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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schutz mindestens einer Batterie eines Fahrzeugs bei einem Aufprall. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung einen Schalldämpfer und ein Abgassystem.
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Hybride Fahrzeuge werden sowohl durch eine Brennkraftmaschine als auch durch einen Elektromotor angetrieben. Zum Versorgen des Elektromotors ist eine Batterie notwendig, die aufgrund von in der Batterie gespeicherter Energie und zur Füllung der Batterie verwendeten umweltgefährdenden Substanzen bei einem Unfall ein Risiko darstellt.
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Zum Schutz von Batterien in Fahrzeugen sind im Stand der Technik Verfahren und Vorrichtungen beschrieben.
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In der deutschen Druckschrift
DE 10 2012 000 622 A1 wird eine Batterieanordnung offenbart, die eine Anzahl Batteriezellen umfasst, die über einen Zwischenraum voneinander beabstandet sind, wobei in dem Zwischenraum eine Verstärkungsstrebe angeordnet ist. Dabei ist vorgesehen, dass die Verstärkungsstrebe ein Deformationselement aufweist.
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Die deutsche Druckschrift
DE 10 2014 215 164 A1 offenbart ein Hybridfahrzeug mit einer Abgasanlage, die durch eine Wanne einer Batterie läuft, und die mittels eines Prallblechs bei einem Unfall vor einem Kontakt mit der Batterie geschützt wird.
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Eine Anbaustruktur für Hochspannungskomponenten eines Fahrzeugs mit einem Abgasschalldämpfer, der im unmittelbaren Nahbereich einer Antriebsbatterie verläuft, ist in der europäischen Druckschrift
EP 14 79 567 A1 offenbart.
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In der Druckschrift
DE 10 2014 220 972 A1 wird ein Fahrzeug mit einem Hybridantrieb vorgestellt, dessen Traktionsbatterie fondseitig an einer Unterseite eines Karosserie-Bodenblechteils angeordnet ist.
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Durch die Druckschrift
DE 10 2012 108 816 A1 wird eine Batterietragkonstruktion für ein Fahrzeug offenbart.
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Ein Kraftfahrzeug mit einem Zentralmodul zur Aufnahme von elektrischen Batterien ist in der Druckschrift
DE 10 2009 038 834 A1 offenbart.
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In der Druckschrift
DE 101 54 353 A1 wird ein Fahrzeug mit einer Schale zur Aufnahme eines Speichers für eine Energiequelle offenbart.
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Die Druckschrift
JP 2001-138 753 A offenbart ein Fahrzeug mit einer Aufnahme für eine Batterie.
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Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorgestellten Erfindung eine kostengünstige Möglichkeit zum Schützen einer Batterie eines Fahrzeugs bei einem Aufprall auf ein Heck des Fahrzeugs bereitzustellen.
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Zur Lösung der voranstehend genannten Aufgabe wird ein Verfahren zum Schutz mindestens einer Batterie eines Fahrzeugs bei einem Aufprall vorgestellt, bei dem eine Abgasanlage mit mindestens einem Schalldämpfer an dem Fahrzeug angeordnet wird, wobei der mindestens eine Schalldämpfer dazu konfiguriert ist, eine durch den Aufprall auf das Fahrzeug einwirkende Kraft zumindest teilweise zu absorbieren und/oder in einen Rahmen des Fahrzeugs abzuleiten, bevor die Kraft auf die mindestens eine Batterie einwirkt, und bei dem dem mindestens einen Schalldämpfer mittels mindestens einer an dem Fahrzeug angeordneten Stützstruktur eine Trajektorie vorgegeben wird, entlang der der mindestens eine Schalldämpfer zu bewegen ist, wenn der mindestens eine Schalldämpfer auf die mindestens eine Batterie geschoben wird, und bei dem durch den Schalldämpfer bei einer Deformation aufgrund der bei dem Aufprall einwirkenden Kraft eine Schutzzone für die mindestens eine Batterie bereitgestellt wird.
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Ausgestaltungen ergeben sich aus der Beschreibung und den abhängigen Ansprüchen.
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Das vorgestellte Verfahren dient insbesondere zum Schutz einer Batterie, wie bspw. einer Antriebsbatterie eines Elektromotors eines Fahrzeugs. Dazu ist vorgesehen, dass ein von dem Fahrzeug umfasster Schalldämpfer, d. h. ein Dämpfungselement zum Reduzieren von Schallemissionen eines Fahrzeugs, wie bspw. ein Auspuffendtopf, derart an dem Fahrzeug angeordnet wird, dass eine bei einem Unfall auf das Fahrzeug einwirkende Kraft zumindest teilweise durch den Schalldämpfer absorbiert oder in einen Rahmen des Fahrzeugs abgeleitet wird, so dass die Kraft zumindest reduziert wird oder idealerweise nicht auf die Batterie einwirkt.
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Um eine Einwirkung einer durch einen Unfall, d. h. einen Aufprall des Fahrzeugs auf einen Gegenstand oder einen Aufprall eines Gegenstands auf das Fahrzeug, bedingten Kraft auf eine jeweilige Batterie eines Fahrzeugs zu minimieren, ist insbesondere vorgesehen, dass der erfindungsgemäß vorgesehene Schalldämpfer mindestens ein Deformationselement aufweist, das sich durch die Einwirkung einer aufprallbedingten Kraft verformt und die Kraft dadurch zumindest teilweise absorbiert und/oder die Kraft zumindest teilweise in einen Rahmen des Fahrzeugs ableitet.
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Insbesondere ist vorgesehen, dass der erfindungsgemäß vorgesehene Schalldämpfer in unmittelbarer Nähe einer Batterie eines jeweiligen Fahrzeugs angeordnet wird, um als Zwischenelement bei einem Aufprall erzeugte Kräfte und dadurch in Bewegung versetzte Strukturen eines jeweiligen Fahrzeugs von einem Einwirken auf die Batterie abzuhalten und die Batterie dadurch zu schützen. Bspw. kann der Schalldämpfer quer zu einer Fahrzeuglängsachse am Heck des Fahrzeugs eingebaut werden, so dass der Schalldämpfer bei einem Aufprall eines weiteren Fahrzeugs auf das Heck des Fahrzeugs bzw. einem Aufprall des Hecks des Fahrzeug auf einen Gegenstand, durch einen Stoßfänger auf seiner kompletten Länge verformt wird und entsprechend viel der aufprallbedingten Kraft abbaut.
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In einer möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens ist vorgesehen, dass der mindestens eine Schalldämpfer mittels mindestens einer Befestigungskonsole an dem Fahrzeug befestigt wird, wobei die durch den Aufprall auf das Fahrzeug einwirkende Kraft zumindest teilweise mittels der mindestens einen Befestigungskonsole absorbiert wird.
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Durch eine Auswahl bzw. eine Gestaltung einer jeweiligen Befestigungskonsole zum Verbinden eines Schalldämpfers mit einem Fahrzeug kann eine durch die Befestigungskonsole zu absorbierende Energie und/oder ein Kraftpfad, auf den eine auf die jeweilige Befestigungskonsole einwirkende Kraft abgeleitet wird, vorgegeben werden. Durch eine Auswahl einer bspw. durch eine Anzahl Verstärkungsstreben versteifte Befestigungskonsole kann bspw. besonders viel Energie bei einem Aufprall absorbiert bzw. in mechanische Arbeit umgewandelt werden.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens ist vorgesehen, dass die mindestens eine Befestigungskonsole verwendet wird, um die bei dem Aufprall auf das Fahrzeug einwirkende Kraft zumindest teilweise in den Rahmen des Fahrzeugs abzuleiten.
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Es ist denkbar, dass jeweilige Befestigungskonsolen derart an einem jeweiligen Schalldämpfer bzw. einem jeweiligen Fahrzeug angeordnet werden, dass eine Ableitung von bei einem Aufprall wirkenden Kräften durch den Schalldämpfer in bspw. eine Rahmenstruktur des Fahrzeugs unterstützt wird. Dazu können die jeweiligen Befestigungskonsolen bspw. unmittelbar mit der Rahmenstruktur des Fahrzeugs in Kontakt stehen, so dass bei einem Aufprall eines Gegenstands auf ein Heck des Fahrzeugs der Schalldämpfer auf die Befestigungskonsolen gedrückt wird und die Befestigungskonsolen auf die Rahmenstruktur gedrückt werden. Entsprechend wird die bei dem Aufprall in den Schalldämpfer geleitete Kraft durch die Befestigungskonsolen zumindest teilweise in die Rahmenstruktur des Fahrzeugs übertragen und eine hinter dem Schalldämpfer angeordnete Batterie vor der aufprallbedingt wirkenden Kraft geschützt.
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Selbstverständlich kann eine jeweilige Befestigungskonsole auch in Richtung einer bei einem Heckaufprall wirkenden Kraft vor dem erfindungsgemäß vorgesehenen Schalldämpfer angeordnet sein und bei einem Aufprall einen Kraftpfad in einen Rahmen eines jeweiligen Fahrzeugs erzeugen, der über bzw. durch den Schalldämpfer führt.
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Insbesondere ist vorgesehen, dass eine jeweilige Befestigungskonsole zum Verbinden des erfindungsgemäß vorgesehenen Schalldämpfers mit einem jeweiligen Fahrzeug zumindest teilweise aus einem steifen bzw. hoch festen Material, wie bspw. Stahl gefertigt ist und den Schalldämpfer bei einem Aufprall eines jeweiligen Fahrzeugs in Position hält, so dass der Schalldämpfer als Deformationselement zum Schutz einer hinter dem Schalldämpfer angeordneten Batterie wirken kann.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens ist vorgesehen, dass eine Materialstärke und/oder eine Anordnung von Komponenten des mindestens einen Schalldämpfers und/oder ein Aufbau von zur Verbindung des mindestens einen Schalldämpfers mit dem Fahrzeug vorgesehenen Mitteln in ihrer Steifigkeit auf eine Deformationsstruktur des Fahrzeugs derart abgestimmt werden, dass die bei dem Aufprall auf das Fahrzeug einwirkende Kraft zumindest teilweise von dem mindestens einen Schalldämpfer und/oder der Deformationsstruktur des Fahrzeugs um einen die mindestens eine Batterie tragenden Bereich hinter dem mindestens einen Schalldämpfer herumgeleitet wird.
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Um eine Batterie eines Fahrzeugs, die insbesondere bei einem Aufprall eines weiteren Fahrzeugs auf ein Heck des Fahrzeugs in Aufprallrichtung hinter einem. Schalldämpfer des Fahrzeugs angeordnet ist, zu schützen, ist insbesondere vorgesehen, dass sich der Schalldämpfer an sich oder in Kombination mit weiteren Strukturen, wie bspw. einem Rahmen des Fahrzeugs oder einer Befestigungskonsole, bei dem Aufprall verformt und eine Schutzstruktur bildet, die ein Einwirken von bei dem Aufprall entstehenden Kräften auf die Batterie zumindest minimiert. Dazu kann bspw. vorgesehen sein, dass der Schalldämpfer mittels einer Anzahl Verstärkungsstreben und/oder einer dickwandigen Hülle besonders steif ausgestaltet wird. Dabei darf der Schalldämpfer auch nicht zu steif sein, um nicht als Blockelement zu wirken. Es ist insbesondere vorgesehen, dass die Steifigkeit des Schalldämpfers so eingestellt wird, dass der Schalldämpfer bei einem Unfall als Deformationselement wirkt, und eine beschleunigungsreduzierende Wirkung für die Batterie entfaltet.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens ist vorgesehen, dass der mindestens eine Schalldämpfer in Richtung einer bei einem Heckaufprall auf das Fahrzeug einwirkenden Kraft vor der mindestens einen Batterie des Fahrzeugs angeordnet wird, so dass die auf das Fahrzeug einwirkende Kraft vor einer Einwirkung auf die mindestens eine Batterie den mindestens einen Schalldämpfer deformiert.
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Um eine aufprallbedingt auf ein jeweiliges Fahrzeug einwirkende Energie abzubauen und selektiv ausgewählte Bereiche des Fahrzeugs vor der aufprallbedingt wirkenden Energie bzw. einer entsprechenden Kraft zu schützen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein Schalldämpfer in einem Kraftpfad zwischen einer Aufprallfläche des Fahrzeugs und einem jeweiligen ausgewählten Bereich angeordnet wird, so dass die aufprallbedingt wirkende Kraft bevor sie auf den jeweiligen ausgewählten Bereich einwirkt, zunächst den Schalldämpfer deformieren muss und dabei idealerweise vollständig abgebaut wird.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens ist vorgesehen, dass jeweilige Wandstärken von Innenelementen des Schalldämpfers derart gewählt werden, dass der Schalldämpfer sich bei dem Aufprall in einem vorgegebenen Muster faltet, wodurch eine Steifigkeit des Schalldämpfers gegenüber einem nicht gefalteten Zustand erhöht wird.
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Selbstverständlich kann auch vorgesehen sein, dass der Schalldämpfer bspw. durch eine Anordnung von Verstärkungsstreben an ausgewählten Stellen im Inneren des Schalldämpfers selektiv verstärkt wird, so dass der Schalldämpfer eine vorbestimmte Faltungsbewegung vollzieht, wenn dieser mit einer aufprallbedingten Kraft beaufschlagt wird und eine Struktur formt, die insbesondere dazu geeignet ist, eine in Aufprallrichtung hinter dem Schalldämpfer liegende Batterie zu schützen. Eine derartige Struktur kann bspw. eine Dreieckstruktur sein, an der jeweilige sich in Richtung der Batterie verschiebende Teile eines jeweiligen Fahrzeugs abgleiten und, dadurch bedingt, an einem Eindringen in die Batterie gehindert werden.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Verfahrens ist vorgesehen, dass der mindestens eine Schalldämpfer mittels mindestens einer an dem Fahrzeug angeordneten Stützstruktur an einem Abgleiten in vertikaler und/oder horizontaler Richtung gehindert wird, wenn der mindestens eine Schalldämpfer auf die Batterie des Fahrzeugs gedrückt wird.
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Eine Stützstruktur, wie bspw. eine Strebe oder eine dreidimensionale Struktur, kann den erfindungsgemäß vorgesehenen Schalldämpfer während einer Bewegung stützen und, dadurch bedingt, den Schalldämpfer zu einem Punkt, der für eine Kollision mit dem Schalldämpfer vorgesehen ist, leiten bzw. ein Abgleiten des Schalldämpfers unter ein jeweiliges Fahrzeug verhindern. Die Stützstruktur hält den Schalldämpfer in einem vorgesehenen Kraftpfad und trägt, dadurch bedingt, zum Abbau von Energie bei einem Unfall bei.
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Ferner betrifft die vorliegende Erfindung einen Schalldämpfer für ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 7, mit mindestens einer Batterie, wobei der Schalldämpfer mindestens eine Deformationsstruktur umfasst, die dazu konfiguriert ist, eine durch einen Aufprall auf das Fahrzeug einwirkende Kraft zumindest teilweise zu absorbieren und/oder in einen Rahmen des Fahrzeugs abzuleiten, bevor die Kraft auf die mindestens eine Batterie einwirkt.
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Der vorgestellte Schalldämpfer dient insbesondere zur Durchführung des vorgestellten Verfahrens.
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Um eine Beschädigung einer Batterie eines Fahrzeugs, insbesondere einer in einem Heckbereich des Fahrzeugs angeordneten Antriebsbatterie zu verhindern, kann der erfindungsgemäße Schalldämpfer mindestens eine Deformationsstruktur, wie bspw. eine Strebe, ein Schott oder eine verstärkte Hüllstruktur umfassen, die dazu geeignet ist, eine bei einem Aufprall auf das Fahrzeug erzeugte Kraft zumindest teilweise zu absorbieren und, dadurch bedingt, ein Einwirken der Kraft auf die Batterie des Fahrzeugs zumindest abzuschwächen und eine Beschleunigung der Batterie bzw. der Batteriezellen der Batterie aufgrund der aufprallbedingt wirkenden Kraft zumindest zu reduzieren.
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In einer möglichen Ausgestaltung des vorgestellten Schalldämpfers ist vorgesehen, dass die mindestens eine Deformationsstruktur ausgewählt ist aus der folgenden Liste an Deformationsstrukturen: Verstärkungsstrebe, Schott, dickwandige Hülle, Verstärkungsplatte, verstärkte Innenstruktur sowie jede weitere technisch geeignete Struktur zur Verstärkung eines Schalldämpfers.
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Es ist insbesondere vorgesehen, dass der erfindungsgemäße Schalldämpfer eine gegenüber traditionellen Schalldämpfern verstärkte Innenstruktur aufweist, die bspw. mittels einer Anzahl Schotte und/oder Streben verstärkt ist, so dass der Schalldämpfer bspw. besonders steif ist. Selbstverständlich kann der erfindungsgemäße Schalldämpfer auch mittels einer dickwandigen Hülle versteift werden, wobei die Hülle auch teilweise, bspw. mittels Verstärkungsplatten verstärkt werden kann.
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Unter einer dickwandigen Hülle ist insbesondere eine Hülle zu verstehen, die eine Dicke im Bereich zwischen 3 mm und 9 mm aufweist, wobei selbstverständlich auch eine Dicke größer 9 mm denkbar ist.
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Weiterhin kann vorgesehen sein, dass der vorgestellte Schalldämpfer mittels Verstärkungsstrukturen aus besonders steifem Material, wie bspw. Stahl oder Titan verstärkt wird.
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In der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des vorgestellten Schalldämpfers ist vorgesehen, dass die mindestens eine Deformationsstruktur derart gewählt ist, dass der Schalldämpfer bei einer Deformation aufgrund der bei dem Aufprall einwirkenden Kraft eine Schutzzone für die mindestens eine Batterie bereitstellt, indem der Schalldämpfer durch die Kraft in einem vorgegebenen Muster zu falten ist, wodurch sich eine Steifigkeit des Schalldämpfers gegenüber einem nicht gefalteten Zustand erhöht.
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Durch eine Auswahl eines Einbauortes und/oder von Materialeigenschaften einer jeweiligen Deformationsstruktur, wie bspw. einer Verstärkungsstrebe oder einem Schott, kann ein durch den erfindungsgemäß vorgesehenen Schalldämpfer aufzubringender mechanischer Widerstand gegen eine aufprallbedingt wirkende Kraft bspw. gemäß einem Muster vorgegeben werden. Dies bedeutet, dass mittels einer Anzahl Deformationsstrukturen ein Muster von Punkten bzw. Bereichen innerhalb eines jeweiligen Schalldämpfers erzeugt werden kann, an denen der mechanische Widerstand für die aufprallbedingt wirkende Kraft besonders hoch ist. Entsprechend wird die aufprallbedingt wirkende Kraft an diesen Punkten besonders stark reduziert. Weiterhin bewirkt das Muster der Punkte, an denen der mechanische Widerstand für die aufprallbedingt wirkende Kraft besonders hoch ist, dass der Schalldämpfer an diesen Punkten besonders steif ist und sich unter Einwirkung der aufprallbedingten Kraft nur wenig verformt.
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Da der Schalldämpfer sich in Bereichen, in denen keine Deformationsstrukturen vorgesehen sind, gegenüber Bereichen mit Deformationsstrukturen unter Einwirkung der aufprallbedingt wirkenden Kraft besonders stark verformt, kann durch ein Muster einer Anordnung von Deformationsstrukturen eine Bewegung bzw. eine Faltung des Schalldämpfers während einer Beaufschlagung mit der aufprallbedingt wirkenden Kraft vorgegeben werden. Dies bedeutet, dass durch eine Auswahl von Position und Stärke jeweiliger Deformationsstrukturen eine Form, in die der Schalldämpfer bei einem Aufprall gefaltet wird, vorgegeben werden kann. Entsprechend kann eine Form des Schalldämpfers vorgegeben werden, die bspw. ein Abgleiten von sich bei einem Aufprall verschiebenden Elementen ermöglicht, wie bspw. eine Dreiecksform.
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Durch die Integration von Deformationselementen bzw. Verstärkungsstrukturen in den vorgestellten Schalldämpfer wird ein für einen Schalldämpfer vorgesehener Bauraum eines Fahrzeugs sowohl zur Reduktion einer Schallemission eines Fahrzeugs als auch zum Bereitstellen eines Unfallschutzes für eine Batterie genutzt. Entsprechend ermöglicht der vorgestellte Schalldämpfer eine kompakte Ausgestaltung eines Fahrzeugs.
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Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein Abgassystem für ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 9, mit mindestens einer Batterie, wobei das Abgassystem mindestens einen Schalldämpfer umfasst, und wobei das Abgassystem dazu konfiguriert ist, eine durch einen Aufprall auf das Fahrzeug einwirkende Kraft zumindest teilweise zu absorbieren und/oder in einen Rahmen des Fahrzeugs abzuleiten, bevor die Kraft auf die mindestens eine Batterie einwirkt.
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Das vorgestellte Abgassystem dient insbesondere zur Durchführung des vorgestellten Verfahrens.
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In der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des vorgestellten Abgassystems ist vorgesehen, dass das Abgassystem mindestens eine Stützstruktur umfasst, die dem mindestens einen Schalldämpfer eine Trajektorie vorgibt, wenn der mindestens eine Schalldämpfer auf die Batterie geschoben wird.
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Mittels einer Stützstruktur, wie bspw. einer Strebe aus Stahl, die bspw. diagonal unterhalb einer jeweiligen Batterie eines Fahrzeugs angeordnet ist und die Batterie mit einem Überhang überlappt, kann dem erfindungsgemäß vorgesehenen Schalldämpfer eine Trajektorie, d. h. eine Bewegungsbahn, vorgegeben werden, auf der sich der Schalldämpfer bewegt, wenn dieser bspw. bei einem Aufprall auf die Batterie geschoben wird. Die Stützstruktur kann den Schalldämpfer insbesondere vor einem Abgleiten in vertikaler Richtung schützen.
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Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und den beiliegenden Zeichnungen.
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Es versteht sich, dass die voranstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Die Erfindung ist anhand von Ausführungsformen in den Zeichnungen schematisch dargestellt und wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen schematisch und ausführlich beschrieben.
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1 zeigt eine mögliche Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Abgassystems in einer Draufsicht.
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2 zeigt das Abgassystem aus 1 in einer Seitenansicht.
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3 zeigt eine weitere mögliche Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Abgassystems.
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Die Figuren sind zusammenhängend und übergreifend beschrieben. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche Merkmale.
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In 1 ist ein Heck eines Fahrzeugs 1 dargestellt. In dem Heck des Fahrzeugs 1 sind eine Antriebsbatterie 3 und ein Schalldämpfer 5 angeordnet. Der Schalldämpfer 5 ist quer zu einer Fahrzeuglängsachse eingebaut, so dass der Schalldämpfer 5 die Batterie 3 auf einer möglichst großen Fläche gegenüber einer bei einem Aufprall eines weiteren Fahrzeugs auf das Fahrzeug 1 wirkenden Kraft, wie sie durch Pfeil 7 angedeutet ist, abschirmt.
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Um die Batterie 3 vor der Kraft, wie sie durch Pfeil 7 angedeutet ist, zu schützen, ist der Schalldämpfer 5 in seinem Inneren durch Deformationselemente 9 in Form von Streben aus Stahl verstärkt. Dies bedeutet, dass die aufprallbedingte Kraft, wie sie durch Pfeil 7 angedeutet ist, auf ihrem Weg in Richtung der Batterie 3 zunächst auf den Schalldämpfer 5 einwirkt und diesen verformt. Dabei wirken die Deformationselemente 9 als mechanische Widerstände und reduzieren die aufprallbedingte Kraft, so dass die Batterie 3 nicht oder nur gering beschleunigt und ein Austreten von Säure aus der Batterie oder eine Explosion der Batterie vermieden wird.
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Insbesondere ist vorgesehen, dass der Schalldämpfer 5 die Kraft, wie sie durch Pfeil 7 angedeutet ist, derart absorbiert, dass die Batterie 3 lediglich unterhalb eines vorgegebenen Grenzwerts beschleunigt wird, so dass jeweilige Batteriezellen der Batterie 3 nicht durch eine übermäßige Beschleunigung zerstört werden.
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In 2 ist eine Befestigungskonsole 11 zu erkennen, mittels derer der Schalldämpfer 5 mit dem Fahrzeug 1 verbunden wird. Die Befestigungskonsole 11 umfasst ebenfalls Deformationselemente 13, die als mechanische Widerstände wirken und die aufprallbedingte Kraft, wie sie durch Pfeil 7 angedeutet ist, reduzieren.
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In 3 ist eine Anordnung einer Abgasanlage an einem Fahrzeug 15 dargestellt, bei der ein Schalldämpfer 17 mittels einer Befestigungskonsole 19 an dem Fahrzeug 15 angeordnet ist. Ferner wird eine Batterie 21 von Crashpads 23 und 25 umgeben. Bei einem Aufprall von bspw. einem weiteren Fahrzeug auf das Fahrzeug 15 wird zunächst ein Stoßfänger 27 auf einen Rahmen 29 des Fahrzeugs 15 geschoben. Weiterhin verformt sich ein Halter 37, bis schließlich das weitere Fahrzeug auf den Schalldämpfer 17 trifft. Über die Befestigungskonsole 19, die bspw. aus Stahl gefertigt ist, wird die durch das weitere Fahrzeug in das Fahrzeug 15 eingebrachte Kraft bereits teilweise in den Rahmen 29 abgeleitet und/oder durch eine Verformung der Befestigungskonsole 19 abgebaut. Wenn sich die Befestigungskonsole 19 verformt, wird der Schalldämpfer 17 auf das Crashpad 23 geschoben und entsprechend zwischen dem weiteren Fahrzeug und dem Crashpad 23 verkeilt. Um für den Fall, dass die Befestigungskonsole 19 reißt oder aus dem Rahmen 29 herausgerissen wird, ein Abgleiten des Schalldämpfers 17 unter die Batterie 21 zu verhindern, ist unter der Batterie 21 eine diagonale Strebe 31 aus bspw. Stahl angeordnet, die einen Überhang 33 von bspw. 15 mm Länge relativ zu dem Crashpad 23 bildet und, dadurch bedingt, den Schalldämpfer 17 von unten stützt, wenn dieser an dem Crashpad 23 abgleitet.
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Um die durch das weitere Fahrzeug in das Fahrzeug 15 eingebrachte Kraft abzubauen bzw. zu einem möglichst großen Teil in mechanische Energie umzuwandeln, umfasst der Schalldämpfer 17 ein Schott 35 aus bspw. Stahl, das eine Steifigkeit des Schalldämpfers 17 gegenüber traditionellen Schalldämpfern erheblich erhöht und der durch das weitere Fahrzeug in das Fahrzeug 15 eingebrachten Kraft einen entsprechend hohen mechanischen Widerstand entgegensetzt. Entsprechend muss die durch das weitere Fahrzeug in das Fahrzeug 15 eingebrachte Kraft, bevor diese auf die Batterie 21 einwirkt, zunächst den Schalldämpfer 17 und entsprechend das Schott 35 verformen und wird, dadurch bedingt, vor der Einwirkung auf die Batterie 21 entsprechend stark reduziert.