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Die Erfindung betrifft eine Führungsanordnung für ein bewegbares Dachteil eines Fahrzeugdachs gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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Aus der
DE 102 05 118 A1 ist eine Führungsanordnung für ein bewegbares Dachteil eines Fahrzeugdachs bekannt, bei der die Schlitten zur Betätigung der Mechanik des bewegbaren Dachteils mit Gleitelementen jeweils beidseits in gegenüberliegenden Führungskanälen der Führungsschienen geführt und mittels eines in einem an einen Führungskanal angrenzenden Kanal geführten Antriebskabels längs der Führungsschienen verschiebbar sind. Aus der
DE 10 2007 008 821 A1 , der
DE 10 2007 063 598 A1 und der
DE 10 2004 033 544 B3 sind ähnliche Führungsanordnungen bekannt, wobei in letzterer eine zusätzliche Führung für die Führung in Y-Richtung vorgesehen ist.
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Diese Führungsanordnung weist folgende Nachteile auf:
- – Durch die zwei gegenüberliegenden Führungskanäle beanspruchen die Führungsschienen mehr Bauraum in Y-Richtung (d. h. in Richtung der Breite des Fahrzeugs), wodurch der für die Dachöffnung zur Verfügung stehende Raum beschränkt wird.
- – Die zusätzlich zu den zwei Gleitelementen erfolgende Führung der Kabelanbindung des Schlittens im Kanal des Antriebskabels bewirkt eine Überbestimmung, die zu erhöhten Verschiebekräften im Gesamtsystem des öffnungsfähigen Fahrzeugdachs führt.
- – Erhöhter Bauteilaufwand durch zwei paarweise gegenüberliegende Gleitelemente am Schlitten bzw. zusätzlich an diesen angeordnete Gleitkappen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine vereinfachte Führungsanordnung für ein bewegbares Dachteil eines Fahrzeugdachs zu schaffen.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Die Erfindung sieht im Kern vor, dass eine Führung des Schlittens durch ein erstes Gleitelement nur noch auf einer Seite des Schlittens erfolgt, während das weitere Gleitelement auf der gegenüberliegenden Seite nur von einem an den Kanal zur Führung des Antriebskabels angepassten Gleitelement gebildet wird. Bei einem nicht durch das Antriebskabel angetriebenen Schlitten wird der in diesem Bereich nicht vom Antriebskabel benutzte Kanal durch ein entsprechend geformtes Gleitelement als Führungskanal verwendet.
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Bei einem mittels des Antriebskabels angetriebenen Schlitten ist dieses weitere Gleitelement gleichzeitig als Verbindungsteil zwischen Schlitten und Antriebskabel ausgebildet.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung verbindet bei einer ersten Alternative das Verbindungsteil das Antriebskabel stoffschlüssig mit dem Schlitten. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Verbindungsteil dabei einstückig am Schlitten ausgebildet. Besonders bevorzugt ist das Verbindungsteil als Kunststoffumspritzung für das Antriebskabel ausgebildet.
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Gemäß einer zweiten Alternative verbindet das Verbindungsteil das Antriebskabel formschlüssig mit dem Schlitten. Hierfür weist das Verbindungsteil bevorzugt eine Aussparung zur Aufnahme eines am Antriebskabel angeordneten Formstücks auf.
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Besonders bevorzugt ist es, wenn das weitere Gleitelement den Schlitten horizontal (d. h. in Y-Richtung) und vertikal (d. h. in Z-Richtung) führt.
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Die Gleitelemente bestehen bevorzugt aus einem Kunststoff mit guten Gleiteigenschaften oder sind mit einer Gleitkappe aus einem Kunststoff mit guten Gleiteigenschaften versehen, die aufgesteckt, aufgeclipst oder angespritzt sein kann.
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Die Erfindung eignet sich für jedes öffnungsfähige Dachteil, insbesondere für ein Schiebe-Hebedach, ein Spoilerdach, ein außen geführtes Schiebedach, ein Faltdach oder auch für ein öffnungsfähiges Dachteil eines Festelement-Cabriolets.
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Nachfolgend wird die Führungsanordnung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
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1 eine schematische Draufsicht auf ein Fahrzeugdach mit einem bewegbaren und einem festen Dachteil in geschlossener Position;
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2 eine schematische Draufsicht auf ein Fahrzeugdach gemäß 1 bei geöffnetem bewegbaren Dachteil;
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3 eine schematische perspektivische Teilansicht einer Führungsschiene mit einem darin geführten Schlitten;
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4 eine schematische perspektivische Darstellung des Schlittens gemäß 3, wobei in gestrichelten Linien zwei weitere Varianten für eine Anordnung des weiteren Gleitelements dargestellt sind;
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5 eine schematische perspektivische Teilansicht einer Führungsschiene mit einem darin geführten Schlitten, dessen weiteres Gleitelement vom Verbindungsteil zum Antriebskabel gebildet wird;
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6 eine schematische perspektivische Teilansicht eines Schlittens, dessen Verbindungsteil zum Antriebskabel eine Aussparung zur formschlüssigen Aufnahme eines am Antriebskabel vorgesehenen Formstücks aufweist; und
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7 einen Querschnitt durch einen Schlitten mit an den Gleitelementen angeordneten Gleitkappen.
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Das in 1 gezeigte Fahrzeugdach 10 setzt sich zusammen aus einer nach oben an die Frontscheibe 12 anschließenden Windabweiserlamelle 14, einem bewegbaren Dachteil 16 und einem dahinter angeordneten festen Dachteil 18. Das bewegbare Dachteil 16 ist im Ausführungsbeispiel als transparenter Deckel eines außengeführten Schiebedachs (ASD) ausgebildet, der wie in 2 ersichtlich, mit seiner Hinterkante über das feste Dachteil 18 nach oben ausgestellt und in dieser Position nach hinten über das feste Dachteil 18 verschoben werden kann. Dabei wird eine Dachöffnung 20 je nach Öffnungsgrad des bewegbaren Dachteils 16 teilweise oder vollständig freigelegt. Die Windabweiserlamelle 14 ist im Ausführungsbeispiel ebenfalls mit ihrer Hinterkante nach oben ausstellbar und leitet den Fahrtwind bei geöffnetem Deckel 16 über die Dachöffnung 20 nach hinten. Die Windabweiserlamelle 14 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel nur optional vorhanden und spielt für die vorliegende Erfindung keine Rolle. Auch der für das Ausführungsbeispiel gewählte Typ eines öffnungsfähigen Fahrzeugdaches in Form des außengeführten Schiebedachs ist für die vorliegende Erfindung nicht beschränkend. Die Erfindung eignet sich auch für jedes andere öffnungsfähige Dachteil, wie für ein Schiebedach, ein Schiebe-Hebedach, ein Spoilerdach, ein Faltdach oder auch für ein öffnungsfähiges Dachteil eines Festelement-Cabriolets.
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Die auf die Hauptachsen des Fahrzeugs bezogenen Bezeichnungen X-Richtung, Y-Richtung und Z-Richtung sind dem in 1 dargestellten Koordinatensystem entnehmbar. Dabei entspricht die X-Richtung der Längsachse, die Y-Richtung der Querachse und die Z-Richtung der Hochachse des Fahrzeugs.
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Die Dachöffnung 20 wird zu beiden Seiten von Seitenholmen 22 begrenzt, an denen jeweils eine Führungsschiene 24 ausgebildet oder angeordnet ist. An diesen Führungsschienen 24 ist das bewegbare Dachteil 16 mittels Gleitelementen 261, 262, 263, 264 bzw. 265 geführt, die entweder unmittelbar mit dem bewegbaren Dachteil 16 verbunden sind oder die an einem Schlitten 26 angeordnet sind, der beispielsweise über eine Mechanik 30 mit dem bewegbaren Dachteil 16 verbunden ist. Von der Mechanik 30 ist in 2 nur ein hinterer Ausstellhebel gezeigt.
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Die 3 bis 7 zeigen mehrere Ausführungsbeispiele eines derartigen, mit Gleitelementen versehenen Schlittens 26. Die Führungsschienen 24 sind bevorzugt als Leichtmetall-Strangpressprofile ausgebildet. Sie setzen sich zusammen aus einem nach oben in Form eines Längsschlitzes 245 offenen Hohlprofil und einem horizontal verlaufenden Steg 244, der zur Befestigung am Seitenholm 22 oder einem nicht gezeigten, mit dem Seitenholm verbundenen Dachrahmen dient. Die Führungsschienen 24 können auch die seitlichen Teile eines solchen Dachrahmens bilden.
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Die Führungsschienen 24 weisen in Y-Richtung des Fahrzeugs gesehen auf einer Seite einen U-Förmigen ersten Führungskanal 241 auf, in dem ein erstes Gleitelement 261 des Schlittens 26 verschiebbar geführt ist. Auf der in Y-Richtung dazu gegenüberliegenden Seite der Führungsschienen 24 ist als weiterer Führungskanal ein Kanal 243 zur Führung eines weiteren, am Schlitten 26 angeordneten Gleitelements 262 vorgesehen.
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Der Kanal 243 ist an den Führungsschienen 24 standardmäßig zur Führung eines mit einer bevorzugt spiralförmigen Verzahnung versehenen Antriebskabels 28 (siehe 5 und 6) vorgesehen, welches von einem nicht dargestellten, mit einem Elektromotor oder einer Handkurbel verbundenen Ritzel angetrieben wird und zur Verschiebung zumindest eines der Schlitten 26 in X-Richtung des Fahrzeugs dient. Die Verschiebung des Schlittens 26 korrespondiert dabei zu einer Bewegung des bewegbaren Dachteils 16. Der in 3 dargestellte Schlitten 26 ist nicht angetrieben und steht daher nicht mit einem Antriebskabel 28 in Verbindung. Er dient der passiven Abstützung des bewegbaren Dachteils 16 beispielsweise in dessen vorderem Bereich und nutzt den Kanal 243 in einem Bereich als Führungskanal, in dem sich kein Antriebskabel 28 befindet.
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Wie der 4 zu entnehmen, weist der Schlitten 26 bevorzugt für eine stabilere Abstützung in X-Richtung hintereinander liegend zwei erste Gleitelemente 261 auf. Das zweite Gleitelement 262 ist gemäß einer ersten, in 4 in durchgezogenen Linien gezeigten Ausführungsform, die auch der Darstellung in 3 entspricht, an einem nach unten abgewinkelten Schenkel des Schlittens 26 angeordnet. Gemäß einer zweiten in gestrichelten Linien dargestellten Variante ist das zweite Gleitelement 263 horizontal gegenüberliegend dem ersten Gleitelement 261 am Schlitten 26 angeordnet. Gemäß einer dritten, ebenfalls in gestrichelten Linien dargestellten Variante ist das zweite Gleitelement 264 an einem nach oben abgewinkelten Schenkel des Schlittens 26 angeordnet. In allen Fällen weist das zweite Gleitelement 262, 263, 264 einen annähernd kreisförmigen Querschnitt auf, der an den Querschnitt des Kanals 243 angepasst ist. Der Kanal 243 ist entsprechend der Position des zweiten Gleitelements 262, 263, 264 am Profil der Führungsschiene 24 ausgebildet und positioniert. Durch das hinterschnittene Profil des Kanals 243 wird das darin befindliche zweite Gleitelement 262, 263, 264 sowohl in Y-Richtung als auch in Z-Richtung geführt. Zur Vermeidung eine Überbestimmung ist das erste Gleitelement 261 dementsprechend nur an seiner unteren und seiner oberen Flanke, also in Z-Richtung, nicht jedoch in Y-Richtung im ersten Führungskanal 241 geführt.
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Bei dem in 5 dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen angetriebenen Schlitten 26, bei dem das weitere Gleitelement 262 gleichzeitig als Verbindungselement zwischen dem Antriebskabel 28 und dem Schlitten 26 fungiert. Gemäß einer ersten vorteilhaften Ausführungsform ist das Antriebskabel 28 durch eine Kunststoffumspritzung integral, d. h. einstückig mit dem Schlitten 26 verbunden. Bevorzugt wird ein Ende des Antriebskabels 28 bei der Herstellung des Schlittens 26 in eine entsprechende Spritzform oder Gießform eingelegt und dadurch vom Material des Schlittens 26 stoffschlüssig umgeben.
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Bei der in 6 dargestellten Variante weist das weitere Gleitelement 265 am Schlitten 26 einen in Längsrichtung verlaufenden Schlitz 2651 und eine dahinter angeordnete Aussparung 2652 auf, in welcher ein Formstück 281 aufgenommen wird, dass am Antriebskabel 28 befestigt ist. Die Befestigung des Formstücks 281 am Antriebskabel 28 kann dabei beispielsweise durch Anspritzen oder auch durch eine lösbare Befestigung, beispielsweise mittels einer Madenschraube erfolgen. Der Schlitz 2651 weist eine solche Weite auf, dass das Antriebskabel 28 seitlich durch diesen in den inneren Hohlraum des weiteren Gleitelements 265 eingeführt werden kann. Das Formstück 281 ergänzt im Bereich der Aussparung zur 2652 die Kontur des weiteren Gleitelements 265, so dass das Antriebskabel 28 formschlüssig mit dem weiteren Gleitelement 265 verbunden ist.
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In 7 ist dargestellt, dass das erste Gleitelement 261 und/oder das weitere Gleitelement 262 optional mit einer Gleitkappe 2610 bzw. 2620 aus einem gut gleitfähigen Kunststoff versehen werden kann. Dies gilt entsprechend auch für die anderen weiteren Gleitelemente 263, 264 und 265. Die Gleitkappen 2610 bzw. 2620 können auf die Gleitelemente 261 bzw. 262 aufgesteckt, aufgeclipst oder an diese angespritzt werden. Alternativ dazu sind die Gleitelemente 261 bzw. 262 selbst aus einem gut gleitfähigen Kunststoff hergestellt.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Fahrzeugdach
- 12
- Frontscheibe
- 14
- Windabweiserlamelle
- 16
- (bewegbares) Dachteil (Deckel)
- 18
- (festes) Dachteil
- 20
- Dachöffnung
- 22
- Seitenholm
- 24
- Führungsschiene
- 241
- erster Führungskanal (an 24)
- 242
- zweiter Führungskanal (an 24, nur beim Stand der Technik wirksam)
- 243
- Kanal (zur Führung von 28)
- 244
- Steg
- 245
- Längsschlitz
- 26
- Schlitten
- 261
- erstes Gleitelement
- 2610
- Gleitkappe
- 262
- weiteres Gleitelement (Verbindungselement)
- 2620
- Gleitkappe
- 263
- weiteres Gleitelement (Verbindungselement)
- 264
- weiteres Gleitelement (Verbindungselement)
- 265
- weiteres Gleitelement (Verbindungselement)
- 2651
- Schlitz
- 2652
- Aussparung
- 28
- Antriebskabel
- 281
- Formstück
- 30
- Mechanik