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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffsystems eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb, bei welchem sich ein Druck innerhalb eines Kraftstofftanks des Kraftstoffsystems situationsbezogen verändern kann.
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Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Verändern eines Drucks in einem Kraftstoffsystem umfassend im Wesentlichen einen Kraftstofftank zum Bevorraten von Kraftstoff an einem Fahrzeug mit Elektroantrieb, eine Kraftstoffeinfülleinrichtung zum Einfüllen von Kraftstoff in den Kraftstofftank und eine Filtereinrichtung zum Filtern von Kraftstoffgasen.
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Beispielsweise ist es aus der Druckschrift
DE 10 2006 034 076 A1 bekannt, für eine Tankleckdiagnose in einer Tankentlüftungsvorrichtung, im Wesentlichen bestehend aus einem Kraftstofftank, einem Speicher für Kraftstoffdämpfe und einem in ein Ansaugrohr einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeuges mündenden Tankentlüftungsventil, wobei der Speicher eine Belüftungsleitung mit einem Absperrventil aufweist, unmittelbar nach dem Abstellen der Brennkraftmaschine einen Unterdruck in der Tankentlüftungsvorrichtung durch Schließen des Absperrventils und Öffnen des Tankentlüftungsventils zu erzeugen, um anschließend einen Unterdruckabbau bei geschlossenem Tankentlüftungsventil in vorgegebenen Zeitpunkten erfassen zu können, wodurch eine Tankleckdiagnose in der Tankentlüftungsvorrichtung durchgeführt werden kann.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffsystems eines Fahrzeuges weiterzuentwickeln.
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Die Aufgabe der Erfindung wird von einem Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffsystems eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb gelöst, bei welchem sich ein Druck innerhalb eines Kraftstofftanks des Kraftstoffsystems situationsbezogen verändern kann, wobei sich das Verfahren dadurch auszeichnet, dass der Druck innerhalb des Kraftstofftanks beobachtet und bei Bedarf in Abhängigkeit eines modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks verändert wird.
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Da es insbesondere auf Grund von sich bildenden Kraftstoffdämpfen oftmals zu einem gegebenenfalls kritischen Druckanstieg innerhalb des Kraftstoffsystems kommen kann, ist es besonders vorteilhaft, den Druck innerhalb des Kraftstoffsystems bzw. des Kraftstofftanks, idealerweise kontinuierlich, zu beobachten und bei Bedarf in Abhängigkeit eines modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks zu verändern, um hierdurch für unterschiedliche Betriebszustände immer den richtigen situationsbezogenen Druck innerhalb des Kraftstoffsystems auswählen zu können.
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Dies ist besonders vorteilhaft bei Fahrzeugen, bei welchen der Primärantrieb durch einen Elektromotor realisiert ist, welche jedoch noch eine Brennkraftmaschine mit sich führen können.
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Insbesondere die Einführung von Fahrzeugen mit einem Elektromotor zum Antreiben des Fahrzeuges stellt neue Anforderungen an Kraftstoffsysteme von Brennkraftmaschinen, die beispielsweise in Gestalt eines Range Extenders mit derartigen Fahrzeugen mitgeführt werden, um bei fortschreitender Entleerung eines elektrischen Energiespeichers des Elektroantriebs die Reichweite des Fahrzeuges noch erweitern zu können.
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Eine Beobachtung des Drucks innerhalb des Kraftstoffsystems kann mit geeigneten Drucksensoren, beispielsweise mit einem Absolutdruckmesssensor und/oder mit einem Differenzdruckmesssensor erfolgen. Vorteilhafter Weise kann auf derartige Drucksensoren verzichtet oder deren Anzahl zumindest verringert werden, wenn auf einen oder mehreren modellbezogene und/oder voraus berechnete Referenzdrücke zurückgegriffen werden könnten, wie anhand nachstehender Betriebszustände beispielhaft beschrieben ist.
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Hinsichtlich eines ersten Betriebszustandes ist es vorteilhaft, wenn vor einer Freigabe einer Kraftstoffeinfülleinrichtung des Kraftstoffsystems ein Verschlussventil, welche vorzugsweise vor einer Filtereinrichtung für Kraftstoffgase angeordnet ist, geöffnet und der Druck innerhalb des Kraftstofftanks über die Filtereinrichtung verändert wird. Hierbei können die Kraftstoffgase, insbesondere Kohlenwasserstoffgase, mittels der Filtereinrichtung gefiltert werden und gelangen so vorteilhafter Weise nicht in die Umwelt sondern verbleiben im Kraftstoffsystem.
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Eine vorteilhafte Verfahrensvariante sieht in diesem Zusammenhang vor, dass bei Erreichen eines modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks eine Tanköffnung des Kraftstoffsystems zum Öffnen freigeschaltet wird, wodurch auf eine Druckmessung innerhalb des Kraftstoffsystems verzichtet werden kann.
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Insofern ist es vorteilhaft, wenn in Abhängigkeit des modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks das Verschlussventil geöffnet und der Druck innerhalb eines Kraftstofftanks verändert wird.
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Bei einem zweiten Betriebszustand ist es vorteilhaft, wenn in Abhängigkeit des modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks eine Leckagediagnose bezüglich des Kraftstoffsystems durchgeführt und der Druck innerhalb eines Kraftstofftanks verändert wird, wodurch konstruktiv einfach ermittelt werden kann, ob Kraftstoffgase aus dem Kraftstoffsystem unbeabsichtigt in die Umwelt gelangen können.
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Für eine Druckmodellierung kann hierbei ein Druck modellhaft berechnet werden, der Druckveränderungen innerhalb des Kraftstofftanks aufgrund von beispielsweise der Anzahl der Gasentladungen und deren Menge oder eine Ausgasung bei der letzten Betankung mit berücksichtigt. In diesem Zusammenhang können der gemessene Druck und der modellierte Druck verglichen werden und es kann festgestellt werden, ob ein Leck vorhanden ist oder nicht.
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Vorteilhafter Weise kann kumulativ oder alternativ gezielt ein Über- oder Unterdruck in dem Kraftstofftank erzeugt werden, um anschließend einen aktiven Drucktest durchführen zu können.
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Sofern innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls keine kritische Druckveränderung stattfindet, kann eine Leckage innerhalb des Kraftstoffsystems ausgeschlossen werden.
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Ist beispielsweise ein Tankdeckel einer Kraftstoffeinfülleinrichtung nicht ordnungsgemäß verschlossen, kann in diesem Fall direkt eine größere Leckage detektiert werden.
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An dieser Stelle sei bereits angemerkt, dass die Merkmale hinsichtlich des zweiten Betriebszustands auch ohne die übrigen Merkmale der Erfindung vorteilhaft sind, da diese Merkmale bekannte Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffsystems vorteilhaft weiterbilden.
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Bei einem dritten Betriebszustand ist es vorteilhaft, wenn in Abhängigkeit von der modellbezogenen Sättigung des Filters das Kraftstoffsystem, insbesondere eine Filtereinrichtung des Kraftstoffsystems, von Kraftstoffgasen, insbesondere von Kohlenwasserstoffen, gereinigt wird.
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Hierbei ist es vorteilhaft, wenn in Abhängigkeit des modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks die Filtereinrichtung des Kraftstoffsystems mit Umgebungsluft gespült und gereinigt und der Druck innerhalb eines Kraftstofftanks verändert wird. Durch das Spülen der Filtereinrichtung mit Umgebungsluft kann insbesondere ein Aktivkohlefiltereinsatz besonders gut regeneriert werden.
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Der Zustand des Vollseins des Aktivkohlefiltereinsatzes kann kumulativ oder alternativ anhand von der Anzahl der Gasentladungen und den damit zusammenhängenden Kohlenwasserstoffgehalt modellhaft berechnet werden.
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Hier sei erwähnt, dass die Merkmale hinsichtlich des dritten Betriebszustands auch ohne die übrigen Merkmale der Erfindung vorteilhaft sind, da diese Merkmale bekannte Verfahren zum Betreiben eines Kraftstoffsystems vorteilhaft weiterbilden.
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Es versteht sich, dass der Druck innerhalb des Kraftstoffsystems, insbesondere innerhalb eines Kraftstofftanks, in unterschiedliche Weise verändert werden kann. Oftmals ist es schon ausreichend ein entsprechendes Ventil zu öffnen, um eine Druckveränderung zu bewirken, insbesondere eine Druckreduzierung.
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Kumulativ oder alternativ ist es vorteilhaft, wenn die Veränderung des Drucks innerhalb des Kraftstoffsystems mittels einer Inbetriebnahme eines Range Extenders durchgeführt wird. Hierbei kann in nahezu beliebiger Weise beispielsweise Teile der sich gebildeten Kraftstoffdämpfe mit dem Range Extender verbrannt werden. Insofern kann der Druck innerhalb des Kraftstoffsystems vorteilhafter Weise mittels des Range Extenders systemintern eingestellt werden, ohne dass hierfür ein unmittelbarer Druckausgleich mit der Umgebung stattfinden muss.
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Vorteilhafter Weise kann auch mittels des Range Extenders ein situationsbezogener Druck in Abhängigkeit eines modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks eingestellt werden.
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Der Begriff „situationsbezogener Druck” beschreibt im Sinne der Erfindung die Möglichkeit, den Druck innerhalb des Kraftstoffsystems hinsichtlich bestimmter Betriebssituationen in erforderlicher Weise verändern zu können, wobei dieser situationsbezogene Druck in Abhängigkeit eines modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks eingestellt werden kann, wodurch der Druck besonders exakt an die Erfordernisse einer bestimmten Betriebssituation angepasst werden kann, wie nachstehend noch erläutert werden wird.
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Mit dem Begriff „Range Extender” ist vorzugsweise eine speziell auf ein Fahrzeug mit Elektroantrieb abgestimmte Brennkraftmaschine beschrieben, die nicht als Primärantrieb für das vorliegende Fahrzeug dient. Vorzugsweise wird mittels des Range Extenders im Wesentlichen ein Generator zum Erzeugen von elektrischer Energie betrieben, um entweder eine Speichereinrichtung für elektrische Energie zu speisen oder den Elektroantrieb des vorliegenden Fahrzeuges direkt mit elektrischer Energie zu versorgen.
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Das vorliegende Kraftstoffsystem kann nahezu beliebig mit geeigneten Komponenten ausgestattet sein, wie etwa dem Kraftstofftank, einer Kraftstoffeinfülleinrichtung, Filtereinrichtungen, Absperrventilen und dergleichen. Es versteht sich, dass die einzelnen Komponenten des vorliegenden Kraftstoffsystems mittels eines geeigneten Leitungssystems miteinander fluidisch verbunden sind. Das Kraftstoffsystem wird hierbei hinsichtlich des Drucks als geschlossenes System ausgelegt.
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Insofern wird die Aufgabe der Erfindung auch von einer Vorrichtung zum Verändern eines Drucks in einem Kraftstoffsystem, insbesondere zum Durchführen des vorliegenden Verfahrens nach einem der erläuterten Merkmale, umfassend im Wesentlichen einen Kraftstofftank zum Bevorraten von Kraftstoff an einem Fahrzeug mit Elektroantrieb, eine Kraftstoffeinfülleinrichtung zum Einfüllen von Kraftstoff in den Kraftstofftank und eine Filtereinrichtung zum Filtern von Kraftstoffgasen gelöst, wobei die Vorrichtung eine Einrichtung zum Steuern und/oder Regeln des vorliegenden Verfahrens nach einem der erläuterten Merkmale.
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Durch einen derartigen Aufbau kann die vorliegende Vorrichtung besonders kompakt und leicht gebaut werden, sodass sie vorteilhafter Weise an sehr vielen Fahrzeugen mit Elektroantrieb eingesetzt werden kann.
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Vorteilhafter Weise umfasst die Vorrichtung auch eine Einrichtung zum Vergleichen eines aktuellen Drucks mit einem modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdruck, wobei diese Vergleichseinrichtung Bestandteil der Einrichtung zum Steuern und/oder Regeln sein kann.
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Gegebenenfalls umfasst die Vorrichtung des Weiteren einen Drucksensor zum Ermitteln eines aktuellen Drucks innerhalb des Kraftstoffsystems, sodass stets der aktuelle Druck innerhalb des Kraftstofftanksystems bekannt ist.
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Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Einrichtung zum Steuern und/oder Regeln eine Vehicle Control Unit (VCU), eine Hybrid Control Unit (HCU) und/oder eine Range Extender Control Unit (RECU) umfasst. Hierdurch kann die vorliegende Einrichtung zum Steuern und/oder Regeln baulich einfach realisiert sein, wobei es sich versteht, dass die Einrichtung zum Steuern und/oder Regeln vorteilhaft sowohl als Software als auch als Hardware ausgeführt sein kann.
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Umfasst die vorliegende Vorrichtung einen Range Extender kann hinsichtlich einer ersten Verfahrensvarianten mit Hilfe des Range Extenders ein Überdruck innerhalb des Kraftstoffsystems reduziert und bei Erreichen eines modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks eine Tanköffnung des Kraftstoffsystems zum öffnen freigeschaltet werden. Hierbei wird der Range Extender beispielsweise kurz vor einem Nachtanken von Kraftstoff in Betrieb genommen, um vorteilhaft einen Überdruck innerhalb des Kraftstoffsystems zu reduzieren, sodass anschließend ein Tankverschluss geöffnet werden kann. Beispielsweise wird der Überdruck bis auf den Umgebungsdruck oder leicht darüber reduziert. Dieser Vorgang kann angewendet werden, wenn beispielsweise das Verschlussventil aufgrund einer Fehlfunktion nicht zu öffnen ist.
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Insofern wird die Aufgabe der Erfindung auch von einer Verwendung eines Range Extenders eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb zum Reduzieren eines Überdrucks in einem Kraftstoffsystem des Fahrzeuges mit Elektroantriebgelöst.
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Eine Freigabe der Tanköffnung bzw. einer diesbezüglichen Tankklappe kann somit auch anhand einer Differenzdruckmessung, insbesondere mittels eines einzigen Drucksensors, baulich besonders einfach vorgenommen werden.
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Eine weitere Verfahrensvariante sieht vor, dass mit Hilfe des Range Extenders ein Unterdruck innerhalb des Kraftstoffsystems erzeugt und in Abhängigkeit eines modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks eine Leckagediagnose bezüglich des Kraftstoffsystems durchgeführt werden kann. Wird mittels des Range Extenders ein entsprechender Unterdruck innerhalb des Kraftstoffsystems erzeugt, kann in an sich bekannter Weise eine Leckagediagnose durchgeführt werden, indem über einen geeigneten Zeitraum die Druckverhältnisse innerhalb des Kraftstoffsystems gemessen werden. Vorzugsweise werden die hierbei gemessenen Drücke mit modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrücken verglichen, um hierdurch in vorteilhafter Weise Hinweise auf eine Leckage innerhalb des Kraftstoffsystems erhalten zu können.
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Es versteht sich, dass ein oder mehrere Drucksensoren an nahezu beliebiger Stelle innerhalb des Kraftstoffsystems vorgesehen sein können. Vorzugsweise ist ein derartiger Drucksensor dem Kraftstofftank zugeordnet, um eine besonders genaue Leckagediagnose im Bereich des Kraftstofftanks vornehmen zu können.
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Somit wird die Aufgabe der Erfindung auch von einer Verwendung eines Range Extenders eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb zum Erzeugen eines Unterdrucks in einem Kraftstoffsystem des Fahrzeuges mit Elektroantrieb gelöst.
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Eine weiterführende Verfahrensvariante sieht vor, dass mit Hilfe des Range Extenders das Kraftstoffsystem, insbesondere eine Filtereinrichtung des Kraftstoffsystems, von Kraftstoffgasen, insbesondere von Kohlenwasserstoffen, gereinigt werden kann. Beispielsweise kann im Elektro-Fahrbetrieb des Fahrzeuges der Range Extender für einen längeren Zeitraum außer Betrieb bleiben, wodurch im Kraftstoffsystem entstehende Kraftstoffdämpfe nicht, wie bei einem Brennkraftmaschinen betriebenen Kraftfahrzeug üblich, durch Verbrennung in der Brennkraftmaschine abgebaut werden können. Insofern besteht die Gefahr, dass bei einem herkömmlichen Kraftstoffsystem die Kraftstoffdämpfe infolge eines Druckanstiegs in die Umgebung gelangen, wenn der Range Extender für einen längeren Zeitraum des Elektro-Fahrbetriebs nicht verwendet wird.
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Insofern wird die Aufgabe der Erfindung auch von einer Verwendung eines Range Extenders eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb zum Reinigen insbesondere einer Kraftstofffiltereinrichtung eines Kraftstoffsystems des Fahrzeuges mit Elektroantrieb gelöst.
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Hierdurch kann vorteilhafter Weise eine Modellierung der Sättigung der Kraftstoffgase erfolgen.
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Um speziell hinsichtlich der vorstehend beschriebenen Verfahrensvarianten das Kraftstoffsystem vorteilhaft in geeignete Bereiche unterteilen zu können, ist es besonders günstig, wenn in einer Kraftstoffgasleitung vor der Filtereinrichtung, insbesondere zwischen der Filtereinrichtung und dem Kraftstofftank, ein Kraftstoffgasleitungs-Verschlussventil angeordnet ist.
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Kumulativ oder alternativ hierzu ist es vorteilhaft, wenn in einer Kraftstoffzuleitung vor dem Range Extender, insbesondere zwischen dem Range Extender und dem Kraftstofftank, ein Kraftstoffzuleitungs-Verschlussventil angeordnet ist. Hierdurch können weitere Unterteilungsmöglichkeiten geschaffen werden.
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Es versteht sich, dass die Merkmale der vorstehend bzw. in den Ansprüchen beschriebenen Lösungen gegebenenfalls auch kombiniert werden können, um die Vorteile entsprechend kumuliert umsetzen zu können.
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Weitere Vorteile, Ziele und Eigenschaften vorliegender Erfindung werden anhand anliegender Zeichnung und deren Beschreibung erläutert, in welchen beispielhaft eine Vorrichtung und zwei erste Verfahrensvarianten zum Einstellen eines Drucks innerhalb eines Kraftstoffsystems eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb dargestellt und beschrieben ist.
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Es zeigen:
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1 schematisch eine Vorrichtungsanordnung zum Durchführen der Verfahrensabläufe aus den 2 und 3;
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2 schematisch ein erstes Flow Chart zu einem beispielhaften Verfahrensablauf einer Leckagediagnose hinsichtlich eines Kraftstoffsystems eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb mit einem Range Extender; und
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3 schematisch ein weiteres Flow Chart zu einem beispielhaften Verfahrensablauf einer Freischaltung eines Tankdeckels einer Kraftstoffnachfüllöffnung hinsichtlich eines Kraftstoffsystems eines Fahrzeuges mit Elektroantrieb mit einem Range Extender.
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Die in der 1 gezeigte Vorrichtung 1 zum Einstellen eines Drucks 2 in einem Kraftstoffsystem 3 umfasst einen Range Extender 4 mit einer Engine Control Unit 5 (ECU) in Gestalt einer Brennkraftmaschine 6 mit einem Generator 7 zum Erzeugen von elektrischer Energie für einen Primärantrieb eines hier nicht gezeigten Elektroantriebs eines hier ebenfalls nicht gezeigten Fahrzeuges.
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Darüber hinaus umfasst die Vorrichtung 1 einen Kraftstofftank 8 zum Bevorraten von Kraftstoff 9, eine Kraftstoffeinfülleinrichtung 10 mit einem mechanisch und/oder elektrisch verriegelbaren Tankdeckel 11, eine Filtereinrichtung 12 zum Filtern von Kraftstoffgasen 13 mit einem Aktivkohlefiltereinsatz 14.
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Der Range Extender 4 ist mit dem Kraftstofftank 8 einerseits über eine Kraftstoffzuleitung 15 und andererseits über eine Kraftstoffgaszuleitung 16 fluidisch verbunden. In der Kraftstoffgaszuleitung 16 befindet sich an dem Range Extender 4 ein Kraftstoffzuleitungs-Verschlussventil 17, mittels welchem der Range Extender 4 bei Bedarf von Kraftstoffgaszuleitung 16 fluidisch getrennt werden kann. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn insbesondere die vorstehend beschriebenen Verfahren bzw. Verfahrensvarianten ohne ein Eingreifen des Range Extenders 4 durchgeführt werden sollen.
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Die Kraftstoffgaszuleitung 16 ist an eine Kraftstoffgasableitung 18 angeflanscht, welche von dem Kraftstofftank 8 zu der Filtereinrichtung 12 führt.
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Vor der Filtereinrichtung 12, also zwischen dem Kraftstofftank 8 und der Filtereinrichtung 12, ist vorteilhafter Weise ein Kraftstoffgasleitungs-Verschlussventil 19 angeordnet, sodass die Filtereinrichtung 12 fluidisch von der Kraftstoffgasableitung 18 getrennt werden kann. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn beispielsweise im Kraftstofftank 8, ggf. mittels des Range Extenders 4, ein bestimmter Druck eingestellt und ein Druckausgleich mit der Atmosphäre über die Filtereinrichtung 12 vermieden werden soll.
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An dem Kraftstofftank 8 sind zum einen ein Füllstandssensor 20 und zum anderen ein Drucksensor 21 vorgesehen, wobei mittels des Drucksensors 21 allgemein ein Druck 2 innerhalb des Kraftstoffsystems 3 gemessen und beispielsweise an einer Auswerteeinrichtung 22 angegeben werden kann.
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Darüber hinaus verfügt die Vorrichtung 1 über eine Einrichtung 23 zum Steuern und/oder Regeln, mittels welcher zusätzlich auch der aktuell gemessene Druck 2 mit einem modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdruck verglichen werden kann, mittels welcher insbesondere der Betrieb des Range Extenders 4 koordiniert werden kann.
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Aber auch eine Steuerung der Ventile 17 und 19 sowie die Steuerung des Tankdeckels 11 können von der Einrichtung 23 übernommen werden. Hierzu ist die Einrichtung 23 über entsprechende Datenleitungen 24 (hier explizit zwischen der Engine Control Unit 5 und der Einrichtung 23 beziffert) mit den einzelnen Bauteilen verbunden.
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Die Einrichtung 23 kann beispielsweise mittels einer Vehicle Control Unit (VCU), einer Range Extender Control Unit (RECU) und/oder einer Hybrid Control Unit (HCU) realisiert sein, wie dies in diesem Ausführungsbeispiel angedeutet ist.
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Das in der 2 beispielhaft gezeigte erste Flow Chart 30 startet mit einer Tank-Diagnoseanfrage 31, in Folge derer eine Betriebsabfrage 32 hinsichtlich des Range Extenders 4 vorgenommen wird.
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Wird die Betriebsabfrage 32 bejaht, also der Betrieb des Range Extenders 4 bestätigt, wird in einem Folgeschritt 33 ein Unterdruck erzeugt und gemäß einer Vergleichsabfrage 34 geprüft, ob der aktuelle Druck 2 mit einem modellbezogenen und/oder voraus berechneten Referenzdrucks übereinstimmt.
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Bei einer weiteren Prüfabfrage 35 wird geprüft, ob diesbezüglich eine kritische Druckabweichung vorliegt. Wird eine solche kritische Druckabweichung ermittelt, wird eine Leckagewarnung 36 ausgegeben. Andernfalls wird eine Normalfunktion 37 bestätigt.
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Wird die weiter vorstehend beschriebene Betriebsabfrage 32 verneint, erfolgt eine Prüfungsroutine 38, mittels welcher ein Überdruck speziell im Kraftstofftank 8 ermittelt und bestätigt werden soll.
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Erfolgt eine derartige Bestätigung, wird mit der zuvor beschriebenen Verfahrensfolge 34 fortgeführt.
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Wird die Betriebsabfrage 32 jedoch verneint, wird insbesondere zum Einhalten von speziellen Vorschriften in einem alternativen Folgeschritt eine Dringlichkeitsdiagnose 39 durchgeführt.
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Bleibt die Dringlichkeitsdiagnose 39 negativ, wird in einem nächsten Schritt 40 gewartet bis der Druck 2 innerhalb des Kraftstoffsystems 3 steigt. Anschließend erfolgt erneut die Betriebsabfrage 32.
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Fällt die Dringlichkeitsdiagnose 39 positiv aus, wird der Range Extender 4 in einem alternativen Schritt 41 gestartet. Anschließend erfolgt erneut die Betriebsabfrage 32.
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Das in der 3 erläuterte weitere Flow Chart 50 startet mit einer Tankaktivität 51, in Folger derer eine Überdruckdiagnose 52 hinsichtlich des Kraftstofftanks 8 vorgenommen wird.
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Liegt kein Überdruck 2 vor, wird anschließend in einem nächsten Verfahrensschritt 53 ein Evaporationsventil 19 aktiviert und in einem Folgeschritt 54 wird ein Tankdeckelverschluss des Tankdeckels 11 freigegeben.
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Während des eigentlichen Tankvorgangs werden in einem weiteren Schritt 55 Kraftstoffgase 13 über die Filtereinrichtung 12 gefiltert in die Atmosphäre entlassen.
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Anschließend wird eine Sättigungsdiagnose 56 hinsichtlich des Aktivkohlefilters 14 der Filtereinrichtung 12 vorgenommen.
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Wird hinsichtlich der vorstehend erwähnten Überdruckdiagnose 52 ein Überdruck festgestellt, wird anschließend ebenfalls in dem nächsten Verfahrensschritt 53 ein Evaporationsventil 19 aktiviert und in einem darauf folgenden Schritt 57 werden die Kraftstoffgase 13 über die Filtereinrichtung 12 gefiltert in die Atmosphäre entlassen. Anschließend können die zuvor bereits beschriebenen Schritte 54, 55 und 56 eingeleitet bzw. vorgenommen werden.
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Gleichzeitig wird in einem parallel durchgeführten Schritt 58 eine Sättigung des Aktivkohlefiltereinsatzes 14 in Abhängigkeit eines aktuellen Tankdrucks 2, eines aktuellen Füllstands des Kraftstofftanks 8, einer aktuellen Temperatur usw. ermittelt.
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Hieraus ergibt sich eine Bewertungsabfrage 59, ob der Aktivkohlefiltereinsatz 14 eine kritische Sättigung erreicht hat oder nicht.
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Liegt eine kritische Sättigung vor, wird eine Benachrichtigungsanforderung 60 hinsichtlich einer Range Extender Operation und einer Aktivkohlefiltereinsatzreinigung bei einer nächsten Fahrzeugverwendung an die Engine Control Unit 5 gesendet.
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Liegt keine kritische Sättigung vor, wird eine alternative Benachrichtigungsanforderung 61 hinsichtlich einer Aktivkohlefiltereinsatzreinigung bei einer nächsten Range Extender Operation an die Engine Control Unit 5 gesendet.
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Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale werden als erfindungswesentlich beansprucht, sofern sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Vorrichtung
- 2
- Druck
- 3
- Kraftstoffsystem
- 4
- Range Extender
- 5
- Engine Control Unit
- 6
- Brennkraftmaschine
- 7
- Generator
- 8
- Kraftstofftank
- 9
- Kraftstoff
- 10
- Kraftstoffeinfülleinrichtung
- 11
- Tankdeckel
- 12
- Filtereinrichtung
- 13
- Kraftstoffgase
- 14
- Aktivkohlefiltereinsatz
- 15
- Kraftstoffzuleitung
- 16
- Kraftstoffgaszuleitung
- 17
- Kraftstoffzuleitungs-Verschlussventil
- 18
- Kraftstoffgasableitung
- 19
- Kraftstoffgasableitungs-Verschlussventil
- 20
- Füllstandssensor
- 21
- Drucksensor
- 22
- Auswerteeinrichtung
- 23
- Einrichtung zum Steuern und/oder Regeln
- 24
- Datenleitungen
- 30
- erstes Flow Chart
- 31
- Tank-Diagnoseanfrage
- 32
- Betriebsabfrage
- 33
- Folgeschritt
- 34
- Vergleichsabfrage
- 35
- Prüfabfrage
- 36
- Leckagewarnung
- 37
- Normalfunktion
- 38
- Prüfungsroutine
- 39
- Dringlichkeitsdiagnose
- 40
- nächster Schritt
- 41
- alternativer Schritt
- 50
- weiteres Flow Chart
- 51
- Tankaktivität
- 52
- Überdruckdiagnose
- 53
- nächster Verfahrensschritt
- 54
- Folgeschritt
- 55
- weiterer Schritt
- 56
- Sättigungsdiagnose
- 57
- darauf folgender Schritt
- 58
- paralleler Schritt
- 59
- Bewertungsabfrage
- 60
- Benachrichtigungsanforderung
- 61
- alternative Benachrichtigungsanforderung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102006034076 A1 [0003]