel wird die Fügevorrichtung von dem Getriebegehäusedeckel wegverlagert, wobei der Grundkörper und das Stützelement relativ zueinander wieder in ihre Ausgangsposition zurückverlagert werden, vorzugsweise aufgrund einer Federvorspannung, die insbesondere aufgrund des bevorzugt federnd gelagerten Stützelements bereitgestellt wird.
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Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Stützelement auf das freie Ende der Getriebewelle geschoben wird, bis die Getriebewelle mit einem Getriebewellenringbund an dem Anschlag des Stützelements anschlägt. Auf diese Weise kann die Fügevorrichtung in einer definierten Axialposition an der Getriebewelle und damit zugleich an dem Getriebegehäuse und dem Getriebegehäusedeckel angeordnet werden.
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Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Fügevorrichtung unmittelbar manuell, das heißt insbesondere handgeführt, mittels eines Manipulators, oder durch einen Roboter betätigt wird. Die Fügevorrichtung ist also insbesondere eingerichtet zur Handmontage oder auch zur automatisierten Montage, wobei das Verfahren vorzugsweise per Hand oder automatisiert durchgeführt wird.
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Es zeigt sich insbesondere Folgendes: Im Rahmen des Verfahrens wird bevorzugt zuerst die Dichtung auf das Stützelement gesteckt, bis sie an den jeweiligen Auflagen anliegt. Der Kragen wie auch die an dem Ringscheibenlochrand der Dichtung ausgebildete Dichtlippe weisen axial von dem Grundkörper der Fügevorrichtung weg. Die Fügevorrichtung wird dann auf das Getriebewellenende aufgefädelt, wobei die zentrale Bohrung des Stützelements das Getriebewellenende aufnimmt. Das Stützelement schlägt schließlich mit seinem Anschlag an dem Getriebewellenringbund an, wonach bei weiterer Axialbewegung in Richtung des Getriebegehäusedeckels, insbesondere bei einer weiteren Abwärtsbewegung, sich der Grundkörper relativ zu dem Stützelement in axialer Richtung bewegt. Hierbei wird die Dichtung von dem Stützelement geschoben und einerseits mit der Lippe von diesem geführt an die Welle angelegt, wobei die Lippe insbesondere von der Umfangs-Stützfläche geführt wird, und wobei andererseits die Dichtung mit dem Kragen in die Ringnut des Getriebegehäusedeckels gepresst wird. Aufgrund der straffen Führung an der Umfangs-Stützfläche wird die Lippe nicht umgeklappt und somit auch nicht beschädigt. Nach erfolgtem Vorgang wird die Fügevorrichtung einfach wieder abgenommen, wobei sich das Stützelement – insbesondere elastisch – in seine Ausgangslage zurückstellt.
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Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert.
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Dabei zeigen:
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1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Fügevorrichtung zum Anordnen einer Dichtung an einem Getriebegehäusedeckel eines Kraftfahrzeugs und
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2 eine Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels der Fügevorrichtung mit einem daran angeordneten Ausführungsbeispiel einer Dichtung, und einen Getriebegehäusedeckel.
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1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Fügevorrichtung 1 zum Anordnen einer in 2 dargestellten Dichtung 3 an einem ebenfalls in 2 dargestellten Getriebegehäusedeckel 5 eines nicht dargestellten Kraftfahrzeugs, wobei – zurückkommend auf 1 – die Fügevorrichtung 1 einen Grundkörper 7 aufweist, der vorzugsweise zylindrisch ausgebildet ist, wobei der Grundkörper 7 in einer Oberfläche 9 eine zylindermuldenförmige Aussparung 11 aufweist, zu der konzentrisch eine den Grundkörper 7 durchgreifende Durchführung 13 angeordnet ist, welche den Grundkörper entlang einer in 1 vertikalen Achse durchgreift. Die Aussparung 11 selbst durchgreift den Grundkörper 7 nicht vollständig, sondern weist vielmehr einen Boden 15 auf, den wiederum die Durchführung 13 durchgreift. Insbesondere weist die Durchführung 13 einen kleineren Durchmesser auf als die Aussparung 11.
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In der Durchführung 13 ist ein relativ zu dem Grundkörper 7 in axialer Richtung – in 1 in vertikaler Richtung – verlagerbares, zylindersymmetrisches Stützelement 17 geführt. Das Stützelement 17 weist in einem endlichen Abstand von einem der Durchführung 13 abgewandten Ende 19 des Stützelements 17 einen Ringbund 21 auf, mit dem es in der Aussparung 11 geführt ist. Dabei weist der Ringbund 21 auf seiner der Durchführung 13 ab- und dem Ende 19 zugewandten Seite eine erste Auflagefläche 23 für die Dichtung 3 auf. Das Stützelement weist zwischen dem Ringbund 21 und dem Ende 19 eine Umfangs-Stützfläche 25 auf, die eingerichtet zur Anlage einer wiederum in 2 dargestellten Lippe 27 der Dichtung 3.
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Der Grundkörper 7 weist an der die Aussparung 11 aufweisenden Oberfläche 9 eine zweite Anlagefläche 29 für die Dichtung 3 auf. Insbesondere bildet die ringförmige Oberfläche 9 die dann ebenfalls ringförmige zweite Auflagefläche 29. Auch die erste Auflagefläche 23 an dem Ringbund 21 ist ringförmig ausgebildet.
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Das Stützelement 17 ist in der Aussparung 11 bevorzugt federnd gelagert, wobei es zum Beispiel möglich ist, dass unmittelbar in der Aussparung 11 ein entsprechendes Federelement angeordnet ist, welches sich beispielsweise an dem Boden 15 einerseits und dem Ringbund 21 auf dessen dem Ende 19 abgewandten Seite andererseits abstützt. Es ist aber auch möglich, dass ein solches Federelement zwischen einem an dem Stützelement 17 vorgesehenen oder mit dem Stützelement 17 verbundenen Anlageblock 31 und dem Grundkörper 7 angeordnet ist.
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Bevorzugt wird allerdings eine Ausgestaltung, bei welcher das Federelement in der Aussparung 11 angeordnet ist.
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Alternativ oder zusätzlich weist der Anlageblock 31 bevorzugt eine Anschlagsfläche 33 auf, die in entlastetem, nicht betätigtem Zustand der Fügevorrichtung 1 aufgrund der Vorspannung durch das Federelement an dem Grundkörper 7 anschlägt, wobei dann in definierter Weise die erste Auflagefläche 23 und die zweite Auflagefläche 29 miteinander fluchten, sodass die Dichtung 3 vollflächig an den Auflageflächen 23, 29 anliegen kann. In 1 ist eine aus dieser Ruhestellung ausgelenkte Funktionsstellung der Fügevorrichtung 1 dargestellt, wobei deutlich wird, dass der Ringbund 21 mit dem Stützelement 17 entgegen der Vorspannung in die Aussparung 11 hineinverlagert werden kann, wobei dann die zweite Auflagefläche 29 nicht mehr mit der ersten Auflagefläche 23 fluchtet, sondern vielmehr – in axialer Richtung gesehen – über diese übersteht, wobei auf diese Weise insbesondere die Dichtung 3 mit dem Getriebegehäusedeckel 5 gefügt werden kann. Dies wird im Folgenden noch näher erläutert.
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Jedenfalls wird die Dichtung 3 bei dem Fügevorgang durch die Fügevorrichtung 1 optimal gestützt, wobei insbesondere die Lippe 27 sicher an der Umfangs-Stützfläche 25 anliegt und durch diese geführt wird, sodass sie beim Fügen nicht umklappen kann, wodurch die Dichtung 3 unbeschädigt gefügt wird.
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Das Stützelement 17 weist eine zentrale Bohrung 35 auf, die eingerichtet ist zur Aufnahme eines Getriebewellenendes 37, welches wiederum in 2 dargestellt ist. Zurückkommend auf 1 zeigt sich wiederum, dass das Stützelement 17 stirnseitig an dem Ende 19 einen Anschlag 39 für einen wiederum in 2 dargestellten Getriebewellenringbund 41 aufweist.
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2 zeigt eine Darstellung des Ausführungsbeispiels der Fügevorrichtung 1 gemäß 1 mit einem Ausführungsbeispiel einer Dichtung 3 und dem Getriebegehäusedeckel 5. Gleiche und funktionsgleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, sodass insofern auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird. Die Dichtung 3 weist insbesondere einen ringscheibenförmigen Dichtungskörper 43 auf, an dem die Lippe 27 als innere, eine zentrale Durchtrittsöffnung für die Getriebewelle 38 umgreifende Lippe angeordnet ist. An einem äußeren Umfang des Dichtungskörpers 43 ist ein axial vorstehender Kragen 45 angeordnet, der axial in die gleiche Richtung vorsteht wie die Lippe 27, in 2 nämlich nach oben, wobei der Kragen 45 insbesondere eingerichtet ist, um in eine Ringnut 47 des Getriebegehäusedeckels 5 eingepresst zu werden.
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Zum Anordnen der Dichtung 3 an dem Getriebegehäusedeckel 5 wird diese nun zunächst an der Fügevorrichtung 1 derart angeordnet, dass die Lippe 27 an der Umfangs-Stützfläche 25 des Stützelements 17 anliegt, wobei der Dichtungskörper 43 sowohl an der ersten Auflagefläche 23 als auch an der mit dieser fluchtenden zweiten Auflagefläche 29 anliegt. Die Lippe 27 und der Kragen 45 weisen dann – in axialer Richtung gesehen – von der Durchführung 13 der Fügevorrichtung 1 weg. Anschließend wird das Stützelement 17 auf das freie Getriebewellenende 37 aufgesteckt oder aufgefädelt, wozu die Fügevorrichtung 1 mitsamt der Dichtung 3 im Vergleich zu der Darstellung gemäß 2 um 180° gedreht wird. Das Getriebewellenende 37 wird dabei in der zentralen Bohrung 35 des Stützelements 17 aufgenommen. Das Stützelement 17 wird dabei soweit auf das Getriebewellenende 37 aufgeschoben, dass der Getriebewellenringbund 41 an dem Anschlag 39 anschlägt.
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Wird die Fügevorrichtung 1 weiter in axialer Richtung auf den Getriebegehäusedeckel 5 zu verlagert, wird das Stützelement 17 durch den Anschlag 39 an dem Getriebewellenringbund 41 an einer weiteren axialen Verlagerung gehindert, sodass vielmehr nur noch der Grundkörper 7 relativ zu dem Stützelement 17 weiter nach unten auf den Getriebegehäusedeckel 5 zu verlagert wird. Hierbei wird der Kragen 45 durch die zweite Auflagefläche 29 in die Ringnut 47 eingepresst. Zugleich wird dabei die Lippe 27 von der Umfangs-Stützfläche 25 herunter- und auf die Getriebewelle 38 aufgeschoben, sodass sie anschließend an dieser dicht anliegt. Allerdings wird die Lippe 27 durch die Umfangs-Stützfläche während des Einpressvorgangs sicher geführt, sodass sie nicht umklappen kann. Insbesondere dadurch ist ein beschädigungsfreies Fügen der Dichtung 3 an dem Getriebegehäusedeckel 5 möglich.
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Die Betätigung der Fügevorrichtung 1 erfolgt bevorzugt unmittelbar manuell, vorzugsweise handgeführt, mittels eines Manipulators, oder durch einen Roboter.
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Insgesamt zeigt sich, dass mit der hier vorgeschlagenen Fügevorrichtung 1, der Dichtung 3 und dem Verfahren eine sehr gute Abdichtung eines Getriebegehäusedeckels 5 erreicht werden kann, wobei die Dichtung 3 kostengünstig, prozesssicher und effektiv an dem Getriebegehäusedeckel 5 angeordnet werden kann.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102008043303 A1 [0002]