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Die Erfindung betrifft ein Verdeck für ein Kraftfahrzeug gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Kraftfahrzeug gemäß Oberbegriff des Anspruchs 7.
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Verdecke für Kraftfahrzeuge, insbesondere für offene Kraftfahrzeuge, die auch als Cabrio bezeichnet werden, sind allgemein bekannt. Beispielsweise geht aus der
DE 10 2008 064 006 A1 ein Verdeck für ein Softtop eines offenen Kraftfahrzeugs mit einem Gewebe hervor, das leitfähige Fasern aufweist, an welche eine Spannung anlegbar ist. Verdecke für Kraftfahrzeuge sind im Allgemeinen faltbar oder ganz entfernbar an offenen Kraftfahrzeugen angebracht. Das Verdeck überspannt dabei einen Insassenraum beziehungsweise eine Fahrgastzelle des Kraftfahrzeugs und kann manuell oder automatisch geöffnet und geschlossen werden. Solche Kraftfahrzeuge weisen im Allgemeinen einen Überrollbügel auf, der die Fahrzeuginsassen bei einem Unfall, insbesondere bei Überschlägen, schützt. Ist das Verdeck bei einem Unfall geschlossen, kann es beschädigt werden. Auf weichem Untergrund beziehungsweise weichen Böden, wie beispielsweise Sand, kann es vorkommen, dass das geschlossene Verdeck durch in der Fahrgastzelle angeordnete Teile, beispielsweise einen Sitz oder den Überrollbügel beschädigt oder sogar durchstoßen wird. Das Durchstoßen erfolgt dabei von der Innenseite des Verdecks nach Außen durch das Verdeck hindurch.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verdeck für ein Kraftfahrzeug zu schaffen, das die genannten Nachteile nicht aufweist. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, ein Kraftfahrzeug mit einem Verdeck zu schaffen, das die genannten Nachteile nicht aufweist.
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Die Aufgabe wird gelöst, indem ein Verdeck mit den Merkmalen des Anspruchs 1 geschaffen wird. Bevorzugte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Das Verdeck für ein vorzugsweise offenes Kraftfahrzeug weist mindestens einen ersten und mindestens einen zweiten Bereich auf. Es zeichnet sich dadurch aus, dass in dem wenigstens einen zweiten Bereich wenigstens ein Verstärkungselement angeordnet ist. Das Verdeck weist in dem zweiten Bereich einen höheren Widerstand gegen Durchstoßen auf als in dem ersten Bereich. Das Verdeck oder Dach des vorzugsweise offenen Kraftfahrzeugs kann bevorzugt durch Zurückklappen, Falten oder Entfernen geöffnet werden. Es kann in verschiedene Bereiche eingeteilt werden, insbesondere in den ersten und den zweiten Bereich. Der erste und der zweite Bereich unterscheiden sich dabei vorzugsweise in den Materialeigenschaften des Verdecks. Es ist möglich, dass das Verdeck wenigstens einen dritten Bereich aufweist, in welchem sich ein rückwärtiges Sichtfenster oder eine Heckscheibe des Kraftfahrzeugs befindet. Der dritte Bereich weist bevorzugt wenigstens zwei verschiedene Materialien auf, insbesondere ein transparentes Material für das Sichtfenster oder die Heckscheibe und bevorzugt ein textiles Material, welches dieses/diese umrahmt. Das Sichtfenster oder die Heckscheibe weist bevorzugt Glas oder Kunststoff auf. Bevorzugt ist das Verstärkungselement in dem zweiten Bereich als zusätzliches Element vorgesehen. Vorzugsweise sind in dem ersten und in dem zweiten Bereich identische Materialien vorgesehen, wobei sich der erste Bereich von dem zweiten Bereich nur durch das zusätzliche Verstärkungselement unterscheidet.
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Der Begriff „Widerstand gegen Durchstoßen” bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die mechanischen Eigenschaften des Verdecks gegenüber einer Krafteinwirkung durch Stöße. Darunter kann beispielsweise verstanden werden, wieviel Kraft benötigt wird, um einen bestimmten Gegenstand in ein Material mit definierter Dicke hinein zu stoßen, sodass der Gegenstand das Material komplett durchdringt. Veranschaulicht werden kann dies an den Beispielen eines Pappkartons und einer Stahlplatte mit gleicher Dicke. Dabei weist der Pappkarton im Vergleich zu der Stahlplatte einen viel geringeren Widerstand gegen Durchstoßen auf. Ein Verdeck mit wenigstens einem Verstärkungselement in dem zweiten Bereich hat insbesondere den Vorteil, dass es in diesem Bereich einen höheren Widerstand gegen Durchstoßen aufweist. Zudem ist das Verdeck durch die nur bereichsweise vorgesehene Verstärkung einfacher faltbar oder klappbar als ein Verdeck, das in allen Bereichen Verstärkungselemente aufweist.
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Das Verstärkungselement vermindert die Krafteinwirkung dadurch, dass eine punktuell oder linienförmig eingeleitete Kraft flächig verteilt wird. Bevorzugt ist dabei das Verstärkungselement an Stellen im Verdeck vorgesehen, an welchen Bauteile in der Fahrgastzelle angeordnet sind, die potenziell das Verdeck von innen beschädigen könnten. Solche Bauteile weisen typischerweise einen geringen Abstand zu dem Verdeck auf. Durch die Anordnung eines Verstärkungselements in dem Bereich solcher Bauteile kann eine Beschädigung des Verdecks vermieden werden. Insbesondere bei Unfällen, bei welchen das offene Kraftfahrzeug mit geschlossenem Verdeck auf weichen Böden auf dem Dach zu liegen kommt, können harte Gegenstände von Innen durch das Verdeck in den weichen Untergrund eindringen. Weiche Böden können beispielsweise lockerer Sand, aufgeweichte Wiesen oder Sumpf sein.
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Es wird ein Ausführungsbeispiel des Verdecks bevorzugt, das sich dadurch auszeichnet, dass es in dem ersten und/oder in dem zweiten Bereich ein textiles Material aufweist. Vorzugsweise kann auch der dritte Bereich, neben dem Sichtfenster oder der Heckscheibe, ein textiles Material aufweisen. Bevorzugt weisen der erste Bereich und der zweite Bereich ein gleiches oder identisches Material auf, wobei in dem zweiten Bereich das zusätzliche Verstärkungselement vorgesehen ist. Auch ist es denkbar, dass der erste, der zweite und der dritte Bereich ein gleiches oder identisches Material aufweisen. Ein Verdeck, das hauptsächlich aus textilem Material besteht, wird auch als Softtop bezeichnet. Verdecke aus textilem Material haben den Vorteil, dass sie leicht und somit gewichtsparend sind und sich zudem platzsparend an oder in dem vorzugsweise offenen Kraftfahrzeug unterbringen lassen. Offene Kraftfahrzeuge werden auch als Cabriolet oder kurz Cabrio bezeichnet.
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Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des Verdecks weist das wenigstens eine Verstärkungselement einen faserverstärkten Kunststoff auf. Es ist auch möglich, dass das Verstärkungselement aus faserverstärktem Kunststoff besteht. Ein faserverstärkter Kunststoff weist bei relativ geringem Gewicht einen hohen Widerstand gegen Durchstoßen auf.
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Bei einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel des Verdecks weist das Verstärkungselement faserverstärkten Kunststoff aus Aramidfasern oder aus Aramidfaserbündeln auf. Es ist auch möglich, dass Fasern des faserverstärkten Kunststoffs ein anderes Material aufweisen, beispielsweise Polyethylen, Polyurethan, Basalt, Keramik, Metall, Kohlenstoff oder Glas. Das Verdeck kann bevorzugt auch Fasern oder Faserbündel aus Naturfasern oder Kunststofffasern aufweisen. Es ist auch möglich, dass das Verstärkungselement eine Kombination aus einzelnen oder mehreren der genannten Faserwerkstoffe aufweist. Eine Faserstruktur des Verdecks kann als Gewebe, Gelege, Gestrick, Gewirk, als Wirrfaservlies oder in anderer geeigneter Weise ausgebildet sein. Insbesondere ist es möglich, dass das Verdeck eine Fasermatte oder eine Mehrzahl von Fasermatten aufweist. Insbesondere ist es möglich, dass das Fasermaterial des Verdecks mehrlagig ausgebildet ist. Dabei können einzelne Lagen verschiedene Ausrichtungen der Fasern oder Faserbündel aufweisen. Das Fasermaterial des Verdecks ist bevorzugt in eine Matrix eingebettet. Vorzugsweise weist das Verdeck hierbei eine Duromermatrix und/oder eine Thermoplastmatrix, besonders bevorzugt eine Epoxidharzmatrix auf. Insbesondere Verstärkungselemente, die Aramidfasern oder Aramidfaserbündel aufweisen, sind als Verstärkungselemente für das Verdeck geeignet, da sie ein geringes Gewicht und einen extrem hohen Durchstoßwiderstand aufweisen.
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Es wird ein Ausführungsbeispiel des Verdecks bevorzugt, das einen klappbaren Rahmen zur Befestigung des textilen Materials aufweist. Das wenigstens eine Verstärkungselement ist dabei bevorzugt an dem Rahmen des Verdecks befestigt. Dieser weist bevorzugt mehrere vorzugsweise metallische Rahmenelemente auf, die vorzugsweise miteinander gelenkig und relativ zueinander beweglich verbunden sind, sodass der Rahmen faltbar oder klappbar ist. Bei geschlossenem Verdeck des offenen Kraftfahrzeugs überspannt das Verdeck den Insassenraum oder die Fahrgastzelle mit dem Rahmen, über den das textile Material gespannt ist. Das Verdeck ist bevorzugt an einer Windschutzscheibe des Kraftfahrzeugs verriegelbar. Rahmenelemente, die sich quer zu einer Fahrrichtung des Kraftfahrzeugs erstrecken, werden auch als Spriegel bezeichnet. Diese weisen einen Mittelteil auf, sowie einen linken und einen rechten Seitenteil. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das wenigstens eine Verstärkungselement an wenigstens einem Spriegel des Verdecks befestigt. Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel des Verdecks ist das wenigstens eine Verstärkungselement an einem Spriegel, der eine kürzeste Distanz zu einem Überrollbügel des offenen Kraftfahrzeugs aufweist, befestigt. Die Befestigung des wenigstens einen Verstärkungselement an einem Rahmenelement hat insbesondere den Vorteil, dass das Verdeck sich leicht zusammenfalten und aufklappen lässt. Ebenso bietet eine Befestigung des wenigstens einen Verstärkungselements an dem klappbaren Rahmen insbesondere den Vorteil, dass das Verstärkungselement bei Faltvorgängen korrekt positioniert wird.
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Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel des Verdecks ist das wenigstens eine Verstärkungselement als Einlage ausgebildet. Dabei kann die Einlage bevorzugt in einer in dem Verdeck, insbesondere in dem textilen Material ausgebildeten Tasche angeordnet sein. Es ist auch möglich, dass das Verstärkungselement in dem zweiten Bereich zusätzlich oder alternativ auf andere Art befestigt ist, beispielsweise durch Kleben, Annähen, Vernieten und/oder durch eine weitere geeignete Befestigungsart. Das wenigstens eine Verstärkungselement kann bevorzugt auch aus mehreren Einzelelementen zusammengesetzt sein. Die Ausbildung des Verstärkungselements als Einlage ermöglicht insbesondere eine einfache Fertigung und Montage.
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Die Aufgabe wird auch gelöst, indem ein Kraftfahrzeug gemäß Anspruch 7 geschaffen wird.
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Das vorzugsweise offene Kraftfahrzeug weist wenigstens einen Überrollbügel und ein Verdeck auf. Das Verdeck weist mindestens einen ersten und mindestens einen zweiten Bereich auf. In dem zweiten Bereich des Verdecks ist wenigstens ein Verstärkungselement angeordnet. Das Verdeck weist in dem zweiten Bereich einen höheren Widerstand gegen Durchstoßen auf als in dem ersten Bereich. Der/die Überrollbügel des Kraftfahrzeugs kann/können auf verschiedene Weise ausgebildet sein, beispielsweise als feststehendes Stahlrohr oder als zwei U-förmig – umgedreht – ausgebildete Stahlrohre. Überrollbügel sind bevorzugt hinter den Sitzen für Fahrzeuginsassen angeordnet.
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Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel des Kraftfahrzeugs ist der wenigstens eine Überrollbügel in eine erste, eingefahrene und in eine zweite, ausgefahrene Position verlagerbar. Verlagerbare Überrollbügel sind bevorzugt während des Fahrens in eingefahrener Position angeordnet und werden vorzugsweise nur bei einem Unfall oder bei einem bevorstehenden, prognostizierten Unfall in die ausgefahrene Position verlagert. Zur Erfassung einer Unfallsituation werden verschiedene Erfassungsmittel eingesetzt, beispielsweise Sensoren, deren Signale ausgewertet werden. Eine Auswerteeinrichtung verarbeitet die Daten beziehungsweise Signale der Erfassungsmittel und entscheidet im Bedarfsfall, beispielsweise bei einem bevorstehenden Unfall oder einer Unfallsituation, dass der Überrollbügel von der eingefahrenen Position in die ausgefahrene Position verlagert wird. In normaler Fahrsituation ist der verlagerbare Überrollbügel bevorzugt von außen nicht sichtbar. Es können auch mehrere verlagerbare Überrollbügel in einem offenen Kraftfahrzeug vorgesehen sein.
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Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel des Kraftfahrzeugs ist das wenigstens eine Verstärkungselement lokal oberhalb des wenigstens einen Überrollbügels angeordnet. Alternativ oder zusätzlich ist bevorzugt vorgesehen, dass das Verstärkungselement zwei separate, insbesondere in Richtung einer Breite des Kraftfahrzeugs voneinander beabstandete Überrollbügel überspannt. Besonders bevorzugt wird ein Ausführungsbeispiel, bei welchem das wenigstens eine Verstärkungselement sich über eine komplette Fahrzeugbreite erstreckt. Die Anordnung des wenigstens einen Verstärkungselements lokal oberhalb des wenigstens einen Überrollbügels wird dabei bevorzugt so verstanden, dass das Verstärkungselement in einem Bereich angeordnet ist, der – bei geschlossenem Verdeck – über dem Überrollbügel angeordnet ist. Die Begriffe „lokal oberhalb” oder auch „direkt darüber angeordnet” können also so verstanden werden, dass – vertikal zur Längsachse des Fahrzeugs gesehen – eine mögliche Berührungsfläche zwischen dem Verdeck und dem wenigstens einen Überrollbügel durch das Verstärkungselement verstärkt ist. Vorzugsweise erstreckt sich das Verstärkungselement flächig über einem möglichen Berührungspunkt.
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Im normalen Fahrbetrieb des Kraftfahrzeugs hat das Verdeck vorzugsweise keinen Kontakt mit dem wenigstens einen Überrollbügel. Ein Kontakt zwischen Überrollbügel und Verdeck erfolgt vielmehr bevorzugt nur im Falle großer Krafteinwirkung von außen, also beispielsweise bei einem Unfall mit Überschlag. Insbesondere wenn sich das wenigstens eine Verstärkungselement über die komplette Fahrzeugbreite erstreckt, werden lokal eingeleitete Kräfte über eine große Fläche verteilt, sodass durch die Kraftverteilung ein Durchstoßen oder Durchdringen des Verdecks verhindert wird. Überspannt das Verstärkungselement – zusätzlich oder alternativ – zwei separate Überrollbügel, wird auf diese Weise ein Zugverband zwischen den Überrollbügeln aufgebaut, was die Stabilität der Überrollbügel und damit bevorzugt auch insgesamt des Kraftfahrzeugs erhöht.
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Es ist dabei bevorzugt auch möglich, dass das Verstärkungselement an – in Richtung der Fahrzeugbreite gesehen – sich gegenüberliegenden, in Fahrzeuglängsrichtung orientierten Rahmenelementen befestigt ist. So wird auf besonders einfache Weise sichergestellt, dass sich das Verstärkungselement über die gesamte Kraftfahrzeugbreite – jedenfalls im Bereich des Verdecks – und insbesondere über die gesamte Breite des Rahmens, erstreckt. Bei einem Unfall kann eine Krafteinleitung über den wenigstens einen Überrollbügel in das Verstärkungselement, von diesem in den Rahmen, und vorzugsweise von dem Rahmen in eine Karosserie des Kraftfahrzeugs erfolgen.
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Gemäß einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel weist das Kraftfahrzeug einen Überrollbügel – in Fahrtrichtung gesehen – hinter einem Sitz für einen Fahrzeuginsassen auf. In anderen Worten ist der wenigstens eine Überrollbügel – in Fahrtrichtung gesehen – hinter einem Sitz für einen Fahrzeuginsassen angeordnet. Der Überrollbügel dient bei einem Unfall mit Überschlag insbesondere dem Schutz des Kopfbereichs von Fahrzeuginsassen. Er erstreckt sich vorzugsweise – in vertikaler Richtung – höher als der Kopf eines Fahrzeuginsassen wodurch sich im Falle, dass das Fahrzeug auf das Dach gedreht wird oder sich überschlägt, ein freier Raum zwischen dem Kopf und einem Untergrund ergibt.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung bildet das wenigstens eine Verstärkungselement mit wenigstens einem, vorteilhaft mit zwei separaten Überrollbügeln einen Zugverband. Der Zugverband ermöglicht eine gleichmäßige Kraftverteilung und stabilisiert zusätzlich die Überrollbügel gegenüber eingeleiteten Querkräften.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist das Verstärkungselement zwischen einer Außenhülle des Verdecks und dem Überrollbügel angeordnet. Die Außenhülle ist einer äußeren Umgebung des Kraftfahrzeugs zugewandt. Das Verstärkungselement liegt also – in vertikaler Richtung gesehen – zwischen dem Innenraum des Fahrzeugs und der Außenhülle des Verdecks. Es ist auch möglich, dass das wenigstens eine Verstärkungselement in das Material des Verdecks in dem zweiten Bereich eingearbeitet ist.
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Es ist auch eine Kombination von einzelnen oder mehreren der zuvor genannten Ausführungsbeispielen denkbar.
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Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
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1 eine schematische Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines Verdecks;
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2 eine schematische Rückansicht des Ausführungsbeispiels gemäß 1, und
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3 eine schematische Draufsicht auf das Ausführungsbeispiel gemäß den 1 und 2.
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1 zeigt einen Bereich eines Ausführungsbeispiels eines offenen Kraftfahrzeugs 1 mit einem Ausführungsbeispiel eines Verdecks 3. Das Verdeck 3 weist einen ersten Bereich 5 und einen zweiten Bereich 7 auf. 1 zeigt weiterhin, dass in dem zweiten Bereich 7 wenigstens ein Verstärkungselement 9 angeordnet ist. Das Verdeck 3 weist in dem zweiten Bereich 7 einen höheren Widerstand gegen Durchstoßen auf als in dem ersten Bereich 5.
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Das in 1 dargestellte Ausführungsbeispiel des Verdecks 3 weist sowohl in dem ersten Bereich 5 als auch in dem zweiten Bereich 7 ein textiles Material auf. Wie in 1 dargestellt, befindet sich der erste Bereich 5 – in Fahrtrichtung y gesehen – vor dem zweiten Bereich 7. Das textile Material des Verdecks 3 wird vorzugsweise durch Stricken, Weben, Flechten, Wirken oder Legen, gefertigt, stellt also ein Gestrick, ein Gewirk, ein Gewebe, ein Geflecht oder ein Gelege dar. Das Verdeck 3 ist vorzugsweise an einer Windschutzscheibe 11 verriegelbar. Es ist über einen nicht dargestellten faltbaren Rahmen gespannt. Weiterhin zeigt 1 einen verlagerbaren Überrollbügel 15. Der Überrollbügel 15 befindet sich – in Fahrtrichtung y gesehen – hinter einem Sitz 17 in einer Fahrgastzelle 19. Oberhalb des Überrollbügels 15 ist zumindest lokal das Verstärkungselement 7 angeordnet. Zwischen einer Oberkante 21 des Überrollbügels 15 und dem Verdeck 3 beziehungsweise dem in dem zweiten Bereich 7 angeordneten Verstärkungselement 9 ist ein Abstand x vorgesehen. Bei Krafteinwirkung, zum Beispiel bei einem Unfall, kann sich der Abstand x zwischen dem Verdeck 3 und der Oberkante 21 des Überrollbügels 15 verringern, insbesondere da sich das Verdeck 3 verformt. Bei sehr hoher Krafteinwirkung berührt die Oberkante 21 das Verdeck 3 in dem zweiten Bereich 7, sodass der Abstand x gleich Null wird. Die Oberkante 21 kann auch den höchsten Punkt eines Gegenstands im Innenraum des Kraftfahrzeugs 1 bezeichnen, beispielsweise den höchsten Punkt eines feststehenden Überrollbügels. Durch das Verstärkungselement 7 verteilt sich eine in das Verdeck 3 bei einem Unfall eingeleitete Kraft F über einen größeren Bereich, sodass verhindert wird, dass das Verdeck 3 von der Oberkante 21 des Überrollbügels 15 durchstoßen wird. Das Durchstoßen würde von Innen nach Außen erfolgen, also aus der Fahrgastzelle in Richtung des Verdecks 3 und durch dieses hindurch.
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2 zeigt eine Rückansicht des Ausführungsbeispiels gemäß 1. Gleiche und funktionsgleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, sodass insofern auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird. In 2 ist auf der Rückseite des Kraftfahrzeugs 1 eine Heckscheibe 23 dargestellt. Die Heckscheibe 23 befindet sich in Fahrtrichtung gesehen hinter dem zweiten Bereich 7. Ein Bereich des Verdecks 3, in welchem die Heckscheibe des Ausführungsbeispiels angeordnet ist, kann auch als dritter Bereich 25 bezeichnet werden. Der dritte Bereich 25 weist vorzugsweise zwei verschiedene Materialien auf, nämlich das Material, aus welchem die Heckscheibe 23 gebildet ist, und das textile Material des Verdecks 3. Die Heckscheibe 23 besteht bevorzugt aus transparentem Kunststoff oder aus Glas. 2 zeigt weiterhin einen ersten Überrollbügel 15.1 und einen zweiten Überrollbügel 15.2. Die Überrollbügel 15.1, 15.2 sind separat ausgebildet, insbesondere – in Richtung einer Breite B des Kraftfahrzeugs 1 gesehen – voneinander beabstandet. Das Verstärkungselement 9 überspannt die separaten Überrollbügel 15.1 und 15.2. Wie ebenfalls aus 2 ersichtlich, erstreckt sich bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel das Verstärkungselement 9 über die gesamte Breite B des Kraftfahrzeugs 1. Das Verstärkungselement 9 erstreckt sich von einer linken Seite 27 über einen Mittelbereich 31 bis zu einer rechten Seite 29 des Verdecks 3. Dabei überspannt das Verstärkungselement 9 einen Fahrgastraum entlang einer gesamten Kontur des Verdecks 3. Das Verstärkungselement 9 ist bevorzugt flächig ausgebildet. Dies bewirkt eine besonders günstige Kraftverteilung. Im Falle, dass ein Teil aus dem Fahrgastraum – zum Beispiel der Überrollbügel 15 – zur Anlage an dem Verstärkungselement kommt, wird die auftretende Kraft verteilt. Das Verstärkungselement 9 wandelt vorzugsweise eine punkt- oder linienförmig wirkende Kraft in eine flächig wirkende Kraft um.
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3 zeigt das Ausführungsbeispiel eines offenen Kraftfahrzeugs 1 gemäß den 1 und 2 in einer Ansicht von oben. Gleiche und funktionsgleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, sodass insofern auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird. Der erste Bereich 5 des Verdecks 3 erstreckt sich – in Fahrtrichtung y gesehen – von der Windschutzscheibe 11 bis zu einem Beginn des zweiten Bereichs 7. In dem zweiten Bereich 7 ist das Verstärkungselement 9 angeordnet. Das Verstärkungselement 9 kann vorzugsweise an einem nicht dargestellten Rahmen festgelegt sein. Vorzugsweise wird das Verstärkungselement 9 an einem Rahmenelement, das in dem zweiten Bereich 7 angeordnet ist, befestigt. Unterhalb des Verstärkungselements 9 sind die vorzugsweise ausfahrbaren, separaten Überrollbügel 15.1 und 15.2 in 3 schematisch angedeutet.
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Ein einzelner Überrollbügel gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel des Kraftfahrzeugs 1 ist in 3 schematisch angedeutet und mit dem Bezugszeichen 15.3 bezeichnet. Bei diesem ebenfalls bevorzugten Ausführungsbeispiel kann sich das Verstärkungselement 9 in dem zweiten Bereich 7 lokal an möglichen Berührungspunkten befinden, oder sich – wie in 3 angedeutet – über die gesamte Fahrzeugbreite erstrecken. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel führt das Verstärkungselement 9 bei Krafteinwirkung, beispielsweise bei einem Unfall, dazu, dass die einwirkende Kraft verteilt wird. Eine punktuell auftretende Kraft wird flächig verteilt, wodurch Kraftspitzen vermieden werden, sodass ein mögliches Durchstoßen verhindert werden kann.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102008064006 A1 [0002]