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TECHNISCHES GEBIET
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Die
vorliegende Erfindung betrifft Filtrationsmedien und insbesondere
Verfahren und Systeme, um eine Faserdurchmesserverteilung eines
Filtermediums zu erhalten.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein Verfahren und Systeme zur
Charakterisierung eines Filtermediums, um so seine Hauptleistungscharakteristika
vorhersagen zu können. Der Markt für Filterprodukte
wird heute getrieben durch die Notwendigkeit für effizientere
Filter mit einer erhöhten Staubhaltekapazität
bei einem geringeren Druckabfall. Die Materialienauswahl und Konstruktion
des Filtermediums erlauben letztendlich die Filterleistung festzulegen.
Hauptparameter eines Fasermediums sind Porosität und die
Faserdurchmesserverteilung. Um die Filtermediumleistung zu optimieren,
sind derzeitige Filtermedien häufig eine Kombination von Lagen
mit unterschiedlichen Faserdurchmessern und/oder Porosität.
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Die
verbesserte Leistung von Filtermedien wird einerseits erzielt durch
das Kombinieren verschiedener Filtermedienschichten, aber andererseits
durch die Optimierung der Mischung von Faserdurchmessern innerhalb
einer Schicht. Traditionell werden auf Zellulose basierende Papiere
als faserförmige Filter verwendet. Auf Zellulose basierende
Papiere, die von verschiedenen Holzarten stammen, liefern verschiedene
Fasergrößen und -formen. Zellulose basierendes
Papier ist allerdings ein natürliches Produkt mit all seinen
inhärenten Fluktuationen der Eigenschaften und Einschränkung
bezüglich des minimalen Faserdurchmessers. Ein anderes
Filtermedium-Material ist ein synthetisches Vliesmedium, welches
ein hoch technisiertes Produkt ist, das noch viel mehr Parameter
zur Verfü gung stellt, um die Produktqualität und
Eigenschaften zu steuern, zum Beispiel kleinere Fasern. Daher hat
sich ein Trend entwickelt, synthetische Medien in Zellulose einzubringen
oder aufzulegen, oder sogar vollständig zu synthetischen
Filtermedien überzugehen.
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Es
ist bekannt, dass die Faserdurchmessergröße die
Partikelsammeleffizienz mitbestimmt. Allerdings berücksichtigt
die klassische Filtrationstheorie nicht die Faserdurchmesserverteilung,
um die Filtrationsmediumsleistung oder den Druckabfall zu berechnen.
Da die klassische Filtrationstheorie auf einem sogenannten Einzelfaseransatz
basiert, kann die Leistung nur für einen isolierten einzelnen
Faserdurchmesser vorausgesagt werden kann. Der allgemeine Ansatz
zur Beseitigung dieses Problems mittels Integration über
unterschiedliche Klassen einer Verteilung funktioniert nur für
Partikeldurchmesser, aber nicht für Faserdurchmesser, da „das
Fliessfeld und die Sammeleffizienz, die mit jeder Fasergröße
assoziiert sind, durch das Vorhandensein von Fasern anderer Größe
beeinflusst werden. In der Praxis ist der effektive Faserdurchmesser,
basierend auf Messungen des Druckabfalls [...], eine geeignete Annäherung” (Hinds
1999).
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Ein
allgemeiner Weg zur Feststellung der Faserdurchmesserverteilung
in einem Filtermedium besteht darin, eine Bedienperson die Faserdurchmesser
zählen zu lassen, zum Beispiel wie in einem Rasterelektronenmikroskop-(REM)-Bild
einer Filtermediumprobe gezeigt. Dies ist ein sehr mühsamer
Weg und die Qualität des gemessenen Ergebnisses ist abhängig
von der Bedienperson. Daher wurden automatische Bildverarbeitungsverfahren
erforscht. Pourdeyhimi und Dent (1999) leiteten
eine Faserdurchmesserverteilung von Bildern ab mittels eines Algorithmus,
der das Skeleton-und-Abstand-transformierte Bild verwendet. Talbot
et al. (2000) ermittelten Faserdurchmesser durch eine automatische
Bildanalyse von Querschnitts-SEM-Faserbildern. Um die Faserquerschnitte
zu erhalten, mussten die Fasern zuerst in einem Kunstharz eingebettet
werden, und dann mussten Querschnitte geschnitten werden. Dieses
Verfahren ist immer noch sehr zeitaufwendig. Ghassemieh
et al. (2002) verwendeten schnelle Fourier- Transformationen
(FFT) für REM-Bilderdaten, um eine Faserdurchmesserverteilung
zu erhalten. Luzhansky (2003) präsentierte
eine automatische Bildverarbeitung eines REM-Bildes, und zwar basierend
auf einem Algorithmus, der zuerst die Poren in einem segmentierten
Bild auffindet und dann in Zick-Zack-Linie um den Umfang einer Pore
fährt, um auf die Grenze einer angrenzenden Pore und zurück
zu springen mittels einer Vorwärtsbewegung. Zibari
et al. (2007) präsentierten ein Verfahren, um
eine Faserdurchmesserverteilung auf der Grundlage binärer
Bilder zu erhalten. Um die Probleme der Verfahren, die auf Skeletons
beruhen, zu beseitigen, entfernten sie die Faserschnittpunkte. Zibari
et al. publizierten (2008) eine weitere Veröffentlichung,
die ihre Methode für simulierte Strukturen bestätigte
und das Ergebnis mit manuell gemessenen Daten von REM-Bilder von
mit Gold gesputterten Fasern verglich.
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Unglücklicherweise
haben die bekannten Verfahren zur Bestimmung der Faserdurchmesserverteilung von
Filtermedien Nachteile. Publizierte oder auf andere Art und Weise
bekannt gewordene Verfahren generieren entweder exzessive Datenmengen
oder sind zu anspruchsvoll durch Verwenden von Techniken, wie zum Beispiel
die schnelle Fourier-Transformation (FFT), um für eine
schnelle und einfache Bestimmung der Qualität der Faserdurchmessergröße
geeignet zu sein. Keine der bekannten Bildverarbeitungsverfahren
kann als eine zufriedenstellende praktische Standardlösung
zur Erreichung des Ziels angesehen werden. Im Ergebnis ergibt sich,
dass selbst heutzutage die Filtermediumfaserdurchmesser allgemein
von Bedienpersonal gezählt werden (manuell), z. B. basierend
auf REM-Bilder oder anderen bekannte Techniken.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung offenbart ein Verfahren und ein System zur
Bestimmung der Faserdurchmesserverteilung eines faserigen Mediums.
Das Verfahren enthält das Bereitstellen mindestens eines
digitalen Bildes, das repräsentativ für dieses
Fasermedium ist, das Vorbearbeiten der Bilder, Binärisieren
der Bilder, Generieren virtueller Linien auf dem Bild, Auflösen
nach Faserrandpunk ten auf jeder generierten Linie, Auflösen nach
Fasermittelpunkten als Mittelwert der Randpunkte, Generieren und
Vergrößern von Messkreisen um die Fasermittelpunkte,
Versetzen der Mittelpunkte, Größenpassung der
Messkreise derart, dass diese Kreise sich schneiden, aber sich nicht über
die gegenüberliegenden Ränder der Fasern hinaus
erstrecken, Repositionieren der Kreise und Mittelpunkte, um Faserkreuzungen
zu vermeiden, Größenanpassung dieser repositionierten
Messkreise, um die gegenüberliegenden Ränder zu
schneiden, und Berechnen der Faserdurchmesser und der Faserabstände.
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Gemäß eines
anderen Aspektes dieser Erfindung enthält der Umpositonierungsschritt
des Verfahrens das Einstellen der Messkreise derart, dass Schnittpunkte
auf gegenüberliegenden Seiten der Messkreise auf einer
Linie angeordnet sind, die sich durch den Mittelpunkt des Kreises
erstreckt.
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Gemäß eines
anderen Aspektes der Erfindung werden die Linien mit einer von einem
Benutzer festgelegten einheitlichen Beabstandung erzeugt.
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Gemäß eines
anderen Aspektes der Erfindung enthält der Vorbearbeitungsprozess
das Einstellen des Kontrastes der digitalen Bilder und Durchführung
der Reduzierung des Bilderrauschens mit Hilfe eines Pixel-Mittelungssfilters.
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Gemäß eines
anderen Aspektes der Erfindung enthält der Binärisierungsschritt
die Bestimmung eines Graustufenschwellwerts unter Verwendung des
Verfahrens nach Otsu und Verwendung des Schwellwerts, um das Bild
in ein binärisiertes Bild zu konvertieren, welches dann
nur noch weiße und schwarze Pixelwerte aufweist.
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Gemäß eines
anderen Aspektes der Erfindung enthält das Verfahren nach
dem Binärisierungsschritt des Weiteren das Bereinigen des
binärisierten Bildes, um unzusammenhängende Bereiche,
die nicht repräsentativ für die Fasergröße
sind, zu beseitigen.
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Gemäß eines
anderen Aspektes der Erfindung wird ein computerlesbares Medium
vorgesehen, in welchem eine Vielzahl von ausführbaren Instruktionen
abgespeichert sind, um das Verfahren der vorliegenden Erfindung
auszuführen.
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Gemäß eines
anderen Aspektes der Erfindung, ein Computersystem zur Bestimmung
der Faserdurchmesserverteilung eines faserigen Mediums mit einem
digitalen Computerprozessor, einer nichtflüchtigen Speichereinheit
mit einem Bediensystem, eine mit dem Computerprozessor verbundene
Anzeigeeinrichtung, eine Bedienereingabeeinrichtung, einem Computer-lauffähigem
Code gespeichert auf der nichtflüchtigen Speichereinrichtung
und ausführbar durch das Computersystem, wobei der Computer-lauffähige
Code die Verfahren der vorliegenden Erfindung implementiert.
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Gemäß eines
weiteren Aspektes der Erfindung werden die digitalen Bilder der
Faserstruktur mit den darauf aufgezeichneten berechneten Messkreisen
auf dem Display des Computerterminal angezeigt. Eine Bedienperson
interagiert mit der Erfindung, um die Messkreise erneut anzuschauen
und Messkreise auszuwählen, die in den Berechnungen für
die Faserdurchmesserverteilung zu ignorieren sind.
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Die
oben angegebenen Merkmale und Vorteile sowie andere Merkmale und
Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich leicht aus der
folgenden detaillierten Beschreibung der besten Ausführungsformen
zur Durchführung der Erfindung im Zusammenhang mit den
beigefügten Figuren.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 zeigt
ein Flussdiagramm zur Darstellung einer anderen Ausführungsform
eines computerdurchgeführten Verfahrens der automatischen
Bestimmung der Faserdurchmesserverteilung von faserigen Medienproben,
in Übereinstimmung mit einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung;
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2 zeigt
ein Flussdiagramm zur Darstellung eines Verfahrens der Bildvorbearbeitung,
und zwar in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung;
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3 zeigt
ein Flussdiagramm zur Skizzierung der Verfahrensschritte, die während
des Linienerzeugungsprozesses durchgeführt werden, in Überstimmung
mit der vorliegenden Erfindung;
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4 zeigt
ein Flussdiagramm zur Skizzierung eines Verfahrens zur Bestimmung
des Faserdurchmessers, in Überstimmung mit der vorliegenden
Erfindung;
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5 zeigt
ein Flussdiagramm zur Skizzierung eines Verfahrens zur Versetzung
des Mittelpunktes der Messkreise, gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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6 zeigt
ein Flussdiagramm zur Skizzierung eines Verfahrens zur Verschiebung
der Messkreismittelpunkte (bei gleichem Durchmesser), gemäß der
vorliegenden Erfindung;
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7 zeigt
ein Flussdiagramm zur Skizzierung eines Verfahrens zur Verschiebung
des Mittelpunktes, gemäß der vorliegenden Erfindung;
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8 zeigt
ein Flussdiagramm zur Skizzierung eines anderen Verfahrens zur Verschiebung
des Mittelpunktes, gemäß der vorliegenden Erfindung;
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9 und 10 zeigen
Flussdiagramme zur Erläuterung eines anderen Ausführungsbeispiels
eines computerdurchgeführten Verfahrens für die
automatischen Bestimmung der Faserdurchmesserverteilung von faserigen
Medienproben, gemäß der vorliegenden Erfindung;
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11A–11F sind
binäre faserige Abbildungen zur Erläuterung des
Verfahrens der 9 und 10, gemäß der
vorliegenden Erfindung;
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12 zeigt
ein binärisiertes Bild, wie es mit der vorliegenden Erfindung
erzeugt worden ist, und zwar mit Kreisen, die die Position und Größe
der gemessenen Fasern darstellen, gemäß der vorliegenden
Erfindung;
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13 zeigt
ein schematisches Diagramm eines auf einem Mikroprozessor basierenden
Computersystems, das geeignet ist, um das Verfahren der vorliegenden
Erfindung auszuführen.
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BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
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Die
folgende detaillierte Beschreibung offenbart Ausführungsbeispiele
zur Verwirklichung der Erfindung, die zur Zeit als beste Modi betrachtet
werden. Die Beschreibung soll nicht als einschränkend verstanden werden
und ist lediglich für den Zweck der Illustration des generellen
Prinzips der Erfindung gedacht, da der Umfang der Erfindung am bestem
durch die anhängenden Patentansprüche definiert
wird.
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Die
vorliegende Erfindung sieht neue fortschrittliche und computerautomatisierte
Verfahren und Systeme vor, um die Faserdurchmesserverteilung eines
faserigen Mediums, wie etwa (als ein Beispiel) eines Filtermediums.
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Die
verbesserte Leistung der heutigen Filtermedien ist einerseits erzielbar
durch Kombinieren verschiedener Lagen, aber andererseits durch Optimieren
der Mischung von Faserdurchmessern innerhalb einer Lage. Traditionell
werden auf Zellulose basierende Papiere als faserige Filter verwendet.
Dabei ergeben unterschiedliche Hölzer verschiedene Faserabmessungen
und -formen. Zellulosepapier ist allerdings ein natürliches
Produkt, mit all seinen inhärenten Fluktuationen der Eigenschaften
und seiner Einschränkung bezüglich des minimalen
Faserdurchmessers. Jedoch sind synthetische Vliesmedien ein hoch
technisiertes Produkt, das noch viel mehr Parameter zur Verfügung
stellt, um die Produktqualität und Eigenschaften zu steuern,
zum Beispiel kleinere Fasern. Daher hat sich ein Trend entwickelt,
synthetische Medien in Zellulose einzubringen oder aufzulegen, oder
sogar vollständig zu synthetischen Filtermedien überzugehen.
Die vorliegende Erfindung stellt neue fortschrittliche und mittels
Computer automatisierte Verfahren zur Verfügung, um die
Faserdurchmesserverteilung derartiger faserigen Medien zu erhalten.
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Das
Verfahren verwendet eine automatische Bildbearbeitung, wie zum Beispiel
das Beschneiden des Bildes, Einstellung des Kontrastes, Segmentierung
(zum Beispiel das Verfahren nach Otsu), Schließen und Entfernen
von kleinen Objekten. Linien (horizontal, vertikal oder mit jedem
beliebigen Winkel) werden virtuell auf das binäre Bild
aufgetragen und Schnittpunkte dieser Linien mit den Rändern
der Fasern werden berechnet. Startpunkte zur Messung der Faserdurchmesser
werden in den faserigen Bereichen zwischen den Kreuzungspunkten
angeordnet. In dem Verfahren wird der Faserdurchmesser berechnet
durch Generieren von Kreisen auf diesen Startpunkten, die solange
wachsen bis sie die Ränder (oder Kanten) der Faser erreichen. Da
die Fasern üblicherweise nicht quer rechtwinklig zu den
gezeichneten Linien angeordnet sind, ist die Distanz zwischen dem
Startpunkt und den Rändern oftmals nicht der gleiche für
alle Seiten. Vorteilhafterweise bewegen die Verfahren der vorliegenden
Erfindung die Mittelpunkte der wachsenden Kreisdurchmesser so lange,
bis eine Position gefunden worden ist, in welcher der Kreis an Ränder
der Faser anstößt, die auf – gegenüberliegenden
Seiten liegen und virtuell verbunden sind durch eine gerade Linie
durch den Mittelpunkt. Des Weiteren trägt das Verfahren
der Tatsache Rechnung, dass ein Startpunkt für die wachsenden
Kreise in dem Bereich eines Querschnitts der Fasern liegen kann.
Durch einen speziellen und verbesserten Schritt wird dann der Startpunkt
aus diesem Bereich heraus bewegt. Schließlich wird ein
Bild gespeichert, das all die Kreise zeigt, die für die
Messung der Faserdurchmesser verwendet worden sind, und es wird
auch ein Bericht mit den erhaltenen Daten erstellt, z. B. mit Faserdurchmessern
und Faserabständen. Die eigentliche Messung der Faserdurchmesser
ist vollständig automatisch und benötigt keine
weiteren Eingaben des Benutzers. Des Weiteren ist das Programm nicht
darauf limitiert, ein Bild zu analysieren sondern auch Schleifen über
einen vorbestimmten Bilderstapel.
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Die
hierin offenbarten Verfahren, die für die automatische
Bestimmung der Faserdurchmesserverteilung von faserigen Medienproben
angewendet werden, sind eine Kombination einer spezifischen Verwendung von
aktuellen Rasterelektromikroskopbildern (oder alternativ Modell-erzeugte
Bilder, wie zum Beispiel virtuelle REM-Bilder), Bildverarbeitungsverfahren
und die neu entwickelten Verfahren zur Platzierung der Messpunkte und
Gewinnung der Faserdurchmesser der vorliegenden Erfindung. Die Verfahren
können in einen computerausführbaren Code implementiert
sein, und zwar durch jede beliebige einzelne Art oder eine Kombination
bekannter Arten von Maschinensprachen und Verfahren. Einige nicht
einschränkende Beispiele enthalten C oder C++ Programme,
JAVATM oder als Code, der mittels Simulations-Tools
ausgeführt wird wie etwa (als Beispiel) MatLabTM.
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9 UND 10
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Die
Beschreibung betrifft zunächst die 9 und 10,
die eine erste und einfacher zu verstehende Ausführungsform
eines durch einen Computer durchgeführtes Verfahren der
automatischen Bestimmung von Faserdurchmesserverteilungen von faserigen
Mediumproben erläutern, wie sie im Einklang mit der vorliegenden
Erfindung steht.
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Das
Verfahren beginnt bei dem Block 905 durch Bereitstellen
eines von einem digitalen Computer lesbaren Bildes, das repräsentativ
für eine zu analysierende faserige Struktur ist. Die Bilder
können sein: XCT-Rohbilder von Proben eines Flachfiltermediumbogens,
Rasterelektronenmikroskop-(REM)-Bilder von wirklichen Filtermedien,
oder alternativ virtuell hoch aufgelöste REM-artige Bilder,
wie etwa ein Reflektionselektronenmikroskop(RM)-Bild von virtuellen
Fasermedienstrukturen, wie sie zum Beispiel von GeOdictTM generiert
werden. GeOdictTM ist ein Materialdesign-
und Simulationssoftware-Paket, das entwickelt und ver marktet worden
ist vom Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik
in Kaiserlautern, Deutschland.
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REM-Bilder
von aktuellen Filtrationsmedien können produziert werden
durch Anwenden eines Rasterelektronenmikroskops, das einen QBSD-Materialdetektor
aufweist. Unter QBSD verstehen wir einen „Quadrant-Rückstreuungsdetektor” (Quadrant
Back Scattering Detector), einen Detektor, der die rückgestreuten Elektronen
sammelt, die in dem Probebereich, der mit dem Elektronenstrahl des
REM bestrahlt wird, erzeugt werden.
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Im
Block 910 wird das Bild vorbearbeitet. Die Vorbearbeitung
verwendet Bildmanipulationsverfahren, um die Qualität des
Ausgangsbildes zu verbessern, auf das der Fasererfassungsalgorithmus
angewendet werden soll. Die Vorbearbeitung kann einen oder alle
der folgenden Schritte enthalten: Einstellungen des Kontrastes (Expandieren
des Bereichs der Graustufenwerte von Pixel in dem Bild), Rauschunterdrückung
(Reduzierung des digitalen Rauschens in dem Bild durch die Verwendung
von computerimplementierten Pixel-Mittelungsfilterungstechniken).
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In
dem Block 915 wird das Bild binärisiert (Konvertieren
des Graustufenbildes zu einem Schwarzweißbild, indem die
Pixelwerte auf schwarz (0) oder weiß (1) limitiert werden).
Der Binärisierungsschritt kann des Weiteren enthalten einen
Bereinigungsschritt (Identifizieren und Beseitigen kleiner unzusammenhängender Bereiche
von weißen Pixel, die bei dem Binärisierungsschritt übrig
geblieben sind). Diese Bildmanipulationstechniken, die für
Block 910 und 915 offenbart worden sind, werden
später detailliert mit Bezug auf 2 weiter
unten beschrieben.
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Im
Block 920 werden auf dem Bild virtuelle Linien generiert.
Alle generierten Linien sind parallel zueinander und können
mit einer einheitlichen Beabstandung auf dem Bild erzeugt werden,
obwohl eine einheitliche Beabstandung der Linien nicht notwendig
ist. Die Linien können in jede gewünschte Richtung
positi oniert werden, wie zum Beispiel horizontal, vertikal oder
mit jedem beliebigen Winkel.
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Die
Faserrandpunkte werden im Block 925 gelöst. Randpunkte
sind die Punkte auf den generierten Linien, wo sich Pixelwerte von
0 zu 1 oder von 1 zu 0 ändern, was ein Anzeichen für
den Übergang von einem faserigen Bereich zu einem nicht-faserigen
Bereich der Linie ist und eine Indikation für die Kante
der Fasern an den Orten ist, wo die erzeugten Linien die Fasern
schneiden.
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Im
Block 930 werden die Fasermittelpunkte gelöst.
Die Fasermittelpunkte sind ausgewählte Punkte auf dem Abschnitt
der generierten Linie innerhalb einer faserigen Region (Pixelwert
1) und auf halbem Weg zwischen zwei Randpunkten. Orte dieser Punkte
können in anderen Schritten angepasst werden, wie weiter unten
beschrieben.
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Dann
werden im Block 930 alle Fasermittelpunkte (Mittelpunkte
auf allen generierten Linien) verarbeitet. Dieses Verfahren ist
in 10 illustriert. 10 zeigt
ein Verfahren, das sequentiell und individuell auf alle Fasermittelpunkte
angewendet wird. Im Block 1005 wird ein Kreis auf dem Mittelpunkt
generiert. Der Durchmesser dieses Kreises kann ein spezifisches
Minimum der Fasergröße sein, eine vorgegebene
Prozentsatz des Durchmessers einer Minimumfasergröße
oder ein Prozentsatz der Länge einer Linie, welche die
Randpunkte, die diesen Mittelpunkt festlegen, verbindet. Auf alle
Fälle wird ein Kreis von kleiner Größe
anfänglich generiert.
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Im
Block 1010 wird der Kreis in vorher festgelegten Schritten
vergrößert bis sich Abschnitte des Kreises über
die Ränder der Fasern hinaus erstrecken.
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Dann
wird im Block 1015 ein Test durchgeführt, um zu
bestimmen, ob der Kreis lediglich an einer Seite des Kreismittelpunktes überlappt
oder an zwei Seiten des Kreismittelpunktes (das heißt: Überlappen
einander gegenüberliegender Ränder der Faser).
Tritt diese Überlappung nur an einer Seite auf, dann wird
in Block 1020 der Mittelpunkt in eine Richtung bewegt,
die von dem Überlappungsbereich wegführt. Zum
Beispiel, Verwendung einer Linie, die den Kreismittelpunkt mit dem über
den Rand hinaus sich erstreckenden Kreisbereich verbindet; Bewegung
des Kreismittelpunkt über eine vorbestimmte Distanz in
einer Richtung weg von dem Kreisbereich, der sich über
den Rand erstreckt. Steuerung geht dann zurück an 1010.
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Block 1025 wird
erreicht, falls ein Überlappen der gegenüberliegenden
Ränder (gegenüberliegende Seiten) der Faser auftritt.
In Block 1025 wird ein alternativer Kreismittelpunkt festgelegt
durch Verbinden der überlappenden gegenüberliegenden
Abschnitte des Kreises mit einer Linie und durch Verwenden des Mittelpunktes
dieser Linie als einen neuen alternativen Mittelpunkt.
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In
einem Ausführungsbeispiel können die Überlappungsabschnitte
dargestellt werden als eine Vielzahl von Pixeln. Es werden Linien
erzeugt, um die Pixel miteinander zu verbinden und zwar bei gegenüberliegenden Überlappungsabschnitten.
Potenzielle alternative Kreismittelpunkte werden berechnet als die
Mittelpunkte der Linien, die die einander gegenüberliegenden überlappenden
Pixel verbinden, und der potenzielle alternative Mittelpunkt, der
am weitesten von dem bestehenden Kreismittelpunkt entfernt ist,
wird als alternativer Mittelpunkt ausgewählt.
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Eine
vorbestimmte Prozentangabe der Länge dieser Linie legt
den alternativen Mittelpunkt als alternativen Kreisdurchmesser fest.
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Im
Block 1030 wird ein Test durchgeführt, um sehen
zu können, ob die Linie, die die einander gegenüberliegenden Überlappungsabschnitte
der Kreise durch oder in einer vorbestimmte Entfernung zu dem Mittelpunkt
des Kreises hindurchgeht. Falls der Test positiv ausfällt,
ist die Messkreismanipulation beendet und der Faserdurchmesser wird
als Durchmesser für den Kreis ausgewählt. Anderenfalls
wird in Block 1030 die Steuerung zurück an Block 1035 gegeben,
um den Kreismittelpunkt auf den alternativen Mittelpunkt und den Kreisdurch messer
auf den alternativen Kreisdurchmesser zu setzen, und die Steuerung
geht zurück auf den Block 1010.
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Zurück
zu 9: nachdem alle Fasermittelpunkte verarbeitet
worden sind und die Faserdurchmessergrößenkreise
generiert, positioniert und größenmäßig
eingestellt (10) sind, fährt das
Verfahren in Block 940 fort. In Block 940 wird
das modifizierte Bild in einem digitalen Medium gespeichert, einschließlich
der generierten Faserdurchmesserkreise (Messkreise) und Fasermittelpunkte.
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In
Block 945 werden die berechneten Faserdurchmesser, Faserabstände
(Abstände zwischen den Fasermittelpunkten) und Fasermittelpunktorte
angezeigt. Des Weiteren kann eine Nachbearbeitung durchgeführt werden,
um unkorrekte Messungen der Faserdurchmesser zu identifizieren und
zu eliminieren. Die Nachbearbeitung kann automatisch durchgeführt
oder interaktiv sein, wobei ein Benutzer Messungen identifiziert,
die ignoriert werden sollen, indem durch Anklicken von Messkreisen
auf dem Display (als Beispiel) unter Verwendung einer Ortsauswahleinrichtung,
wie etwa ein Touchscreen, eine Maus oder ein Trackball. Die endgültigen Fasermessungsreportdaten
können als Datendatei gespeichert werden oder aber direkt
an ein Tool für weitere Berechnungen und Berichterstellung,
wie zum Beispiel eine Tabellenkalkulation, geschickt werden. Berechnete
Ergebnisdaten einschließlich Faserdurchmesser und Faserabstände
können während des Berichterstellungsschrittes
einer weiteren Analyse unterzogen werden, um so die Minimum-, Maximum-,
Mittel- und Standard-Abweichungen der Faserdurchmesser und der Faserabstände
zu berechnen. Es können des Weiteren Diagramme einschließlich
eines Faserdurchmesserdiagramms (relative Frequenz gegen Faserdurchmesser) und
Faserabstandverteilung (relative Frequenz gegen Faserabstand) für
die gemessenen faserhaltiger Medien generiert werden.
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Das
Verfahren ist dann beendet.
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Gemäß eines
anderen Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung
können die Verfahren gemäß der 9 und 10 wie
folgt modifiziert werden. Ein Anwender kann interaktiv eine zu messende
Faser auswählen durch einen Mausklick auf die Faser in
einem auf einem Computer dargestellten Bild der Faser. Eine virtuelle
Linie (Block 920, 9) kann
dann generiert werden durch den Mausklick, um die Randpunkte der Faser
(Block 925, 9) zu finden, und dann läuft
das Verfahren weiter bei 930.
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11A–11F
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Die 11A–11F sind
binäre Faserbilder, die das Verfahren der 9 und 10 gemäß der vorliegenden
Erfindung erläutern.
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Es
wird nun Bezug auf 11A genommen. 11A repräsentiert ein binärisiertes
REM-ähnliches Bild, in welchem zwei Faserrandpunkte F1
und F2 berechnet worden sind (wie oben beschrieben für
Block 925), Punkte, die auf der virtuellen Linie L1 liegen
(wie oben beschrieben in Block 920). Ein Mittelpunkt C1 – wie
in 930 oben berechnet – wird gezeigt.
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In 11B wird ein erster Kreis CR1 um einen Mittelpunkt
C1 gezogen. Dann wird ein größerer Kreis CR2 um
den gleichen Mittelpunkt C1 gezogen, wie dargestellt in 1005 und 1010 der 10.
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11C zeigt, wie der Kreis CR2 den Rand FR1 der
Faser FIB1 überlappt oder darüber hinaus reicht. Daher
wird ein neuer Mittelpunkt berechnet, und zwar in einer Richtung
weg von der Überlappung (Block 1020 oben) und
ein neuer Satz von Kreisen wird um diesen verschobenen Mittelpunkt
gezogen.
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11D zeigt eine weitere Progression von wachsenden
Kreisen und verschobenen Mittelpunkten gemäß dem
Verfahren von 1010, 1015 und 1012, wie
weiter oben besprochen.
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Die 11E zeigt größer werdende und
verschobene Kreise, die schließlich gegenüberliegende
Seiten (einander gegenüberliegende Ränder), einer
Faser schneiden. Wie in 1025, 1030 und 1035,
siehe oben, wird ein neuer Kreismittelpunkt CD1 berechnet, so dass
der Kreis sich aufwärts entlang der Faser FIB1 zu dem Kreis
CDR1 bewegt oder dort entlang läuft und vorteilhafterweise
die Messkreise aus den Kreuzungspunkten zwischen den Fasern FIB1
und FIB2 herausbewegt werden. Die Möglichkeit der Verschiebung
der Fasermesskreise weg von derartigen Faserkreuzspunkten ist ein
Vorteil des hier offenbarten Verfahrens, da andererfalls das Belassen
des Messkreises an der Faserkreuzung zu einer falschen Messung des
Faserdurchmessers führen würde. CDR1 wächst
um CD1 bis er eine oder beide Ränder schneidet, wie bereits
besprochen.
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Die 11F zeigt die weitere Progression der Messkreise
gemäß dem Verfahren der 9 und 10.
Wie in 11F gezeigt, sind Stopbedingungen
in dem Testblock 1030 (oben) erfüllt, wenn überlappende
Abschnitte des Kreises mit einer durch den Kreismittelpunkt verlaufenden
Linie verbunden werden können.
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12
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Die 12 repräsentiert
ein binärisiertes Bild mit Kreisen, die die Position und
die Größe der gemessenen Fasern darstellen, produziert
gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung.
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1–8
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Die 1–8 beziehen
sich auf ein anderes spezifisches Ausführungsbeispiel eines
mittels eines Computers ausführbaren Verfahrens einer automatischen
Bestimmung der Faserdurchmesserverteilung von faserigen Medienproben,
in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung.
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1 – Verfahren
zur automatischen Bestimmung der Faserdurchmesserverteilung von
faserigen Medien
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Das
Verfahren beginnt in Block 105. In Block 110 werden
Bilder, die die Faserverteilung in einem Filtermedium darstellen,
zur Verfügung gestellt. Die Bilder können sein:
XCT-Rohbilder von Proben flacher Filtermediumbögen, Rasterelektronenmikroskop-(REM)-Bilder
von wirklichen Filtermedien, oder alternativ können die
Bilder virtuelle hoch auflösende REM-ähnliche
Bilder sein, wie etwa Bilder eines Reflexionsmikroskops (RM) von
virtuellen Fasermedienstrukturen, wie sie zum Beispiel generiert
werden durch GeoDictTM. Mit dem Ausdruck „Bilderstapel” in
Block 110 meinen wir ein oder mehrere REM-artige Bilder
in einem digitalen Bildformat, das geeignet ist für eine
Computerbearbeitung. Beispiele für die Bilderformate sind
JPEG, BMP, TIFF und andere, die dem Fachmann auf diesem Gebiet bekannt
sind. REM-Bilder sind hier zu verstehen als tatsächliche
REM-Bilder oder REM-ähnliche Bilder von wirklichen faserigen
Medien als auch virtuelle REM-Bilder von theoretischen faserigen
Medien, wie zum Beispiel kreiert mittels GeoDictTM und
mittels anderer Software für die Modellierung faserige
Medien.
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In
Block 115 werden aus einer Datei spezifischen Modellierungsparameter
herausgelesen und an einen Computerbildschirm ausgegeben, sie werden
von einem Benutzer bestätigt oder auch auf andere Art und Weise
in das System eingegeben. Modellierungsparameter, die eingegeben
werden können (zum Beispiel auf einem formatierten Eingabesbildschirm)
enthalten die Bild-Eingabedateien (SEM-Bilddateistapel), und das Verzeichnis,
in das die Ausgabedateien (wie Berichtdateien und Datendateien)
einzutragen sind. Andere Parameter enthalten die Anzahl von Linien,
die auf jedem Bild generiert werden sollen. Wie an anderer Stelle noch
beschrieben werden wird, werden die Schnittpunkte der generierten
Linien mit den Rändern (oder Kanten) der Fasern in den
REM-Bildern verwendet, um die Faserabstände und -durchmesser
zu berechnen. Andere Parameter enthalten die Auflösung
der zur Verfügung gestellten REM-Bilder (z. B. in Mikrometer
pro Pixel) sowie die maximal erwarteten Faserdurchmesser (z. B.
in Mikrometer).
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In
Block 120 wird die Vorbearbeitung des nächsten
Bildes des REM-Bildstapels ausgeführt. Die Bildvorbearbeitung
wird detailliert in den Erläuterungen für die 2 weiter
unten erklärt und ist daher hier nicht näher erläutert.
Kurz gesagt, die Bildvorbearbeitung ist darauf gerichtet, die Qualität
des Bildes zu verbessern, auf das die Faserbestimmungs-Algorithmen
angewendet werden, um die Algorithmen und Verfahren der vorliegenden
Erfindung zu verbessern und in einigen Fällen deren Anwendung
zu ermöglichen.
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In
Block 130 wird die Linienerzeugung und die Bearbeitung
ausgeführt. Block 130 repräsentiert verschiedene
Blöcke, die ausführlicher behandelt und detaillierter
im Zusammenhang mit 3 weiter unten beschrieben werden.
Im Wesentlichen bezieht sich die Linienerzeugung und Bearbeitung
auf die Erzeugung von Linien in Bildern und die Bestimmung der Faserkanten
und Mittelpunkte.
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In
Block 135 werden die Faserabstandsberechnungen durchgeführt.
Die Berechnungen werden durchgeführt, um den Abstand zwischen
den Mittelpunkten der Fasern im Bild festzulegen. Die Fasermittelpunkte
sind zuvor im Block 130 aus den Faserrandpunkten berechnet
worden. Faserabstände sind diejenigen Abstände
zwischen individuellen Fasern, bestimmt durch die Abstände
zwischen Fasermittelpunkten für eine gegebene (die jetzt
vorhandene) erzeugte Linie im Bild. Faserabstände können
berechnet werden zwischen einzelnen Fasern und benachbarten Fasern,
die durch die generierte Linie geschnitten werden. Ein Minimum, ein
Maximum und eine Glockenkurvenverteilung können für
die Faserabstandsverteilung in dem Medium berechnet werden.
-
Block 140 ist
ein Zustandstestblock. Falls mehr Linien verbleiben, die bearbeitet
werden müssen (erzeugt und verarbeitet), dann führt
die Steuerung zurück zu Block 130 – Liniengenerierung/Bearbeitung.
Die Blöcke 130 (Verfahren in 3 skizziert), 135 und 140 bilden
eine programmatische Bedingungsschleife. Falls alle Linien bearbeitet
worden sind, dann geht die Steuerung über zu Block 145.
-
Im
Block 145 werden die Faserdurchmesser bestimmt unter Verwendung
von Anwenderverfahren und Algorithmen der vorliegenden Erfindung.
Die Faserdurchmesserbestimmung wird detailliert erläutert
im Zusammenhang mit 4 weiter unten und wird daher
hier nicht weiter beschrieben.
-
Block 150 ist
ein Zustandstestblock. Falls mehr Fasermittelpunkte zur Bearbeitung
für die Faserdurchmesserbestimmung übrig bleiben,
dann geht die Steuerung zurück zu Block 145. Falls
alle Fasermittelpunkte bearbeitet worden sind, dann geht die Steuerung
auf Block 152 über.
-
Block 152 ist
ein Zustandstestblock. Falls alle Bilder in dem SEM-Bildereingabestapel
bearbeitet worden sind, dann geht die Steuerung über zu
Block 155, anderenfalls geht die Steuerung zurück
zu Block 120 zum Vorbearbeitungsschritt des nächsten
SEM-Bildes vom Stapel. Die Blöcke 120 bis 152 formen
eine programmatische Schleife, um Faserdurchmesser und die Beabstandung
von allen zur Verfügung gestellten REM-Bildern zu bearbeiten.
-
Im
Block 150 werden die Datenanalyse und die Visualisierung
der Ergebnisse durchgeführt. Dies enthält ein
Bild oder Bilder, die die erzeugten Kreise zeigen, die zum Messen
der Faserdurchmesser verwendet worden sind. Berechnete Ergebnisdaten,
einschließlich Faserdurchmesser und Faserabstände
und die Berechnung der Minimum-, Maximum-, Mittel- und Standard-Abweichung
von Faserdurchmesser und Faserabstände. Graphische Darstellungen
werden erzeugt einschließlich einer Faserdurchmesserdarstellung
(relative Frequenz gegen Faserdurchmesser) und Faserabstandsverteilung
(relative Frequenz gegen Faserabstand) für die gemessenen
faserigen Medien. Weitere Analysen und graphischen Darstellungen
direkt in dem Computercode können erzeugt werden, oder
können in ein programmierbares Berarbeitungs- und Report-Tool-Packet
geladen werden, wie zum Beispiel Microsoft ExcelTM als
ein Beispiel für ein Tabellenkalkulations-/Kalkulations-Tool.
Daten können in das Bearbeitungs- und Report-Tool übertragen
werden unter Verwendung bekannter Verfahren, wie zum Beispiel die
programmatischen Methode, die oben beschrieben worden ist, in kommaseparierte
varriable (CSV) Dateien oder durch Direktverbindung unter Verwendung
von Verfahren, die von Tools unterstützt werden einschließlich
Dynamic Data Exchange (DDE), SQL oder ODBC (Open DataBase Connectivity).
-
Bei
Block 199 endet das Verfahren.
-
2 – Verfahrensschritte,
die im Bildvorbearbeitungsschritt durchgeführt werden
-
2 repräsentiert
den Block 120 der 1, der detaillierter
gezeigt wird für ein klareres Verständnis und
beginnt mit Block 210 von 2. Die Verfahrensschritte
von 2 verwenden Bildmanipulationsverfahren, um die
Qualität der eingegebenen Bilder (REM-Bilderstapel) zu
erhöhen, mit denen der Faserdurchmesser-Bestimmungsalgorithmus
der vorliegenden Erfindung arbeitet.
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Im
Block 210 wird der Bereich des Interesses (BI) des Bildes
ausgewählt. Der Bereich des Interesses kann ausgewählt
werden als eine Teilmenge des REM-Bildes. In Block 215 wird
der Bildkontrast automatisch eingestellt. In diesem Schritt wird
das Bild analysiert und der Graustufenwertbereich der Pixels in
dem Bild bewertet. Falls der Bereich nicht vollständig
verwendet wird, werden die Graustufenwerte expandiert derart, dass die
Grauwerte den erreichbaren Bereich ausfüllen, um dadurch
den Kontrast des Bildes zu verbessern. Diese Verbesserung des Kontrastes
ist vorteilhaft für die Bildanalyse.
-
Im
Block 220 wird die Rauschreduktion des Bildes durchgeführt.
Bei diesem Verfahrensschritt wird ein Mittelwert-bildender Filter
verwendet. In einem Ausführungsbeispiel arbeitet dieser
Mittelwert-bildende Filter auf einen 2×2 Block von Bilderpixeln
zur gleichen Zeit, obwohl die ausgewählte Pixelmanipulationsgröße
nicht limitiert ist. Das Mittelwert-bildende Filter wird benutzt,
um das sogenannte digitale Rauschen des Bildes zu reduzieren. Mit
digitalem Rauschen meinen wir Sprünge in der Intensität
von aneinander angrenzenden Grau-Pixeln, die in dem REM-Eingabebild
enthalten sind. Das Mittelwert-bildende Filter berechnet den mittleren
Wert von jedem 2×2 Feld in dem Bild und ordnet diesen Mittelwert
den vier Pixeln in dem 2×2 Pixel-Block zu. Dieser Vorgang
wiederholt sich für alle Pixel in dem REM-Bild. Bevorzugt
arbeitet das Mittelwert bildende Filter auf 2×2 Pixel-Blöcken.
Diese begrenzte Größe reduziert Bildinformationsverlust
aufgrund des Mittelwert-bildenden Prozesses.
-
Im
Block 225 erfolgt die Binärisierung des Bildes,
das bezüglich des Kontrastes eingestellt und in Bezug auf
Rauschen reduziert ist. Das Grauwert-(Graustufen)-Bild ist binärisiert,
was bedeutet, es ist konvertiert in ein Schwarz-weiß-Bild
(2 Farbendarstellung). Dieses Verfahren enthält das Auffinden
eines Schwellgraustufenwertes, der verwendet wird, um entweder eine
binäre 0 oder eine binäre 1 allen Pixeln des Bildes
zuzuordnen, und zwar in Abhängigkeit ihres Wertes unterhalb
oder oberhalb des berechneten Schwellwertes. Die Bestimmung des
optimalen Schwellwertes ist wichtig zum Hervorheben der Fasern in
dem Bild vom Hintergrund. In der vorliegenden Erfindung wird der
Schwellwert berechnet unter Verwendung des Otsu-Verfahrens, welches
ein wohlbekanntes Schwellwertverfahren für die entsprechenden
Fachleute auf diesem Gebiet ist. Das Otsu-Verfahren basiert auf
einer sehr einfachen Idee: Finde den Schwellwert, der die gewichtete
Streuung innerhalb der Klasse minimiert. Das ist das gleiche wie
das Maximieren der Streuung zwischen den Klassen.
-
Bei
Block 230 wird das binärisierte Bild bereinigt.
In diesem Bereinigungsschritt untersucht der Computercode das binärisierte
Schwarzweißbild und sucht nach unzusammenhängenden
Bereichen von weißen Pixels. Diese Bereiche rühren
meistens von Fasern im Hintergrund des Bildes her, die einen geringeren
Graustufenwert (dunkler) im dem Originalbild aufweisen, und bilden
auch kleine Bereiche mit höheren Graustufenwerten, wo sie
nicht von Fasern des Vordergrundes abgeschattet werden. Da diese
unzusammenhängenden Bereiche nicht repräsentativ
sind für die wahre Fasergröße (Durchmesser
und Länge), würden sie die erfassten Durchmesserresultate
verfälschen und werden daher vom Bild entfernt, indem diese
Regionen in schwarze umgewandelt werden (Fasern werden als weiße
Bereiche dargestellt).
-
3 – Verfahrensschritte,
die für die Linienerzeugung durchgeführt werden
-
3 stellt
das Blockdiagramm 130 von 1 in vergrößerter
Form zur detaillierteren Darstellung und für ein klares
Verständnis dar und beginnt mit Block 310 von 3.
Im Block 310 wird eine Linie virtuell über das
binäre Bild gezogen. In einem früheren Schritt
(bei 1, Block 115) wurde die Anzahl der zu
ziehenden Linien auf dem Bild spezifiziert. Falls dies die erste
oder die letzte Linie auf dem Bild ist, berücksichtigt
der Computercode, dass die Linie zumindest die Größe
des maximalen Faserdurchmesser (Parameter spezifiziert bei Block 115)
weg von der oberen und unteren Grenze des Bildes haben muss. Die
Anzahl der Linien, die auf dem Bild gezogen werden müssen,
legt dann die gleichmäßig beabstandete Verteilung
der Linien dazwischen fest.
-
Im
Block 315 werden Pixels auf der Linie in dem binären
Bild bearbeitet, um die Faserrand-(oder Kanten)-Punkte zu identifizieren.
Kantenpunkten werden in der Linie identifiziert als Punkte entlang
der Linie, wo der Pixelwert sich ändert von 0 auf 1 oder
von 1 auf 0. Die Fasern in den Bildern werden dargestellt durch
die weißen (Pixelwert = 1) Abschnitte der Linie.
-
Im
Block 320 werden dann die Fasermittelpunkte als Mittelwerte
zwischen jedem Paar von Faserkantenpunkten berechnet.
-
4 – Verfahren
zur Bestimmung von Faserdurchmessern
-
Das
Verfahren beginnt bei Block 405. Wie aus der 1 zu
sehen ist, werden die Fasermittelpunkte individuell bearbeitet.
Im Block 410 ist ein kleiner Kreis um den Fasermittelpunkt
generiert worden. Bei Block 415 sind das Stop-Flag und
das Verschiebungs-Flag beide entfernt worden (auf 0 gesetzt worden).
Block 420 ist ein Zustandstestblock. Falls der Kreisdurchmesser
geringer als der Maximumfaserdurchmesser ist (Parameter, der in 1,
Block 115 eingegeben worden ist) und das Stop-Flag ist
nicht vorhanden, dann geht die Steuerung zum Block 425 über,
anderenfalls geht die Steuerung zu Block 435.
-
Bei
Block 425 wird das Verschiebungs-Flag gesetzt (Wert auf
1 gesetzt), um zumindest einen Durchlauf sicherzustellen. Dann wird
bei Block 430 der Kreisdurchmesser um eines vordefinierten
Schritt vergrößert.
-
Block 435 ist
ein Zustandstestblock. Falls das Verschiebungs-Flag gesetzt und
das Stop-Flag entfernt ist, dann geht die Steuerung auf den Block 440 über,
anderenfalls auf Block 420.
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Im
Block 440 ist das Verschiebungs-Flag gelöscht.
Dann wird bei Block 445 ein Kreis mit dem Kreisdurchmesser
um den Mittelpunkt diskretisiert oder generiert, und der Kreis wird
als eine Variable abgespeichert.
-
Block 450 ist
ein Zustandstestblock. Falls der Kreis einen Abschnitt aufweist,
der die Maße des Bildes überschreitet (Bildgrenzen
in X und Y zeigen den Kreis als zu groß an, um verwendet
zu werden), dann geht die Steuerung zu Block 445, anderenfalls
zu Block 460.
-
Im
Block 455 ist das Stop-Flag gesetzt und die Steuerung geht
zu Block 470 über.
-
Bei
Block 460 (wird erreicht, falls der Kreis die Bildausmaße
nicht überschreitet) wird das binärisierte Bild
kopiert (gespeichert), und zwar als ein temporäres Bild.
Dann werden im Block 465 die Kreispixel in dem temporären
Bild auf weiß gesetzt (Pixelwert = 1).
-
Block 470 ist
ein Zustandstestblock. Die Pixelsumme() stellt ein Computerausführungsverfahren
oder Funktion dar, um die Summe der Pixel in einem Bild zu berechnen.
Das ist die Summe von allen Bildpixeln. Als Beispiel, in Pascal
könnte die Pixelsumme eines 600×600 Bildes berechnet
werden als:
-
-
-
Im
Block 470, falls die Pixelsumme() des temporären
Bildes größer als die Pixelsumme() des Originalbildes
(des binärisierten Bildes vor Setzen der Pixels auf weiß)
ist, erstreckt sich dann der Kreis über die Kante der Faser,
so dass die Steuerung zu Block 475 geht, anderenfalls zu
Block 420 zurückkehrt, um den Kreis wachsen zu
lassen.
-
Im
Block 475 wird das Differenzbild diff.bild berechnet durch
Subtrahieren des temporären Bildes von dem Bild, basierend
auf Pixel zu korrespondierendem Pixel. Das Differenzbild enthält
schwarze Pixel mit Ausnahme der Bereiche, in denen der Kreis sich über
den Faserrand oder die Kante hinaus erstreckt. Diese Pixel sind
weiß.
-
Im
Block 480 werden die Anzahl der weißen Pixel und
deren Koordinaten aus dem vorherigen Durchlauf abgespeichert, um
nicht überschrieben zu werden. Dann wird im Block 485 die
Anzahl der weißen Pixel und deren Position in dem neuen
Differenzbild (Block 475) gespeichert.
-
Im
Block 490 wird der derzeitige Mittelpunkt zu einem Stapel
(oder Liste) der letzten 10 Mittelpunkte addiert.
-
Im
Block 495 beginnt die Mittelpunkt-Beziehung. Die Mittelpunktversetzung
wird gemäß 5 näher erläutert.
-
Der
Block 499 beendet das Faserdurchmesserbestimmungsverfahren.
-
5 – Verfahren
zur Versetzung des Mittelpunktes von Messkreisen
-
5 zeigt
den Block 495 von 4, allerdings
in einer erweiterten Version mit mehr Details für ein besseres
Verständnis des Verfahrens. Das Verfahren beginnt bei Block 505.
-
Dann
wird in Block 540 ein Test durchgeführt, um zu
sehen, ob alle verbliebenen Pixel in dem Differenzbild (diff.bild)
sich auf der gleichen Seite des Mittelpunktes befinden. Falls alle
verbliebenen Pixels sich auf derselben Seite befinden, geht die
Steuerung zu Block 545 über für die Mittelpunktbewegung,
anderenfalls geht die Steuerung zu Block 550 für
die Mittelpunktverschiebung.
-
In
Block 545 wird die Kreismittelpunktbewegung durchgeführt.
Block 545 ist in erweiterter Version in 6 gezeigt
und wird im Zusammenhang mit 6 weiter
unten beschrieben.
-
Block 550 führt
das Mittelpunktverschiebungsverfahren 1 aus. Block 550 ist
in erweiterter Version in 7 gezeigt
und wird weiter unten im Zusammenhang mit 7 beschrieben.
-
Block 555 ist
ein Zustandstestblock. Falls der Mittelpunkt bewegt worden ist,
dann führt die Steuerung zu Block 560, anderenfalls
zu Block 599.
-
In
Block 560 wird ein Test durchgeführt, der bestimmt,
ob weiße Pixel in dem diff.bild (Differenzbild) aus dem
vorgehenden Lauf gefunden worden sind. Falls dieser Zustand erfüllt
wird, dann geht die Steuerung zu Block 565, anderenfalls
zu Block 599.
-
Der
Block 565 führt die Mittelpunktverschiebung gemäß Verfahren
2 aus. Der Block 565 ist in erweiterter Version in 8 gezeigt
und wird weiter unten im Zusammenhang mit 8 erläutert.
-
Block 599 beendet
das Mittelpunktbeziehungsverfahren.
-
6 – Verfahren
zur Messkreismittelpunktbewegung (mit demselben Durchmesser)
-
Dieses
Verfahren führt die Messkreismittelpunktbewegung aus. Falls
ein Abschnitt des Kreises sich auf nur einer Seite der Faser über
die Außenseite der Faser erstreckt, dann muss der Mittelpunkt
in eine bessere Position bewegt werden, und zwar wird der Mittelpunkt
in Richtung des Faserzentrums verschoben.
-
Das
Verfahren startet bei Block 605. Im Block 610 wird
ein Test durchgeführt, um zu sehen, ob alle verbliebenen
Pixel des derzeitigen diff.bild sich auf der rechten Seite des Mittelpunktes
befinden. Falls dies stimmt, geht die Steuerung zu Block 620 über,
anderenfalls aber zu Block 615. Im Block 620 wird
der Kreismittelpunkt nach links um ein Pixel verschoben und das
Bewegungs-Flag wird gesetzt.
-
Im
Block 615 wird ein Test durchgeführt, um zu sehen,
ob alle verbliebenen Pixel sich links vom Mittelpunkt befinden.
Falls dies zutrifft, geht die Steuerung weiter zu Block 625,
anderenfalls geht sie zu Block 635. Im Block 625 wird
der Mittelpunkt nach rechts um 1 Pixel versetzt, und es wird das
Bewegungs-Flag gesetzt.
-
Im
Block 635 wird ein Test durchgeführt, um zu sehen,
ob die verbliebenen Pixel sich oberhalb des Mittelpunktes befinden.
Falls diese Bedingung zutrifft, dann geht die Steuerung zu Block 645,
wo der Mittelpunkt in Richtung nach unten (zum unterer Bereich des
Bildes) um ein Pixel bewegt wird, und es wird das Bewegungs-Flag
gesetzt. Anderenfalls geht die Steuerung zu Block 630.
-
Bei
Block 630 wird ein Test durchgeführt, um festzustellen,
ob alle verbliebenen Pixel sich unterhalb des Mittelpunktes befinden.
Falls diese Bedingung zutrifft, dann geht die Steuerung zu Block 640,
und der Mittelpunkt wird in Richtung nach oben (aufwärts
im Bild) um 1 Pixel bewegt, und es wird das Bewegungs-Flag gesetzt.
-
Block 699 beendet
das Verfahren zur Messkreismittelpunktbewegung.
-
7 – Verfahren
zur Verschiebung des Mittelpunktes (Verfahren 1)
-
In
diesem Verfahren überlappt der Messkreis die Faserstruktur
und der Überlappungsbereich (weiße Pixel) existiert
auf mehr als einer Seite des Mittelpunktes.
-
Das
Verfahren beginnt bei Block 705. Im Block 710 werden
die weißen Pixel in dem derzeitigen diff.bild (Differenzbild
des derzeitigen Laufs) separiert derart, dass sie sich entweder
links oder rechts vom Mittelpunkt befinden.
-
Im
Block 715 werden die Längen (Abstände)
der Verbindungslinien zwischen den linken und rechten Pixeln berechnet
(Abstände zwischen allen Pixelpaaren).
-
Im
Block 720 wird ein Zustandstest durchgeführt,
um die berechnete Pixelpaar-Distanz innerhalb eines Bereichs (a*Durchmesser < Länge < b*Durchmesser)
zu bestimmen, um sicherzustellen, dass die Pixel dieses Paares sich
in unterschiedlichen Vierteln des Kreises befinden, wobei anderenfalls
die kürzeste Distanz ganz klar die Distanz zwischen zwei
aneinander angrenzenden Pixels wäre. Ein beispielhafter
Wert für b ist 0.95, da Abstände größer
oder gleich dem derzeitigen Kreisdurchmesser nicht brauchbar sind,
da der Kreisdurchmesser bereits größer als der
Faserdurchmesser ist (wenn der Kreis die einander gegenüberliegenden
Seiten der Faser überlappt). Die Variable a beträgt
entweder 0.7 oder 0.9, und zwar in Abhängigkeit vom Durchmesser des
Kreises. Für Kreisdurchmesser mit weniger als 15 Pixel
wird der Wert 0.9 genommen, anderenfalls der Wert 0.7. Der Grund
dafür ist, dass die Kanten der Fasern in dem binären
Bild nicht glatt sind sondern rau und mit kleinen Höckern
versehen. Mit einer unteren Grenze von 0.7 für kleine Kreise
steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Algorithmus in derartige
kleine Höcker migriert, welche oftmals eine Größe
von einigen Pixeln aufweisen. Um diesen Zustand zu vermeiden, wird
die untere Grenze für kleine Kreisdurchmesser angehoben.
-
Falls
in Block 720 eine zufriedenstellende Pixeldistanz gefunden
worden ist, dann wird Block 725 ausgeführt, um
die Mittelpunkte der berechneten Verbindungslinien zu speichern
und um die kürzeste Distanz zu speichern.
-
Im
Block 730 werden die Abstände zwischen dem aktuellen
(derzeitigen) Kreismittelpunkt und den neuen berechneten alternativen
Mittelpunkten (von Block 720) berechnet. In Block 735 wird
der entfernteste alternative Mittelpunkt (größte
Distanz) gespeichert als der neue Kreismittelpunkt.
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Im
Block 740 wird der Kreismittelpunkt zurückgesetzt
auf x*-gekürzte Distanz (von Block 730), und es wird
das Sprung-Flag gesetzt. In diesem Block muss der Durchmesser des
Kreises verringert werden, da der derzeitige Kreis zu groß ist
(er überlappt beide Seiten der Faser). Ein geeigneter Wert
für ·x· ist 0.75, welcher den Kreisdurchmesser
auf 75% der kleinsten errechneten Distanz (Block 730) reduziert,
um sicherzustellen, dass der Kreis für den nächsten
Lauf vollständig innerhalb der Faserstruktur liegt.
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Im
Block 745 werden die Anzahl und Positionen der verbliebenen
Pixel in dem Differenzbild (diff.bild) zurückgesetzt (gelöscht).
-
Das
Verfahren endet bei Block 799.
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8 – Verfahren
zur Verschiebung des Mittelpunktes (Verfahren 2)
-
Das
Verfahren beginnt bei Block 805. Im Block 810 werden
die verbliebenen Pixel (weiße Pixel) in den derzeitigen
und in dem vorherigen Differenzbild (diff.bild) unterteilt in solche,
die sich links und in solche, die sich rechts vom Kreismittelpunkt
befinden
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Im
Block 815 geht die Steuerung, falls sich Pixel links des
Mittelpunktes des derzeitigen diff.bild befinden, zu Block 825,
anderenfalls zu Block 820.
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Im
Block 820 geht die Steuerung, falls sich Pixel rechts des
Mittelpunktes des derzeitigen diff.bild befinden, zu Block 830,
anderenfalls zu Block 899.
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Im
Block 825 geht die Steuerung, falls sich Pixel rechts vom
Mittelpunkt des vorherige diff.bild befinden, zu Block 835,
anderenfalls zu Block 899.
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Im
Block 830 geht die Steuerung, falls sich Pixel links vom
Mittelpunkt des vorherige diff.bild befinden, zu Block 835,
anderenfalls zu Block 820.
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Im
Block 835 wird ein Verfahren durchgeführt ähnlich
demjenigen, das in Zusammenhang mit Block 720 von 7 besprochen
wurde. Bei diesem Schritt werden die Abstände zwischen
Paaren von Pixeln (Pixel, die aus einem Pool von derzeitigen und
vorherigen diff.bild ausgewählt wurden) berechnet, und
das Paar mit dem geringsten Abstand, das die Kriterien (a*Durchmesser < Länge < b*Durchmesser)
erfüllt, wird ausgewählt. Wiederum ist ein beispielhafter
Wert für b 0.95, da Abstände größer
oder gleich des derzeitigen Kreisdurchmessers nicht brauchbar sind,
da der Kreisdurchmesser bereits größer als der
Faserdurchmesser ist (da der Kreis einander gegenüberliegende
Seiten der Faser überlappt). Die Variable a ist entweder
0.7 oder 0.9 in Abhängigkeit vom Durchmesser des Kreises,
wie in Verbindung mit Block 720 beschrieben. Die Mittelpunkte der
berechneten Verbindungslinien und die gekürzte berechnete
Pixeldistanz (die die oben angegebenen Kriterien erfüllt)
werden gespeichert.
-
Dann
werden im Block 840 die Abstände zwischen den
aktuellen (derzeitigen) Kreismittelpunkten und den neuen berechneten
alternativen Kreismittelpunkten (Mittelpunkte für die Verbindungslinien)
berechnet.
-
Im
Block 845 wird der entfernteste alternative Mittelpunkt
gemäß der berechneten Abstände ausgewählt,
und der Punkt wird als neuer Kreismittelpunkt abgespeichert.
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Im
Block 850 wird der Kreisdurchmesser zurückgesetzt
auf x*-gekürzte Distanz, worin ein geeigneter Wert für
x 1.5 beträgt. Im Block 855 werden die Anzahl
und Positionen der verbliebenen Pixel in dem derzeitigen Differenzbild
(diff.bild) zurückgesetzt (gelöscht).
-
Das
Verfahren endet bei Block 899.
-
13
-
Die 13 zeigt
ein schematisches Diagramm eines auf Mikroprozessor basierenden
Computersystems, das geeignet ist zur Ausführung der Verfahren
der vorliegenden Erfindung. Das System enthält einen Mikroprozessor 1305,
der mit einem nichtflüchtigen Speichergerät 1310 kommuniziert,
beispielsweise eine Festplatte oder ein anderer nichtflüchtiger
Speicher. Ein Betriebssystem und ein ausführender Computercode, der
die Verfahren der vorliegenden Erfindung implementiert, können
in dem Gerät 1310 gespeichert werden, als auch
Eingabebilddateien, Ausgabedatendateien, Berichte, und so weiter.
Ein Display 1320 und eine Tastatur 1325 stellen
dem Benutzer Eingabe/Ausgabe-Geräte zur Verfügung,
die geeignet sind für eine menschliche Interaktion mit
den Verfahren der vorliegenden Erfindung. Das System kann auch eine
zusätzliche Eingang/Ausgang-Einrichtung (Aux I/O) 1330 für
die Kommunikation mit anderen externen Geräten, soweit
benötigt, aufweisen. Arbeitsspeicher 1315 stellt
Arbeitsspeicherplatz für das Mikroprozessor-basierte System
zur Verfügung, um die Verfahren der vorliegenden Erfindung
ausführen zu können.
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Vorteilhafterweise
stellen die Verfahren der vorliegenden Erfindung ein Computer-ausführbares
Verfahren zur Bestimmung der Faserdurchmesserverteilung eines faserigen
Mediums zur Verfügung, welches die Einschränkungen
der Verfahren des Standes der Technik überwindet und welches
die Notwendigkeit, einen Bediener die Fasern in einem SEM-Bild zählen
zu lassen, eliminiert.
-
Vorteilhafterweise
stellen die Verfahren der vorliegenden Erfindung ein brauchbares
Werkzeug zur Verfügung für die Bestimmung der
Fasergröße und Verteilung für die Modellierung
von Filtermedien-Parameter, wie zum Beispiel Druckabfall und Staubkapazität
während der Filter-Entwicklungsstufe.
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Vorteilhafterweise
erlauben die Verfahren der vorliegenden Erfindung die Steuerung
der Qualität der Messung von Faserdurchmessern von virtuellen
oder wirklichen faserigen Strukturen. Im Gegensatz zu den mathematischen
Verfahren, die von anderen bei der Bildbearbeitung angewendet werden,
verwenden die Verfahren der vorliegenden Erfindung Fasermesskreise,
die auf das Bild oder die Bilder gezeichnet werden und mittels denen
eine Person leicht sehen und bestimmen kann, ob die Berechnungen
korrekt oder inkorrekt sind.
-
Vorteilhafterweise
bewegen die Verfahren der vorliegenden Erfindung die Mittelpunkte
der wachsenden Messkreise so lange, bis eine Position aufgefunden
wird, in der der Kreis die Ränder der Fasern auf gegenüberliegenden
Seiten trifft, die gewissermaßen mittels einer geraden
Linie durch den Mittelpunkt verbunden sind. Des Weiteren berücksichtigt
das Verfahren der vorliegenden Erfindung die Tatsache, dass ein
Startpunkt für die wachsenden Kreise in dem Bereich eines
Querschnitts (oder einer Kreuzung) von Fasern liegen kann. Mit den
hierin beschriebenen Techniken wird der Startpunkt aus diesem Bereich
heraus bewegt, so dass inkorrektes Messen des Faserdurchmessers
verhindert wird.
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Obwohl
die besten Modi zur Ausführung der Erfindung detailliert
beschrieben worden sind, sind für die Fachleute auf dem
Gebiet dieser Erfindung verschiedene alternative Konfigurationen
und Ausführungen zur Durchführung der Erfindung
innerhalb des Schutzbereichs der beigefügten Patentansprüche
leicht zu erkennen.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - Hinds 1999 [0004]
- - Dent (1999) [0005]
- - Talbot et al. (2000) [0005]
- - Ghassemieh et al. (2002) [0005]
- - Luzhansky (2003) [0005]
- - Zibari et al. (2007) [0005]
- - Zibari et al. publizierten (2008) [0005]