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Die Erfindung betrifft eine Anordnung eines Zierstabs an einem Dichtungsprofil für einen Türrahmen einer Fahrzeugtür gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
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Derartige Anordnungen von Zierstäben an Dichtungsprofilen für Türrahmen von Fahrzeugtüren sind aus dem allgemeinen Stand der Technik bereits hinlänglich bekannt. Bei einer solchen Anordnung ist der Zierstab ein erstes Bauelement, welches an dem Dichtungsprofil gehalten, das eine Fensterlaufschiene zum Führen einer bewegbaren Scheibe aufweist. Dabei ist das Dichtungsprofil ein zweites Bauelement. Die Fahrzeugtür ist beispielsweise eine Seitentür eines Kraftwagens, insbesondere eines Personenkraftwagens, und im fertig hergestellten Zustand des Kraftwagens an einem Aufbau, insbesondere der Karosserie, des Kraftwagens verschwenkbar gehalten. Hierbei ist die Scheibe eine Seitenscheibe, welche zwischen einer Schließstellung und wenigstens einer Offenstellung bewegbar ist. Insbesondere ist die Seitenscheibe in Fahrzeughochrichtung zwischen der Schließstellung und der Offenstellung verlagerbar.
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Durch den Türrahmen ist eine Scheibenöffnung zumindest teilweise begrenzt, wobei zumindest ein Teilbereich der Scheibenöffnung durch die Scheibe in deren Schließstellung überdeckt und somit verschlossen ist. In der Offenstellung gibt die Scheibe den Teilbereich der Scheibenöffnung frei. Bei ihrer Bewegung zwischen der Schließstellung und der Offenstellung wird die Scheibe mittels der Fensterlaufschiene geführt, so dass eine definierte und kontrollierte Bewegung der Scheibe realisiert werden kann.
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Das Dichtungsprofil wird auch dazu genutzt, die Scheibe insbesondere in ihrer Schließstellung gegen den Türrahmen abzudichten, um ein Eindringen von Wasser in den Innenraum des Kraftwagens zu vermeiden. Zur Realisierung einer vorteilhaften Dichtungsfunktion ist das Dichtungsprofil beispielsweise aus Gummi gebildet.
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Des Weiteren offenbart die
DE 30 46 457 A1 ein Heckfenster eines Kraftwagens, bei dem eine Heckscheibe über ein Dichtungsprofil in einem Ausschnitt der Karosserie des Kraftwagens gehalten ist. Durch Teile des Dichtungsprofils und einen durch das Dichtungsprofil gehaltenen Zierstab ist eine Wasserablaufrinne gebildet, derart, dass weder Dichtungsprofil noch Zierstab wesentlich über die Hülllinie der Karosserie heraus ragen.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Anordnung der eingangs genannten Art derart weiter zu entwickeln, dass eine besonders vorteilhafte Wasserführung realisiert werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch eine Anordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den übrigen Ansprüchen angegeben.
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Um eine Anordnung der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art derart weiter zu entwickeln, dass eine besonders vorteilhafte Wasserführung realisiert werden kann, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass zumindest eines der Bauelemente, insbesondere das Dichtungsprofil, mit einer Beflockung versehen ist, an welcher das andere Bauelement, insbesondere der Zierstab anliegt, wobei durch die Beflockung Hohlräume gebildet sind, in welche Wasser über wenigstens eine durch die Bauelemente begrenzte Öffnung durch Kapillarwirkung führbar ist. Mit anderen Worten ist die Öffnung durch das Dichtungsprofil und den Zierstab derart begrenzt, dass sich Kapillarkräfte ausbilden, mittels welchen Wasser wie beispielsweise Regenwasser, das über den Zierstab zur Öffnung strömt, in die Öffnung und über die Öffnung in die Hohlräume der Beflockung geführt, insbesondere eingesaugt, wird. Dann kann das durch die Kapillarkräfte beziehungsweise die Kapillarwirkung in die Öffnung, durch die Öffnung und über die Öffnung in die Hohlräume geführte Wasser entlang der Hohlräume strömen und wird somit definiert abgeführt, wobei das Wasser nicht von Luftwirbeln aus den Hohlräume herausgerissen werden kann.
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Dadurch, dass das andere Bauelement an der Beflockung anliegt beziehungsweise auf dieser ohne feste Verpressung aufliegt, kann das Wasser durch die Hohlräume hindurchgesogen werden, ohne, dass ein Wasserkanal erforderlich ist. Dadurch können unerwünschte Windgeräusche vermieden werden.
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Ferner kann dadurch beispielsweise eine übermäßige und unkontrollierte Ausbreitung des Wassers auf der beispielsweise als Seitenscheibe ausgebildeten Scheibe vermieden werden. In der Folge ist es möglich, eine besonders gute Sicht durch die Scheibe auch bei Regen zu gewährleistet. Mit Hilfe des Dichtungsprofils und des Zierstabs, insbesondere durch deren Gestaltung, kann ein Wasserweg erzeugt werden, ohne dass hierzu übermäßig aufwändige Beschnittoperationen des Dichtungsprofils erforderlich sind. Somit kann das Dichtungsprofil besonders kostengünstig hergestellt werden bei gleichzeitiger Realisierung eines besonders vorteilhaften Wasserwegs, über welchen das Wasser gezielt geführt werden kann.
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Die Anordnung hat sich besonders vorteilhaft gezeigt, wenn die Fahrzeugtür eine Seitentür eines Kraftwagens, insbesondere Personenkraftwagens, ist. Hierbei ist die Scheibe eine Seitenscheibe. Mittels der Öffnung und der Hohlräume kann Wasser, welches von der Windschutzscheibe des Kraftwagens zur Seitentür und insbesondere über den Zierstab strömt, aufgefangen werden, um ein übermäßiges Überlaufen des Wassers auf die Seitenscheibe zu verhindern. Dadurch kann für Insassen, insbesondere den Fahrer, des Kraftwagens eine besonders gute Sicht durch die Seitenscheibe nach außen und insbesondere auf einen Außenspiegel bereitgestellt werden, so dass insbesondere der Fahrer über den Außenspiegel rückwärtigen Verkehr besonders gut erkennen kann.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in der einzigen Figur alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
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Die Zeichnung zeigt in der einzigen Fig. eine schematische Schnittansicht einer Anordnung eines Zierstabs an einem Dichtungsprofil für einen Türrahmen einer Fahrzeugtür, wobei durch einer Beflockung Hohlräume gebildet sind, in welche Wasser über wenigstens eine Öffnung durch Kapillarwirkung führbar ist.
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Die einzige Fig. zeigt in einer schematischen Schnittansicht eine Anordnung eines Zierstabs 10 an einem Dichtungsprofil 12 für einen in der Fig. ausschnittsweise erkennbaren Türrahmen 14 einer Fahrzeugtür. Dabei ist die Fahrzeugtür eine Seitentür eines Kraftwagens, insbesondere eines Personenkraftwagens, und auf einer Seite des Kraftwagens angeordnet. Die Seitentür schließt sich beispielsweise in Fahrzeuglängsrichtung nach hinten an einen Windschutzscheibenrahmen und somit an eine Windschutzscheibe des Kraftwagens an. Durch den Windschutzscheibenrahmen ist eine erste Scheibenöffnung begrenzt, in welcher die Windschutzscheibe angeordnet ist. Durch den Türrahmen 14 ist eine zweite Scheibenöffnung begrenzt, wobei die Seitentür eine Scheibe in Form einer Seitenscheibe aufweist. Die Seitenscheibe ist relativ zu dem Türrahmen 14 zwischen einer Schließstellung und wenigstens einer Offenstellung bewegbar und vorliegend in Fahrzeughochrichtung verlagerbar. In der Schließstellung ist durch die Seitenscheibe zumindest ein Teilbereich der zweiten Scheibenöffnung der Seitentür überdeckt und somit verschlossen. In der Offenstellung gibt die Seitenscheibe den zweiten Teilbereich frei.
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Der Zierstab 10 ist ein erstes Bauelement, wobei das Dichtungsprofil 12 ein zweites Bauelement ist. Das vorzugsweise aus Gummi gebildete Dichtungsprofil 12 weist dabei eine Fensterlaufschiene zum Führen der bewegbaren Seitenscheibe auf. Mit anderen Worten ist beispielsweise zumindest ein Randbereich der Seitenscheibe in der Fensterlaufschiene aufgenommen, so dass die Seitenscheibe bei ihrer Bewegung zwischen der Offenstellung und der Schließstellung mittels der Fensterlaufschiene und somit mittels des Dichtungsprofils 12 geführt wird. Das Dichtungsprofil 12 dient ferner insbesondere dazu, die Seitenscheibe zumindest in ihrer Schließstellung gegen den Türrahmen 14 abzudichten, so dass ein Eindringen von Wasser in den Innenraum des Kraftwagens vermieden werden kann. Der Türrahmen 14 weist einen Flansch 16 auf, auf welchen das Dichtungsprofil 12 gesteckt ist. Hierzu weist das Dichtungsprofil 12 eine Steckaufnahme 18 auf, in welcher der Flansch 16 aufgenommen ist.
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Aus der Fig. ist ferner erkennbar, dass das Dichtungsprofil 12 ein Verstärkungselement 20 aufweist, welches in dem Gummi des Dichtungsprofils 12 aufgenommen ist. Das Verstärkungselement 20 wird auch als Inlay oder Einsatzteil bezeichnet und ist beispielsweise aus einem metallischen Werkstoff gebildet. Das Verstärkungselement 20 umgibt die Steckaufnahme 18 zumindest teilweise und sorgt – da das Verstärkungselement 20 eine höhere Steifigkeit als das Gummi des Dichtungsprofils 12 aufweist – für einen hinreichenden Formerhalt des Dichtungsprofils 12 insbesondere im Bereich der Steckaufnahme 18, so dass das Dichtungsprofil 12 sicher über die Steckaufnahme 18 auf dem Flansch 16 gehalten ist.
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Der Zierstab 10 ist eigensteif und beispielsweise aus einem Kunststoff gebildet. Vorliegend ist der Zierstab 10 formschlüssig an dem Dichtungsprofil 12 gehalten, wobei der Zierstab 10 vorliegend in das Dichtungsprofil 12 eingeklipst ist. Hierzu weist das Dichtungsprofil 12 Rastaufnahmen 22 auf, wobei der Zierstab 10 mit den Rastaufnahmen 22 korrespondierende und beispielsweise als Rastnasen ausgebildete Rastelemente 24 aufweist. Die Rastelemente 24 greifen in die Rastaufnahmen 22 ein und hintergreifen beispielsweise die Rastaufnahmen 22 zumindest teilweise begrenzende Wandungsbereiche des Dichtungsprofils 12, so dass der Zierstab 10 mit dem Dichtungsprofil 12 verrastet und dadurch formschlüssig am Dichtungsprofil 12 gehalten ist. Ferner kann dadurch eine besonders einfache Montage des Zierstabs 10 am Dichtungsprofil 12 realisiert werden, da der Zierstab 10 im Rahmen seiner Montage beispielsweise einfach in die Rastaufnahmen 22 eingeklipst wird.
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Beispielsweise bei Regen gelangt Wasser, das heißt Regenwasser auf die Windschutzscheibe. Üblicherweise wird dann ein der Windschutzscheibe zugeordneter Scheibenwischer aktiviert, mittels welchem das Regenwasser von der Scheibe gewischt wird. Hierdurch kann der Fahrer des Kraftwagens auch bei Regen sehr gut durch die Windschutzscheibe nach außen blicken. Das von der Windschutzscheibe gewischte Wasser wird mittels des Scheibenwischers zu seitlichen Randbereichen der Windschutzscheibe und des Windschutzscheibenrahmens gewischt, so dass das Wasser über den Windschutzscheibenrahmen zur Seitentür strömen kann. Das Wasser kann dabei insbesondere über den Zierstab 10 in Richtung einer in Fahrzeughochrichtung nach unten weisenden Unterkante 26 des Zierstabs 10 strömen.
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Um nun eine übermäßige Ausbreitung des über den Zierstab 10 strömenden Wassers auf der Seitenscheibe sowie eine besonders vorteilhafte Führung des Wassers zu realisieren, ist es bei der Anordnung vorgesehen, dass vorliegend das Dichtungsprofil 12 mit einer Beflockung 32 versehen ist, an welcher der Zierstab 10 insbesondere ohne feste Verpressung anliegt beziehungsweise aufliegt. Durch die Beflockung 32 sind Hohlräume gebildet sind, in welche Wasser über wenigstens eine durch die Bauelemente (Zierstab 10 und Dichtungsprofil 12) begrenzte Öffnung 30 durch Kapillarwirkung führbar ist. Die Hohlräume und insbesondere die Öffnung 30 fangen das über den Zierstab 10 ablaufende Wasser auf und transportieren dieses Wasser über Kapillarwirkung unter den Zierstab 10 in die Hohlräume, so dass das Wasser die Hohlräume durchströmen und somit ohne Beeinflussung der Sicht durch die Seitenscheibe über die Hohlräume ablaufen kann.
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Somit wird durch das als Türrahmenverkleidung fungierende Dichtungsprofil 12 und den darin einklipsenden Zierstab 10, insbesondere deren Gestaltung, ein schmaler Weg in Form der Öffnung 30 geschaffen, welche über Kapillarkräfte das Wasser unter den Zierstab 10 in die innen liegenden Hohlräume führt, aus welchen das Wasser nicht von Luftwirbeln herausgerissen werden kann. Der Zierstab 10 und das Dichtungsprofil 12 sind dabei derart gestaltet beziehungsweise angeordnet, dass die Öffnung 30 hinreichend schmal ist, so dass sich Kapillarkräfte ausbilden, mittels welchen das Wasser in die Öffnung 30 und durch die Öffnung 30 in die Hohlräume geführt wird.
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Die Beflockung unterstützt dabei die Kapillarwirkung, sodass das Wasser effektiv eingesaugt und geführt wird. Ferner ist aus der Fig. erkennbar, dass die Öffnung 30 zumindest teilweise durch die Unterkante 26 des Zierstabs 10 begrenzt ist. Um nun den Überlauf des Wassers weiter zu verbessern, ist die Unterkante 26 rund ausgestaltet, so dass das über den Zierstab 10 strömenden Wassers besonders gut in der Öffnung 30 und somit in Hohlräume durch Kapillarwirkung beziehungsweise Kapillarkräfte geführt werden kann.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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