DE10200258B4 - Pressenhebel ,für kraftgetriebene Preßwerkzeuge - Google Patents
Pressenhebel ,für kraftgetriebene Preßwerkzeuge Download PDFInfo
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Abstract
Pressenhebel für kraftgetriebene Preßwerkzeuge, bei denen die Pressenhebel (1, 15) paarweise angeordnet und zweiarmig ausgebildet sind und Schwenkachsen (A) aufweisen, auf deren einer Seite jeweils eine Arbeitsfläche (8) für den Preßvorgang und auf deren anderer Seite jeweils eine Steuerfläche (7) für das gegeneinander Bewegen der Arbeitsflächen (8) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Pressenhebel (1, 15) mit plastisch und/oder elastisch verformbaren Einlagen (14) und/oder Auflagen (16} versehen sind.
Description
- Die Erfindung betrifft Pressenhebel für kraftgetriebene Preßwerkzeuge, bei denen die Pressenhebel paarweise angeordnet und zweiarmig ausgebildet sind und Schwenkachsen aufweisen, auf deren einer Seite jeweils eine Arbeitsfläche für den Preßvorgang und auf deren anderer Seite jeweils eine Steuerfläche für das gegeneinander Bewegen der Arbeitsflächen angeordnet sind.
- Ein auswechse barer Pressenkopf mit derartigen zweiarmigen Pressenhebeln ist durch die
DE 44 46 504 C1 bekannt. Er dient zum radialen und dauerhaft dichten Verpressen von Rohrverbindungen und Preßfittingen, z. B. im Sanitär- und Heizungsbereich. Derartige Pressenhebel sind Preßkräften im Tonnenbereich ausgesetzt und bestehen in aller Regel aus gesenkgeschmiedeten, gehärteten und angelassenen Stahllegierungen. Bei der bekannten Lösung ging es darum, übermäßig große Preßkräfte und Flächenpressungen dadurch zu kompensieren, daß man unter Anwendung der Hebelgesetze Zangenmäuler kleinen Durchmessers in einem größeren Abstand von den Schwenkachsen anordnet und – umgekehrt – Zangenmäuler großen Durchmessers in einem kleineren Abstand von den Schwenkachsen. Damit wird einer Bruchgefahr in gewissem Umfang entgegen gewirkt; sie ist aber nicht völlig ausgeschlossen. - Nun kann es in Ausnahmefällen bei Fehlbedienungen und/oder beim Aufsetzen des auswechselbaren Pressenkopfes auf Kraftmaschinen mit unzulässig hoher Antriebskräften vorkommen, daß die Pressenhebel aufgrund übermäßig hoher Hebelkräfte durch überlastung brechen. Da bereits nach Teilverpressungen der Rohrverbindungen und Preßfittinge durch teilweise elastische Verformung mit Rückstellkräften in diesen Verbindungen erhebliche Energien gespeichert sind, die im Falle eines Bruchs der Pressenhebel schlagartig frei gesetzt werden, besteht die Gefahr eines Herumfliegens der scharfkantigen Bruchstücke und einer Verletzung der Bedienungsperson oder sich in der Nähe aufhaltender Personen oder auch "nur" einer Sachbeschädigung.
- Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Pressenhebel der eingangs beschriebenen Gattung dahingehend zu verbessern, daß im Falle eines Bruchs der Pressenhebel keine Bruchstücke in der Umgebung herumfliegen.
- Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei den eingangs angegebenen Pressenhebeln erfindungsgemäß dadurch, daß die Pressenhebel mit plastisch und/oder elastisch verformbaren Einlagen und/oder Auflagen versehen sind.
- Durch diese Maßnahme(n) wird die gestellte Aufgabe in vollem Umfange gelöst: Im Falle eines Bruchs der Pressenhebel können keine Bruchstücke der Pressenhebel in der Umgebung herumfliegen; sie werden vielmehr zuverlässig durch die plastisch und/oder elastisch verformbaren Einlagen und/oder Auflagen am Pressenkopf und an der Kraftmaschine gehalten. Die Ein- oder Auflagen absorbieren zumindest einen Teil der freigesetzten Energien.
- Der Erfindungsgegenstand ist nicht auf eine bestimmte Antriebsart und auf eine bestimmte Ausführungsform von Leitungsverbindern und Preßfittingen beschränkt, sondern vielmehr universell einsetzbar, insbesondere auch bei Reparaturen von Pressenköpfen und/oder zum Nachrüsten.
- Es ist dabei im Zuge weiterer Ausgestaltungen der Erfindung besonders vorteilhaft, wenn entweder einzeln, oder in Kombination:
- – sich die Einlagen und/oder Auflagen über beide Seiten der Schwenkachsen erstrecken,
- – sich die plastisch und/oder elastisch verformbaren Einlagen und/oder Auflagen zusätzlich über die Arbeitsflächen erstrecken,
- – die Arbeitsflächen zweier Pressenhebel ein Zangenmaul für das radiale Verpessen von Rohrverbindungen bilden,
- – die Einlage aus einem Stahlseil besteht, das in oberflächennahen Bohrungen des jeweiligen Pressenhebels festgelegt ist,
- – die Einlage in der Mittenebene des Pressenhebels angeordnet ist,
- – die Auflage aus einem elastisch verformbaren Streifen eines elastomeren Werkstoffs besteht, der auf der Außenseite eines jeden Pressenhebels festgelegt ist,
- – die Auflage aus einem plastisch und/oder elastisch verformbaren Streifen eines metallischen Werkstoffs besteht, der auf der Außenseite eines jeden Pressenhebels festgelegt ist,
- – die Festlegung der Einlage und/oder der Auflage durch Verkleben durchgeführt ist, und/oder, wenn
- – die Festlegung der Einlage und/oder der Auflage durch Stifte durchgeführt ist.
- Zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes und ihre Wirkungsweisen werden nachfolgend anhand der
1 und2 näher erläutert. - Es zeigen:
-
1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines Pressenhebels und -
2 eine Teilweise geschnittene Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Pressenhebels. - In
1 ist ein zweiarmiger Pressenhebel1 dargestellt, der um eine Schwenkachse A schwenkbar in einem hier nicht gezeigten Halter gelagert ist. Die Lagerung geschieht durch einen. gleichfalls nicht gezeigten Gelenkzapfen, der durch eine Bohrung2 hindurchgesteckt ist, die die Schwenkachse A definiert. Zwei derartige Pressenhebel bilden zusammen mit dem Halter einen Pressenkopf, der mittels des Halters auf eine Kraftmaschine mit elektrischem oder elektrohydraulischem Antrieb aufgesetzt ist. Diese Kraftmaschine besitzt einen Stempel mit zwei Spreizrollen3 , von denen hier nur eine gezeigt ist. Die Vorschubrichtung der Spreizrollen3 ist durch den Pfeil4 angedeutet. Die Pressenhebel1 sind gehärtete Gesenkschmiedeteile. - Beiderseits der Schwenkachse A besitzt der Pressenhebel
1 einen ersten maschinenseitigen Hebelarm5 und einen zweiten maschinenfernen Hebelarm6 . Die Innenseite des ersten Hebelarms5 besitzt eine Steuerfläche7 für das Abrollen der Spreizrolle3 , und die Innenseite des zweiten Hebelarms6 bildet eine Arbeitsfläche8 , die der Endform einer zu verpressenden Rohrverbindung bzw. einem sogenannten Preßfitting angepaßt ist. Zwei solche Arbeitsflächen8 bilden ein Zangenmaul9 . In der Innenseite des ersten Hebelarms5 ist ferner eine Bohrung10 angeordnet, die ein Ende einer nicht gezeigten Spreizfeder aufnimmt. Beiderseits einer Symmetrieebene E hat man sich die Anordnung spiegelsymmetrisch vorzustellen. Ein derartiger Pressenkopf ist in der eingangs genanntenDE 44 46 504 C1 dargestellt und beschrieben. - Eine Schwachstelle derartiger Pressenhebel
1 ist z.B eine virtuelle Fläche, die durch die Bohrungen2 und10 verläuft und von der Bohrung2 zur nächstliegenden Stelle der Außenseite11 des Pressenhebels1 . Eine weitere Schwachstelle ist eine virtuelle Fläche, die von der Arbeitsfläche8 ausgeht und zwischen dem antriebsfernen Ende des zweiten Hebelarms6 und der Außenseite11 verläuft. - Um nun bei einem Bruch des Pressenhebels
1 das Herumfliegen von Bruchstücken zu verhindern, sind in der Nähe der Außenseite11 in der Mittenebene zwei unter einem stumpfen Winkel zueinander stehende Bohrungen12 und13 angeordnet, in die eine Einlage14 in Form eines Abschnitts eines Stahlseils, z.B. aus einem Edelstahl, eingeschoben ist. - Diese Einlage
14 erstreckt sich – wie gezeigt – über alle mutmaßlichen Schwachstellen. Zweckmäßig ist die Einlage14 mit den Wänden der Bohrungen12 und13 verklebt. - Die
2 zeigt einen Pressenhebel15 mit einer anderen Art von Bruchsicherung. Ansonsten werden die bisherigen Bezugszeichen verwendet. Zum gleichen Zweck ist die Außenseite11 des Pressenhebels15 mit einer Auflage16 in Form eines Streifens aus Federstahl, Weicheisen oder Kunststoff belegt, der sich – wie gezeigt – über alle mutmaßlichen Schwachstellen erstreckt und der mittels Stiften17 mit dem Pressenhebel15 verbunden ist Alternativ oder zusätzlich kann die Auflage16 mit dem Pressenhebel15 verklebt sein. - Durch die Einlagen
14 oder Auflagen16 werden alle Teile der Pressenhebel1 und15 auch in Falle eines Bruchs zuverlässig zusammen gehalten. -
- 1
- Pressenhebel
- 2
- Bohrung
- 3
- Spreizrollen
- 4
- Pfeil
- 5
- erster Hebelarm
- 6
- zweiter Hebelarm
- 7
- Steuerfläche
- 8
- Arbeitsfläche
- 9
- Zangenmaul
- 10
- Bohrung
- 11
- Außenseite
- 12
- Bohrung
- 13
- Bohrung
- 14
- Einlage
- 15
- Pressenhebel
- 16
- Auflage
- 17
- Stifte
- A
- Schwenkachse
- E
- Symmetrieebene
Claims (10)
- Pressenhebel für kraftgetriebene Preßwerkzeuge, bei denen die Pressenhebel (
1 ,15 ) paarweise angeordnet und zweiarmig ausgebildet sind und Schwenkachsen (A) aufweisen, auf deren einer Seite jeweils eine Arbeitsfläche (8 ) für den Preßvorgang und auf deren anderer Seite jeweils eine Steuerfläche (7 ) für das gegeneinander Bewegen der Arbeitsflächen (8 ) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Pressenhebel (1 ,15 ) mit plastisch und/oder elastisch verformbaren Einlagen (14 ) und/oder Auflagen (16 } versehen sind. - Pressenhebel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Einlagen (
14 ) und/oder Auflagen (16 ) über beide Seiten der Schwenkachsen (A) erstrecken. - Pressenhebel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich die plastisch und/oder elastisch verformbaren Einlagen (
14 ) und/oder Auflagen (16 ) zusätzlich über die Arbeitsflächen (8 ) erstrecken. - Pressenhebel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsflächen (
8 ) zweier Pressenhebel (1 ,15 ) ein Zangenmaul (9 ) für das radiale Verpressen von Rohrverbindungen bilden. - Pressenhebel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlage (
14 ) aus einem Stahlseil besteht, das in oberflächennahen Bohrungen (12 ,13 ) des jeweiligen Pressenhebels (1 ) festgelegt ist. - Pressenhebel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlage (
14 ) in der Mittenebene des Pressenhebels (1 ) angeordnet ist. - Pressenhebel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflage (
16 ) aus einem elastisch verformbaren Streifen eines elastomerer Werkstoffs besteht, der auf der Außenseite (11 ) eines jeden Pressenhebels (15 ) festgelegt ist. - Pressenhebsl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflage (
16 ) aus einem plastisch und/oder elastisch verformbaren Streifen eines metallischen Werkstoffs besteht, der auf der Außenseite (11 ) eines jeden Pressenhebels (1 ) festgelegt ist. - Pressenhebel nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Festlegung der Einlage (
14 ) und/oder der Auflage (16 ) durch Verkleben durchgeführt ist. - Pressenhebel nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Festlegung der Einlage (
14 ) und/oder der Auflage (16 ) durch Stifte (17 ) durchgeführt ist.
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