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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Stators für eine elektrische Maschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Die Erfindung betrifft weiterhin eine Stator, hergestellt in einem solchen Verfahren.
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Aus der
DE 10 2011 111 806 A1 sind eine Komponente und eine Komponentengruppe einer elektrischen Maschine bekannt, wobei auf, an und in der Komponente oder Komponentengruppe zumindest ein thermisch aktivierbarer Schaum oder Strukturklebstoff angeordnet ist. Der thermisch aktivierbare Schaum oder Strukturklebstoff weist einen Aufschäumfaktor von bis zu 500 Volumenprozent auf. Bei der Komponente oder Komponentengruppe handelt es sich um einen Stator mit Statorträger, wobei der Stator mehrere Statoreinzelzähne umfasst, welche ringförmig innerhalb eines Statorträgers angeordnet sind. Weiterhin wird ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Komponente oder Komponentengruppe einer elektrischen Maschine beschrieben, wobei in einem ersten Verfahrensschritt ein thermisch aktivierbarer Schaum oder Strukturklebstoff als zusätzliche Schicht auf die Komponente oder Komponentengruppe aufgespritzt und in Hohlräume der Komponente oder Komponentengruppe eingespritzt wird und abbindet. In einem zweiten Verfahrensschritt wird der thermisch aktivierbare Schaum oder Strukturklebstoff durch Zuführung thermischer Energie aufgeschäumt, wobei der thermisch aktivierte Schaum oder Strukturklebstoff sein Volumen mit einem vorgebbaren Aufschäumfaktor um bis zu 400 Volumenprozent vergrößert.
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Weiterhin ist aus der
DE 10 2009 028 180 A1 ein Verfahren zum Auf- oder Einkleben eines Magneten auf eine Oberfläche oder in einen Schlitz eines Rotors oder Stators eines Elektromotors oder eines Generators bekannt. Dabei wird eine zu verklebende Fläche oder Flächen des Magneten mit einem Klebstoff vorbeschichtet, der bei 22°C nicht flüssig ist und der nicht ohne einen Aktivierungsschritt aushärtet. Weiterhin wird der Magnet mit der mit Klebstoff beschichteten Fläche auf die Oberfläche des Rotors oder Stators aufgelegt und fixiert oder der Magnet wird derart in einen Schlitz des Rotors oder Stators eingesetzt, dass mindestens eine mit Klebstoff beschichtete Fläche einer Innenwand des Schlitzes gegenüber liegt. Ferner wird der Klebstoff durch Erwärmen oder durch energiereiche Strahlung derart aktiviert, dass er aushärtet. Weiterhin wird ein Magnet beschrieben, der mit einem Klebstoff vorbeschichtet ist, der bei 22°C nicht flüssig ist und der nicht ohne einen Aktivierungsschritt aushärtet.
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Die
DE 10 2008 023 999 A1 beschreibt eine Vorrichtung zur Halterung eines Magneten, insbesondere eines Magneten in einer bewegten Vorrichtung in einem Rotor in einem Blechpaket eines Elektromotors. Die Vorrichtung umfasst eine Haltetasche, in die ein Magnet eingesetzt ist, der mittels eines Klebemittels befestigt ist, das sich beim Aushärten in einem vorbestimmten Ausmaß ausdehnt und das ein Treibmittel zum Aufschäumen eines Klebstoffes enthält. Weiterhin wird ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Vorrichtung beschrieben, wobei eine Haltetasche mit zumindest einer seitlichen Vorratsausformung zur Aufnahme von Klebmittel ausgebildet wird. Das Klebmittel wird in eine Vorratsausformung eingefüllt und anschließend wird der Magnet in eine Magneteinführungsöffnung der Haltetasche eingeführt, der mittels des Klebmittels befestigt wird. Das Klebmittel dehnt sich beim Aushärten in einem vorbestimmten Ausmaß aus. Das Klebmittel enthält ein Treibmittel zum Aufschäumen, so dass das Klebmittel im ausgehärteten Zustand eine Schaumstruktur aufweist.
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Weiterhin ist es aus dem Stand der Technik allgemein bekannt, dass mehrere Statoreinzelzähne zu einem Statorring zusammengesetzt werden, wobei der zusammengesetzte Statorring in einen den Statorring zumindest teilweise umgebenden Statorträger gepresst wird. Um mittels der Verpressung einen sicheren Halt der Statoreinzelzähne innerhalb des Statorringes zu erzeugen und gleichzeitig eine Beschädigung der Statoreinzelzähne bei der Verpressung zu vermeiden, sind geringe Toleranzen der Statoreinzelzähne erforderlich.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zur Herstellung eines Stators für eine elektrische Maschine und einen verbesserten Stator für eine elektrische Maschine anzugeben.
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Hinsichtlich des Verfahrens wird die Aufgabe erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale und hinsichtlich des Stators durch die im Anspruch 8 angegebenen Merkmale gelöst.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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In dem Verfahren zur Herstellung eines Stators für eine elektrische Maschine wird eine Mehrzahl von Statoreinzelzähnen und/oder eine Mehrzahl von Statoreinzelzahngruppen zu einem Statorring zusammengefügt und der Statorring wird innerhalb eines den Statorring zumindest teilweise an dessen äußerer Mantelfläche umgebenden Statorträgers angeordnet.
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Erfindungsgemäß wird vor dem Anordnen des Statorringes in dem Statorträger auf die äußere Mantelfläche bildende Flächen einer Mehrzahl von Statoreinzelzähnen und/oder einer Mehrzahl von Statoreinzelzahngruppen ein latent reaktiver Klebstoff aufgebracht und nach dem Anordnen des Statorringes in dem Statorträger wird der latent reaktive Klebstoff derart aktiviert, dass zwischen der Mantelfläche und dem Statorring eine Klebverbindung erzeugt wird.
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Unter einem latent reaktiven Klebstoff wird dabei ein Klebstoff verstanden, welcher nach dem Aufbringen zeitnah fest, insbesondere abrieb- oder griffest abbindet oder bereits in einem abgebundenen Zustand aufgebracht wird. Die Aktivierung des Klebstoffes erfolgt beispielsweise durch Zufuhr thermischer Energie und/oder durch Strahlung.
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Somit ergeben sich signifikante Erleichterungen in einer Handhabung und während einer Montage der der Komponenten des Stators sowie bei einer Zwischenlagerung und einem Transport derselben. Gegenüber herkömmlichen Klebstoffen, beispielsweise Zweikomponentenklebstoffen, sind eine Handhabung und Dosierung vereinfacht. Da der verwendete Klebstoff insbesondere nichttropfend und fest abgebunden ausgebildet ist, ist die Gefahr einer so genannten Klebstoffverschleppung während der Handhabung, des Transports und der Montage aufgrund von Tropfen, Verlaufen oder Abstreifen minimiert. Auch ist aufgrund des fest abgebundenen Klebstoffes eine Anhaftung von Schmutzpartikeln an dessen Oberfläche und daraus folgende eine spätere Verringerung einer Stabilität der erzeugten Verklebung reduziert.
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Die Aktivierung zu einem späteren Zeitpunkt kann dabei im bereits vormontierten Zustand der Komponenten erfolgen, wobei eine direkte Zugänglichkeit des Klebstoffes zu dessen Aktivierung in vorteilhafter Weise nicht erforderlich ist. Somit sind mittels des Klebstoffes auch komplexe und nach deren Montage nicht mehr zugängliche Abschnitte der Statoreinzelzähne und/oder Statoreinzelzahngruppen mit dem Statorträger verklebbar. Auch ist die Montage aufgrund der späteren Aktivierung des Klebstoffes nicht zeitgebunden, da die Aktivierung zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen kann.
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Dabei ist der Klebstoff hinsichtlich einer späteren Verwendung des Stators und daraus folgender Anforderungen an eine Festigkeit, elektrische Isolation, Vibrationsdämpfung, Strukturverstärkung und Fixierung der mittels des Klebstoffes erzeugten Verbindung in einfacher Weise anpassbar.
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Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es weiterhin in besonders vorteilhafter Weise möglich, Statoreinzelzähne und/oder Statoreinzelzahngruppen mit gegenüber verpressten Statoren größeren Toleranzen zu verwenden, da aufgrund der Verklebung zwischen den Statoreinzelzähnen und dem Statorträger und/oder Statoreinzelzahngruppen und dem Statorträger größere Abstände als bei einem Verpressen möglich sind. Aus diesen Abständen resultierende Zwischenräume werden vom Klebstoff ausgefüllt. Somit wird die Gefahr von Beschädigungen der einzelnen Komponenten des Stators bei deren Montage signifikant verringert. Gleichzeitig wird aufgrund der Verklebung ein dauerhafter und sicherer Verbund der Komponenten erreicht. Der Stator kann aus diesen Gründen mit allen Toleranzen und Passgenauigkeiten einfach vormontiert werden, wobei im fertig vormontierten Zustand durch Aktivierung des Klebstoffes die einzelnen Komponenten zueinander fixiert und mittels des Klebstoffes gegebenenfalls vorhandene Toleranzen ausgeglichen werden.
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In einer möglichen Ausgestaltung ist der latent reaktive Klebstoff derart ausgebildet, dass dieser nach seiner Aktivierung sein Volumen vergrößert, insbesondere einen Schaum bildet. Durch diese Volumenvergrößerung werden zwischen den Statoreinzelzähnen und dem Statorträger und/oder zwischen Statoreinzelzahngruppen und dem Statorträger vorhandene Zwischenräume mittels des Klebstoffes ausgefüllt. Somit sind eine Vibrationsfestigkeit, eine thermische Belastbarkeit in Folge von unterschiedlichem Ausdehnungsverhalten sowie eine Laufruhe der elektrischen Maschine erhöht. Weiterhin ergeben sich hieraus in vorteilhafter Weise eine Reduzierung von Bauteilschwingungen im Betrieb der elektrischen Maschine und eine daraus resultierende Lebensdauererhöhung. Eine Größe der Volumenveränderung ist dabei in einfacher Weise in Abhängigkeit einer späteren Verwendung des Stators einstellbar.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
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Dabei zeigen:
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1 schematisch eine erste Ansicht von Komponenten eines Stators für eine elektrische Maschine während mehrerer Schritte eines Verfahrens zur Montage des Stators nach dem Stand der Technik,
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2 schematisch eine weitere Ansicht der Komponenten gemäß 1,
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3 schematisch eine erste Ansicht von Komponenten eines Stators für eine elektrische Maschine während mehrerer Schritte eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Montage des Stators,
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4 schematisch eine weitere Ansicht der Komponenten gemäß 3,
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5 schematisch einen Ablauf eines ersten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Aufbringen eines Klebstoffes auf einen Statoreinzelzahn, und
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6 schematisch einen Ablauf eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Aufbringen eines Klebstoffes auf einen Statoreinzelzahn.
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Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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In den 1 und 2 sind in verschiedenen Ansichten Komponenten eines Stators 1 für eine nicht gezeigte elektrische Maschine, beispielsweise einen Generator und/oder Motor, während mehrerer Schritte S1 bis S4 eines Verfahrens zur Montage des Stators 1 nach dem Stand der Technik.
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Zunächst werden in einem ersten Schritt S1 mehrere Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n zu einem Statorring 2 zusammengefügt. Die Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n umfassen in bekannter Weise jeweils einen Spulenkörper, auf welchen eine Spule gewickelt ist. In einer möglichen Ausgestaltung sind die Spulen mit einem elektrisch nicht leitfähigen Material umgeben, insbesondere umspritzt oder vergossen oder zumindest teilweise mit Isolierpapier umgeben, um einen elektrischen Kontakt zwischen den benachbart angeordneten Statoreinzelzähnen 2.1 bis 2.n zu vermeiden und diese mechanisch zu schützen.
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Anschließend erfolgt in einem zweiten Schritt S2 eine Verpressung der Einzelzähne 2.1 bis 2.n zu einem Statorring 2 und eine Anordnung des Statorringes 2 in einem dritten Schritt S3 innerhalb eines ringförmigen Statorträgers 3. Zu einer solchen Verpressung ist es erforderlich, dass Toleranzen der Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n sehr gering sind, damit diese bei der Verpressung in dem Statorträger 3 nicht beschädigt werden und mittels der Verpressung im Statorträger 3 ein sicherer Halt des aus den Statoreinzelzähnen 2.1 bis 2.n gebildeten Statorringes 2 dauerhaft erzielt wird.
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Anschließend wird auf eine Stirnseite des Statorringes 2 ein Klebstoff K aufgebracht und in einem vierten Schritt S4 erfolgt mittels des Klebstoffes K eine Verklebung zwischen der Stirnseite des Statorringes 2 und eines Kontaktringes 4. Bei dem Klebstoff K handelt es sich um einen Zweikomponentenklebstoff, welcher unter Wärmezufuhr aushärtet. Der Kontaktring 4 ist zur Kontaktierung elektrischer Kontakte der Spulen der Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n mit einem nicht gezeigten Hochvoltanschluss der elektrischen Maschine vorgesehen.
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Die 3 und 4 zeigen in verschiedenen Ansichten Komponenten eines möglichen Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Stators 1 für eine nicht gezeigte elektrische Maschine, beispielsweise einen Generator und/oder Motor, während mehrerer Schritte S1 bis S4 eines möglichen Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Montage des Stators 1.
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Im Unterschied zu dem in den 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel nach dem Stand der Technik wird in einem ersten Schritt S1 jeweils auf eine Fläche F1 bis Fn der Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n ein latent reaktiver Klebstoff K1 aufgebracht. Die Flächen F1 bis Fn bilden im montierten Zustand des Statorringes 2 eine äußere Mantelfläche desselben. Der Klebstoff K1 ist derart ausgebildet, dass dieser nach dem Aufbringen zeitnah fest, insbesondere abrieb- oder griffest abbindet oder bereits in einem abgebundenen Zustand aufgebracht wird. Die Aufbringung erfolgt dabei beispielsweise gemäß 5 durch ein Aufspritzen des Klebstoffs K1 in einem so genannten Extrude-in-Place-Verfahren oder der Klebstoff K1 wird gemäß 6 als Formteil auf die Fläche F1 bis Fn aufgebracht. Eine Aktivierung des Klebstoffes K1 erfolgt beispielsweise durch Zufuhr thermischer Energie und/oder durch Strahlung. Weiterhin ist der Klebstoff K1 derart ausgebildet, dass dieser nach seiner Aktivierung sein Volumen vergrößert.
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In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel werden aus mehreren Statoreinzelzähnen 2.1 bis 2.n zunächst mehrere Statoreinzelzahngruppen gebildet, auf deren die äußere Mantelfläche des Stators 2 bildende Flächen der latent reaktive Klebstoff K1 aufgebracht wird.
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Alternativ wird der Klebstoff K1 nach der Zusammenfügung der Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n und/oder der Statoreinzelzahngruppen zu dem Statorring 1 auf dessen äußere Mantelfläche aufgebracht, insbesondere gemäß 5 durch ein Aufspritzen des Klebstoffs K1 in einem so genannten Extrude-in-Place-Verfahren oder durch Aufbringen des Klebstoff K1 gemäß 6 als Formteil.
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In einem weiteren nicht dargestellten Ausführungsbeispiel wird in dem ersten Schritt S1 gleichzeitig mit dem Aufbringen des Klebstoffes K1 an jeweils zumindest einer zur mechanischen Kontaktierung mit einem benachbarten Statoreinzelzahn 2.1 bis 2.n vorgesehenen Seitenfläche der Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n ein weiterer latent reaktiver Klebstoff aufgebracht. Der weitere Klebstoff kann dabei identisch mit dem ersten Klebstoff K1 sein oder sich von diesem unterscheiden. Die Aufbringung des weiteren Klebstoffes erfolgt dabei insbesondere in der gleichen Weise wie die des Klebstoffes K1.
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In besonders vorteilhafter Weise ist dieser weitere reaktive Klebstoff elektrisch isolierend ausgebildet, so dass zusätzliche elektrische Isolationen zwischen den Spulen der Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n entfallen können. Hierdurch ist wiederum ein besonders hoher Füllfaktor realisierbar.
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In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel werden aus mehreren Statoreinzelzähnen 2.1 bis 2.n zunächst mehrere Statoreinzelzahngruppen gebildet, auf deren jeweilige zur mechanischen Kontaktierung mit einem benachbarten Statoreinzelzahn 2.1 bis 2.n und/oder einer benachbarten Statoreinzelzahngruppe vorgesehenen Seitenfläche der weitere latent reaktive Klebstoff aufgebracht wird.
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Weiterhin wird in dem ersten Schritt S1 gleichzeitig mit dem Aufbringen des Klebstoffes K1 an eine Stirnseite des Statorringes 2 bildende Stirnflächen SF1 bis SFn der Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n ein weiterer latent reaktiver Klebstoff K2 aufgebracht. Der weitere Klebstoff K2 kann dabei identisch mit dem ersten Klebstoff K1 sein oder sich von diesem unterscheiden. Die Aufbringung des weiteren Klebstoffes K2 erfolgt dabei insbesondere in der gleichen Weise wie die des Klebstoffes K1.
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In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel werden aus mehreren Statoreinzelzähnen 2.1 bis 2.n zunächst mehrere Statoreinzelzahngruppen gebildet, auf deren die Stirnseite des Stators 2 bildende Flächen der latent reaktive Klebstoff K2 aufgebracht wird.
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Nach dem Aufbringen der Klebstoffe K1, K2 und des gegebenenfalls weiteren nicht dargestellten Klebstoffes werden die Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n in einem zweiten Schritt S2 ringförmig zu dem Statorring 2 zusammengefügt und anschließend innerhalb des Statorträgers 3 angeordnet. Hierbei erfolgt keine Verpressung der Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n. In einer möglichen Ausführung ist der Statorträger 3 derart ausgebildet, dass zwischen diesem und der Mantelfläche des Statorringes 2 ein Zwischenraum ausgebildet ist, um die Anordnung des Statorringes 2 innerhalb des Statorträgers 3 zu erleichtern.
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Anschließend wird in einem dritten Schritt S3 der Kontaktring 4 auf der mit dem Klebstoff K2 versehenen Stirnseite des Statorringes 2 angeordnet.
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Nach der Anordnung des Statorringes 2 innerhalb des Statorträgers 3 erfolgt die Aktivierung der Klebstoffe K1, K2 und gegebenenfalls des weiteren nicht dargestellten Klebstoffes durch Zufuhr thermischer Energie und/oder durch Strahlung, so dass zwischen den entsprechenden Komponenten des Stators 1 eine dauerhafte Klebverbindung erzeugt wird. Zumindest der Klebstoff K1 ist dabei derart ausgebildet, dass dieser sein Volumen nach der Aktivierung derart vergrößert, dass der Zwischenraum zwischen dem Statorträger 3 und der Mantelfläche des Statorringes 2 vollständig ausgefüllt wird.
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Insbesondere sind die Klebstoffe K1, K2 und der gegebenenfalls vorhandene weitere nicht dargestellte Klebstoff derart ausgebildet, dass die Komponenten des Stators 1, insbesondere die Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n, innerhalb des Statorträgers 3 entsprechend in Fügetoleranzen angeordnet und positioniert werden und gleichzeitig auch der Kontaktring 4 in der entsprechenden Position fixiert wird, ohne dass eine neue Anordnung notwendig ist.
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In einer weiteren möglichen, jedoch nicht dargestellten Ausgestaltung ist auch auf der dem Kontaktring 4 abgewandten Stirnseite des Statorringes 2 ein latent reaktiver Klebstoff angeordnet, welcher zur Verklebung des Statorringes 2 mit einer Falz, einem Flansch, einem Ring oder einem Boden des Statorträgers 3 vorgesehen ist. Die Aufbringung dieses Klebstoffes erfolgt insbesondere entsprechend der Aufbringung des Klebstoffes K2.
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In einer möglichen Ausführungsform ist zumindest einer der Klebstoffe K1, K2 oder der weiteren nicht dargestellten Klebstoffe nach der Erzeugung der Verklebung porös, insbesondere grobporig, und beispielsweise für Öl, Wasser oder Luft durchlässig ausgebildet, so dass diese Medien durch die erzeugten Verklebungen hindurchleitbar sind, um eine Kühlung des Stators 1 zu verbessern.
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Insbesondere kann mittels zumindest einer der Klebstoffe K1, K2 oder der weiteren nicht dargestellten Klebstoffe eine Entkopplung und/oder Dämpfung auftretender Vibrationen von Komponenten des Stators 1 verbessert werden und bei einer Verwendung in einem Fahrzeug somit Schwingungen der elektrischen Maschine gegenüber dem Fahrzeug gedämpft oder entkoppelt werden. Insbesondere Kraftschläge werden durch die Dämpfungswirkung der Klebstoffe K1, K2 oder der weiteren nicht dargestellten Klebstoffe reduziert und abgemildert, was zu einer verringerten Materialbelastung führt. Querbeschleunigungen können ebenfalls mittels der Klebstoffe K1, K2 oder der weiteren nicht dargestellten Klebstoffe gedämpft werden. Besonders vorteilhafterweise wirken die Klebstoffe K1, K2 oder weiteren nicht dargestellten Klebstoffe akustisch dämpfend, so dass Geräusche und/oder Schwingungen vom Stator 1 nicht an das Gehäuse der elektrischen Maschine und so an das übrige Fahrzeug weitergeleitet werden. Dadurch ist die elektrische Maschine akustisch entkoppelt und der Fahrkomfort ist erhöht.
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In weiteren möglichen Ausgestaltungen weisen mehrere der Klebstoffe K1, K2 oder der weiteren nicht dargestellten Klebstoffe unterschiedliche Aktivierungseigenschaften auf, so dass diese gezielt bei unterschiedlichen Montageschritten und/oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten aktiviert werden können. Auch können mehrere der Klebstoffe K1, K2 oder der weiteren nicht dargestellten Klebstoffe unterschiedliche Grade der Volumenvergrößerung nach der Aktivierung aufweisen. Somit ist eine gezielte Anpassung mittels der Klebstoffe K1, K2 oder der weiteren nicht dargestellten Klebstoffe erzeugter Presskräfte innerhalb des Stators 1 möglich.
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Auch ist durch die unterschiedlichen Aktivierungseigenschaften der Klebstoffe K1, K2 oder anderer Klebstoffe ein gezieltes Aktivieren einzelner Klebstoffe möglich, so dass zum Beispiel die Klebstoffe gemeinsam aufgetragen werden können und dann in einzelnen unterschiedlichen Arbeitsschritten aktiviert werden können beziehungsweise ihre Klebwirkung zu unterschiedlichen Aktivierungszeitpunkten entfalten. So können beispielsweise die Statoreinzelzähne 2.1 bis 2.n untereinander und/oder mit dem Statorträger 3 mit dem Klebstoff K1 verklebt werden, während der Klebstoff K2 zum verkleben des Kontaktrings 4 noch nicht aktiviert ist und so der Kontaktring 4 auch noch in einem weiteren Arbeitsschritt nach dem Aktivieren des Klebstoffs K1 erst zum Statorring hinzugefügt werden kann. Durch ein späteres separates Aktivieren des Klebstoffs K2, beispielsweise durch eine höhere Aktivierungstemperatur des Klebstoff K2 als beim Klebstoff K1, kann denn nachträglich am bereits verklebten Statorring 2 der Kontaktring 4 verklebt werden.
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In 5 ist ein Ablauf eines ersten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Aufbringen des Klebstoffes K1 auf einen Statoreinzelzahn 2.1 dargestellt. In der Fläche F1 weist der Statoreinzelzahn 2.1 eine Aussparung A auf, innerhalb welcher der latent reaktive Klebstoff K1 angeordnet wird.
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Der Klebstoff K1 liegt in seiner Ausgangsform als Granulat vor und wird in einem so genannten Extrude-in-Place-Verfahren in die Aussparung A auf die Fläche F1 extrudiert. Nach dem Auftrag bindet der Klebstoff K1 zeitnah fest, insbesondere abrieb- oder griffest ab und bildet dabei eine trockene Schicht. Der Klebstoff K1 kann nach beliebiger Zeit mittels thermischer Energie und/oder Strahlung aktiviert werden. Nach der Aktivierung expandiert und vernetzt der Klebstoff K1, wobei die Expansions- und Klebeeigenschaften durch eine entsprechende chemische Zusammensetzung des Klebstoffes K1 vorgebbar sind.
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6 zeigt einen Ablauf eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum Aufbringen des Klebstoffes K1 auf einen Statoreinzelzahn 2.1.
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Im Unterschied zu dem in 5 dargestellten Ausführungsbeispiel wird der Klebstoff K1 als Formteil in der Aussparung A auf die Fläche F1 aufgebracht, insbesondere aufgelegt oder aufgedrückt. Das Formteil ist dabei als Folie, Platte, Film oder Band ausgebildet und wird beispielsweise in einem Schneide- oder Stanzverfahren erzeugt.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Stator
- 2
- Statorring
- 2.1 bis 2.n
- Statoreinzelzahn
- 3
- Statorträger
- 4
- Kontaktring
- A
- Aussparung
- F1 bis Fn
- Fläche
- K
- Klebstoff
- K1
- Klebstoff
- K2
- Klebstoff
- S1 bis S4
- Schritt
- SF1 bis SFn
- Stirnfläche
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102011111806 A1 [0003]
- DE 102009028180 A1 [0004]
- DE 102008023999 A1 [0005]