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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines PKW mit einer Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe, umfassend die Schritte Platzieren des PKW unterhalb einer Haltevorrichtung für eine auf dem Dach des PKW montierbare Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung, Wechsel der Kopplung der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung zwischen dem Dach des PKW und der Haltevorrichtung.
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Personenkraftwagen (kurz: PKW) mit Einrichtungen zur Veränderung der Aufbauhöhe eignen sich zur aktiven Anpassung der Aufbauhöhenlage an unterschiedliche Bedürfnisse der Nutzer. So kann beispielsweise für schlechte Wegstrecken der Aufbau angehoben werden, um die Geländegängigkeit zu verbessern und gleichzeitig das Risiko für Beschädigungen am PKW zu verringern. Bei höheren Fahrgeschwindigkeiten wird der Aufbau hingegen abgesenkt, um eine möglichst effiziente Aerodynamik zu erhalten. Nach dem Stand der Technik sind Einrichtungen zur Veränderung der Aufbauhöhe in der Regel als aktive Fahrwerke ausgebildet, wobei das Luftfahrwerk die derzeit meistverbreitete Lösung darstellt. Es eignen sich jedoch ohne weiteres auch hydraulisch (beispielsweise das von der Daimler AG unter dem Markennamen „Active Body Control” vertriebene Fahrwerkssystem) oder elektromechanisch betriebene Systeme nach dem Beispiel der
DE 10 2011 018 574 A1 , auf die hiermit Bezug genommen wird, für diese Aufgabe.
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Personenkraftwagen können zur Erhöhung der Transportkapazität mit Dachgepäckträgern und/oder Dachboxen (auch „Jetbag” genannt) versehen werden, die an entsprechenden Aufnahmen auf dem Dach des PKW festlegbar sind. Allerdings ergeben sich für den Nutzer teils erhebliche Schwierigkeiten bei der Montage der Dachgepäckträger bzw. Dachboxen, da diese relativ schwer und unhandlich sind, sowie auf das Dach des PKW hinauf und auch wieder herunter gehoben werden müssen.
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Der Markt bietet zur Erleichterung der Montage entsprechende Haltevorrichtungen für den Dachgepäckträger oder die Dachbox an, die beispielsweise an der Decke der Garage montiert werden und im Wesentlichen aus einem Seilzugsystem bestehen. Der Dachgepäckträger oder die Dachbox können in diese Haltevorrichtungen eingehängt werden und durch Betätigung des Seilzugs auf das Dach des darunter geparkten PKW herabgelassen oder von diesem hinaufgezogen werden. Wird der Dachgepäckträger oder die Dachbox nicht mehr benötigt, so kann sie in der Haltevorrichtung hängend gelagert werden. Eine derartige Haltevorrichtung wird in der
DE 40 10 175 A1 gezeigt.
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Nachteilig daran ist, dass ein relativ aufwändiger Hebemechanismus an der Haltevorrichtung vorgesehen werden muss, von dem weiterhin auch noch ein Seil bzw. ein Gestänge störend in die Garage hinab hängt.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Verfahren zum Betreiben eines PKW bereitzustellen, mit dem dachseitig montierbare Vorrichtungen zur Aufnahme von Ladung auf einfache und kraftsparende Weise abgenommen bzw. aufgesetzt werden können.
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Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
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Ein Verfahren zum Betreiben eines PKW mit einer Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe, umfasst die folgenden Schritte:
- – Betätigen der Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe, wobei der Aufbau des PKW auf eine untere Lage gebracht wird;
- – Platzieren des PKW unterhalb einer Haltevorrichtung für eine auf dem Dach des PKW montierbare Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung;
- – Betätigen der Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe, wobei der Aufbau des PKW auf eine obere Lage gebracht wird;
- – Entkoppeln der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung vom PKW und Koppeln der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung mit der Haltevorrichtung, oder umgekehrt;
- – Betätigen der Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe, wobei der Aufbau des PKW auf eine untere Lage gebracht wird.
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Die beschriebene Reihenfolge der Verfahrensschritte stellt die empfohlene Abfolge dar, kann aber in bestimmten Punkten auch in anderer Abfolge vorgenommen werden. Insbesondere sei hier das Entkoppeln der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung mit dem PKW und das Koppeln der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung mit der Haltevorrichtung bzw. das Koppeln der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung mit dem PKW und das Entkoppeln der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung mit der Haltevorrichtung im umgekehrten Fall genannt. Dieser Schritt kann teilweise schon vor dem Betätigen der Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe im Sinne eines Anhebens des Aufbaus auf eine obere Lage vorgenommen werden. Die Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung kann also zuerst vom PKW entkoppelt, anschließend der Fahrzeugaufbau angehoben und erst dann die Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung mit der Haltevorrichtung gekoppelt werden. Erfindungswesentlich ist lediglich, dass der PKW in seiner unteren Aufbaulage mit dem Verfahren startet, die obere Aufbaulage beim Wechsel der Kopplung der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung zwischen dem Dach des PKW und der Haltevorrichtung einnimmt und zum Schluss wieder in die untere Aufbaulage zurückkehrt.
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Indem der PKW mit seiner Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe die Bewegung der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung auf dem Dach des Fahrzeugs relativ zur Haltevorrichtung übernimmt, kann auf eine aufwändige Gestaltung der Haltevorrichtung verzichtet werden. Der Nutzer muss keinerlei Kraft aufwenden, um die Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung vom Dach abzuheben oder auf das Dach hinauf zu heben, da sein Fahrzeug mit dem Verstellweg dies übernimmt. Als Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung eigenen sich insbesondere die in diesem Zusammenhang bereits eingangs erwähnten Dachgepäckträger oder Dachboxen. Jedoch können auch Ladungsstücke selbst in geeignete Haltevorrichtungen abgelegt werden.
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In einer bevorzugten Ausführung ist die Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe ein aktives Fahrwerk. Aktive Fahrwerke sind dem Fachmann aus dem Stand der Technik bekannt. Die meiste Verbreitung fanden bisher Luftfahrwerke mit Luftfederbalgen, die entsprechend befüllt und entleert werden können. Weiterhin stehen hydraulische und elektromechanische Systeme zur Verfügung, wobei letztere den Vorteil haben, dass sie mit Batteriestrom betrieben werden und so auch bei ausgeschalteter Zündung funktionieren. Mit den genannten Systemen sind Verstellwege des Fahrzeugaufbaus relativ zum Fahrwerk von mehr als 100 mm möglich.
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In einer bevorzugten Ausführung platziert sich der PKW (halb-)automatisch unterhalb der Haltevorrichtung. Durch eine geeignete Umfeldsensorik des Fahrzeugs kann dieses (halb-)automatisch die korrekte Parkposition bezüglich der Haltevorrichtung einnehmen, was dem Nutzer viel Rangierarbeit erspart. Der Fahrzeugnutzer kann den Vorgang von außerhalb seines PKWs beobachten und mittels eines mobilen Geräts (Smartphone, etc.) bei Bedarf abbrechen. Dadurch wird ihm auch die Durchführung der folgenden Verfahrensschritte erleichtert.
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In einer bevorzugten Ausführung ist die Haltevorrichtung an einer Decke angeordnet und hält zu dieser einen konstanten Abstand. Jede Art von das Fahrzeug überspannenden Gebilde weist definitionsgemäß eine Decke auf, an der die Haltevorrichtung angeordnet werden kann. Als Decke bieten sich insbesondere eine Garagendecke oder das Dach eines Carports an.
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In einer bevorzugten Ausführung wird die Haltevorrichtung durch zwei Schlaufen gebildet. Die beiden u-förmig ausgebildeten Schlaufen hängen in Fahrzeuglängsrichtung betrachtet hintereinander von der Decke hinab und können so mit wenigen Handgriffen unter die Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung gebracht werden. Unterstützend können die Schlaufen auch Schnellverschlüsse aufweisen, mit denen die Schlaufen zu zwei einzelnen Bändern geöffnet und wieder zu einer Schlaufe geschlossen werden können. Mit einer entsprechenden Möglichkeit zur Anpassung der Schlaufenlänge, kann die Haltevorrichtung individuell auf bestimmte PKWs und Dachgepäckträger bzw. Dachboxen angepasst werden. Weiterhin besteht bei den Schlaufen nicht die Gefahr, dass diese das Dach des Fahrzeugs oder die noch darauf montierte Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung bei einem unabsichtlichen Kontakt beschädigen.
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In einer bevorzugten Ausführung wird die Haltevorrichtung durch ein Gestell mit Rastmitteln gebildet. Ein starres Gestell ist sehr tragfähig und robust. Die Rastmittel sollten jedoch so flexibel sein, dass ein gewisser Lageversatz der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung zur Haltevorrichtung ausgeglichen werden kann.
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In einer bevorzugten Ausführung kann die Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe fernbetätigt werden. Dies erleichter dem Nutzer die Durchführung des Verfahrens, indem er sein Fahrzeug verlässt und mittels eines mobilen Gerätes, wie beispielsweise seinem Smartphone oder der Funkfernbedienung des PKWs, oder durch Sprachsteuerung bzw. Gestensteuerung das Anheben und Senken des Fahrzeugaufbaus zu veranlassen. Somit kann laufend die korrekte Ausrichtung der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung zur Haltevorrichtung überwacht und gegebenenfalls schnell eingegriffen werden.
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Es entfällt außerdem das lästige Ein- und Aussteigen aus dem Fahrzeug beim Übergang zwischen den Verfahrensschritten.
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Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
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Darin zeigen:
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1 den PKW mit einer Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung unter der Haltevorrichtung;
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2 den PKW beim Koppeln bzw. Entkoppeln der Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung mit der Haltevorrichtung;
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3 die mit der Haltevorrichtung gekoppelte Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung.
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Gemäß der 1 bis 3 hat ein PKW 1 einen Aufbau 3, der sich mit einer als aktivem Fahrwerk ausgebildeten Einrichtung 2 zur Veränderung der Aufbauhöhe auf den Rädern 7 abstützt. Auf dem Dach 1a des PKW 1 kann eine Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung auf entsprechenden Halterungen (Dachreling) angeordnet werden. Vorliegend ist die Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung als Dachbox ausgeführt. An der Decke 6 einer Garage oder eines Carports ist eine Haltevorrichtung 4 mit einem Gestell 4a und daran angeordneten Rastmitteln 4b so angebracht, dass der lotrechte Abstand zwischen Rastmitteln 4b und Decke 6 immer konstant bleibt. Eine Höhenverstellung der Haltevorrichtung 4 ist nicht vorgesehen.
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Das Verfahren zum Abladen der Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung in die Haltevorrichtung 4 wird im Folgenden anhand der 1 bis 3 erklärt:
Der PKW 1 wird, wie in 1 dargestellt, mit dem Aufbau 3 in der unteren Lage unterhalb der Haltevorrichtung 4 in der Garage abgestellt und zwar so, dass eine definierte Grobausrichtung der Rastmittel 4b zu der Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung vorliegt. Anschließend wird die Einrichtung 2 zur Veränderung der Aufbauhöhe in dem Sinne betätigt, dass der Aufbau 3 von der in 1 gezeigten unteren Lage in die in 2 gezeigte obere Lage überführt wird. Dabei erhöht sich der Abstand zwischen den Rädern 7 und dem Aufbau 3. Wie aus 2 ersichtlich, greifen die Rastmittel 4b an der Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung an und können miteinander gekoppelt werden. Davor oder danach ist die Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung vom PKW 1 zu entkoppeln. Sind die Schritte des Koppelns und Entkoppelns geschehen, so kann der Aufbau 3, wie in 3 gezeigt, durch die Einrichtung 2 zur Veränderung der Aufbauhöhe wieder in die untere Lage abgesenkt werden. Die Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung wird nun so lange wie benötigt in der Haltevorrichtung 4 aufbewahrt.
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Das Verfahren zum Abladen der Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung aus der Haltevorrichtung 4 auf das Dach 1a des PKW 1 wird im Folgenden anhand der 3 bis 1 erklärt:
Der PKW 1 wird, wie in 3 dargestellt, mit dem Aufbau 3 in der unteren Lage unterhalb der Haltevorrichtung 4 in der Garage abgestellt und zwar so, dass die Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung in definierter Weise auf das Dach 1a, insbesondere auf die dortige Dachreling, herabgelassen werden kann. Anschließend wird die Einrichtung 2 zur Veränderung der Aufbauhöhe in dem Sinne betätigt, dass der Aufbau 3 von der in 3 gezeigten unteren Lage in die in 2 gezeigte obere Lage überführt wird. Dabei erhöht sich der Abstand zwischen den Rädern 7 und dem Aufbau 3. Wie aus 2 ersichtlich, liegt die Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung nahezu auf dem Dach 1a auf und kann deshalb von der Haltevorrichtung 4 entkoppelt werden. Davor oder danach ist die Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung mit dem PKW 1 zu koppeln. Sind die Schritte des Koppelns und Entkoppelns geschehen, so kann der Aufbau 3, wie in 1 gezeigt, durch die Einrichtung 2 zur Veränderung der Aufbauhöhe wieder in die untere Lage abgesenkt werden. Die Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung befindet sich nun auf dem Dach 1a des PKW 1 und kann nach Bedarf mit Gegenständen befüllt bzw. der PKW 1 zusammen mit der Vorrichtung 5 zur Aufnahme von Ladung aus der Garage heraus gefahren werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- PKW
- 1a
- Dach
- 2
- Einrichtung zur Veränderung der Aufbauhöhe
- 3
- Aufbau
- 4
- Haltevorrichtung
- 4a
- Gestell
- 4b
- Rastmittel
- 5
- Vorrichtung zur Aufnahme von Ladung
- 6
- Decke
- 7
- Rad
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102011018574 A1 [0002]
- DE 4010175 A1 [0004]