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Die Erfindung betrifft eine Münzverarbeitungsvorrichtung für Verkaufsautomaten mit einer Münzrecyceleinheit enthaltend eine Mehrzahl von vertikal angeordneten röhrenförmigen Münzaufnahmen, in denen Münzen orientiert zu Münzstapeln anordbar sind, mit einer in vertikaler Richtung oberhalb der Münzrecyceleinheit angeordneten Münzeinwurfeinheit, mit einer Münzprüfeinheit, mit einer in vertikaler Richtung unterhalb der Münzrecyceleinheit angeordneten Münzausgabeeinheit.
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Aus der
DE 10 2007 024 301 A1 ist eine Münzverarbeitungsvorrichtung für Verkaufsautomaten bekannt, die eine Münzrecyceleinheit mit einer Mehrzahl von vertikal angeordneten röhrenförmigen Münzaufnahmen aufweist. Oberhalb dieser Münzrecyceleinheit ist eine Münzeinwurfeinheit angeordnet, durch die ein Kunde Münzen in den Verkaufsautomaten einwerfen kann. Die eingeworfenen Münzen werden dann mittels einer Münzprüfeinheit auf Echtheit geprüft und stapelweise in den röhrenförmigen Münzaufnahmen der Münzrecyceleinheit nach Münztypen sortiert abgelegt. Handelt es sich hierbei um einen ordnungsgemäßen Zahlungsvorgang, werden die eingeworfenen Münzen in der Münzrecyceleinheit zwischengespeichert und dann an eine der Münzrecyceleinheit nachgeordnete Endkasse weitergeleitet. Falls eine Wechselgeldausgabe erforderlich ist, werden die entsprechenden Münzen von der Münzrecyceleinheit an eine Münzausgabeeinheit weitergeleitet. Nach der bekannten Münzverarbeitungsvorrichtung erfolgt sowohl die Befüllung der Münzrecyceleinheit als auch die Ausgabe der Münzen aus der Münzrecyceleinheit in einem oberen Bereich der röhrenförmigen Münzaufnahmen. Hierdurch soll eine Höheneinsparung der Münzrecyceleinheit erfolgen.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Münzverarbeitungsvorrichtung derart weiterzubilden, dass zum einen ein hohes Münzfassungsvermögen und zum anderen ein kompakter Aufbau der Münzverarbeitungsvorrichtung gewährleistet ist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung in Verbindung mit dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Münzrecyceleinheit eine Münzvorspeichereinheit zugeordnet ist und dass die Münzvorspeichereinheit über Fördermittel mit der Münzrecyceleinheit verbunden ist, derart, dass die Münzrecyceleinheit mit Münzen der Münzvorspeichereinheit befüllbar ist.
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Nach der Erfindung ist einer Münzrecyceleinheit eine Münzvorspeichereinheit vorgelagert, die bedarfsgerecht die Münzrecyceleinheit mit Münzen speist. Vorteilhaft kann hierdurch die vertikale Höhe der Münzrecyceleinheit wesentlich reduziert werden, da während des Betriebes leere Münzstapel der Münzrecyceleinheit durch die Münzvorspeichereinheit aufgefüllt werden können. Vorteilhaft ermöglicht die Erfindung somit, einen Bauabstand zwischen einer Münzeinwurfeinheit und einer Münzausgabeeinheit der Münzverarbeitungsvorrichtung wesentlich zu reduzieren. Hierdurch kann die Münzverarbeitungsvorrichtung in der vertikalen Höhe kompakt aufgebaut sein, was zum einen die Bedienbarkeit durch Kunden verbessert und zum anderen eine Reduzierung des Aufstellraumes ermöglicht.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist ein Münzeingang der Münzrecyceleinheit mit der Münzeinwurfeinheit einerseits und einem Münzausgang der Münzvorspeichereinheit andererseits verbunden. Vorteilhaft bildet die Münzrecyceleinheit eine Haupteinheit, in der alle für den Betrieb eines Gerätes notwendigen Münzverarbeitungsprozesse gesteuert werden bzw. ablaufen. Alle Münzen, die der Münzverarbeitungsvorrichtung zugeführt werden, gelangen in die Münzrecyceleinheit, in der die Verarbeitung der Münzen erfolgt. Zum einen werden die der Münzrecyceleinheit zugeführten Münzen gespeichert, zum anderen wird aus der Münzrecyceleinheit Rest- bzw. Wechselgeld an die Münzausgabeeinheit abgegeben. Die Steuerung der Verarbeitungsprozesse erfolgt somit in der Münzrecyceleinheit, wobei diese vorzugsweise eine Münzprüfeinheit und eine Münzzähleinheit aufweist.
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Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist die Münzrecyceleinheit eine Münzsteuereinrichtung auf, mittels derer das Befüllen und das Entleeren der Münzrecyceleinheit gesteuert wird. Beispielsweise werden die von einem Kunden über die Münzeinwurfeinheit zugeführten Münzen entsprechend ihrem Münztyp sortiert und entsprechenden Münzstapeln zugewiesen. Zum anderen wird ein Leerstand der Münzstapel detektiert, so dass ein Anforderungssignal erzeugt wird, mittels dessen entsprechende Münzen von der Münzvorspeichereinheit freigegeben werden zum Befüllen des entsprechenden Münzstapels in der Münzrecyceleinheit. Vorteilhaft ist hierdurch sichergestellt, dass die röhrenförmigen Münzaufnahmen der Münzrecyceleinheit stets befüllt sind.
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Nach einer Weiterbildung der Erfindung weist die Münzvorspeichereinheit eine Mehrzahl von jeweiligen Münztypen zugeordneten Sammelfächern auf, in denen die Münzen unorientiert zueinander angeordnet sind. Diese Sammelfächer können beispielsweise als sogenannte Hopper ausgeführt sein, die in bestimmten Abständen von Mitarbeitern eines Werttransportunternehmens mit Münzen befüllt werden.
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Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Münzvorspeichereinheit in vertikaler Richtung oberhalb der Münzrecyceleinheit und/oder in horizontaler Richtung versetzt zu der Münzrecyceleinheit angeordnet. Auf diese Weise kann die Münzvorspeichereinheit an einem beliebigen Ort innerhalb eines Gehäuses der Münzverarbeitungsvorrichtung positioniert werden, so dass ein kompakter Aufbau der Münzverarbeitungsvorrichtung gewährleistet ist. Über entsprechende Fördermittel können die Münzen von der Münzvorspeichereinheit an die Münzrecyceleinheit übergeben werden. Bei Anordnung der Münzvorspeichereinheit in vertikaler Richtung oberhalb der Münzrecyceleinheit kann als Fördermittel lediglich ein Förderband dienen. Bei horizontal versetzter Anordnung der Münzvorspeichereinheit ist es erforderlich, zusätzlich einen „Münzfahrstuhl” vorzusehen, der die Münzen auf das höher gelegene Niveau eines Münzeingangs der Münzrecyceleinheit bringt.
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Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Münzverarbeitungsvorrichtung modular ausgebildet, wobei die Münzrecyceleinheit und die Münzprüfeinheit ein Hauptmodul bilden, das den Betrieb der Münzverarbeitungsvorrichtung bzw. des Gerätes ermöglicht. Als Nebenmodule sind über festgelegte Schnittstellen ein die Münzvorspeichereinheit enthaltenes Nebenmodul und gegebenenfalls ein die Fördermittel aufweisendes Fördermodul vorgesehen. Es werden somit mehrere Baueinheiten gebildet, wobei über festgelegte Schnittstellen für unterschiedliche Einsatzfelder vorgesehene Hauptmodule mit entsprechenden Nebenmodulen und/oder Fördermodulen kombiniert werden können. Die Verkaufsautomaten, Bezahlterminals und dergleichen können somit abgestimmter auf Kundenanforderungen aufgebaut werden.
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Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert.
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Es zeigen:
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1 eine schematische Darstellung eine Münzverarbeitungsvorrichtung nach einer ersten Ausführungsform und
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2 eine schematische Darstellung der Münzverarbeitungsvorrichtung nach einer zweiten Ausführungsform.
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Eine erfindungsgemäße Münzverarbeitungsvorrichtung kann in Verkaufsautomaten, Bezahlterminals und dergleichen integriert sein.
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Nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung gemäß 1 ist eine Münzverarbeitungsvorrichtung 1 in einem Gehäuse 2 eines Fahrkartenautomaten integriert angeordnet. An einer Vorderseite 3 des Gehäuses ist eine Münzeinwurfeinheit 4 vorgesehen, die beispielsweise einen Schlitz für den Einwurf von Münzen durch einen Kunden vorsieht. In vertikaler Richtung unterhalb der Münzeinwurfeinheit 4 ist eine Münzausgabeeinheit 5 angeordnet, die eine Ausgabeschale 6 umfasst, so dass dem Kunden Wechsel-/Restgeld zurückgegeben werden kann. Im Folgenden wird ausschließlich auf die Verarbeitung von Münzen eingegangen. Selbstverständlich kann innerhalb des Gehäuses 2 auch eine Geldscheinverarbeitungsvorrichtung integriert sein.
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Der Abstand zwischen der Münzeinwurfeinheit 4 und der Münzausgabeeinheit 5 wird durch eine Münzrecyceleinheit 7 bestimmt, die eine Mehrzahl von vertikal verlaufenden röhrenförmigen Münzaufnahmen aufweist, in denen jeweils Münzstapel gespeichert sind. Vorzugsweise werden in jedem Stapel unterschiedliche Münztypen gespeichert. Die Münzrecyceleinheit 7 ist in der Nähe der Vorderseite 3 des Gehäuses 2 angeordnet.
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Die Münzrecyceleinheit 7 weist einen Münzausgang 8 auf, von dem Münzen entweder an die Münzausgabeeinheit 5 oder an eine Überlaufkassette 9 abgegeben werden. Die Abgabe an die Überlaufkassette 9 erfolgt dann, wenn sich die Münzrecyceleinheit 7 in einem gefüllten Zustand befindet und infolge eines Münzeinwurfs durch den Kunden eine Überfüllung einer röhrenförmigen Münzaufnahme der Münzrecyceleinheit droht.
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Oberhalb der röhrenförmigen Münzaufnahmen weist die Münzrecyceleinheit 7 einen Münzeingang 10 auf, der zum einen mit der Münzeinwurfeinheit 4 und zum anderen über Fördermittel 11 mit einem Münzausgang 12 einer Münzvorspeichereinheit 13 verbunden ist.
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Die Münzvorspeichereinheit 13 weist eine Mehrzahl von Sammelfächer 14 (Fächer) auf, in denen jeweils Münzen des gleichen Typs unorientiert zueinander angeordnet sind. Die Sammelfächer 14 sind vorzugsweise als herkömmliche „Hopper” ausgebildet, die lediglich zur Speicherung von durch beispielsweise Werttransportunternehmen angelieferte Münzen dienen. Sie weisen darüber hinaus Verschlussmittel auf, so dass durch Ansteuerung dieser Verschlussmittel eine vorgegebene Anzahl von Münzen eines bestimmten Münztyps abgegeben werden können. Im dem vorliegenden Ausführungsbeispiel werden die abgegebenen Münzen über die Fördermittel, die beispielsweise ein Förderband 11 umfassen können, an den Münzeingang 10 der Münzrecyceleinheit 7 übergeben.
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Die Übergabe der Münzen von der Münzvorspeichereinheit 13 zu der Münzrecyceleinheit 7 erfolgt mittels einer Münzsteuereinrichtung 15, die vorzugsweise in der Münzrecyceleinheit 7 integriert ist.
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Die Münzrecyceleinheit 7 verfügt über Erkennungsmittel/Detektiermittel, mittels derer der aktuelle Füllungsstand der in den Münzstapeln erkannt wird. Sinkt der aktuelle Füllstand eines Münzstapels unterhalb eines vorgegebenen Leerstandsniveaus, wird in der Münzsteuereinrichtung 15 ein Ansteuerungssignal A erzeugt, mittels dessen das dem Münztyp des leeren Münzstapels entsprechende Sammelfach 14 der Münzvorspeichereinheit 13 derart angesteuert wird, dass eine entsprechende Anzahl von Münzen freigegeben wird und über die Fördermittel 11 an den Münzeingang der Münzrecyceleinheit 7 gefördert wird.
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Die Münzsteuereinrichtung weist vorzugsweise einen Mikrokontroller mit elektronischer Speichereinheit sowie ein Münzsteuerprogramm auf, mittels dessen die Befüllung der Münzrecyceleinheit 7 durch die Münzvorspeichereinheit 13 sowie die Münzeingabe und die Münzausgabe gesteuert werden kann.
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Vorzugsweise ist in der Münzrecyceleinheit 7 eine Münzzähleinheit integriert, so dass der Münzsteuereinrichtung 15 stets der aktuelle Füllungsstand der Münzstapel vorliegt.
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Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Münzvorspeichereinheit 13 in vertikaler Richtung oberhalb der Münzrecyceleinheit 7 angeordnet. Über das Förderband 11 wird bedarfsgerecht die Nachfüllung der Münzrecyceleinheit 7 ermöglicht.
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Dadurch, dass ein Teil der in der Münzverarbeitungsvorrichtung 1 gespeicherten Münzen in der Münzvorspeichereinheit 13 gespeichert sind, die ortsfern von der Münzrecyceleinheit 7 angeordnet ist, kann eine Höhe h1 der Münzrecyceleinheit 7 im Vergleich zu einer Ausführung, in der die Münzen ausschließlich in der Münzrecyceleinheit 7 gespeichert sind, kleiner ausfallen. Gleichwohl sind die Münzspeichereinheiten der Münzverarbeitungsvorrichtung 1 so dimensioniert, dass die Höhe h1 der Münzrecyceleinheit 7 größer ist als eine Höhe h2 der Münzvorspeichereinheit 13. Demgegenüber ist eine Breite b2 der Sammelfächer 14 größer als eine Breite b1 der Münzstapel der Münzrecyceleinheit 7.
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Nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung gemäß 2 ist eine Münzverarbeitungsvorrichtung 1' vorgesehen, bei der im Unterschied zu der Münzverarbeitungsvorrichtung 1 nach 1 die Münzvorspeichereinheit 13 hinter der Münzrecyceleinheit 7 angeordnet ist.
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Gleiche Bauteile bzw. Bauteilfunktionen der Ausführungsbeispiele sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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Wie aus 2 zu ersehen ist, ist die Münzvorspeichereinheit 13 mit den Sammelfächern 14 in horizontaler Richtung hinter der Münzrecyceleinheit 7 angeordnet. Hierdurch kann ein Gehäuse 2 der Münzverarbeitungsvorrichtung 1' eine geringere Bauhöhe aufweisen. Zur Verbindung der Münzvorspeichereinheit 13 mit der Münzrecyceleinheit 7 ist als Fördermittel 11' ein Münzfahrstuhl vorgesehen, der die von der Münzvorspeichereinheit 13 abgegebenen Münzen auf ein höheres Niveau zu dem Münzeingang 10 der Münzrecyceleinheit 7 verbringt.
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Nach einer nicht dargestellten weiteren Ausführungsform der Erfindung kann die Münzverarbeitungsvorrichtung auch modular ausgeführt sein, wobei unterschiedliche Module bzw. Baueinheiten über festgelegte Schnittstellen miteinander mechanisch und/oder elektrisch verbindbar sind. Beispielsweise kann ein Hauptmodul enthaltend die Münzrecyceleinheit 7, die Münzsteuereinheit 15 und weitere zum Münzverarbeitungsbetrieb erforderliche Verarbeitungseinheiten vorgesehen sein. Dieses Hauptmodul kann beispielsweise direkt über die Schnittstelle mit einem die Münzvorspeichereinheit 13 enthaltenes Nebenmodul oder über ein entsprechendes Fördermittel 11, 11' aufweisendes Fördermodul mit dem Nebenmodul verbunden sein. Vorteilhaft können hierdurch die Geräte in Abhängigkeit von dem Einsatzzweck unterschiedliche Bauformen bzw. unterschiedliche Münzspeichervolumina aufweisen.
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Bezugszeichenliste
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- 1, 1'
- Münzverarbeitungsvorrichtung
- 2, 2'
- Gehäuse
- 3
- Vorderseite
- 4
- Münzeinwurfeinheit
- 5
- Münzausgabeeinheit
- 6
- Ausgabeschale
- 7
- Münzrecyceleinheit
- 8
- Münzausgang
- 9
- Überlaufkassette
- 10
- Münzeingang
- 11, 11'
- Fördermittel
- 12
- Münzausgang
- 13
- Münzvorspeichereinheit
- 14
- Sammelfächer
- 15
- Münzsteuereinrichtung
- h1
- Höhe
- h2
- Höhe
- b1
- Breite
- b2
- Breite
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102007024301 A1 [0002]