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Die Erfindung betrifft eine Aufsetzleiste zur Abdichtung eines Scheibenschachts eines Kraftfahrzeugs.
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Gattungsbildende Aufsetzleisten zur Abdichtung von Scheibenschächten sind im Stand der Technik bekannt und werden dann verwendet, wenn vorgesehen ist, in einen Scheibenschacht eine Fensterscheibe abzusenken, wobei der Scheibenschacht gegenüber der abzusenkenden Fensterscheibe stoffdicht verschlossen werden soll, beispielweise, um ein Eindringen von Feuchtigkeit von einer Außenseite der Fensterscheibe zu einer Innenseite derselben zu verhindern. In der Druckschrift
WO 2009/033539 A1 wird eine Abdeckleiste zur Abdichtung eines Randes eines Scheibenschachts einer in den Scheibenschacht absenkbaren Seitenscheibe offenbart, welche ein Befestigungsprofil mit einer starren, U-förmigen Aufnahme, eine mit der Seitenscheibe zusammenwirkende Dichtlippe sowie ein in die U-förmige Aufnahme einsetzbares Dichtprofil aufweist, wobei das Dichtprofil eine Rippe umfasst, welche für einen Eingriff mit wenigstens einer Hinterschneidung einer in der U-förmigen Aufnahme angeordneten Nut ausgebildet ist. Durch diese spezielle Ausgestaltung der Abdeckleiste soll sichergestellt werden, dass diese leicht in einem Befestigungsprofil montierbar ist, wobei gleichzeitig ein sicherer Halt des Dichtprofils in dem Befestigungsprofil realisierbar ist. Die Dichtlippe in dieser Druckschrift wirkt mit der Seitenscheibe zusammen und verhindert bei Anlage an der Seitenscheibe ein Eindringen von Stoffpartikeln in den Scheibenschacht. Wurde die Seitenscheibe jedoch bereits einmal in den Scheibenschacht abgesenkt und dabei auf einer der Dichtlippe zugewandten Seite mit Feuchtigkeit benetzt, kann es vorkommen, dass sich bei einem anschließenden Verschließen der Seitenscheibe auf Grund von Kapillarwirkung Feuchtigkeit zwischen der Dichtlippe und der Seitenscheibe ansammelt, was bei länger andauernden tiefen Umgebungstemperaturen zu einem Gefrieren dieser Feuchtigkeit und zu einem Blockieren der Seitenscheibe führen kann, wodurch diese nicht mehr in den Scheibenschacht absenkbar ist.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine optimierte Aufsetzleiste zur Abdichtung einer in einen Scheibenschacht absenkbaren Seitenscheibe anzugeben, welche wenigstens ein Dichtelement umfasst, das bei Benetzung der Seitenscheibe mit Feuchtigkeit ein Blockieren der Seitenscheibe in Folge von durch Kapillarwirkung zwischen der Seitenscheibe und dem Dichtelement angesammelter Feuchtigkeit verhindert.
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Die Erfindung ergibt sich aus den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
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Die Aufgabe ist mit Aufsetzleiste zur Abdichtung eines Randes eines Scheibenschachts einer in den Scheibenschacht absenkbaren Fensterscheibe eines Kraftfahrzeugs, aufweisend eine Einrichtung zur Befestigung der Aufsetzleiste an dem Rand des Scheibenschachts sowie wenigstens ein zumindest teilweise elastisches und bei Kontakt mit der Fensterscheibe als Dichtlippe wirkendes Dichtelement, dadurch gelöst, dass das Dichtelement mindestens eine Anlagefläche zu der Fensterscheibe aufweist und die Anlagefläche einen kerbartigen Hinterschnitt umfasst. Durch Verwendung eines kerbartigen Hinterschnitts entsteht hinter der Anlagefläche eine Abtropfkante, welche eine Ansammlung von Feuchtigkeit in Folge von Kapillarwirkung verhindert, da auf Grund der kerbartigen Geometrie des Hinterschnitts veränderte Grenzflächenspannungen auftreten, die einen Zufluss von Feuchtigkeit in die Grenzfläche zwischen der Anlagefläche des Dichtelements und der Fensterscheibe verhindern. Optimierbar ist die Wirkung des kerbartigen Hinterschnitts der Anlagefläche durch eine Reduzierung der Größe der Anlagefläche gegenüber Größen, wie sie im Stand der Technik üblich sind, wodurch im Falle einer Feuchtigkeitsbeaufschlagung der Fensterscheibe eine kleinere mit Feuchtigkeit benetzte Kontaktfläche zwischen Fensterscheibe und Anlagefläche entsteht, welche auf Grund ihrer reduzierten Größe selbst bei Restmengen von Feuchtigkeit in der Kontaktfläche zwischen Fensterscheibe und Anlagefläche selbst im Falle eines Gefrierens der Feuchtigkeit nicht zu einem Ausfall der Absenkbarkeit der Fensterscheibe in Folge von Festfrierens der Fensterscheibe an der Anlagefläche des Dichtelements führt.
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In einer ersten bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Dichtelement lamellenartig ausgebildet, wodurch bei Kontakt des Dichtelements mit der Fensterscheibe eine als Dichtlippe zwischen der Fensterscheibe und der Anlagefläche des Dichtelements wirkende Funktionalität hergestellt wird.
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Weiter vorteilhaft bildet der Hinterschnitt der Anlagefläche mit dem Dichtelement einen Winkel von weniger als 90°C aus, da bei einem entsprechend spitzen Winkel Grenzflächenspannungen auftreten, die ein Auftreten von Kapillarwirkung bei Feuchtigkeitsbeaufschlagung zwischen der Fensterscheibe und dem Dichtelement hemmen. Je nach Ausrichtung der Fensterscheibe zu dem Dichtelement kann der Winkel zwischen der Fensterscheibe und der Anlagefläche des Dichtelements derart gewählt werden, dass solche Grenzflächenspannungen entstehen, die ein Auftreten von Kapillarwirkung möglichst umfassend verhindern.
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Eine weitere bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Einrichtung zur Befestigung der Aufsetzleiste Mittel zur form- und kraftschlüssigen Befestigung der Aufsetzleiste an dem Rand des Scheibenschachts aufweist, wobei die Aufsetzleiste vorteilhaft wenigstens eine Aussparung umfasst, welche für einen form- und kraftschlüssigem Eingriff mit wenigstens einer an dem Rand des Scheibenschachts angeordneten Rastnase ausgebildet ist. Auf diese Weise ist eine schnelle und werkzeugfreie Montage der Aufsetzleiste an dem Rand des Scheibenschachts möglich, während für Wartungszwecke die Aufsetzleiste einfach durch Herausbewegen der Rastnase aus der Aussparung vom Rand des Scheibenschachts lösbar bleibt. Je nach Härte des Materials des Dichtelements und damit in Abhängigkeit eines notwendigen Anpressdrucks der Anlagefläche des Dichtelements an die Fensterscheibe können die Verrastungskräfte derart eingestellt werden, dass ein dauerhafter sicherer Halt der Aufsetzleiste an dem Rand des Scheibenschachts gewährleistet ist.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Aufsetzleiste zwei Dichtelemente umfasst, welche bei Kontakt mit der Fensterscheibe jeweils als Dichtlippe wirken. Durch Einsatz zweiter Dichtelemente entsteht eine verbesserte Dichtwirkung des Scheibenschachts, welche beispielsweise bei kombinierter Beaufschlagung der Aufsetzleiste mit Feuchtigkeit und Stoffpartikeln ein Eindringen von Fremdkörpern in den Scheibenschacht deutlich erschwert.
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Vorzugsweise sind der Scheibenschacht in eine Tür eines Kraftfahrzeugs integriert und die Fensterscheibe als ein in der Tür geführtes Seitenfester des Kraftfahrzeugs ausgebildet, so dass eine Verfügbarkeit einer Absenkbarkeit des Seitenfensters bei jedem Betriebszustand des Kraftfahrzeugs gewährleistet ist. Gerade bei Vereisung kann es vorkommen, dass, beispielsweise in Parksituationen oder an Kreuzungen, nur eingeschränkte Sichtverhältnisse aus den Seitenfenstern eines Kraftfahrzeugs gegeben sind, so dass eine Absenkbarkeit von Fensterscheiben für ein sicheres Führen eines Kraftfahrzeugs zwingend erforderlich ist.
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Weiter bevorzugt ist die Aufsetzleiste in einem an dem Rand des Scheibenschachts montierten Zustand in einem Nichtsichtbereich des Scheibenschachts befestigt, so dass bei Betrachtung der Tür, in der der Scheibenschacht vorteilhaft angeordnet ist, die Aufsetzleiste idealerweise den Scheibenschacht gegenüber der Fensterscheibe abdichtet, ohne einen Linienverlauf einer Bordkante, die häufig zu den zentralen Gestaltungselementen eines Fahrzeugaußendesigns zählt, durch Störkonturen zu beeinträchtigen.
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In weiterer vorteilhafter Weise sind die Aufsetzleiste und das Dichtelement einteilig ausgebildet, wodurch sich Zeit- und Kostenvorteile bei Montage- und ggf. auch bei Herstellprozessen ergeben, da weniger Prozessschritte notwendig sind, um eine erfindungsgemäße Aufsetzleiste an einem Rand eines Scheibenschachts zu montieren und ggf. auch um diese zuvor herzustellen.
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Schließlich ist die Aufgabe mit einem Kraftfahrzeug gelöst, das eine erfindungsgemäße Aufsetzleiste umfasst.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der – gegebenenfalls unter Bezug auf die Zeichnung – zumindest ein Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Gleiche, ähnliche und/oder funktionsgleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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Es zeigen:
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1 einen seitlichen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Aufsetzleiste in einem an einem Rand eines Scheibenschachts montierten Zustand mit einer an der Aufsetzleiste anliegenden Fensterscheibe.
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1 zeigt als Ausführungsbeispiel einen seitlichen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Aufsetzleiste 10, welche sich in einem montierten Zustand an einem Rand 12 eines Scheibenschachts 14 befindet. Die Aufsetzleiste 10 ist mit einer Einrichtung zur Befestigung 16 an dem Rand 12 des Scheibenschachts form- und kraftschlüssig befestigt, wobei die Aufsetzleiste 10 mindestens eine Aussparung 18 aufweist, welche für einen form- und kraftschlüssigen Eingriff mit wenigstens einer an dem Rand 12 des Scheibenschachts 14 angeordneten Rastnase 20 ausgebildet ist. Die Aufsetzleiste 10 weist zwei lamellenartige elastische Dichtelemente 22 auf, welche beide jeweils über eine Anlagefläche 24 mit einer Fensterscheibe 26 form- und kraftschlüssig in Kontakt stehen und somit jeweils eine Dichtlippe zur Abdichtung des Scheibenschachts 14 ausbilden. Hinter den Anlageflächen 24 ist jeweils ein kerbartiger Hinterschnitt 28 in die Dichtelemente 22 eingearbeitet, welcher mit dem Dichtelement 22 vorteilhaft einen Winkel unter 90° ausbildet und dadurch eine Abtropfkante bereitstellt, die eine Ansammlung von Feuchtigkeit zwischen den Dichtelementen 22 und der Fensterscheibe 26 in Folge von Kapillarbildung verhindert. Die Anlageflächen 24 weisen ihrerseits jeweils eine gegenüber dem Stand der Technik reduzierte Kontaktfläche mit der Fensterscheibe 26 auf, um im Falle einer Benetzung mit Feuchtigkeit der Fensterscheibe 26 auf einer dem Dichtelement 22 zugewandten Seite und einer anschließenden Beaufschlagung mit Temperaturen, bei denen ein Gefrieren von Feuchtigkeit eintreten kann, ein Blockieren der Fensterscheibe 26 an den Anlageflächen 24 zu verhindern und somit die Verfügbarkeit der Absenkfähigkeit der Fensterscheibe 26 auch unter diesen Bedingungen zu gewährleisten. Die Dichtelemente 22 sind in 1 darüber hinaus einteilig mit der Aufsetzleiste 10 ausgeführt und ermöglichen so einen reduzierten Montage- und ggf. auch einen reduzierten Herstellaufwand der Aufsetzleiste 10.
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Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert und erläutert worden ist, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen. Es ist daher klar, dass eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten existiert. Es ist ebenfalls klar, dass beispielhaft genannte Ausführungsformen wirklich nur Beispiele darstellen, die nicht in irgendeiner Weise als Begrenzung etwa des Schutzbereichs, der Anwendungsmöglichkeiten oder der Konfiguration der Erfindung aufzufassen sind. Vielmehr versetzen die vorhergehende Beschreibung und die Figurenbeschreibung den Fachmann in die Lage, die beispielhaften Ausführungsformen konkret umzusetzen, wobei der Fachmann in Kenntnis des offenbarten Erfindungsgedankens vielfältige Änderungen, beispielsweise hinsichtlich der Funktion oder der Anordnung einzelner, in einer beispielhaften Ausführungsform genannter Elemente, vornehmen kann, ohne den Schutzbereich zu verlassen, der durch die Ansprüche und deren rechtliche Entsprechungen, wie etwa weitergehenden Erläuterung in der Beschreibung, definiert wird.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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