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Die Erfindung betrifft eine aus Kunststoff bestehende Abdeckung für ein Gassackmodul nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Bei Frontgassackmodulen in einem Kraftfahrzeug ist fast immer eine Abdeckung aus Kunststoff vorhanden, welche den Gassack zum Innenraum des Fahrzeugs hin abdeckt. Im Falle eines Fahrer-Gassackmodules deckt diese Abdeckung in der Regel den Nabenbereich des Lenkrades ab, im Falle eines Beifahrer-Gassackmodules bildet diese Abdeckung in der Regel einen Teil des oberen Armaturenbrettes und kann insbesondere auch ein integraler Bestandteil dieses Armaturenbrettes sein.
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Eine solche Abdeckung weist eine Tür auf, welche abschnittsweise von einer Aufreißlinie umlaufen ist. Bei Zündung des Gasgenerators und darauffolgender Entfaltung des Gassackes reisst die Abdeckung entlang dieser Aufreißlinie und die Tür schwingt entlang einer Scharnierlinie auf. Die Aufreißlinie ist als Linie mit geringerer Materialdicke als der umliegende Bereich der Abdeckung ausgebildet. Bei einer solchen Abdeckung können eine oder mehrere entsprechend ausgebildete Türen vorhanden sein.
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Eine gattungsgemäße Abdeckung für einen Fahrer-Gassackmodul ist beispielsweise aus der
DE 44 24 686 B4 bekannt.
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In der Regel umläuft die Aufrisslinie die Tür an wenigstens 3 Seiten, woraus folgt, dass die Aufreißlinie mehrere Abschnitte aufweist, wobei die Abschnitte in unterschiedliche Richtungen weisen. Die gewünschte Geometrie macht es hierbei häufig notwendig, dass die Verbindung der Abschnitte zu einer durchgehenden Aufreißlinie durch relativ enge Kurvenbereiche der Aufreißlinie erfolgt.
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Bei Beginn der Entfaltung des Gassackes und darauf folgendem Aufreißen der Aufreißlinie kann es vorkommen, dass die Rissbildung nicht vollständig der Aufreißlinie folgt, so dass er aus der Aufreißlinie seitlich ausbricht. Hierdurch können sich scharfe Kanten ergeben, welche den sich entfaltenden beziehungsweise den entfalteten Gassack beschädigen, was natürlich unerwünscht ist.
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Hiervon ausgehend stellt sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, eine gattungsgemäße Abdeckung für ein Gassackmodul dahingehend weiterzubilden, dass ein solches Ausbrechen des Risses aus der Aufreißlinie verhindert wird.
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Diese Aufgabe wird durch eine Abdeckung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Es hat sich herausgestellt, dass die kritischen Bereiche diejenigen sind, in denen zwei Abschnitte der Aufreißlinie über einen Kurvenbereich miteinander verbunden sind. Es kann hier vorkommen, dass der sich ausbreitende Riss die Aufreißlinie verlässt und sich ein Stück in den umliegenden Bereich der Abdeckung erstreckt. Erfindungsgemäß ist deshalb statt eines Kurvenbereiches eine Verbindungsvertiefung vorgesehen, in welche zwei benachbarte Abschnitte der Aufreißlinie enden. Im Bereich dieser Verbindungsvertiefung ist die Materialdicke, wie bei der Aufreißlinie auch, gegenüber dem umliegenden Bereich der Abdeckung verringert, vorzugsweise um den selben Betrag wie die Aufreißlinie. Der Durchmesser dieser Verbindungsvertiefung ist größer als die Breite der Aufreißlinie. Hierdurch endet der von einem Abschnitt der Aufreißlinie kommende Riss in der Verbindungsvertiefung und gegebenenfalls beginnt ein neuer Riss von der Verbindungsvertiefung in den anderen Abschnitt hinein. Weiterhin kann je nach geometrischen Verhältnissen die Verbindungsvertiefung auch als Ausgangspunkt von zwei Rissen dienen, wobei sich jeweils ein Riss in einen in die Verbindungsvertiefung endenden Abschnitt erstreckt. Dies kann zusätzlich zu einer Beschleunigung des Aufreißvorganges führen.
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Vorzugsweise sind wenigstens zwei Verbindungsvertiefungen vorhanden, so dass sich drei Abschnitte der Aufreißlinie ergeben, so dass die Aufreißlinie eine Art U-Form aufweist.
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Weitere vorzugsweise stehende benachbarte Abschnitte der Aufreißlinie im Wesentlichen senkrecht zueinander.
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Weitere bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung ergeben sich aus den nun mit Bezug auf die Figuren näher beschriebenen Ausführungsbeispielen.
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Es zeigen:
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1 eine schematische Darstellung eines Abdeckelementes in einer Draufsicht,
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2 Das Abdeckelementes aus 2 in einer perspektivischen Ansicht,
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3 ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer der 2 entsprechenden Darstellung,
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4a das in 3 Gezeigt in einer schematischen Draufsicht,
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4b das in 4a Gezeigte entlang der Schnittlinie A-A,
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5 ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer der 3 entsprechenden Darstellung,
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6a das in 5 Gezeigte in einer schematischen Draufsicht,
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6b das in 6a Gezeigte entlang der Schnittlinie B-B,
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7 eine Darstellung des Standes der Technik in einer der 1 entsprechenden Darstellung und
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8 einen Schnitt entlang der Linie C-C aus 7.
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Zunächst wird mit Bezug auf die 7 und 8 noch einmal kurz auf den Stand der Technik eingegangen. Die 7 zeigt eine Abdeckung für ein Gassackmodul in Form eines separaten Abdeckelementes 10. Es soll an dieser Stelle jedoch ausdrücklich betont werden, dass die Erfindung auch bei einer Abdeckung angewendet werden kann, welche einstückig mit der Instrumententafel ausgebildet ist.
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Das Abdeckelement 10 besteht aus Kunststoff. Es weist einen Flächenabschnitt 12 und eine sich im Wesentlichen senkrecht vom flächigen Abschnitt 12 erstreckende Seitenwand 14 auf, mit der das Abdeckelement 10 beispielsweise am Gehäuse eines Gassackmodules angeordnet werden kann. Es ist jedoch zu betonen, dass eine solche Seitenwand 14 für die beschriebene Erfindung unerheblich ist.
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Im gezeigten Beispiel unterteilt die Seitenwand 14 den flächigen Abschnitt 12 in einen inneren Bereich 12a und einen äußeren Bereich 12b, wobei der innere Bereich 12a im Wesentlichen das Gehäuse des Gassackmodules abdeckt. Im inneren Bereich 12a ist eine Aufreißlinie 20 vorgesehen, welche sich von einem ersten Ende 21 zu einem zweiten Ende 22 erstreckt. An diesen beiden Enden kann ein Aufreissstop in Form einer Materialverdickung vorgesehen sein. Die Aufreißlinie 20 umläuft drei Seiten einer Tür 25, welche entlang einer Scharnierlinie 26 aufschwingen kann, sobald die Aufreißlinie 20 aufgerissen ist. Die Aufreißlinie 20 umfasst drei. Abschnitte 20a, 20b, 20c, wobei benachbarte Abschnitte 20a, 20b, 20c im Wesentlichen senkrecht zueinander stehen und durch Kurvenbereiche 35a, 35b miteinander verbunden sind.
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Der 8, welche einen Schnitt entlang der Linie C-C aus 7 ist, entnimmt man, dass die Aufreißlinie 20 eine Linie ist, in welcher die Materialdicke gegenüber dem umliegenden Bereich der Abdeckung – hier des Flächenabschnittes 12 – verringert ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel hat die Aufreißlinie 20 einen in der Regel bevorzugten dreieckigen Querschnitt.
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Ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun mit Bezug auf die 1 und 2 erläutert. Man entnimmt der 1, dass der grundsätzliche Aufbau des Abdeckelementes 10 demjenigen des Standes der Technik entspricht und zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die oben gegebenen Erläuterungen verwiesen. Auch hier ist zu betonen, dass die erfindungsgemäße Abdeckung nicht als separates Abdeckelement 10, wie gezeigt, ausgebildet sein muss, sondern dass die Abdeckung auch ein integraler Bestandteil einer Armaturentafel sein kann.
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Im Gegensatz zum Stand der Technik erfolgt die Verbindung von zwei benachbarten Abschnitten 20a, 20b und 20c der Aufreißlinie nicht über jeweils einen Kurvenbereich, sondern jeweils über eine Verbindungsvertiefung 30a beziehungsweise 30b. Die Materialdicke des Abdeckelementes 10 ist in einer solchen Verbindungsvertiefung geringer als im umliegenden Bereich, vorzugsweise um denselben Betrag wie die Abschnitte 20a, 20b, 20c der Aufreißlinie. Mit anderen Worten: Die Verbindungsvertiefungen 30a, 30b sind gegenüber der umliegenden Oberfläche vertieft, wobei sich diese Vertiefung soweit ins Material erstreckt, wie die Abschnitte der Aufreißlinie. Im gezeigten ersten Ausführungsbeispiel sind die Verbindungsvertiefungen 30a, 30b in Form eines flachen Zylinders ausgeführt.
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Man entnimmt der 2 unmittelbar, dass der Durchmesser d der Verbindungsvertiefung größer ist als die Breite der Aufreißlinie. Vorzugsweise ist der Durchmesser der Verbindungsvertiefung wenigstens doppelt so groß wie die Breite b der Aufreißlinie 20.
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Man entnimmt insbesondere der 2, dass jeweils zwei Abschnitte der Aufreißlinie 20 in eine Verbindungsvertiefung münden. Erster Abschnitt 20a und zweiter Abschnitt 20b münden die erste Verbindungsvertiefung 30a, dritter Abschnitt 20c und zweiter Abschnitt 20b münden die zweite Verbindungsvertiefung 30b. Dies führt dazu, dass ein von einem Abschnitt kommender Riss in der jeweiligen Verbindungsvertiefung 30a, 30b endet und dort gegebenenfalls ein neuer Riss entstehen kann. Das heißt, dass benachbarte Abschnitte in gewisser Weise voneinander entkoppelt sind. Aus diesem Grunde können benachbarte Abschnitte in beliebigen Winkeln zueinander stehen, insbesondere in einem rechten Winkel, aber auch in einem Winkel welcher spitzer als 90° Grad ist. Die Abschnitte selbst sind vorzugsweise im Wesentlichen gerade ausgeführt, was dazu beiträgt zu verhindern, dass der sich ausbreitende Riss die Aufreißlinie verlässt.
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Die 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel in einer der 2 entsprechenden Darstellungen. Die 4a und 4b sind weitere Darstellungen dieses Ausführungsbeispieles, wobei die 4a eine Draufsicht auf einen Teil des in
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3 Gezeigten und 4b ein Schnitt entlang der Linie A-A ist. Hier ist die Verbindungsvertiefung eckig, nämlich quadratisch ausgeführt. Hierbei ist der Minimaldurchmesser der Verbindungsvertiefung – also die Kantenlänge l des Quadrats – deutlich größer als die Breite b der Aufreißlinien 20. Hinsichtlich der Tiefe der Verbindungsvertiefung 30 und der Funktionsweise gilt das oben zum ersten Ausführungsbeispiel Gesagte.
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Die 5, 6a und 6b zeigen ein drittes Ausführungsbeispiel in Darstellung, welche in 3, 4a und 4b entsprechen. Hier hat die Verbindungsvertiefung 30a die Form eines Kugelabschnittes, wobei die maximale Tiefe der Verbindungstiefe 30a der Tiefe der Aufreißlinie entspricht. Hinsichtlich des Durchmessers der Verbindungsvertiefung gilt das oben zum ersten Ausführungsbeispiel Gesagte.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Abdeckelement
- 12
- flächiger Abschnitt
- 12a
- innerer Bereich
- 12b
- äußerer Bereich
- 14
- Seitenwand
- 20
- Aufreißlinie
- 20a
- erster Abschnitt
- 20b
- zweiter Abschnitt
- 20c
- dritter Abschnitt
- 21
- erstes Ende
- 22
- zweites Ende
- 25
- Tür
- 26
- Scharnierlinie
- 30a, b
- Verbindungsvertiefung
- 35a, b
- Kurvenbereich
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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