DE102008036175A1 - Karosserieteil aus einem Faserverbundwerkstoff - Google Patents
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Abstract
Ein Karosserieteil aus einem Faserverbundwerkstoff für ein Kraftfahrzeug weist eine dem Innenraum des Kraftfahrzeugs zugewandte Decklage aus einem hochfesten, duktilen Werkstoff auf.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Karosserieteil aus einem Faserverbundwerkstoff für ein Kraftfahrzeug.
- In der
DE 10 2004 042 828 A1 ist eine Trennwand für ein Kraftfahrzeug zur Abtrennung eines Laderaums von einem Fahrzeuginsassenbereich vorgeschlagen. Die Trennwand besteht aus einem druckfesten Material oder aus einem Kunststoffschaum, beispielsweise aus Polyurethan. An einer dem Fahrzeuginsassenbereich zugewandten Seite weist die Trennwand eine Lage aus einem Aramidgewebe oder einem Mischgewebe aus Karbonfaserkunststoff und Aramid auf, wohingegen die einem Laderaum zugewandte Seite der Trennwand in Karbonfaser-Kunststoff-Bauweise ausgeführt ist. Auf diese Weise soll eine Trennwand mit geringem Gewicht bei gleichzeitig hohem Energieaufnahmevermögen entstehen. - Aus der
EP 0 812 282 B1 ist ein einteiliger, aus einem Kunststoffverbundmaterial bestehender Karosserieboden bekannt. Problematisch bei derartigen aus Faserverbundwerkstoffen bekannten Karosseriebauteilen ist jedoch die Tatsache, dass im Crashfall scharfkantige Splitter und Löcher entstehen können, die eine Verletzungsgefahr für die Insassen des Kraftfahrzeugs herbeiführen können. - Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Karosserieteil aus einem Faserverbundwerkstoff für ein Kraftfahrzeug zu schaffen, bei welchem diese Verletzungsgefahr für die Insassen vermieden wird.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.
- Durch die erfindungsgemäß aus einem hochfesten, duktilen Werkstoff bestehende, dem Innenraum des Kraftfahrzeugs zugewandte Decklage ergibt sich auch bei einer zum Beispiel durch einen Unfall hervorgerufenen Beschädigung des aus dem Faserverbundwerkstoff bestehenden Karosserieteils keine Gefährdung der Insassen des Kraftfahrzeugs, da die Decklage im Crashfall unbeschädigt bleibt und somit eventuell entstehende scharfkantige Bereiche oder Teile nicht in den Innenraum gelangen können. Dies führt zu einer sehr einfachen und damit verhältnismäßig kostengünstigen Möglichkeit des Insassenschutzes, ohne auf die Vorteile der Verwendung eines Faserverbundwerkstoffs für das Karosserieteil, wie geringes Gewicht und hohe Steifigkeit, verzichten zu müssen.
- Als besonders vorteilhaft hinsichtlich der Festigkeit bei vergleichsweise geringem zusätzlichem Gewicht hat es sich erwiesen, wenn die Decklage Aramid aufweist oder aus Aramid besteht, oder wenn die Decklage Kevlar aufweist oder aus Kevlar besteht.
- Besonders zu bevorzugende Einsatzmöglichkeiten des Karosserieteils ergeben sich, wenn dasselbe ein Fahrzeugdach oder eine Bodenstruktur ist.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen. Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung prinzipmäßig dargestellt.
- Es zeigt:
-
1 ein erfindungsgemäßes Karosserieteil für ein Kraftfahrzeug in der Ausführungsform als Bodenstruktur; -
2 einen Schnitt nach der Linie II-II aus1 ; und -
3 die Bodenstruktur aus2 im Crashfall. - In
1 ist als Beispiel für ein Karosserieteil1 eine Bodenstruktur1a für ein Kraftfahrzeug dargestellt. Die Bodenstruktur1a weist zwei Seitenteile2 und3 und einen zwischen den Seitenteilen2 und3 angeordneten, in der mit ”x” bezeichneten Längsrichtung des Kraftfahrzeugs verlaufenden Mitteltunnel4 auf. Der Mitteltunnel4 und die beiden sich an denselben anschließenden Seitenteile2 und3 können einteilig miteinander ausgebildet sein. Die gesamte Bodenstruktur1a besteht im vorliegenden Fall aus einem Faserverbundwerkstoff, beispielsweise aus CFK. Statt als Bo denstruktur1a könnte das Karosserieteil1 auch als Fahrzeugdach ausgebildet sein, wobei in diesem Fall die Decklage7 wiederum dem Innenraum6 zugewandt wäre, sich also an der unteren Seite des Fahrzeugdachs befinden würde. - Auf den beiden Seitenteilen
2 und3 befinden sich jeweilige Sitzquerträger5 , an denen in an sich bekannter Weise nicht dargestellte Sitze für das Kraftfahrzeug befestigt werden können. Selbstverständlich kann die Anzahl, die Form und die Anordnung der Sitzquerträger5 von der dargestellten abweichen. Dies gilt im Übrigen auch für die gesamte Form der Bodenstruktur1a , die in üblicher Weise an das jeweilige Kraftfahrzeug angepasst wird. - Wie in
2 zu erkennen ist, weist das Karosserieteil1 , also im vorliegenden Fall die Bodenstruktur1a , eine dem Innenraum6 des Kraftfahrzeugs zugewandte Decklage7 auf, die aus einem hochfesten, duktilen Werkstoff besteht. Als Werkstoff für die Decklage7 sind insbesondere Aramid oder Kevlar geeignet, wobei die Decklage7 dabei sowohl vollständig aus Aramid bzw. Kevlar bestehen als auch lediglich einen bestimmten Anteil an Aramid bzw. Kevlar aufweisen kann. Vorzugsweise ist die Decklage7 als Gewebe ausgebildet, das Aramid, Kevlar oder ein anderes geeignetes Material aufweist bzw. vollständig aus demselben besteht. Die Decklage7 kann alternativ in das Karosserieteil1 einlaminiert oder an mehreren Stellen mit dem Karosserieteil1 verbunden sein. - In der Darstellung gemäß
3 ist die Bodenstruktur1 nach einem Crash, insbesondere einem Seitenaufprall, dargestellt. Hierbei ist zu erkennen, dass zwar die Bodenstruktur1a beschädigt ist und sich scharfkantige Bereiche8 in derselben gebildet haben, dass jedoch die Decklage7 unbeschädigt ist und somit die scharfkantigen Bereiche8 verdeckt, die somit die sich im Innenraum6 befindlichen Insassen des Kraftfahrzeugs nicht gefährden können. Zwar kann sich die Decklage7 gegebenenfalls, insbesondere durch Delaminieren von der Bodenstruktur1a lösen, sie bleibt jedoch in jedem Fall als Schutzlage erhalten und schützt somit die Insassen vor scharfkantigen, zersplitterten Strukturteilen des Faserverbundwerkstoffs der Bodenstruktur1a . - In der Darstellung gemäß
2 und3 ist auch zu erkennen, dass die Decklage7 über einen seitlichen Bereich jeweiliger Schweller9 gezogen ist und so auch in diesen Bereichen einen entsprechenden Schutz bietet. Die Schweller9 sind in1 zum Zwecke einer einfacheren Darstellbarkeit nicht zu erkennen. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 102004042828 A1 [0002]
- - EP 0812282 B1 [0003]
Claims (8)
- Karosserieteil aus einem Faserverbundwerkstoff für ein Kraftfahrzeug, gekennzeichnet durch eine dem Innenraum (
6 ) des Kraftfahrzeugs zugewandte Decklage (7 ) aus einem hochfesten, duktilen Werkstoff. - Karosserieteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Decklage (
7 ) Aramid aufweist oder aus Aramid besteht. - Karosserieteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Decklage (
7 ) Kevlar aufweist oder aus Kevlar besteht. - Karosserieteil nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Decklage (
7 ) als Gewebe ausgebildet ist. - Karosserieteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Karosserieteil (
1 ) ein Fahrzeugdach ist. - Karosserieteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Karosserieteil (
1 ) eine Bodenstruktur (1a ) ist. - Karosserieteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Decklage (
7 ) in das Karosserieteil (1 ) einlaminiert ist. - Karosserieteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Decklage (
7 ) an mehreren Stellen mit dem Karosserieteil (1 ) verbunden ist.
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Publications (1)
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